1899 / 57 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 07 Mar 1899 18:00:01 GMT) scan diff

Im Königlichen Schauspiel haufe gelangt morgen Abend Lugo Lubliner's Lustspiel „Das fünfte Rad“ zur Aufführung. Die amen Schramm, Sperr, Sandow, Mallinger und die Herren Felmer, Christians, Kraußneck, Keßler, Hertzer und Krüger sind darin äftigt. see dem Patronat der Damen A. von Siemens, Elisa von Moltke, Baronin Morell Bay, Baronin von Grünhof und Gräfin Wachtm ister soll am 12. März, Abends 7 ½ Uhr, ein Wohlthätig⸗ keits⸗Konzert im Saal Bechstein stattfinden. Ihre Mit⸗ wirkung haben zugesagt die Damen von Dulong, Gräfin Elisabeth Wachtmeister (Gesang), Carlotta Stubenrauch (Violine), die Herren Graf von Bernstorff (Piston), von Dulong (Gesang), Espenhan (Vtoloncello) und Ganz (Klavier). Eintrittskarten und Programme sind in der Hof⸗Musikalienhandlung von Bote und Bock erhältlich.

Mannigfaltiges.

Beim Herannahen des Hauptumzugstermins

liche Polizei⸗Präsidium davor, Wohnungen in neu⸗ erbauten oder umgebauten Häusern zu miethen, ohne sich bei dem zuständigen Polizeirevier vorher zu erkundigen, ob die gemietheten Räume auch zu der betreffenden Zeit bezieh⸗ kar sein werden. Zwischen der Rohbauabnahme und der Gebrauchsabnahme von Neu⸗ und Umbauten muß nach der Bauordnung in der Regel eine sechsmonatige Frist liegen, vor deren Ablauf aus leicht erklärlichen Gründen das Beziehen von Mieths⸗ räumen polizeilich nicht geduldet wird. Die Polizeireviere sind an⸗ gewiesen, über die Beziehbarkeit derartiger Wohnungen bereitwilligst Auskunft zu ertheilen.

Morgen Nachmittag 4 ½ Uhr findet im Königlichen Schau⸗ spielhause mit Allerhöchster Genehmigung eine Vorführung der Palästinafahrt der Deutschen Kaiserlichen Majestäten in 150 Wandellichtbildern von Ottomar Anschütz statt. Unter diesen Bildern befindet sich eine große Zahl der von Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin selbst hergestellten Aufnahmen. Die Vor⸗ stellung, deren Ertrag für einen wohlthätigen Zweck bestimmt ist, wird am Donnerstag, Freitag und Sonnabend im Schauspiel⸗ hause und am Sonntag im Neuen Königlichen pern⸗ Theater wiederholt. Preise der Plätze: I. Rang und Parquet 3 ℳ, II. Rang 2 ℳ, III. Rang 1 Aufgeld wird nicht erhoben.

Der hiesige Verein „Frauenhilfe“, welcher etwa 100 Diakonissen zur häuslichen unentgeltlichen Pflege von Schwerkranken aller Konfessionen unterhält, veranstaltet am 17. und 18. d. M. im Saale des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten (Wilhelmstraße 79) einen Bazar, für welchen Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Ihr Erscheinen in Aussicht ge⸗ stellt hat. In dem unter Vorsitz der Frau Gräfin von der Gröben gebildeten Comité befinden sich die Palastdame Ihrer Ma⸗ jestät, Frau Gräfin von Keller, die Hofdame Fräulein von Gersdorff und andere Damen der höchsten Gesellschaftskreise. Dem Vernehmen nach sind denselben bereits von einigen ersten Firmen Berlins Waaren zum Verkauf für den guten Zweck zur Verfügung gestellt worden.

Bei dem Fest zum Besten des Königin Luise⸗Denkmals in Tilsit, das am 10. März im Neuen Königlichen Opern⸗ Theater stattfindet, gelangt mit Allerhöchster Genehmigung das Feftspier „Die gnädige Frau von Paretz“ von Ernst Wichert unter Mitwir⸗ ung der ersten Kräfte des Königlichen Schauspielhauses zur Aufführung. Die Besetzung ist folgende: König Friedrich Wilhelm III.: Herr Grube; Königin Luise: Fräulein Lindner; Gräfin Voß: Fräulein Wienrich; Rauch: Herr R. Arndt; Baron von Schilden: Herr Oberländer. E reihen sich Lebende Bilder, Einzelfiguren aus der Zeit der Befreiungskriege darstellend, als Schlußbild: Apotheose der Königin Luise (die Huldigung der deutschen Frauen); ferner ein historisches Transparent⸗Gemälde: „Die Mutter Kaiser Wilhelm's des Großen“.

Nach der Pause folgt: Festgesang, Text von Richard Petong⸗ Spandau, Komposition von Paul Hassenstein. Den Schluß bildet eine Kostüm⸗Quadrille aus der Zeit der Königin Luise. Während der Pause und nach der Vorstellung bieten sich den Besuchern die verschiedensten Genüsse und Erfrischungen an einem echt ostpreußischen und verschiedenen anderen Büffets, in Wein⸗ und Liqueur⸗ zelten, an der Königin Luisenquelle, in einem Schweizer⸗ häuschen ꝛc. Die Preise für Speisen und Getränke werden durchweg mäßig normiert sein. Der Preis der Einlaßkarte beträgt 5 ℳ, ein Familienbillet für 3 Personen kostet 10 Billets und Programme 8 an den bekannten Verkaufsstellen sowie bei Helmuth Pabst, Kur⸗ ürstendamm 240, und bei C. u. W. Moritz im Neuen Königlichen Opern⸗Theater, Königsplatz 7, zu haben.

Die Deutsche Gesellschaft für volksthümliche Natur⸗ kunde veranstaltet morgen, Mittwoch, Abends 8 Uhr, im Bürger⸗ saale des Rathhauses einen öffentlichen Vortragsabend. Der Landes⸗ geologe Herr Dr. Keilhack wird unter Vorführung zahlreicher Original⸗Lichtbilder auf Grund seiner an Ort und Stelle gemachten Studien einen Vortrag halten über das Thema „Physikalisch⸗ethno⸗ graphische Streifzüge durch Island. Am Sonntag, den 19. März, wird für die Mitglieder der Gesellschaft Herr Geheimer Regierungs⸗ Rath, Professor Dr. Möbius die Fische in der Schausammlung des Museums für Naturkunde erklären. Für Dienstag, den 21. März, ist eine Besichtigung der Kunheim'schen chemischen Fabrik seitens der Theilnehmer des letzten Cyclus über technische Chemie in Aussicht genommen.

Kiel, 6. März. (W. T. B.) Unter dem Vorsitz des Hof⸗ marschalls, Kontre⸗Admirals Freiherrn von Seckendorff fand heute im Seemannshause die Generalversammlung der Gesellschaft „Seemannshaus für Unteroffiziere und Mannschaften der Kaiserlichen Marine“ statt. In der Versammlung wurde festgestellt, daß dank den den Zielen der Gesellschaft in ganz Deutschland und in den deutschen Kolonien des Auslandes gewidmeten Sympathien bisher 200 000 für die Erbauung von Seemaanshäusern in Wilhelmshaven und Kiautschou zusammengeflossen sind. Einstimmig wurde beschlossen, die Thätigkeit zur Beschaffung der noch fehlenden Mittel auf das kräftigste fortzusetzen, damit womöglich noch vor Eintritt des Herbstes mit der Anlage der so dringend nothwendigen beiden Seemannsheimstätten begonnen werden kann. Mit dem herzlichen Dank an alle diejenigen, welche die Thätigkeit der Gesellschaft materiell gefördert haben, ver⸗ band die Generalversammlung ihre lebhafte Anerkennung der wohl⸗ Polfnden Unterstützung der Gesellschaft von seiten der deutschen

resse.

Hamburg, 6. März. (W. T. B.) Auf dem der „Oester⸗ reichischen Nordwest⸗Dampfschiffahrtsgesellschaft“ gehö⸗ rigen Schleppdampfer,Erna fand heute Morgen beim Anwärmen der Maschine eine Explosion der Drosselklappe an der Maschine statt. Durch das Ausströmen des Dampfes wurden der Maschinist und der Heizer getödtet. Nachdem in den letzten Tagen veränderliches Wetter ge⸗ herrscht hatte, trat in vergangener Nacht bei leichtem Schneefall starker Nachtfrost ein. Die Temperatur sank auf 5 Grad (Réaumur). Heute ist hbeiteres, sonniges, aber kaltes Wetter bei frischen nordwestlichen Winden.

Triest, 6. März. (W. T. B) In der Bucht von Muggia wurden gestern sechs junge Leute in einem Boote von der Bora überrascht; fünf ertranken, einer konnte sich nach fünfstündigem Kampfe mit den Wellen retten.

Toulon, 7 März. (W. T. B.) Den neuesten Meldungen zufolge stellt sich die Zahl der bei der Katastrophe in Lagoubran Verunglückten auf 54 Todte und 130 Verwundete. Neuerdings ist das Gerücht verbreitet, die Explosion sei durch Ver⸗ brecherhand herbeigeführt worden, denn man habe im

Schutte eine 1 ½ m lange Lunte Minister Lockroy erklärte auf Befragen, die Annahme, die Explosion sei durch Selbstentzündung entstanden, sei unzulässig. Anrlhe wird vermuthet, ein Stein habe sich vom Dache abgelöst, sei auf eine Pulverkiste gestürzt und habe so die Explosion herbeigeführt.

„Neapel, 6. März. (W. T. B.) Der akademische Senat hat die zeitweilige Schließung der Universität verfügt. Die Veranlassung hierzu waren Studentenunruhen, herbeigeführt durch einen Zwischenfall mit einem Studenten der Veterinärschule, der sich hier vor einigen Tagen abspielte.

New York, 6. März. (W. T. B.) Seine Majestät der Deutsche Kaiser hat an die Gattin des erkrankten Schriftstellers Rudyard Kipling hier das nachstehende Telegramm gerichtet:

„As an enthusiastic admirer of the unrivalled books of your husband I am most anxious for news about his health. God grant that he may be spared to you and to all who are thankful to him for the soulstirring way in which he has sung about the deeds of our great common race.

„William, I. R.“

„(Uebersetzung.) „Als ein enthusiastischer Verehrer der unvergleich⸗ lichen Werke Ihres Mannes erwarte Ich mit Spannung Nachricht über sein Befinden. Gott gebe, daß er Ihnen und Allen erhalten bleibe, die ihm für die herzerhebende Art dankbar sind, in der er die Thaten unserer großen gemeinsamen Race besungen hat.“

„Frau Kipling hat durch Vermittelung des deutschen Botschafters in Washington Seiner Mojestät ihren tiefgefühlten Dank aussprechen und gleichzeitig melden lassen, daß sich Herr Kipling auf dem Wege er Besserung besfinde.

New York, 6. März. (W. T., B.) Die sechsjährige Tochter Josephine des Schriftstellers Kipling, welche einen Tag später als ihr Vater an Lungenentzündung erkrankte, ist heute gestorben; eine jüngere Tochter ist ebenfalls erkrankt.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene 5 Depeschen.

London, 7. März. (W. T. B.) Der „Times“ wird unter dem 6. d. M. aus Shanghai telegraphirt: Der deutsche, der großbritannische und der amerikanische Konsul lehnten es ab, mit dem Taotai von Shanghai über die Ausdehnung der Fremden⸗ niederlassung weiter zu verhandeln, da derselbe seit einiger Zeit eine ausweichende und direkt widerstrebende Taktik beobachtete. Es würden nunmehr Schritte gethan werden, um den Vize⸗König zu bewegen, daß er alsbald einen Spezialkommissar zur Re⸗ gelung der Angelegenheit ernenne; ferner sollen die Gesandten der drei Mächte veranlaßt werden, beim Tsung⸗li⸗Yamen darauf zu dringen, daß es in der Angelegenheit definitive Instruktionen ertheile.

Paris, 7. März. (W. T. B.) Der französische Bot⸗ schafter am Berliner Hofe, Marquis de Noailles hat dem Minister des Aeußern Delcassé die Mittheilung gemacht, daß Seine Majestät der Deutsche Kaiser den Chef des Marinekabinets beauftragt habe, ihn (den Botschafter) zu bitten, der französischen Regierung die Antheilnahme Seiner Majestät an der Katastrophe in Toulon auszudrücken.

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5*

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Beilage.)

gefunden. Der Marine⸗

8 Uhr Morgens.

Bar. auf 0 Gr. zu. d. Meeressp.

Stationen. Belmullet.. V 750 4 wolkig Aberdeen 749 2 halb bed. Christiansund 754 2wolkenl. ) Kopenhagen. V 758 3 Dunst Stockholm . 762 2 bedeckt

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Künster Wstf. 757 wolkig Karlsruhe . 761 bedeckt Wiesbaden .†1760 heiter 28 . halb bed.

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1) See mäßig bewegt. ²) See ruhig. ³) See schlicht. ⁴) See schlicht. ³) Gestern und Nachts Schnee. ⁶) See leicht bewegt. ⁷) See ruhig. ³) See unruhig.

Wind. Wetter.

red. in Millim.

in ° Celsius

5 °C. = 4 R.

Temperatur

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Uebersicht der Witterung.

Ein Hochdruckgebiet lagert über Südost⸗Europa gegenüber einer umfangreichen Depression im Nord⸗ westen, sodaß über Zentral⸗Europa südliche Winde vorherrschen, welche nur schwach auftreten. In Deutschland ist das Wetter ruhig, wolkig und noch kalt, obgleich die Temperatur überall gestiegen ist. Niederschläge sind nur im ostdeutschen Kastengebiete gefallen. Im Innern Rußlands, namentlich in den nordwestlichen Gebietstheilen, herrscht noch strenge

Kälte. Deutsche Seewarte.

Theater.

Königliche Schauspiele. Mittwoch: Opern⸗ haus. 61. Vorstellung. Haschisch. Oper in 1 Auf⸗ zuge. Dichtung von Axel Delmar. Musik von DOscar von Chelius. Die Abreise. Musikalisches

Lustspiel in 1 Aufzug. Dichtung von Steigentesch, bearbeitet von Ferdinand Graf Sporck. Musik von Eugen d'Albert. In Scene gesetzt vom Ober⸗ Regisseur Tetzlaff. Dirigent: Kapellmeister Dr. Muck. Vergißmeinnicht. Tanzmärchen in 1 Akt (3 Bildern) von Heinrich Regel und Otto Thieme. Musik von Richard Goldberger. Anfang 7 ½ Uhr.

Schauspielhaus. 67. Vorstellung. Das fünfte Rad. Lustspiel in 3 Aufzügen von Hugo Lubliner. Anfang 7 ½ Uhr.

Neues Opern⸗Theater. Mit Genehmigung Seiner Excellenz des General⸗Intendanten Herrn Grafen von Hochberg. Zum Besten der Sterbe⸗, Kranken⸗ und Unterstützungs⸗Kasse für deutsche Bühnen⸗An⸗ gehörige „Einigkeit“. Vortrags⸗ und Gesell⸗ schafts⸗Abend. 1) Konzert⸗Theil. 2) Sie ist stumm. Deiginate festlpe. in 1 Aufzug von

.Silesius (G. Kruse). In Scene gesetzt vom

ber⸗Regisseur Max Grube. 3) Ballet⸗Diver⸗ tissement. Ball. Karten⸗Verkauf von 3 bis 1 findet nur im Invalidendank, Unter den Linden 241., statt.

Donnerstag: Overnhaus. VIII. Symphonie⸗ Abend der Königlichen Kapelle. Dirigent: Herr Kapellmeister Felix Weingartner. Anfang 7 ½ Uhr. Mittags 12 Uhr: Oeffentliche Haupt⸗ probe. Billet⸗Verkauf bei Bote u. Bock und von 11 12 Uhr im Ovpernhause. Ein Theater⸗ Billet⸗Verkauf findet im Opernhause nicht statt.

Schauspielhaus: Geschlossen.

Overnhaus. Sonntag, den 12. März, Mittags 12 Uhr: Mit Allerhöchster Genehmigung: Matinée zum Besten des unter dem Protektorat Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich stehenden Berliner Krippen⸗Vereins unter Leitung des Königlichen Ober⸗Regisseurs Herrn Max Grube und des König⸗ lichen Kapellmeisters Herrn Dr. Muck. Der zün⸗ dende Funke. Lustspiel in 1 Aufzug von Edouard Pailleron. In Scene gesetzt vom Königlichen Re⸗ gisseur Oskar Keßler. Deklamation und Konzert. Das Orakel zu Delphi. Schwank in 1 Aufzug von Arnold Hänseler und Max Möller. In Scene gesetzt vom Königlichen Regisseur Oskar Keßler. Pess der Plätze: Fremden⸗Loge 8 ℳ, Orchester⸗

oge 8 ℳ, Erster Rang Balkon und Loge 6 ℳ, Parquet 5 ℳ, Zweiter Rang Prosceniumsloge 4 ℳ,

weiter Rang Balken und Loge 3 ℳ, Dritter

ang Balkon und Loge 2 ℳ, Vierter Rang Sitz⸗ 52 1 ℳ, Vierter Rang Stehplatz 0,50 Ein⸗ laßkarten sind von morgen ab an der Kasse des Königlichen Opernhauses, Vormittags 9—10 Uhr und von 10 ½ 1 Uhr zu haben. Am Tage der Auf⸗ führung ist die Kasse im Königlichen Opernhause von 11 12 Uhr geöffnet. Die Einlaßkarten haben die Bezeichnung „Reservesatz 2/99.“

Deutsches Theater. Mittwoch: Die Jüdin von Toledo. Anfang 7 ½ Uhr. Donnerstag: Pauline.

Freitag: Fuhrmann Henschel.

Berliner Theater. Mittwoch: Zum ecsten

Male: Tam Tam.

Donnerstag: Zaza. 1

Frettag (30. Abonnements⸗Vorstellung): 2 Tam. ““

Schiller⸗Theater. (Walner⸗Theater.) Mitt⸗ woch, Abends 8 Uhr: Verbotene Früchte. Lust⸗ spiel in 3 Aufzügen nach einem Zwischenspiel des Cervantes von Emil Goett. Vorher: Die Neu⸗ vermählten. Schauspiel in 2 Akten von Björnson.

Donnerstag, Abends 8 Uhr: Verbotene Früchte. Vorher: Die Neuvermählten.

Freitag, Abends 8 Uhr: Das vierte Gebot.

Theater des Westens. (Opernhaus.) Mitt⸗ woch: Gastspiel von Reinh. Wellhof und Fritz Werner. Am Wörther See. Kärntnerisches⸗ Liederspiel in 1 Akt von Koschat. Hierauf: Der Feüar. Komische Oper in 2 Akten von Ignaz

rüll.

Donnerstag: Die weiße Dame. Brown: Werner Alberti.)

(George

Lessing⸗Theater. Direktion: Otto Neumann⸗ Hofer. Mittwoch: 4. Gastspiel von Agnes Sorma. Jephta’s Tochter. Liebelei.

Donnerstag: Die Heimathlosen.

Freitag: 5. Gastspiel von Agnes Sorma. Die Jüdin von Toledo. 88

Neues Theater. Direktion: Nuscha Butze. Mittwoch: Hofgunst. Lustspiel in 4 Akten von Thilo von Trotha. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag: Die Pflicht.

Freitag bis Sonntag: Hofgunst. 1

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Belle-Alliance-Theater. Belle ⸗Alliance⸗ straße 7/8. Mittwoch: Zu volksthümlichen Preifen: Der Pfarrer von Kirchfeld. Anfang 8 Uhr.

8 Donnerstag: Das Milchmädchen von Schöne⸗ erg.

Freitag: Die Gräsin von Schwerin. 5

Sonnabend: Das Milchmädchen von Schöne⸗ berg. Nachmittags 3 Uhr: Napoleon. (Schüler⸗ Vorstellung.)

Residenz-Theater. Direktion: Sigmund Lautenburg. Mittwoch: Der Schlafwagen⸗Kon⸗ troleur. (Le contröleur des wagons-lits.) Schwank in 3 Akten von Alexandre Bisson. In deutscher Uebertragung von Benno Jacobson. Vorher: Einsiedler. Lustspiel in 1 Akt von Benno

obson. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag und folgende Tage: Der Schlafwagen⸗ Kontroleur. Vorher: Zum Einsiedler.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen:

Thalia⸗Theater. Dresdenerstraße 72/73. Mittwoch: Gastspiel von Emil Thomas. (Vor⸗ letzte Woche.) Schiddebold’s Eugel. Posse mit Gesang und Tanz in 4 Akten von W. Mannstädt. Musik von demselben. (Kuplets von Alfred Bender.) Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag: Dieselbe Vorstellung.

Konzerte.

8

Saal Bechstein. Mittwoch, Anfang 7 ½ Uhr:

Konzert von Fräulein Annie Duncker (Gesang) und Fräulein Fanni Merten (Klavier).

Beethoven⸗Saal. Mittwoch, Anfang 7 ½ Uhr: IV. (letzte) Soirée des Böhmischen Streich⸗ Quartetts.

Hôtel de Rome, Saal. Mittwoch, Anfang 7 ½ Uhr: Konzert der Sängerin Marie Doering.

¶msasmAgEÜEREÜEREnRERERÜnÜEREbER—:r:r;EEEEESERERWW//WTERREEEgRgeeiiWo Familien⸗Nachrichten.

Verlobt: Frl. Anna Kuntzen mit Hrn. Oberamt⸗ mann Richard Kuntzen (Berlin— Fürstenberg ag. d. Weser). Frl. Gerta von Brodowska mit Hrn. Leut. Detlef Grafen von Moltke (Branden⸗ burg a. H.). Fer Elisabeth von Bülow mit Hen. Regierungs⸗Referendar Heinrich von Hell⸗ dorff⸗Baumersroda (Dieskau⸗ Merseburg). Frl. Franziska Ende mit Hrn. Leut. Albert Böcking (Berlin⸗Wannsee —Darmstadt). Frl. Marie Frister mit Hrn. Leut. Mai von Alt⸗ Stutterheim (Berlin —Schwerin i. M.).

Verehelicht: Hr. Hauptmann Konrad von Horn mit Frl. Katharina Giese eherh

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Karl von Freeden (Berlin). Hrn. Dr. jur. Frhrn. von Langen (Groß⸗Lüdershagen).

Gestorben: Fr. Wirkliche Geheim⸗Rath Clara von Oheimb, geb. Naber (Holzhausen). Fr. Pastor Lina Spieß, geb Kieffer (Breslau). Frl. Clara von Mühlbach (Berlin).

1 Verantwortlicher Redakteur: Direktor Siemenroth in Ber lin.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Zehn Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage),

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8 8 8 8 8 8

sowie die Inhaltsangabe zu Nr. 6 des öffent⸗

lichen Anzeigers (Kommanditgesellschaften auf

Altien und Aktiengesellschaften) für die Woche

vom 27. Februar bis 4. März 1899.

gSgoagesordnung:

Erste Beilage Deutschen Reichs⸗Anze

iger und Königlich Preußis

Berichte von deutschen Fruchtmärkten.

Staats⸗Anzeiger.

1899

Qualität

gering

mittel gut Verkaufte

rt

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

Menge

niedrigster höchster niedrigster höchster niedrigster höchster

Doppelzentner

Am vorigen Außerdem wurden Durchschnitts⸗ 9 am Markttage Verkaufs⸗ preis Marxttage (Spalte 1) für nach überschläglicher werth 1 Doppel⸗ Schätzung verkauft zentner Doppelzentner 48 (Preis unbekannt)

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Bemerkungen.

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gem Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswerth auf volle Mark abgerundet mitgetheilt. Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende Preis nicht vorgekommen ist, ein

Weizen.

15,20 15,40 15,60 15,80 16,00 15,80 15,90 16,00 16,00 16,10 13,00 14,50 14,50 16,00 16,00 14,90 15,30 15,50 15,90 16,10 14,00 16,80 16.80 1Cͤ16,10 16,10 16,60 16,60 15,30 15,50 15,50 15,80 15,80

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16,00 16,00 15,60 1909 17,00 12,80 13,00 13,20 13,50 14,00 13,40 13,55 13,55 13,70 13,70 13,00 13,50 123,50 14,00

Gerste. 12,30 12,60 12,90 13,20 13,50 12,00 12,50 13,00 13,50 14,00 11,00 12,80 12,80 14,60 14,60 13,00 13,60 14,00 14,60 15,00 14,00 14,70 14,70 12,20 13,20 13,20 14,20 14,20 12,00 12,50 12,50 13,00 13,00 17,40 17,84 17,84 18,00 18,00 18,00 18,28 18,28 18,60 18,60

1—— 88881 18,60 16,86 17,20 17,20 17,46 17,46

17,00 17,00 11,50 13,00 13,30 13,90 15,00

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Hafer. 12,40 y12,50 12,600 12,70 12,80 12,00 12,00 12,10 12,10 12,20 12,00 12,49 12,40 12,80 12,80

12,10 12,40 12,60 12,90 13,10 13,80 b. 14,00 12,20 12,40 12,40 12,60 12,60 12,40 12,80 12,80 13,00 13,00 14,80 15,16 15,30 1540 16,00 14,00 14,44 14.44 14,60 14,60 14,40 12480 15,00 14,80 15,38 15,8 15,64 15,64 158,50 15,55 88 12,10 12,30 12,60 12,80 13,00 12,80 13,00 13,00 1320 13,20 13,00 14,00

15,88 15,67

15,50 18,00 17,79

16 05 16

12,10 17,80 18,22 18,44 17,19 17,00

13,50

12,74 12,75

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12,70 12,40 27. 2. 15,20 15,38 27. 2. 14,50 14,30 27. 2. 14,54 14,30 27. 2. 15,38 1 15,50 15,00 27. 2.

13,00 13,15 3. 3. 13,44 13,44 6.3.

Der Durchschnittspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet. unkt (.) in den letzten sechs Spalten, daß entsprechender Bericht fehlt.

Deutscher Reichstag. ö50. Sitzung vom 6. März 1899, 1 Uhr.

Fortsetzung der zweiten Berathung des Reichshaushalts⸗Etats für 1899.

Ueber den Anfang der Sitzung wurde in der gestrigen Nummer d. Bl. berichtet.

Zu dem Etat des Reichs⸗Invalidenfonds, über welchen der Abg. Malter;sfage (Zentr.) den Bericht er⸗ stattet, beantragt die Kommission folgende Resolution:

1) die verbündeten Regierungen zu ersuchen, die Mittel, welche zur Gewährung von Beihilfen von 120 an alle nach dem Gesetz vom 22. Mai 1895 Art. III als berechtigt anerkannten Veteranen fehlen, aus allgemeinen Reichsmitteln durch einen Nachtrags⸗ Etat für 1899 alsbald anzufordern; 2) den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstage noch in dieser Session einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen, unter Berück⸗ sichtigung der gesteigerten Kosten der Lebenshaltung, den berech⸗ tigten Wünschen der Militärinvaliden, insbesondere auch in Bezug

8 auf die Versorgung der Wittwen und Waisen, die Entschädigung für

Niichtbenutzung des Zivilversorgungsscheines und die Belassung der Militärpension neben dem Zwildiensteinkommen resp. der Zivilpension Rechnung getragen wird.

Abg. Graf von Oriola (nl.): Es handelt sich hier um Miß⸗ stände, die vom ganzen Reichstage anerkannt sind. Die Klagen werden nicht eher aufhören, bis die Wünsche des Reichstages erfüllt sind, und ich für meine Person werde nicht aufhören, von dieser Stelle aus die Wünsche der Veteranen vorzutragen, die durch ihre Tapferkeit zur Gründung des Reiches beigetragen haben. Besser wäre es, wenn man einen besonderen Reichs⸗Invalidenfonds nicht hätte, wenn man alles aus Reichsmitteln direkt angewiesen hätte. Denn wenn jetzt etwas für die Invaliden gefordert wird, dann heißt es: dadurch werden die Mittel für die Veteranen geschmälert, und wenn man etwas für die Veteranen fordert, dann heißt es, die Bezüge der Invaliden würden beeinträchtigt. Die Veteranen sollte man nicht auf die genpflege verweisen, das hat der frühere Reichs⸗Schatzsekretär Graf Posadowsky selbst als Grundsatz hingestellt. Der Vertreter des Neichs⸗ Schatzamts sprach von 50 Millionen Mark. Es sind noch 710 000 Veteranen vorhanden. Wenn jeder 120 jähr⸗ lich bekommen würde, so würde das 85 Millionen aus⸗ machen. Sollten wirklich zwei Drittel dieser Leute erwerbs⸗

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nfähig geworden sein? Vorläufig handelt es sich v1111““ 11 . 1“

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6000 Veteranen, deren Wünsche nicht befriedigt werden konnten, also um 720 000 oder eine Kleinigkeit mehr. Die Kriegsverwaltung selbst macht keine Schwierigkeiten, aber ihr sind die Hände gebunden. Ich billige die Entschlossenheit, mit welcher der Kriegs⸗Minister allen demagogischen Umtrieben entgegentritt; aber bezüglich der Maßregelung des Kriegerverbandes in Leipzig ist er doch wohl zu weit gegangen. Der Kriegs⸗Minister sollte die hier vorliegenden Verhältnisse noch einmal genau prüfen und die scharfe Maßregel rückgängig machen. Nehmen Sie die von der Kommission vor⸗ vesesebe⸗ Resolution an. Wir müssen das Nöthige thun; der Reichstag muß darauf dringen, daß seinem einstimmigen Wunsche endlich nachgekommen wird. Auch die zweite Nummer der Resolution sollte einstimmige Annahme finden. Durch Vergrößerung des Dis⸗ positionsfonds könnte ja vielleicht geholfen werden, aber nicht gründlich. Wenn eine Nothlage besteht infolge der Vertheuerung aller Lebensverhältnisse, dann muß auch durch Gesetz geholfen werden. Es müßte ferner der Unterschied beseitigt werden, der zwischen den Kommunalbeamten und den Reichsbeamten besteht; erstere behalten ihre Militärpension neben ihrem Diensteinkommen, letztere nicht, obwohl 9. etwa dieselben Dienste leisten. Dem Unter⸗ beamten der Reichsbank wird die Pension belassen, dem höheren Be⸗ amten der Reichsbank wird sie verkürzt. Das ist nicht aufrecht zu erhalten, denn die Beamten drängen sich infolge dessen immer 88 zu den Kommunalstellen. Redner empfiehlt ferner eine ausreichende Entschädigung für die Nichtbenutzung des Zivilversorgungsscheins und eine bessere Fürsorge für die Invalidenoffiziere aus dem Kriege von 1870/71, und fährt dann fort: Die Invaliden der unteren Offizier⸗ chargen haben eine allzu niedrige Pension. Wenn die Offiziers⸗ invaliden ein kleines Vermögen haben, so sind sie durch den Rückgang des Zinsfußes geschädigt worden. Das Reich sollte aber nicht den Vortheil der Konvertierung auf Kosten der Invaliden für sich in Anspruch nehmen. Wir vertrauen der Regierung und der Kriegs⸗ verwaltung, aber die verbündeten Regierungen können auch dem Reichstage vertrauen; er will den Beweis erbringen, daß wir den⸗ jenigen, die zur Gründung des Reichs beigetragen haben, dankbar sind.

Staatssekretär des Reichs⸗Schatzamts Dr. Freiherr von Thielmann:

Meine Herren! Ich möchte die Debatte wieder auf das sachliche Terrain bringen. Es sind gegen die verbündeten Regierungen Vor⸗ würfe erhoben worden, zuerst vom Herrn Referenten, dann von dem Vor⸗ redner, die ich nicht unwidersprochen lassen kann. Der Herr Referent hat, wenn es nicht vielleicht nur ein lapsus linguae war, gesagt, es

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sei die einstimmige Ansicht der Budgetkommission gewesen, die ver⸗ bündeten Regierungen mögen jetzt das Gesetz von 1895 erfüllen. Meine Herren, ich habe der Kommission dargelegt und will es Ihnen in kurzem noch einmal darlegen, daß die verbündeten Regierungen von dem Gesetz von 1895 nicht um einen Schritt zurückgeblieben sind; sie haben es nicht allein voll erfüllt, sondern sie sind zu Gunsten der Veteranen über die strenge Auslegung des Gesetzes sogar hinüber⸗ gegangen. 8 Das Gesetz von 1895 beginnt mit den Worten: Aus den Mitteln des Reichs⸗Invalidenfonds werden in Grenzen der Zinsen des für die Sicherstellung seiner gesetzlichen Verwen⸗ dungszwecke entbehrlichen Aktivkapitalbestandes Beträge zur Ver⸗ fügung gestellt 8 1) behufs gnadenweiser Bewilligung von Pensionszuschüssen H. . w.; 2) behufs eines Zuschusses zum Dispositionsfonds des Kaisers; 3) für die Veteranen.

GSs bestand im Jahre 1895 also volle Uebereinstimmung zwischen den verbündeten Regierungen und dem Reichstage, daß die Veteranen beihilfen sich in den Grenzen der Zinsen des entbehrlichen Kapital⸗ bestandes des Invalidenfonds halten sollten. Es ist Ihnen bekannt, meine Herren, daß die Bilanz des Invalidenfonds, die eine sehr schwierige und umfangreiche Arbeit ist, alle drei Jahre aufgestellt wird. Die erste Bilanz, die nach dem Gesetz von 1895 aufgestellt wurde, war die vom Jahre 1897 Diese Bilanz vom Jahre 1897, die seit dem vorigen Jahre schon in Ihren Händen ist, wies nach einen entbehrlichen Aktiv⸗ kapitalbestand von rund 69 Millionen. Ueber die Zinsen dieses Aktivkapitalbestandes sind die verbündeten Regierungen jetzt schon seit einigen Jahren hinausgegangen, indem sie zu den eben genannte Zwecken etwas über 3 Millionen durch den Etat hergegeben haben. Es kann also den verbündeten Regierungen der Vorwurf nicht gemach werden, sie haben das Gesetz nicht erfüllt, im Gegentheil, sie haben zu Gunsten der Veteranen mehr erfüllt, als im Gesetz stand. Nun aber, meine Herren, ist in der Kommission gesagt worden

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