Zur Sicherheit der hierdurch eingegangenen Verpflichtung haftet die Stadt mit ihrem ganzen Vermögen und mit ihrer Steuerkraft. 8 Dessen zur Urkunde baben wir diese Ausfertigung unter unserer Unterschrift ertheilt. Homburg vor der Höhe, den.. ten 189 Der Magistrat.
. Unterschrift des Magistrats⸗Dirigenten und eines anderen
agistratsmitgliedes unter Beifügung des Amtstitels und Siegels)
Provinz Hessen⸗Nassau. Regierungsbezirk Wiesbaden. Zinsschein 8 6 Reihe 1 zu dem Anleihescheine der Stadt Homburg vor der Höhe. Buchstabe „Nr über Mark zu 3 ½ % Zinsen über Mark Pfennig.
Der Inhaber dieses Zinsscheins empfängt gegen dessen Rückgabe in der Zeit vom 1. ab die Zinsen des vorbezeichneten Anleihescheins für das Halbjahr vom 1 8“ mit Mark Pfennig bei der Stadtkasse zu Homburg vor der Höhe oder bei Homburg vor der Höhe, den 1
Der Magistrat. (Trockenes Stadtsiegel.) Der Kontrolbeamte.
Dieser Zinsschein wird ungültig, wenn dessen Betrag nicht inner⸗ halb fünf Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres der Fälligkeit erhoben wird.
Provinz Hessen⸗Nassau. Regierungsbezirk Wiesbaden.
„ Anweisung zu dem Anleihescheine der Stadt Homburg vor der Höh 5
Buchstabe. N „ über
—8 Der Inhaber dieser Anweisung empfängt gegen deren Rückgabe zu dem obigen Anleihescheine die eihe Zinsscheine für die ebhn Jahre vom 1. ......... bi 19. . bei eer Stadtkasse zu Homburg vor der Hoͤhe, oder durch — für den In⸗ aber kostenfreie — Vermittelung d
Der Magistrat. 8 (Trockenes Stadtsiegel.) 8 8 Der Kontrolbeamte. merkung: Die Namensunterschrift der Magistratsmitglieder unter den Zinsscheinen und der Anweisung kann mit Lettern oder gedruckt werden, doch muß jeder Zinsschein und jede nweisung mit der eigenhändigen Unterschrift eines Kontrolbeamten versehen werden. Die Anweisung ist zum Unterschiede auf der ganzen Blattbreite unter den beiden letzten Zinsscheinen mit davon abweichenden Lettern⸗ in nachstehender Art abzudrucken: b 3
y.. ter Zinsschein V w.. ter Zinsschein
Anweisung.
Finanz⸗Ministerium.
Der Bundesrath hat in der Sitzung vom 13. d. M. be⸗ schlossen:
ütung von
wendeten Branntwein zugestandene Brennsteuervere t bis auf
6 ℳ für jedes Hektoliter reinen Alkohols blei weiteres unverändert. .
2) Für denjenigen Branntwein, der mit dem allgemeinen Denaturierungsmittel denaturiert wird, ist vom 1. November 1898 ab statt der bisherigen Brennsteuervergütung von 2,5 ℳ eine Se⸗ von 3,5 ℳ für jedes Hektoliter reinen Alkohols zu gewähren.
Unter Bezugnahme auf die Rundverfügung vom 22. Ok⸗ tober v. J. ersuche ich Sie, den Beschluß des Bundesraths durch die Regierungs⸗Amtsblätter alsbald zu veröffentlichen und das Weitere anzuordnen.
Berlin, den 15. Oktober 1898.
Der Finanz⸗Minister. Im Auftrage: 8 Dr. Fehre. An sämmtliche Herren Provinzial⸗Steuer⸗Direktoren.
Abschrift zur gleichmäßigen Beachtung. Berlin, den 15. Oktober 1898. 8 Der Finanz⸗Minister. Auftrage: 8 E111“““ Dr. ehre. 8* 9 88 8 An den Herrn General⸗Direktor des Thüringischen oll⸗ und Steuervereins zu Erfurt und die König⸗ che Regierung zu Sigmaringen.
1) Die für ausgeführten und zur lere hiun ver⸗
E111“ L1141““
Ministerium für Handel und Gewerbe.
Den Lehrern an der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf, Maler Ignatz Wagner, Bildhauer Clemens Buscher und Maler Fritz Neuhaus daselbst ist das Prädikat „Pro⸗ fessor“ beigelegt worden.
Preußen. Berlin, 20. Oktober.
1 Seine Majestät der Kaiser und König begaben Sich, wie „W. T. B.“ aus Konstantinopel meldet,
früh zu Wasser nach Jedikule und ritten von dort über
Ejub am Goldenen Horn nach dem Merassim⸗Kiosk zurück. Um 12 ½ Uhr Mittags empfingen Seine Majestät daselbit die
Botschafter und den päpstlichen Delegaten Monsignor Bonelli in besonderer Audienz. Ihre Majestät die Kaiserin und
Königin besuchten Vormittags das Kaiserliche Palais Beyler⸗ Bey am Bosporus und sodann das deutsche Hesglene Nach⸗ mittags 3 Uhr begaben Sich Ihre Kaiserlichen Majestäten mit dem deutschen Stationsschiff „Loreley“ 98 herapia. Das Diner
wurde auf der Kaiserlichen Nacht „Sultanie“ ein enommen, welche bei Bebek ankerte. Nach dem Diner unternahmen Ihre Majestäten nochmals eine Rundfahrt zur Besichtigung der en der e des Bosporus; erst um Mrteknacht
sitzung.
Die im Reichs⸗ Betriebs⸗Ergebni September 1898 e tember 1897 im Betriebe ware
Gesammtlänge: 41 533,99 km.
eute früh gedachten Ihre Majestäten Sich nach 187 ischen Ufer und von dort mit der anat Hereke zu begeben, wo die große T des Sultans besichtigt werden stantinopel erfolgt gegen Abend.
Der Bundesrath versammelte si Vorher berieth der Ausschuß Cenbe und
“
Oesterreich⸗Ungarn.
des ungarischen Unter⸗ der weiteren Berathung des e auf die Tagesordnung der zu setzen, ihre Obstruktion fort. — partei und die Unabhängigkeitspartei schlossen, keinerlei Tagesordnungen anzunehmen. 1
Großbritannien und Irland.
für die Kolonien Chamberlain ist „Majestic“ von Amerika in Queenstown
olischen Bahn nach ppichfabrik Seiner Majestät e Rücktehr na
In der gestrigen Si uses setzte die Opposit ntrages, die Indemnitäts⸗Vorlag Sitzung vom Sonnabend Die National
ch heute zu einer
Der Staatssekretär gestern an Bord des eingetroffen.
An Stelle des zum Unter⸗Staatssekretär ernannten bisherigen Unter⸗ John Brodrick ist das Mit Wyndham zum Unter⸗Staat
Der Schatzkanzler Sir Michael Hi
des Aeußern Staatssekretärs des Kriegsamts glied des Unterhauses George ssekretär des Kriegsamts ernannt
cks Beach hielt
Eisenbahnamt aufgestellte Uebersi sse deutscher Eisenbahnen im 2 69 Bahnen, die schon im Sep⸗
rgiebt für n, Folgendes:
im
Einnahme Ganzen das Vorjahr
ℳ
gestern Abend in North Shields eine b B.“ berichtet, zunächst einen Ueberblick ü Vortheile gab, welche Großbritannien von Ch Sodann wandte sich der Minister der sagte: Es scheine ihm unmöglich, daß die
- ede, in wel wie „W. T. ina erlangt habe. schoda⸗Frage zu und ranzosen dabei bleiben
das Vorjahr
aus dem sonenverkehre 220940368 aus dem Güter⸗ verkehre
1. Janua
aus dem sonenverkehre 54 866 688 + 3 687 358 9 153 aus dem Güter⸗ verkehre
Sensburg 26,57 km und (Eisenbahn⸗Direktionsbezirk Königsberg), badische Nebenbahn Achern —Ottenhöfen 10,70 km (in eigener Verwaltung), am 5. September Kosel — Reinschdor isenbahn⸗Direktionsbezirk Kattowitz), am g i. Ostpr. 6,90 km (Eisenbahn⸗Direktions⸗ g) und Klingenberg⸗Kolmnitz-— Frauenstein ische Staatseisenbahnen), sowie am 20. Sep⸗ Beeskow 50,15 km (Eisenbahn⸗
ildenhoff — Landsber bezirk Königsberg) 19,71 km ssächs tember Königsw Direktionsbezirk Halle).
Hohenthal und zurückgekehrt und übernommen. 8
Nach telegraphis der Marine
— Transportf tober in Neapel eingetro Tage nach Port Said in
die Justi des Lan
88
Die „Altenburger Dankeserlaß Seiner Zurückgekehrt von der Beisetzung Tochter, Ibrer Königlichen Hoheit der von Preußen, durch ause von neuem in die tiefste Trauer verse Ich Mich gedrungen, für die Mir aus Ausla Trauerfalles aus allen Theilen herzliche Theilnahme Meinen innigen Dank in Meinem tiefen Leide
ausgesetzt ihrem alten Heimat und Anhänglichkeit bleibende Stätte im H
ort vom heutigen T Kapitän zur See Rosendahl, ere Zeit kränklich war, neuerdings schwer mußte durch den Kreuzer „
iautschou,
hrten Ihre Kaiserlichen Majestät gch zutüc N. serlichen Majestäten zu Schiff nach Yildiz
für alle Bahnen im September 1898 aus dem Per⸗ sonenverkehre 42 580 408 + 2 335 104
aus dem Güter⸗ verkehre . . 91 952 783 + 5 369 667
für die Bahnen mit dem Rechnungsj 1. April — 31. März in der Zeit vom 1. Ende September 1898
Per⸗
Per⸗
Der Königliche Gesandte heime Rath von Derenthall gekehrt und hat die Geschäfte der Ge
Der hiesige Kaiserlich russische Botsch Osten⸗Sacken ist vom Urlaub und hat die Geschäfte der Botschaft
hiesige Königlich sächsische Gesandte Graf von Bergen ist vom Urlaub nach Berlin hat die Geschäfte der Gesandt
7
Bayern.
Das „Gesetz⸗ und Verordnungsblatt für Bayern“ veröffentlicht eine Allerhöchste Ent
und die Steuerausschüsse b ages auf Dienstag, den 8. November einberufen
Hessen. 1“ re Kaiserlichen Hoheiten der Großfürst und die ürstin Sergius von Rußland si von Moskau in Schloß Wolfsgarten eingetroffen. Sachsen⸗Altenburg.
tg.“ veröffentlicht den nachstehenden oheit des H
könnten, daß sie politische Rechte in Fas zösische Regierung habe natürlicher 19
verlangt, um den Empfan doch bezweifele er, daß Großbritannien wünsch was er hoffe, nicht ges gelegenheit ein so ernstes Aussehen beko zwei großen Ländern nur möglich sei. Gründe für Frankreich geben, diese einmal könne es den Wunsch haben, Streit zu gerathen, doch freundlichen Versiche als möglich anzune durch seine Gereiztheit be⸗ in Egypten beeinflußt se Ansicht, daß Großbritannien bei Gereiztheit gegen Frankreich habe von durchaus friedlichem ische Nation beseelt und wünsche nicht,
demüͤthigen. Großbritannien wünsche aber nach Re keit behandelt zu werden.
choda hätten. Die fran⸗ angemessener Weise Zeit gder Marchand'schen Berichte abzuwarten, Frankreich etwas Anderes als das, was e, thun könne. Es sei möglich, daß das, chehen werde, und dann würde die An⸗ mmen, wie es zwischen Es könne nur zwei Haltung anzunehmen: mit Großbritannien in weise er es, nach den wiederholten rungen Frankreichs, von sich, diese Lösun ;ʒ der andere Grund sei, daß Frankrei züglich der Stellung Großbritanniens indessen sei er, Redner, der weitem mehr Grund zur als umgekehrt. Die Re⸗ gegen die Frankreich zu rne cht und Billig⸗ . Seine Arbeit in Egypten sei noch Afrika sei groß genug für beide Nationen. Frage einer freundlichen Großbritannien habe genommen. Wenn unglücklicherweise anderswo ein nschauung geltend sein sollte,
+ 44 + 4,38 + 101, + 4,76
pril bis
+ 269 + 42 + 611]+ 5,07 echnungsja
.12080144 6 416
.. 444212231]⸗4+ 27587978] 12 654
für die Bahnen mit dem R. r — 31. Dezember in der Zeit vom 1. bis Ende September 1898
in könne;
.. . 101120299, + 6 309 907 16 621 + 844 + 5,35 Eröffnet wurden: am 1. Sepiember Bischofsburg — Angerburg 19,26 km am 3. September die
Nordenburg — Er hoffe und
laube, daß diese Lösung fähig sei f 3,60 km
15. September so würden die Minister der
n, was ihre Pflicht erheische. Es würde ein großes Unglück sein, wenn nach mehr a Frieden die freundlichen Beziehungen ges großen Krieg gestürzt werden sollte; allein und die Regierung daß sie durch
Königin wissen, ls achtzigjährigem — und Groß⸗ britannien in einen es gebe größere werde vor nichts zurückschrecken, ein geeintes Volk unterstüͤtzt werde.
Füsilier⸗Regiment, welches in Dover stationiert sich bereit zu halten, um baldigst sich
usterhausen — Uebel als den Krieg,
da sie wisse,
in Stuttgart, Wirkliche Ge⸗ seinen Posten zurück⸗ ndischaft wieder über⸗
ist, erhielt heute Befehl, nach Kreta einzuschiffen. Frankreich.
Eine Note der „Agence Havas“ besagt: des Admirals Fournier nach Toulon se minderung des Mittelmeergeschwaders von schiffe veranlaßt worden. plane in Uebereinstimmung mit dem Ge Organisation der Geschwader, und man der Ausführung des hierfür angenommenen schäftigt. — Der „Temps“ bemerkt zu den Schiffsausrüstungen in Toulon: die gegenwärtigen politis
Die Rückkehr nicht durch die Ver⸗ 10 auf 5 Panzer⸗
Minister Lockroy
neralstab eine neue
enwärtig mit ntwurfes be⸗
Meldungen über die
es sei zweifellos, daß
Einfluß im
tend machen
daß eben jetzt, was die von dem Minister Lockroy
Ministeriums beschlossenen Reformen
after Graf von der nach Berlin zurückgekehrt wieder übernommen.
schaft wieder
chen Ereignisse ihren
sonderer Wachsamkeit und Thätigkeit gel Man dürfe aber nicht vergessen, bloßes Zusammentreffen sei, bei Uebernahme des Marine⸗ zur Ausführung gelangten.
Schweiz.
Am Dienstag wurden in Biel, wie, sieben Personen verhaftet; mehrere dächtig, anarchistische
cher Meldung an das Ober⸗Kommando Sinne be
. ist der Reichs⸗Postdampfer der Ablösung für die Schiffe des Kreuze ührer: Kapitän zur See G ülich — am 19. Ok⸗ ffen und beabsichtigte an demselben
See zu gehen.
„Bayern“ mit r⸗Geschwaders
Propagandisten der That
das Königreich
schließung, wonach
eider Kammern ie „W. T. B.“ meldet, vollkommene
lten die Mittheilung, daß weitere sich sofort nach
In Kanea herrscht, w Die Admirale erhie 8000 Mann türkische Soldaten bereit
dem Eintreffen weiterer Fahrzeuge einzuschiffen.
Rumänien. 1“ eeresverwaltung bewilligten Kred konen Lei gedenkt das Kriegs⸗Ministerium, nach der „Romania militara“, wie folgt, zu verwenden: 2 000 000 zu ständigung der Ausrüstung der Truppen und B von Lebensmitteln chung, 500 000 zur Vervollständigung des Material Ankauf zweier Flußmonitor See, sowie zur Beschaffun ur Vervollständigung der Armier von Bukarest, 7 750 000 zum Bau von Kasernen, 300 zum Ankauf von Remonten, 4000 000 zum Ankauf vo 15 000 Gewehren M,93, 3000 Kavallerie⸗, 2000 Artillerie säbeln, 2000 Artillerie⸗ zur Instandsetzung des
nd vorgest n 20 Millionen
eines Vorraths Meiner vielgeliebten einzigen Prinzessin Albrecht deren unerwarteten Tod Ich mit Meinem t worden bin, fühle dieses erschütternden kundgegebene auszusprechen. zum Trost gereichenden Beweise treuen Mit⸗ gefühls lassen Mich hoffen, da die theuere Entschlafene, welche un⸗ lande mit unveränderter großer Liebe ich für alle Zukunft eine erzen Meiner Landeskinder bereitet hat. Altenburg, den 15. Oktober 1898.
Schwarzburg⸗Rudolstadt. Der Landtag ist zum 4. November einberufen worden.
Deutsche Kolonien. Nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Tsintau⸗ age ist der bisherige Gouverneur von welcher schon Kasuerdigge e und aiserin Augusta“ na apan ge⸗ bracht werden. Der Major Dürr hotsprovisorisch 88 Pofen des Gouverneurs übernomm
ulanzen, 4 000 000 zum und dreier Torpedoboote für die von Torpedos, 1 450 000 z
aschinenmessern, 1 rainmaterials.
Amerika. 1“ vom gestrigen Tage 1
emeldet, daß die Verhandlungen in
renzfrage infolge von
Lanzen, sowi zugethan gewesen ist, 8 Aus Valparaiso wird dem „Reuter'schen Bureau“ der Puna⸗Atacama⸗ der argentinischen Regierung, welche an Stelle neuen Minister der öffentlichen Arbeiten zu diesen Ve handlungen entsenden wolle, au worden seien. — Aus Santiago de Chile in Buenos Aires ene Meldungen besagen, Kabinet seine Entlassung eingereicht habe.
struktionen inero's den
f unbestimmte Zeit vertag
das chilenische
Der gestern gemeldete Besuch des französischen Arztes
en. bei dem Kaiser von China fand, dem „Reuter'sch
en Bureau“
es britischen Gesandten statt.
zufolge, auf Veranlassun dazu ausersehen, weil er der
Arzt wurde deshal
einzige ist, der augenblicklich einer auswärtigen Gesandt⸗ schaft offiziell attachiert ist. Er fand den Kaiser in Gesellschaft der Kaiserin⸗Wittwe, des Prinzen Wöö“ einer Anzahl Mandarine. Der Kaiser schien in guter Stim⸗ mung zu sein und bezeugte der Kaiserin⸗Wittwe die äußerste Ehrerbietung. Der Arzt untersuchte den Kaiser in eingehender Weise und fand ihn schwach, blutarm und beständiger Pflege bedürftig, konstatierte jedoch, daß eine unmittelbare Gefahr nicht vorhanden sei. .“
Nach einer amtlichen Depesche aus Manila ist es zwischen den Amerikanern und den Tagalen zu einem Zusammen⸗ stoß gekommen, weil der Admiral Dewey den Letzteren untersagt hatte, in Manila die republikanische Flagge zu hissen; beide Theile erlitten Verluste. Die Amerikaner nahmen Fahr⸗ zeuge der Tagalen in Beschlag.
Nach einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus“ aus Kairo ist der Hauptmann Baratier mit dem Bericht des Majors Marchand an die französische Regierung bereits durch Assuan gekommen und wird Donnerstag Abend in Kairo
eintreffen.
Statistik und Volkswirthschaft.
Die preußischen Sparkassen im Rechnungsjahre 1896.
Nach der „Zeitschrift des Königlich preußischen Statistischen Bureaus“, welche im III. Vierteljahrsheft des 38. Jahrgangs die amtliche Statistik der preußischen Sparkassen für das Jahr 1896 enthält, bat sich die Spargelegenheit in Preußen auch in diesem Jahre stetig, wenn auch langsam, fortentwickelt. Ein Abgang von Sparkassen fand überhaupt nicht statt, wohl aber ein Zugang um 6 städtische, 4 Landgemeindesparkassen, 6 Kreissparkassen und 4 Vereins⸗ und Privatsparkassen, sodaß sich im Ganzen ein Bestand von 1513 Sparkassen ergab, nämlich von 634 städtischen, 180 Kirch⸗ spiels⸗, Fleckens⸗ oder Landgemeindesparkassen, 378 Kreis⸗ und Amts⸗ sparkassen, 6 Provinzial⸗ und ständischen Sparkassen, 315 Vereins⸗ und Privatsparkassen. Bei den Vereins⸗ und Privatspar⸗ kassen sind zahlreiche kleine Fabriksparkassen u. dgl. unberück⸗ sichtigt geblieben und nur diejenigen aufgenommen, welche sich den Behörden durch besondere Wirksamkeit und Bedeutung für die Ent⸗ wickelung der Sparthätigkeit in dem betreffenden Gebiete bemerkbar
semacht haben. Im allgemeinen sind die Vereins⸗ und Privat⸗ fparzassen vorzugsweise in Schleswig⸗Holstein zu Hause; in den übrigen Gebieten tritt namentlich die Spar⸗ und Prämienkasse des Vereins zur Beförderung der Arbeitsamkeit im Regierungsbezirk Aachen hervor; von den 132 202 Sparkassenbüchern dieses Bezirks mit 105,21 Millionen Mark Einlagen kamen auf jene Kasse allein 130 600 mit 101,74 Millionen. Die nicht unerhebliche Sparthätigkeit, welche an Kreditanstalten, Erwerbs⸗ und Wirthschaftsgenossenschaften und andere sich zugleich mit der Annahme von Spareinlagen befassende Stellen anknüpft, kommt gleichfalls in der Statistik der preußischen Sparkassen nicht zur Erscheinung. Zahlreiche Filial⸗ oder Neben⸗ kassen oder Annahmestellen für Spareinlagen erleichtern die Be⸗ thätigung des Spartriebes. Im Ganzen gab es 556 Neben⸗ kassen und 2026 Annahmestellen; davon kamen allein auf die Kreis⸗ und Amtssparkassen 341 bezw. 1527, auf die Vereins⸗ und Privatsparkassen 52 und 205, auf die städtischen 25 und 220, auf die Provinzial, und ständischen Sparkassen 138 bezw. 51, auf die Landgemeinde⸗ u. s. w. Sparkassen endlich 23 Sammel⸗ stellen. Im Ganzen waren demnach 4095 Sparstellen und zwar in 3341 Orten vorhanden gegen 3941 in 3259 Orten am Schlusse des Vorjahres. Im Durchschnitt des Staatsgebiets kam eine Sparstelle auf 85,13 qkm und 7879 Einwohner. — Nicht in die Zahl jener Sparstellen einbezogen, sondern neben diesen besonders nachgewiesen sind die Verkaufsstellen für Spar⸗ marken. Im Rechnungsjahr 1895 hatte deren Anzahl sich von 2676 auf 2983 vermehrt, wovon allein auf den Regierungsbezirk Merseburg 467 entfielen, dem Schleswig und Wiesbaden mit 258 bezw. 233 folgten. Im Jahre 1896 verminderte sich dieser Bestand auf 2799; die Höchstzahl wies mit 427 immer noch der Regierungs⸗ bezirk Merseburg auf, doch hat hier wie in den meisten anderen Landestheilen die Anzahl jener Geschäftsstellen abgenommen.
Zu den erfreulichsten Feststellungen der preußischen Sparkassen⸗ statistik gehört seit längerer Zeit die Bewegung der Sparkassen⸗ bücher. Obgleich bereits auf je fünf Einwohner einschließlich der kleinen Kinder durchschnittlich reichlich ein Sparkassenbuch entfällt, nimmt deren Zahl doch von Jahr zu Jahr noch in steigendem Ver⸗ hältniß zu. Am Schlusse des Jahres 1895 waren 6 876 664, Ende 1896 7261 363 Stück vorhanden. Die Zunahme betrug also nicht weniger als 384 699 Stück gegen 349 327 und 271 830 in den beiden Vorjahren. Auf je 100 Einwohner kamen 22,50 Bücher. Am wenigsten mit Sparkassenbüchern ausgestattet waren die Regierungsbezirke Gumbinnen mit 4,92 (im Vorjahr 4,63), Bromberg mit 7,79 (7,19), Marien⸗ werder und Trier mit 7,87 (7,35 und 6,35), Posen mit 8,74 8,25), Oppeln mit 8,92 (8,40) und Koblenz mit 10,20 (9,37) Büchern auf je 100 Einwohner; doch zeigen sich auch in diesen Landestheilen überall Fortschritte. Andererseits kamen im Regierungs⸗ bezirke Liegnitz auf je 5 Einwohner bereits fast 2 Sparkassenbücher, 39,79 Bücher auf 100 Einwohner; auch in den Cöö“ Merseburg, Schleswig, Hannover, Hildesheim, Magdeburg, Lüneburg, Frankfurt und Sigmaringen, sowie im Stadtkreise Berlin lag jene Ziffer zwischen 40 und 30, sodaß etwa auf jeden dritten Einwohner ein Buch entfiel. Im allgemeinen verändert sich das Bild, welches die einzelnen Landestheile bezüglich der Verbreitung des Sparkassenbuchs ge⸗ währen, nur wenig; insbesondere vermindert sich der Abstand zwischen den an Büchern armen und den mit ihnen bereits im hohen Grade gesättigten Gebieten keineswegs, sondern auch in den letzteren wächst die Anzahl der ie je 100 Einwohner entfallenden Bücher in beträchtlichem, zum theil besonders starkem Maße. Je länger dieses Verhältniß andauert, um so 8ö licher wird es auch, daß thatsächlich nicht bloß ein und dieselbe
amilie, sondern oft auch ein und dieselbe Person mehrere Spar⸗
afsenbücher besitzt, sodaß man nicht mehr berechtigt ist, die Zahl der Bücher annähernd der Zahl der Spareinleger gleichzusetzen.
Von den Ende 1896 umlaufenden Büchern fehlte bei 42 279 die
Angabe des Sparbetrages; die übrigen 7 219 084 vertheilen sich derart,
daß von di Bü ntfielen: . u““ v. H. der Gesammtzahl
auf Bücher bis zu 60 ℳ Einlagen 28,65 (im Vorjahr 28,86) . von über 60—- 150 „ 8 15,77 „ 14 15,88 150 — 300 „ 4 13,99 5 14,07 300 — 600 „ 5 15,32 5 15,32 600 — 3 000 „ .„ 22,46 . 22 24
3 000 — 10 000 „ 8 3,41 . 3.24 x“ 113““
Die kleineren Konten machen, da sie 88 nicht ganz so schnell ver⸗
mehren wie die großen, von Jahr zu Jahr einen etwas geringeren
Bruchtheil der Gesammtzahl aller Bücher aus. Die Konten von über
3000 bis 10 000 ℳ umfaßten 245 894 Bücher, auf die also allein ein
Einlagebestand von wenigsteng 750, wahrscheinlich aber 1000 — 2000 Mil⸗ ionen Mark entfallen ir Besonders viele solche Bücher waren in den Kegierungsbezirken Schleswig (34 364), Arnsberg (28 404), Düsseldorf
(25 541) zu finden. Bücher mit einem Bestande von mehr als 0000 ℳ zählte man 29 684, davon allein in Westfalen 10 320
Cnfbegg 5496, Münster 2471, Minden 2353), in Hannover 5525 d chleswig⸗Holstein 5424; in den E“ gab es
e Bücher überall nur in wenigen Hunderten. t gfrade die größeren Konten eine verhältnißmäßig starke Zunahme
2 9 2
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aufweisen, so folgt naus noch nicht eine wachsende Betheiligung der 1
enn seit längerer
11“4“
wohlhabenden Klassen bei den Spareinlagen; denn es rücken alljährlich im Wege der regelmäßigen Sparthätigkeit kleine Sparer in die oberen Kontenklassen auf, und ferner kommt unzweifelhaft ein erheblicher Theil der „großen“ Konten auf Vereine, Kaßen, Stiftungen und andere Anstalten, die unter der Herrschaft der neuen Sozialgesetz⸗ gebung an Zahl wie an Vermögen erheblich zunehmen und natur⸗ gemäß ihre Fittel großentheils bei den Sparkassen anlegen. — Gesperrte Sparkassenbücher waren 33 748 (im Vorjahre 30 530) vorhanden, also eine ziemlich geringe Zahl.
m Schlusse des Rechnungsjahres 1895 bezw. 1895/96 war ein Einlagebestand von 4345,50 Millionen Mark nachgewiesen worden; die Statistik des Jahres 1896 ergiebt jedoch einen etwas größeren Uebertrag aus dem Vorjahre, nämlich einen solchen von 4346,31 Mil⸗ lionen, da die Zahl der rechnunglegenden Kassen eine etwas größere Se ist. Durch Zuschreibung von Zinsen kamen 121,35, durch
eueinlagen 1183,24 Millionen hinzu, während 995,27 Millionen an Rückzahlungen abgingen. Im Vorjahre hatten die Neueinlagen 1137,94, die Rückzahlungen 904,89 Millionen betragen; erstere sind also um 45,30, letztere um 90,38 Millionen gestiegen. Der Zuwachs war demnach nicht so groß wie im Vorjahre, be⸗ trug aber immerhin 309,32 Millionen Mark = 7,12 % und brachte den Gesammtbestand auf die Höhe von 4655,62 Millionen Mark. Stellt man die alljährlich erreichten Bestandssummen, die sich, wie schon erwähnt wurde, nicht ganz mit den im nächsten Jahre er⸗ scheinenden Ueberträgen aus dem Vorjahre decken, für die letzten 12 Jahre neben einander, so ergiebt sich für 38 gegen das Vorjahr Ende 1896 ein Bestand von 4655,62 Millionen 310,12
“ 4345,50 344,833
1894 4000,67 250,42
1893 3750,25 198,54
1892 3551,71 145,16
1891 3406,55 124.98
1890 3281,57 179,82
1889 3101,75 212,48
1888 2889,27 216,67
„ 1887 2672,60 “
.“ 1886 2470,44 “
4““ EE1 148.33. Das letzte Jahr hatte also nächst seinem unmittelbaren Vorgänger den weitaus größten Zuwachs in der ganzen Reihe, übrigens auch in sämmtlichen Jahrgängen der preußischen Sparkassenstatistik, welche früher nie auch nur annähernd solche Zuwachsziffern aufzuweisen hatte wie in den letzten drei Jahren. In den letzten 12 Jahren überhaupt haben die Bestände der preußischen Sparkassen sich reichlich verdoppelt. — Die vft hülchihmeb hohe Summe der Rückzahlungen im Berichtsjahre legt noch den Gedanken nahe, daß gerade die größeren Konten bei den Rückzahlungen besonders stark be⸗ theiligt gewesen sein könnten. Nach Ausweis der amtlichen Statistik trifft dies jedoch nicht zu, vielmehr haben gerade die größeren Konten sich verhältnißmäßig stark vermehrt. 1
Die Zunahme der Einlagen macht sich in allen Landes⸗ theilen bemerkbar, doch bleiben die östlichen Landestheile und Hessen⸗Nassau in ihren Beständen verhältnißmäßig noch fast ebenso weit hinter den übrigen zurück wie schon seit einer Reihe von Jahren. Von je 100 ℳ Einlage kamen auf Ostpreußen im Berichtsjahre 1,91, im Vorjahre 1,95, Westpreußen 1,80 bezw. 1,78, Berlin 4,47 bezw. 4,40, Brandenburg 7,11 bezw. 6,95, Pom⸗ mern 4,69 bezw. 4,65, Posen 1,63 bezw. 1,57, Schlesien 8,41 bezw. 8,37, Sachsen 10,80 bezw. 10,86, Schleswig⸗Holstein 10,38 bezw. 10,52,
annover 12,97 bezw. 13,30, Westfalen 15,98 bezw. 16,13, Hessen⸗ Nassau 4,66 bezw. 4,65, Rheinland 14,89 bezw. 14,54, Hohenzollern 0,31 in beiden Jahren. In Ostpreußen ist also, trotzdem sich auch dort die Einlagen (und zwar um 5,13 %) vermehrt haben, der Antheil am Gesammtbestande noch etwas zurückgegangen; bei den übrigen bisher zurückgebliebenen Landestheilen sind immerhin kleine Fortschritte auch bezüglich jenes Antheiles zu verzeichnen. Verhältnißmäßig den größten Zuwachs (mit 10,61 %) weist die Provinz Posen auf.
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E 3 83 14“ 1“ Bei der nseatischen Versicherungsanstalt sind I. an Anträgen auf Gewährung von Renten eingegangen: a. an Altersrentenanträgen: im Laufe des Jahres 1891 1105, 1892 404, 1893 381, 1894 353, 1895 354, 1896 351, 1897 314 und in der Zeit vom 1. Januar bis 30. September 1898 208, zusammen 3470; b. an Invalidenrentenanträgen: im Laufe des Jahres 1892 181, 1893 301, 1894 550, 1895 895, 1896 948, 1897 1172 und in der Zeit vom 1. Januar bis 30. September 1898 1051, zusammen 5098; mithin sind seit Beginn des Jahres 1891 bei der Hanseatischen Versicherungsanstalt an Rentenanträgen im Ganzen eingegangen 8568. Von den Anträgen auf Altersrente entfallen auf das Gebiet der freien und Hansestadt Lübeck 601, Bremen 741, Hambur 2128 und von den auf Invalidenrente auf das Gebiet von Lübee 565, Bremen 1578, Hamburg 2955. — Von den Anträgen auf Alters⸗ rente sind bis Ende September 1898 erledigt worden 3447, und zwar 2991 durch Rentengewährung, 407 durch Ablehnung und 49 auf sonstige Weise. Von den Altersrenten⸗Empfängern 8 inzwischen ausgeschieden 927, von diesen sind verstorben 880. on den Ansprüchen auf Invalidenrente sind bis Ende September 1898 erledigt worden 4943, und zwar 3751 durch Rentengewährung, 1038 durch Ablehnung und 154 auf sonstige Weise. Von den Invalidenrenten⸗ Empfängern sind inzwischen ausgeschieden 1104, von diesen sind ver⸗ storben 1018. — Auf die Gebiete der drei Hansestädte vertheilen sich die noch im Bezuge der Rente befindlichen Personen folgendermaßen: Lübeck 363 Altersrenten, 314 Invalidenrenten; Bremen 437 Alters⸗ renten, 949 Invalidenrenten; Hamburg 1264 Altersrenten, 1384 In⸗ validenrenten. Die Jahressumme der bis jetzt gewährten Renten macht insgesammt 982 586 ℳ aus (Altersrenten 483 263 ℳ, In⸗ validenrenten 499 323 ℳ), von welchem Betrage 286 866 ℳ Altersrenten 148 040 ℳ und Invalidenrenten 138 826 ℳ) 88 die inzwischen ausgeschiedenen Rentenempfänger abzusetzen sind. Nach den Berufszweigen vertheilen sich diese 2991 Alters⸗ und 3751 Invalidenrenten⸗Empfänger auf folgende Gruppen: Landwirthschaft und Gärtnerei 234 Alters⸗ und 186 Invalidenrenten⸗ Empfänger, Industrie und Bauwesen 1267 Alters⸗ und 1657 In⸗ validenrenten⸗Empfänger, Handel und Verkehr 522 Alters⸗ und 893 Invalidenrenten⸗Empfänger, sonstige Berufsarten 196 Alters⸗ und 215 Invalidenrenten⸗Empfaͤnger, Dienstboten ꝛc. 772 Alters⸗ und 800 Invalidenrenten⸗Empfänger. — II. Anträge auf Rückerstattung der Beiträge sind eingegangen: a. Anträge gemäß § 30 des Gesetzes: im Laufe des Jahres 1895 425, 1896 2302, 1897 3226 und in der Zeit vom 1. Jannar bis 30. September 1898 2657, zusammen 8610; b. Anträge gemäß § 31 des Gesetzes: im Laufe des Jahres 1895 83, 1896 377, 1897 609 und in der Zeit vom 1. Januar bis 30. September 1898 573, zusammen 1642; im Ganzen beträgt die Zahl der Anträge auf Rückerstattung der Beiträge also 10 252. Von diesen Anträgen entfallen auf das Gebiet von Lübeck 811, Bremen 2405, Hamburg 7036. Davon sind erledigt worden: durch Rückzahlung 9189, durch Ablehnung 728, auf sonstige Weise 98, zusammen 10 015, mithin unerledigt 237. “
öäöäZlur Arbeiterbewegung. 1 8 8 8 xus Greiz wird der „Geraer Ztg.“ berichtet, daß der Ausstan der Ki chler als beendet anzusehen sei; die Meister haben die Forderungen der Arbeiter theilweise gewährt. 8 Hier in Berlin haben, der „Voss. Ztg.“ zufolge, die in Buch⸗ bindereien, Cartonnagenfahriken und verwandten⸗ Betrieben beschäf⸗ tigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Dienstag beschlossen, wegen Einführung eines neuen Lohntarifs nach Leipziger Muster mit ihren
1 deln. Aebe eEn N.ne han 4 . T. B.“: Der Verwaltungsrath des
Syndikats der Eisenbahnen Frankreichs und der Kolonien
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erklärte, er gebe seine Entlassung, weil die Arbeitergruppen, welche be⸗ schlossen hätken, in den Ausstand zu treten, dies nicht ausgeführt hätten. — In der Nacht zum Mittwoch ist wiederum der Versuch gemacht worden, in verbrecherischer Weise ein Eisenbahnunglück herbeizuführen. In der Nähe des Bahnhofs von Montmorency waren die Zug⸗ drähte zweier Signalscheiben durchgefeilt. 8 Aus Buenos Aires meldet „W. T. B.“: Aus Santiago wird mitgetheilt, daß die Angestellten der Eisen inen und Salpeterwerke in den Ausstand getreten sind.
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Kunst und Wissenschaft.
A. F. Unter dem Vorsitz des Geheimen Regierungs⸗Raths, Professors reiherrn von Richthofen fand am Sonnabend v. W. die Oktober⸗ itzung der Gesellschaft für Erdkunde statt, die erste nach
dreimonatiger Sommerpause. Weihevolle Worte galten zunächst
dem Andenken des Fürsten Bismarck, „des Mannes der praktischen 8
Geographie“; einige andere Nekrologe folgten. Von der deutschen
Tiefseeforschungs⸗Expedition, die am 31. Juli in See gegangen ist, liegen
bis jetzt Fnftiße Nachrichten vor. Von Hamburg bis Edinburg hatte
dieselbe Nr. urray an Bord, den berühmten Theilnehmer und wissenschaftlichen Bearbeiter der Challenger⸗Expedition. Die Rath⸗ schläge dieses auf dem Gebiet der Tiefseeforschung bewanderten Ge⸗ lehrten dürften dem diessfeitigen Unternehmen sehr nützlich sein. Mit vielem S war die deutsche Nordpolar⸗Expedition des
Schiffes „Helgoland“ unter der Leitung des Korvetten⸗Kapitäns a. D.
Rüdiger begleitet worden. Leider kehrt sie heim, ohne Spuren von
Andrée gefunden zu haben. Von seiner zweijährigen Tropenreise
ist dieser Tage auch der Geheime Regierungs⸗Rath, Professor Bastian
zurückgekehrt. Der greise Gelehrte erfreut sich des besten Wohl. seins. Dann wurden noch Nachrichten von einigen wissenschaftlichen
Forschungsreisen gegeben, einige geschästliche Angelegenheiten
erledigt und neue SS. besprochen. — Den Vortrag des
Abends hielt Ober⸗Ingenieur Gaedertz über seine Reisen durch
Schantung. Der erst am 25. September nach Europa zurückgekehrte
Redner hat im Auftrage eines aus Kölner und Hamburger Geschäfts⸗
leuten bestehenden Syndikats im letzten Frühjahr und Sommer eine
Orientierungsreise durch Schantung, das bekannte große Hinterland
von Kiautschou, gemacht. Am 20. März in Tsingtau angelangt,
brach er von hier, mit den wichtigsten Instrumenten zu wissenschaftlichen
Aufnahmen versehen, welche leider durch die in Nord⸗China im Früh⸗
jahr heimischen Staubstürme ungewöhnlich stark mitgenommen wurden,
an der Spitze einer kleinen Karawane, erst gen Norden sich westlich wendend, zu seinem ersten Vorstoß in das Innere auf. Diese erste
Reise führte an den uralten, aus dem 10. Jahrhundert stammenden
Kanal, der ursprünglich sich von dem Golf von Petschili nach der
Kiautschou⸗Bucht erstreckte und längst durch Vernachlässigung und
durch Versandung der Meeresufer seine Bedeutung als Wasserstraße
verloren hat. Dagegen hat der Kanal, der kein Schleusenkanal, sondern von gleichbleibendem Niveau ist und dessen Böschungen leid⸗ lich gut erhalten sind, seine zweite Bestimmung zur Be⸗ wässerung des Landes voll behauptet, was auch von allen anderen Kanälen der Provinz Schantung gilt. Der aus⸗ gezeichnete Anbau des Landes, die herrlichen Getreidefelder und Obst⸗ gärten, der namentlich im Innern einem riesigen Park ähnliche Cha⸗ rakter der Landschaft sind sehr wesentlich auf diese Bewässerung zurückzuführen, welche allerdings auch Gegenstand unausgesetzter Feh⸗
den zwischen den Bauern ist. Auf dieser ersten, nur bis zum 8 Wei Hoe (119° 25 Fͤstlich von Greenwich) ausgedehnten Reise sa der Vortragende, nachdem er die Gebtirge nördlich von Tsingtau überschritten und das Rothsandsteinlager mit dem aus Eruptiv⸗ gestein bestehenden Gipfel des Ma Schan hinter sich gelassen, das Land vor sich nur als eine unermeßliche, fruchtbare Ebene, die zuweilen in der Regenzeit, wo die Felder in großer Ausdehnung überschwemmt sind, den Eindruck eines ungeheuren Binnen⸗ sens hervorrufen mag, wenn auch zu der Sage vom Vorhandensein olcher ausgedehnten Seen, wie der hierher verlegte, nicht vorhandene See Pi Mu Ho, die hier sehr häufigen Luftspiegelungen beitragen, welche den Anschein roßer Wasserflächen in der Ferne erwecken. Auf dem Rückwege von Wei Ho passierte der Vortragende die nur wenige Meilen nordwestlich von Kiautschou gelegene, wie alle chinesischen Städte mit krenelierten Mauern eingefaßte Stadt Kao Mi Psien (20 bis 25 000 Einwohner zählend) und machte dann die Bekanntschaft von Kiautschou. Nach kurzer Rast an diesen: Platz wurde die zweite, viel ausgedehntere Reise nach Westen angetreten, die sich in westnordwestlicher Richtung beinahe über vier Längengrade, nämlich bis zur Stadt Té Tschou unter 1160 20“ erstreckte (Kiautschou liegt unter 120⁰ 59. Der Weg führte anfangs auf der bei Rückkehr von der ersten Reise benutzten Route und wandte sich dann, den Wei Ho oberhalb der früher erreichten Stelle überschreitend, nach der großen, eng und winklig gebauten Stadt Ngan Kiu, wo den Reisenden ein unfreundlicher Empfang und schlechte Unterkunft zu theil wurde. Von hier ging es in nördlicher Richtung nach Wei Hsien, das nach mühseligem Marsch bei 340 C. Hitze am 9. Mai erreicht wurde. Auf dieser Strecke wurde Sandstein⸗ und Kalkstein⸗Gebirge passiert und das Vorhandensein abbauwürdiger Steinkohlen festgestellt. Bei
ortsetzung der Reise von Wei Hsien nach dem etwa 20 Meilen ent⸗ ernten Tschou Tsun wurde der 300 m breite Tschi Ho überschritten und ein Abstecher nach Süden bis Po Schan in die Kalkgebirge
Ssi Ki Sché Schan unternommen, zur Untersuchung der hier vor⸗ handenen reichen Während sich die Ebene überaus reich angebaut und stark bevölkert zeigte — die Dörfer sind selten weiter als 2 km von einander entfernt, häufig aber nur 300 m — erwies sich die gebirgige Umgegend von Po Schan sehr industriereich. An letzterem Platz ist Glas⸗ und Eisenindustrie zu Hause, das Eisen wird aber nicht in der Nähe gewonnen, sondern als Roheisen oder altes Eisen eingeführt. In dieser Gegend wurden an den Vortragen⸗ den viele Fragen wegen der zu erwartenden Eisenbahn gerichtet, mit der das voraneilende Gerücht seine Person in Verbindung gebracht hatte. Die Leute vermochten aber, keot alles Erklärens, sich keinen deutlichen Begriff von einer Eisenbahn zu bilden. Westlich von Tschou⸗Tsung, dem Hauptstapelplatz für Seide, traf der Reisende auf neue malerische Gebirge von Sandsteinen und Eruptivgesteinen bis zu 700 m Erhebung über die Ebene, darunter auch einige schöne Basaltkegel. Die Berge sind meist wald⸗ frei, aber doch mit einem grünen Teppich bedeckt. In der weitgestreckten, fruchtbaren Ebene westlich dieser Berge, deren Boden ausschließlich aus Löß besteht, konnten Erntearbeiter beobachtet werden, wobei es höchst auffällig erschien, daß das Getreide mit den Wurzeln ausgerissen wird, die nachher von Frauen und Kindern abgeschnitten werden. Endlich wurde nach Ueberschreitung neuer Kalkgebirge das bart an dem mächtigen, 4700 km langen Strom Hoang 88 gelegene Tsinan Fu erreicht, eine Stadt von 300 — 350 000 Einwohnern mit 10 km im eee haltender krenelierter Mauer und großer katho⸗ lischer Kathedrale, zu der eine Gemeinde von 1000 Seelen gehört. Den egenwärtigen Lauf hat der Hoang n nach starken Ausuferungen erst eit 1871 bis 1873 inne, sodaß mächtige Brücken, die früher über ihn hinwegführten, jetzt auf dem Trocknen stehen. Jenseits des Hoang Ho wurde der bis dahin westliche Marsch scharf nach NW. gerichtet und auf dem etwa 20 Meilen langen Wege nach dem Endziel Té Tschou wiederum eine höchst fruchtbare, durch Kanäaͤle reich bewässerte Ebene gekreuzt, kaum minder dicht bevölkert als die früher durch⸗ wanderten Gebiete. Hier begegnete dem Vortragenden das einzige Abenteuer seiner Reise durch die feindselige Haltung einer ganzen Ortschaft; sonst hat er über den ihm gewordenen Empfang von Seiten der Bevölkerung nirgends Fesee zu klagen gehabt. Alles in allem, hat der Reisende den Eindruck von einem friedliebenden, intelligenten Volke und von seinen infolge des jammervollen Zustandes der Wege bisher verhältnißmäßig wenig entwickelten Hilfsquellen eine roße Meinung gewonnen. Eine Eisenbahn in Verbindung mit einer
rdnung der im Innern des Landes allein auf Kupfer basierten Wäh⸗ rung würde, nach seiner Ansicht, für das schöne, reich angebaute
Land eine neue Aera caffen und seinen zahlreichen Produkten, Baum⸗ wolle, Seide, Feldfrüchten, Obst, Oel, Steinkohlen u. a. neue Märkt
erschließen.
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