1898 / 153 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 01 Jul 1898 18:00:01 GMT) scan diff

Weizenernte Indiens.

Dem von dem Statistischen Bureau in Kalkuttg unter d 2. d. M. veröffentlichten Allgemeinen Schlußbericht über die diese jährige Weizenernte Indiens entnehmen wir folgende Angaben:

Die Gesammtanbaufläche und das Gesammtergebniß wird nach den disher vorliegenden Berichten im Vergleich zum Vorjahre und zum fünfjährigen urchschnitt, wie folgt, geschätzt:

Anbaufläche in Ackern: Ergebniß in Tonnen: 22 501 561 6 506 820

18ssac ger Parhlchrit ünfjähriger Durchschnitt, mit 1895 96 24 806 901 6 506 5220 Berichte fehlen noch aus Bhopal, Bundelkhand und dem Dewas State in Ite sehlcbien sowie aus den Staaten Meywar, Partabgarh, Banswara, Dungarpore und Kusbalgarh in Rajputana. Im einzelnen ist Folgendes zu emerken: unjab. Das Erntejahr ist im Ganzen ein günstiges zu nennen. Die späten Herbstregen waren reichlich und gut vertheilt, wodurch die Bearbeitung des Bodens für die Weizenaussaat gefördert wurde. Der im Dezember gefallene Regen kam den jungen Saaten zu gute und ermuthigte zu weiterer Aussaat, bes onders wohlthätig wirkten die im Februar nach längerer Dürre reichlich niedergegangenen Regen. Die späteren Uümatischen Verhältnisse waren für die Erntearbeiten günstig, 8 verursachten Stürme in der zweiten Hälfte des Mai noch einigen Schaden beim Ausdreschen des Getreides. Anbaufläche in Ackern: Srgebniß in Tonnen: 8 013 800 2 272 893

1897 29 . . 1896 97 .. 8 6 584 300 1 872 066 8 2 061 335

fünfjähriger Durchschnitt, heenogenn 1899796 7290700 1 und Oudh. Die Witterung war für die Aussaat günstig. Der Regen war mit Ausnahme der Zeit vom November bis Januar allgemein und gut vertheilt. Die späten Saaten auf den nicht bewässerten Flächen litten unter Dürre und heftigen Winden, doch erholten sie sich infolge der Winterregen während des Monats Februar. Der rechtzeitig gesäte und bewässerte Weizen blieb von der Dürre unberührt und soll von ausgezeichneter

Qualität sein. Anbaufläche in Ackern: Ergehniß in Tonnen: 1897 8299. . 4 552 147 1 773 488 1896.-9 . 3 772 820 b fünfjähriger Durehschnitt, 1 1 endend mit 1895 96 4 536 716 1 456 835 Bengalen. Das Erntejahr war günstig; die Herbstregen waren reichlich und gut vertheilt, und die Saaten entwickelten ch schön. Anbaufläche in Ackern: Ergebniß in Tonnen: e11111“”“]“ 1 573 400o 594 700 1896 —97 . . . . . . 1 341 70 886 900 fünfjähriger Durchschnitt, endend mit 1895 96 1 522 100 8 460 800 Zentral⸗Provinzen. Die Herbstregen waren für die Aussaat nicht genügend. Die rechtzeitig bestellten Saaten auf weicherem Boden gingen gut auf, dagegen blieben die späteren Saaten zurück und litten unter Dürre, erholten sich aber etwas infolge der Witterregen

während des Februar. Anbaufläche in Ac 5 nbaufläche in Ackern: Ergebniß in To 1897 99 .. 2 162 189 2 540 896 1896 —97 . 1 969 623 332 645 fünfjähriger Durchschnitt, 1“ endend mit 1895 96 3 633 265 5569 138 Bombay. Das Erntejahr war im Ganzen ungünstig. Die Aussaat wurde durch anhaltende, überaus starke Regen in Theilen von Gujarat und Deccan beeinträchtigt. Winde und Mangel an Beee verursachten Schaden an einzelnen Plätzen in Deccan, ujarat und Karnatak. In Lind war die Bewässerung genügend, aber die späteren klimatischen Verhältnisse waren nicht so günstig. Am besten gediehen die Saaten in Kathiawar und Cutch. Anbaufläche in Ackern: Ergebniß in Tonnen: 1897 —899o9 . . 2 432 007 755 695 1896 97. 1“ 853 40au9 404 409 fünfjähriger Durchschniit, 8 g endend mit 1895 —296 2937 465 762 252 Berar. In Berar wie auch sonst im südlichen Indien war das Erntejahr ungünstig. Nach der Aussaat siel kein Regen, aber unge⸗ wöhnlich kühles Wetter während des Winters und starker Thau kamen den Saaten zu gute. Anbaufläche in Ackern: Ergebniß in Tonnen: 1897 8O9 9. 839390 378 H 511 öI1I11“ fünfjähriger Durchschnit, endend mit 1895 96 887 476 Im Nizzam⸗Territorium wird die Anbaufläche auf 28 % höher als die des Vorjahres, aber auf 5 % niedriger als der Durch⸗ schnitt geschätzt, das Ergebniß auf ungefähr 60 % höher als das des Vorjahres und auf 40 % gerinher als der Durchschnitt. Der wirkliche Ertrag wird aber voraussichtlich etwas hinter dieser Schätzung zurückbleiben.

1897 98.

1896 9b7 ( .—

fünfjähriger Durchschnitt, endend mit 1895 96

Ergebniß in Tonnen: 8 36 873

1 152 107

Wetterbericht vom 1. Jultit,, 8 Uhr Morgens.

Stationen. . Wetter. chottland.

Bar. auf 0 Gr. u. d. Meeressp red. in Millim

Belmullet.. Aberdeen.. Christiansund Kopenhagen.

bedeckt wolkig

Regen

Staaten vor. die Anbaufläche und das Ergebniß, wie folgt:

1897 99 .. 1896-— 97. 8

die Bewtlligung einer

Uebersicht der Witterung. ö Die Wetterlage zeigt keine erhebliche Aenderung. weisten Rößl. 1 und über der Alpengegend, am niedrigsten über

inland. Eine neue D Ee-2; egt norcgich hen Direktion: Sigmund Lautenburg. Sonnabend: Bei

bedeutend ermäͤßigten Preisen: Zum vorletzten Male:

Mittel⸗C 8 nördli uropa aus nördlichen bis westlichen Rich, Der Siellvertreter. Lustspiel in 3 Akten von Verlobt: Frl. Margarete Prug nit Han Pe lin

tungen. In Deutschland ist das Wetter kühl und 1 nur in den östlichen Gebietstheilen herrscht Sescnach und G. Duval. Deutsch von Marx eitere Witterung; meistens ist Regen gefallen, nau. In Scene gesetzt von Hermann Werner.

21 mm zu Breslau, 25 3 Anfang 7 ½ ÜUhr. 1..“ Zum letzten Male:

Montag: Aschermittwoch. Vorher: Zum ersten] von

Nebel 13. berg. Wilhelmshaven hatte Gewitter.

Aue Rajjentana liegen noch nicht Schätzungen aus all hen den bisher eingegangenen Nachrichten stellt sich

8 Anbauflache in Ackern: Ergebniß in Tonnen: 1 8 süt. 980 282 955 271 286

fünffäbriger Durchschniit, endend mit e 1 461 109 b 355 0b53 Auch aus Zentral⸗Indien sind die Nachrichten noch nicht vollständig. Soweit folche vorliegen, ergiebt sich folgende Schätzung: Anbaufliche in Ackern: Ergebniß in Tonnen: 1öö1129 8898 223 473 2 1““ 129 9 fünfjähriger Durchschnitt, endend mit 1895 96 261 655

Theater und Musik

Im Neuen Königlichen Opern⸗Theater elangt morgen Gounod’s Oper „Margarethe“ mit Fräulein Hiedler -. der Titelrolle zur Aufführung. Als Mephistopheles gastiert Herr Jean Lassalle von der Großen Oper in Paris. Nachmittags von 5 ½ Uhr an findet im Garten grose⸗ Militär⸗Konzert, ausgeführt von den Kapellen des 1. und 2. Garde⸗Dragoner⸗Regiments, statt.

Die morgen und am Sonntag im Neuen Theater stattfinden⸗ den Auffa rungen des Schwanks „Der Stellvertreter“, welcher fast 260 mal in Scene ging, dürften die letzten sein, welche das Stück überhaupt in Berlin erlebt. Am Montag geht, wie gestern bereits mitgetheilt wurde, „Aschermittwoch“ in Scene, um für die nächste Woche auf dem Spielplan zu bleiben. Dazu wird der Einakter „Mein

treuer Antoine“ aufgeführt.

11“ 85 888 Mannigfaltiges. 8

Die Stadtverordneten ehrten in ihrer gestrigen Sitzung zunächst das Andenken des in der Schweiz verstorbenen Stadtv. Professors Dr. Leo in der üblichen Weise. Der Vorsteher Dr. Langerhans machte sodann der Versammlung die Mit⸗ theilung, daß der Bürgermeister Kirschner die auf ihn gefallene Wahl zum Ersten Bürgermeister angenommen habe. Darauf wurde eine Reihe von Petitionen nach den Vorschlägen des Ausschusses erledigt. Diejenige des kirchlichen liberalen Vereins zu Moabit, welche sich gegen den Verkauf des kleinen Thiergartens in Moabit zu Bauzwecken wendet, wurde dem Magistrat überwiesen. Ueber die Vorlage, betreffend die ärztliche Ueber⸗ wachung der von der Waisenverwaltung in Kostpflege ge⸗ gebenen Säuglinge, erstattete der Stadtv. Dr. Schwalbe den Bericht. Der Ausschuß empfahl der Versammlung folgende Beschlußfassung: „Die Versammlung erklärt sich mit der dauernden gesundheit⸗ lichen. Beaufsichtiung der in Berlin in Wajisenkostpflege untergebrachten Kinder im ersten und zweiten Lebensjahre (Saͤuglinge) einverstanden und bewilligt zu diesem Zwecke für das Etatsjahr 1898/99 den Betrag von 4500 aus dem für unvorhergesehene Ausgaben in den Spezial⸗Etat 45 ein⸗ gestellten Dispositionsfonds, jedoch mit der Maßgabe, daß 1) solange ein Arzt Mitglied der Waisenverwaltung ist, demselben die Aufsicht über diese Föhesicer als Dezernenten übertragen wird, 2) die Kinder⸗ pflegerinnen den im Ehrenamt wirkenden Mitgliedern des Waisenraths namhaft werden, denselben subordiniert sind und die Berichte über die Säuglinge neben den Aerzten auch diesen zugehen lesgen, 3) nach Ablauf eines Jahres über die gemachten Erfahrungen der Versammlung ein Bericht mit den nothwendigen statistischen Angaben zugeht.“ Mit einer kleinen Aenderung gelangte die Vorlage zur Annahme. Die Vorlage, betreffend Gewährung eines Beitrags zu den Kosten der infolge der Rampenschüttung in der Victoriastraße nothwendigen baulichen Veränderungen am Kreis⸗ hause Victoriastraße 18, war in der vorigen Sitzung einem Aus⸗ schusse überwiesen worden. Stadtv. Kalisch beantragte jetzt die Vertagung der Verhandlung über diese Angelegenheit bis nach den Ferien, da der Ausschuß mit seiner Berathung noch nicht zum Abschluß gelangt sei. Die Versammlung beschloß in diesem Sinne. Zu den vorbereitenden Bauarbeiten, welche für den Neubau einer Gemeinde⸗Doppelschule nebst Straßenreinigungs⸗ Depot in der Rostocker Straße nothwendig sind, bewilligte die Ver⸗ sammlung den Betrag von 15,000 Zum Besuch des in diesem Monat in Hamburg stattfindenden neunten allgemeinen deutschen Turnfestes bewilligte die Versammlung einen Zuschuß von 300 ℳ, der an drei Turnlehrer, bezw. Turnwarte und an drei Gemeindeschul⸗ lehrer vertheilt werden soll. Die Versammlung genehmigte ferner die Annahme eines Kapitals von 10 000 ℳ, welches der verstorbene Dr. med. Alexrander Fürst der Stadt zu wohl⸗ thätigen Zwecken vermacht hat. Der Vorlage, betreffend Beihilfe von 6000 für die Berliner Restangesc sengbel. stimmte die Versammlung nach kurzer Debatte zu. Nachdem noch die Vorlage, betreffend provisorische bauliche Einrichtungen für die Fußweganlage zwischen Gertraudten⸗ und Wallstraße, angenommen worden war, wurde die Sitzung (die letzte vor den Ferien) geschlossen. 8

Der Direktor der Sternwartein Treptow, Astronom F. S. Archenhold ladet zu einer am Sonntag, den 3. Juli, Vor⸗ mittags 11 ½ Uhr, im Vortragssaal daselbst stattfindenden begrün⸗

5*

der Luftdruck über der Biscayasee *

Sonntag:

Deutsche Seewarte. vertreter.

Stockholm.

egen ——ü 8 Male: Mein treuer Auntoine.

22222 GAIGUSSU 00 —SᷣE

bedeckt halb bed.

bedeckt

aranda.

t. Petersburg Cork, Queens⸗ town... Cherbourg. Ider.. F-. Hesban 88 winemünde Neufahrwasser Memel ...

Hns öö“ ünster Wstf. Karlsruhe.. Wiesbaden. München.. Chemnitz. Berlin Wien.. Breslau.

d'Aix.

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halb bed.

Dunst heiter bedeckt bedeckt bedeckt bedeckt wolkig Regen bedeckt wolkenlos heiter

Dunst wolkenlos

Juan:

SbwecbceheePwseaesheeeee

56 81

Aönigliche Schanspiele. Neues heiter Theater. Sonnabend: 22. Vorstellung. Margarethe. Oper in 5 Akten von Charles Gounod.

Anfang 7 ½ Uhr.

8 daen Ü16. S 8527

eilhac und Ludovic Haléby, nach einer Novelle

des Prosper Mérimée. Ball

1önan He 8 allet von Emil Graeb. ontag: 24. Vorstellung. f : idrich) i

ienstag: 25. Vorstellung. Don Juan. (Don 8 s

err Jean Lassalle, als Gast)

Lessing⸗Theater. Sonnabend: Aheiter 5 Rößl. Anfang 7 ½ Uhr.

Theater.

Sonntag: Dieselbe Vorstellung. ext nach

J. Jarno.

thätigkeits ⸗Matinée.

H d. v. Winterstein.

A. Peiser. Artistischer Leiter:

des Vereins zu richten.

Sonntag: Letzte Aufführung vor den Ferien: Im

Belle-Allianre-Theater. Belle⸗Allianeestr. /8. Opern⸗ Sonnabend: Ein toller Einfall.

1 1 Im prachtvollen Sommergarten: Großes Konzert 1 wolkig Wolfgsng von Goethe’s Faust, von Jules Barbier, und Spezialitäten. Votklständig neues Prograbre. SeAgrbhe bedeckt ichel Carré. (Mephistopheles: Herr Jean

üsgec von der Großen Oper in Paris, als Gast.)

Sonntag, den 3. Juli, Mittags 12 Uhr: Wohl⸗ Liebelei.

ubert Reusch, Josef Jarno,

Thalia⸗-Theuter. Sonnabend: Gastspiel des

Winer Ensembles unter Leitung des Direktors F. T. Graselli.

3

denden Sitzung des Vereins von Freunden der Treptow⸗ ö ein. Nach dem Eng für die Statuten, über welche dabei Beschluß gefaßt werden soll, hat der Verein den Zweck: das Riesen⸗Fernrohr“ der Sternwarte in Treptow und das damit verbundene „Astronomische Museum 2 erhalten, seine Einrichtungen weiteren Kreisen der Bevölkerung zngänglich zu machen, die Aufgaben der Wissenschaft zu fördern und so den Sinn und das Interesse für die Astronomie zu wecken und zu belehen. Als Mittel zur Erreichung dieses Zwecks sollen dienen: a. allgemein verständliche astronomische Vorträge auf der Treptower Sternwarte und anderwärts;

b. Veranstaltung von Beobachtungsabenden mit dem Riesenfernrohr;

c. Ankauf von Instrumenten und Anschauungsmitteln für die Treptower Sternwarte; d. astronomische Mittheilungen über besondere Vor⸗ Unge⸗ am Himmel. Mitglieder des Vereins können Personen beiderlei

eschlechts sowie Vereine, Behörden und Körperschaften werden.

ahlende Mitglieder entrichten einen Jahresbeitrag von beliebiger

öhe, mindestens jedoch 10 Gegen eine einmalige Eatrichtung von 200 kann der Jahresbeitrag abgeloͤst werden. Begründende Mitglieder zahlen einen einmaligen Beitrag von 500 oder darüber und genießen für sich und ;wei Familtenmitglieder alle Rechte auf Lebenszeit. Beitrittserklärungen sind an den Vorstand oder an den Schriftführer Anmeldungen nimmt auch die Direktion der Treptower Sternwarte entgegen. Nach Schluß der Sitzung

findet bei klarem Himmel eine Beobachtung der Sonne oder der

Venus mittels des großen Fernrohrs statt

Halle a. S., 30. Junt. (W. T. B.) Die 20lährxige

Jubelfeier der Francke'schen Stiftungen wurde gestern

Abend und heute durch Festgottesdienst in den Kirchen „Sanct Georgen“ und „Ulrich“, ferner durch eine Gedenkfeier am Grabe

Francke's sowie durch festliche Veranstaltungen eingeleitet. Heute fand im großen Saale der Stiftungen ein Festakt statt, welchem der Minister der geistlichen ꝛc. Angelegenheiten D. Dr. Bosse, der Ober⸗ Präsident, Staats⸗Minister Dr. von Boetticher, Rektor und Senat der Üniversität, sowie Vertreter der städtischen Behörden und Andere gei⸗ wohnten. Nach der Festrede des Direktors Fries hielt der Minister D. Dr. Bosse eine Ansprache, in welcher er darauf hinwies, daß, die ganze evangelische Welt dieses n Fest mitfeiere, und ve kündete sodann im Namen Seiner Majestät des Kaisers und Königs, daß den Stiftungen die Marmorbüste Allerhöchstdesselben sowie diejenige des Hochseligen Kaisers Wilhelm I. verliehen worden seien. Im Namen der Universität Halle überreichte der Rektor Prefefior Volhard, eine tabula gratulatoria; die theologische Fa. ultät ernannte den Direktor Fries zum Ehren⸗Doktor. Hierauf folgten Ansprachen im Namen der Behörden der Stadt Halle, Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Sachsen⸗Weimar, der evan⸗ gelischen Geistlichkeit von Halle, der Brüdergemeinde Herrnhut und Anderer. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin sandte ein Glückwunsch⸗Telegramm. Ehemalige Schüler sowie die Stadt Halle stifteten Kapitalten zur Gründung neuer Waisen⸗Freistellen. Eine große Zahl früherer Schüler war zu der Feier eingetroffen.

Kiel, 30. Juni. (W. T. B.) Während des gestrigen Diners

im Kaiserlichen Jachtklub gründete Seine Majestät der Kaiser unter dem Namen „Commodore⸗Stiftung“ einen Fonds zur Unterstützung verunglückter Pacht⸗Matrosen bezw. zur Versorgung von deren Hinterbliebenen. Seine Majestät zeichnete 10 000 ℳ; der Ge⸗ heime Kommerzien⸗Rath Krup. sind mehr als 42 000 gezeichnet worden.

8

Luzern, 30. Juni. W. T. B.) Gestern Nachmittag kippt während eines heftigen turmes ein von fünf englischen Touristen besetztes kleines Boot bei Meggen um. Zwei Per⸗

sonen, ein Herr und eine Dame, ertranken, die Anderen wurden ge⸗

rettet.: 8

Nach Schluß der Redaktion eingegangene B Depeschen. 8

New York, 1. Juli. (W. T. B.) Nach aufgefangenen Depeschen des Admirals Cervera sind, wie aus Playa del Este gemeldet wird, Lebensmittel und Munition in Santiago schr knapp; letztere werde bald aufgebraucht sein. Seit Tagen chon war es der amerikanischen Flotte nicht mög⸗ lich, die Batterien am Eingang des Hafens zum Feuern zu veranlassen, obgleich sie sehr nahe heran⸗ ging. Einem Telegramm des ersten amerikanischen Beamten des Si v 288 Cuba zufolge ist in einer Entfernung von nicht zwei Meilen von Santiago eine Telegraphen⸗ und Telephonstation eingerichtet, welche über Baiquiri mit Guan⸗ tanamo Verbindung hat.

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

m Fegefeuer. Schwank in 3 Akten von Ernst ettke und Alexander Engel. Anfang 8 Uhr. Sonntag: Dieselbe Vorstellung.

*

Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a.5. —————

Familien⸗Nachrichten.

Bauführer Friedrich Kunst (Berlin). Frl. Anna Voorgang mit Hrn. Kreis⸗Thierarzt Willy Hin⸗ D niger (Charlottenburg-—Greifenhagen).

er Stell⸗ Geboren: Ein Sohn: Hrn. Reg⸗BAssessor Dr. jur. Johannsen (Meldorf). Hrn. Frhrn. Georg Ompteda (Dresden). Hrn. Ritterguts⸗ pächter J. Strauch (Thiergarten bei Ottma au). Hrn. Amtsrichter Harte (Loburg). Eine Tochter: Hrn. Konsistorial⸗Rath Peter (Berlin). Hrn. Wolff Frhrn. von Werthern (Esbach bei Fhench. Hrn. Amtsrichter Dr. Friedlaender (Gleiwitz). Hr. Banquier und General⸗Konsul Anton Ludwig Adelßen Berlin) Fr. Kanzlei⸗ Rath Marie Geisendorff, geb. Köppen (Berlin). * Rechnungs⸗Rath Tusche (Oppeln). Hr.

Residenz-Theater. Sonnabend: Gastspiel von . 3 onntag: 23. Bersengg. Carmen. Oper in 15— Fnn b heg⸗ Copold Deutsch. Moment⸗ Professor und Gymnasial⸗Oberlehrer Ernst Stein et. Text von Henry aufnahmen. Satirischer Schwank in 3 Akten von

metz (Breslau).

Veruntwortlicher Redakteur:

Abschieds⸗ Direktor Siemenroth in Berlin.

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Acht Beilagen 8 einschkeßlich Börsen⸗Beilage), und das Post⸗Blatt Nr. 3.

r st e Beila ge

Unzeiger und Königlich Preußisch

Berlin, Freitag, den 1. Juli

„Anzeiger.

9

1“]

Berichte von deutschen Fruchtm

Qualität

gering

mittel gut Verkaufte

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

Menge

niedrigster

höchster

niedrigster höchster niedrigster

Doppelzentner

Durchschnitts⸗ veha ürlae am Markttage

888 (Spalte 1) für Durch⸗ naach überschläglicher 1 Doppel⸗ schnitts⸗ Schätzung verkauft zentner preis sdem Doppelzentner ((Lreis unbekannt)

die gleiche Summe. Im Ganzen

Wongrowitz 8 Frankenstein JHirschberg Geldern. Aachen Dinkelsbühl Döbeln.. Colmar i. E.. Chateau⸗Salins Breslau. Neuß 161“ Altkirch.

Landsberg a. W.. Kottbus .. . Neustettin.. Wongrowitz. Frankenstein. Hirschberg. Geldern..

St. Wendel Aachen. Dinkelsbühl. Döbeln ... Biberach.. Colmar i. E. Posen. . Breslau. Glogau .

Neuß . Altkirch

Landsberg a. W. ünssoene⸗ Frankenstein Hirschberg. Geldern . . Colmar i. E Breslau. Altkirch.

Landsberg a. W. Kottbus... 1 Wongrowitz. rankenstein. irschberg. Ratibor... Geldern.. St. Wendel Aachen. Dinkelsbühl Döbeln. Biberach.. Chateau⸗Salins Breslau... Glogau.

Neuß . Altkirch

..11“

*

11X1X4X“ ““

Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswerth auf volle Mark abgerundet mitgetheilt. Der Dur chnittspreis wird aus den unab erundeten Zahlen berechnet. t Fere (—) in 8. Ce hen enn Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende Preis nicht vorgekommen ist; ein Punkt (.) in den letzten sechs 2.

Ein liegender Stri

Weizen. 19,40 20,00 19,10 20,20 17,70 20,90 22,20 22,20

21,25 24,00 24,20 19,40 19,50

24,21 22,50

18,50 19,30 20,40 20,40 21,37 21,64

Roggen. 14,00 15,00 12,25 12,50 16,40 16,40 13,50 13,80 14,90 15,90 15,30 15,80 15,80 15,80

18,50 15,25 20,20 20,30 13,20 20,00

16,67 15,00 14,90 15,70 14,90 15,20 14,50 14,50 18,30

Gerste. 13,00 14,00 14,00 14,60 14,80 16,20 14,90 15,40 12,70 12,70 17,23 13,80 14,40 17,24

Hafer. 15,00 15,00 16,00

—— 18.00 18,00 16,50 16,50 15,20 15,20 15,60 15,60 16,40 16,60 16,80 17,00 16,00 16,00 16,50 17,00 17,00 17,50

17,00 17,00 16 00 16,00 17,70 17,90 18,00 18,40 15,50 16,00 16,40 16,60 18,00 18,00 14,00 15,00 15,90 16,10 16,30 16,50 15,80 15,80 16,00 16,00

Se e2 15,00 18,60 19,53 Bemerkungen.

14,57 12,50 17,23

16,67

180 18,00 99 16,50

55 275 16,50 1 200 16,00 1 390 17,38

153 17,00 160 17,90 1 602 16,86

237 15,80 398 18,95

8 8

palten, daß entsprechender Bericht fehlt.

wesen, Thierkrankheiten und Absperrungs⸗ Maßregeln. 88

Niederlande. 8 Nach einer im „Niederländischen Staatscourant“ vom 19. und

20. v. M. veröffentlichten Bekanntmachung der Minister des Innern

und der Finanzen ist in Abänderung früherer Bestimmungen die Einfuhr von Rindvieh und Schafen aus Deutschland, welche für Schlachtzwecke bestimmt sind, einschließlich des Viehes für die Exportschlächtereien, vom 1. Juli d. J. ab unter nachstehenden Bedingungen gestattet:

1) daß auf dem ersten Zollamt eine von der Obrigkeit des Her⸗ kunftsorts innerhalb der letzten acht Tage ausgestellte Bescheinigung zum Beweise darüber vorgelegt wird:

a. daß die Thiere, deren Alter und Beschreibung zu vermerken sind, sich während der letzten 20 Tage an jenem Orte befunden haben, und 3

b. daß in jenem Orte, soweit es Rindvieh betrifft,

jinnerhalb der letzten 120 Tage keine ansteckende Lungenseuche und innerhalb der letzten 6 Wochen keine Rinderpest und keine Maul⸗ und Klauenseuche, insofern es Schafe betrifft, 1 während der letzten 6 Wochen weder Fälle der Rinderpest, noch der Maul⸗ und Klauenseuche, noch der Schafspocken und ddeer Klauenfäule vorgekommen sind;

2) daß die Thiere auf dem ersten Zollamt durch den Distrikts⸗ Thierarzt oder einen seiner Stellvertreter untersucht und gesund befunden worden sind. Die Untersuchungen haben zwischen Sonnen⸗ auf⸗ und Sonnenuntergang und diejenige der Schafe außerhalb der Viehwagen stattzufinden;

3) daß die Thiere, nachdem sie für gesund befunden worden sind, so schnell als möglich von anderem Vieh abgesondert, mittels Eisen⸗ bahn ohne Umladung in abgesondert verschlossenen und versiegelten Waggons nach dem Bestimmungsort überführt werden, woselbst die Entsiegelung nur in Gegenwart des Distrikts⸗Thierarztes oder eines seiner Stellvertreter geschehen darf;

4) daß die Thiere am Bestimmungsorte unter Polizeiaufsicht so⸗ wohl entladen als auch in Wagen nach dem Schlachthof überführt werden, woselbst sie von anderem Vieh abgesondert gehalten, nur dem Personal des Schlachthofes und den Thierärzten zugänglich sind und innerhalb zweimal 24 Stunden unter Polizeiaufsicht lBeschlachtet wer⸗ den. Die Wagen sind nach dem Gebrauch so schnell als möglich zu reinigen und zu desinfizieren; .

5) daß der Schlachtabfall und der Mist von dem Schlachthof nicht entfernt, sondern auf Anweisung des Distrikts⸗Thierarztes oder eines seiner Stellvertreter unschädlich gemacht wird;

6) daß der Schlachthof nach jedesmaligem Gebrauch so schnell al möglich und soweit erforderlich gereinigt und desinfiziert wird. 8

5 Handel und Gewerbe. Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks 1 an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr sind am 30. v. M. gestellt 13 827, nicht recht⸗ zeitig gestellt keine Wagen. In Oberschlesien sind am 30. v. M. gestellt 4572, nicht recht⸗ zeitig gestellt keine Wagen.

Berlin, 30. Juni. Marktpreise nach Ermittelungen des Königlichen Polizei⸗Präsidiums. (Höchste und e. Preise.) Per Doppel⸗Ztr. für: *Weizen 20,60 ℳ; 18,00 *Roggen 14,50 ℳ; 12,50 Futtergerste 14,75 ℳ; 12,30 ** Hafer, gute 12,80, ℳ8 30 ℳ; 1709ℳ Mitiel⸗Sorte 1690 ℳ; 15,50 geringe Sorte 15,60 ℳ; 14,50 Richtstroh ℳ; ℳ%ℳ Heu ℳ; *„„Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00 ℳ; 25,00 *** Speisebohnen, weiße 50,00 ℳ; 25,00 *** Linsen 80,00 ℳ; 25,00 ℳ. Kartoffeln 8,00 ℳ; 6,00 ℳ. Rindfleisch von der Keule 1 kg 1,60 ℳ; 1,20 ℳ, dito Bauchlleisch

1,30 ℳ; 0,90 ℳ. Schweinefleisch 1 kg 1,60 ℳ; 1,20 Ibfleisch 1 kg 1,60 ℳ; 1,00 Hammelfleisch 1 kg 1,50 ℳ; fleisch ¹ 1,1,00 120: 2,40 ℳ; 1,80 ℳ. Cier 60 Stück ,20 ℳ. Karpfen 1 kg ℳ; Aale 1 kg

ℳ. Zander 1 kg 2,50 ℳ; 1,00 ℳ. Hechte 1 8

ℳ. Barsche 1 kg 1,60 ℳ; 0,80 ℳ. Schleie

1 kg 2,20 1,20 Bleie 1 kg 1,40 ℳ; 0,80 ℳ. Krebse 60 Stück 16,00 ℳ; 2,50, „Ermiktelt von der Zentralstelle der preußischen Landwirthschafts⸗ kammer Notierungsstelle. 8 ** Preise im freien Berliner Verkehr. **—* Kleinhandelspreise.

8

1““

Gestern fand hier in Berlin, wie „W. T. B.“ 3

der Deutschen Bank die Gründung der „Brasilianischen Elektrizitäts⸗Gesellschaft“ statt, welche die von Siemens u. Halske, Aktien⸗Gesellschaft, erworbenen Straßenbahnen in Rio de Janeiro, die Konzession eines ““ ebenda und andere brasilianische Geschäfte zum Zweck ihrer Thätigkeit machen wird. Das Aktienkapital beträgt 5 Millionen Mark. Die Elektrische Licht⸗ und Kraftanlagen A.⸗G. ist an dem Unternehmen hervorragend betheiligt.

Vom oberschlesischen Eisen⸗ und Zinkmarkt be⸗ richtet die „Schl. Ztg.“: Der Geschäftsgang war in der letzten Woche der gleiche wie in der Vorwoche. Die guten Verhältnisse auf dem Eisenmarkt erhalten sich, und der Verkehr auf den Werken bleibt fortgesetzt rege. Trotz reichlicher Verladung aller Eisensorten ist eine Verminderung des Spoezifikationsstandes nicht eingetreten, und da das Drängen der Kundschaft nach eiliger Lieferung nicht nachläßt, so konnten selbst die auf einzelnen Werken stets vorhandenen, an und für freilich unbedeutenden Bestände von inkuranter Waare mehr oder weniger geräumt werden. Allerdings erfolgen die jetzt von statten gehenden Verladungen immer noch auf Grund der zu den früheren niedrigeren reisen zu stande ge⸗ kommenen Verkäufe, und die in der letzten Zeit im Verkauf erzielten höheren Preise kommen noch nicht voll zur Geltung. So günstig also die Lage jetzt im allgemeinen auch ist, so stehen die für die verladene Waare erzielten Erlöse vielfach mit der Lebhaftigkeit des Geschäfts in allen Zweigen der Industrie nicht ganz im Einklange. Die Nach⸗ frage nach Rohzink für prompte Lieferung war in der Berichts⸗ woche lebhaft, und bei den sehr beschränkten Vorräthen mußten die Käufer die Forderungen der Händler (von den Hütten ist npromptes Zink nicht erhältlich) voll bewilligen. Für die späten Termine, für welche die Hütten nur noch die herr cht vor der

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