Ercaminatoren: der Leiter des städtischen Lebensmittel Untersuchungsamts Dr. Schwartz, der nischen Chemie an der Königlichen Te
rofessor der tech⸗ nischen Hochschule
st und der Professor der Botanik an dieser Anstalt
8) Prüfungskommission in Kiel: Vorsitzender: der Konsistorial⸗Rath Florschütz. rofessor der C ofessor der C fessor der Botanik,
der ordentliche laisen, der außerordentliche Dr. Rügheimer und der ordentliche Geheime Regierungs⸗Rath Dr. Reinke. 9) Prüfungskommission in Königsberg i. Pr: Vorsitzender: der Regierungs⸗ und Medizinal⸗Rath Dr. Katerbau. — Examinatoren: der ordentliche Professor der Agrikultur⸗ chemie Dr. Ritthausen, der Vorsteher der Versuchsstation des Ostpreußischen landwirthschaftlichen Zentralvereins Dr. Klien und der eordentliche
aminatoren:
Professor der Botanik Dr.
10) Prüfungskommission in Marburg: Vorsitzender: der Universitäts⸗Kurator, Geheime Ober⸗ Regierungs⸗Rath Steinmetz. Examinatoren: die ordentlichen Professoren der Chemie, Geheimen Regierungs⸗Räthe Dr. und der ordentliche 11) Prüfungskommission in Münster i. W: Vorsitzender: der Ober⸗Präsidial⸗Rath von Viebahn.
der ordentliche Honorar⸗Professor der außerordentliche
incke und Dr. Schmidt
rofessor der Botanik Dr. A. Meyer
Examinatoren: liche Nahrungsmittel⸗Chemie Dr. König, Professor der pharmazeutischen Chemie Dr. Kaßner und der ordentliche Professor der Botanik, Geheime Regierungs⸗Rath Dr. Brefeld.
Beerrlin, den 12. August 1898.
Der Minister chts⸗ und Medizinal In Vertretung:
der geistlichen, Unterri Feohn Weyrauch,
Die Wahl des Professors Dr. Martin Blumner zum Stellvertreter des Präsidenten der Akademie der Künste in Berlin für die Zeit vom 1. Oktober 1898 bis dahin 1899 ist bestätigt worden. - 1
Der bisherige Privatdozent in der philosophischen Fakultät
er Universität Greifswald, Professor Dr. Theo dor Siebs st zum außerordentlichen Professor in derselben Fakultät ernannt worden. u 1““
Ministerium für Landwirthschaft, Domä und Forsten.
1 Der Thierarzt Ernst Bartels ist zum Königlichen Kreis⸗ Thierarzt ernannt und demselben die Kreis⸗Thierarztstelle für und Neustadt a. R. übertragen
die Kreise Nienburg a. W.
Kriegs⸗Ministerium.
Der Premier⸗Lieutenant der Reserve Tress elt ist, unter eberweisung zu der Korps⸗Intendantur des VII. Armee⸗ Korps, zum etatsmäßigen Militär⸗Intendantur⸗Assessor ernannt
Abgereist:
stiz⸗ Ministerium, ch, mit Urlaub
. r Direktor im Ju Ober⸗Justiz⸗Rath Viets
Angekommen:
der Direktor im Justiz⸗Mini
sterium, Wirkliche Geheime Ober⸗Justiz⸗Rath Dr. Lueaszsz. 1
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 16. August.
jestät der Kaiser und König in Wilhelmshöhe den Vortrag des Che G ls der Infanterie von Hahnke.
Seine Ma ute Vormittag
gust wird auf Allerhöchsten Befehl Seine Kaisers und K. chtniß der im Jahre 1870 in der rivat gefallenen 128 Offiziere und e große F-⸗Glocke der
Am 18. Au Majestät des wie alljährlich, zum Gedä Schlacht bei St. P 2313 Mannschaften d Kaiser Wilhelm⸗
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Lönigs um 7 Uhr Abends,
es Garde⸗Korps di Gedächtnißkirche geläutet
Zu verlässiger Na
mit Spanien verfü fen von New Y inen entfernt worden.
chricht zufolge sind die infolge des Krieges gten Einschränkungen des Verkehrs im 1. d. M. aufgehoben und die
Baden. Ihre Königlichen Hoheiten der Gro „Karlsr. Ztg.“ zufolge, Davos, wo Höchst⸗ inau begeben. Die d. M. Abends.
Großherz am 12. d.
haben, der verlassen und dieselben übernachteten, nach Schloß Ma Ankunft daselbst erfolgte am 13.
Deutsche Kolonien.
en des Kaiserl tafrika 2
Nach Meldun
1] rneurs von Deutsch
ichen Go Juli
damals im Schutzgebiete überall Ruhe und Frieden. Der
eldzug gegen die Aufrührer im Norden war völlig beendet.
En Bahn war bis zum Khanfluß fertiggestellt und machte einen durchaus hefriedigenden Eindruck. — Die im vorigen Jahre nach Deutsch⸗Südwestafrika eingeführten Maulthiere haben sich im allgemeinen gut bewährt. Der größere Theil hat zum iehen, der Rest zum Reiten Verwendung gefunden. Von der Nehen, dar sind sie vor der Hand nicht berührt worden.
Im Schutzgebiet Kamerun sind im Frühling durch den M'pangwe⸗Stamm der Sassongo und seine Verbündeten bei Campo leichte Unruhen verursacht worden. Als auf die Nachricht davon die Kaiserliche Schutztruppe nach Campo ge⸗ chickt wurde und die Ruhestörer angriff, haben diese nach schekcdng Widerstande die Flucht ergriffen. Man erwartete Anfang Juli Friedensverhandlungen.
Ueber die Bane⸗Bule Expedition berichtet der Kom⸗ mandeur der Schutztruppe in Kamerun, Hauptmann von Kamptz unter dem 22. Mai d. J. im „Deutschen Kolonial⸗
blatt“ Folgendes:
Am 18. Dezember 1897 begab ich mich mit den neu heraus⸗ gekommenen Unteroffizieren Klein, Luck und dem Lazarethgehilfen Steffens sowie 21 farbigen Soldaten an Bord S. M. S. „Ha bicht“, um mich über Kribi zu meiner im Banegebiet stehenden Truppe zu begeben. Am 19. erfolgte die Ausschiffung, am 21. der Ab⸗ marsch ins Innere. Weihnachtsabend erreichte ich Tungadorf, am zweiten Weihnachtsfeiertag die Station Lolodorf. Der stellvertretende Stationsleiter Sergeant Liebert war, von einer Schlange gebissen, noch Rekonvalesent, der zweite weiße Unteroffizter lag am
ieber darnieder. Der allgemein politische Zustand war nicht günstig. He Bulistämme der Sakois und Jenjoks hatten kurz vorher mehrere große Karawanen bei Bipindi ausgeplündert, und allerorts kamen einzelne Raubanfälle vor. Erst hier in Lolodorf erhielt ich über die betreffenden Bulis zutreffende Nachrichten. Zwei von dem Sakoi⸗ stamm gefangene Yauͤndeleute waren aus ihrer Gefangenschaft ent⸗ wichen und meldeten sich bei mir; durch sie erhielt ich Aufschluß über die ungefähre Lage der Räubernester, die Namen und Zahl der Häuptlinge und Stämme. Als Führer erklärten sie aber nicht dienen zu können, da sie ihre Flucht unter Vermeidung von allen S quer durch den Urwald ausgeführt hatten. Die Angaben des
ezirksamts Kribi und des Herrn Zenker in Bipindi waren sehr allgemein und ungenau. Auch der Häuptling Tunga gab an, nur über die allernächsten Bulistämme Bescheid zu wissen, ver⸗ sprach aber, einen Führer zu besorgen. Wie sich später heraus⸗ stellte, war auch dieser unzuverlässig, und war man im weiteren Verlauf meist auf eigene Orientierung angewiesen. Die Unterbringung der Weißen auf der Station Lolodorf war zur Zeit eine schlechte. Infolge der kriegerischen Ereignisse waren Neu⸗ bauten nicht möglich gewesen, und war auch die Ausbesserung der baufälligen Gebäude aus gleicher Veranlassung unterblieben. Infolge⸗ dessen wohnte ich, auch späterhin die Offiziere und die Mehrzahl der weißen Unteroffiziere, während unseres dortigen Auf⸗ enthalts im Zelt. Die in der Nähe von Lolodorf wohnenden Häuptlinge Bambam und Banjok versahen mich mit neuen Trägern, und konnte ich am 30. Dezember über Njenne nach dem großen Genoadorfe Okalenschama aufbrechen, welches ich am 31. Mittags erreichte. Hier trafen mich am Neujahrstag die Verwundeten und Kranken der Expedition unter Führung des Oberarztes Dr. Lichten⸗ berg. Am 2. Januar kehrte ich von dem über Mbenga bhinaus unternommenen Weitermarsch nach Okalenschama wieder zurück, da ich unterwegs die Nachricht vom Anrücken des Premier⸗Lieutenants Freiherrn von Stein erhielt.
Am 3. Januar 1898 traf die Truppe ein, und ich übernahm das Kommando. Am 4. und 5. wurde die Truppe neu formiert und ein⸗ getheilt. Nach Meldung des Premier⸗Lieutenants Freiherrn von Stein war im Banegebiet alles ruhig und geordnet, alle Stämme hätten sich unterworfen und versprochen, die ihnen auferlegten Be⸗ dingungen zu erfüllen. Premier⸗Lieutenant Freiherr von Stein war auf die Nachricht meines Anmarsches, die er noch im Banegebiet erhielt, mir entgegengeeilt, um mir die gesammte Truppe zur Unterwerfung der Bulis zur Verfügung zu stellen. Am 6. erfolgte der Abmarsch nach Lolodorf, welches am 7. Mittags erreicht wurde. Die Expedition verblieb hier bis zum 12. Es erfolgte das Ordnen und Zusammenstellen der Lasten, Nachbestellungen mußten gemacht werden, und innere Truppen⸗ und Stationsangelegenheiten fanden ihre Erledigung. Verhältnißmäßig schwer war die Beschaffung der nöthigen Träger, da alle Ngumbaleute die Bulis ungemein fürchteten. Durch Vermittelung der Ngumba⸗ Häuptlinge Tunga, Mabeamann, Bo, Banjok und anderer trafen am 11. Januar die nöthigen Träger ein, sodaß am 12. der Abmarsch zur Unternehmung gegen die Bulis erfolgen konnte.
Die Eintheilung war folgende: Stab: Hauptmann von Kamptz, Oberarzt Dr. Lichtenberg, Lazarethgehilfe Baumann, fünf farbige Chargen als Ordonnanzen; 1. Komvagnie: Second⸗ Lieutenant Nolte, Unteroffizier Luck, 80 farbige Cbargen und Soldaten; 2. Kompagnie: Premier⸗Lieutenant Freiherr von Stein, Sergeant Bauch, 79 farbige Chargen und Soldaten; Unteroffizier Klein als Expeditionsmeister mit 140 Trägern. In Lolodorf verblieb als stellvertretender Stations⸗Chef Sergeant Rückert, da Sergeant Liebert zur Wiederherstellung seiner sehr angegriffenen Gesundheit mit nächster Gelegenheit zur Küste zurückkehren mußte, ferner der zur Zeit stark am Fieber leidende Unteroffizier Laube und zur Pflege der in Lolodorf zurückgelassenen Verwundeten und kranken Soldaten der Lazarethgehilfe Steffens. Der Expedition schlossen sich ferner an die oben genannten Gumbahäuptlinge Lieutenant Freiherr von Stein wurde mit der Wegeaufnahme beauftragt. Am 12. erreichte die Expedition Epussi, am 13. Tungaderf. nmm
kamen die den Bulis benachbarten Mfanhäuptlinge Babanse und Goma von dem linaken Lokundje⸗Ufer; dieselben baten um Frieden und versicherten ihre unbedingte Unterwerfung. Von ihnen er⸗ fuhren wir, daß die in Frage kommenden Bulis, nämlich der größere Theil der Sakois und der Jenjoks, uns zum Kampf erwarteten, und viele andere Einzelheiten. — Zum Einmarsch in das Buligebiet standen drei Wege zur Wahl: der erste führt von der Regierungsstraße ungefähr sechs Stunden südwestlich von Bipindi durch den größeren Wald nach der am weitesten nach Westen vorgeschobenen Niederlassung der Sakois. Weg ebenso wie die Niederlassungen sind noch neu. An der Stelle, wo dieser Weg von der Regierungsstraße abgeht, waren die großen Ueber⸗ Fälle der Karawanen in letzter Zeit erfolgt. Nach übereinstimmenden JNachrichten sollten hier stets Bulileute auf der Lauer liegen. Der zweite Weg führt von Bipindi durch mehrere Gumbadörfer in süd⸗ licher Richtung in das Buliland. Auch auf diesem Wege erwarteten uns augenscheinlich die Bulis. Der dritte Weg geht direkt von Tunga in südlicher Richtung ab, derselbe ist sehr schlecht und ver⸗ wachsen. Er überschreitet den Lokundje an einer Stelle, wo der Fluß eine Menge von Armen bildet, und geht über die Dörfer der Mfans direkt nach dem Dorfe des gefürchteten Sakoihäuptlings Bejong.
Am 14. Januar wurde Premier⸗Lieutenant Freiherr von EFtein nach Bipindi entsandt, um dort ein Depot für die weiteren Operationen anzulegen und die Soldaten zu inspizieren, welche ich schon früher auf Ansuchen des Herrn Zenker dort stationiert hatte. Der Abmarsch von Tungadorf verzögerte sich wegen plötzlicher Erkrankung von zwei Weißen um einen Tag. Er erfolgte am 16. früh auf dem Higeenaten Wege. Wir erreichten nach anstrengendem
arsch den kleinen Mfanort Mabona auf dem linken Lokundje⸗ Ufer, wo Quartier bezogen werden mußte. Am 17. führte der Weg zuerst den Lokundje aufwärts und dann südlich abbiegend nach dem großen Mfandorfe Minjue des Häuptlings Babanje. Die sehr zahl⸗ reiche Bevölkerung war im Orte geblieben und brachte viele Lebens⸗ mittel und Vieh. Auch wurde bereitwillig ein Führer gestellt, der aber ebenso wie der von Tunga gebrachte nach einigen Tagen versagte. Früh morgens am 18. Januar wurde auf schmalem Buschwege der Marsch nach Bejong angetreten. Wir kamen dort sehr über⸗
Premier⸗
raschend an, die Eingeborenen waren gerade mit Räumung der
Häuser beschäftigt und ließen nun Geräthe und Lebensmittel im
Stich, ohne Widerstand zu leisten. Erst die sofort in füdlicher und in westlicher Richtung ausgesandten Patrouillen erbielten Feuer. Auffallend war die geringe Zahl von Männern. Drei von den “ gefangene Weiber, darunter ein Weib des Häuptlings, agten aus, die meisten Männer seien vor längerer Zeit ausgezogen“ Hiernach war eine Versammlung der Bulis bei Bipindi wahrscheinlich. Da der Ort nur schwach besetzt war, so entsandte ich am anderen Morgen den Unteroffizier Luck mit 12 Soldaten dorthin mit dem Auftrage, bis auf weiteres dort zu verbleiben. Gleichzeitig erhielt Lieutenant Nolte mit zwei Zügen den Befehl, in südlicher Richtung, und Premier⸗Lieutenant Freiherr von Stein, mit drei Zügen in westlicher Richtung mindestens bis zum Kiange vor⸗ zugehen. Lieutenant Nolte kehrte am Abend desselben Tages zurück. Er hatte erst am Kiango Widerstand Fenden und denselben gebrochen. Der Feind hatte Verluste, sechs Dörfer waren zerstört und Kleinvieh erbeutet. Premier⸗Lieutenant Freiherr von Stein kam erst am 20. Mittags zurück. Er war sechs Stunden in westlicher Richtung marschiert. Nach Ueberschreitung des Kiangoflusses war er bei dem großen Dorfe Quamalumba auf beftige Gegenwehr gestoßen, drei Soldaten waren schwer verwundet. Die Bulis waren nicht ge⸗ folgt, doch hatten sie ihre Stellung behauptet. Infolgedessen mar⸗ schierte die gesammte Expedition Tags darauf auf dem Wege nach Quamalumba ab. Zwei der gefangenen Weiber, die nicht marschfähig waren, wurden in Bejong zurückgelassen, die Flau des Häuptlings diente freiwillig als Führerin, da sie den benachbarten Stämmen die Schuld an dem Kriege beimaß. Die Herstellung des zerstörten Ueber⸗ ganges über den Kiangofluß und die vorgerückte Stunde nöthigten zum Verbleiben in dem schon vorher zerstörten Oite Kangasana. An diesem Tage fielen nur einzelne Schüsse. Am 22. wurde bei Tages⸗ anbruch der Kiango überschritten und der Vormarsch angetreten. Die Kompagnie Nolte hatte die Avantgarde. Da die Trägerkolonne auf dem engen Wege nur langsam vorwärts kommen konnte und der Marsch durch weitere größere Wasserläufe aufgehalten wurde, so eilte ich mit der Avantgarden⸗Kompagnie kurz voraus. Unweit der Farm Quamalumba erhielten wir heftiges Feuer von der linken Seite, das erwidert wurde. Unmittelbar darauf wurde weitermarschiert, da der Feind nach der Feuerabgabe gewichen war. Als wir dann die um⸗ fangreichen Farmen der Ottschaft erreichten, entspann sich hier ein anhaltendes Feuergefecht, in welchem langsam aber stetig der Feind zurückgedrängt wurde. Die großen, durcheinander liegenden Baum⸗ stämme mit ihren Aesten bildeten im Verein mit der Vegetation ein Hinderniß, welches einen Anlauf mit der blanken Waffe ausschloß und zu dieser Kampfart nöthigte. Infolge dieses Umstandes ist auch der Verlust des Feindes nicht festzustellen, da alle Getroffenen fort⸗ geschleppt werden konnten. Nur Blutspuren gaben Anhalt. Diesseits wurden drei Soldaten verwundet. Noch vor Eintreffen der zweiten Kompagnie wich der Feind, von starken Patrouillen verfolgt. In den beiden folgenden Tagen wurde von hier aus die ganze Umgebung durchstreift. Hierfür wurde nunmehr der größere Theil der Besatzung von Bipindi wieder herangezogen, da Quamalumba an die Ngumba⸗ landschaft grenzt.
Am 25. Januar wurde das Lager nach einer etwa eine Stunde weiter westlich gelegenen größeren Ortschaft gleichen Namens verlegt. Diese bot durch ihre Lage, Farmen und guten Häuser Vortheile. Hier erfolgte von den Bulis gegen 11 Uhr Vormittags von zwei Seiten ein heftiger Angriff auf das Lager. Obschon nur zwei Züge zur Stelle waren, die vier anderen befanden sich auf Streif⸗ patrouillen, wurde der Feind nach ungefähr †stündigem Feuergefecht unter Verlust zurückgeworfen. Die sofort nachdringenden Patroutllen beschleunigten seine Flucht. Diesseits war ein Soldat verwundet. An demselben Morgen hatte die ostwärts entsandte Patrouille Erfolg gehabt, sie hatte einen Zufluchtsort der Eingeborenen anfgestöbert, und drei Bulis waren bei dem sich entspinnenden Kampfe gefallen. Ein Soldat wurde hierbei schwer verwundet. Am 26. erhielten nur die Patrouillen Feuer.
Zur Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers wurde von den im Lager 8ssxe⸗ drei Zügen unter präsentiertem Gewehr das Hurrah auf Seine Majestät den Kaiser ausgebracht, und erhielten alle Soldaten den für diesen Tag mitgeführten Reis, Taback und etwas Rum. Die an demselben Tage nördlich entsandte Patrouille hatte nur einige Schüsse gewechselt. Hingegen war die westnordwestlich vorgetriebene Patrouille des farbigen Unteroffiziers Boari auf heftigen Widerstand geftoßen. Boari mußte nach längerem Gefecht zurückgehen, ohne eine hochgelegene, scharf vertheidigte Ortschaft nehmen zu können. Daher rückte ich am 28. Januar frühmorgens mit allen verfügbaren Mannschaften, zwei Zügen der ersten und einem Zug der zweiten Kompagnie, dazu Lieurenant Nolte und Ober⸗ arzt Dr. Lichtenberg in dieser Richtung ab. Nach 4 ⅛stündigem Marsch und Passieren von drei Ortschaften erreichten wir den auf hohem steilen Berge gelegenen Ort. Wir fanden ihn von den Eingeborenen geräumt. Einzelne zurück⸗ gebliebene Leute wurden durch Feuerabgabe schnell verscheucht. Wahr⸗ scheinlich war der Verlust des gestrigen Tages die Veranlassung zur Aufgabe der Gegenwehr. Nach Aussagen der Ngumbaleute war dies der frühere Ngumbaort Matemape. Von den Bulis wurde er nach dem Häuptling Wellekuma genannt. Von hier aus wurde in den folgenden Tagen die nächste Umgebung von Feinden gesäubert. 3
Am 31. Januar wurde durch eine starke Streifpatrouille der in Westnordwest etwa vier Stunden entfernt liegende Ort Missimanje genommen. Hierbei wurden mehrere Bulis erschossen und ein Soldat schwer verwundet. Der Ort Mümani⸗ liegt schon in der großen Niederung, welche westlich der Matemapeberge beginnt, und ist die am weitesten nach Westen vorgeschobene Ansiedelung. Die Farmen sind noch neu und liefern infolge dessen wenig Nahrungsmittel. Die Bulis hatten nach der Einnahme von Missimanje den offenen Widerstand aufgegeben und hatten sich in ihre Verstecke im Busch zurückgezogen. Zur Anlage ihrer Verstecke hatten sie kine Mühe gescheut. So waren namentlich nach der Seite nach Bipindi und nach dem Regierungswege, von der wir erwartet worden waren, neue Wege angelegt, welche tagelang im Kreise herumführten. Durch das zu beiden Seiten des neu angelegten Weges aufgeschichtete Gestrüpp waren die Eingänge der eigentlichen Pfade, welche zu den in Schluchten und Sümpfen ver⸗ steckten Zufluchtsorten führten, sorgfätig verborgen. Ihre Weiber und den werthvolleren Besitz, wie Vieh und dergleichen, hatten die Eingeborenen zu verwandten Stämmen tageweit ins Innere ge⸗ schickt. Unter diesen Verhältnissen konnte nur eine dauernde Besetzung der großen Dörfer mit ihren Farmen und ein reger ununterbrochener Patroagillengang die Eingeborenen mürbe machen. Daher verblieb die Truppe in ihrer Theilung, und zwar: Stab und erste Kompagnie in Matemape, ein Zug in Missimanje. Zweite Kompagnie und Lazareth in Quamalumba, ein Zug in der zuerst erreichten Ortschaft Quamalumba. So vertheilt, verblieb die Truppe bis zum 15. Februar. In den ersten Tagen des Februar kamen nur kleinere Zusammenstöße vor. Hierbei wurden zwei Soldaten verwundet. Am 5. wurde von einer Patrouille der einzige Sohn des alten Sakothäuptlings Ndum gefangen eingebracht. Da mir bekannt war, daß Ndum nicht mitgefochten hatte, ließ ich seinen Sohn nur in leichten Gewahrsam nehmen. Beim Friedensschluß ent⸗ lassen, schloß sich derselbe freiwillig der weiteren Expedition an. Er befindet sich zur Zeit in Kamerun. Inzwischen hatte es sich durch übereinstimmende Aussagen von verschiedenen angehörigen Stämmen herausgestellt, daß der in der Nachbarschaft von Tunga auf dem rechten Lokundie⸗Ufer wohnend Häuptling Kanne einen sehr thätigen Antheil an den Unruhen ge⸗ nommen hatte. Allerseits wurde Kanne als Anstifter und Aufhetzer bezeichnet. Die am 8. Februar nach Kanne entsandte Patrouille, welche den Häuptling fangen sollte, fand heftige Gegenwehr. Hierbei fielen acht Eingeborene. Auch der Hiuptling wurde erschossen. dec Rückkehr dieser Patr ouille ließen die Bulis ihre Unterwerfung dur die Mfanleute anmelden. Am 14. erschien der Sakoihäuptling Be⸗ jong, zwei Gesandte des Sakoihäuptlings Ndum und fünf Jenjok⸗ häuptlinge mit vielen Leuten. Sie versicherten ihre Unterwerfung
und versprachen, sich allen Bedingungen zu fügen. Nicht erschienen
waren die Sakoihäuptlinge Wellekuma und Missimanje. Bejong gab an, daß er seit dem Gefecht jede Verbindung mit denselhag . loren hätte. Er würde sie suchen lassen; doch würden dieselben vor fünf Tagen wohl nicht erscheinen können. Außer diesen beiden fehlt noch der Jenjokhäuptling Mavu. Als Friedensbedingung wurde den Bulis, neben dem in erster Linie geforderten persönlichen Er⸗ scheinen aller Häuptlinge, die Reinigung des Regierungsweges von Bipindi, nach Kribi auferlegt. Außerdem mußten sie ins⸗ gesammt 70 Stück Vieh bezahlen. Mit der Reinigung dieses Weges, der bereits wieder sehr verwachsen und durch umgestürzte Baumstämme vielfach versperrt war, mußte in 14 Tagen begonnen werden. Da es im Interesse des Gouvernements lag, daß die Buli⸗ sache in der Nähe der großen Straße möglichst bald und rund zum Abschluß kam, gab ich den Bulis bekannt, daß die Truppe erst bei vollständiger Zahlung ihr Land verlassen würde. Für die Ausführung der Wegearbeit sollte eine von mir noch zu bestimmende Anzahl von Geiseln haften. Vorerst wurde den Bulis nur ein Waffenstillstand bis zum 2. März bewilligt. Diesen Verhandlungen wohnten viele Ngumba⸗ und Mfanhäuptlinge bei. Alle, auch die Bulihäuptlinge, verblieben Nachts im Lager.
Am 15. Februar wurde die zweite Kompagnie hierhin heran⸗ gezogen, da es in Quamalumba anfing, an Nahrungsmitteln zu fehlen. Hier gewäͤhrleisteten die verschiedenen Farmen, die militärisch be⸗ wacht wurden, für längere Zeit ausgiebige Verpflegung. Der Ort Matemape liegt sehr hoch auf einem nach Westen steil abfallenden Gebirgsstock, der sich im allgemeinen wohl an 200 m über das westlich liegende Berg⸗ und Hügelland erhebt. Nördlich findet dieser Gebirgsstock seinen Abschluß in den mächtigen Erhebungen der Bakokoberge. Nach Süden zu scheint er in mehreren steilen Gebirgsruüͤcken zu verlaufen. Von dem Orte Matemape aus erblickt man bei klarem Himmel in weiter Ferne zwei auffallend geformte Bergkuppen, die in der Nähe von Lolodorf liegen. Daber eignet sich dieser Platz zu einer geogra⸗ phischen Aufnahme, und ich ließ den Platz selbst und eine oberhalb des Dorfes gelegene Kuppe durch Träger und Soldaten während des Waffenstillstandes freischlagen. Premier Lieutenant Freiherr von Stein wurde beauftragt, Peilungen anzustellen und diesen Punkt behufs Ortsbestimmungen in Aussicht zu nehmen. Am 20. Februar Abends erschien der Häuptling Wellekuma und Tags darauf der Häuptling Missimar je. Am 22. kam der Häuptling Bejong, der noch nicht erschienene Jenjokhäuptling Mavu und andere. Sie brachten Anzahlungen und baten um längere Zahlungsfrist, da sie ihr Vieh sehr weit weggetrieben hätten. Der Sakoihäuptling Fejong zeigte an, daß er bereits morgen mit seinen Leuten zum Re nigen des Regierungsweges abmarschiere, was sich als richtig herausstellte. Auch Missimanje und Wellekuma brachten Theilzahlungen in Gummi und Elfenbein. Am 2. März schloß ich mit allen nunmehr anwesenden Häuptlingen endgültig Frieden, mußte aber in den folgenden Tagen noch Maßregeln gegen säumige Zahler ergreifen. Auch mußten die Jenjoks zur Wegearbeit angehalten werden.
März sandte ich Lieutenant Nolte zum Antritt seines Erholungsurlaubs mit den Kranken und Verwundeten zur Küste. Lazarethgehilfe Baumann und Unteroffizier Luck waren dem Transport angeschlossen. Am 7. März meldete mir der auf dem Marsche nach Yaunde befindliche Premier⸗Lieutenant Dominik, daß etwa 100 Bulis an dem Regierungswege arbeiteten. In den folgenden Tagen liefen die Restzahlungen ein. So wurde rotz verschiedener neuer Pockenerkrankungen der Abmarsch am 12. März nach Bipindi angetreten. Wegen der zahlreichen Kranken konnten nur kleine Märsche gemacht werden, und ich enutzte diesen Umstand zu einem Abstecher in Begleitung von ünf farbigen Soldaten zu dem Bakokohäuptling Pekim. Pekim wohnt auf dem rechten Lokundje⸗Ufer, etwa drei Stunden unterhalb on Bipindi. Dieser Häuptling hatte bisher, eingedenk älterer Sünden, ede Berührung mit Regierungsangehörigen zu vermeiden gewußt.
b Vorher durch seinen Schwiegersohn, den Häuptling Tunga, verständigt,
daß er nichts zu fürchten habe, erwartete mich Pekin in seinem
1 Dorfe, versicherte seine Ergebenheit und brachte reiche Geschenke. Er
hatte für den folgenden Tag alle seine Unterhäuptlinge und Leute zu meiner ve zusammengerufen. Ich fand mehrere hundert Bakokos versammelt, die alle ihre Unterwerfung durch Geschenke und Versicherung zum Ausdruck brachten. ekim erhielt neben dem angemessenen Gegengeschenk für sich und eine Leute die erbetene dent he Flagge und den Schutzschein. Er versprach, nunmehr stets ein treuer Anhänger des Gouvernements zu sein. Von Pekim begab ich mich direkt nach Tungadorf Hier hatte inzwischen die Expedition unter Führung des ältesten Offiziers Quartier bezogen Die Kranken und der allgemeine Gesundheits⸗ zustand der Truppe, der durch die schlechte Unterkunft in Matemape gelitten hatte, nöthigten zu mehrtägigem Aufenthalt. — Am 19. März passierten hier zwei weiße Kaufleute von den Firmen der Küste durch, welche sich in das Hinterland von Bane begeben wollten. An dem⸗ selben Tage kam auch die Nachricht von dem Anmarsch des Lieute⸗ nants von Glisczinski. Derselbe traf am 31. Mittags ein. Während des Aufenthalts in Tunga war es mir vergönnt, zum ersten Male mehrere Leute des bisher nur dem Namen nach bekannten Freexees der Bakellis zu sehen. Die Bakellis bewohnen den west⸗ chen Urwaldgürtel und kommen hauptsächlich im Ngumba⸗, Bakoko⸗ und Buligebiet vor. Nach wiederholter Aufforderung brachte mir Tunga einen Häuptling und sieben Männer dieses Volkes. Ich habe die Körpergröße dieser acht Leute gemessen, die von 1,45 bis 1,60 m variiert. Die Bakellis haben sich augenscheinlich schon vielfach mit anderen Stämmen gemischt, nur bei den kleinsten Männern war die hellere, beinahe gelbe Hautfarbe und die eckigen, starkknochigen Gesichter zu bemerken. Schon während meines Aufenthalts in Matemape war von einer Patrouille ein Bakelliweib und ein Knabe ergriffen worden. Nur der Knabe schien von reiner Rasse zu sein. Beide entwichen, absichtlich nicht streng bewacht. Späterhin kaufte ich in Lolodorf von einem Ngumbahäuptling ein ausgewachsenes Bakellimädchen frei, dasselbe ist 1,24 m groß; ich habe es behufs Messungen und Abbildung nach Kamerun gebracht. Die Bakellis sollen fleißige Gummisammler und Jäger sein, trotzdem werden sie von den anderen Stämmen verachtet und werden kaum als Menschen angesehen. Die oben erwähnte Bakelligesandtschaft entließ ich beschenkt, nachdem ich ihnen gesagt, daß sie ihre bisherige Scheu vor Weißen ablegen sollten. Außer diesen Leuten kamen noch Ge⸗ sandte von den Fhrbr⸗ einem Yaundestamm, welcher nördlich von ain- zwischen Gum m 23. März erfslgte der Abmarsch von Tungadorf auf einem von Tunga auf meine Veranlassung neu angelegten Wege. Diese Straße geht nördlich des alten Reälterungsmreaes über Ngobaiang und bietet den Vortheil, daß keine jähen Steigungen vorkommen. Am März wurde die Station Lolodorf erreicht. Während der Abwesenheit der Expedition hatte der Bulistamm der Jewols, der zwischen Lolodorf und der Missionsstation Eboloa wohnt, seine Unterwerfung angezeigt und hatte den Weg nach Eboloa aus eigenem Antrieb beinahe fertig gereinigt. Die Bane und Kame⸗ Paundes hatten dagegen die ihnen vom Premier⸗Lieutenant Freiherrn von Stein auferlegten Bedingungen, namentlich in Bezug auf den . nicht innegehalten, hatten aber melden lassen, daß sie bei iedereintreffen der Expedition in Lolodorf sofort zahlen würden. Nach unserer eeaet wurde daher eine Patrouille unter Führung eines zuverlässigen farbigen Unteroffiziers über Genva nach Bane gesandt, um die Eingeborenen zur Fefüdngg ihrer Verpflichtungen anzuhalten. Nach Eboloa ging vecHctig ah chreiben an die dortige Mission ab mit der Anfrage, ob die 2 ission irgend⸗ wie bedroht sei und ein Eingreifen seitens der Truppe zum Schutz derselben nöthig werde. Am 27. März trafen der Büchsenmacher immermann und der Unteroffizier Staadt, von Füacehe kommend, ein mit der Meldung des Premier⸗Lieutenants Dominsk betreffs Ueber⸗ nahme der Yaundestation. Während des Aufenthalts in Lolodorf kamen beinahe täglich Häuptlinge aus der weiteren Umgebung, die ihre Unter⸗
werfung anzeigten und inte brachten. So erschienen zum ersten
ale auf der Station Häuptlinge aus den Landschaften Mapoa, Quambo und Ngaobaiang. Ferner erschienen die Genoa äuptlinge, um
as und Bakokos wohnt. .
ihre Friedfertigkeit zu versichern, und viele Häuptlinge der Buli⸗Jewols. Am 2. April kam die Antwort der Mission Ebolga, aus “ ging, daß ein Einschreiten der Truppe zur Zeit nicht erforderlich sei.
m 6. pril kam die nach Bane entsandte Patrouille zurück, begleitet von etwa 150 Banes und Kama⸗VYaundes, die Theilzahlungen in Vieh brachten. Häuptling Mune⸗ begleitete sie. Er übergab mir die Söhne von vielen mächtigen 2 anehäuptlingen mit der Bitte, sie als Diener für mich und meine Offiziere zu verwenden. Gleichzeitig bat er um weiteren Aufschub der Zahlungen. Unter diesen erhältnissen nahm ich von einem nochmaligen Einschreiten im Banegebiet Abstand und übertrug die Regelung der weiteren Zahlung dem Stationschef Premier⸗Lieutenant Freiherrn v. Stein.
Am 7. April erfolgte die Eintheilung der Truppe, und zwar: Als Expeditionstruppe Hauptmann von Kamptz, Lieutenant von Gliseczinski, Feldwebel Bauch, Büchsenmacher Zim mermann, 116 farbige Chargen und Soldaten, in vier Zügen rangiert.
Lieutenant von Glisczinski wurde mit der Wegeaufnahme beauf⸗
tragt. Zur Besetzung von Lolodorf verblieben: Lieutenant Freiherr von Stein, Sergeant ückert, Unteroffizier Hensel, 50 farbige Chargen und Soldaten. Oberarzt Dr. Lichtenberg begab sich, da seine Gesundheit sehr an⸗ gegriffen war, mit dem gleichfalls sehr kranken Sergeanten Staadt und zwölf farbigen Soldaten von Lolodorf direkt zur Küste.
Am 8. April verließ die Expeditionstruppe Lolodorf und gelangte an demselben Tage nach Epossi. Von hier aus wurde in südlicher Richtung der Marsch nach Mapoa angetreten. Da die Eingeborenen vorher von dem Durchmarsch verständigt waren, hatten sie überall die schmalen ScJv auf 3 m Breite ausgehauen. Sämmt⸗ liche kleinere Wasserlaͤufe waren gut überbrückt, sodaß ich die meisten dieser Uebergänge zu Pferde passieren konnte. Das Ueber⸗ setzen über den Lokundje bei dem Dorfe Ogan erfolgte durch zwei von Eingeborenen bereitgestellte Kanus, erforderte aber bei der Kleinheit der sesbneeng⸗ und der starken Strömung des sehr angeschwollenen Flusses viel Zeit. In späterer Stunde erreichten wir daher den Ort Mapoa in der gleichnamigen Landschaft. Hier erwarteten uns die versammelten Häuptlinge der Landschaft, brachten die üblichen Geschenke und baten um Entscheidung in inneren Streitigkeiten. Die Landschaft Mapoa ist vom Ngumbastamm bewohnt, sie ist gut angebaut und stark bevölkert. Viele große Wasserläufe durchziehen sie, dem Lokundje zuströmend. Am 10. führte uns ein kurzer Marsch nach dem Orte Goma, wo wir an diesem Tage verblieben. Hierhin kamen uns schon die äuptlinge des angrenzenden Mfanstammes entgegen, die sich zur Fei der kriegerischen Unternehmung gegen die Bulis unter⸗ worfen hatten. Am 11. April gelangten wir nach gleichfalls kurzem Marsche und Passieren von mehreren großen Mfandörfern nach dem Orte Kum, wo wir die Nacht verblieben. Der Häuptling dieses Dorfes hatte sich schon früher der Expedition freiwillig angeschlossen und hatte durch seine Vermittelung bei dem Friedensabschluß mit den Sakois und Jenjoks Dienste geleistet. Auch waren von ihm Träger gestellt. Kum liegt am Kiango. Der Fluß ist dort etwa 40 m breit und war zur Zeit tief und sehr reißend. Wir überschritten ihn am 12. April auf einem bei⸗ nahe zwei Fuß uͤberflutheten Baumstamme. Dann führte, ein schmaler verwachsener Buschweg, dem Flußlauf folgend, durch viele kiefe Wasser⸗ löcher und todte Arme in südlicher Richtung. Nach abermaligem Passieren eines etwa 30 m breiten, sehr tiefen Wasserlaufs mit sehr steilen Ufern kamen wir in das schon früher durchstreifte Gebiet der Jenjoks und fanden gegen 5 Uhr Abends in dem großen geräumigen Jenjokdorf Mavu Unterkunft. Der Häuptling und die meisten Männer dieses Dorfs waren zu der Arbeit am legierungswege fort⸗ Fegangen; es empfing uns der mir bekannte Sohn des Häupt⸗ ings. Alle Frauen und Kinder verblieben im Dorf und wurden reiche Geschenke gebracht. Am 13. April gelangten wir nach kurzem Marsch nach dem Orte Kienge, wo wir die Nacht verblieben. Hier kamen uns Gesandte aus Komaka entgegen, die versicherten, daß der ganze Stamm der Jemejeme sich unterwerfe und keinen 1. wolle. Der Jemejeme⸗Stamm ist sehr zahlreich und reicht westlich bis zum Mabeagebiet. Nach geringem Marsch erreichten wir am 14. April das große Jemejemedorf Komaka des Häuptlings Ngummajo. Von hier ist die Missionsstation der amerika⸗ nischen Baptisten Efulen zehn Minuten entfernt. In Komaka wurde das Lager aufgeschlagen. In der Mission befanden sich zur Zeit drei Missionare mit zwei Frauen und zwei Kindern. Hier erfuhr ich, daß im Hinterlande von Campo alles ruhig sei. Nur einige Häuptlinge auf dem Wege nach Groß⸗Batanga machten Schwierigkeiten, doch seien bis jetzt die Missionskarawanen, welche von Weißen geführt, stets ungehindert passiert, andere dagegen ge⸗ plündert worden. Die von mir angebotene Stationierung einer Schutztruppe und weiterer militärischer Schutz wurde von der Mission dankend abgelehnt. In den folgenden Tagen be⸗ stellte ich alle Häuptlinge der Jemejeme zum Palaver nach Komaka. Am 17. und am 21. April fanden die Unterwerfungen statt, zu denen sämmtliche Häuptlinge erschienen waren. Ich eröffnete denselben, daß nur ihr jetziges freiwilliges Erscheinen mich davon ab⸗ halte, die Schuldigen streng zu bestrafen. Alle Häuptlinge versicherten nunmehr, sich jeder Störung der Straße in Zukunft zu enthalten. Als sichtbares Zeichen der Unterwerfung befahl ich den Häuptlingen, die Straße von Komaka nach Groß⸗Batanga bis zur Mabeagrenze auf 3 m breit fegizuschlagen, und erklärte, daß ich vor Beendigung dieser Arbeit ihr Gebiet nicht verlassen würde. Der Lebens unterhalt während dieser Zeit für die ganze Expedition sei unentgeltlich zu liefern. Am 23. April erfolgte von Komaka der Abmarsch in westlicher Richtung zur Küste. Da die Bevölkerung die Wegearbeiten noch nicht beendet hatte, verblieb die Truppe auch noch den folgenden Tag in Bilobi. Am 25. April erreichten wir nach Ueberschreitung des sehr wasser⸗ reichen Kribiflusses das große Dorf Etanga des Häuptlings Nban.
ter verblieben wir aus gleicher Veranlassung bis zum 29. Alle Buliansiedelungen westlich Etanga sind neuen Ursprungs. Die Hütten sind noch sehr primitiv, die Farmen jung und liefern daher eringes Erträgniß. Große Buschstrecken trennen die neu angelegten Pörier von den älteren Niederlassungen. Am 29. April wurde das Dorf Abessule des gleichnamigen Häuptlings nach Passieren einer Ise Urwaldstrecke erreicht. Hier war die Wegereinigung bei den großen Entfernungen und bei der geringeren Arbeiterzahl der neuen Dörfer wenig vorwärts gekommen. Die kleinen Orte und die für eine so znch⸗ Expedition nicht ausreichende Menge von Nahrungsmitteln nöthigten zur Theilung der Truppe. Ein Zug wurde unter dem farbigen eldwebel Mussa nach Akok zurückgesandt, während Lieutenant von
lisczinski mit Feldwebel Bauch und einem weiteren Zug in Abessule verblieb. Ich selbst marschierte mit der Masse der Expedition am 30. April nach Nkoletanga. Dort ließ ich einen Halbzug unter einem zuverlässigen farbigen Unteroffizier zurück und erreichte am 2. Mai den großen Mabeaort Bionjie, in dem die ganze Expedition gute Unterkunft und reiche Verpflegung vorfand. Dies war um so nöthiger, als in den 85* Tagen die Re⸗ enzeit voll eingesetzt hatte und die bisherige gedraͤngte Unterkunft nachtheilig auf den Gesundheitszustand der ser wen einwirkte. In dieser Vertheilung blieb die Truppe, bis der Weg von den Bulis fertiggestellt war. Zeitweilige Festnahme einiger Häuptlinge vermehrte den Druck und beschleunigte die Arbeit der Eingeborenen.
Da sch kurz nach meiner Ankunft im Schutzgebiete am 14. Ja⸗ nuar 1895 peetich in Groß⸗Batanga die Klagen der Mabea⸗ leute über die Bulis angehört hatte, ersah ich, daß damals die Mabealeute vielfach ganz falsche Angaben gemacht hatten. J versammelte deswegen die Mabeahäuptlinge zum Frgen dem au auf meinen Befehl mehrere Bulihäuptlinge beiwohnten. Hier hielt ich ihnen ihre damaligen Lügen vor und gab ihnen auf, im Anschluß an die Wegearbeit der Bulis den Weg nach Wasserfall freizuschlagen. Auf diesem neu gereinigten Wege trat ich na Heranziehung sämmtlicher Detachierungen am 9. Mai den Mars nach Kribi an. In Kribi fanden sich noch mehrere Buli⸗ häuptlinge, die mir nachgeeilt waren, ein, um sich den Schutzschein zu holen. Unter anderem meldete mir der Sakoihäuptling Bejong die Vollendung der Reinigungsarbeiten an dem Regierungswege nach Bipindi. Er erhielt nunmehr die erbetene deutsche Flagge und den Schutzschein. Auch eine Gesandtschaft des
Bakokohäuptlin
gs Pekim versicherte die Ergebenheit ihres Vollkes. Am 16. wurde
Dampfer „Nachtigal“ ein⸗
die Truppe auf dem . wieder in Kamerun ein
chifft und am 17. Mai d. J
Oesterreich⸗Ungarn. arische Telegraphen⸗Korresponden gestrigen Tage, daß der ö Kaizl und der ö
Das „Un meldet aus Is Finanz⸗Minister Dr. Minister Baernreither g empfangen worden seien. Präsidenten Graf Thun und Baro geben, wo sie in gemeinscha legt hätten.
terreichische sterreichische Handels⸗ estern von dem Kaiser in Audienz hr hätten sich die Minister⸗ anffy in die Kaiser⸗ ftlicher Audienz ihren Baron Banffy und Gra ie während ihres Aufenthalts in Isch ach Vorträge gehalten und miteinander hungen gepflogen hätten, dahin überein⸗ Hinzuziehung der betreffenden in Budapest fortzusetzen. von Ischl nach Wien zurück⸗
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Thun seien, na dem Monarchen mehrf eingehende Berat kommen, die B essort⸗Mini Sämmtliche
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Frankreich. Der Justiz⸗Minister Sarri 1 1 sind, wie „W. T. mittag in Macon eingetroffen, um de dem dort stattfindenden internationalen ster wurden lebhaft begrüßt;
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Cavaignac!“ inister Cavaignac ne als Förderer der sie pflegten, dem Streite hne, und in der H inister betonte ferner, Militärlasten auf sich
gestern in Paris durch mehrere ie ist der Vorname der H mperialisten in derselben Weise e bei diesen Gelegenheiten gehaltenen mit der Dreyfus⸗Angeleg chenfälle; sie tadelten die ie die Armee beleidigen lasse, rismus den Vorwurf,
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der Preisvert eine Rede, Idee des
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— die Liebe zu dem, was über nicht bestritten werden könne, zu der gabe an diese liege die Kraft. daß das Land freudig die schweren
Die Royalisten feierten Bankette das Marienfest (Mar von Orléans) und die das Napoleonsfest. Alle Reden erwähnten die häng enden Republik, weil arlamenta nde richten.
eit zusammen⸗ egierung der und machten er wolle die Ar
Rußland.
Gestern haben, wie „W. T. B.“ von St. Petersbur Korps und des I. Manöyver wohnten der Kaiser un St. Petersburg weilenden fürstinnen sowie die fremdländischen
Spanien.
Der General⸗Gouverneur von Cuba, hat, wie „W. T. B.“ gegeben mit der Begründung, bas übernehmen könne. Eben der General⸗Kapitän der Philippinen, G mit dem ersten Postdampfer nach Europ Oberbefehl an den Zweiten Kommandan Das Ministerium des Aeußern h ung von der erfolgten Aufhebung der Blockade bas empfangen. Die Kabelverb . In den spanischen Häfen Schiffe vor, Lebensmittel nach Tuba z
meldet, in der Umgegend
Manöver des Garde⸗ begonnen. Dem gestrigen d die Kaiserin, die in ßfürsten und Groß⸗ Militär⸗Attachés bei.
die großen rmee⸗Korps
Marschall Blanco aus Madrid berichtet, seine Ent⸗ daß er nicht die r Räumung Cu eneral Augu a einschiffen und den ten abgeben.
at die amtliche Mit⸗
indungen sind wieder her⸗ bereiten sich z u bringen. 8
der Pforte rung gegen pen auf Kreta ab⸗ iener „Telegr.⸗Korresp.⸗ betheiligten Kabinette
In Beantwortung der letzten Zirkularnote sischer Seite eine kategorische Erklä den Wechsel der türkischen Tru gegeben worden. Man erwartet, dem
daß die übrigen drei eben würden. eilte am Sonnabend dem serbischen ch in Beantwortung der drei von betreffs des Einfalls und des Grenz daß 8. ufs ntersuchung Ueber die er Untersuchun Saad⸗Eddin Pascha in
„W. T. B.“ 2 Offiziere zur Handhabung
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Tewfik Pascha t Gesandten Novakowits diesem überreichten Not Albanesen konflikts bei
der Angelegenheit nach Uesküb ab Theilnahme serbischer Delegirten an d verhandelt werden, sobald Instruktionen erhalten habe.
In Kanea sind gestern, wie 40 französische Gendarmen und des Polizeidienstes eingetroffen.
Amerika. 11.“ shington eingetroffenen telegraph hafter zufolge hat das Transport am Sonntag Nachmittag mit 2193 spani go verlassen. General Shafter beabs Norden abzurücken. — Die Reg r nach den Philippinen entsenden, rals Merrit ein Wuns
auf serbisches Gebiet Tatar⸗Köi
Einer in Wa Meldung des Generals S „Isla de Luzon“ Soldaten Santia in 3 oder 4 Tag wird keine Truppen meh es müßte denn seitens d weiteren Verstärkungen geäußert
General Miles telegraphierte am Sonnabend an den Juan auf Porto Rico die ung des Friedensprotokolls diesem die Empfangs⸗
in Aibonito vier Kolonnen Amerikaner, werden bis zum Abschluß der Spanier in ihren amerikanische ommen und schiffen icht eingetroffen sind.
General Macias in San Nachricht von der Unterzeichn und empfing am Sonntag bestätigung. General Miles sandt den Kommandanten derselben Mittheilung. die auf San Juan vorrückten, der Unterhandlungen und bis
Stellungen verbleiben. chiffe sind vor Ponce angek aus, da gegentheilige Befehle n
derzeitigen Transports
Die Stärke der briti nächsten Tagen den Vorm ch, dem „Standard“ zufol
fanterie und Artillerie und 1500 M
sch⸗egyptischen Armee, welche in den arsch auf Khartum antreten dü ge, auf 20 000 M kann Kavallerie.