1898 / 225 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 22 Sep 1898 18:00:01 GMT) scan diff

Rumänien. . Oktober 1898. Kriegs⸗Ministerium (Intendanz⸗Abtheilung) in arest: Lieferung von 200 vollständigen Signalhörnern sammt Schnüren, 150 vollständigen Trompeten sammt Schnüren. Lastenheft daselbst jeden Dienstag und Sonnabend einzusehen. 8

Verkehrs⸗Anstalten.

Köln, 21. September. (W. T. B.) 3 des niedrigen Wasserstandes haben die großen Salondampfer auf dem Rhein heute

ihre Fahrten eingestellt.

London, 21. September. (W. T. B.) Castle⸗Linie. Dampfer „Dunvegan Castle“ hat beute auf der Ausreise Madeira passiert.

22. September. (W. T. B.) Castle⸗Linie. Dampfer „Mexican“ ist auf der Heimreise am Mittwoch von Kapstadt abgegangen.

Theater und Musik.

Neues Theater.

Das vieraktige Lustspiel „Hofgunst“ von Thilo von Trotha, dem bekannten Mitarbeiter Gustav von Moser's, errang bei seiner estrigen Erstaufführung einen vollen Erfolg. Es ist ein harmlos helteres Werk, das in der Scenenführung und in der mehrfachen An⸗ wendung des von den Modernen verpönten Selbstgespräches den Dramatiker alter Schule verräth. Man glaubt ein Stück zu sehen, das etwa vor zwei Dezennien geschrieben wurde, ehe die realistischen Forderungen der Neuerer in Erfüllung gingen. Diese Charakterisierung des Lustspiels soll aber durchaus keinen Tadel in sich schließen; denn es gehört ganz entschieden zu den guten dramatischen Arbeiten der bezeichneten Gattung und entspricht durchaus dem Pro⸗ gramm, welches die Direktorin des Theaters, Frau Nuscha Butze, zu bieten versprach, als sie erklärte, daß das schmucke Bühnenhaus am Schiffbauerdamm unter ihrer Leitung ein „Familientheater“ werden solle. Herr von Trotha hat damit den Beweis geliefert, daß man sehr wohl unterhalten kann, ohne zu bedenklichen Mitteln zu reifen. Den Inbalt seines Lustspiels bilden die Ereignisse und

ntriguen an einem kleinen Hofe, wo ein junges resolutes Fräulein, das aus einfachen ländlichen Verhältnissen hervor⸗ egangen und zur Hofdame ernannt worden ist, durch ihre uner⸗ Geeer. Aufrichtigkeit und Energie einem fürstlichen Liebespaare zur ersehnten Vereinigung verhilft. Obwohl ess nicht schwer ist, schon von Anfang an durch die Maschen des Netzwerks der Vorgänge hin⸗ durch die versöhnende und alles auftklärende Schlußscene zu erblicken, so hat es der Verfasser doch verstanden, durch vier Aufzüge das Interesse für die handelnden Personen rege zu erhalten; eine Satire auf das Hofleben einer kleinen deutschen Residenzstabt und manches bon mot erhöhen noch die Wirkung. Die Darstellung machte den besten Ein⸗ druck. An erster Stelle ist das junge Fräulein Taliansky zu nennen, welche die Rolle der erwähnten Hofdame übernommen hatte; sie hat durch ihre gestrige Leistung den untrüglichen Beweis einer hervor⸗ ragenden schauspielerischen Begabung geliefert. Sie brachte den jugend⸗ lichen Uebermuth und das temperamentvolle Wesen des kleinen, an den Hof versetzten Landfräuleins in natürlicher und eigenartiger Weise zur Geltung. Neben ihr gebührt Herrn Holthaus für die feine und diskret humorvolle Art der Charakterisierung eines alten Hofmannes, des Kammerherrn von Roden, Lob. Auch das fürstliche Liebespaar fand in Herrn Waßmann und Fräulein Hochthal angemessene Vertreter. In den übrigen Aufgaben zeichneten sich die Damen Schwendemann, Cgarlsen, Hiller, Winckler, Wolf und die Herren Merten, Claudius, Förstner und Peters aus. Der Letztgenannte hatte das Werk zudem mit Geschmack in Scene gesetzt. Der anwesende Verfasser wurde bereits nach dem zweiten Akt und im weiteren Verlaufe des Abends mehrfach

hervorgerufen. Thalia⸗Theater.

Das Theater, in welchem der Direktor Adolf Ernst ehemals die moderne Berliner Posse mit Glück pflegte, ist auch unter seinem jetzigen Leiter, dem Kommissions⸗Rath Hasemann, zu diesem Genre

posse in 5 Bildern,„Unser lustiges Berlin“, eröffnet, deren Hand⸗ lung von E. Sondermann und Ch. Bischoff, deren Kuplettexte von Alfred Bender und deren Musik von Curt Goldmann her⸗ rühren. Die Vorgänge decken sich far vollkommen mit denen früherer Werke dieser Art. Da ist der Biedermann aus einer kleinen Provinz⸗ stadt, der in Geschäften nach Berlin kommt und in den Strudel des Weltstadtlebens gezogen wird, aus dem ihn die besorgte Gattin, welche ihm nachreiste, scheßlich fürsorglich wieder azwischen liegen die vielen drolligen Irrungen und Wirrungen, Erlebnisse und Abenteuer, welche beide durchzumachen haben, ehe sie sich wieder friedlich zusammenfinden. Kupletvorträge, Kostümaufzüge und allerlei scenische Ueberraschungen müssen dazwischen die Lücken der dünnen Handlung ausfüllen helfen. Das Streben, eine lustige Abendunterhaltung zu schaffen, war offenbar der einzige Zweck der vier Autoren. Dies ist dem Kupletdichter in Verbindung mit dem Komponisten gelungen, weniger aber den Verfassern der Handlung, weil sie gar zu altbekannte

Posse zum Erfolge zu verhelfen. Vortreffliche Leistungen boten die Herren Helmerding, Kaiser, Junkermann, Ewald und Meyer. Fräulein Wilbelmine Sandrock, welche zum ersten Mal als Soubrette auftrat, bewährte sich als gewandte und vornehme Darstellerin. Ansprechende Leistungen boten auch die Damen Wehling, Roger, Junker⸗Schatz und Scheedel⸗Müller. Das Publikum schien sich gut zu unterhalten und rief mit den Hauptdarstellern auch den Direktor auf die Bühne.

Im Königlichen Opernhause gelangt me gen Gluck's Oper „Orpheus und Eurydike“ in folgender Besetzung zur Aufführung: Orpheus: Frau Schumann⸗Heink; Eurydike: Fräulein Egli; Eros: Frau Gradl. Bei der im Köäniglichen Opernhause am 27. und 28. September sowie 1. und 3. Oktober stattfindenden Gesammt⸗ Aufführung von Richard Wagner's Bühnenfestspiel „Der Ring des Nibelungen“ singt die Brünnhilde Frau Ellen Gulbranson, die Erda Frau Schumann⸗Heink, den Siegfried Herr Ernst Kraus, den Loge und Siegmund Herr Grüning, den Alberich Herr Nebe.

Im Königlichen Schausvpielhause geht morgen zum 25. Male das Lustspiel von Rudolph Stratz, „Das neue Weib“ in Scene. Die Damen Poppe, Abich, von Schramm, Conrad, Hausner und Wienrich, sowie die Herren Keßler, Hübener, Oberlaender, Vollmer, Kraußneck, Krüger, Hartmann, Hertzer, Leg Plaschke, von Hochenburger, Winter, Eächholz, R. Arndt,

unker und Paris sind darin beschäftigt.

Im Theater des Westens finden morgen und am Sonntag Wiederholungen der Tschatkowsky'schen Oper „Eugen Onégin“ statt. Am Sonnabend wird mit den Herren Werner Alberti, Steffens und Frau Schuster⸗ Wirth in den Hauptpartien „Der Postillon von Lonjumeau“ aufgeführt.

Der 1. Symphonie⸗Abend der Königlichen Kapelle findet unter Kapellmeister Felix Weingartner's Leitung am Freitag, den 30. September, statt. An diesem Abend gelangt zum ersten Male das Konzert in D-dur von Händel für Streichorchester zu Gehör. Außerdem kommen die „Oberon“⸗Ouvertüre von Weber und die Symphonien in Es-dur von Mozart und in B-dur von Beethoven zur Aufführung. Die bisherigen Abonnementeplätze bleiben nur bis zum 24. d. M. reserviert.

Morgen Abend 7 ½ Uhr findet im Saal des Hôtel de Rome ein Schülerkonzert der von der Kammersängerin Frau Mathilde Mallinger und dem Hof⸗Opernsänger Wladislaw Seidemann geleiteten Gesangsklassen des Eichelberg'schen Konservatori

8 Mannigfaltiges.

„Der Polizei⸗Präsident von Windheim ist vom Urlau zurückgekehrt und hat mit dem heutigen Tage die Geschäfte des Polizei⸗Präsidiums wieder übernommen.

Zur Begründung eines Provinzialverbandes für die Mark Brandenburg werden die Vorstandsmitglieder aller Orts⸗ gruppen, Bezirks⸗ und Zweigverbände des Verbandes deutscher Kriegsveteranen auf Freitag, den 23. September, Abends 3 Uhr, nach dem Verbandslokal, Berlin C., Sophienstraße 15, eingeladen.

zurückgekehrt. Die neue Spielzeit wurde gestern mit einer großen Gesangs⸗

Wetterbericht vom 22. September,

Ballet von Emil Graeb. (Orpheus: Frau Schu⸗

Späße ins Treffen führten. Die Darsteller waren sichtlich bemüht, der

Sonnabend, Abends 8. Uhr: Die Haubenlerche.

2 Am Sonnabend, den 1. Oktober, findet in der Bockbrauerei a 8

Tempelhofer Berg anläßlich der Besichtigung der e; ch.

emo eint

Gedächtnißtafel für die Villa Zirio in San zu welcher auch befreundete Vereine zu erscheinen ge⸗

Feier statt, beten sind.

Auf dem Andreasplatz sind, wie die „Nat.⸗Ztg“ meldet, dieser Tage in aller Stille zwei Marmorgruppen zur Aufstellung gelangt. Die beiden Gruppen, welche Scenen aus dem Volksleben darstellen, schmücken die Postamente der großen, aus rothem Granit hergestellten Freibank in der Mitte des Platzes. Die eine Gruppe zeigt einen Maschinenarbeiter, mit dem Schurzfell angethan, den Hammer in der linken Hand, in sitzender Stellung; seinen rechten Arm hat er um den Leib eines vor ihm stehenden Knaben gelegt, der seinem Vater das Mittagessen gebracht hat. Das Gegenstück bildet eine auf einer Bank sitzende Arbeiterfrau, die in ihrem Schoß einen kleinen, lustig strampelnden Knaben hält; glücklich lächelnd blickt die junge Mutter in das frische, blühende Gesicht ihres Kindes. Die beiden Gruppen, die aus weißem Marmor hergestellt sind, heben sich scharf von dem rothen Granit ab. Zur Zeit ist man damit beschäf⸗ 1. die große Fontäne, die den Andreasplatz schmücken soll, fertig zu stellen.

Turin, 21. September. (W. T. B.) Heute wurde hier der Kongreß der internationalen literarisch⸗artistischen Ver⸗ einigungeröffnet. Der Eröffnungsfeier wohnten der Herzog von Aosta als Vertreter Seiner Majestät des Königs, die Prinzessinnen Lätitia und Helene, der Minister der Posten und Telegraphen Nasi, die Spitzen der Behörden sjowie hervorragende Ver⸗ treter von Kunst und Literatur bei. Der Minister Nasi, die französischen Delegirten Pouillet, Chaumat und Desjardins, der belgische Delegirte Wauwermant, der Vertreter der deutschen Presse Osterrieth, der spanische Delegirte Huertas und andere Kongreßtheil⸗ nehmer hielten beifsnh aufgenommene Reden. Die Redner wurden dem Herzog von Aosta sowie den Prinzessinnen vorgestellt. Der Kongreß begann darauf seine Arbeiten.

9

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Kiel, 22. September. (W. T. B.) Heute fand hier die feierliche Enthüllung des Denkmals für den vor Jahresfrist mit dem Torpedoboot „S 26“ verunglückten Herzog Friedrich Wilhelm zu Mecklenburg und die mit ihm untergegangenen acht Mann der Besatzung statt. Bei der Feier waren zugegen Ihre Königlichen Hoheiten die Großherzogin Marie von Mecklenburg⸗ Schwerin, die Prinzessin Heinrich von Preußen, der Erb⸗ großherzog und die Erbgroßherzogin von Oldenburg, sowie Ihre Hoheiten die Herzoge Adolf, Friedrich und Heinrich zu Mecklenburg. Nach der Weiherede des Marinepfarrers Rogge hielt Admiral Köster eine feierliche Ansprache, in welcher er die Gottes

furcht und die Treue zum Kaiser, welche dem verewigten Herzog innewohnten, hervorhob. Unter einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und den Klängen des „Heil Dir im Siegerkcanz“

sowie dem Geläute der Glocken fiel die Hülle. Zahlreiche Kränze, darunter einer von dem Admiral Köster in Vertretung Seiner Majestät des Kaisers, wurden am Den kmal niedergelegt. Abordnungen des Seebataillons und der Marine sowie die Kriegervereine und das gesammte Offizierkorps wohnten der

Feier bei.

Wladiwostok, 21. September. (W. T. B.) Der Prinz

Heinrich von Preußen ist heute hierher zuruͤckgekehrt.

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage)

Familien⸗Nachrichten.

zum Deutschen Reich

225.

Erste Beilage

9

s⸗Anzeiger und Königlich Preuß

Berlin, Donnerstag, den 22. September

Berichte von deutschen Fruchtmärkten

8*

ischen Staats⸗Anzeiger.

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8 Uhr Morgens.

Stationen. Wind. Wetter.

Bar. auf 0 Gr. zu. d. Meeressp red. in Millim

Temperatur

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5 °C. = 40 R.

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Uebersicht der Witterung.

Die Depression im Norden ist ostwärts geschritten und bedeckt, bei niedrigstem Luft

18 18 19

fort⸗ druck

über Südschweden und der südlichen Ostsee, die Nordosthälfte Europas, während sich ein Hochdruck⸗ gebiet vom Westen her übver die Britischen Inseln

ausgebreitet hat und andere Hochdruckgebiete den Alpen und der Balkan⸗Halbinsel Eine Depression bedeckt die Biscayasee.

über

lagern.

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Deutschland ist das Wetter im Süden heiter, ruhig, kühl und trocken, im Norden trübe bei mäßigen bis starken westlichen Winden und nahezu normaler Temperatur; im Binnenlande fiel nur vereinzelt, an der Küste üͤberall Regen, in Königsberg 26 mm.

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Theater.

Känigliche Schauspiele. Freitag:

Opern⸗

haus. 181. Vorstellung. Orpheus und Eurydike. Oper in 3 Akten von Christoph Willibald Ritter

von Gluck.

8

8

Text nach dem Französischen des Moline.

2

mann⸗Heink, als Gast.) Anfang 7 ½ Uhr.

Schauspielhaus. 200. Vorstellung. Sonder⸗ Abonnement B. 28. Vorstellung. Zum 25. Male: Das neue Weib. Lustspiel in 4 Aufzügen von Rudolph Stratz. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonnabend: Opernhaus. 182. Vorstellung. Die Meistersinger von Nürnberg. Große Oper in 3 Akten von Richard Wagner. (Walther von . Herr Grüning, als Gast.) Anfang

r.

Schauspielhaus 201. Vorstellung. Zum ersten Male: Jörg Trugenhoffen. Ein deutsches Schauspiel in 5 Aufzügen von Rudolph Stratz.

Anfang 7 ½ Uhr. Neues Opern⸗Theater. Sonntag, den 25. Sep⸗

tember, Abends 7 ½ Uhr: Mutter Thiele. Der;

Billet⸗Verkauf zu dieser Vorstellung findet täglich im Königlichen Schauspielhause am Tageskassen⸗ schalter statt. Preise der Plätze 3, 2, 1,50 und 75 ₰. Aufgeld wird nicht erhoben. Die Billets tragen die Bezeichnung „Nr. 86“.

Im Königlichen Opernhause findet am 27., 28. September, 1. und 3. Oktober d. J. eine Ge⸗ sammt⸗Aufführung von Richard Wagner'’s Bühnen⸗ sestspiel „Der Ring des Nibelungen“ statt. Brünnhilde: Frau Ellen Gulbranson; Siegfried: Ernst Kraus; Loge: Herr Grüning; Erda: rau Schumann⸗Heink. Dirigent: Herr Kapell⸗ meister Dr. Muck. Das Abonnement wird nicht aufgehoben. Der Verkauf der Billets findet täglich statt, und zwar werden heute nur Billets für alle vier Vorstellungen zugleich ausgegeben. Von morgen ab findet der Billet⸗Verkauf zu den ein⸗ zelnen Abenden statt. Die Preise zu jeder (einer) Vorstellung sind folgende: Fremden⸗Loge 12 ℳ, Orchester⸗Loge 10 ℳ, I. Rang 8 ℳ, Parquet 8 ℳ, II. Rang 6 ℳ, III. Rang 4 ℳ, IV. Rang⸗Sitz⸗ platz 2,50 ℳ, Stehplatz 1,50

Deutsches Theater. Freitag: Cyrano von Bergerac. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonnabend: Cyrano von Bergerac.

Sonntag, Nachmittags 2 ½ Uhr: Der Biber⸗ pelz. Abends 7 ½ Uhr: Cyrano von Bergerac.

Berliner Theater. Freitag (6. Abonnements⸗ Vorstellung) Des Meeres und der Liebe Wellen. Anfang 7 ½ Uhr,

Sonnabend: Zum ersten Male: Zaza.

Sonntag, Nachmittans 2 ½ Uhr: Faust, I. Theil. Abends 7 ½ Uhr: Zaza.

Schiller⸗Theater. (Wallner⸗Theater.) Frei⸗

tag, Abends 8 Uhr: Hamlet, Prinz von Däne⸗ mark. Tragödie in 5 Akten von William Shakespeare.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Am Tage des Gerichts. Abends 8 Uhr: Madame Bonivard.

Theater des Westens. (Opernhaus.) Frei⸗ tag (2. Vorstellung im Freitags⸗Abonnement): Eugen Onéagin. Oper in 4 Akten mit Tanz von P. Tschaikowsky.

Sonnabend: Der Postillon von Lonjumeau.

Sonntag: Eugen Onégin. Nachmittags: 3. Gastspiel des Schiller⸗Theaters. Der Traum ein Leben.

Montag: Der Postillon von Lonjumeau.

Lessing⸗Theater. Direktion: Otto Neumann⸗ Hofer. Freitag: Zum 200. Male: Im weißen Röß’l. 9

Sonnabend: Großmama. Sonntag: Großmama.

Neues Theater. Direktion: Nuscha Butze. Freitag: Hofgunst.

Belle⸗Alliance⸗Theater. Belle⸗Alliance⸗ straße 7/8. Freitag (II. Vorstellung im Freitags⸗ Abeonnement): Er muß aufs Land.

Sonnabend: Ueber Land und Meer.

Sonntag: Ueber Land und Meer. Nach⸗ mittags 3 Uhr: Ein toller Einfall.

Dienstag: Zum ersten Male: Napoleon.

Residenz⸗Theater. Direktion: Sigmund Lautenburg. Freitag: Eifersucht. Lustspiel in 3 Akten von Alexandre Bisson. Deutsch von Max Schoenau. In Scene gesetzt von Sigmund Lauten⸗ burg. Vorher: Frühlingswende. Ein Akt von Alfred Halm. Regie: Gustav Rickelt. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonnabend und Sonntag: Eifersucht. Vorher: Frühlingswende.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen: Jugend. Drama in 3 Akten von Max Halbe.

Thalia⸗Theater. Dresdenerstraße 72/73. Freitag: Unser lustiges Berlin. Große Ge⸗ sangsposse in 5 Bildern von E. Sondermann und Ch. Bischoff. Kuplets von Alfred Bender. Musik von Curt Goldmann. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonnabend: Dieselbe Vorstellung.

Konzerte.

Industrie-Gebüude. Kommandantenstraße 77 und Beuthstraße 20. Karl Meyder⸗Konzert. Entrée 50 ₰. Anfang 7 ½ Uhr, Sonntags 6 ½ Uhr

8

[39758] Heute Abend um 7 ½ Uhr ist unser Ober⸗Bürger⸗ meister, Herr Geheimer Regierungs⸗Rath Wilhelm Toosbüy im Alter von 67 Jahren fanft entschlafen. Welchen Verlust unsere Stadt durch das Hinscheiden ihres geliebten und verehrten Oberhauptes erlitten, vermögen Worte nicht auszu⸗ drücken, die gesammte Bürgerschaft weiß und empfindet es trauernden Herzens. Beinahe 30 Jahre lang hat der theure Entschlafene an der Spitze unseres Gemeinwesens gestanden. Die hervor⸗ ragenden Gaben seines Geistes, sein umfassendes Wissen und Können, seine reichen Erfahrungen hat er mit nie ermüdender Arbeitskraft und Schaffens⸗ freudigkeit dem Wohle unserer Stadt gewidmet.

Wie ihm die Dankbarkeit Flensburgs für immer

erhalten bleiben wird, so wird die aufrichtige Liebe und Verehrung, die er sich durch die Lauterkeit seines Charakters, durch sein leutseliges Wesen und durch seine gegen jedermann bethätigte Herzensgüte er⸗ worben, ihm von Flensbvrgs Bürgerschaft über das Grab hinaus allezeit in Treue bewahrt werden. Die Erinnerung an ihn wird in unseren Herzen nicht erlöschen. Flensburg, den 20. September 1898. Magistrat und Stadtverordneten⸗Kollegium der Stadt Fleusburg.

Verlobt: Frl. Helene Neumann mit Hrn. Kataster⸗ Kontroleur und Prem.⸗Lieut. d. R. Franz Glawacki (Habelschwerdt). 8

Verebelicht: Hr. Landrath „H. Bayer mit Frl. Johanna Proescholdt (Friedrichsdorf i. T.) Hr. Sec.⸗Lieut. Georg Brandt mit Frl. Thekla Doehn (Klein⸗Gartz Hannover). Hr. Heter von Bienen⸗ stamm mit Bianka Freiin von Puttkamer (Alt⸗ Salis, Livland).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Landrath Guenther von Klitzing (Striegau). Eine Tochter: Hrn. Berg⸗Referendar Willy von Lewinski (Breslau). Hrn. Rittergutsbesitzer Titze (Hochkirch). Hrn. Archivar Dr. Ribbeck (Breslau). Hrn. Berg⸗Assessor F. Winkhaus (Altenessen)

Gestorben: Hr Rudolf von Witowski (Mokrau). Hr. Wirkl. Geheimer Kriegsrath a. D. Eduard von Bartholomäi (Bad Wildungen). Hrn. W. Frhrn. von Brandenstein Sohn Wolf (Doberan). Fr. Geheime Ober⸗Baurath Melanie Schneider, geb. Meitzen (Berlin).

Verantwortlicher Redakteur: Direktor Siemenroth in Berlin. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Fünf Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage)

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Qualität

mittel

gut

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

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Außerdem wurden am Markttage (Spalte 1) nach überschläglicher Schätzung verkauft Doppelzentner (Preis unbekannt)

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