1898 / 305 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 27 Dec 1898 18:00:01 GMT) scan diff

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den Justiz⸗Räthen, Auditeuren Schulz bei der 28. Division, Linck bei der 16. Dioision, Dames bei der 5. Division und 8 chberg bei der 14. Division den Stellenrang der vierten lasse der höheren Provinzialbeamten, ferner den Auditeuren Treftz bei der 36 Division, Kloß bei der 15. Division, Esche bei der 10 Division, Steinberger bei der 34. Division, Wagner bei der 6. Division, Schwabe bei der 9. Division, Riese bei der 2. Division, Sehring bei der 6. Division, Reuscher bei der 5. Division, den Garnison⸗ Auditeuren Dr. Mörler zu Altona und Dethleffsen zu Rastatt, sowie dem Auditeur Kaehrn bei der Division den Charakter als Justiz⸗Rath zu verleihen. 11““ Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den Landrath Schröter in Pleß zum Polizei⸗Direktor in Stettin zu ernennen, dem ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Kiel Dr. Ludwig Claisen den Charakter als Geheimer Regierungs⸗Rath, den Eisenbahn⸗Hauptkassen⸗Rendanten Brab in Breslau und Vierkante in Altona, den Eisenbahn⸗Hauptkassen⸗ Kassierern Brink in Breslau und Betriebskassen⸗Rendant Kleinhanns in Hannover, den technischen Eisenbahn⸗Sekretären Bergemann in Halle a. S., Heusch in Köln, Meyer in Münster i. W. und den Eisenbahn⸗Sekretären Anders in Breslau, Backe in Stolp, Betriebskassen⸗Rendant Bajohr in Königsberg i. Pr., Beck in St. Johann⸗Saarbrücken, Bornowski in Berlin, Busch in Hannover, Fuchs in Brom⸗ berg, Gerntholtz in Cassel, Klein in Elberfeld, Klohn in Hannover, Krauser in Berlin, Nawrotzki in Danzig, Ranzow in Berlin, Recknagel in Braunschweig, Riese in Bromberg, Scheidt in Elberfeld, Beiriebskasfen⸗Rendant Seeger in Halle a. S., Seiser in Bromberg, Vesper in Frankfurt a. M., Wist in Stettin, Zahn und Zangerle in Köln den Charakter als Rechnungs⸗Rath und dden Kreissekretären Weiher in Rathenow, Kirschner in Karthaus, Leschhorn in Posen, Schulze in Neu⸗Ruppin, Altmann in Allenstein, Baumgart in Tilsit, Hartdegen in Eschwege und Althof in Altena den Charakter als Kanzlei⸗ Rath zu verleihen, sowie infolge der von der Stadtverordneten⸗Versammlung zu Solingen getroffenen Wahlen den bisherigen Stadt⸗Baurath Anton ecum zu Königshütte O.⸗Schl. als besoldeten Beigeordneten der Stadt Solingen für die gesetzliche Amts⸗ dauer von zwölf Jahren und den Fabrikanten Otto Heberlein

daselbst als unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Solingen

für die gesetzliche Amtsdauer von sechs Jahren zu bestätigen.

Aunuf den Bericht vom 2. Dezember d. J. will Ich der Gemeinde Epterode im Kreise Witzenhausen auf Grund des Gesetzes vom 11. Juni 1874 (G.⸗S. S. 221) hiermit das Recht verleihen, das Grundeigenthum, welches zur Ausführung der geplanten, aus dem Roderichstollen in der Gemarkung Laudenbach zu speisenden Wasserleitung noch erforderlich ist, im Wege der Enteignung zu erwerben oder, soweit dies aus⸗ reichend ist, mit einer dauernden Beschränkung zu belasten. Die das Projekt darstellenden Zeichnungen folgen zurück. Ppotsdam, den 7. Dezember 1898. Wilhelm R. 8 Zugleich für den Minister der geistlichen ꝛc. 1 Angelegenheiten: Freiherr von der Recke. An die Minister der öffentlichen Arbeiten, der geist⸗ lichen ꝛe. Angelegenheiten und des Innern.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten.

Deer Lehrer an der Kunst⸗Akademie in Düsseldorf, Pro⸗

fessor Arthur Kampf ist zum Vorsteher eines Meister⸗ Ateliers für Malerei an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin ernannt worden und wird die Stelle am 1. April 1899 antreten.

Dem Lehrer an der Königlichen Kunst⸗Akademie in Düsseldorf, Maler Willy Spatz und dem städtischen Musik⸗ Direktor Konrad Heubner in Koblenz ist das Prädikat „Professor“ beigelegt worden.

Der ordentliche Professor Dr. Eduard Norden zu Greifswald ist in gleicher Eigenschaft in die philosophische

ät d Universität zu Breslau versetzt worden.

Die bisherigen Geheimen revidierenden Kalkulatoren Petsch, Haentschke und Posth sind zu Geheimen Rechnungs⸗ Revisoren bei der Königlichen Ober⸗Rechnungskammer ernannt.

Preußen. Berlin, 27. Dezember. Diejenigen Peone. welche Ihrer Majestät der

Kaiserin und önigin ihre Glückwünsche zum Neujahrstage darzubringen beabsichtigen, werden gebeten, ihre Karten im Laufe des 31. Dezember bei Ihrer Excellenz der Frau Ober⸗Hofmeisterin Gräfin von Brockdorff im Ein⸗ schreibezimmer unter Portal IV des Königlichen Schlosses hierselbst, vom Lustgarten aus links, und in Potsdam am 1. Januar in der Zeit von 10 bis 2 Uhr im Königlichen Seeses in der Ecke beim Lustgarten, am Aufgang zur früheren

11““ .

V Die Ober⸗Hofmeisterin Ihrer Majestät der Kaiserin und

Königin Sesh von Brockdorff wird, wie in den Vor⸗ am Montag, Donnerstag und Sonnabend, Nach⸗

mittags von 3 bis 5 Uhr, in ihrer Wohnung im hiesigen

findet am Montag, den 2. Januar, statt 5 *

ohnung Ihrer Majestäten, abzugeben.

Königlichen Schlosse Besuche entgegennehmen, Der erste Empfang

Das Staats⸗Ministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr im Dienstgebäude, Leipzigfer Platz 11, unter dem Vorsitz des Vize⸗Präsidenten, Staats⸗Ministers Dr. von Miquel zu einer Sitzung zusammen. 8 8

In der Zeit vom 1. April 1898 bis zum Schluß des Monats November 1898 sind im Deutschen Reich nach dem „Centralblatt für das Deutsche Reich“ folgende Einnahmen (einschließlich der kreditierten Hets sgh an Zöllen und ge⸗ meinschaftlichen Verbrauchssteuern sowie andere

Einnahmen zur Anschreibung gelangt:

Zölle 341 120 850 gegen denselben Zeitraum des Vorjahrs + 28 948 773 ℳ), Tabacksteuer 7 559 034 (+ 314 517 ℳ), Zuckersteuer und Zuschlag zu derselben 70 672 722 + 10 608 274 ℳ), Salzsteuer 31 421 313 (s— 208 595 ℳ), aischbottich, und Branntweinmaterialsteuer 3 599 09905 (. 253 676 ℳ), Verbrauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag zu derselben 83 969 892 (— 977 296 ℳ), Brennsteuer 15 199 (— 436 108 ℳ.), Brausteuer 20 388 717 (+ 166 854 ℳ), Uebergangsabgabe von Bier 2 574 714 (+ 44 115 ℳ), Summe 561 321 536 (+ 36 714 210 ℳ). Stempelsteuer für: a. Werthpapiere 13 254 747 (+ 3 162 270 ℳ), b. Kauf⸗ und sonstige Anschaffungsgeschäfte 8 180 103 (— 925 902 ℳ), c. Loose zu: Privatlotterien 2 644 000 (+† 364 420 9), Staatslotterien 9 684 427 (+ 755 673 ℳ), Spielkarten⸗ stempel 932 240 (+ 15 574 ℳ), Wechselstempelsteuer 7 268 582 (+ 750 353 ℳ), Post⸗ und Telegraphenverwal⸗ tung 226 574 085 (+ 15 894 767 ℳ), Reichs⸗Eisenbahn⸗ verwaltung 54 104 000 (+ 3 013 000 ℳ).

Die zur Reichskasse gelangte Ist⸗Einnahme, abzüglich der Ausfuhrvergütungen und Verwaltungskosten, beträgt be⸗ den nachbezeichneten Einnahmen bis Ende November 1898:

ölle 306 457 000 (+ 27 582 353 ℳ), Taebacksteuer

180 146 (+ 261 214 ℳ), Zuckersteuer und Zuschlag zu derselben 59 242 085 (+ 10 634 532 ℳ), Salzsteuer 28 698 813 (— 55 280 ℳ), Maischbottich⸗ und Brannt⸗ weinmaterialsteuer 7 709 686 (— 138 548 ℳ), Ver⸗ brauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag zu derselben 70 926 422 (+ 1 307 721 ℳ), Brennsteuer 270 048 (— 448 510 ℳ), Brausteuer und Uebergangsabgabe von Bier 19 515 915 (+ 181 220 ℳ), Summe 501 460 019 (+ 39 324 702 ℳ). Spielkartenstempel 893 164

2.

Der Kaiserliche Gesandte in Brüssel, Wirkliche Geheime Rath Graf von Alvensleben hat einen ihm Allerhöchst bewilligten kurzen Urlaub angetreten. Während der Ab⸗ wesenheit desselben fungiert der etatsmäßige Legations⸗Sekretär der Kaiserlichen Gesandtschaft, Legations⸗Rath Rücker⸗Jenisch als Geschäftsträger.

Laut telegraphischer Meldung an das Ober⸗Kommando der Marine ist der Reichs⸗Postdampfer „Preußen“ mit der Ablösung für S. M. S. „Möwe“ Transportführer: Unter⸗Lieutenant zur See Kuthe am 23. Dezember in Aden angekommen und hat an demselben Tage die Reise nach Colombo fortgesetzt. 8 6

8 Anhalt. 9 Der am 10. Februar 1897 geborene Prinz Leopold von Anhalt, Sohn Seiner Durchlaucht des Prinzen Eduard von Anhalt und Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Luise, geborenen Prinzessin von Sachsen⸗ tenburn, ist, wie der „Anh. St.⸗A.“ meldet, gestern früh ver⸗ ieden.

Oesterreich⸗Ungarn. 8

Wie die „Velissche Korrespondenz“ meldet, hat der italienische Botschafter Graf Fisda dem Erzherzog Otto die Insignien des Höchstdemselben von dem König von Italien verliehenen Annunziaten⸗Ordens überreicht.

Aus Anlaß des Ablebens der Gemahlin des Minister⸗

Ober⸗Rechnungskammer 8. Präsidenten Grafen Thun drückte der Kaiser noch am

Sonnabend dem Minister⸗Präsidenten sein Beileid in einem eigenhändigen Schreiben aus. Graf Thun begab sich sofort in die Hofburg, um seinen ehrfurchtsvollen Dank zu übermitteln. Die Antheilnahme für den Minister⸗Praäfi⸗ denten äußert sich in außerordentlichem Maße. Die Mit⸗ glieder des Kaiserlichen Hauses kondolierten theils persönlich, theils durch ihre Oberst⸗Hofmeister. Ferner kondolierten per⸗ sönlich: die Miehütcher des diplomatischen Korps, der Minister des Aeußern raf Goluchowski, die anderen Minister, sahlreiche Mitglieder beider Häuser des Reichsraths, der Aristokratie sowie Hofwürdenträger.

Wie die „Wiener Zeitung“ meldet, ist der Landtags⸗ Abgeordnete Werunsky zum Stellvertreter des Oberst⸗Land⸗ marschalls in Böhmen ernannt worden.

Zwischen dem ungarischen Minister⸗Präsidenten Baron Banffy und dem Präsidenten der Nationalpartei Horanszky ist ein Konflikt ausgebrochen. Letzterer hatte am Freitag im Unterhause erklärt, Baron Banff) habe zweimal, und zwar vor der Millenniumsfeier und vor der Erledigung des Ausgleichsprovisoriums im vorigen 88 bei Gelegenheit persönlicher eleea. mit ihm die

uten Dienste der Nationalparte beansprucht und ihr Versprechungen gemacht, die er hinterher nicht eingehalten habe. Baron Banffy, welcher der Sitzung nicht beigewohnt hatte, da er zur Zeit in Wien war, hat darauf ein offenes Schreiben an den Abg. Horanszky gerichtet, in welchem er erklärt, Horanszky habe die zwschen ihm und dem Baron Banffy geführten Besprechungen einseitig und nicht der vollen ahrheit gemäß dargestellt. Baron Ban bezeichnete das 1negen Horanszky's als „unmännlich, lügnerisch und feig“. Daraufhin sandte der Abg. oranszky vorgestern seine Zeugen Nicolaus Szemere un raf Stephan Karolyi zum W“ Baron Banffy. Letzterer bestimmte seinerseits als Zeugen den

MA. 8

Minister für die Landesvertheidigung Baron Fejérvär

und den Abg. Edmund Gajari. Die bei erh Bevollmächtigten hatten darauf Zusatnmenbersettden welcher Szemere und Graf Karolyi von dem Minister⸗Pra⸗ sidenten Genugthuung mit der Waffe für den an den Ab Febenanc⸗ gerichteten Brief verlangten und zugleich erklärteg. Horanszky betrachte dies nur als Retorsion und behalte sich vollkommene Aktionsfreiheit zur Aufklärung der auch eine politischen Charakter tragenden Angelegenheit vor. Die Be⸗ vollmächtigten des Barons Banffy erklärten, daß ihr Mandant jede Art bewaffneter Genugthuung unbedingt zu geben be⸗ reit sei, und erkannten beéreitwillig das Recht Horanszky'’s bezüglich seiner vollkommenen Aktionsfreiheit auch im 8. der Erledigung der Angelegenheit mit der Waffe an Auf die zu Prosokoll gegebene Erklärung der Bevoll⸗ mächtigten Horanszky’s, nach welcher sie die Genugthuung mit der Waffe nur als Retorsion betrachteten, entgegneten die Be⸗ vollmächtigten des Minister⸗Präsidenten, daß sie diese Erklärun nicht am Platze fänden. Die Genugthuung mit der Waffe sei die vorschriftsmäßige Art der Erledigung einer ritterlichen Angelegenheit, und da sie die ritterliche Modalität der Retorsion einer Beleidigung sei, hielten sie es nicht für statt⸗ haft, daß eine solche Erklärung unter die Vereinbarungen aufgenommen werde. Die Genugthuung mit der Waffe böten sie jedoch bedingungslos an. Die Bevollmächtigten Horanszky's erklärten, daß sie die Forderung der Genugthuung an keine Be⸗ dingung knüpften, doch höben sie offen hervor, daß sie nur Retorsion mit der Waffe verlangten und daß sie, da sie dieselbe in diesem Sinne nicht erhalten hätten, die Angelegenheit ihrerseits für abgeschlossen betrachteten. Die Bevollmächtigten des Barons Banffy erklärten, daß sie unbedingte Genugthuung mit der Waffe angeboten hätten. Obige Erklärung betrachteten sie als eine lee nach welcher die von ihnen unbedingt an⸗ gebotene Genugthuung mit der Waffe von den Bevollmächtigten des Abg. Horanszky nicht angenommen worden sei. Hiermit

5

erklärten sie die Angelegenheit als für Baron Banffy ab⸗

geschlossen.

Frankreich. Gegenüber der Meldung englischer Blätter, daß siamesische

Truppen den französischen Agenten in Luang Prabang, welcher

die Räumung eines Frankreich im Jahre 1893 zugestandenen Gebiets verlangt habe, mit Flintenschüssen in die Flucht getrieben hätten (s. Nr. 304 d. Bl.), erklärt das Ministerium des Aeußern, keine derartige Nachricht erhalten zu haben.

Die Deputirtenkammer verwarf in ihrer Vormittags⸗ Sitzung vom 24. d. M. die von der Stadt Paris zum Ersatz des Octrois auf hygienische Getränke beantragten Steuern und ertheilte der Stadt die Befugniß, den Octroi auf diese Getränke bis Ende des Jahres 1899 fortzuerheben. Die Sitzung wurde sodann bis 10 ½ Uhr Abends vertagt. Nach der Abendsitzung erfolgte der Schluß der Parlamentssession. Die Eröffnung der neuen Session wird am 10. Januar stattfinden.

Der Präsident der Kriminalkammer des Kassationshofes Loew erschien gestern Nachmittag in Begleitung eines Ge⸗ richtsschreibers im Ministerium des Innern, um die Aus⸗ sage des Minister⸗Präsidenten Dupuy entgegenzunehmen. Die Vernehmung dauerte etwa zwei Stunden. Sodann kon⸗

ferierte Präsident Loew noch eine halbe Stunde allein mit dem

Minister⸗Präsidenten. MRußland.

Der Kaiser und die Kaiserin sind, wie dem „W. T. B.“

aus St. Petersburg berichtet wird, am Sonnabend von Livadia nach Zarskoje⸗Sselo abgereist.

Der Legations⸗Sekretär Jonkheer van der Hoeven überreichte gestern im Auftrage des in Brüssel erkrankten Ge⸗ sandten der Südafrikanischen Republik Dr. Leyds dem Minister des Aeußern Grafen Murawjew das Schreiben, ee * Leyds als Gesandten bei dem Kaiser von Rußland

eglaubigt.

Wie die Zeitung „Krym“ meldet, sind russische Offi⸗ 1eg. welche der türkischen und der neugriechischen Sprache undig sind, aufgefordert worden, Posten in der Ver⸗ waltung Kretas anzunehmen. Die sich hierzu Meldenden hätten sich bei den Bezirksverwaltungen einer Prüfung zu unter⸗ iehen. Von der Simferopoler Garnison hätten zwei Offiziere

en Wunsch nach solchen Stellen ausgedrückt und hätten Aus⸗ sicht, sie zu erhalten.

Die in Südrußland wohnenden Griechen veranstalten Sammlungen zu Gunsten der verarmten Kreter und werden eine Deputation zur Ueberbringung der gesammelten Gelder sowie zur Beglückwünschung an den Prinzen Georg von

Griech land nach Kreta entsenden.

u“ Spanien. 8

Die Krankheit des Minister⸗Präsidenten Sagasta nimmt, nach einer dem „W. T. B.“ zugegangenen Nachricht aus Madrid, einen normalen Verlauf.

Castelar ist an einem Lungenkatarrh ernstlich erkrankt.

Silvela hat, dem „W. T. B.“ zufolge, auf Befragen erklärt, er halte Sagasta's Rücktritt 5 nothwendig, wogegen der General Weyler äußerte, Sagasta müsse eine Neubildung des Kabinets vornehmen. In Bordeaux sind Nachrichten aus Madrid nehon. nach denen die Generale Martinez Campos, Blanco, Lopez und Primo de Rivera die Absicht zu haben scheinen, sic dem Eintritt des Generals Weyler in das neue Kabinet lebhaft zu widersetzen.

In Santander haben die Zeitungen wegen der Strenge der Zensur ihr Erscheinen eingestelt.

Türkei.

Wie „W. T. B.“ aus Kanea berichtet, haben die 8

Admirale der vier Mächte gestern Kreta verlassen.

11“ 8 1““

I11“

In der Sitzung der Sobranje vom 24. d. M. gab, dem „W. T. B.“ zufolge, der Finanz⸗Minister Theodorom in der Generaldebatte über das Budget ein ofs der finanziellen Lage. Trotz der schlechten Ernte des orjahres habe sich die wirebschaftliche Lage des Landes merkli ebessert. Der Ertrag des laufenden Jahres übersteige den er letzten fünf Jahre um 20 Prozent. Die Einkünfte seien schon während der ersten 9 Monate um 4 ½ Millionen höher gewesen als die des Vorjahres, und das laufende Jahr werde ohne Defizit Füfchiesen. Her Mimister begänas sohghig n die wegen der Anlage von Eisen hes-; u nber thig

gewordene Anleihe und äußerte seine Freude

im preußischen, Reichs⸗Telegraphengebiet sowie Deutschen Reich von 1849 bis 1896.

(Stat. Korr.) Die bis zum Jahre 1876 von der Kaiserlich seitdem von der ährlich ver⸗

chritte, die Bulgarien im Bahnbau gemacht habe. Telegraphen⸗Anstalten ahre 1894 das Eisenbahnnetz von 1220 km ausgedehnt worden, und ohne daß zur Schaffung neuer Ab⸗ Der Minister schloß inweise darauf, daß das Budget 090 000 Lei Einnahmen Nachdem noch nahm die

seit dem deutschen und

779 km. auf Erfolg sei erzielt, aben habe geschritten werden müssen. eine Ausführungen mit dem des nächsten Jahres mit 84 030 000 Lei Ausgaben abschließen werde. mehrere Redner zum Budget gesprochen hatten, Sobranje den Entwurf im Prinzip an. 93

Montenegro.

von Griechenland hat, wie „W. T. B.“ bprinzen Danilo das Großkreuz des

chloß, die Soldaten, um in die inter⸗ ten, zurückzuberufen.

„Telegr.⸗Corresp.⸗

General⸗Direktion der Telegraphen, s⸗Post⸗ und Telegraphenverwaltung all 1 enthält außer Mittheilungen über die Betriebs⸗

erwaltung auch beachtenswerthe Angaben

Deutschen Rei öffentlichte Statisti und Finanzergebnisse dieser V über die vorhandenen Telegraphen⸗Anstalten. B

Hiernach haben im preußischen beiw norddeutschen Telegraphen⸗ gebiet Staats⸗Telegraphen⸗Anstalten bestanden

3 Ende Zahl Der König

berichtet, dem Er Erlöser⸗Ordens verliehen.

Die montenegrinische Regierung bes welche nach Kreta entsandt wo nationale Gendarmerie einzutre b einer Meldung des Wiener girten der Ortschaft Berane, welche um zum Katholizismus über⸗ ehrt, nachdem sie infolge der Rußland, Montenegro und Absicht zurückgekommen waren.

Amerika.

Die amerikanischen Friedenskommissare sind, wie W. T. B.“ meldet, am Sonntag von Paris nach Washington kgekehrt und haben dem Präsidenten Friedensvertrag überreicht. Senat unmittelbar nach dem Zus werde unterbreitet

rden waren,

Bureaus“ sind die Dele in Skutari eingetroffen waren, zutreten, in die Heimath zurückgek Intervention der Kons von ihrer

likums die Benutzung des Telegraphen Staatsanstalten deren es damals 275 gab,

en Kreisen des Pub zugänglich zu machen, wurden neben den 1858 die Eisenbahn⸗Telegraphenstationen, ur Annahme und Beförderung von Privatdepeschen unter bestimmten gt, eine Maßregel, welche es ermöglichte, 384 Telegraphenanstalten dem öffentlichen Verkehre zur Verfügung zu stellen, gegenüber jenen 98 zu Ende des Jahres 1857; es bedeutete dies eine Verme Derartige zur Annahme von Privatdepeschen er bahn⸗Telegraphenstationen waren vorhanden

Ende des Jahres

Um weiter

oraussetzungen ermächti Ende des Jahres 1858

hrung um 291,84 v. H. mächtigte Eisen⸗

Anstalten Zunahme

Me Kinley den Man erwartet, daß derselbe dem ammentritt des Kongresses

hat, dem „Reuter⸗ ien gemeldet, daß schen Missionars, n genommen worden Er bitte daher um die Rebellen entsenden zu Angelegenheit dem

Der Vize⸗König von Sz'tschwan Bureau“ zufolge, dem Tsung⸗li⸗Yam es unmöglich sei, die Befreiung des französi der von den dortigen Rebellen gefange sei, durch Verhandlunge die Erlaubniß, Truppen gegen Das Tsung⸗li⸗ französischen Gesandten

Eine Vereinbarung,

in zu erreichen.

Yamen habe die ichon vorgelegt. betreffend die französische Kon⸗ zession in Shanghai, ist noch nicht getroffen worden.

chnitt hat die jährliche Zunahme der Staats⸗Telegraphen⸗ eit von Ende 1849 bis dahin 1871 20,004 v. H., en in der Zeit von

Im Durchs anstalten in der diejenige der Eisen bahn⸗Telegraphenanstalt Ende 1858 bis dahin 1871 14,37 v. H. und schließlich die sämmt⸗ licher Telegraphenanstalten im ersteren Zeitraum 30,13 v. H. bet ßte Zunahme sowohl bei den Staats⸗ wie au den Eisenbahn⸗Telegraphenanstalten hat im Jahre 1867 i raphennetzes der neu erworbenen Landes⸗ s Sachsen stattgefunden, die geringste bei den Staats⸗Telegraphenanstalten 1859 und bei den Eisenbahn⸗ Telegraphenanstalten anstalten ist abge

in Massowah wie die „Agenzia Stefani“ meldet, Ras Mangascha den Zusammenkunft Ras Mangascha habe mit Rüuͤck⸗ Streitkräfte

aus Abessynien troffenen Nachrichten hat, Ras Makonnen dem

übermitteln u verhandeln. Unzulänglichkeit 1 führer hätten nur eine geringe Zahl von mber seine Vorhut zurück⸗

Vorschlag

der Uebernahme des Tel⸗ theile sowie des Koͤnigrei

enn seine Truppen Leuten mitgebracht am 16. Deze r velche bis nach Amba Aladschi vorgerückt gewe Gleichzeitig habe Ras Mangascha andt, um von ihm Verzeihung zu erbitten. Fohannesburg berichtet das „Reuter'sche Bureau“, 19. d. M. daselbst der britische Unterthan Edgar erschossen worden sei, den man 200 Pfd. Sterl. in Vorfalles h Engländern

sämmtlichen Telegraphen⸗ sehen von der durch die 1858 erfolgte Inverkehr⸗ stellung der Eisenbahn⸗Telegraphenstationen hervorgerufenen,

erbeblichen Zunahme in diesem

berufen, 1 cha Boten zum Negus ge⸗ Jahre die größte Steigerung 1850, im zweiten Jahre des Bestehens der Anstalten, und erst die

drittgrößte 1867 erfolgt; die geringste Zunahme hat hier 1854 statt⸗

ammte Gebiet des Deutschen Reichs mögen folgende stalten veranschaulichen, wobei Jahre 1872 erfolgte Hinzutritt der Telegraphengebiete von Elsaß⸗Lothringen und Baden zum Reichs⸗Telegraphengebiet zu berücksichtigen ist.

Es haben Tel⸗

Für das ges Zahlen die jedoch der im

von einem Boerenpolizisten dann gegen eine Bürgschaft von Aus Anlaß dieses Protestversammlung in welcher beschlossen worden Victoria

Zunahme der Telegraphenan belassen habe.

stattgefunden, Petition in der in entschiedener Sprache über die eführt und die Königin gebeten werde, ertreter Großbritanniens in Transvaagl dahin zu instruieren, daß er Schritte thue, um ein vollständig ehen gegen den Polizeibeamten, der ellen und überhaupt Abhilfe gegen ei zu erlangen, sowie für Leben und Eigen⸗ thum der britischen Unterthanen Schutz zu verschaffen. Anzahl von Beamten und Burghers einem Zusammenstoß der beiden habe mit Stöcken aufeinander Einem britischen Freiwilligen⸗Major sei der Die Petition sei dem ul überreicht worden, welcher versprochen

raphenanstalten bestanden öniglich im Königlich bayerischen württemberg.

Königin 1 Tyrannei der im Reichs⸗

Boerenpolizei Klage den diplomatischen

unparteiisches gerichtli Edgar erschossen hab das Auftreten der Po und es hat mithin deren Zunahme betragen in Hunderttheilen Königlich im Königlich

Versammlung habe eine württemberg.

beigewohnt, und es sei zu Parteien gekommen. losgeschlagen. Rock vom Leibe britischen Vize⸗ habe, sie weiterzubefördern.

Einer in Cadiz eingetr zufolge herrscht unter den lebhafte Bewegung.

im Reichs⸗

bayerischen Postgebiet*)

1871 1876.

1881 18868 1886 1891. 1891 1896 im Durchschnitt Außerdem bestehen seit 1890 in den deutschen Schutzgebieten in Afrik Telegraphenanstalten, deren Anzahl Ende 1896 10 betrug.

Was die Dichtigkeit der Telegraphenanstalten anbetrifft, so kam im preußischen, norddeutschen bezw. Reichs⸗Telegraphengebiet

Telegraphen⸗

erissen worden.

offenen Nachricht aus Tanger arokkanern in Tafilet eine

Staats⸗ (Reichs⸗) Telegraphenanstalt auf

Quadratkilom. Einwohner

Statistik und Volkswirthschaft.

Auswärtiger Handel Deutschlands im November 1898.

(Nach dem vom Kaiserlichen Statistischen Amt herausgegebenen Novemberheft.)

A. Einfuhrmengen im November in Tonnen zu 1000 kg rein: November 1897, daher mehr 333 040. unahme sind hauptsächlich betheiligt:

(+ 108 253), Droguerie⸗ ꝛc. Waaren „Oel und Fette (20 687),

au Quadratkilom. Einwohner

3 907 064 gegen 3 574 024 im Edelmetalle: 85. Getreide und andere Landbau⸗Erzeugnisse Erze ꝛc. (59 713),

An der 3

Kohlen ꝛc. (43 19 Material⸗ ꝛc. Waaren (21 131. (16 073), Abfälle (13 230), Steine ꝛc. (11 101). 29 von 43 Zolltarifnummern ergaben eine erhöhte E Gesammteinfuhr in den beträgt: 39 240 388 gegen 36 758 196, daher mehr 2 482 192. Edel⸗ —: 974. Besonders haben zugenommen: Holz ꝛc. (742 728), Getreide ꝛc. (729 330), Erden ꝛc. (353 094), Droguerie⸗ ꝛc. Waaren 328 563 Eis allein 338 972 —), Steine ꝛc. (111 968), Oel und uhr von Abfällen, Eisen und Eisen⸗

11 Monaten des Jahres

von Luxemburg und der chland bei weitem am ttet, nämlich mit einer auf Am schlechtesten ver⸗ woselbst je eine Tele⸗ er, Rußland Anstalt auf ei (europäische,

hre 1896 war, abgesehe Schweiz, von allen Ländern Europas D. reichlichsten mit Telegraphenanstalten ausgestat je 25,2 qkm beziehungsweise 2437 Einwohner. n in dieser Beziehung waren Montenegro, henanstalt auf 628,9 qkm und 19 067 Einwohn uropäisches und asiati 8 qkm und 25 957 Einwohner, und die Tür sche und afrikanische), woselbst je eine Anstalt auf 4190,9 qkm 31 048 Einwohner entfiel.

Im Kalender

ette (105 061), während die Einf waaren, Material⸗ ꝛc. Waaren erheblich abgenommen hat. 43 Zolltarifnummera ergaben e B. Ausfuhrmengen im

ine Abnahme der Gesammteinfuhr.

November in Tonnen zu 1000 kg rein: 2 677 535 im November 1897, daher weniger 3967. ine erhöhte,

eine derartige

2 673 568 gegen 1 Edelmetalle: 34. 28 von 43 Zolltarifnummern ergaben e sfuhr. Besonders nahm die Ausfuhr von Kohlen Erzen (11 047) ab, während an der Zunahme 1 Eisen und Eisenwaaren und Farbewaaren (7349), Oel und (5867), Instrumente, Maschinen ꝛc. Monaten des 25 404 150, daher mehr 2 098 588. Edel⸗ olltarifnummern ergaben eine größere, An der Zunahme sind besonders be⸗ 582), Eisen und Eisenwaaren 2 die Ausfuhr von

15 eine geringere Au (19 750) und Erden, der Ausfuhr besonders betheiligt + 9376), Droguerie⸗, ette (6686), Thonwaaren Die Gesammtausfuh beträgt: 27 502 738 gegen 26 von 43 3 ingere Ausf hlen (1 650 6 496). Ganz beträchtlich ist

Deutschlands Roheisenproduktion.

en statistischen Ermittelungen des Vereins deuts

d Stahlindustrieller belief sich die Roheisen⸗ des Deutschen Reichs (einschl. Luxembur kovember 1898 auf 638,662 t; darunter Puddelroheisen t, Bessemerroheisen 45 543 t, Thomasrohei en 113 971 t. Die Produktion im Okto

Apotheker⸗

in den 11 8) im Monat

Spiegeleisen 132 956 346 192 t, Gießereiroheis

im Privatbe⸗

1898 betrug 651 122 t, im November 1897 599 125 t. Vom 1. Jannar bis 30. November 1898 wurden produzioert 6 740 879 t gegen 6 273 612 t im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Zur Arbeiterbewegung.

Aus Eupen wird der „Köln. Sicg. unter dem 23. d. M. ge⸗ schrieben: Saͤmmtliche Weber der hiesigen Zweigfabrik der Firma Lejeune Vincent aus Dijon erklärten den Ausstand, weil einer von ihnen zwei Webstühle bedienen sollte. Die Ausständigen wollen die Arbeit nicht wieder aufnehmen, bis ihnen von den Arbeit⸗ gebern die Nichteinführung des Zweistuhlsystems zugesichert werde. Gegen dieses System wird vom Eupener und vom Aachener christlich⸗ sozialen Textilarbeiter⸗Verband angekämpft. Den Ausständigen stehen Unterstützungen von diesen Verbänden in Aussicht.

Aus Krefeld wird demselben Blatt über den Ausstand in der Sammetfabrik von F. Ebeling u. Co. berichtet: Während der Ausstand in den Krefelder Seidenwebereien beendet ist, dauert die Arbeitseinstellung der 300 Arbeiter und Arbeiterinnen der Sammet⸗ fabrik von F. Ebeling u. Co. fort. Als dieser Ausstand zu Anfang dieses Monats begonnen wurde, traten die Sammetfabrikanten zu⸗ sammen, um eine gemeinsame Lohnliste zu vereinbaren. Es gelang, die Lohnliste fertigzustellen. Der Aufforderung des Hauses F. Ebeling u. Co. an ihre Arbeiter, auf Grund der neuen Liste die Arbeit wieder aufzunehmen, ist kein einziger gefolgt. Auch in den andern Sammet⸗ webereien war man mit der Regelung nicht zufrieden. Im Sitzungs⸗ saale der traten deshalb am letzten Donnerstag die Sammetfabrikanten mit je einem Arbeitervertreter der 13 größten Sammetfabriken zusammen. Der Führer der Arbeiter machte dabei die Mittheilung, daß der Wunsch nach einer Normallohnliste bei den Sammetwebern nicht vorhanden sei, daß man vielmehr eine Rege⸗ lung der Lohnverhältnisse in jeder einzelnen Fabrik wünsche. Mit dem Durchschnittsverdienst in den Sammetfabriken erklärten sich die Vertreter der Arbeiterschaften ziemlich allgemein einverstanden. Eine Beilegung des Ausstandes bei F. Ebeling u. Co. war nicht zu er⸗ zielen, trotzdem der Vertreter des Hauses auf Grund der neuen all⸗ gemeinen Lohnliste höhere Zugeständnisse machte, als von den Arbeitern vor dem Ausstande verlangt worden waren.

Aus Brüssel meldet „W. T. B.“: In einer vom Kongreß der Bergarbeiter von Charleroi angenommenen Tagesordnung werden die Bergarbeiter zur Bereitstellung von Hilfsmitteln im Hin⸗ blick auf einen allgemeinen Ausstand aufgefordert, welcher wegen der Verweigerung von Lohnerhöhung durch die Kohlengrubenverwaltungen in Aussicht stehe.

Kunst und Wissenschaft.

Die hiesige Gesellschaft für Erdkunde versandte die Ein⸗ ladungen zu dem VII. Internationalen Geographen⸗Kon⸗ greß in Berlin, welcher vom 28. September bis 4. Oktober 1899 hier tagen wird. Als Gruppen für die Gegenstände, welche zur Verhandlung kommen können, sind folgende bestimmt worden: 1) Mathematische Geographie, Geodäsie ꝛc.; 2) Phy⸗ sische Geographie (Geomorphologie, Ozeanologie, Klimatologie); 3) Biologische Geographie; 4ü) Siedelungs⸗ und Verkehrs⸗ geographie; 5) Völkerkunde; 6) Topische Geographie, Länderkunde, Forschungsreisen; 7) Geschichte der Geo⸗ graphie und Kartographie; Methodologie, Unterricht, Lehrmittel, Bibliographie, Orthographie geographischer Namen. Eine Gesammt⸗ ausstellung ist seitens der Kongreßleitung nicht in Aussicht genommen, doch ist die Veranstaltung von privaten Sonderausstellungen nicht ausgeschlossen, an denen sich in umfassender Weise auch wohl die deutschen Behörden betheiligen werden, namentlich diejenigen Abtheilungen der Generalstäbe, der Kolonialabtheilung, der Handels⸗ und Ver⸗ kehrs⸗Ministerien, welche sich mit Ausgabe von Karten ꝛc. befassen, da die Leistungen derselben den Vergleich mit dem Auslande nicht zu scheuen haben. Die Mitgliedschaft wird durch Zahlung von 20 (1 Pfd. Sterl. oder 25 Fr.) erworben; die Mitglieder sind stimmberechtigt, können an allen gemeinsamen Veranstaltungen des Kongresses theil⸗ nehmen und erhalten sämmtliche Publikationen unentgeltlich. Damen der Mitglieder können entweder selbst als Mitglieder oder gegen Zahlung von 10 als Theilnehmerinnen (ohne Stimm⸗ berechtigung und ohne Anspruch auf die Publikationen) beitreten. Der Termin für die Anmeldung von Vorträgen ꝛc. ist auf den 1. April 1899 festgesetzt; bis spätestens 1. Juni sind die druckfertigen Manuskripte einzusenden. Vor Beginn und nach Schluß der Ver⸗ sammlung sind Ausflüge nach verschiedenen Gegenden Deutschlands in Aussicht genommen; u. a. liegt bereits eine Einladung zum Besuch von Hamburg seitens der dortigen geographischen Gesellschaft vor. Die Abzaltung des XIII. Deutschen Geographentages, welcher Ostern 1899 in Breslau stattfinden sollte, ist auf Sstern 1901 verschoben worden.

Dem „Geographischen Monatsbericht“ im Dezember⸗Heft von Petermann’s Mittheilungen“ (Gotha, Justus Perthes) sind folgende Notizen entnommen: Professor Dr. Futterer und der badische Amt⸗ mann Dr. Holderer haben auf des Letzteren Kosten eine Expedition nach Tibet unternommen und, nach einer telegraphischen Nachricht, den gefährlichsten Theil ihres Weges 5 sie haben das nörd⸗ liche Tibet durchquert und sind glücklich in Tao⸗tschou an der Nordost⸗ Grenze von Tibet gegen China eingetroffen. Im nordwesftlichen Tibet ist der indische Offizier Kapitän Deasy mit gutem Erfolg thätig; anf neuer Route wandte er sich von Yarkand durch die Wüste Aksai tschim na Polu, wo er am 25. September eintraf, und dehnte bis dorthin seine 1896 begonnene Triangulation aus. Unterwegs glückte es ihm, die Quelle des Khotan daria in 35° 35“ N. und ca. 810 40 Oe. L. zu entdecken. Kaum hat Dr. Sven Hedin sein Reisewerk über seine große Durchquerung Asiens von West nach Ost beendet die wissenschaftlichen Resultate sollen im Laufe des Jahres 1899 in mehreren Ergänzungsheften zu „Petermanns Mittheilungen“ erscheinen —, so rüstet er sich zu einer neuen Reise, welche wiederum Tibet zum Ziel hat. Dr. Sven Hedin wird wiederum von Kaschgar ausgehen; er will die Wüste Taklamakan auf neuer Route durch wandern, im nördlichen Tibet überwintern und dann das unwirthliche Land von Nord nach Süd durchkreuzen, um nach Indien zu gelangen. Die Suche nach Andrée, welche die Schweden Stadling, Fränkel und Nilson von der Lena aus in Angriff nahmen, hat zwar für ihre Hauptaufgabe nur ein negatives Resultat ergeben, da sie weder selbst auf Spuren von Andrée stießen noch durch Er⸗ kundigungen bei den Eingeborenen irgend welche Kunde zu erhalten war. Aber sie haben bei dieser Nachforschung eine sehr wichtige Tour ausge⸗- führt, auf welcher sie eine große Strecke des nördlichen Sibirien zum ersten Mal durchwandert haben. Vom Lena⸗Delta fuhren sie in offenem Boot nach dem Olenek, scheiterten es unterwegs und mußten 17 Tage auf einer unbewohnten Insel aushalten, bis sie das Festland erreichen konnten. Mit Rennthieren reisten sie dann nach der Mündung des Anabara, dann weiter nach der IE“ und kreuzten darauf die Taimpr⸗Halbinsel bis zum Jenissei. Die Route läßt sich nach dem dürftigen Telegramm aus Jenisseisk vom 29. November n. St. nicht genau feststellen, es scheint aber, daß die Reisenden sich wesentlich westlich von Baron Toll's letzter sibirischer Reiseroute gehalten haben. Der russische Admiral Makarow hat einen Eisbrecher erfunden, welcher dazu bestimmt ist, im Winter die russischen SSn besonders aber den Zugang nach St. Petersburg, offen zu halten, im Sommer aber im arktischen Ozean für die Ermöglichung der Sibirienfahrt gute Dienste zu leisten. Dieser Eisbrecher ist jetzt von der Armstrong'schen Werft vollendet worden und hat seine Fahrk nach der Ostsee angetreten. Seine Erfolge im Zertrümmern des Eises dürften es wesentlich be⸗ dingen, ob der von Makarow empfohlene Versuch, mittels eines Eis⸗ brechers von 20 000 t oder zweier zur gegenseitigen Unterstützung be⸗ stimmter Eisbrecher von je 10 000 t die fahr⸗ zum Nordpol zu erzwingen, werden wird, oder ob erst weitere Erfahrungen im Karischen Meer abgewartet werden sollen.

ꝛc. Waaren (143 414 Reis 34 419, Rohzucker 182 680 —) zurück⸗

einschließlich der seit 1881 zugela

n Telegraphenanstalten, deren es En 96 320 gab.