8
†7
884 2 1 4 t 8 * 5 8 — * 8 5 † 7 † ¹ ¹ 1 8 EII d 22 8 G 8 * 1 8 81 11 8 8 8 5 4 *½ * 5
— —————ö
*
Ablauf der Verjährungsfrist der Betrag der angemeldeten und bis
dahin nicht vorgekommenen Zinsscheine gegen Quittung ausgezahlt
werden.
Mit diesem Anleihescheine sind halbjährige Zinsscheine bis zum
1. April 1909 ausgegeben; die ferneren Zinsscheine werden für zehn⸗ jährige Zeiträume ausgegeben werden.
Die Ausgabe einer neuen Reihe von Zinsscheinen erfolgt bei
der Stadt⸗Hauptkasse zu Bromberg gegen Ablieferung der der älteren Zinsscheinreihe 8 Anweisung.
Beim Verluste der Anweisung erfolgt die Aushändigung der neuen Zinsscheinreihe an den Inhaber des Anleihescheins, sofern dessen Vorzeigung rechtzeitig geschehen ist.
Zur Sicherung der hierdurch eingegangenen Verpflichtungen haftet die Stadt Bromberg mit ihrem Vermögen und mit ihrer Steuerkraft.
Dessen zu Urkunde haben wir diese Ausfertigung unter unserer Unterschrift und unter Beidrückung des Stadtsiegels ertheilt.
8 Bromberg, den .. ten 8 8 ö “ Der Magistrat.
“ 11
Anmerkung. Die Anleihescheine sind mit den eigenhändigen Namensunterschriften des Magistrats⸗Dirigenten und eines anderen Mitgliedes des Magistrats zu versehen.
Provinz Posen. Regierungsbezirk Bromberg.
Zinsschein
ihe
Buchstabe
über ℳ zu 3 ½ % vom Hundert Zinsen über ℳ.. 8
Der Inhaber dieses Zinsscheins empfängt gegen dessen Rückgabe in der Zeit vom 1ten ab die Zinsen des vor⸗ benannten Anleihescheins für das Halbjahr vom . . ten bis. . ten mit ℳ . Stadt⸗Hauptkasse zu Bromberg.
Bromberg, den . . ten
Der Magistrat.
(Faksimile der Namensunterschriften 1 des Magistrats⸗Dirigenten und unterschrift des eines anderen Magistratsmitgliedes.) Kontrolbeamten.)
Dieser 8. ist ungültig, wenn dessen Geldbetrag nicht inner⸗ halb vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres der Fälligkeit erhoben wird. 1
(Siegel) (Eigenhändige Namens⸗
Regierungsbezirk Bromberg. Anweisung zu dem Anleihescheine der Stadt Bromberg Böuchstabe NI... über Mark.
Der Inhaber dieser Anweisung empfängt gegen deren Rückgabe zu dem obigen Anleihescheine die.. te Reihe von Zinsscheinen für die zehn Jahre vom.. bis bei der Stadt⸗ Hauptkasse zu Bromberg, sofern nicht rechtzeitig von dem als solchen sich ausweisenden Inhaber des Anleihescheins dagegen Widerspru erhoben wird. ““
Bromberg, den .. 89
. Nagistrat. (Siegel) 111“ (Faksimile der Namensunterschriften (Eigenhändige Namens⸗ des Magistrats⸗Dirigenten und unterschrift eines
eines anderen Magistratsmitgliedes.) Kontrolbeamten.)
Anmerkung. Die Anweisung ist zum Unterschiede auf der ganzen Blattbreite unter den beiden letzten Zinsscheinen mit davon abweichenden Lettern in nachstehender Art abzudrucken: 8 .. ter Zinsschein ... ter Zinsschein
8 —
Anweisung.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten.
Dem Gymnasial⸗Direktor, Professor Dr. Johannes haß ist die Direktion des Gymnasiums zu Pleß übertragen worden.
Derr bisherige Seminar⸗Oberlehrer Rathke aus Waldau ist zum Kreis⸗Schulinspektor und
der Maler, Professor Spatz zum ordentlichen Lehrer an der Königlichen Kunst⸗Akademie in Düsseldorf ernannt worden.
Ministerium für Handel und Gewerbe.
Bekanntmachung.
Bei den Schiedsgerichten der Arbeiterversicherung sind nachfolgende Beamte zu Vorsitzenden bezw. stellvertretenden Vorsitzenden ernannt worden: der Regierungs⸗Rath Dr. Andritzky in Liegnitz zum Vorsitzenden und der Regierungs⸗Assessor Seheang ebenda zum stell⸗ vertretenden Vorsitzenden der Schiedsgerichte in Freystadt; der Regierungs⸗Assessor Kramer in Altenkirchen zum Vorsitzenden der Schiedsgerichte daselbst; der Geheime Regierungs⸗Rath Oberg in Posen zum Vorsitzenden des daselbst bestehenden Schiedsgerichts für die staatliche landwirthschaftliche Unfallversicherung; der Amtsrichter Bayer in St. Vith zum Vorsitzenden der Schiedsgerichte in Prüm; der Amtsrichter Fuchs in Hoyerswerda zum stellver⸗ tretenden Vorsitzenden der Schiedsgerichte daselbst. Berlin, den 5. April 1899. G Der Minister für Handel und Gewerbe. In Vertretung:
Niichtamtliches. Deutsches Reich. 89 Preußen. Berlin, 7. April.
Seine Majestät der Kaiser und 6 empfingen eute Morgen um 9 Uhr den Staatssekretär des Auswärtigen mts, Staats⸗Minister von Bülow zum Vortrage.
Ihre Majestät die Kaiserin und Königin er⸗ theilten am Mittwoch Nachmittag aus Anlaß des hier tagenden Chirurgen⸗Kongresses dem Vorsitzenden, Geheimen Sanitäts⸗ Rath, Professor Hahn mit mehreren hervorragenden Mitgliedern
s Ausschusses eine gemeinsame Audienz.
“ 8 ¹ 1
Der Ausschuß des Bundesraths für Handel und Ver⸗ kehr hielt heute eine Sitzung.
Oesterreich⸗Ungarn.
“ 8
Im böhmischen Landtag beantragte gestern der Abg. Baxa, unter Hinweis darauf, daß eine Anzahl Abgeordneter den Sitzungen ohne Entschuldigung fernbleibe, eine Kommission von 18 Mitgliedern zu wählen, welche darüber berathen solle, wie dem nicht eingehaltenen Paragraphen 19 der Geschäfts⸗ ordnung Geltung zu verschaffen sei. Der Oberstlandmarschall Fürst Lobkowitz erklärte, der Antragsteller habe im wesent⸗ lichen Recht; er werde dem Gesetze gemäß vorgehen. Der Antrag Baxa's fand jedoch nicht die genügende Unterstützung.
Im schlesis 8 Landtag beantwortete, der Landes⸗ Präsident Graf Thun zwei Per henn oee über die sprach⸗ lichen Verfügungen für Schlesien sowie über die Aufhebung der Sprachenerlasse und Regelung der Sprachenfrage im Gesetzes⸗ vegs Der Landes⸗Präsident betonte, daß fur die schlesischen Justizbehörden keinerlei besondere, geheime Sprachenver⸗ ordnungen erlassen worden seien. Die Bezirkshauptmannschaften der gemischtsprachigen Bezirke hätten lediglich die Weisung erhalten, die Eingaben thunlichst in der Sprache der Eingabe zu erledigen und die Verhandlungen darüber in derselben Sprache zu führen. Diese Verfügungen beträfen nur den Parteienverkehr und entsprächen dem verfassungsmäßigen Grundsatz der sprachlichen Gleichberechtigung. Sie gingen nicht über den Rahmen des praktisch Durchführbaren hinaus und berührten die deutschen Bezirke nicht, könnten mithin die deutsche Bevölkerung nicht beunruhigen. Die Stellung der deutschen Sprache als Amts⸗ und Verkehrs⸗ sprache der Behörden unter einander sei nicht geändert worden. Die Widerrufung dieser Anordnungen würde den von den Behörden zu gewährenden Rechtsschutz gefährden. Die An⸗ bahnung einer gesetzlichen Regelung würde schwierige, kom⸗ plizierte Fragen heraufbeschwören.
Infolge der Ausschließung Dr. von Grabmayer's aus dem tiroler Landes⸗Wahlausschusse sind, wie die ‚Neue Freie Presse“ aus Innsbruck meldet, die fünf unterinnthalischen Mitglieder des Landesausschusses, welche der freisinnigen Partei 8I angehören, aus dem Landes⸗Wahlausschusse aus⸗ getreten.
Im kärntnerischen Landtag entspann sich gestern bei der Verhandlung über einen Antrag, welcher sich gegen die Anwendung des § 14 der Verfassung richtet, eine Debatte über die allgemeine politische Lage. Nachdem mehrere Redner gesprochen hatten, wiederholte der Landes⸗Präsident seine am 22. März d. J. abgegebene Erklärung, daß die Regierung die Zuständigkeit des Landtages nicht anerkenne. Schließlich wurde der Antrag in namentlicher Abstimmung mit 30 gegen 4 Stimmen angenommen.
Das ungarische Unterhaus setzte gestern die Be⸗ rathung des Budgets fort. Bei dem Etat des Ministeriums für Ackerbau theilte der Minister Daranyi mit, daß sich das Gesetz über die Feldarbeiter bewährt habe. Er bereite auch Vorlagen, betreffend die Erdarbeiter und die Taback⸗ pflanzer, vor. Er wolle die Frage der Arvbeiterversicherung womöglich in Verbindung mit der Gesindeversicherung lösen. Für dieselbe müßten Staat, Gemeinde und Arbeiter Opfer bringen. Hinsichtlich der Bekämpfung der Weinfälschungen werde die Regierung auf der eingeschlagenen Bahn weiter schreiten. Es liege ihr fern, unschuldige Kaufleute zu be⸗ lästigen; sie werde jedoch die Fälscher auch in hegenftunzenzhecgect um alle Angriffe verfolgen. enn man diese Frage, wie die An⸗ gelegenheit des Kornwuchers, mit dem Liberalismus in Verbindung gebracht habe, so erwidere er, daß der Liberalismus nur dann gefährdet sei, wenn er Fälscher und Wucherer nicht von sich abschütteln könne. Was insbesondere den Kornwucher betreffe, so betrachte er nicht jeden Vorverkauf als Wucher. F Schluß bemerkte der Minister, daß die Vorlage über die Ver⸗ staatlichung des Veterinärwesens bereits fertiggestellt sei. Die Rede des Ministers wurde mit großem Beifall aufgenommen.
Frankreich.
Der Präsident der Republik Loubet traf, wie „W. T. B.“ berichtet, in Begleitung des Minister⸗Präsidenten Dupuy gestern Vormittag in Montélimar ein und wurde von der uͤberaus zahlreich versammelten Einwohnerschaft auf das Wärmste begrüßt. Die Stadt hatte reichen Fahnenschmuck angelegt, an vielen Stellen waren Triumphbogen er⸗ richtet. Der Einzug erfolgte unter unaufhörlichen, begeisterten Zurufen. Die 86 jährige Mutter des Prä⸗ sidenten erwartete diesen auf einer vor der Mairie errichteten Tribüne. Der Präsident Loubet ließ dort den Zug halten, ver⸗ ließ den Wagen und umarmte seine Mutter. Nach dem Empfange der Behörden auf der Mairie und dem Besuche des Hospitals nahm der Präsident an einem, von der Munizipalität ver⸗ anstalteten Bankett theil. In seiner Erwiderung auf den Trinkspruch des Bürgermeisters hob der Präsident Loubet her⸗ vor: er habe, als er die schwere Bürde der Präsidentschaft übernommen, dies gethan, um die Einigung der Republikaner, welche für das Gedeihen des Landes im Innern und für seine Größe nach außen hin nothwendig fei, aufrechtzuerhalten und zu stärken. Vorübergehende Schwierigkeiten und Agitationen würden nicht im stande sein, die Eintracht lange zu stören, welche unter den Franzosen herrschen müsse. Der Präsident schloß, indem er die Bevölkerung zu ihrer Anhänglichkeit an die nationale Armee beglückwünschte, mit welcher das Land so leidenschaftlich und mit so gutem Grunde verknüpft sei.
Spanien. “
Der General⸗Kapitän von Aragonien ist, wie „W. T. B.“ erfährt, gestern in Madrid eingetroffen, um mit der Regierung über die carlistische Bewegung zu be⸗ rathen. Der „Imparcial“ meldet, daß die Carlisten auch in Navarra lebhafte Thätigkeit entwickelten.
Es verlautet, der General Rios habe bestätigt, daß es unnütz sei, an die Befreiung der spanischen Gefangenen während der Dauer des Krieges zwischen den Amerikanern und den Tagalen zu denken. Man erwarte jedoch, daß nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten die Lage der G in ein günstigeres Stadium treten werde. 8
Niederlande. 1“
Die durch Vermittelung der niederländischen Vertrete Auslande versandte offizielle Einladung zu der Konferen im Haag nimmt, dem „W. T. B.“ zufolge, Bezug 2n die rühmenswerthe Initiative des Kalsers von Rußland, welche bezwecke, durch die Konferenz die Segnungen des Friedens zu verbreiten und, wenn möglich, zu einer Mäßigung der übertriebenen Rüstungen zu gelangen, und betont das Interesse der Königin der Niederlande an der Konferenz. Neunzehn europäische Staaten, ferner die Ver⸗
u“ ““
8*
einigten Staaten von Amerika, Siam, Persien, China und
nehmen. Türkei. Nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Kanea ist
von dort nach England abgegangen.
Schweden und Norwegen.
Der schwedische Reichstag hat, wie dem „W. T. B. aus Stockholm berichtet wird, gestern in gemeinsamer Ab⸗ stimmung 2 388 000 Kronen zum Ankauf von Gewehren und “ Kronen zu Befestigungszwecken bewilligt.
7
Amerika.
erfährt, als Vertreter der Vereinigten Staaten der Botschafter in Berlin White, der Gesandte im Haag Newell, der Präsident der Columbia⸗Universität Seth Low, der Kapitän Crozier vom Artillerie⸗Departement für das Landheer, der Kapitän Mahan für die Marine und Frederick Holls als Sekretär theilnehmen. 8 1“X“ Afrika.
Dem „Daily Telegraph“ wird aus Kairo vom gestrigen Tage gemeldet, daß die britischen Truppen wegen der un⸗ gesunden Verhältnisse in Omdurman von dort dach Halfiyeh zurückgehen müßten. Omdurman solle dem Verfall preis⸗ gegeben werden. Die egyptischen Truppen würden den Auftrag erhalten, gegen die Anhänger de Khalifen vorzugehen, doch sei es wahrscheinlich, daß dieselben von britischen Truppen begleitet werden würden. Die Reise des Sirdar nach Kassala und Suakin sei nich
der Durchführung einer oberflächlichen Landaufnahme für neue Telegraphen⸗ und Eisenbahnlinien unternommen worden.
Statistik und Volkswirthschaft.
SDOie Krankenhausstatistik von Preußen für das Jahr 1897.
(Stat. Korr.) Die allgemeinen Heilenstalten für die bevölkerung, soweit sie an der Krankenhausstatistik betheiligt waren bezifferten sich 1897 auf 1664 gegen 1592 im Vorjahre. An für Kranke eingerichteten Betten waren 1897 86 735 vorhanden, 1896 dere 83 318. Die Zahl der behandelten Personen und Krankheitsfälle stieg von 562 395 bezw. von 596 026 (im Jahre 1896) auf 588 501 bezw. auf 623 716 (im Berichtsjahre). Betreffs der Häufigkeit der verschiedenen Arten von Krankheiten ergiebt sich für 1897 Folgendes.
“
heiten der äußeren Bedeckungen 138,60, Krankheiten der Athmungs⸗ srgane 114,46, Krankheiten des Verdauungsapparates 90,96, Krank⸗ heiten der Bewegungsorgane 89,01, Krankheiten des Nervensystems 64,09, Krankheiten der Geschlechtsorgane 59,38, Zirkulationsorgane 34,84, Krankheiten der Augen 24,40, Entwickelungs krankheiten 24,19, Krankbeiten des Ohres 8,09, andere und nicht 8 stimmt angegebene Krankbeiten 9,66.
Eine andere Reihenfolge ergiebt sich, wenn man die Sterb⸗
mit der Zahl behandelter Fälle vergleicht. Auf je 1000 Erkrankungen kamen 1897 Todesfälle: an Infektions⸗ und allgemeinen Krankheiten 19,13, an Krankheiten der Athmungsorgane 18,36, an Krankheiten des
der Zirkulationsorgane 4,46, an Krankheiten des Verdauungs⸗ apparats 3,98, insolge mechanischer Verletzungen 3,37, an Krankheiten der Geschlechtsorgane 2,95, an Krankheiten der Bewegungsorgane 1,24, an Krankheiten der äußeren Bedeckungen 0,27, an Krankheiten des Ohres 0,08, an Krankheiten der Augen 0,01, an anderen und nicht be⸗ stimmt angegebenen Krankheiten 1,39, zusammen 65,33.
Die Gesammtsumme der Gestorbenen in diesen Heilanstalten bezifferte sich im Berichtsjahre auf 40 745 Personen, das sind 69,24 von 1000 daselbst verpflegten Kranken. Von 1000 Todesfällen, welche 1897 innerhalb des gesammten Staatsgebietes erfolgten (überhaupt 682 868), entfielen auf die hier in Frage stehenden Krankenhäuser 59,67. Von 10 000 Personen der Zivilbevölkerung vom 1. Januar
aufgenommen und 12,76 in denselben gestorben.
EE1“
öäZlur Arbeiterbewegung. 8 11““ In Barmen hat, wie die „Rhein.⸗Westf. Ztg.“ mittheilt, der Ausstand der Färber in der Färberei von Emil Homberg (vgl.
Ausstandes waren nicht Lohnforderungen, sondern die Einschränkung der Kaffeepause von einer halben Stunde auf eine Viertelstunde welche von dem Chef der Firma in Verbindung mit der Verkürzun der Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunden eingeführt werden sollte. Durch den Ausstand haben die Färbergesellen es erreicht, daß ihnen nach wie vor die halbstündige Kaffeepause verbleibt. Auf dieser Grundlage ist am Mittwoch Morgen ron allen Ausständigen die Arbeit wieder aufgenommen worden.
In Berlin beschlossen, der „Voss. Ztg“ zufolge, in einer am Mittwoch abgehaltenen allgemeinen Versammlung die Putzer, ihre fämmtlichen Forderungen (Neunstundentag, Beginn der Arbeit am Montag um 8 Uhr, Arbeilsschluß am Sonnabend um 4 Uhr, An⸗ erkennung des 1. Maials Arbeiterfeiertag) aufrecht zu erhalten und überall dort, wo dem Verlangen der Arbeiter nicht entsprochen wird, die Arbeit niederzulegen. Für den 1. Mai wurde Arbeitsruhe beschlessen. Gleichzeitig soll am 1. Mai die Forderung des Achteinhalbstunden⸗ tages erhoken werden. — Die Steinsetzer Berlins sind, nach dem⸗ felben Blatte, in eine allgemeine Lohnbewegung eingetreten. Ihre Forderung der Festlegung eines Mindestlohnes und einer Maximal⸗ arbeitszeit ist von der Innung abgelehnt worden.
In Lübeck traten, wie der „D. W.“ mitgetheilt wird, die in den dortigen Brauereien beschäftigten Brauer, Böttcher und Hilfsarbeiter in eine Lohnbewegung ein. Sie fordern zehnstündige Arbeitszeit, 27 bezw. 24 — 20 ℳ Wochenlohn, sowie bessere Bezahlung der Ueberstunden und der Sonntagsarbeit.
In Budweis stellten, dem „W. T. B.“ zufolge, die beim Bau der Landwehr⸗Kaserne beschäftigten Bauarbeiter gestern die Arbeit ein und zogen in größeren Gruppen nach anderen Bauplätzen, um auch andere Arbeiter zum Ausstand zu bewegen. Dies gelang ihnen bei dem Bau der böhmischen Schule. Bisher ist es zu keinen größeren Ruhe⸗ störungen gekommen. Die Ortsbehörde traf entsprechende Verfügungen. Die Arbeiter fordern eine zehnstündige Arbeitszeit sowie Festlegung eines Minimallohnes. Eine Deputation von Arbeitern ersuchte den
Anbahnung eines Vergleichs. 9
Kunst und Wissenschaft.
In der Gesammtsitzung der Akademie der Wissen⸗ schaften vom 23. März (vorsitzender Sekretar: Herr Vahlen) trug Herr Conze „über die Thore der Königsstadt Pergamon“ vor. Zu einer erneuten Untersuchung der Thore von Pergamon hat ihm ge⸗ meinsam mit Herrn Schuchhardt die dur die Königliche Akademie und den Chef des Großen Generalstabs ermöglichte
814 .
kartographische Aufnahme des Herrn Berlet im Herbst v. J. den
Japan sind eingeladen worden, an der Konferenz theilzu⸗
gestern ein halbes Bataillon der britischen Besatzungstruppen
An der Konferenz im Haag werden, wie „W. T. B.“
reflektometers der Feldspath bestimmt.
allein zum Zweck einer Inspizierung, sondern auch zum Zweck
Zwvil.
Von 1000 Krankheitsfällen waren Infektions⸗ und allgemeine Krankheiten 197,82, Krankheiten infolge mechanischer Verletzungen 144,50, Krank.
sschiedene Werke von
Krankheiten d. 3 rankheiten 8 des Königs Albert von Sachsen von Max Baumbach,
lichkeit in Betracht zieht und hierbei dieselben Krankheitsgruppen
Nervensfystems 5,43, an Entwickelungskrankheiten 4,66, an Krankheiten 8 . . 1b Helmbholtz, einen Flötenbläser, einen
1897 waren in diesem Jahre 184,36 in die allgemeinen Heilanstalten
Nr. 78 d. Bl.) mit einem Siege der Arbeiter geendet. Ursache des,
Bezirkshauptmann um Intervention bei den Unternehmern behufs
en. Unterhalb des armenischen Friedhofes wurde durch eine eine Ausgrabung das Haupttbor, ein Doppelthor mit einem Thor⸗ hofe zwischen beiden Eingängen, nachgewiesen. Außerdem ist das kleine Thor im Ketiosthale, etwa 6 m höher, als der heutige Weg verläuft, ebenfalls durch eine kurze Ausgrabung freigelegt worden, während das Thor der Königszeit am Abhange nach dem Selinus⸗ thale hin, wo beute der Weg auch und bedeutend tiefer verläuft, schon mmer in den dort aus dem Boden aufragenden Ruinen kenntlich war. Der vorläufige Bericht über die Untersuchung, welche noch zu vervoll⸗ ständigen und im ersten Bande der „Alterthümer von Pergamon“ ausführlich darzulegen sein wird, soll in den athenischen Mittheilungen des archäologischen Instituts alsbald erscheinen. — Herr von Bezold überreichte eine Mittheilung „über die Zunahme der Blitzgefahr während der letzten sechzig Jahre“. Eine Fortsetzung der von dem 8 . schon früher veröffentlichten Untersuchungen zeigt, daß die Anzahl der Gebäude, welche von einer Million versicherter Gebäude in einem Jahre vom Blitz getroffen werden, nach den Aufzeichnungen
der bavyerischen Brandversicherungsanstalt seit Anfang der vier⸗
iger Jahre bis in in nahem stetiger Zu⸗
nahme begriffen ist, Kurve, welche die Blitz⸗
efahr darstellt, einen eigenrhümlichen Zusammenhang mit der Flecken⸗
bebeckung der Sonne zu verrathen scheint. Jedem Maximum der Sonnenflecken entspricht ein Minimum der Blitzgefahr. — Herr Klein machte Mittheilungen ‚über Anorthit vom Vesuv und über Feldspath⸗ bestimmung in Gesteinsschliffen“. Der Vortragende sprach über die Bestimmung der optischen Konstanten des Anorthits vom Vesuv, welche, an ausgesuchtem Material ausgeführt, vieles Interessante darbseten, und ging darnach auf die Feldspathbestimmung in Gesteins⸗ 8 schliffen im allgemeinen ein. Hier wird in schwierigeren Fällen durch Ermittelung des größten Brechungsexponenten vermittels des Total⸗ Die Methode zeichnet sich durch Einfachheit und Sicherheit aus. — Die pbilosophisch⸗historische
die Gegenwart
8 Klasse der Akademie hat dem Staats⸗Archivar Dr. C Treusch von
Buttlar in Dresden zur Sammlung und Veröffentlichung deutscher Hofordnungen des 16. Jahrhunderts 500 ℳ bewilligt.
— Vorgelegt wurde der von der Lady Meux geschenkte Band: „Lady 1 anuskript Nr. 1. The lives of Mabà Séyön and Gabra FKréstös. The Ethiopic Texts edited .. by E. A. Wallis Budge“*. London. 1898. 4. — Die Akademie hat die korrespon⸗ dierenden Mitglieder der physikalisch⸗mathematischen Klasse Franz von Hne⸗ in Wien und Gustav Wiedemann in Leipzig am 20. bezw.
24. März durch den Tod verloren. 8
Ueber die „Deutsche Kunstausstellung Dresden 1899. wird aus Dresden geschrieben: In der städtischen Ausstellungshalle herrscht die regste Thätigkeit da bereits am 20. April die Eröffnung durch Seine Majestät den König Albert stattfinden soll. Die Plastik wird, wie auf der internationalen Ausstellung von 1897, einen Höhe⸗ punkt auch der deutschen Ausstellung dieses Jahres bilden; Berliner, Münchener und Dresdner Bildhauer werden sich daran in gleicher Weise betheiligen. Berlin wird durch Reinhold Begas hervorragend ver⸗ treten sein; der Meister sendet zunächst einen Gipsabguß des Sarkophags für den bochseligen Kaiser Friedrich, außerdem aber noch eine ganze Reihe neuer und älterer Werke, wie die Marmorgruppe des „elektrischen Funkens“, den Sarkophag für den Banquier Strousberg (in Bronze), die Marmorgruppe „Pan und Nymphe“, die Bronzegruppe „Kain und Abel“ und die Gipsgruppen Raub der Sabinerinnen“ und „Prometheus“. Ferner werden aus Berlin erwartet die große Gruppe „Das Schicksal“ von Lederer, ver⸗ iemering, eine Büste und eine Statuette sowie aus Berliner Privatbesitz der „Siegesreiter“ von Touaillon in Rom. Mänchen ist zunächst durch eine große Sonderaus⸗ stellung des in neuester Zeit pielgenannten Bildhauers Adolf Hilde⸗ brand repräsentiert; sie umfaßt außer dem Marmorbildwerk „Luna“, das in der vorjährigen Münchener Ausstellung Aufsehen machte, eine Reihe
voon Bildnißbüsten und⸗Reliefs (Fürst Bismarck, Herzog Carl Theodor
Joachim, se, Werner Marmorherme des Pbysikers Hermann von Marsyas, einen Ganymed,
einen Wasserträger, einen Florentiner Laternenanzünder ꝛc.
Auch bemüht sich die Kommission eifrig, einen Gipsabguß des
Entwurfs zu der abgelehnten Reichstagswahlurne zu erhalten. Den großen Skulpturensaal wird als Hauptstück Rudolf Maison’'s Brunnen für die Stadt Bremen zieren. Ferner kommen aus München noch: pon Franz Stuck die kämpfende Amazone, der Athlet, der verendete Centaur und die Tänzerin; von Bermann die sterbende Sphinx und von Vehhe. as ein Beethoven⸗Bildniß aus pentelischem Marmor; dann Theile des Aschaffenburger König⸗Ludwigs⸗Brunnens von Pfann und Pfeifer, die Judith von Hermann Hahn, die unmittelbar nach der
Josef Karl August von
in Bayern, Siemens ꝛc.), eine
Natur in Savonnierstein gebildeten Büsten von Hermann Lang, ver⸗
schiedenes von von Gosen und Anderen. „Aus Dresden stellt Heinrich Epler eine Kolossalgruppe der Sintfluth aus, Robert Diez das Grabdenkmal für die Gattin Felix Schweighofer's, Jo⸗ hannes Schilling verschiedene Werke, ferner Hösel, der Schöpfer
des Hunnen in der National⸗Galerie, mehrere Stroßenfiguven aus
Konstantinopel. Leipzig wird durch Klinger und esonders reich durch Karl Seffner vertreten, der außer der Büste des Königs Albert eine Reihe seiner Büsten hervorragender Leipziger Per⸗ fönlichkeiten sendet, darunter der Professoren Ludwig, Ribbeck, Wiedemann und His. Endlich sind noch zu erwähnen der Kan⸗ delaber für den Palast der deutschen Botschaft in Rom von Christian Behrens in Breslau, Ludwig Cauer's Bronzegruppe „Der Durst“, die Büste „Semper idem“ von Hudler, „Mutter und Kind“, eine farbige Marmorgruppe von Arthur Volkmann, die Phryne und die Sandalendinderin von Touaillon und die Bronzegruppe „Nach der Arbeit“ von Josef Kowarzik. Das Hauptverdienst um diesen Theil der Ausstellung hat der Direktor der Dresdner Skulpturen⸗Samm⸗ Fengen, Professor Treu, der persönlich in den Hauptstätten deutscher
unst die Auswahl getroffen hat. 111.“
Land⸗ und Forstwirthschaft. 8*
9. Türkei. 8 Das im vorigen Jahre erlassene Verbot der Getreide⸗Aus⸗ fuhr aus dem Vilajet Skutari (Albanien) bleibt mit Rücksicht
auf die örtlichen Bedürfnisse bis zur nächsten Ernte in Kraft.
Getreideernte Uruguays im Jahre 1898/99.
Montevideo, den 9. März 1899. Die wegen des regnerischen Winters im Wachsthum zurückgebliebenen Saaten haben sich bei günstiger Frühjahrs⸗Witterung erholt. Die Ernte ist durchschnittlich eine gute und namentlich qualitativ besser als die vorjährige.
Da die Preise bisher nicht den Forderungen der Produzenten und Aufkäufer im Lande entsprochen, haben verhältnißmäßig wenig Verkäufe und infolgedessen wenig Verschiffungen von Weizen statt⸗ gefunden. Nach Ansicht Sachkundiger soll jedoch die diesjährige Ernte der vorjährigen auch quantitativ nicht nachstehen.
Genaue Daten über die geerntete Menge sind erst zu erhalten, sobald die Verschiffung des Weizens aufgehört hat.
Man schätzt die Gesammt⸗Weizenernte auf etwa 250 000 t (zu 1000 kg die Tonne) und glaubt, daß ungefähr 150 000 t als Mehl oder Getreide ausgeführt werden können. — Weizen wird am Platze mit 2,20 bis 2,50 Doll. = (9,56 bis 10,87 ℳ) pro 100 kg bezahlt.
Der Mais hat in einigen Departements unter der Heuschrecken⸗ plage und auch der anhaltenden Trockenheit in den Monaten Dezember und Januar stark gelitten. Dagegen laufen aus manchen Gegenden günstige Berichte ein, und da noch viel vorjähriger Mais im Lande ist, wird auch eine noch nicht schätzbare Menge zur Ausfuhr gelangen. Der Preis von Mais schwankt zwischen 1,10 bis 1,15 Dollars = 4,78 bis 5 ℳ pro 100 kg.
„8 8 8 .
Getreidehandel Argentiniens.
Ausfuhr von Getreide aus dem Hafen von Buenos Aires für die Zeit vom 16. bis 28. Februar 1899.
Gesammt⸗
Mengen in Säcken nehnsn
Getreideart Iees.),
Verschiffungsziel
49 166 13 545 11 257
73 968
195 298 120 700 109 940 52 270 13 175 5 603
2 884 143 139 8230099
40 666 37 102 28 365 21 565 19 700 69 255
218 577
Süd⸗Afrika Feegenns
talien insgesammt
England Belgien Holland Deutschland Frankreich Italien Brasilien Vincent (Ordre)
insgesammt
England Holland Frankreich Belgien Australien Deutschland Vincent (Ordre)
insgesammt
Gegenwerth der höchsten und niedrigsten Preise in Mark 186. dem Durch⸗ schnittskurse von Sm/n 1 = ℳ 1,89
Preise im Großhandel für 1 dz
Mais, und zwar: b14768982 2 Dö Weh . 2,90 „ ,
Weizen, und zwar:
a. guter und feinerer. 4.20
b. Candel 4,50
1 *) Die „bolsa“ zu 66,66 kg.
Sm/n bis 8 8
5
Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs⸗
Maßregeln. Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten.
(Aus den „Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts“, 5
Nr. 14 vom 6. April 1899.)
Pest und Cholera. Britisch⸗Ostindien. Kalkutta.
und 245 an Fiebern; an Pest erkrankten 30 und starben 23. 9
Pest.
Arabien. In Mekka sind weitere Fälle nicht zur Anzeige ge⸗ kommen. In Djeddah sind in den Tagen vom 10. bis 14. März 2, 1, 3, 1 und 2 Personen an der Krankheit gestorben. Von den bisher insgesammt gemeldeten 22 Todesfällen, welche seit dem Aus⸗ Seuche gelegentlich der Durchreise von im Ganzen 16 000 Mekka⸗Pilgern stattfanden, wurden nur Männer betroffen;
bruch der
über Frauen und Kinder liegen Anzeigen nicht vor. Britisch⸗Ostindien.
eine Besserung verzeichnen. Stadt und des Staates Mvsore, in anderen Orten daselbst, 27 Pestfälle
feldern vorkamen. Eine unahme der Lingsugar⸗Bezirk im Staate
welchem,
—
24 Erkrankungen und 17 Todesfälle, darunter 7 vorkamen.
Nach anderer Mittheilung starben innerhalb der am 26. Februar endigenden Woche in der Präsidentschaft Bombay einschließlich der Provinz Sindh 2489 und in der Stadt Bombay 955 gSg.
i der Präsidentschaft Madras 137 (23 weniger als in der Woche vorher), im Staate Mysore 241, im Staate Hyderabad 35, im Jul⸗
(gegen 720 in der vorhergegangenen Woche) an der Pest.
lunder⸗Bezirk im Punjab 5
In Kurrachee schritt die Krankheit weiter fort, verbreitete sich s Tagen vom 2. bis 7. März 14, 8, 13, 7, 18 und 12 Erkrankungen und 7, 8, 10, 6, 11
auf diele Stadttheile und verursachte in den
und 11 Todesfälle.
Weiterer Mittheilung zufolge sind in Bombay in der Woche vom 1. bis 7. März insgesammt 2384 Personen (gegen 1311 und 2455 in den Jahren 1897 und 1888) gestorben, davon 1068 (590, Die Zahl der Pesterkrankungen betrug 1181. Die Gesammtzahl der Todesfälle dieser Woche übertraf die höchste bis⸗ herige Sterblichkeit. Die höchste Tagesziffer wurde am 4. März, mit
1283) an Pest.
insgesammt 391 Todesfällen, erreicht.
Mauritius Seit dem 1. März sind weitere Fälle der Krank⸗ heit auf der Insel laut amtlicher Erklärung vom 14. dess. M. nicht
Nach einem Bericht vom 1. März hat sich der Verdacht auf Pesterkrankungen in Middel⸗ burg und Kap Muiden nicht bestätigt. Auch sind weitere ver⸗
vorgekom men. 1 Südafrikanische Republik.
dächtige Fälle im Lande nicht vorgekommen. Gelbfieber.
In der Woche vom 14. bis 20. Januar gelangten in Rio de Janeiro 13 Todesfälle an Gelbfieber und 10 an accesso pernicioso
zur Meldung. Pocken.
Vereinigte Staaten von Amerika. Ohio. hbeit Feahann aufgetreten.
Ver
Antwerpen 2,
chiedene Krankheiten. Pocken:
Petersburg 3, Warschau (Krankenhäuser) 6 Erkrankungen; starre: New York 9 Todesfälle; Tollwuth:
Wien 86 Erkrankungen; Keuchhusten: London Reg.⸗Bez. Schleswig 60, Nürnberg 31, Wien
Frankfurt a. O., Köln je 6, Braunschweig, Breslau je 5, Darmstadt, Eeseh je 4. Frankfurt a. M., Lübeck, Magdeburg, Potsdam,
tettin je 3, Altona, Halle, Würzburg, Budapest je 2, Kopenhagen 10, orf 15, Paris 45, St. Petersburg 2, Nürnberg 652, Hamburg 159, cpenhagen 248, St. Petersburg 31, Stockholm 54 Erkrankveagen; Bez. Schleswig 138 Erkran kungen; Lepra: Berlin 1 Erkrankung. — Mehr als ein Zehntel aller Ge⸗-
London 108, Moskau 4, New P rag 5, Stockholm 7 Todesfälle;
Lungenentzündung: Reg.⸗
kut In der Zeit vom 26. Fe⸗ bruar bis 4. März starben 16 Personen an Cholera, 1 an Pocken
Während der Woche vom 19. bis zum 25. Februar hat die Seuche in der Stadt Bombay mit 934 Todes⸗ fällen gegen 703 in der vorhergegangenen Woche erheblich zugenommen. In der gleichnamigen Präsidentschaft hat ein merklicher Wechsel im Stande der Krankheit nicht stattgefunden, dagegen ist eine he⸗ deutende Verschlimmerung im nördlichen Arcot⸗Bezirk in der Prä⸗ sidentschaft Madras eingetreten, während andere dortige Bezirke Letzteres gilt auch hinsichtlich der außer an in den Kolar⸗Gold⸗ Seuche hat im yvderabad stattgefunden; 6 Fälle kamen im Jullunder⸗Bezirk im Punjab vor. Aus den Zentral⸗ provinzen gelangte kein Fall zur Meldung, während in Kalkutta nur verdächtige,
Die Krank⸗ in Eineinnati mit besonderer Heftigkeit und in großer
Moskau 4, Warschau 3 Todesfälle; Antwerpen (Krankenhäuser) 8, New York 7, Paris 6, St. Petersburg 18, Warschau (Krankenhäuser) 2 Erkrankungen; Flecktyphus: St. enick⸗ St. Petersburg 1 Todesfall; Milzbrand: Zwickau 1 Todesall; Varizellen: 90 Todesfälle;
103 Erkran⸗ kungen; Influenza: Berlin 27, Hamburg 20, Dresden 12. Leipzig 9,
storbenen starb an Masern (Durchschnitt aller deutschen Berichts⸗ orte 1886/95: 1,15 %): in Altendorf — Erkrankungen kamen vor in Berlin 59, in den Reg⸗Bezirken Aachen 242, Königsberg 245, Marienwerder 148, Posen 168, in Budapest 125, Edinburg 193, Kopenhagen 129, New York 210, St. Petersburg 104, Prag 34, Stockholm 48, Wien 441 — desgl. an Diphtherie und Croup (1886/95: 4,27 %): in — Er⸗ krankungen wurden gemeldet in Berlin 69, München 25, Kopen⸗ hagen 45, London (Krankenhäuser) 110, New York 176, Paris, St. Petersburg je 59, Stockholm 93, Wien 78 — desgl. an Scharlach in Berlin 46, Breslau 32, im Reg.⸗Bez. Königsberg 102, in Ham⸗ burg 21, Budapest 42, Christiania 21, Edinburg 32, Kopenhagen 91, London (Krankenhäuser) 177, New York 181, Paris 126, St. Peters⸗ burg 43, Wien 55 — desgl. an Unterleibstyphus in Budapest 29, Paris 43, St. Petersburg 162.
Im Monat Februar (für die deutschen Orte) sind nachstehende Todesfälle gemeldet worden:
Pocken: Madrid 8, Alexandrien 2, Kairo 1, Bombay 7, New ork 1, St Louis, Mexiko je 2, Buenos Aires 5, Rio de Janeiro 21; holera. Pest, Gelbfieber: pal. die fortlaufenden Mittheil. in den Veröff.; Flecktyphus: Kairo 27, Mexiko 28; Rückfallfieber (einschl. biltösen Typhoids): Alexandrien 3, Kairo 33; Genickstarre: Eincinnati 2, Detroit 6, Minneapolis 4, New Bork 21, San Francisco 5, St. Louis 9; Influenza: Berlin 57, Breslau 34, Würzburg 31, Dresden 26, Köln 21, Leipzig und Braunschweig je 16, Bremen 12, Münster 11, Bayreuth 10, Frankfurt a. O. und Hannover je 9, Flens⸗ burg und Darmstadt je 8, Hamburg 7, Charlottenburg, Elberfeld, Soest, Lübeck je 6, Lichtenberg, Brieg, Celle, Erfurt, Halle, Potsdam, Gotha je 5, Altona, Frankfurt a. M., Trier je 4, Barmen, Kottbus, Bautzen, Freiburg i. S., Bremerhaven, Zerbst je 3, Bromberg, Hamm, Magdeburg, Posen, E“ Crimmitschau je 2, g deutsche Orte je 1, Bukarest, Matland je 2, Amsterdam 5, Madrid 27, Cincinnati 11, Detroit 33, Minneapolis 12, St. Francisco 41, St. Louis 97, Mexiko 2, Buenos Aires 1; Lepra: Bombay 7. .
Im übrigen war in nachstehenden Orten die Sterblichkeit an einzelnen Krankheiten im Vergleich zur Gesammtsterblichkeit eine be⸗ fonders große, nämlich höher als ein Zehntel: an Masern (1886/95 erlagen denselben 1,15 von je 100 in sämmtlichen deutschen Berichtsorten Gestorbenen): in Löbtau; an Scharlach (1886/95: 0,91 % in allen deutschen Orten): in Braubauerschaft, Buer, Giebichenstein, Oberhausen, Wattenscheid, Meißen; an Diphtherie und Croup (1886/95: 4,27 % in allen deutschen Orten): in Brau⸗ bauerschaft, Eisleben, Hörde, Lehe, Quedlinburg, Wesel, Zittau; an (1886/95: 0,75 % in allen deutschen Orten): in Fulda.
Mehr als ein Fünftel aller Gestorbenen ist ferner nachstehenden Krankheiten erlegen: der Lungenschwindsucht (1886/95: 12,38 % in allen deutschen Orten): in Steglitz, Guben, Iserlohn, St. Johann, Ansbach, Speyer, Wurzen, Freiburg i. B., Töthen, mehr als ein Drittel in Remscheid; ferner in Linz; akuten Erkrankungen der Athmungsorgane (1886/95: 11,98 % in allen deutschen Orten): in 89 deutschen Orten, darunter sogar mehr als ein Drittel in Bielefeld, Essen, M.⸗Gladbach, Hameln, Hamm, Siegen, Soest. Zeitz, Bayreuth, Ludwigsburg, Jena; ferner in Bu⸗ karest, New York, San Francisco, St. Louis, Mexiko; akuten Darmkrankheiten (1886/95: 11,72 % in allen deutschen Orten): in Eberswalde, Döbeln, Gera, mehr als ein Drittel in Burg, ferner im Haag, in Alexandrien, Katro, Mexiko.
Von den 274 deutschen Orten hatten im Berichtsmonat eine ver⸗ hältnißmäßig hohe Sterblichkeit (über 35,0 auf je 1000 Ein⸗ wohner und aufs Jahr berechnet) Beeck 35,4 (1895/97: 27,3), Straubing 35,6, Tilsit 388,1 (1886/95: 26,5), Wattenscheid 41,5, Langenbielau 41,6 (1891/95: 36,4). Im Vormonat betrug das Sterblichkeitsmaximum 43,7 %0.
Die Säuglingssterblichkeit war in 10 Orten eine beträcht⸗ liche, d. h. höher als ein Drittel der Lebendgeborenen: in Rathenow 339 (Gesammtsterblichkeit 27,7), Inowrazlaw 348 (29,2), Glogau 351 (19,3), Gera 360 (25,4), Ingolstadt 369 (22,5), Straubing 378 (35,6), Tilsit 425 (38,1), Meerane 427 (34,2), Langenbielau 4838 (41,6), Passau 500 (20,8). 8 —
Die Gesammtsterblichkeit war während des Berichtsmonats geringer als 15,0 (auf je 1000 Einwohner und aufs Jahr be⸗ rechnet) in 40 Orten. Unter 12,0 ⁄%0 blieb dieselbe in Steglitz 7,6 (1886/95: 18,2), Ludwigsburg 8,4 (1886/95: 15,9), Groß⸗Lichterfelde 8,6 (1886/95: 14,8), Weimar 9,4 (1886/95: 18,6), Greiz 9,6 (1886/95: 22,4), Minden 10,7 (1886/95: 18,4), Schöneberg 10,8 1888/97: 15,4), Wilhelmshaven 11,3 (1891/95: 13,1), Eßlingen 11,4 (1886/95: 21,1), Pankow 11,6 (1887/96: 25,4). .
Die Säuglingssterblichkeit blieb in 33 Orten unter einem Zehntel der Lebendgeborenen. Weniger als ein Siebentel derselben starb in 75, weniger als ein Fünftel in 87 Orten. 8
Im Ganzen scheint sich der Gesundheitszustand gegenüber dem Vormonat nur wenig geändert zu haben. Eine höhere Sterblich⸗ keit als 35,0 % hatten wohl 5 Orte gegen 3 im Vormonat, eine ge⸗ ringere als 15,0 %0 dagegen 40 gegen 29. Mehr Säuglinge als 333,3 auf je 1000 Lebendgeborene starben in 10 Orten gegen 4, weniger als 200,0 in 195 gegen 211 im Vormonat.
Der Ans ch und das Erlöschen der Maul⸗ und
Klauenseuche ist dem Kaiserlichen Gesundheitsamt gemeldet worden
vom Viebhofe zu Mannheim am 5. April. “ 8 “ .“ eresse
Konstantinopel, 6. April. (W. T. B.) „In der Zeit vom 1 23. Februar bis zum 4. April sind in Djeddah 76 Personen an der Pest gestorben. 1
Verkehrs⸗Anstaltern.
8
Mit Genehmigung des Ministers der öffentlichen Arbeiten ist die Denkschrift, in welcher der Regierungs⸗ und Baurath Sympher die Ergebnisse der von ihm im Auftrage des Ministers angestellten Ermittelungen über die wirthschaftliche Bedeutung des Rhein⸗Elbe⸗Kanals niedergelegt hat, im Verlage von Siemenroth n. Troschel bierselbst im Druck erschienen und damit weiteren Kreisen zugänglich gemacht. Die Denkschrift war in thren Haupttheilen bereits im Jahre 1896 fertiggestellt, ist aber in wichtigen Abschnitten (z. B. in denen über die Wahl der Konallinie im Westen, über Ver kehrsermittelung, Eisenbahntarife [Rohstofftezife], Ertragsberechnung Weserkanalisierung und Wettbewerb in Kohle und Eisen) auf den Stand zu Ende des Jahres 1890, geb acht worden und enthält außer den Mittheilungen der dem Landtage zugegangenen Begrün dung und Denkschrift zur Kanalgesetzvorlage nech manche Aus führungen, die in zene nicht aufgenommen worden sind Der Verfasser gelangt „ach Abwägung aller für die wirthschaftliche Bedeutung eines Rheir⸗Elke⸗Kanals in Betracht kommenden Momente zu dem . d0 derselbe „sich als ein Unternehmen darstellt, würdig eines Groß taats wie Preußen und geeignet, die wirthschaft⸗ lichen Verhältnisse des Heimathlandes zu stärken, den Wettbewerb auf dem Welrmarkt zu erleichtern und endlich Deutschland zu befähigen, in sich orzein all⸗ Kräfte zu entwickeln, die es dauernd vom Aus lande so weit unabhängig machen, wie es der eigene Wunsch und der
ezgene Nutzen für nothwendig erachten.’ Der 154 Folioseiten um⸗ fassenden Denkschrift sind, in einem noch umfangreicheren Bande ver⸗ einigt, 22 Anlagen — Karten und namentlich statistische Ucbersichten — beigegeben, welche die Beurtheilung der Kanalfrage roesentlich r. dürften. Der Preis des gebundenen Gesammtyoerks be⸗ räg ℳ
Im Auftrage des Ministers der öffentlichen Arbeiten hat ferner der Regierungs⸗ und Banrath Eger statistische Mierbenbhat segher