Muster C.
Dem (Name).. 13 „ Führer der dem (Name des Besitzers) in .. gehörigen, aus .. Stück bestehenden Schafherde, welche nach 88. Bestimmungsort) getrieben werden soll, wird behufs Aufsuchens des hierarztes in bescheinigt, daß in der Gemeinde zur Zeit die Maul⸗ und Klauen⸗
(L. s) 8 . Der Seeeter Gültig bis zum . .ten. 18
Der in San Francisco aus Holz neu erbaute, bisher unter keiner Flagge gefahrene Schooner „Marshalleon“ von 40,00 Registertons Brutto⸗Raumgehalt hat durch den Uebergang in das ausschließliche Eigenthum der Jaluit⸗Gesell⸗ schaft in Hambur das Recht zur Fuͤhrung der deutschen Flagge erlangt. Dem Schiffe, für welches die Eigenthümerin Hamburg zum Heimathshafen gewählt hat, ist von dem Kaiserlichen General⸗Konsulat in San Francisco unter dem 30. Januar d. J. ein Flaggenattest ertheilt worden. 8
8 8 88 5
Königreich Preußen.
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den Unter⸗Staatssekretär im Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten D. Dr. von Weyrauch zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Prädikat „Excellenz“ zu ernennen. öD
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Fabrikbesitzer Karl Ferdinand Wahl in Küstrin den Charakter als Kommerzien⸗Rath zu verleihhn.
8 Finanz⸗Ministerium.
Königliche General⸗Lotterie⸗Direktion. Bekanntmachung. ie Erneuerungsloose sowie die b zur
3. Klasse 200. Königlich preußischer Klassen⸗Lotterie
sind nach den 88 5, 6 und 13 des Lotterieplans, unter Vor⸗
legung der bezüglichen Loose aus der 2. Klasse, bis zum
13. März, Abends 6 Uhr, bei Verlust des Anrechts,
einzulösen.
Die Ziehung der 3. Klasse dieser Lotterie wird am
17. März, Morgens 8 Uhr, im Ziehungssaale des Lotterie⸗
Gebäudes ihren Anfang nehmen.
Berlin, den 8. März 1899. Königliche General⸗Lotterie⸗Direktion. Strauß. Ulrich.
ersonal⸗Veränderung
Königlich Preußische Armee.
Offiziere, Fähnriche ꝛc. Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. Im aktiven Heere. Bremen, 3. März. v. Diepow, Lt im Gren. Regt. König Friedrich Wilhelm IV. (1. Pomm.) Nr. 2, in das Inf. Regt Nr. 136, v. Salisch, Lt. im Leib Gren. Regt. König Friedrich Wilhelm III. (I. Brandenburg. Nr. 8, in das Inf. Regt. Freiherr Hiller von Gaertringen (4. Pburg.) Nr. 59, Schenck, Lf. im Hess. Feld⸗Art. Regt. Nr. 11, in das Nassau. Feld⸗Art. Regt. Nr. 27, — versetzt. Horn, Fähnr. der
Res., zuletzt im 2. Hannov. Feld⸗Art. Regt. Nr. 26, im aktiven Heere mit seinem Patent als Fähnr. im Inf. Regt. Nr. 144 wiederangestellt.
Berlin, 6. März. Dohme, Oberlt. im Füs. Regt. Graf Roon (Ostreuß.) Nr. 33, zum überzähligen Hauptm. befördert.
Abschiedsbewilligungen. Imäaktiven Heere. Bremen, 3. März. Sturm, Lt. im Inf. Regt. Nr. 135, mit Pension der Abschied bewilligt.
Berlin, 6. März. v. Fragstein u. Niemsdorff, Gen. Major z. D., zuletzt Kommandeur der 33. Inf. Brig., der Charakter als Gen. Lt. verliehen.
Nachweisung der beim Sanitätkkorps im Monat Januar 1899 eingetretenen Veränderungen. Durch Verfügung des General⸗Stabsarztes der Armee.
11. Januar Dr. Rieck, Unter⸗Arzt vom Füs. Regt. General⸗ Feldmarschall Prinz Albrecht von Preußen (Hannov.) Nr. 73, Dr. Meyer, Unter⸗Arzt vom Inf. Regt. Nr. 138, — beide mit Wahrnehmung je einer bei ihren Truppentheilen offenen Assist. Arzt⸗ stelle beauftragt.
Beamte der Militär⸗Verwaltung.
Durch Allerhöchsten Abschied. 9. Februar. Kulig, Zahlmstr. vom Füs. Regt. General⸗Feldmarschall Graf Moltke (Schles.) Nr. 38, bei seinem Ausscheiden aus dem Dienst mit Pension der Charakter als Rechnungs⸗Rath verliehen.
Durch Verfügung des Kriegs⸗Ministeriums. 10. Ok⸗ tober. Barth, Prof. beim Kadettenhause in Wahlstatt, zur Haupt⸗ Kadettenanstalt, Dr. Lotz, Prof. beim Kadettenhause in Karlsruhe, zum Kadettenhause in Wahlstatt, Dr. Hartmann, Oberlehrer beim Kadettenhause in Oranienstein, zur Haupt⸗Kadettenanstalt, Dr. Amsel, Oberlehrer bei der Haupt Kadettenanstalt, zum Kadettenhause in Oranienstein, Hülsen II., Oberlehrer beim Kadettenhause in
Bensberg, zur Haupt⸗Kadettenanstalt, — zum 1. April d. J. versetzt.
29. November 1898, 13. Dezember 1898 und 11. Februar
1899. Goßner, Garn. Bauinsp. in Koblenz, als technischer Hilfs⸗ arbeiter zur Intend. des Garde⸗Korps, Maillard, Garn. Bauinsp., technischer Hilfsarbeiter bei der Intend. der militärischen Institute, nach Koblenz, — zum 1. April 1899 versetzt.
13. Dezember 1898. Pfaff, Garn. Bauinsp. in Worms, als technischer Hilfsarbeiter zur Intend. des I. Armee⸗Korps zum 2. Ja⸗ nuar 1899 versetzt.
27. Dezember 1898. Schirmacher, Garn. Bauinsp. in Allenstein, nach Rastenburg, Berninger, Garn. Bauinsp., technischer Hilfsarbeiter bei der Intend. des XVII. Armee⸗Korps, in die Lokal⸗ Baubeamtenstelle nach Allenstein, — zum 2. Januar 1899 versetzt.
25. Februar 1899. Jung, Zahlmstr. vom 2. Bat. Füs. Regts. Graf Roon (Ostpreuß.) Nr. 33, auf seinen Antrag zum 1. Mai 1899 mit FPesihien in den Rubestand versetzt.
„März. Waschek, Stellenanwärter, Schmelter, Geheimer Sekretär auf Probe, — als Geheime Sekretäre bei der Gen. Militär⸗
kasse angestellt. 18 Königlich Bayerische Armee.
DOffiziere, Fähnriche ꝛc. Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. Im aktiven Heere. 22. Februar. gtin, Hauptm. z. D., zum Bezirks⸗Offizier beim Bezirkskommando eiden ernannt.
28. Februar. Enk, Zeug⸗Lt. vom Art. Depot Germersheim, unter Enthebung vom Kommando zum Kaiserlichen Art. Depot Straß⸗ burg, zum Art. Depot Ingolstadt versetzt. Halder, Zeug⸗Feldw. von der Gewehrfabrik beim Art. Depot Germersheim, unter Kom⸗
] mandierung zum Kaiserlichen Art. Depot Straßburg, zum Zeug⸗Lt.
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Dur erfügung des Kriegs⸗Ministeriums. Michell⸗ Auli, Lt. des 10. Inf. Regks. Prinz Ludwig, das Kommando zur Intend. I. Armee⸗Korps bis auf Weiteres verlängert.
Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. 22. Fe⸗ bruar. Koch, Major z. D. und Bezirks⸗Offisier beim Bezirks⸗ kommando Weiden, mit der gesetzlichen Pension und mit der Erlaubniß zum Tragen der Uniform des 1. Inf. Regts. König mit den für Ver⸗ abschiedete vorgeschriebenen Abzeichen der Abschied bewilligt.
28. Februar. Stürmer, Zeuglt. vom Art. Depot Ingol⸗ stadt, unter Verleihung der Aussicht auf Anstellung im Zivildienst, mit der gesetzlichen Pension der Abschied bewilligt.
Im Sanitäts⸗Korps. 22. Februar. Dr. Brüning (Hof), Oberarzt der Res., behufs Uebertritts in Königl. preuß. Militärdienste der Abschied bewilligt.
24. Februar. Dr. Müller, Unterarzt des 5. Inf. Regts. Großberzog Ernst Ludwig von Hessen, Frhr. Scheben v. Cronfeld, Unterarzt des 1. Fuß⸗Art. Regts. vakant Bothmer, — beide in ihren Truppentheilen zu Assist. Aerzten befördert.
Durch Verfügung des General⸗Stabsarztes der Armee. Schlick, einjährig⸗freiwillger Arzt des 5. Feld⸗Artillerie- Regts. zum Unterarzt im 4. IJnf. Regt. König Wilhelm von Württem⸗ berg ernannt und mit Wahrnehmunzg einer offenen Assift. Arztstelle
beauftragt. 8 Beamte der Militär⸗Verwaltung.
23. Februar. Thoma, Militär⸗Anwärter, Zahlmstr Aspir. des 12. Inf. Regts. .Sg- Arnulf, zum Rechnungeführer bein Re⸗ monte⸗Depot Benediktbeuern ernannt.
Durch Verfügung des Kriegs⸗Ministeriums. Schnei⸗ der (I München), Unterveterinär der Res., mit der Wirksamkeit vom 1. März d. J. zum Unterveterinär des aktiven Dienststandes im 1. Chev. Regt. Kaiser Nikolaus von Rußland ernannt und mit Wahr⸗ nehmung einer offenen Veterinärstelle beauftragt.
Kaiserliche Marine.
Offiziere ꝛc. Ernennungen, Beförderungen, Ver⸗ setzungen ꝛc. Wilhelmshaven, an Bord S. M. Panzerschiffes 1. Klasse „Kurfürst Friedrich Wilhelm“, 2. März. v. Diederichs, Vize⸗Admiral, von der Stellung als Chef des Kreuzer⸗Geschwaders entbunden. Heinrich, Prinz von Preußen Königliche Hoheit, Kontre⸗Admiral, unter Entbindung von der Stellung als Chef der 2. Div. des Kreuzer⸗Geschwaders, zum Chef des Kreuzer⸗Geschwaders, Fritze, Kavpitän zur See, unter Entbindung von der Stellung als Chef des Stabes des 1. Geschwaders, zum Chef der 2. Div. des Kreuzer⸗Geschwaders, — ernannt.
S für das Frühjahr 1899. Bremer⸗ haven, an Bord S. M. Panzerschiffes 1. Klasse „Kurfürst Friedrich Wilhelm“, 3. März. Frhr. v. Lyncker, Kapitän zur See, unter gleichzeitiger Versetzung von Berlin nach Kiel, zum Kommandanten für Probefahrten, v. Heeringen, Freg. Kapitän, unter Belassung in dem Kommando zum Reichs. Marineamt, zum Kommandanten eines Panzerschiffes 4. Klasse der Res. Div. der Nordsee, — ernannt. Die Korv. Kapitäns: Bachem zum Kommandanten S. M. Kreuzers 3. Klasse „Gazelle“, Pustau zum Kommandeur der 2. Abtheil. 2. Matrosen⸗Div. und unter Belassung in dieser Stellung zum Kommandanten eines Panzerschiffes 4. Klasse der Res. Div. der Nordsee, — ernannt Gerstung von dem Kommando S. M. Schul⸗ schiffes „Carola“ entbunden. Merten zum Kommandeur der 3. Ma⸗ trosen⸗Art. Abtheil, Deubel unter Belassung in der Stellung als Kommandant S. M. Panzerkanonenboots „Skorpion“, zum Chef der Panzerkanonenboots⸗Div., Engel, unter Entbindung von der Stellung als Kommandeur der 3. Matrosen⸗Art. Abtheil., zum Kom⸗ mandanten S. M. Schulschiffes „Carola“, Schönfelder (Karl) zum Kommandanten S. M. Vermessungsschiffes „Hyäne“, Bruch unter Belassung in der Stellung als Kommandeur der 1. Torpedo⸗Abtheilung, zum Chef einer Torpedoboots⸗Flotille, Becker zum Kommandanten S. M. Schulschiffes „Grille“, v. Dassel (Hartwig) zum Kommandanten S. M. Avisos „Zieten“, — ernannt. Die Kapitän⸗Lts.: Kinderling zum Kommandanten S. M. Avisos „Blitz“ ernannt. Schaefer (Erwin) zum Stabe des Oberkommandos der Marine kommandiert. v. Bentheim zum Kommandanten eines Panzerkanonenboots der Res. Div. „Danzig“, Maaß zum Chef einer Torpedoboots⸗Div., Kraft zum Chef einer Torpedoboots⸗Div., Rogge zum Kommundanten eines Panzertanonen⸗ boots der Res. Div. „Danzig“, Heine (Wilhelm), Overlt. zur See, zum Kommandanten S. M. Schulschiffes „Rhein“, — ernannt.
Aiichtamtliches. Deutsches Reich. b Preußzen. Berlin, 8. März.
Seine Majestät der Kaiser und König hörten heute Vormittag von 10 Uhr ab den Vortrag des Chefs des Zivilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths Dr. von Lucanus und daran anschließend diejenigen des Ministers des König⸗ lichen T Wedel und des Präsidenten des Evangeli⸗ schen Ober⸗Kirchenraths D. Dr. Barkhausen. Heute Abend* 8 Uhr findet bei Ihren Kaiserlichen und Königlichen Majestäten ein Diner statt, zu welchem die am hiesigen Allerhöchsten Hofe accreditierten Botschafter Einladungen erhalten haben. —
„Ihre Majestät die Kaiserin und Königin er⸗ theilten gestern Mittag dem Präsidenten des Evangelischen Ober⸗Kirchenraths D. Dr. Barkhausen und dem Minister des Innern Freiherrn von der Recke von der Horst im hiesigen Königlichen Schlosse Audienz. 11““
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Morgen, Donnerstag, den 9. d. M., am Todestage Seiner Hochseligen Majestät des Kaisers Wilhelm des Großen, läuten, wie alljährlich, um 8 Uhr Morgens Eters.h die drei großen Glocken der Kaiser Wilhelm⸗ bedächtnißkirche. Am Abend findet um 6 Uhr in dieser Kirche eine musikalische Gedenkfeier statt, an welcher Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin theil⸗ nehmen werden.
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9 rsten Beilage zur heutigen Nummer des „R.⸗ u. St.⸗Anz.“ wird eine Labae der Berichte von deutschen Fruchtmärkten für den Monat Februar 11 1
Stettin, 7. März. Der XXVI. Provinzial g der Provinz Pommern wurde heute durch den Ober⸗Präsi⸗ denten, Staats⸗Minister von Puttkamer mit folgender An⸗ sprache eröffnet:
„Hochgeehrte Herren! Nachdem des Kaisers und Königs Majestät Allergnädigst geruht haben, den XXVI. Pommerschen Provinzial⸗ Landtag auf heute zu berufen, habe ich die Ehre, Sie beim Beginn Ihrer diesmaligen Tagung zu begrüßen.
Es ist das erste Mal, daß Sie nach dem Hintritte des unvergeß⸗
lichen Landeshauptmanns Höppner zur Erledigung von Geschäften sich
versammeln, und ist es mir Bedürfniß, bei diesem Anlaß no einmal des schmerzlichen Verlustes zu gedenken, den die Palaß voc seinen vorzeitigen Tod erlitten hat. Lassen Sie mich zugleich die feste Zu⸗ versicht avssprechen, daß die vortrefflichen und vertrauensbollen Be⸗ ziehungen, welche von jeher zwischen der Staats⸗ und der Provinzialverwal⸗ tung bestanden haben, auch in Zukunft unter der neuen Leitung der letzteren ungetrübt bleiben werden. Die Persönlichkeit und die dienstliche Ver⸗ gangenheit des gegenwärtigen Landeshauptmanns, welchen Ihr Ver⸗ trauen unter Allerhöchster Bestätigung an die Spitze der Geschäfte berufen hat, bürgen dafür, daß diese Zuversicht keine Täuschung tfücsen Feh glof
Auch im verflossenen Jahre ist Ihnen der Verlust werther Mit⸗ glieder des Landtages und des Provinzialausschusses nicht 1“ ge⸗ blieben. Ihr Gedächtniß wird unter Ihnen und in der Provinz in A 3
Bereits im vorigen Jahre hatte ich darauf hinzuwei en, daß die fernere Entwickelung unseres Kleinbahnwesens in baneise veae gic bald erhöhte Anforderungen an die Finanzkraft der Provinz stellen werde. Diese Vermuthung hat sich bestätigt. Es ist nothwendia, die Mittel zur Förderung des Baues von Kleinbahnen zu erhöben, wobei zugleich die Möglichkeit der Gewährung von Beihilfen an bereits bestehende Unternehmungen dieser Art zum Zwecke ihrer besseren Ausrüstung und zur Abstoßung hierfür eingegangener Ver⸗ bindlichkeiten in das Auge zu fassen sein wird. Die Mittel zur Be⸗ friedigung dieser Bedürfnisse sollen durch eine Provinzial⸗Anleihe auf⸗ 8 werden.
Für das bevorstehende Rechnungsjahr hat sich die Erhöhung der
Provinzialabgaben um 200 000 ℳ nicht vermeiden lassen. Es isg dies bedingt durch die Nothwendigkeit eines erheblichen Mehraufwandes für den Zuschuß zum Kleinbahnfonds, sowie einer verstärkten Verwendung von Provinzialmitteln zur Hebung der Landwirthschaft. Für diesen weitaus wichtigsten Erwerbszweig der wesentlich auf die Erträge des Ackerbaues angewiesenen Bevölkerung unserer Provinz in mäßigen Grenzen sich haltende Opfer zu bringen, werden Sie gern bereit sein, um so mehr, als die in dem neuen Voranschlage vor⸗ gesebene Erhöhung der Beiträge sich auf einer Höhe hält, welche zu Bedenken keine Veranlassung giebt, auch verglichen mit der Mehrzahl der anderen Provinzen. 518 Für die Vollendung des Ausbaues der St. Jakobi⸗Kirche zu Stettin sowie für den Ausbau der künstlerisch und historisch merk⸗ würdigen Kirche zu Kenz im Kreise Franzburg werden Mittel von Ihnen erbeten werden.
Sie werden ferner um eine Beihilfe angegangen werden zur Unterhaltung der in Stettin zu errichtenden Schulenöfür Maschinkn⸗ bau und für Seedampfschiffs⸗Maschinisten.
Ddie Herstellung eines Großschiffahrtsweges nach Berlin bildet eine Lebensfrage für den Wohlstand und die weitere gedeihliche Ent⸗ wickelung unserer Provinzial⸗Hauptstadt und berührt somit mehr oder minder das Interesse der Provinz in ihrer Gesammtheit. Von dieser Erwägung ausgehend, hat der Provinzial⸗Ausschuß beschlossen, Ihnen vorzuschlagen, die Stadt Stettin bei der Uebernahme einer antheiligen Garantie der Kosten für Betrieb, Verwaltung und Unterhaltung des Kanals in angemessener Weise zu unterstützen. Ich empfehle die bezügliche Vorlage Ihrer eingehenden und wohlwollenden Er⸗ wägung.
„Geebrte Herren! Auch für die diesjährige Tagung liegt ein reiches Feld fruchtbarer Thaätigkeit für das Wohl unseber Fheueren Heimathprovinz vor Ihnen. Indem ich Ste einlade, in Ihre Ar⸗ beiten mit bewährtem Eiser einzutreten, erkläre ich den XXVI. Pom⸗ merschen Provinzial⸗Landtag für eröffnet.“
Unter dem Vorsitz des Alters⸗Präsidenten, Amtsvorstehers a. D. Wolff⸗Bredow brachte die Versammlung zunächst ein begeistertes Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und
König aus und wählte sodann den Wirklichen Geheimen Rath von Köller⸗Cantreck zum Vorsitzenden und den Ober⸗
Bürgermeister, Geheimen Regierungs⸗Rath Haken⸗Stettin zumm Die Gewählten nahmen die 8 6
Stellvertreter des Vorsitzenden. Wahl an. Nach der Wahl der Schriftführer und Feststellung der anwesenden Mitglieder durch Namensaufruf erfolgte die
Bildung der Abtheilungen, die Mittheilung des Vorsitzenden über die vorliegenden Geschäftssachen und deren Vertheilung
in die Abtheilungen. Schließlich wurden Wahlprüfungen vorgenommen.
Bayern.
Dem Landtage ist ein Gesetzentwurf zugegangen, durch
welchen für verschiedene militärische Bauten in München ein Kredit von 5 ½ Millionen Mark gefordert wird; u. a. werden 2 Millionen Mark verlangt für den Neubau eines Armee⸗ Museums und Kriegs⸗Archivs sowie für den Neubau eines
Kommandantur⸗Gebäudes auf dem Platze der alten Kaserne
am Hofgarten. 8 8.
Oesterreich⸗Ungarn.
Wie „W. T. B.“ aus Prag meldet, wird das Exekutiv⸗ 8
Comité der deutsch⸗böhmischen Abgeordneten am 12. d. M. und der Klub der deutsch⸗böhmischen Abgeordneten am darauf folgenden Tage behufs Stellung⸗ nahme zu der neuen Landtags⸗Session zusammentreten.
Großbritannien und Irland. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses gab, dem
„W. T. B.“ zufolge, der Parlaments⸗Sekretär des Aeußern
Brodrick über die Maskat⸗Angelegenheit folgende Er⸗ klärung ab:
Mitte März vorigen Jahres erlangte der französische Agent vom Sultan von Maskat die Pachtung oder Ueberlassung eines Landstücks, welches als Kohlenstation benutzt werden sollte. Auf dem so ab⸗ getretenen Landstück, das in einem kleinen Hafen in einiger Entfernung von Maskat liegt, wollte die französische Regierung das Recht zum Hissen der französischen Flagge und zur Errichtung von Befestigungen haben. Der britische Agent erhielt von diesen Vorgängen erst in diesem Jahre Kenntniß; sobald sie aber bekannt geworden waren, erklärte die britische Regierung, daß sie im Widerspruch ständen mit dem Vertrage von
1862 und mit den besonderen Verpflichtungen des Sultans gegenüber
Großbritannien in Bezug auf Abtretung oder Entäußerung irgend eines Theils seines Landbesitzes. Der Sultan wurde aufgefordert, den Pachtvertrag wieder aufzuheben, was er auch gethan hat. Das Vorgehen unseres Agenten ist von uns nicht gemißbilligt worden, sondern gemäß unseren Instruktionen geschehen. Lord Salis⸗ bury hat dem franzöͤsischen Botschafter mehr denn einmal erklärt, daß nach seiner Ansicht die britische Regierung zu ihrem Ein⸗ spruche durchaus berechtigt gewesen und daß es für sie unmöglich sei, denselben aufzugeben. Was die materielle Seite der Frage anlangt, so ist die Darlegung der Sachlage seitens des französischen Ministers des Auswärtigen Delcassé in einigen Punkten unvollständig. Er vergaß zu erwähnen, daß er im letzten November auf eine Anfrage des britischen Bot⸗ schafters in Paris Sir E. Monson, was an den Gerüchten von einer seitens Frankreichs beabsichtigten Landeserwerbung an der Küste von Maskat Wahres sei, die Antwort gegeben habe, daß er hierüber nicht das Geringste gehört habe. Dieselbe Erklärung wiederholte er vor wenigen Tagen. Es handelt sich daher um einen Schritt des französischen Lokalagenten, welcher seine Instruktionen überschritten hat, und es ist üblich, derartige Fragen zur Kenntniß der betreffenden Regierung zu bringen und es sicher zu stellen, daß dieselben auf diplomatischem Wege gelöst werden, damit auf diese Weise vermieden werde, die Oeffentlichkeit darin zu verwickeln. Was die Bedrohun
mit einem Bombardement betrifft, so ist es klar, daß, wenn au
Zoctschaft, in
Lord Salisbury, wie er dem französischen Botschafter mittheilte, eine weniger öffentliche Art der Handlungsweise vorgezogen haben würde, unsern Agenten dort kein Taoel trifft, da er nicht in der Lage war, zwischen der Verantwortlichkeit des französischen Agenten und des Sultans von Maskat einerseits und derjenigen der französischen Regierung andererseits einen Unterschied zu machen.“ Wir sind der Meinung, daß die Handlungsweise unseres Agenten im wesentlichen eine völlig korrekte war. Durch den zwischen Frankreich und Großbritan⸗ nien im Jahre 1862 abgeschlossenen Vertrag ist nicht ausgeschlossen, daß Frankreich eine Kohlenstation in Maskat habe, wie Großbritannien sich eine solche ausdrücklich in dem Vertrage ausgemacht hat. Eine Landeskonzession ist mit derselben nicht verbunden, und es ist selbst⸗ verständlich, daß, wenn die französische Regierung einen gleichen Nutzen aus dem ihr zustehenden Rechte ziehen will, dieser gleichen Beschrän⸗ kungen zu unterliegen habe.
Auf eine Anfrage, welche Bestimmungen für britische Schiffe beständen, die in den “ von Talienwan einlaufen wollten, erklärte Brodrick: —
Sobald dieser Hafen als ein dem fremden Handel geöffneter an⸗ zusehen sei, müsse selbstverständlich den Vertretern der Vertragsmächte in China eine darauf bezügliche formelle Erklärung zugehen. Dies könne jedoch erst dann der Fall sein, wenn dort ein Zolldienst, ähnlich dem in den anderen Vertragshäfen bestehenden. eingerichtet worden sei. Die Regierung sei vor einiger Zeit benachrichtigt worden, daß Schritte zur Organisation der allgemeinen Verwaltung und zur Errichtung eines Zollamts in Talienwan geschähen und daß die Zölle durch russische Beamte für die chinesische Regierung in Gemäßheit des chinesischen Tarifes erhoben werden sollten. Er sei nicht in der Lage, eine Ansicht darüber zu äußern, welchen Einfluß die russischen Schiffahrtsbestimmungen auf die Stellung des Hafens von Talienwan haben könnten. Aus dem Wortlaut jüngst aus Peking erhaltener Telegramme gehe hervor, daß bezüglich der Frage des Ausbaues der Nordbahn der russische Gesandte gegen die Anstellung britischer Ingenieure, sowie eines euro⸗ päischen Rechnunqgsführers der Eisenbahn und gegen die Ver⸗ pfändung der Frachten und Einkünfte der Febhen außer⸗ halb der großen Mauer mit der Begründung Einspruch erhoben habe, daß dies mit dem zwischen Rußland und China geschlossenen Ab⸗ kommen im Widerspruch stehe. Die britische Regierung habe daraufhin den Gesandten in Peking Me Donald angewiesen, zu erklären, daß keiner dieser Punkte eine fremde Kontrole jener Linien oder im Falle der Nichtzahlung der Anleihe den Besitz oder die Kontrole der Linien involviere. Er wiederhole, daß die Regierung den geschlossenen Kontrakt als bindend für China betrachte.
Einem gestern in London von der dortigen Handels⸗ kammer veranstaltetem Bankett wohnte der französische Botschafter Cambon bei. Es wurden dabei herzliche Reden über die Nothwendigkeit guter Sejisgangen zwischen Groß⸗ britannien und Frankreich ausgetauscht. Cambon hob in einer Ansprache hervor, die beiden Länder sollten dieselbe gegenseitige Achtung und Höflichkeit untereinander zeigen, wie sie zwischen den einzelnen Individuen bestehe, damit die
herzlichen Beziehungen enger geschlossen werden könnten.
Frankreich.
In der gestrigen Sitzung des Senats übernahm Falliêères das Präsidium und sprach den Dank für seine ahl aus. Hierauf gedachte derselbe in ehrenden Worten seines Vorgängers auf dem Präsidentenstuhl, des Prä⸗ identen der Republik Loubet, und erinnerte an dessen welcher das Parlament um seine Mit⸗ arbeit an dem Werke zur Beruhigung der Geister gebeten werde. Der Senat werde es sich zur Ehre anrechnen, dieser Aufforderung zu entsprechen. Im übrigen dürfe man aus beruhigenden Anzeichen die Hoffnung schöpfen, daß man nicht fern von dem Tage sei, an welchem das vorübergehende Mißbehagen, welches sich im Lande fühlbar gemacht habe, erschwunden sein werde. Die widrigen Winde, welche die berfläche nur allzu sehr gepeitscht hätten, seien doch nicht durchdringend genug gewesen, um in der Demokratie die Erkenntniß ihrer Pflichten und ihrer Interessen erlöschen zu lassen. Das Vertrauen zur Armee, welche niemand und nichts von der Erfüllung ihrer Pflichten abbringen werde, sei nicht erschüttert. Man werde mit Geduld abwarten, bis die Justiz ihr Wort gesprochen habe, und werde aus ihrer Hand allein die Wahrheit entgegennehmen, welche für so anches Gewissen eine Erlösung von grausamen lagen be⸗ euten werde. “
Italien.
Der „Tribuna“ zufolge nahm der Ministerrath gestern mit Befriedigung Kenntniß von einem Exposé, welches der Minister des Auswärtigen Canevaro über die in der An⸗ gelegenheit der Sanmun⸗Bay befolgte Haltung der Regierung gab, und sprach demselben einstimmig sein Vertrauen und zu⸗ gleich die feste Ueberzeugung aus, dc der zur Besetzung der Sanmun⸗Bay aufgestellte Plan aufrechterhalten und im poli⸗ tischen und wirthschaftlichen Interesse des Landes werde ver⸗ wirklicht werden. b 1 Der „Agenzia Stefani“ zufolge befinden sich die italienischen Kriegsschiffe „Marco Polo“ und „Elba“ in Chefoo; die Kriegsschiffe „Amerigo Vespucci“ und „Etna“ sind auf dem Wege nach Hongkong, ersteres ist in Sicht von Annam, letzteres bei Batavia eingetroffen; das Kriegsschiff „Stromboli“ wird von Venedig nach China in See gehen. Diese Schiffe haben zusammen 1583 Mann Besatzung und 50 Geschütze großen und 68 Eeschot⸗ kleinen Kalibers. 9 Die Deputirtenkammer berieth gestern, wie „W. T. B.“ berichtet, in erster Lesung den Gesetzentwurf, betreffend die militärische Organisation des Personals einiger öffent⸗ lichen Dienstzweige. Der Minister⸗Präsident Pelloux ver⸗ wies auf die geringe Bedeutung dieser Vorlagen, da die Regierung glaube, 8 habe die Befugniß, das Personal der Eisenbahnen und einiger anderen öffentlichen Dienst⸗ zweige militärisch zu organisieren. Nöthigenfalls werde er keinen Anstoß nehmen, das zu wiederholen, was im Jahre 1898 geschehen sei und den Anlaß zu dem vorliegenden Gesetz⸗ entwurf geboten habe. Der Entwurf habe lediglich den Zweck, ewisse kleine Unzukömmlichkeiten im praktischen Dienst zu be⸗ fangen, welche sich im Jahre 1898 ergeben hätten. Exc rechne darauf, daß die Kammer die Vorlage billigen werde. Nachdem mehrere Redner gesprochen hatten, wurde die Berathung ge⸗ schlossen. Die Abstimmung über den Eintritt in die zweite Lesung wurde auf Antrag des Minister⸗Präsidenten Pelloux auf heute vertagt. Hierauf wurde die Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die rückfälligen Verbrecher, begonnen. Der Justiz⸗ Minister Finochiaro⸗Aprile erklärte, der Gesetzentwurf habe einzig den Zweck, die Städte und das Land von der Menge existenzloser Menschen zu reinigen, die eine stete Bedrohung der öffentlichen Ordnung seien. Der Minister hob hervor, daß das Gesetz sich nicht auf Personen erstrecke, welche wegen politischer oder militärischer Verbrechen verurtheilt seien; auch sei die Regierung bereit, jedem Abänderungsantrage zuzustimmen welcher diesen Grundsatz noch klarer ausdrücke.
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Das gestern Abend sechs Uhr ausgegebene, von den Aerzten Mazzoni und Lapponi unterzeichnete Bulletin über das Be⸗ finden des Papstes lautet:
Der Gesundheitszustand des Papstes ist andauernd sehr be⸗ friedigend. Puls, Athmung und Temperatur sind normal. Der Heilungsprozeß an der operierten Stelle verläuft regelmäßig. Da der hohe Kranke als von der Operation genesen erachtet werden kann, werden weitere Bulletins nicht veröffentlicht.
Dr. Mazzoni hat sich gestern Abend vom Papste ver⸗ abschiedet und seine regelmäßigen Besuche eingestellt. Derselbe wird den Papst nur noch von Zeit zu Zeit bis zu dessen voll⸗ ständiger Wiederherstellung besuchen. 2
Spanien. Wie die „Reforma“ meldet, legte der Kriegs⸗Minister Polavieja in dem Ministerrathe die Nothwendigkeit dar, die Srtärke des aktiven Heeres und der Fesleb-
8
Belgien.
Nach dem heute früh veröffentlichten Bulletin über Befinden der Königin hat, wie „W. T. B.“ meldet, Ihre Majestät mehr Schlaf gehabt. Die günstigen Anzeichen treten bestimmter hervor. Heute Abend wird kein Bulletin aus⸗ gegeben werden.
Amerika.
Nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus New York ist das Kriegsschiff der Vereinigten Staaten „Philadelphia“ am 22. v. M. von Honolulu nach Samoa abgegangen. 8
Asien.
Einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus“ aus Cal⸗ cutta zufolge, hat die indische Regierung beschlossen, dem gesetzgebenden Rath am Freitag einen Gesetzentwurf vorzu⸗ legen, durch welchen sie ermächtigt wird, einen Ausgleichs⸗ zoll auf solchen importierten Zucker zu legen, für welchen Prämien gezahlt werden. Der Entwurf gleicht in seinen Bestimmungen dem Gesetz der Vereinigten Staaten vom Juli 1897. 3
Dasselbe Bureau berichtet aus Peking vom gestrigen Tage, der russische und der französische Gesandte hätten dem Tsung⸗li⸗YJamen die Mittheilung gemacht, daß sie beabsich⸗ tigten, binnen kurzem ihre Marinesoldaten, welche die Gesandt⸗ schaften bisher bewachten, zurückzuziehen. Es seien von der chinesischen Regierung Versuche gemacht worden, alle in Betracht kommenden europäischen Regierungen zur Zurückziehung ihrer Wachen von den Gesandtschaften zu bewegen. Die amerika⸗ nischen Marinesoldaten hätten bereits Marschbefehl erhalten.
Parlamentarische Nachrichten.
Die Berichte über die gestrigen Sitzungen des Reichs⸗ tages und des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Ersten und Zweiten Beilage.
— Das Haus der Abgeordneten setzte in der heutigen (38.) Sitzung, welcher der Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen beiwohnte, die zweite Berathung des Staatshaushalts⸗Etats für 1899 bei den dauernden Ausgaben der Bauverwaltung fort. 8
An der Debatte betheiligten sich bis zum Schluß des Blattes der Abg. Munckel (fr. Volksp.), der Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen, sowie die Abgg. Wallbrecht (nl.), Freiherr von Zedlitz und Neukirch (fr. kons.) und Graf zu Limburg⸗Stirum (kons.) 8 8
Statistik und Volkswirthschaft.
Zur Arbeiterbewegung.
Ein Ausstand der Parkettleger in Dresden wurde, wie der „Frankf. Ztg.“ von dort gemeldet wird, durch Bewilligung der Arbeiterforderungen gestern beendet. .
In Leipzig ist, der „Lpz. Ztg.“ zufolge, wegen Tarifstreitigkeiten ein Theilausstand der Schneidergehil fen ausgebrochen. Einige Meister haben die Forderungen der Gehilfen bewilligt. Die Zahl der Ausständigen soll über 500 betragen.
In Hamburg beschlossen gestern, wie der „Hamb. Korr.“ meldet, die organisierten Schneidergehilfen in einer stark besuchten Ver⸗ sammlung den allgemeinen Ausstand, falls ihre Forderungen bis zum 18. d. M. nicht bewilligt werden.s 8
Kunst und Wissenschaft.
Die Stadt Köln hat ein Preisausschreiben für ein Denk⸗ mal der hochseligen Kaiserin Augusta an die deutschen Künstler ergehen lassen. Als Platz ist der Kaiser Wilhelm⸗Ring be⸗ stimmt, woselbst das Denkmal inmitten gärtnerischer Anlagen in der Achse der Goebenstraße, aber mit der Vorderseite dem südöstlichen Straßenzuge des Ringes zugewandt, Aufstellung finden soll. Dem Künstler ist es überlassen, entweder eine sitzende oder stehende Figur oder auch eine überlebensgroße Büste auf reich geziertem Sockel mit architektonischer Umrahmung zu wählen. Einzureichen s ein Modell in ¼ der Ausführungsgröße, ein Erläuterungs⸗ ericht und ein Kostenangebot, in welchem die Verpflichtung über⸗ nommen wird, den Entwarf ausschließlich der Fundamente für den Betrag von 58 000 ℳ auszuführen. Die drei ausgesetzten Preise betragen 1500, 1000 und 500 ℳ Wird einem der preisgekrönten Künstler die Ausführung übertragen, so fällt sein Preis an den Denkmalfonds zurück. Preisrichter sind die Bildhauer Professor Siemering in Berlin und Professor Moest in Karlsruhe, die Architekten Geheimer Baurath Pflaume, Geheimer Baurath Stübben und Baurath Heimann in Köln sowie der Direktor, Professor Alden⸗ hoven daselbst. Tag der Einlieferung ist der 1. Juli d. J.
Von EET des Vereins bildender Künstler ünchens „Secession“ im Königlichen Kunst⸗ ausstellungs⸗Gebäude am Königsplatz zu München wird berichtet: Seine Königliche Hoheit der Prinz⸗Regent besichtigte vor einigen Tagen die neuaufgestellte Kollektion von Werken des belgischen Künstlers Franz Courtens und sprach sich über dieselbe in sehr anerkennender Weise aus. Außer dieser wurden der Aus⸗ stellung neu einverleibt Kollektionen von Walter Georgi, Hugo Freiherr von Habermann und Heinrich Zügel, ferner Werke von Keller Reutlingen, Philipp Klein, Guido von Maffei,
ans Meyer⸗Cassel, Otts Reiniger, Rudolf Ribarz, Sophie von
cheve, Fritz Strobentz, Wilhelm Stumpf, Victor Thomas und Charles Tooby. — Von der Stuttgarter Ausstellung der Münchener Secession kommt die Nachricht, daß das den Besuchern der Münchener Ausstellung des vorigen Jahres wohlbekannte Bild „Das hl. Abend⸗ mahl“ von Fritz von Uhde für 25000 ℳ von der Königlichen Staats⸗ galerie in Stuttgart angekauft wurde.
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Aus Dresden wird geschrieben: Mit der Deutschen Kunst⸗
ausstellung in Dresden 1899 wird außer der schon erwähnten
Lukas Cranach⸗Ausstellung auch eine Ausstellung von Alt⸗Meißner Porzellan verbunden sein, welche Professor Berling vom Kunst⸗ gewerbe⸗Museum in Dresden vorbereitet. Die Entwickelung der Königlichen Porzellan⸗Manufaktur zu Meißen im 18. Jahr⸗ hundert schließt sich an die Namen Herold, Marcolini an Diese drei Namen stellung maßgebend sein. Im ersten Zimmer, welches als Herrenzimmer gedacht ist, soll die Herold⸗Periode, im zweiten die Kändler⸗Periode, im dritten die Zeit Marcolini's veranschaulicht
werden. Für die Beschickung der Ausstellung liegen höchst erfreuliche An eester Stelle hat Seine Majestät der König
Zusagen vor. 8 Albert aus seinem Besitze das gesammte alte Meißner Porzellan zur Verfügung gestellt.
huldvolle Zusage für die Dresdner Ausstellung zu bedeuten hat. Sie allein würde schon die Ausstellung zu einem Ereigniß ersten Ranges auf dem Gebiete der Keramik machen. Weiter haben zugesagt Seine Könia⸗ liche Hoheit der Großherzog von Mecklenburg⸗Schwerin, welcher im Großherzoglichen Schlosse sowie im Museum zu Schwerin viel und gutes Meißner Porzellan besitzt, ferner Seine Hoheit der Herzog von Sachsen⸗Altenburg, Seine Königliche Hoheit der Herzog von Sachsen⸗Coburg und Gotha, in dessen Besitz sich seltenes Böttger⸗ Porzellan befindet, und Seine Durchlaucht der Fürst von Schwarz⸗ burg⸗Sondershausen, dessen Porzellan im Schlosse Arnstadt auf⸗ bewahrt wird. Einen Glanzpunkt wird das
Pförten aus dem Fideikommiß der Familie einen Theil herleihen wird. Dieses Service wird im Mittelzimmer auf einer für sechs Personen gedeckten Prunktafel zu sehen sein. Weiter werden Alt⸗ Meißner Porzellan berleihen der hiesige russische Gesandte Baron Wrangell (mehrere große Figurengruvpen), Gräfin Brühl in Pots⸗ dam, Oberstleutnant von Hauck, Kammerherr von Burgk auf Schön⸗ feld, Oberst von Schimpff in Langebrück, Rittmeister Crusius auf Hirschstein, Konsul Gutmann und Direktor Klemperer hierselbst, Dr von Dallwitz in Berlin und Andere. Dieser Theil der Ausstellung verspricht nach alledem außerordentlich glänzend zu werden.
In der Münchener Kunstausstellung vom Jahre 1895 traten die Hans am Ende, Fritz Mackensen, Otto
sechs Maler 1 Modersohn, Fritz Overbeck, Karl Vinnen und Heinrich Vogeler, die ihr künstlerisches Heim in dem weltverlorenen hannoverschen Dörschen Worpswede aufgeschlagen haben, zum ersten Mal gemeinsam vor die Oeffentlichkeit und wurden seitdem als „Worpsweder Malerschule“ allgemein bekannt und geschäßt.
Eine Kollektion von Gemälden und Radierungen, welche in der Aus-
stellung zu Dresden 1897 vereinigt waren, ist in der als „Worps⸗ weder Nummer“ bezeichneten Nr. 2904 der „Illustrierten Zei⸗ tung“ (Leipzig, J. J. Weber) in vorzüglichen, zum theil farbig ge⸗ tönten Holzschnitt⸗Reproduktionen wiedergegeben. Die stille und ernste Kunst, die aus diesen intimen Schilderungen schwermüthiger Moor⸗ und Haidelandschaften und ihrer urwüchsigen Bevölkerung spricht, fesselt den Beschauer tief und unwiderstehlich. Kunstfreunde seien deshalb auf diese sehr sorgfältig hergestellte Nummer (Pr. 1 ℳ) besonders aufmerksam gemecht. b
Bauwesen.
A. F. — Die Verkündung der diesjährigen Schinkel⸗ Preise in der gestrigen Versammlung des Architekten⸗Vereins brachte folgende Ergebnisse: Die Hochbau⸗Aufgabe „ein Fest⸗ und Gesellschafts⸗Haus für die deutsche Marine“ hatte 26 Bewerber “ unter denen Regierungs⸗Banführer Friedr. Ostendorf aus
ippstadt (Kennwort „Barbarossa“) den Staatspreis erhielt. Der
zweite Preis, die Schinkel⸗Medaille mit silbernem Lorbeerkranz, wurde dem Regierungs⸗Bauführer Fritz Kritzler⸗Berlin (Kennwort „Seelust“) zugesprochen. Medaillen erhielten die Regierungs⸗Bauführer Petersen („Witing“), Jehannes Scheppig („Seemannsheim*), Carl Mayer („Ma⸗ rienburg*), Herm. Dernburg („Deutschherr“) — sämmtlich in Berlin —, sowie Leopold Schweitzer. Düsseldorf („Columbus“) und Heinrich Köhler⸗ Hannover („Wikingheim“*). Alle diese Arbeiten sind von dem Königlichen technischen Ober⸗Prüfungsamt im Ministerium der öffentlichen Arbeiten zugleich als genügende Leistungen für die Baumeister⸗Prüfung anerkannt worden. Diese Eigenschaft wurde auch noch neun unter den nicht prämiierten Arbeiten zuerkanst. — Die Preisaufgabe aus dem Gebiet des Ingenieurwesens „Entwürfe zum Umbau des Spree⸗Kanals in Berlin“ hatte elf Bearbeiter gefunden. Den Staatspreis erwarb Regierungs⸗Bauführer Hermann Goetzcke⸗ Stettin (Kennwort „Spreekanal“*), Medaillen empfingen Heinrich Kayser⸗ Darmstadt (zweiter Preis, Kennwort „Beton mit Eisen“) und Paul Beckenkamp⸗Königsberg i. Pr. („Wettkampf“). Die Eigenschaft als Baumeisterprüfungs⸗Arbeit wurde einschließlich dieser drei prämiierten im Ganzen 8 Entwürfen zugesprochen. — Endlich hatte die Preisausgabe aus dem Gebiet des Eisenbahnwesens „Entwürfe zu einem Haupt⸗ Bahnhof in Leipzig“ 10 Bearbeiter gefunden, von denen Regierungs⸗ Bauführer Dirksen⸗Naumburg (Kennwort „Durch“) den Staatspreis erhielt. Als zweitbeste Arbeit wurde die des Regterungs⸗Bauführers Friedrich Lohse in Berlin durch die Medaille mit silbernem Lorbeerkranz ausgezeichnet. Die oben bezeichnete Qualifikation wurde im Ganen 10 dieser Arbeiten zuerkannt. — Das Gesammtergebniß des diesjährigen Schinkel⸗Wettbewerbs wurde von dem Vorsitzenden, Ober⸗Baudirektor Hinkeldeyn, als sehr befriedigend bezeichnet. Sämmtliche 47 Preis⸗ arbeiten werden von heute bis zum 12. d. M. einschließlich täglich von 10 bis 5 Uhr in der Westhalle des Landes⸗Ausstellungsparks (Eintritt von der Alt⸗Moabit, Diensteingang neben dem Stadtbahnviadukt) ausgestellt sein.
In dem Wettbewerb für die Bebauung des Kaiser⸗ platzes in Cassel ist, wie das „Centralbl. der Bauverw.“ meldet, der erste Preis (4000 ℳ) den Herren Emmingmann u. Hoppe in Berlin zuerkannt worden; der zweite Preis (3000 ℳ) wurde Herrn Th. Reimann jun in Berlin zugesprochen; dritte Preise (je 1000 ℳ) erhielten die Herren A. Karst in Cassel und F. Berger u. A. Lowitzkt in Stettin. Der Entwurf „Wilhelmshöhe“ der Herren W. Hentschel, W. Johow u. F. Karsch in Berlin⸗Charlottenburg wurde angekauft.
8 Land⸗ und Forstwirthschaft.
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Auf der vom 8. bis 13. Juni d. J. in Frankfurt a. M. statt⸗ findenden allgemeinen landwirthschaftlichen Ausstellung der Deutschen Landwirthschafts⸗Gesellschaft werden zum ersten Mal in einer besonderen Gruppen⸗Abtheilung für Maschinen und Geräͤthe landwirthschaftliche Handgeräthe vor⸗ geführt werden, zum theil unscheinbare und doch durch ihre große Zahl und dauernde Benutzung volkswirthschaftlich wichtige Hilfsmittel des landwirthschaftlichen Betriebs. Daneben wird ein Preis⸗Wettbewerb um eine Arbeiter⸗Ausrüstung mit Ge⸗ räthen und Kleidung stattfinden. Es ist zu hoffen, daß dieser Versuch, der Bedeutung des Arbeiters in der Landwirthschaft auch auf der Ausstellung zum besseren Ausdruck zu verhelfen, einen guten Erfolg baben möge, zunächst durch regen Wettbewerb um die ausgesetzte
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Mittheilungen der Verlagsbuchhandlung Paul Parey, Verlag für Landwirthschaft, Gartenbau und Forstwesen in Berlin SW., Hedemaunnstraße 10. — Diese Mittheilungen sollen diejenigen, welche in der Landwirthschafts⸗Wissenschaft arbeiten, den Professoren und Lehrern an landwirthschaftlichen Instituten und Schulen, Versuchs⸗ stationen, Studierenden und Praktikern, welche die Entwickelung der Wissenschaft und Literatur der Landwirthschaft verfolgen, Auskunft
Kändler und werden für die Aus⸗
Wer die Königlich sächsischen Porzellanschätze in den Schlössern zu Dresden, Moritzburg u. s. w. kennt, weiß, was diese
win berühmte Schwanenservice bilden, von welchem Graf Friedrich Brühl auf
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