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Aus Kapstadt meldet das „Reuter'sche Bureau“, der Drauzug, vielleicht auch in der Bruchre südtir
gion
ochlandes fällt eine Phase intensiver Gebirgsfaltung in die Kreide⸗ 85 vor 98 Zeit der Ablagerung der Gosauschichten. Die jüngste Faltung der Ostalpen 186 in die Tertlärzeit, doch verhalten sich die einzelnen Theile der Ostalpen zu den tertiären Ablagerungen in sehr verschiedener Weise. Die Rolle einer maßgebenden Scheidelinie spielt in dieser Beziehung das Bacher⸗Gebirge. An Bruchränder der Gebirgstheile nördlich vom Bacher miocäͤne Schichten angelagert, die südlich vom Bacher an der Faltung theilgenommen haben. In Westslavonien sind selb noch die Paludinenschichten der levantinischen Stufe von der Fal⸗ tung betroffen worden. Je größer die Fortschritte sind, die sich im Laufe der Jahre in unserer Erkenntniß der Struktur der Alpen poll⸗ zogen haben, desto schwieriger gestaltet sich das Problem der Gebirgs⸗
8 geber s⸗Gesellschaft, die „Iduna“ in Halle, die sind etwa 90 2% bereits zahlbar, während die übrigen 10 % aus auf⸗ . 1 i ’ ; die Berlinisch⸗ — “ ri Lebensversicherungs⸗ und eschobenen und Ueberlebensrenten bestehen, die erst von einem Gouverneur Sir Alfred Milner habe eine Proklamation Teutonig drn Seihnena fancs Kestelt der ensefrsac⸗ Hopotheken⸗ bestimmten Alter des Versicherten oder von seinem Tode ab
erlassen, in welcher erklärt werde, daß alle Personen, die 1Sparban 8 2 1 6 . 1 . en, die Preußische Lebens⸗Versicherungs⸗ zahlbar werden. — Die Begräbnißgeld- und die Renten⸗ ir- . öö mit Großbritannien befindlichen und Wechfelhäut 2 und vhische. Lebensversicherungs⸗ versicherung betreiben in Deutschland noch Hunderte von anderen Feinde Vorschub leisteten, sich des Hochverraths schuldig Aktich chaft zu verzeichnen. Bei den übrigen. 27 Anstalten betrug der größeren und feineren Anstalten, welche die Lebensversicherung machten. — In der UMheecer Shen derf ammlung äußerte Gese weniger als 10 Millionen Mark, und bei 6 von hnen in ihren Geschäftsbetrieb nicht aufgenommen haben, wie die zahl⸗ gestern der Premier⸗Minister Schreiner in Beantwortung Zugange er noch nicht einmal die Höhe von 1 Million Mark. reichen Sterbe⸗, Renten⸗, Penstons⸗ und Wittwenkassen; diese sind einer Anfrage: so viel ihm bekannt, sei die Meldung von b Etwas anders als der Bruttozugang gestaltete g natürlich der in Vorstehendem nicht mitberücksichtigt. einer Mißhandlung von Frauen und Kindern, welche von inzuwachs, weil bei letzterem auch der Abgang mit ins Gewicht Das anlegbare Gesammtvermögen der 44 deutschen Lebens⸗ Transvaal und dem Oranje⸗Freistaat nach der Kapkoloni Reinz d dieser — wenigstens soweit es sich um Sterbefälle und bei versicherungsanstalten betrug am Schlusse des Jahres 1898 und diese sei auch ertheilt worden, nämlich daß Großbritannien gereist seien, unwahr. öaee G zahlbar L“ v 88 976 069 201 ℳ Ende 1897); hiervon waren ich auf eine Be 1 derartiger Bedingungen nicht ein⸗ Dem „Daily Telegraph“ wird aus Ladysmit mit einem großen Bestand älterer Versicherten wesentlich größer ist als be 4 sächen ve grar 8 18 hehns nitralten ast Kleineren und namentlich auch noch füngeren Versicherungs.] 1 706 037 049 ℳ oder 78,72 % auf Hypotheken, Pehen, ndene de sceneigte 2. ha ne dee Weeere .
5 . ; 1a. 1 45 026 908 „ „ 2,08 0 Kreis⸗ und Gemeindeverbände, 1 e Der frühere liberale Staatssekretär des Innern Asquith seien in Natal eingerückt. 8 des Oranje⸗Freistaates beftaͤnden. Mehr als 10 Mill. Mark Zuwaͤchs erhielten nur die oben so an Krei nisda ng,, eine einfache Grundformel zurückzuführehn.
1 s tt 1 i 80 239 67 „ „ 3,70 % in Staatspapieren oder sonstigen
hielt gestern in Dundee eine Rede, in welcher er sagte, er hätten in Harrismith einen Eisenbahnzug mit Beschlag zuerst enadnben 116“ “ 8 Effekten, sowie in Darlehen auf 1 habe stets zu der Regierung das Vertrauen gehabt, daß belegt, welcher der Regierung von Natal gehörte. Der Kor⸗ ve pibaht und die Magdeburger Lebensversicherungs⸗Gesellschaft. solche, 1“ 1e d Forstwirthschaft G deselhe E bessettg 8 den ös zu bermeden. E’ der „Times“ telegraphiert aus Sandspruit vom Auf diese 9 Anstalten kam e. 2 Senagh 8 8g. Se ℳ, 5,86 % in Darlehen auf Policen der An. Land⸗ un s sei kaum anzunehmen, daß Transvaal den ersten Schu .Oktober, er habe mit Erlaubniß des General⸗Kommandan 8 sind 61 % des gesammten Zuwachses aller nstalten. Von t jttag fand im hiesigen Institut für Gärungsgewerbe abgeben werde in einem Streite, der nur einen Ausgang haben Joubert die in der Umgegend hefead hühne Lager der Bünten 88 stadgen Anstalten hatten nur noch 10 einen Zuwachs von mehr als die Seh 88 fin deutschen Gersten⸗ und Hopfen⸗ könne. Nach den bestehenden Verträgen sei die Cusercnttät besucht. Die Stärke der Burentruppen betrage an diesem 5 Mill. Mark zu q““ Se ag.
Punkte der Grenze etwa 8000 Mann, die auf einem weiten Raum und 8e. ..;. 82 Im Ganzen 8 der Zuwache, zerstreut seien. Außer den Buren⸗Kommandos befänden sich ihres Ver . -
x 1 der Versicherungsbestand bei sämmtlichen 44 Anstalten im dort ein holländisches und ein irisches Korps, jedes 250 Mann 219 1888 ürsichern 12 85 849 ℳ größer als im Jahre 1897.
den Anspruch zu verlieren, daß Großbritannien eine Nation sei, die nicht nur das Bestreben, sondern auch die Macht habe, darauf zu sehen, daß Gerechtigkeit geübt werde überall, wo sie einen vorherrschenden Einfluß beanspruche. Was 8. Opfer Großbritannien auch werde bringen müssen, bevor der Krieg beendet sei, diese Opfer würden im Interesse der Menschenrechte und der Rechte der Zivilisation gebracht werden.
Der Parlaments⸗Sekretär des Aeußern Brodrick sagte gestern in einer Rede, die er in Guildford hielt, es sei nur eine Antwort auf das Ultimatum der Buren möglich gewesen,
Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und “ Medizinal⸗Angelegenheiten. 1
Dem Bibliothekar an der Königlichen und Universitaͤts⸗ Bibliothek zu . i. Pr. Dr. Karl Kochendörffer ist der Titel „Ober⸗Bibliothekar“ beigelegt worden.
MNichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 12. Oktober.
Seine Majestät der Kaiser und König nahmen heute von 9 Uhr Vormittags ab im Neuen Palais die Vor⸗ träge des Kriegs⸗Ministers, Generals der Infanterie von Goßler und des Chefs des Militärkabinets, Generals der Infanterie
von Hahnke entgegen. v1“ “ 11
126 870 692 „ „
8
stalten, 4 285 874 „ „ 0,20 % in Kautionsdarlehen an versicherte Beamte, ..
56 857 370 „ „ 2,62 % in Grundeigenthum.
2019 317 590 ℳ oder 93,18 % in den vorgenannten 6 Arten. Die Ausleihung gegen Hypothek ist somit bei den deutschen An⸗ stalten die weit überwiegend benutzte Anlageform.
Aus 28 Rechenschaftsberichten ist auch der Durchschnittszinsfuß zu ersehen, zu welchem die ausgeliehenen Aktiva angelegt waren.
Ausstellung und der Brauereimaschinen⸗Ausstellung des Vereins „Versuchs⸗ und Lehranstalt für Brauerei in Berlin“ statt Derselben wohnte als Vertreter des Ministers für Landwirthschaft, Domänen und Forsten der Geheime Regierungsrath Dr. Mueller bei. Trotz der Erschwerung der Ausstellungsbeschickung durch die getroffene Neuerung der Einforderung von ganzen Zentnern Muster für Gerste und Brauweizen zum Preisbewerb, während die Hopfenmuster von eigens entsendeten Beamten der Ausstellung an Ort und Stelle von den Lagerböden der Produzenten entnommen waren, ist die Ausstellung sehr reich beschickt. Am Preisbewerb nahmen rund 250 Gersten⸗, 18 Brauweizen⸗ und 132 Hopfen⸗ muster theil. Außerdem waren 90 Gersten und 30 Hopfen in wissenschaftlichen Kollektionen von der Rohstoffabtheilung
noch in Kraft, aber abgesehen davon, habe Großbritannien 8 als oberste Macht nach den allgemeinen Grundsätzen von Recht und Billigkeit das Recht zu intervenieren. Die Be⸗ handlung der schwebenden Fragen durch die Buren sei eine stark, ferner zwei deutsche Korps, von denen das eine unter Von dem nach Abrechnung der Abgänge durch Sterbefälle sowie
derartige gewesen, daß keine zivilisierte Macht sie hätte zulassen dem Befehl des Obersten Schiel am Klipriver, in der Nähe Ablauf, Aufgabe und Verfall verbliebenen Lebensversiche⸗ können. der Grenze des stehe. 8 1 “ vur I am Schluß des Jahres 1898 im Gesammtbetrage Derselbe bewegte sich bei den betreffenden 28 Anstalten zwischen 3,57
Lord Rosebery erklärt in einem Privatbriefe: wenn auch von 5 777 208 431 ℳ entfielen auf die 17 Anstalten, welche mehr als und 4,21 %.
die Politik Großbritanniens in Transvaal in den letzten drei 100 Millionen Mark versichert hatten: 6 Jahren der Kritik offen stehe, so hege er doch keinen Zweifel, 1 1 “ Ende (899 1 Zlur Arbeiterbewegung. daß des “ der gleich⸗ 1 n. 6. 11““ 1“ Ge. “ Anst 1r der 1 in Prozent der Zur Lohnbewegung S“ 5 edeutend mit einer Kriegserklärung sei ie Nation ihre undheitsamts“ vom 11. ober hat folgenden Inhalt: Mediz.⸗ 3 nstalt 8 ün⸗ 1 „Ver⸗ iesige Blätter, daß von dem Verbande der Berliner Metallindu⸗ 1 1 f . selbe hat durch päpstliche Bulle vom 19. Juni d. J. die Be⸗ Reihen fest hcfena eeeslt. und harseitretigkene auf 8. statist. Mitth. a. d. Kalf. Gesundb⸗AUmt, VI. Vd., 1. Hest. — Ge. 1g. 68 E seesilen des Instituts für Gärungsgewerbe, sowie verschiedene andere wissen stätigung zur Ausübung seines bischöflichen Amtes erhalten. legenere Zeiten vertagen werde. sundheitsstand und Gang der Volkskrankbeiten. — Sterbefälle im 8 aller Anstalten Seine Majestät der Kaiser und König haben Die zweite Brigade der ersten Division des nach Fig Maßeezeln gegen Pest. — Medizinal. Gotha 752 871 800 13,03 mittels Allerhöchster Urkunde vom 23. August d. J. dem Süd Afrika bestimmten Armee⸗Korps wird sich am statistische Mittheilungen aus Bremen 1898. — Gesetzgebung u. s. w. 526 888 023 9,12 Bischof Hubert Voß die nachgesuchte landesherrliche An⸗ 20. d. M. in Southampton einschiffen. erkennung als vischof von Osnabrück zu ertheilen geruht. Der Lord⸗Mayor von London hat eine Sammlung Die Urkunde ist dem Bischof am 7. Oktober d. J. durch zur Unterstützung der Flüchtlinge, welche in Kapstadt ein⸗ den Ober⸗Präsidenten der Provinz Hannover ausgehändigt getroffen sind, eröffnet. 111116A“”; worden, nachdem der Bischof den durch die Verordnung vom Frankreich 1
13. Februar 1887 vorgeschriebenen Eid geleistet hat. Der Minister⸗Präsident Waldeck⸗Rousseau legte, wie „W. T. B.“ meldet, in dem gestern abgehaltenen Minister⸗ 1“ rath einen Gesetzentwurf vor, in welchem den Arbeiter⸗ Der Bundesrath versammelte sich heute zu einer Syndikaten die Rechte einer juristischen Person enarsitzung. “ hskluerkannt werden und die freie Ausübung der sich aus ö“ h AA1AXAX“X“ dem Gesetze vom Jahre 1884 über die Syndikate ergebenden Rechte zugesichert wird. Der Kriegs⸗Minister, General
Nachdem durch das am 21. Oktober 1898 erfolgte Ab⸗ leben des Bischofs Dr. Höting der bischöfliche Stuhl von Osnabrück zur Erledigung gekommen ist, hat nach Maßgabe der bestehenden Vorschriften am 12. April d. J. durch das Domkapitel zu Osnabrück die Wahl eines neuen Bischofs stattgefunden, welche auf den bisherigen Domkapitular und Seminar⸗Regens Hubert Voß in Münster gefallen ist. Der⸗
Versicherungssumme
iel ine2 . Nr. 239 d. Bl.), son⸗ —
““ Urielung ke Nlön. schaftlich⸗technische und Handelskollektionen ausgestellt, unter letzteren anstellung Ausständiger beziehen, beschlossen worden seien. wieder eine besonders umfangreiche von Oderbruchgersten durch die
Aus Leipzig berichtet die „Leipz. Ztg.“, daß eine am Montag Firma Sperling in Berlin. Auf die Eröffnungsfeier folgte ein Rund⸗ dort abgehaltene Versammlung von Mitgliedern des Verbandes gang durch die Ausstellung zur Besgsötihung 88 8 deutscher Steinmetzgeschäfte sich mit der Lohnbewegung im Stein⸗ Preisbewerbs, bei welchem für die Gersten⸗ und Brauweizen⸗Ab⸗ metzgewerbe (vergl. Nr. 220 d Bl.) beschäftigte. Es kommen tbeilung Professor von Eckenbrecher und für die Hopfen⸗Abtheilung bei dem bereits seit Wochen andauernden Ausstande namentlich Dr. Remp die Eeenseeg eif ö5 die Orte Dresden, Neudorf, Pirna, Rakwitz, Berlin, Breslau, Gerste und Weizen 8 erste, 15 zweite, ritte Preise und 47 An⸗ Bunzlau in Frage. Nachdem die Differenzen in der erkennungen und für Hopfen 11 erste, 24 zweite, 26 dritte Preise und Prinzipalsversammlung eingehend erörtert worden waren, be⸗ 8 E enteeült,) sser “
1 . r. den mit ersten Preisen e er
schloß dieselbe, in verschiedenen Punkten den Gehilfen entgegenzu⸗- unte ein Siegerpreis in Gestalt einer vom dreußischen
außerdem .“B dußgrceanhschants „Ministerium gestifteten silbernen Staats⸗Me⸗ sollten, daille für landwirthschaftliche Verdienste vorgesehen, welcher
515 879 068 8,93 511 288 400 ’8,85 411 805 307 7,13 391 722 296 6,78 228 620 843 3,96 174 180 624 3 01 189g 181 Jh 169 485 844 B“ n Pu 157 272 755 AAAI““ kommen und wesentliche Zugeständnisse zu machen. 153 100 720 2,65 Gehilfen damit nicht zufrieden sein und auf der
15 305 899 256 5 1“ 11““ sämmt⸗ dem Wirthschafts⸗Inspektor Hampel, Dominium Ludwigsdorf bei
1 kannt wurde. lichen Betrieben des Königreichs Sachsen, der Provinz Leutmannsdorf in Schlesten, Kreis Schweidnitz, zuer 183 682 19 18° Chegee, und der thüringischen Slaaten bis auf weiteres der Betrieb Unter den mit ersten Preisen ausgezeichneten Hopfen befand sich auch
— Mü der von der Rohstoff⸗Abtheilung des Instituts für Gärungsgewerbe e4KLark Ls. 1. öö“ Die Mählergehilfen der näͤchsten Umgebung auf deren Berliner Versuchsfelde gebaute Hopfen, ein Beweis, daß die 82,19
Mark ihren früheren Ruhm als Emporium des Hopfenbaues wohl
(Deursches Reich.) Pest. — Diphtherieserum. — (Preußen.) Kreis⸗ 1 Stuitgart... arzt und -u h. nrefewisstcaen — Tuberkulinprobe. — (Reg.⸗Bez. Se 1
Liegnitz) Kontagiöse Augenkrankheit. — Impfung ausländischer 8
Arbeiter. — (Reg.⸗Bez. Magdeburg) Maul⸗ und Klauenseuche. Prttoria
— (Nordhausen.) Gewerbliche Beschäftigung von Kindern. — (Würt⸗ arcordia
temberg.) Schweinerothlauf. — Desgl. und Schweineseuche. — Thier⸗ Kordstern
kadaver. — (Oesterreich. Salzburg.) rivatentbindungsanstalten. — Berlinische
(Schweiz. Zürich.) Obst. — Eßbare Schwämme. — Lebensmittel. bübeck
— (Lausanne.) Eßbare Schwämme. — (Kanton Waadt.) Wein. 8 Magdeburg
(Kanton Thurgau.) Künstliche Mineralwaͤsser. — (Vereinigte Staaten üivpas
von Amerika.) Viehausfuhr. — Gang der Thierseuchen im Deutschen reußischer Beamten⸗Verein Reich, 30. September. — Zeitweilige Maßregeln gegen Thier. reuß. Leb.⸗Vers.⸗Akt.⸗Ges 3 seuchen. (Preuß. Rea.⸗Bezirke Königsberg, Marienwerder, Potsdam, Sea. b 1 Köln, Sachsen Altenburg, Oesterreich, Frankreich.) — Vermischtes. Magdeburger Wilhelma 8—8 (Deutsches Reich.) Invaliditäts⸗ und Altersversicherungsanstalten ꝛc., München Hyp.⸗ u. Wechs.⸗Bk. 1897/98. — (Bayern.) Untersuchungsanstalten für Nahrungs⸗ FSe
vrnbin desuag. KFgve
Der französische Botschafter am hiesigen Allerhöchsten 5 fe Marquis de Noailles ist vom Urlaub nach Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Botschaft wieder übernommen.
Dem Regierungsrath von Harlem zu Hannover ist die kommissarische Verwaltung des Landrathsamts im Landkreise Celle, Regierungsbezirk Lüneburg, sowie der damit verbun⸗ denen Polizeidirektion in der Stadt Celle übertragen worden.
Der Regierungsrath Lindig zu Erfurt ist der König⸗ lichen Regierung zu Schleswig und der Regierungsrath Weckbecker zu Aachen vom 1. November d. J. ab der Königlichen Regierung zu Köln zur weiteren dienstlichen Ver⸗ wendung überwiesen worden.
Der Regierungs⸗Assessor von Loebbecke zu Harburg ist der Königlichen Regierung zu Posen, der Regierungs⸗Assessor Braunbehrens, 8 Z. in Berlin, von Mitte Oktober d. J. ab der Königlichen Regierung zu Liegnitz und der Regierungs⸗ Assessor Reinecke zu Bersenbrück der Königlichen Regierung zu weee zur weiteren dienstlichen Verwendung überwiesen worden.
Der Regierungs⸗Assessor Lentz zu Rendsburg ist dem Landrath des Kreises Schroda, Regierungsbezirk Posen, der Regierungs⸗Assessor Gosling zu Schroda dem Landrath des Kreises Rendsburg, Regierungsbezirk Schleswig, der Regierungs⸗Assessor Tiemann zu Domäne Westerhof dem Landrath des Kreises Lehe, Regierungsbezirk Stade, der Regierungs⸗Assessor von Loewenstein zu Loewen⸗ stein in Marburg dem Landrath des Kreises Kreuznach, Regierungsbezirk Koblenz, zur Hilfeleistung in den land⸗
räthlichen Geschäften zugetheilt, der Regierungs⸗Assessor a. D. von Hedemann als Regierungs⸗Assessor wieder in die all⸗ 8 dnne—n Staatsverwaltung übernommen und bis auf weiteres dem Landrath des Kreises Mülheim a. d. Ruhr, Regierungs⸗ bezirk Düsseldorf, zur Hilfeleistung in den landräthlichen Ge⸗ schäften zugetheilt worden. 8 Die Regierungs⸗Referendare von Holtzendorff aus Potsdam, von Lösch aus Liegnitz und Dr. jur. Jung aus Schleswig haben die zweite Staatsprüfung für den höheren
Verwaltungsdienst bestanden. “
Waldeck und Pyrmont.
Ihre Majestät die Königin⸗Mutter der Nieder⸗ lande ist, wie „W. T. B.“ meldet, gestern Abend zu mehr⸗ tägigem Aufenthalt am Fürstlichen Hofe in Arolsen eingetroffen. 8 8 “ 1 “ II11“
SOSO˖Oesterreich⸗Ungarn. 8 8 Der Kaiser hat, wie die „Wiener Ztg.“ meldet, für die Dauer der nächsten Session des Reichsrathes den Fürsten Alfred zu Windischgrätz zum Präsidenten, den Fürsten Karl von Auersperg und den Grafen Ernst Hoyos⸗ Sprinzenstein zu Vize⸗Präsidenten des Herrenhauses ernannt. Das ungarische Unterhaus beschloß gestern nach ängeren Reden des Minister⸗Präsidenten von Szell und des Landesvertheidigungs⸗Ministers Freiherrn von Fejérväry, die das Hentzi⸗Denkmal betreffenden Petitionen im Archiv zu hinterlegen. 8
Großbritannien und Irland. 1
Der Erste Lord des Schatzamts Balfour hielt gestern in Ed inburgh in der East⸗Lothian⸗Unionist⸗Association eine Rede, in welcher er, wie „W. T. B.“ berichtet, ausführte, Großbritannien wünsche nicht den Krieg; er werde ihm aufgezwungen, nicht von Männern, die für ihre Freiheit kämpften, sondern von einer Oligarchie, welche fürchte, daß ihre Herrschaft sich dem Ende Die 5 Regierung stehe vor der Wahl, entweder auf der Gleichheit der weißen
8 8 8
de Galliffet unterbreitete ein Dekret zur Unterzeichnung, welches die Verabschiedung des Unterleutnants Bernardy in Montélimar, der an der jüngsten Kundgebung betheiligt war, verfügt. Der General Keßler wurde zum Mitglied des Obersten Kriegsraths ernannt unter Belassung im Oberbefehl über das VI. Armee⸗Korps. Der Unterrichts⸗ Minister Leygues theilte mit, er habe Nachrichten von der Expedition Foureau⸗Lamy erhalten, welche dahin gingen, daß alle Theilnehmer derselben bei guter Gesundheit seien.
8 8 Türkei.
Einer Meldung des Wiener „Telegr.⸗Korresp.⸗Bureaus“ zufolge verlautet in Konstantinopel, daß der Sitz des Vilajets Kossowo von Uesküb nach Prischtina verlegt werden solle, wo er sich bis zum Jahre 1887 befunden habe. Die Maßregel scheine den Zweck zu verfolgen, die Bewegung gegen den Vali einzudämmen und die Albanesen besser im aume zu halten. Einer anderen Version zufolge solle ein neues Vilajet Prischtina gebildet werden.
Eine amtliche Mittheilung an die „Agence de Con⸗ stantinople“ stellt anders lautenden Meldungen gegenüber fest, daß weder neue Truppen nach Hedjas und Yemen ent⸗ sendet, noch sonst außerordentliche Verfügungen für diese Landes⸗ theile getroffen worden seien, da hierzu keinerlei Anlaß vor⸗ liege, indem die Gerüchte von S Unruhen daselbst keine Bestätigung gefunden hätten.
8 Bulgarien.
Der „Agence Télégraphique Bulgare“ zufolge dauert die Ministerkrisis fort. Der Fürst empfing in Varna Grekow, Radoslawow und Iwantschow. Es werden verschiedene Versuche unternommen, das Ministerium ohne Auflösung der Kammer umzubilden. 8
1 Amerika. ““ Entgegen der gestern mitgetheilten Meldung aus Caräcas erfährt jetzt das „Reuter'sche Bureau“, eine in Washington eingetroffene Depesche aus Venezuela melde, der amerikanische Gesandte sei amtlich davon unterrichtet worden, daß die Friedensverhandlungen im Fortschreiten begriffen seien. Die Regierungstruppen hätten den Befehl erhalten, sich zurückzuziehen.
Afrika.
8 Aus Pretoria berichtet das „Reuter'sche Bureau“, daß daselbst am Dienstag aus Anlaß des Geburtstages des Präsidenten Krüger im Lager Artilleriesalven gelöst worden seien. Die Stadt sei reich mit Flaggen geschmückt gewesen. Ein offizieller Empfang habe nicht stattgefunden; die Ver⸗ treter der fremden Mächte hätten indessen dem Präsidenten einen Besuch abgestattet. Der Präsident Krüger habe zahlreiche Glückwunsch⸗Telegramme aus allen Theilen Süd⸗Afrikas und Europas erhalten. Eine große Anzahl Burgher hätten den Präsidenten, bevor sie zur Front abgingen, besucht; dieser habe sie in einer Ansprache ermahnt, nicht auf sich selbst, sondern auf Gott zu vertrauen; sie sollten sich daran erinnern, daß in früheren Jahren die Verluste der Burgher der großen Zahl der Gegner nur unbedeutende gewesen 1 ie Burgher seien alsdann unter Absingung des Volksliedes abgezogen. — Es sei eine Proklamation veröffentlicht worden, welche besage, daß eh gegenwärtig außerhalb des Landes sich aufhaltende urgher sich unverzüglich zum Militärdienst zu stellen hätten, sonst würden sie mit einer Geldstrafe von 100 bis 500 Pfund oder mit Gefängniß von einem bis zu fünf Jahren und mit Einziehung ihres Vermögens bestraft werden.
Wie die „Agence Havas“ meldet, sind nahezu sämmtliche in Pretoria assastge Angehörige fremder Nationalitäten zur Front abgerückt, um für die Unabhängigkeit Trans⸗ vaals zu kämpfen. Gegen 100 britische Unterthanen hätten der Republik Treue geschworen. In Transvaal und im Oranje⸗ reistaat herrsche die größte Begeisterung lnfoig; der festen altung der Regierung. Aus allen Lagern träfen Telegramme
assen in Afrika zu bestehen, oder
ein, welche siegesfreudige Zuversicht ausdrückten. “XX“ 8 8
mittel ꝛc., 1898. — Gewerbemuseum zu Nürnberg, 1898. — (Ver⸗ einigte Staaten von Amerika.) Pocken, 1898. — (Charleston.) Sterblichkeit, 1897. — (Argentinien.) Tuberkulose in Buenos Aires, 1889/97. — Geschenkliste. — Monatstabelle über die Sterbefälle in deutschen Orten mit 15,000 und mehr Ein⸗ wohnern, August. — Desgl in größeren Städten des Auslandes. — Wochentabelle über die Sterbefälle in deutschen Orten mit 40 000 und mehr Einwohnern. — Desgl. in größeren Städten des Aus⸗ landes. — Erkrankungen in Krankenhäusern deutscher Großstädte. Desgl. in deutschen Stadt⸗ und Landbezirken. — Witterung. — Bei⸗ lage: Gerichtliche zum Nahrungsmittelgesetz (Faules: Fleisch, Zusatz beanstandeter Stoffe zum Fleisch).
Statistik und Volkswirthschaft.
Die Fortschritte der deutschen Lebensversicherungs⸗ Anstalten im Jahre 1898.
Nach der in diesen Tagen im Verlag von Gustav Fischer zu Jena erschienenen Uebersicht über „Zustand und Fortschritte der deutschen Lebensversicherungs⸗Anstalten im Jahre 1898“ ist die Finanz⸗ lage bei der, Mehrzahl der Anstalten hervorragend günstig; bei der Minderzahl giebt sie zum theil keinen besonderen Anlaß zu Be⸗ denken, während sie bei einer kleinen Gruppe allerdings recht be⸗ denklich erscheint. 8
Bei den behandelten 44 deutschen Lebensversicherungs⸗Anstalten sind im Jahre 1898 154 591 neue Lebensversicherungsanträge über eine Gesammtsumme von 689 675 374 ℳ zur Vorlage und Erledigun gekommen. Gegen 1897 ist die Zahl der Anträge um 380 und die beantragte Versicherungssumme um 37 904 149 ℳ gestiegen. Das geringe Wachsthum der Zahl der Anträge erklärt sich daraus, daß bei einer Anstalt im Jahre 1897 die sog. Volksversicherungen mit eingerechnet waren, während dies im Jahre 1893 nicht geschehen ist. Von den gestellten Anträgen wurden 35 037 auf 154 389 992 ℳ Versicherungssumme wegen ungenügender Gesund- heit der Antragsteller abgelehnt oder von den letzteren wieder zurückgenommen. Die genehmigten Anträge führten den Anstalten 121 006 neue Versicherungen über zusammen 535 285 382 ℳ Versicherungskapital zu. Gegen das Vorjahr ist der neue Zu⸗ gang aus dem eben angegebenen Grunde um 1671 Policen geringer, aber die Versicherungssumme um 25 875 099 ℳ größer. 1
Im Ganzen zeigte sich bei den deutschen Lebensversicherungs⸗ geschäften im Jahre 1898 folgende Bewegung:
Policen: Vers.⸗Summe: Bestand am Anfang des Jahres 1 284 362 über 5 448 611 534 ℳ Zugang im Laufe des Jahres. 121 006 „ 535 285 382 „
sodaß zusammen versichert waren 1 405 368 über 5 983 896 916 ℳ Hiervon schieden aus: durch den Tod von Versicherten. 666-952 , durch Zahlbarwerden der Vers.- 8 1g 8
Summe bei Lebzeiten des Ver⸗ HSchee 755 8 14 368 101 „ durch Aufgabe der Versicherung 118 309 42 „ im Ganzen 206 688 485 ℳ
Mithin betrug der Bestand am
Jahresschlußß . .1 350 060 über 5 777 208 431 ℳ und der reine Zuwachs im Laufe
des Jahrez. 605 698 328 596 897 . d. i, ein Zuwachs von 5,12 % der Zahl der Versicherungen und von 6,03 % der Versicherungssumme.
Den bedeutendsten Brutto⸗Zugang — 57,6 Millionen Mark — hat, wie schon im Vorjahre, die Aktiengesellschaft „Viktoria“ in Berlin erzielt. Ihr folgen mit mehr als 40 Millionen Mark Zugang drei Gegenseitigkeits⸗Gesellschaften, nämlich die Lebensversicherungs⸗ und Ersparnißbank in Hes p. mit 45,1 Millionen Mark, di Gothaer Lebensversicherungsbank mit 42,9 Millionen Mark und di Leipziger Gesellschaft mit 40,8 Millionen Mark. Den nächststärksten Zugang — 35,3 Millionen Mark — hat eine Aktiengesellschaft, die „Germania“ in Stettin, zu verzeichnen, an die sich wieder eine Gegenseitigkeits⸗Gesellschaft, die Karlsruher Versorgungsanstalt, mit 30,2 Millionen Mark Zugang anreiht. In weitem Abstand von den vorgenannten 6 Anstalten, auf welche nahezu die Hälfte des qhe⸗ ammten Brutto⸗Zugangs entfiel, folggen hierauf erst die übrigen An-⸗ sammnt Von ihnen erzielten mehr als 15 Mill. Mark Zugang nur noch die Magdeburger Lebensversicherungs⸗Gesellschaft mit 18,3 Mill. Mark, die „Concordia“ in Köln mit 15,9 Mill. Mark und der Preußische Beamtenverein in Hannover mit 15,3 Mill. Mark. Mehr als 10 Mill. Mark Zugang hatten sodann noch der „Nordstern“ in Berlin,
““ 8 8 “
2 613 93 9857 „ 55 308 über
705 498 solche
Bei diesen 17 Anstalten zusammen 4 748 490 805. Auf diese 17 Anstalten trafen also mehr als 82 % des gesammten Versicherungsbestandes. Sechs von diesen größten Anstalten sind Gegenseitigkeitsanstalten und elf auf Aktien gegründet. Bei den ersten sechs (Gotha, Stuttgart, Leipzig, Karlsruhe, Beamtenverein und Iduna) waren Ende 1898 zusammen 2 463 898 960 ℳ oder 42,65 % des Gesammtbestandes, bei den letzteren elf (Germania, Victoria,
Concordia, Nordstern, Berlinische, Lübeck, Magdeburg, Teutonia, Preuß. Lebensversicherungs⸗Aktien⸗Gesellschaft,
Magdeburger „Wilhelma“ und München) dagegen 2 284 591 845 ℳ oder 39,54 % des Gesammt⸗
bestandes versichert.
Nicht ohne Interesse ist in der Entwickelung der deutschen Lebens⸗ versicherung auch die Bewegung der auf eine Person oder Police ent⸗ fallenden Durchschnittesumme. Dieselbe ist von anfänglich 5600 ℳ während der ersten 40 Jahre, da die Lebensversicherung all⸗ mählich auch in den weniger bemittelten Volksklassen Eingang fand, ziemlich regelmäßig mehr und mehr gesunken, bis sie im Jahre 1869 mit 2876 ℳ den niedrissten Betrag erreichte. an ist sie dann ebenso regelmäßig wieder gestiegen, sodaß sie ich Ende 1892 wieder auf 4369 ℳ stellte. Seit diesem Jahre st in die Statistik statt der Personenzahl die Policenzahl eingestellt worden. Auf die Police berechnet, stellte sich Ende 1892 der Durchschnittsbetrag der Versicherung auf 4210 ℳ, 1893 dagegen auf 4250 ℳ 1894 auf 4257 ℳ, 1895 auf 4292 ℳ, 1896 auf 4334 ℳ, 1897 auf 4337 ℳ Der Rückgang auf die Durchschnittsziffer von 4279 ℳ Ende 1898 ist zu erklären durch die Hinzunahme des Allge⸗
emeinen deutschen Versicherungsvereins in Stuttgart mit einem mangels e im Rechenschaftsbericht auch die Sterbekassenversicheruͤngen umfassenden Bestande, der bei einer bescheidenen Versicherungssumme eine beträchtliche Anzahl von Policen aufweist. Die allgemeine Durch⸗ schnittssumme wird voraussichtlich in einigen Jahren den Stand von 1897 wieder erreicht haben. Bei einer erheblichen Anzahl von Gesellschaften, worunter die größten, wird die Durchschnittssumme ganz beträchtlich überschritten; indessen auch bei diesen werden durchschnittliche Ver⸗ sicherungssummen, wie sie in Großbritannien und Nord⸗Amerika üblich sind, längst nicht erreicht. 21 Lebensversicherungsanstalten haben in ihren Jahresberichten Angaben über die Höhe der einzelnen Versicherungssummen gemacht. Da diese Angaben ⁄10 des gesammten Versicherungsbestandes aller deutschen Anstalten betreffen, gestatten sie ein Urtheil über den Umfang, in welchem bei den deut⸗ chen Lebensversicherungsanstalten kleine, mittlere und größere Summen versichert sind. Bei jenen 21 Anstalten entfallen auf die Ver⸗
sicherungen bis zu 3 000 ℳ 62,67 % d. Pers. u. 23,49 % d. Versicherungss. von über 3 000 — 10 000 „ 29,65, „ 39,91 gg.
r„ „ 10 000 — 30 000 ‧ 6,62 „. . V “
„ 5 30 000 „ 1,06 „ „ „ 8 Mit mehr als 30 000 ℳ sind bei diesen 21 Anstalten nur etwa 8500 Personen und, wenn man nach demselben Verhältniß rechnet, bei allen deutschen Lebensversicherungsanstalten zusammengenommen höchstens nur etwa 12 000 Personen versichert. Wahrscheinlich ist die Zahl eine noch kleinere, weil gerade die Hochversicherten öfters mehreren Gesellschaften angehören und dieselben Personen dann also wiederholt gezählt sind.
Neben der eigentlichen Lebensversicherung hat die Begräbniß⸗ kerze, Volks⸗ oder Arbeiterversicherung in neuester Zeit bei en deutschen Lebensversicherungsanstalten immer mehr an Bedeutung ewonnen. Im vorigen Jahre wurden — abgesehen von den in der ebensversicherung bereits mit eingerechneten — von 18 Anstalten Versicherungen über 128 409 256 ℳ (gegen
07 703 über 130 623 170 ℳ im Jahre 1897) übernommen,
es bestanden am Ende des vergangenen Jahres bei
1 Anstalten 2 376 276 derartige Versicherungen über 437 009 243 ℳ (gegen 1 938 078 über 357 710 1699 ℳ Ende 1897). Ferner wurden im vorigen Jahre von 39 deutschen Lebensversiche⸗ rungzanstalten hauptsächlich der. Kinder⸗ und Altersversorgung dienende
ersicherungen auf den Lebensfall, welche ebensowohl die Aussteuer, und Militärdienst⸗Versicherungen, wie die gewöhnlichen Sparkasse⸗ und Altersversicherungen umfassen, abgeschlossen, und zwar 37 224 über 63 834 848 ℳ; am Ende des Jahres bestanden bei 40 Anstalten 468 455 derartige Versicherungen über 751 370 842 ℳ Bei Hinzurechnung der Sterbekassen⸗ und Lebensfallversicherungen zu dem Lebensversicherungsbestande ergiebt sich für die 44 deutschen Lebensversicherungsgesellschaften ein Gesammtbestand an Kapital⸗ versicherungen von 6 965 588 516 ℳ zu Ende des Jahres 1898. — Rur wenig entwickelt ist bei den deutschen Heses ep a⸗ anstalten nach wie vor das Rentenversicherungs⸗Geschäft. Ohne
inrechnung der nach den Rechnungsergebnissen wachsenden, also nicht feststehenden Renten bestanden bei 34 Gesellschaften Ende 1898 1 882 Rentenversicherungen über 13 317 121 ℳ Jahresrente. Davon
der von Jahr zu nisse vom
Von 1870
deedngs e gleichfalls in eine Lohnbewegung eingetreten und haben
ühlenbesitzeern die Forderung unterbreitet: in Anbetracht Jahr steigenden Preise aller Lebensbedürf⸗ 15. Oktober an die elfstündige tägliche Arbeits⸗ schicht mit einer Entlohnung von 4 ℳ, für Ueberstunden den
den
entsprechenden normalen Betrag nebst 25 % Zuschlag, thunlichst völlige Sonntagsruhe oder, wenn Sonntagsarbeit unabweislich noth⸗ wendig, ebenfalls 25 % Zuschlag auf den normalen Lohn zu bewilligen. Die Müllergehilfen in Pegau und Elstertrebnitz, wo diese For⸗
derungen nicht bewilligt worden sind, haben bereits die Arbeit niedergelegt. 8 “
Kluust und Wissenschaft. —
Im neuesten Heft der von Professor Dr. A. Supan heraus⸗ gegebenen „Petermann'schen Mittheilungen“ veröffentlicht Professor Dr. C. Diener eine interessante Abhandlung über die Struktur der Ostalpen, nach der sich die folgenden Grundlinien in dem Bauplan der letzteren erkennen lassen. Die Ostalpen bestehen aus mehreren Zügen, die gegen O. fächerförmig auseinandertreten. Der erste dieser Züge umfaßt die Flyschzone, die zugleich eine un⸗ unterbrochene. Verbindung mit den Westalpen vermittelt, die nördliche Kalkzone und jenen Ast der krystallinischen Zentralzone, der vom Bösenstein über St. Michael, die Gneismassen der Kleinalpe, des Mürzthales und der Cetischen Alpen zum Leitha⸗Gebirge zieht. Dieser Zug steht unter dem Einfluß der böhmischen Masse. Seine Fortsetzung bildet der karpathische Bogen. Der zweite Zug entspricht dem Hauptstamm der Zentral⸗Alpen. Er beschreibt ein den varisci⸗ schen Gebirgsbögen Mittel⸗Europas paralleles Bogenstück mit nord⸗ wärts gerichteter Konvexität. Eine Zone von granitisch⸗körnigen Eruptivgesteinen, die keinesfalls älter sind als die mittlere Trias, scheint diesen Bogen an seiner Innenseite zu begleiten. Es folgt der Drauzug, dessen Faltungen gleichfalls noch eine nordwärts gerichtete Bewegung des Gebirges verrathen. Der letzte Zug, die füdliche Kalkzone umfassend, geht in das System der dinarischen Falten über. Dieser Zug mit seinen gegen die Adria, nach SW., 8. und 80 gerichteten Faltungen nimmt infolge dessen eine sehr selbständige Stellung im Bau der Alpen ein. Man kann daher Haug (Ann. de géogr., 5e année, Nr. 90, 1896) kaum Unrecht geben, wenn er sich aus tektonischen Gründen für eine Dreitheilung der Alpen ausspricht und jede der beiden großen Hauptabtheilungen der Ostalpen: Nordalpen und Südalpen — die letzteren in dem ungefähren Umfang der südlichen Kalkzone und mit Aus⸗ schluß des Drauzuges — den Westalpen als ein tektonisch gleich⸗ werthiges Element gegenüberstellt. Wenn man das Gesammtbild der Ostalpen ins Auge faßt, so sieht man, daß von einer symmetrischen Anlage des Gebirges nicht wohl die Rede sein kann und daß die älteren Vorstellungen von einer solchen auf ungenügende Erfahrungen begründet waren. Dieser älteren Lehre gegenüber bekundet die zuerst von Sueß in der Entstehung der Alpen“ ver⸗ tretene Auffassung einen wesentlichen Fortschritt. Aber auch die von Sueß damals vorgetragene Meinung, daß der Faltenwurf der gesammten Alpen durch einen einseitigen, von S. nach N. wirkenden horizontalen Schub bedingt sei, kann mit den neueren
Fortschritten in der Erkenntniß der Struktur der Ostalpen nicht mehr
in Einklang gebracht werden. Es ist vielmehr nothwendig, auch über die Modsfikatton die Sueß selbst („Das Antlitz der Erde“, I. Bd. 2. Abth.) im Jahre 1885 an seiner Auffassung vornahm, indem er die durch die fortschreitende Aufnahme des Gebirges konstatierten südwärts gerichteten Ueberschiebungen in der südlichen Kalkzone auf ein treppenförmiges Absinken gegen die adriatische Senkung zurückführte, noch hinauszu⸗ gehen und zuzugestehen, daß in der südlichen Kalkzone der Ostalpen die Anzeichen einer füdwärts gerichteten faltenden Bewegung ebenso deutlich sind als solche eines nordwärts gerichteten Schubes in der nördlichen Kalkzone oder Flyschvone. Der peri⸗ adriatische Randbogen granitisch⸗körniger, junger Eruptivgesteine er⸗ weckt gleichzeitig den Eindruck, als wären wirklich die Südalpen durch eine gegen die adriatische Mulde gerichtete Bewegung von dem nord⸗ wärts gefalteten Hauptstamm der Ostalpen abgetrennt worden und als wären auf dem so entstandenen Riß jene Eruptivmassen hervor⸗ etreten. So erscheinen die Ostalpen gebildet durch die
egegnung und das Aneinanderschließen zweier Faltensysteme, von denen das eine vorwiegend gegen N., das andere vor⸗ wiegend gegen S. gefaltet wurde. Dabei ist übrigens im Auge zu behalten, daß auch gegen die Entstehung der dinarischen Falten durch einen einseitigen, gegen S. wirkenden Druck die Struktur der nord⸗ wärts an der kroatisch⸗serbischen Masse gestauten bosnischen Flyschzone einen gewichtigen Einwand bildef. Spuren einer karbonischen
altung, die zeitlich mit der Aufrichtung der variscischen Falten in
ittel⸗Guropa zusammenfällt, sind in der Zentralzone und in den Karnischen Alpen nachgewiesen. In der nördlichen Kalkzone, im
161u“ 6
Brauerei⸗Maschinen⸗Ausstellung versand und Preisbewerb für Pasteuristerapparate dar. 40 der bekanntesten Brauereifirmen aus allen Gebieten Deutschlands
* Kiiem, den 5. Oktober 1899.
zum Leben wieder erwecken könnte
vorzüglich beschickt stellte sich auch die mit Sonderausstellung für Bier⸗ Die von über
Als glanzvoll und
beschickte Ausstellung bildete bereits vom frühen Morgen an einen Hauptanziehungspunkt für die Besucher. Besonderes Interesse erregte der im Betrieb vorgeführte neue Automobil⸗Flaschenbierwagen der Versuchs⸗ und Lehrbrauerei, welcher Spiritus als Kraftstoff verwendet. Außerdem sind noch zwei andere Motorwagen⸗Systeme auf der Aus⸗ stellung vertreten. Die erste Taxameter⸗Automobildroschke Berlins war ebenfalls zur Beförderung der Ausstellungsbesucher am Platz.
Täglich von 11 bis 4 Uhr finden im Institut für Gärungs⸗ gewerbe technisch⸗wissenschaftliche Verhandlungen statt; am gestrigen Tage der Ausstellungseröffnung standen Fragen neuerer Erfahrungen im Gersten⸗ und Hopfenbe auf der Tagesordnung.
Ernteergebniß Rußlands.
: Nach den bis jetzt von dem Ministerium für Landwirthschaft veröffentlichten vorläufigen Angaben und nach Mittheilungen von Berichterstattern der „Handels⸗ und Industrie⸗ Zeitung“ stellt sich das Ernteergebniß in den nachstehend aufgeführten Gouvernements, wie folgt:
Im Gouvernement Kiew ist die Ernte des Winter⸗ und Sommer⸗ getreides im allgemeinen über mittel und ebenso wie im vorigen Jahre ausgefallen. In den westlichen Kreisen ist die Ernte des Winter⸗ getreides und theilweise auch des Sommergetreides sehr gut gewesen. Dagegen hat im südlichen Theile namentlich die Ernte des Sommer⸗ getreides keinen günstigen Ertrag gebracht. Die Beschaffenheit des Korns ist befriedigend. Von der Dessjätine sind durchschnittlich 93 Pud Weizen und 84 Pud Roggen geerntet worden.
Im Gouvernement Wolhynien ist die Ernte des Wintergetreides gut und besser als im vorigen Jahre ausgefallen. Die Ernte des Sommergetreides ist zur Hälfte gut und besser als im Vorjahre, zur
älfte mittelmäßig und ebenso wie im Vorjahre gewesen. Das Korn ist rein, trocken und vollwichtig. Von der Dessjätine sind durch⸗ schnittlich 88 Pud Weizen und 75 Pud Roggen geerntet worden.
Im Gouvernement Podolien ist die Ernte des Sommer⸗ und Wintergetreides eine Mittelernte und die gleiche wie im vorigen Jahr ewesen. Nur in den südlichen Kreisen ist sie 8gg ausgefallen.
ie Beschaffenheit des Korns ist vollständig befriedigend. Von der Dessjätine sind 71 Pud Weizen und 68 Pud Roggen geerntet worden.
Im südlichen Theile des Gouvernements Poltawa ist die Ernte des Winter⸗ und Sommergetreides unter mittel, in den übrigen Gegenden, mit Ausnahme weniger Stellen, befriedigend ausgefallen. Die Beschaffenheit des Korns ist befriedigend, stellenweise gut. Von der Dessjätine sind durchschnittlich 36 Pud Weizen und 56 Pud Roggen geerntet worden.
Im größten Theile des Gouvernements Tschernigow ist die Ernte des Wintergetreides gut, in den übrigen Gegenden mittel, stellenweise unter mittel ausgefallen. Die Ernte des Sommergetreides ist schlechter sewesen. Im Ageee. ist das Ergebniß bcse als im vorigen
ahre gewesen. Die Beschaffenheit des Korns ist gut.
In dem nördlichen Theile des Gouvernements Charkow ist die Ernte des Winter⸗ und Sommergetreides im allgemeinen eine Mittelernte und die Beschaffenheit des Korns befriedigend gewesen. Im südlichen Theile ist die Ernte unter mittel und schlechter als im vorigen Jahre ausgefallen. Das Korn ist leicht von Gewicht und von heller Farbe. Von der Dessjätine sind durchschnittlich 56 Pud Weizen und 52 Pud Roggen geerntet worden.
Im Gouvernement Kursk ist die Ernte des Winter⸗ und Sommer⸗ getreides größtentheils gut und K a. als im vorigen Jahre aus⸗ gefallen. Nur in faszen südlichen Kreisen ist sh unter mittel ge⸗ wesen. Die Beschaffenheit des Korns ist gut. Von der Dessjätine 18 durchschnittlich 79 Pud Weizen und 75 Pud Roggen geerntet worden.
Im Gouvernement Orel ist die Ernte des Wintergetreides gut und besser als im vorigen Jahre ausgefallen. Die Ernte des Sommergetreides ist eine Mittelernte gewesen. Die anfänglich be⸗ friedigende Beschaffenheit des Korns ist durch Regengüsse etwas ver⸗ schlechtert worden. Von der Dessjätine sind durchschnittlich 89 Pud Weizen und 72 Pud Roggen geerntet worden.
In diesem Sommer ist in einer biesigen Mühle zum ersten Male sibirischer Weizen vermahlen worden. Das Ergebniß ist sehr gut gewesen. Wegen des höheren Preises kann er jedoch nicht mit dem biesigen Weizen konkurrieren, wird aber bei schlechter Eente guten Absatz finden.