2930, 2934, 2936, 2987, 2989, 2944, 2954, 2955, 2962 bis 2964, 2971, 2972,
6322, 6326, 6329, 6332, 6333, 6336, 6338, 6346, 6348 bis 6350. 6352, 6354, 6355, 6357, 6359, 6472 bis 6475, 6477, 6479, 6481 bis 6484, 6491, bis 6497, 6500, 6501, 6504 bis 6506, 6512, 6515, 6517, 6525, 6527, 6533, 6535, 6537, 6542, 6546, 6548, 6551, 6553, 6557, 6561, 6562, 6565, 6570, 6572, 6574, 6578, 6588 bis 6590, 6593,
bis 6765, 6768, 6769,
6788, 6791 bis 6793, 6800,
bis 6823, 6827, 6830, 6831, 6833, 6835, 6838, 6843,
zusammen 354 Stück über je 200 Thaler ä= 70 800 Thaler oder 212 400 ℳ
Diese werden den Besitzern zum 1. Juli 1899 mit der Aufforderung gekündigt, die in den ausgeloosten Nummern ver⸗ 1899 ab gegen Quittung und Rückgabe der Obligationen und der nach diesem Termine zahlbar werdenden Zinsscheine Reihe IX Nr. 12 n ebst nächsten Reihe bei der Taubenstraße 29, zu erfolgt von 9 Uhr Vormittags bis und Festtage
schriebenen Kapitalbeträge vom 1. Juli
Anweisungen zur Abhebung der Staateschulden⸗Tilgungskasse in Berlin, erheben. Die Zahlung 1 Uhr Nachmittags mit Ausschluß der Sonn⸗ unnd der letzten drei Geschäftstage jedes Monats.
Die Einlösung geschieht auch bei der Bank für Handel und Industrie in Darmstadt und deren Filiale in Frank⸗
furt a. M, bei sämmtlichen Regierungs⸗ sowie in Frankfurt a. M. bei der Kreiskasse. Zweck können die Effekten einer dieser vom 1. Juni 1899 ab
Hauptkassen Stellen schon
ab bewirkt.
Der Betrag der etwa fehlenden Zinsscheine wird vom Kapitale zurückbehalten.
3 Vom 1. Juli 1899 ab hört die verloosten Obligationen auf.
Zugleich werden die bereits früher ausgeloosten, noch rück⸗ ständigen Obligationen: 116 Aus der Kündigung zum 1. Juli 1895. Abzuliefern mit Zinsscheinen Reihe IX Nr. 4 bis 12 und Anweisungen zur Abhebung der Reihe X. Nr. 708, 1807, 1809, 1810, 2206, 4261, 4302, 4303.
Aus der Kündigung zum 1. Juli 1896. Abzuliefern mit Zinsscheinen Reihe IX Nr. 6 bis 12 uund Füseecge zur Abhebung der Reihe X. Nr. 4443, 4789, 6177, 6994, 6996, 7299. .
Aus der Kündigung zum 1. Juli 1897.
Abzuliefern mit Zinsscheinen Reihe IX Nr. 8 bis 12 unnd Anweisungen zur Abhebung der Reihe X. Nr. 377, 3869, 5284, 5288, 6445, 6454, 6468. G Aus der Kündigung zum 1. Juli 1898. Abzuliefern mit Zinsscheinen Reihe IX Nr. 10 bis 12 und Anweisungen zur Abhebung der Reihe X. Nr. 3268, 3343, 4546, 4620, 4635, 4636, 5029, 5038, 5061, 5356, 5403 bis 5407, 5412, 5413, 5417, 5418)9 5990, 6893, 6913, 6934, 6939 wiederholt und mit dem Bemerken aufgerufen, daß deren Ver⸗ zinsung aufgehört hat, und daß sie werthlos werden, wenn sie während dreier Jahre nach dem Zahlungstermin jährlich einmal zur Empfangnahme der Zahlung öffentlich aufgerufen, nicht innerhalb zehn Jahren nach dem letzten bezüglichen öffentlichen Aufruf zur Einlösung vorgezeigt worden sind. Die Staatsschulden⸗Tilgungskasse kann sich in einen Schriftwechsel mit den Inhabern der Obligationen über die Zahlungsleistung nicht einlassen. 1 Formulare zu den Quittungen werden von sämmtlichen obengedachten Einlösungsstellen unentgeltlich verabfolgt. Berrlin, den 4. Januar 1899. bE“ Hauptverwaltung der Staatss
vseet von Hoffmann. 8 1
Verzinsung der
Die von heute der „Gesetz⸗Sammlung“ enthält unter Nr. 10 066 das Gesetz, betreffend die Synagogengemeinde⸗ verhältnisse in Frankfurt a. M., vom 21. März 1899; unter Nr. 10 067 den Allerhöchsten Erlaß vom 22. März 1899, betreffend anderweite Abgrenzung der Verwaltungsbezirke mehrerer Eisenbahn⸗Direktionen; und unter Nr. 10 068 die Verfügung des Ministers der öffentlichen Arbeiten, betreffend anderweite Feststellung des Grenzpunkts zwischen den Eisenbahn⸗Direktionsbezirken Breslau und Posen bei Station Glogau, vom 27. März 1899. 1““ Berrlin W., den 30. März 1899. d.ne H. dag Gesetz⸗Sammlungsamtmu. Weberstedt. 9
Königliches
An
48
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 30. M ärz. I1“
Ihre Kaiserlichen und Königlichen Majestäten und die beiden ältesten Prinzen Söhne nahmen heute an der Abendmahlsfeier in der Kapelle des Königlichen Palais theil.
“ 85
Wiesbaden, 27. März. In der heutigen, dritten Si ung des Kommunal⸗Landtages wurden zunächst die Bisung mehrerer Bezirksbeamten um anderweite Einreihung in ihrem Besoldungsverhältniß nach den Anträgen der Beamten⸗ kommission erledigt. Alsdann wurde den Anträgen der Wegebaukommission gemäß bes lossen, den Vizinalwegezug Ehlhalten-Vockenhausen⸗ ppfiemn in ständische Unterhaltung zu übernehmen und die vvn. der Ge⸗
betreffenden meinden um Ausbau bezw. Neu
8
2945, 2947, 2950,
4, 2976, 3663, 3664, 3666, 3667, 6239, 6245 bis 6248, 6251, 6253, 6256 bis 6258, 6266, 6267, 6276, 6279 bis 6281, 6285, 6286, 6289, 6293, 6296 bis 6298, 6302, 6303, 6311, 6312, 6314, 6340 bis 6344, 6364, 6493 6514, 6540, 6564, 6594, 6708, 6711, 6714, 6716, 6718, 6720, 6721, 6724, 6725, 6728, 6729, 6731, 6738, 6740, 6744, 6749, 6751, 6756, 6757, 6763 6775, 6776, 6781, 6783, 6784, 6787, 6806 bis 6808, 6817, 6818, 6821
Zu diesem
eingereicht werden, welche sie der Staatsschulden⸗Tilgungskasse zur Prüfung vorzulegen hat und nach erfolgter Feststellung die Auszahlung vom 1. Juli 1899
rücksichtigung zu überweisen.
wurde bechlassea 1) auch in fältigst festgestellten Bedürfniß wendungen aus allgemeinen fonds, bezw. zur Unterstützung
herabgedrückt, sondern in der werden; 3) bei Aufstellung des Spezial⸗Etats
für Neubauten, für vertragsmäßige Ueberna
sind.
durch Kenntnißnahme erledigt. Ueber
bei Anlage einer elektrischen Eisenbahn,
Rennerod, wurde beschl
setzung der Landes⸗Bauinspektion spätestens aber zum 1. daß der Sitz der Landes⸗Bauinspektion VIII Hachenburg zu verlegen sei,
finden M.
Driedorf bis zur Wiederbesetzung
Wegemeistereien Hachenburg, Marienberg der Landes⸗Bauinspektion Montabaur unter Vertheilung der ctatsmäßigen
Landes⸗Bauinspektion Dillenburg und
wahl zum Landes⸗Ausschuß vorgenommen; Tätegtted des Lanes⸗Ausschusses der Landr bchst.
Uebernahme des
iesigen Museums auf Wiesbaden,
von 30 Ja Zu
dem Landes⸗Ausschuß vorgeschlagene Verkau
zur Vorprüfung überwiesen. Landesbank⸗Agenturen wurde genehmigt.
Sachsen.
in der Villa Strehlen wieder eingetroffen.
6” 8 EE111““ 2
Oesterreich⸗Ungarn.
11A1“*“ 8
§ 14 der Verfassung erlassene Kaiserlich gaben, sowie die Bestreitung des bis zum 30. Juni d. J.
Dem, Fremdenblatt“ zufolge wird Oest bei der Abrüstungs⸗Konferenz im Ersten Sektions⸗Chef des Ministeriums des Welsersheimb, vertreten sein. Als
Haag Okalicsanyi von Okalicsna wird ein hoher militärischer und juristischer stehen. Das „Fremdenblatt“ fügt hinzu: Di Welsersheimb zeigt, welche Bedeutung an Stelle den von dem Kaiser von rathungen beigemessen wirrd. Großbritannien u Der Erste Lord des Schatzamts pestern, wie „W. T. B.“ meldet, eputation der „Gesellschaft Friedens⸗Kreußzuges“. sch der Earl of
des i Aberdeen und die Bisch
200 Städten aller
bringe. Er bedauere es sehr, emeinen Schiedsgerichtsvertrages und den Vereinigten Staaten aber überzeugt, daß die Zeit werde, wo ein solcher Vertrag
daß der
noch
er ausgegangen sei von dem militärischen Nation der Welt. Die von Rußland ausgegangene Bewegung ehabe britannien. Er begrüße diese Bewegung der die Das Journal „Daily Graphic“
Botschafter Sir C. Scott bezüglich schen Interessen in China s schluß gekommen, und ein erwartet werden. Auf
eien zu einem
worfen worden, welches die Z funden habe und nur noch der Unterfertigung
Ausschuß zur Prüfung, bezw. Prüfung und eventuellen Be⸗ 1 Zu der Vorlage des Landes⸗ Ausschusses, betreffend die Instandsetzung der Vizinalwege, Zukunft in einer dem sorg⸗ entsprechenden Weise Zu⸗ Mitkeln für den Wegebau⸗ des Vizinalwegebaues
in den Etat einzustellen, von der Aufnahme von In jedoch abzusehen; 2) dafür Sorge zu tragen, daß bei den Zu⸗ schüssen zu Unterhaltungsarbeiten die Prozentsätze nicht zu sehr früher üblichen Weise bemessen
des Vizinalwegebaues ersichtlich zu machen, welche Zuwendungen
größerer Wegezüge und für Unterhaltungsarbeiten bestimmt Im übrigen wurde die Vorlage des Landes⸗Ausschusses
Technikers, betreffend die Mitbenutzung der öffent ichen Wege
ordnung übergegangen. Zu der Vorlage des Landes Aus⸗ schusses, betreffend die Feücheng der Landes⸗Bauinspektion
ossen, daß der Landes⸗Ausschuß sofort die nöthigen Maßnahmen zu treffen habe, VIII sobald als möglich, Oktober 1899 herbeizuführen,
Hach . . falls sich auf die nächste Aus⸗ schreibung hin ein geeigneter Bewerber für Rennerod nicht und daß die Wegemeistereien Rennerod und der inspektion VIII der Landes⸗Bauinspektion Dillenburg, die
schädigung der Landes⸗Bauinspektion VIII zu 2 5 Landes⸗Bauinspektion Montabaur. Alsdann wurde die Ersatz⸗
Demnächst wurde in der Angelegenheit, betreffend die
dem Antrage des Landes⸗Ausschusses und der Finanzkommission des Kommunal⸗Landtages gemäß beschlossen, im Falle der Uebernahme des Museums und der darin untergebrachten Sammlungen seitens der Stadt Wiesbaden derselben auf die Dauer ren, von der Fertigstellung der Gebäude und der Ueber⸗ Hashmne der Sammlungen durch die Stadt an, einen jährlichen
chuß von 10000 ℳ zu gewähren. Es wurde dann weiter der von
schen Wegebaufonds gehörigen Grundstücks an die Stadtgemeinde Wiesbaden genehmigt. Das Gesuch des Ausschusses des Nassaui⸗ schen Heilstätten⸗Vereins für minder bemittelte Lungenkranke um Bewilligung einer Unterstützung wurde dem Landes⸗Ausschuß 1 Die von der Finanzkommission befürwortete Erhöhung der Zahl der selbständig verwalteten
Ihre Majestät die Königin ist gestern von Sigmaringen
Die „Wiener Zeitung“ veröffentlicht eine auf
betreffend die Forterhebung der Steuern 1 Staatsaufwandes
mächtigter wird der österreichisch⸗ungarische fungieren. Beiden
Rußland angeregten Be⸗
Balfour empfing im Auswärtigen Amt eine
Unter den Deputirten befanden
und Rochester. Die Deputation überreichte eine Denkschri Förderung der in dem Friedensmanifest des Kaisers von Ru ausgesprochenen Ideen, welche Namensunterschriften aus mehr als Theile Großbritanniens aufweist, in denen die Gesellschaft Versammlungen veranstaltet hat. betonte in seiner Erwiderung, daß die britische Regierung der Sache des Friedens die herzlichsten Sympathien entgegen⸗
zwischen Großbritannien gescheitert
2 Lzwischen den beiden großen Theilen der angelsächsischen Rasse zu stande komme. Charakteristischste an dem Iärastfagsva chlag sei,
Haupte der
lauteren und unmittelbareren Widerhall gefunden als in Groß⸗
stein im Fortschritt der Menschheit und als einen Schritt, elt der großen Idee des Weltfriedens näher bringe. meldet, die Unterhand⸗ bangen zwischen dem Grafen Murawjew und dem britischen
der britischen und russi⸗
Abkommen dürfe fast unmittelbar ·- 1 der Grundlage der letzten Vor⸗ schläge der russischen 1 sei ein Uebereinkommen ent⸗
mmung Lord Salisbury's ge⸗
leihen
für die Unterstützung hme und Herstellung
die Eingabe eines
wurde zur Tages⸗
um eine Be⸗
von Rennerod nach
Landes⸗Bau⸗
und Westerburg zuzutheilen sind Bureaukosten⸗Ent⸗ auf die zu % auf die gewählt wurde zum ath Steinmeister zu
die Stadtgemeinde
f eines dem ständi⸗
Gru e Verordnung, und Ab⸗
erreich⸗Ungarn Haag durch den Arußern, Grafen zweiter Bevoll⸗
Gesandte im
Beirath zur Seite
e Wahl des Grafen hiesiger leitender
nternationalen öfe von London
zur land
Balfour
Plan eines all⸗
sei; er sei einmal kommen Das daß größten dem Kaiser von nirgends einen
als einen Merk⸗
thatsächlichen Ab⸗
g durch die beiden
Unterhändler bedürfe. Der Text der Abmach
au von Wegen dem Landes⸗
und behandle lediglich die Einflußsphäre der
hung sei sehr kurz
228
Apia vom 23. März: Admiral Kautz
1u““ “ Frankreich. 1e“ Der Kassationshof beendete, wie „W. T. B.“ berichtet gestern Nachmittag die Prüfung des militärischen und der diplomatischen Geheimaktenstücks in der Dreyfus⸗Angelegenheit. Wie der „Gaulois“ erfährt, ist der Major Marchand um Kommandeur der Ehrenlegion ernannt worden. Dem⸗ selben Blatt sufolge hat der Kreuzer „Assas“ am 15. April in Djibuti zu sein, um die E
8 88 1 z 1 pedinion Ma chand’s nach Frankreich zu uͤberführen. 13“
Wie „W. T. B.“ aus Madrid meldet, ist daselbst ein Abgesandter der Tagalen eingetroffen, welcher beauftragt ist, mit der Regierung über die Freilassung der auf den Philippinen gefangen gehaltenen Spanier zu verhandeln.
Belgien.
kam es, wie „W. T. B.“ berichtet, Interpellatron des Deputirten Lorand (Linke), betreffen die Ausweisung des ehemaligen französischen Abbés Char bonnel, zu heftigen Zwischenfällen. Die Rechte verlangt den Schluß der Berathung, die sozialistische — erhob hiergegen Einspruch; mehrere Sozialisten griffen den König an. Demblon (Sozialist) wurde zur Hepben 1 gerufen; hierauf entstand ein heftiger Lärm. Der Prã drohte, die Sitzung aufzuheben. Journez
erklärte, die Regierung habe ihre Informationen die Angelegenheit Charbonnel nur der Polizei erhalten. die Sitzung. Die Linke drang und bedrohte sie mit der Faust; Rechten verhinderten einen Faustkampf.
gegen die einige Mitglieder der
ins Gesicht und warfen sich Feigheit vor. Der Präsiden ließ die Tribünen räumen. Ein Besucher der letzteren rie den Deputirten der Linken zu, ob man die Zuhörer hinaus⸗ weisen dürfe, worauf die Sozialisten mit „Nein“ ant⸗ worteten. Ein Theil der Tribünenbesucher leistete Räumung Widerstand.
bereitete. gemenge. leidigungen fort. sandten sich ihre Zeugen. wurde die Sitzung wieder besucher wieder zugelassen. Nach setzungen zwischen der Linken und der Rechten die Vertagung der Debatte beantragt, dieser aber mit 71 gegen 24 Stimmen abgelehnt.
stellte sich Beschlußunfähigkeit des Hauses heraus. v
Rumänien. In der gestrigen Sitzung der g
zeichnete Erklärung, Erklärungen über
es sei unerhört, sich einer im Ausland erschienenen anonymen Broschüre gegen einen vaterländischen Politiker zu be⸗ dienen, und legte dar, daß der Besuch des Kaisers und Königs Franz Joseph im Jahre 1896 eine Folge der vorher⸗ gegangenen Besuche des Königs Karol und der Anerkennung der internationalen Bedeutung sei, welche sich Rumänien erworben habe. Die Rede des Minister⸗ Präsidenten wurde mit begeisterten Kundgebungen aufgenommen. Der Vize⸗Präsident der Kammer brachte darauf fol⸗ genden Antrag ein: „Angesichts der von dem Abg. Marghi⸗ loman im Namen einer Anzahl von Deputirten abgegebenen Erklärung protestiert die Kammer gegen das Attentat auf die nationale Würde Rumäniens, welches durch die Wiederholung von im Auslande vorgebrachten Ver⸗ leumdungen verübt wurde. Die Kammer drückt ihr volles Vertrauen in die Klugheit, den Patriotismus und die Würde des Führers der liberalen Partei, des Minister⸗Präsidenten Sturdza aus, welcher es immer verstanden hat, die Interessen und die Ehre des Landes zu ver⸗ theidigen.“ Der Antrag wurde in namentlicher Abstimmung mit 90 gegen 18 Stimmen angenommen. Das Abstimmungs⸗ resultat wurde mit mehrere Minuten andauerndem Beifall und Ovationen aufgenommen. 11““ “
vibeh S
Amerita. Niach einer Meldung des „W. T. B.“ au bezeichnet das Kriegs⸗Departement die Meldung, die Regierung habe beschlossen, 35 000 Freiwillige aufzurufen, als unbegründet. Mit den Truppen, welche bereits nach Manila beordert seien und deren Transport einige Monate in Anspruch nehmen werde, werde General Otis über genügende Streitkräfte ver⸗ fügen, um allen Anforderungen entsprechen zu können.
b Polynesien.
Das „Reuter'sche Bureau“ verbreitet folgende Depesche aus hatte eine Zusammen⸗ kunft der Konsuln und der ältesten otten⸗Offiziere an Bord der „Philadelphia“ veranstaltet, da ataafa und die zu ihm haltenden Häuptlinge fortführen, im Widerspruch mit dem Ber⸗ liner Vertrag zu handeln. Die Versammlung beschloß, die provisorische Regierung zu desavouieren. Infolge deffen erließ Admiral Kau eine Proklamation, in der Mataafa und seine Zauptlinge aufgefordert wurden, nach ihren Wohnplätzen zurückzukehren. Mataafa verließ darauf Mulinuun und ging in das Innere. Der deutsche Konsul erließ hee eine Gegenproklamation. Die Mataagfa⸗Leute versammelten sich kriegsmäßig und um⸗ zingelten die Stadt. Der bettstg. Kreuzer „Royalist“ brachte die gefangen gehaltenen aanger der Malietoa⸗ Partei von den anderen Inseln heruüber. Die Amerikaner befestigten Mulinuu, wohin sich 2000 Eingeborene der Malietoa⸗Partei flüchteten. Die Mataafa⸗Leute ver⸗ barrikadierten die Straßen innerhalb der Grenzen der Munizipalität und besetzten britische Häuser. Darau wurde ein Ultimatum an die Mataaf
beiden Mächte.
ir welche
sie aufgefordert wurden,
Befehl erhalten,
Spanien. I . Geschoß der „Philadelphia“
In der gestrigen Sitzung der Repräsentantenkammer bei der Debatte über die
84 1
scharfen Angriff auf die Stadt und tödteten drei britische
Linke
(Sozialist) über . durch Berichte Der Präsident suspendierte hierauf Rechte vor Die Deputirten der Rechten und der Linken schleuderten sich gegenseitig Beleidigungen
der — Saaldiener und Soldaten schritten hierauf zur Räumung der Tribünen, welche Schwierigkeiten Auf den Zuschauertribünen kam es zu einem Hand⸗ Die Deputirten fuhren in ihren gegenseitigen Be⸗ Bethune (Rechte) und Journez (Sozialist) Nach einstündiger Unterbrechung aufgenommen, und die Tribünen⸗ längeren Auseinander⸗
wurde Antrag dann über einen Ordnungsruf abgestimmt werden sollte,
Deputirtenkammer verlas, wie „W. T. B.“ meldet, der Deputirte Marghiloman eine von den Konservativen und den Anhängern Fleva’'s unter: in welcher das Verbleiben Sturdza's an der Spitze der Regierung, nach den im ungarischen Unterhause aus Anlaß des Erscheinens einer dem früheren ungarischen Minister⸗ Präsidenten Baron Banffy zugeschriebenen Broschüre, abgegebenden die politischen Beziehungen zwischen Sturdda und Baron Banffy, als eine Verletzung der nationalen Würde be⸗ zeichnet und die Bekämpfung Sturdza's durch die Obstruktion angedroht wird. Der Minister⸗Präsident Sturdza erwiderte,
s Washington
8 2 3
Munizipalität * räumen, sonst werde am 15. März um
Die Mataafa⸗Leute um das Ultimatum und be⸗ gannen, die Stadt anzugreifen. Auf Anweisung des ameri⸗ kanischen und des britischen Konsuls eröffneten nun⸗ mehr die Kriegsschiffe „Philadelphia“ und „Royalist“ das Feuer auf die abgelegenen Dörfer eine halbe Stunde vor dem festgesetzten Beginn der Beschießung. Bei der dichten
1 Uhr die Beschießung beginnen. kümmerten sich nicht
Bewaldung des Geländes erwies es sich sehr schwierig, den Standort
der feindlichen Partei festzustellen. Einige Dörfer am Ufer standen bald in Flammen. Ein fehlerhaftes
dorse bei dem amerika⸗ nischen Konsulat; von den davorstehenden Marinesoldaten wurde einem ein Bein zerschmettert, das amputiert werden
mußte. Ein Sprengsrück von cben diesem Geschosse schlug
durch das deutsche Konsulat und zertrümmerte das Küchengeschirr. Die Deutschen begaben sich darauf an Bord des Kreuzers
„Falke“. In der Nacht machten die Anhänger Mataafa's einen
Matrosen. Ein britischer Marinesoldat wurde von einer britischen Schildwache versehentlich in die Beine, ein anderer in die Füße geschossen. Ein amerikanischer Wachtposten wurde an seinem Platze getödtet. Die Beschießung dauerte 8 Tage mit längeren Pausen an. Die Bewohner der Stadt flüchteten an Bord des „Royalist“, der gedrängt voll Menschen war. Viele verließen Samoa; denn der Kapitän des „Royalist“ ersuchte sie dringend darum, damit sie die militärischen Operationen nicht be⸗ hinderten. Wieviel Eingeborene getödtet wurden, ist noch nicht nzugeben. Das britische Kriegsschiff „Porpoise“ nahm eben⸗ alls an der Beschießung theil. Es beschoß die Dörfer östlich und westlich von Apia und nahm viele Boote weg. Die Engländer und die Amerikaner kämpften zusammen. Die Stimmung gegen die Deutschen ist sehr erbittert. Ein Engländer und ein Deutscher wurden als Spione verhaftet. Das britische Kriegsschiff „Tauranga“, welches auf dem Wege nach Tonga begriffen war, wurde dem Vernehmen nach bei den Fidji⸗Inseln auf seinem Wege angehalten. Ueber die neuesten Vorfälle in Samoa liegt, wie W. T. B.“ meldet, in Berlin bis jetzt folgendes amt⸗ liche Telegramm vor: Apia, 20. März. Das Bombardement dauert fort. Auf militärische Anordnung sind viele Wohnungen von Weißen eräumt worden. Die auf andere Inseln verbannt gewesenen äuptlinge der Tanu⸗Partei sind nach Upolu zurückgebracht worden. Den Anhängern Tanu's wurden die ihnen am
1“ Januar abgenommenen Feuerwaffen nebst Munition zurück⸗ gegeben.
8 Das „Reuter’'sche Bureau“ erfährt ferner, die Verhand⸗ lungen zwischen den Regierungen Deutschlands, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten über die Samoa⸗Frage würden in freundlicher und zufriedenstellender Weise fortgeführt.
Eöö I11
Sttatistik und Volkswirthschaft. Wohlfahrts⸗Einrichtungen. Die Wittwe des verstorbenen Kommerzien⸗Raths Dr. Carl Clemm in Ludwigshafen hat, der „Straßb. Post“ zufolge, zur Er⸗ innerung an ihren Gatten der Zellstofffabrik auf dem Waldhof 100 000 ℳ überwiesen. Die Erträgnisse dieser Stiftung sollen dazu dienen, unverschuldet in Noth gerathene Arbeiter der Fabrik oder deren Familien zu unterstützen. Außerdem haben ver⸗ schiedene Wohlthätigkeitsanstalten in Ludwigshafen namhafte Beträge erhalten. EEE1“ ““ ““ 8 a1r rbeiterbsweznagaag Aus Krefeld wird der „Rhein.⸗Westf. Ztg.“ zum Ausstande der Sammetweber vom gestrigen Tage geschrieben: Zu dem Ver⸗ mittelungsvorschlag der sozialen Kommission, der dahin ging, die in der Fabrikanten lohnliste als Prämien vorgesehenen Zuschläge in einklagbare Löhne nach Uebereinkunft mit den Arbeitern in den einzelnen Webereien umzuwandeln, hat die Fabrikantenvereinigung beschlossen, ihren Mitgliedern freizustellen, ob und in welcher Höhe sie jeden einzelnen der in der Fabrikanten⸗Lohnliste vorgesehenen Zusätze bis zu 10 ₰ in feste Ergänzungslöhne verwandeln wollen, und es jedem Mitglied anheim zu geben, mit seinen Arbeitern event. unter Hinzu⸗ ziehung der sozialen Kommission Vereinbarungen zu treffen. Die Fabrikantenvereinigung beschloß ferner, die Wiederaufnahme der Arbeit nur dann zu gestatten, wenn eine Einigung in allen betheiligten Sammetwebereien erzielt worden ist. — Eine von 800 Personen besuchte Versammlung der ausständigen Sammetweber faßte eine Resolution, dahin gehend, daß die Ausständigen die Arbeit wieder aufnehmen mürden, falls anstatt der in der Fabrikantenlohnliste vorgesehenen Prämien überall gleichmäßig ein Zuschlag von mindestens 10 ₰ ver Meter festgesetzt wird. Spezialartikel sollen nach den alten Sätzen entlohnt werden. Es wurde in der Versammlung behauptet, daß von zwei Firmen bereits diese Bedingungen anerkannt seien. In Frankfurt a. M. fanden der „Frkf. Ztg.! zufolge sieben Arbeiterversammlungen statt, in welchen gleichlautende Resolutione
zu Gunsten des Brauerausstandes angenommen wurden. 1“
Kunst und Wissenschaft. A. F. — In der letzten Versammlung des „Deutschen Ver⸗
8 eins zur Förderung der Luftschiffahrt“ theilte der Vor⸗
eende, Professor Aßmann, zunächst mit, daß die verabredeten ügee Frezeser, Ballonfahrten am Freitag, den 24. März, stattgefunden haben. Nachdem am Donnerstag Abend die Aufforde⸗ rung von Paris eingetroffen war, sind in der Stunde von acht bis neun Uhr am Freitag Vormittag gleichzeitig in Paris, Straßburg, München, Wien, Berlin, Warschau, St. Petersburg theils bemannte, theils unbemannte Ballons aufgestiegen. Genauere Nachrichten von den Erfolgen fehlen zumeist noch. Der diesseitige, von Dr. Sühring geleitete Wasserstoff⸗Ballon erreichte 8000 m Höbe, begegnete dort einer Temperatur von — 480 C. und kam ohne Unfall etwas südlich von Königsberg gegen 3 Uhr Nachmittags nieder. — Der von Fiaß⸗ burg aufgelassene unhemannte Ballon ist gegen 4 Uhr in der Nähe von Sprottau gelandet. — Fefues verlas der Vorsitzende ein Schreiben des bekannten englischen Luftschiffers Alexander, welcher bei der Berson'schen Hochfahrt am 15. September vorigen Jahres seinen Ballon „Majestic“ unentgeltlich hergegeben und sich dadurch den Dank des Vereins erworben hatte. Herrn Alexander ist vom Verein als Andenken an jene erfolgreiche Fahrt die von Gladenbeck in Bronze gegossene Gruppe „Mit dem Luftballon kämpfende Titanen“ übersandt worden. Etwas verspätet, da der vielseitige Mann inzwischen in Süd⸗Ostafrika auf Löwenjagd gewesen, dankt jetzt der Empfänger und stellt für den Sommer seinen Besuch in Berlin, vielleicht auch die Theilnahme an einer Auffahrt in Aussicht. — An kürzeren Sportfahrten wird es in den nächsten Monaten in Berlin nsf fehlen; wie der Vor⸗ sitzende mittheilte, haben sich bis jetzt nicht weniger als 55 Herren zur Theilnahme an solchen Fahrten gemeldet. Da die Mitgliedschaft des Vereins V6ranese ung ist und 8 noch immer zahlreiche neue Mitglieder anmelden, so scheint das Interesse an diesen Sportfahrten en. khr. be. Daclens des Abends hielt Ingenieur Lochner über „Grund⸗ lagen der Lufttechnik“, welche der Redner in etwas ganz Anderem gegeben findet, als von sehr vielen, sich mit den Problemen der Luft⸗
8 .— 3 “ iffahrt Beschä en wird. e Uebertragun hüebanet neschafe ver ee. auf und in dem Wasser ermög⸗ lichen, schlechtweg def die Bewegung im Luftmeer ist nach seiner Ansicht ein großer Schl, fehler. Der Vort ragende brach damit über Schaufelräder S Aeronautik völlig den Stab; aber er will nicht so n it gehen, auch die Schraube zu verwerfen, zumal man sich des Vofraeiles maschtnellen Amtriebes nicht begeben dürfe und derselbe von Dr 28 ungen unzertrennlich sei. Anwendbar scheinen ihm Steuersegeleh 88 Flügel der Beockwindmühle nachahmende Mechanismen. b Fortbewegung in der Luft sei denkbar, ohne Verdichtung un ö“ ch erg bende Spannung der Luft. Die große Fläche dad Dre chens und de gekrümmte des Fallschirms, die gewölbten Flies Dra Vögel seen Beispiele hierfür. Aber die Spannung m. agel Hand in Harn gehen mit kontinuierlicher Ent⸗ spannung, um nüsse g7. aufrechzuerhalten. Die “ in der Luft auch Süenfäggsann sei immer noch keine Reaktions⸗ bewegung, ve der b Perjen des Seeger'schen Wasserrades. Um ihre Richtun⸗ ergleich n men, se es erforderlich, die Richtung des Ab⸗ flusses der L g zu bestimm Rerauf sind die vom Vortragenden ins Auge gefaßt uft zu regemen berechnet. Indem er z. B. die mit Segeltuch b en Me ragfläche halbkugelig gestaltet, den Rand der einen Hälft ekleidft, den der anderen nicht, weist er der abfließenden Luft den W. 2* versh der unversteiften Seite der Tragfläche und be⸗ stimmt 3eg, die Richtung der Bewegung nach der entgegenge Seite. Zu dem passiven Mechanismus der Tras lese haben sich aktioe zu gesellen, die 80g den Schr iltedern der Vögel den Antrieb vermitteln. — In der si an den interessanten Vortrag anschließenden Diskussion wurde an⸗ erkannt, daß von dem Ingenieur Lochner ein hoffnungsreiches Eüngg⸗ aufgestellt und zunächst Aussicht vorhanden sei. damit den für die meteorologische Beobachtung immer größere Wichtigkeit gewinnenden Drachen so zu verbessern, daß die jetzt bestenfalls erreichte Winkelhöhe von 60— 650 vermehrt werden könne. 5 Hierauf berichtete Dr Sühring vom Meteorologischen Institut
über seine, schon oben erwähnte, am 24. März unternommene Hoch⸗ fahrt mit einem Wasserstoff⸗Ballon. Die Abfahrt fand früh 8 ½ Uhr vom Tempelhofer Felde aus statt. Das Wetter war kalt, aber sonnig; die am Boden herrschende Windrichtung ließ eine Fahrt in südöstlicher Richtung vermuthen. Der Ausstieg machte erhebliche Mühe, weil der Ballon mit Rücksicht auf die spätere Ausdehnung des Gases im grellen Sonnenschein nur zu ½ mit Wasserstoff gefüllt und deshalb ziemlich schlaff und träge im Auftrieb war. Um die überaus langsame Aufwärtsbewegung zu beschleunigen, sah sich Dr. Sühring alsbald genöthigt, 4 Säcke Sand, im Ganzen an etwa 100 kg, auszuwerfen. Das half, wie vorausgesehen; denn binnen einer halben Stunde waren 4000 m erreicht und in dieser Höhe die Spree über dem Eierhäuschen gekreuzt. Da jetzt der Ballon sich wieder voll erwies und annähernd horizontal weiter flog, mußte aufs Neue Ballast über Bord geworfen werden, um zu der beabsichtigten Höhe aufzusteigen. Trotzdem erfolgte der weitere Aufstieg nur langsam. Waren die ersten 1500 m nach 12 und die beiden folgenden 1000 m je nach 9 Minuten ge⸗ wonnen worden, so wurden 6200 m erst nach 1 ¼, die vorgesetzten 8000 m (251 mm Barometerstand) erst nach 2 ½⅞ Stunden, gegen 11 Uhr erreicht. Schon während dieser Zei war der Luftschiffer inne eworden, daß sein Kurs sich nicht nach SO. sondern nach ONO. is NO. richtete; denn er überflog die Oder nördlich von Küstrin: eine höchst befremdliche Erfahrung, weil es bisher noch nicht beobachtet worden ist, daß die Windrichtung in den höheren Regionen sich beinahe senkrecht zu den Linien gleichen Drucks am Erdboden stellt. Eine zweite Ueberraschung war die Andauer etwa des gleichen Wetters in den höheren Luftschichten, wie Dr. Sühring solches am Erdboden beobachtet hatte. Da am 24. in Berlin außer⸗ gewöhnlich kaltes, der Jahreszeit nicht angemessenes Wetter herrschte, das sich gegen Mittag zu heftigen Schneeböen steigerte, lag die Ver⸗ muthung nahe, daß diese unzeitgemäße Witterung nur an der Erd⸗ oberfläche vorhanden sei, und in einiger Höhe wärmere Luftströme an⸗ getroffen werden würden. Doch nichts davon traf zu, die Wärme nahmviel⸗ mehr ganz regelmäßig, wie in anderen Fällen beobachtet, nach oben ab und fiel bis zur erreichten größten Höhe auf — 480 C. In dieser Dawalaghiri⸗Höhe teigte der Ballon keine Neigung mehr, weder zu steigen, noch zu fallen. Der Luftschiffer, welcher die ungeheure Kälte, wie er versichert, viel weniger ungemüthlich empfand, als man zu glauben versucht ist — das Unangenehmste war, daß ihm bei der geringen Drehung des Ballons ein Ohr von der Sonne versengt wurde, während das andere zugleich beinahe erfror —, ließ jetzt den Ballon eine halbe Stunde lang treiben. Von der Erde hatte er schon lange Abschied genommen, da ihn zwei Wolkenschichten von ihr trennten: eine untere dichte und eine bei 6000 m angetroffene dünne Cirrus⸗Schicht. Da er reichlich mit Sauerstoff versehen war und die damit gefüllte Flasche schon in mittlerer Höhe vor den Mund genommen hatte, um nicht erst zu ermatten, waren auch die anderen körperlichen Beschwerden der Hoch⸗Region gering, ja er konnte zuweilen ohne Schaden auf Minuten sich vom Sauerstoffschlauch lossagen, empfand dann aber besonders heftigen Hruck auf den Magen. Endlich beschloß Dr. Sühring, den Abstieg einzuleiten, und versuchte zu dem Zweck, die Ventilleine zu ziehen, aber das Ventil war fest zugefroren, und erst nach wiederholten Versuchen, die besonders anstrengend empfunden wurden, weil die Sauerstoffathmung dabei zu unterbrechen war, gelang es, das Ventil zu öffnen; das ausströmende Gas machte sich durch sein pfeifendes Geräusch bemerklich, und der Ballon fiel jäh, während das Thermometer bis — 30 Grad stieg. In 3000 m sah Dr. Sühring das Meer, zwar noch nicht unter sich, aber in großer Nähe Er beschloß deshalb, aufs neue zu steigen und die Fahrt noch einige Zeit fortzusetzen, da seine Fahrtrichtung bei der Gestaltung der ostpreußischen Küste ihn dann voraussichtlich immer tiefer in das Land tragen mußte. Er warf also Sand aus; aber zu seinem Schrecken entglitt den Fingern der zweite hartgefrorene Sandsack und fiel über Bord, ein Schicksal, das vorher schon einem der Thermometer beschieden war. Dr. Sühring horchte ängstlich nach unten, ob er etwa einen Schrei höre. Da alles still blieb, beruhigte er sich bei dem Ge⸗ danken, daß der Sack ohne Schaden anzurichten zur Erde gelangt sei. Infolge der Erleichterung stieg der Ballon noch einmal auf 4500 m und dann auf 6200 m. Gegen 3 Uhr fand der Abstieg statt; um die Landung glatt zu bewirken, waren nur noch 1 ½ Sack Ballast vor⸗ handen, aber sie gelang aufs glücklichste in welligem Terrain südlich von Königsberg i. Pr⸗ Eine den helfenden ländlichen Arbeitern über⸗ wiesene Flasche Portwein erwies sich als gefroren.
Aus Nürnberg wird berichtet: Die kleine Abtheilung moderner Gemälde der Galerie des Germanischen Mufeums hat in den letzten Tagen einen vorzüglichen Zuwachs erhalten. Herr Fabrikbesitzer Carl Faber in Nürnberg hat derselben ein in Oel
orträt des Fürsten Otto von Bismarck von F. von Fortr zum Geschenk gemacht, das in der Nähe der Stiftung des roßen Reichskanzlers, des glasgemalten Fensters der Familie von Bihmarck. Aufstellung gefunden hat. Diese Bereicherung der Galerie ist sowohl wegen der dargestellten Persönlichkeit wie des Meisters, der das Werk geschaffen, mit Freude zu begrüßen. 1“
Land⸗ und Forstwirthschaft. “
Ernteaussichten in Australien. Sydney, den 16. Februar 1899, Das Ackerbau⸗Ministerium * Kolonie Neuseeland hat eine vorläufige Abschätzung der voraus⸗ sichtlichen Ernteergebnisse in Neuseeland veröffentlicht.
Darnach sollen von 395 536 Acker (160 073 ha) Weizen, 10 679 472 Bushel (3 881 988 hl) Körner geerntet werden.
Der Vorrath an Weizen und Mehl. betrug am 15. November v. J. 1 590 461 Bushel (578 132 hl). Für den Bedarf in der Kolonie zu Nahrungs⸗ und Saatzwecken werden gegen 5 600 000 Bushel
2 035 600 hl) erforderlich werden. Es würden sonach für die Aus⸗
hr 6669 986 Bustel (2424530 hi) übri blelben.
7 8.2
vatnachrichten aus Aucklan zufo e gi diese ng für
zu hoch eesses Die 5* letzten Zeit soll dem Getreide⸗ icht besonders günstig gewesen sein.
8 E“ der voraussichtliche Ertrag der Weizenernte
auf kaum 1 000 000 Bushel (363 500 hl) geschätzt. Zeitungsnach⸗
richten zufolge ist diese Annahme noch zu günstig, da man nach den
jetzigen Resultaten nur mehr 700 000 Busbhel oder 254 450 hl Körner
erwartet.
itswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs⸗ tertedür. * hinergenecean
Ausbru der Maul⸗ und Klauenseuche unter Ueberhendezcrafen ist dem Kaiserlichen Gesundheitsamt gemeldet in vom Zentralviehhofe zu Berlin am 29. März.
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Verdingungen im Auslande.
Spanien. 28. April. Vergebung der Ausbeutung des Korkbestandes am Berge Sanzal de los Propios de Alcalà de los Gazules in der Provinz Cadix. Angebote auf spanischem Stempelpapier sind nebst einer Kaution von 498,57 Pesetas in baar oder öffentlichen spanischen Papieren bis spätestens 22. April im Nego ciado de Montes im Fomento⸗Ministerium in Madrid, oder bei einem Gobierno Civil der 49 spanischen Provinzen einzureichen. Niederlande.
26. April, 12 Uhr. Kolonial⸗Ministerium im Haag: Lieferung für Zwecke der Staatseisenbahnen auf Java von: dem metallenen Oberbau mit Zubehör für neunundvierzig Brücken für Sekundär⸗ Eisenbahnen (Loos Nr. 223), Untergestellen mit Lenkachsen für Wagen und Packwagen, von ““ auf cradle-trucks für Wagen — zum theil mit und ohne Bremse —, von losen Bremsvorrichtungen und von Spannstangen mit Zubehör (Loos Nr. 224), asphaltierten gußeisernen Muffenröhren (Loos Nr. 225), 311 900 flußeisernen Hakenbolzen und 270 600 galvanisierten flußeisernen tirefonds (Loos Nr. 226). Die Loose liegen auf dem technischen Bureau des Kolonial- Departements zur Einsicht und sind auf Frankoanfrage gegen Bezahlung von 0,50 Fl. für jedes der Loose Nr 223, 225 und 226 und 5 Fl. für das Loos Nr. 224 bei der Firma Martinus Nyhoff, Nobelstraat Nr. 18, im Haag erhältlich. Die Angebote müssen bis zum 26. April, 12 Uhr, in die hierfür bestimmte Büchse des Kolonial⸗Departements eingeliefert sein. Sie können auch postfrei an das Bureau des Kolonial⸗Departements eingesandt werden, doch ist letzteres nicht ver⸗ antwortlich für rechtzeitige Einlieferung in die Büchse.
Schiller⸗Theater.
Auf die schwere literarische Kost, welche das Schiller.Theater mit der Aufführung von Grabbe's „Don Juan und Faust“ seinen Abon⸗ nenten dargeboten hatte, folgte gestern wieder eine Gabe der heiteren Muse, und zwar Oscar Blumenthal’s Lustspiel „Die große Glocke“, welche das Publikum vortrefflich unterhielt. Die darin enthaltene Geißelung des gesellschaftlichen Reklamewesens, eines Uebels, das in der Gegenwart mit ihrem lebhafteren Verkehr und ihrem ent⸗ wickelten Zeitungswesen vielleicht mehr hervortritt als in vergangenen
eiten, fand volles Verständniß. Gespielt wurde ausgezeichnet. Das hepaar Gundermann, in dessen Salons die „große Glocke in Bewegung gesetzt wird, deren Töne alsbald in weiteren gesellschaftlichen Kreisen vernommen werden, wurde von Frau Röckel und Herrn Eyben mit Humor verkörpert. Die beiden jungen Bildhauer, welche gefördert werden, fanden in en Herren Bach und Froböse geeignete Vertreter. Ersterer spielte 1 idealistisch gefärbte Rolle mit jugendlichem Feuereifer, letzterer efleißigte sich mit Erfolg eines fesselnden Plaundertons. Die Damen Riechers und Meyer gaben die Bräute der beiden Genannten als elegante, anmuthige und gewandte Weltdamen. Ebenso gelungen war errn Gregori's Gestaltung des Karikaturenzeichners Murner. Der leineren Aufgaben nahmen sich die Damen Werner und Levermann, die Herren Dahlen, Thurner und Schmasow mit bestem Gelingen an. Die Regie hatte für die Vorgänge einen durchaus würdigen Rahmen
affen. geschaffen Konzerte.
Am Mittwoch vergangener Woche veranstaltete die Sängerin Frau Amalie Gimkiewicz aus München im Saal Bechstein einen Liederabend, der einen recht erfreulichen Verlauf nahm. Die Dame verfügt über eine ausgiebige, in allen Lagen gut ausgeglichene Mezzo⸗ sopranstimme, welche sie mit künstlerischem Geschmack zu verwerthen versteht, wie aus dem Vortrag der sorgfältig zusammengestellten Aus⸗ wahl von Gesängen von Schubert, Schumann, Franz, Brahms, Hugo Wolf, Anton Beer und Max Schillings hervorging. Als Begleiter bewährte Herr Coenraad V. Bos seine gewohnte Feinfühligkeit.
Der treffliche belgische Geiger Herr Eugdne Ysape gab am Donnerstag im Saale der Philharmonie ein Konzert, das eine große Zahl der hiesigen Bewunderer seines Spiels versammelt hatte. Er brachte das Konzert in D-moll (Nr. 4) von Vieuxtemps, das Konzert in Es-dur (Nr. 6) von Mozart und eine Reibe kleinerer Stücke zu Gehör, denen er noch auf allgemeines Verlangen zwei Sätze aus dem Mendelssohn’'schen Konzert als Zugabe hinzufügte. Einer kritischen Würdigung der Spielweise des Konzertgeders bedarf er nicht mehr; als reifer, auf der Höhe der Vollen⸗ dung stehender Künstler riß er sein Publikum mit jedem Vortrags⸗ stück zu lebhaften, anhaltenden und wohlverdienten Beifallsb hin. Die Begleitung führte das Philbarmonische Orchester unter Kapellmeister Kebisek's kundiger Leitung aus. — In der Sing⸗ Akademie ließ sich an demselben Abend eine dier bisher undekannte Geigerin, Miß Maud Powell hören, welche in Gemeinschaft mit dem Bassisten Herrn Ernest Sharpe ein Konzert veranstaltet hatte, das ebenfalls recht zahlreicht besucht war. Miß Powell schließt sich den in hiesigen Konzertsälen einheimischen Geigerinnen würdig an. Idr Spiel ist technisch weit entwickelt und zeugt von musikalischem Ge⸗ schmack und Temperament. Auch die Vorträge des Sängers, welcher eine ”.252 und gut geschulte Stimme sein eigen nennt, fanden
ienten Beifall. ö 8 . Im Sca. Bechstein fand am Freitag der dritte und lette dieswinterliche Quartett⸗Abend der Herren Professor Gustad Hel⸗ laender, Willy RNicking, Walter Rampelmann und Anton Hekking unter Mitwirkung des Pianisten Derrn Heinrich Lutter statt. Berthoven’ s Strrgcorten in Emoll (Op. 59 Nr. 2), dessen herrlicher zweiter Satz (Adagic) ganz seders wirkungsvoll vorgetragen wurde, eröffneten in würdiger Werse den Abend. Es folgte das von den Herren Professor und Lutter ausgeführte Klaviertrio in B-dur [ep. 99) den Sedert ein Werk, das mit Unrecht so selten zu Gehör gedracht werd und das bei vortrefflicher Wiedergade einen tiefen Eindruck deeterlbes. Den Schluß machte Haydn ẽ Streichguartett in C-dur (Nr. .
Ein gemein 1 in der 1 rder am Sonnabend de San Fialein Maria Nrebe und der Mermät Herr Johannes Miersch, Kanstler dee sich es recht vortheilbaft eingefüdrt haden. Die
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