1899 / 284 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 01 Dec 1899 18:00:01 GMT) scan diff

üFder einem Bunsenbrenner angebrachten hinen Gewebes aus en Sdelerden des Thorium, Certium, Zirkonium geführt haben, worin der höchste Prozentsatz der zugeführten Wärme in Licht und nur wenig in ultraviolette Strahlen umgesetzt wird. Es folge nach dieser Aneinanderreihung der Erfindungen auf dem Felde der chemischen Be⸗ seuchtung bis zu ihrer gegenwärtigen, vollendetsten Gestalt eine Dar⸗ segung der kaum weniger E en Entwickelung der physikalischen, Io der elektrischen Beleuchtung, der älteren Bogen⸗ und der üngeren Glühlampe, in denen der Leuchtkörper übereinstimmend -- nn Koble ist. Auch Tesla's „Licht der Zukunft’, das einst⸗ weilen seine Zukunft schuldig bleibt, wurde vorgeführt. Es lag nahe, ach den Erfolgen Auer's mit dem Ersatz der Kohle durch die Edelerden die Frage aufzuwerfen, ob nicht eine Verbesserung des elektrischen Lichts durch Anwendung der Edelerden als Lichtträger zu erreichen ei. Professor Nernst ist bekanntlich selbst Erfinder einer elektrischen Glühlampe, die anscheinend eine glückliche Lösung dieses Problems arstellt. Die entgegenstehenden Schwierigkeiten, welche hauptsachlich in der Nichtleitungsfähigkeit der Edelerden für Elektrizität bestanden, nd glücklich überwunden, nachdem die Beobachtung gemacht woeden, daß urch Erwärmung diese Glühkörper leitend werden und, nachdem sie weißglühend geworden, leitend bleiben. Das Nernst'sche Glühlicht ist omit eine Lampe, die angesteckt werden muß, wie man ein Licht an⸗ eckt, dann aber andauernd, solange wie der Strom andauert, ein icht von wunderbarer Weiße und Stärke giebt. Die in der Noth⸗ endigkeit des Ansteckens liegende Umständlichkeit kann jedoch durch Anbringung eines automatisch wirkenden Zünders gehoben werden, elcher ebenso automatisch nach ausgeführter Zündung sich ausschaltet. Die von dem Vortragenden im Vergleich mit anderen Glühlampen vor⸗ eführten, keiner luftleeren Glasbirne mehr bedürftigen Lampen seiner Eründung erregten den größten und wohlverdienten Beifall. Ihr ichteffekt ist be 10 % Minderverbrauch von Elektrizität der 2 ⅛☚ fache.

Die Deutsche Kolonial⸗Gesellschaft, Abtheilung Berlin, veranstaltet am Montag, den 4. Dezember, Abends 8 ¼ Uhr, m großen Saale des Künstlerhauses (Bellevuestr. 3) einen Vor⸗ rags⸗Abend. Herr Oberleutnant Thierry spricht über „die

olonie Togo (West⸗Afrika) in der nunmehrigen Abgrenzung durch 8 Ulüngsten deutsch⸗englischen Vertrag“. Gäste, auch Damen, sind ommen.

Das Berliner Rettungswesen wird in einer soeben erschienenen Schrift von dem Geheimen Medizinalrath, Professor E. von Bergmann nach seiner historischen Entwickelung von den Uranfängen an bis zu seiner heutigen vorbildlichen Größe dargestellt und einer ein⸗ gehenden Kritik unterzogen. Er bespricht die Gründung der Sanitäts⸗ wachen, der Unfallstationen und schließlich der Berliner Rettungs⸗

esellschaft. Die Ziele der letzteren 5 1) eine beständige und innige Verbindung mit den großen Hospitälern der Stadt herzustellen und zu unterhalten, da eine Verknüpfung des Rettungswesens der Stadt mit ihrem großartigen und vollkommenen Hospitalwesen unerläßlich sei; 2) die Gewährung der ersten (und zwar nur der ersten provisorischen) Hilfe ausschließlich durch Aerzte, wobei alle Aerzte, die es wollen, an dem ständigen Wachdienste theilnehmen können; 3) die Beförderung des Kranken nach dem Orte seiner Wahl, dem nächstgelegenen öffent⸗ lichen Hospitale, einer Privatheilanstalt oder in die eigene Wohnung, wo er sich von seinem Vertrauensarzte behandeln lassen kann. Wie ehr dieses Programm der Berliner Rettungsgesellschaft den wirklichen

edürfnissen entspricht, erweist am besten das immer größere Aufblühen der Gesellschaft. Ueber 1000 Berliner Aerzte haben sich ihr angeschlossen; 60 Krankenkassen haben eine Resolution angenommen, in welcher sie die Gründung und Thätigkeit der Berliner Rettungsgesellschaft als einen Faetlchih im hauptstädtischen Krankenwesen bezeichnen, der sie zu

rem Beitritt veranlaßt hat; 5 Sanitätswachen sind mit der Rettungs⸗ esellschaft definitiv vereinigt, und auch 4 Berufsgenossenschaften haben cch bereits der Berliner Rettungsgesellschaft anges lossen. Außer 8 Nebenwachen in allen Theilen der Stadt funktionieren sämmtliche 12 staatlichen, städtischen und religiösen öffentlichen Krankenhäuser von Berlin als Hauptwachen der Berliner Rettungsgesellschaft. Das rößte Resultat aber, welches durch die Berliner Rettungsgesellschaft isher gezeitigt wurde, ist: daß sie eine Vereinigung aller Hospitäler unter sich und mit dem Rettungswesen geschaffen hat. Die jetzt im Langenbeckhause (Ziegelstraße 10 und 11) befindliche Zentrale (Tel.⸗Amt 3, 1960) veranlaßt Tag und Nacht die sofortige erste Hilfeleistung von seiten der dem Unfalle nächstgelegenen Wache

zu reorganisieren. Uer geschaffen werden könne, erbringe die eben ins Leben

und den schleunicheen Krankentransport. Auch giebt sie jederzeit un⸗

entgeltlich Auskunftk in welchem Krankenhause Betten für die Aufnahme von Kranken frei sind. Man kann die Zentrale vo jedem Telephon oder von irgend einem Polizei⸗Revier aus Tag und Nacht erreichen. Da sich die Berliner Rettungsgesellschaft so vor⸗ trefflich bewährt hat und allen Anforderungen, die an das Berliner Rettungswesen gestellt werden können, gerecht wird, befürwortet der Verfasser am Schlusse seiner interessanten Arbeit, das ganze Berliner Rettungswesen nach den Grundsätzen der Berliner Rettungsgesellschaft Den Beweis, daß eine solche Organisation zur Be⸗

iedigung getretene Stettiner Rettungsgesellschaft. Zu dieser gehörten die Regierung. die Stadt, die Polizei, die Fcuerwehr, die Berufsgenossen⸗ schaften, die Krankenkassen, der wissenschaftliche Verein der Stettiner Aerzte und der Samariter⸗Verein. In der Verwaltung seien alle diese Körperschaften vertreten, und in den Rettungswachen werde ein ärzt⸗ licher du jour-Dienst von allen Aerzten geleistet. Die lesenswerthe, „Das Berliner Rettungswesen“ betitelte Schrift ist im Verlage von A. Hirschwald (Unter den Linden 68) erschienen.

Zum Weihnachtsfest hat die Verlagsbuchhandlung von Ferdinand Hirt u. Sohn in Leipzig wieder einen Festgeschenk⸗Katalog erscheinen lassen. Dieser alljährlich zur Ausgabe gelangende Katalog verdient wegen seiner übersichtlichen Gruppierung und der ausführ⸗ lichen Angaben über Inhalt, Zweck und Ziel der einzelnen Bücher besondere Beachtung. Für die Wahl von Jugendschriften ist Eltern und Erziehern damit ein praktischer Führer und Berather an die Hand gegeben. Die inhaltliche und äußere Gediegenheit der Hirt'schen Jugendschriften bedarf kaum noch besonderer Er⸗ wähnung. Für Knaben reiferen Alters wird eine Reihe von Büchern namhafter Jugendschriftsteller wie Oskar Höcker, Pajeken, Wörishöffer u. A., dargeboten, während das Gebiet der Literatur für unge Mädchen durch wohlbekannte Verfasserinnen, wie Brigitte

ugusti, Clementine Helm u. A., vertreten ist. Außerdem umfaßt der Verlag eine Reihe von Prachtwerken und Gedenkbüchern, die sich nicht minder trefflich zu Festgeschenken eignen und zugleich eine Zierde des Büchertisches bilden. Die in den Katalog aufgenommenen zahlreichen Probeabbildungen zeigen das Bestreben der Verlagsbuchhandlung, ihre Geschenkwerke auch in künstlerischer Beziehung gediegen auszustatten.

Hamburg, 30. November. (W. T. B.) Die Matrosen, Feuerleute, Stewards ꝛc. der „Patria“ werden als An⸗ erkennung für ihr muthvolles und pflichttreues Verhalten gelegentlich des Feuers, dessen Opfer die „Patria“ wurde, die Gage für zwei Monate ihrer Gehaltsklasse als Belohnung erhalten.

Steyr, 1. Dezember. (W. T. B.) Etwa tausend Arbeiter veranstalteten gestern eine Demonstration, um eine der Arbeiter⸗ schaft günstigere Wahlreform für die Gemeindevertretung durchzusetzen. Die Aufforderung des Stadtsekretärs, auseinander⸗ zugehen, wurde mit Lärmen und Steinwürfen beantwortet. Die Polizei zerstreute die Demonstranten mit blanker Waffe; das requirierte Militär brauchte nicht mehr einzuschreiten. Ein Wach⸗ ner. h durch einen Steinwurf leicht verletzt, eine Person verhaftet.

Tiflis, 1. Dezember. (W. T. B.) Auf der Transkauka⸗ sischen Bahn, 28 Werst von Tiflis, verunglückte ein Militärzug auf einer Brücke über den Kura⸗Fluß. Auf dem Bahnkörper waren an dieser Stelle die Schienen zu Reparatur⸗ arbeiten entfernt, der Zugführer bemerkte aber die Signale zu spät und konnte den Zug nur wenige Faden vor der Brücke zum Halten bringen. Hierdurch konnte die Katastrophe allerdings abgeschwächt, aber nicht mehr verhindert werden. Die Lokomotive neigte sich auf die Seite, zerbrach das Geländer und stürzte aus einer Höhe von sieben Faden in den Fluß hinab, wobei sie den Tender und zwei Güterwagen mit sich riß. Die übrigen beladenen Waggons blieben in der Schwebe hängen, sechs derselben stürzten aber am nächsten Tage ebenfalls in den Fluß. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden getödtet, mehrere Personen erlitten Verletzungen; 196 Rekruten, 5323 in den letzten Waggons untergebracht waren, kamen unverletzt

avon.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Oldenburg, 1. Dezember. (W. T. B.) Seine Majestät der Kaiser hat an Seine Königliche Hoheit den öe von Oldenburg folgendes Telegramm gesandt:

Erfreut durch Deine Meldung von der Gründung eines Landes⸗ ausschusses des Deutschen Flottenvereins für das Großherzogthum Oldenburg, sende Ich Dir herzlichen Dank und aufrichtigen Glück⸗ wunsch. Das Protektorat Deines einsichtigen, für die Größe unseres gemeinsamen Vaterlandes immer thatbereiten Herrn Vaters, sowie das Verständniß und die Willenskraft Deines Vorsitzes bürgen für den Erfolg eines Beginnens, dessen Früchte auch dem wirthschaftlichen Aufschwung Deines eigenen Heimathlandes neuen Antrieb geben werden.

Wilhelm.

Wien, 1. Dezember. (W. T. B.) Der Kaiser empfing heute Mittag die ungarische und darauf die österreichische Delegation. Die Erwiderung des Kaisers auf die An⸗ sprachen der Delegations⸗Präsidenten lautet:

Mit aufrichtiger Genugthuung nehme Ich die Versicherungen treuer Ergebenheit, welche Sie Mir durch Ihre Präsidenten aus⸗ gesprochen haben, entgegen. Ich gedenke bei diesem Anlaß mit Rührung der zahlreichen Kundgebungen unerschütterlicher Anbänglich⸗ keit an Mich und Mein Haus, welche alle Völker der Monarchie in dem tiefen Schmerze über den Heimgang der Kaiserin und Königin, Meiner in Gott ruhenden, heißgeliebten Gemahlin, vereinte. Die Beziebungen der Monarchie zu den auswärtigen Mächten tragen durchweg einen unperändert freundschaftlichen Charakter und lassen auch fortan die Zuversicht auf ungestörte Fortdauer der friedlichen Lage in Europa gerechtfertigt erscheinen. Die sicherste Gewähr hierfür erblicke Ich nach wie vor in dem ungetrübten Bestande des engen und vertrauensvollen Verhältnisses zu unseren Verbündeten. Als eine weitere Bürgschaft des Friedens darf das allgemeine Zusammenwirken aller zivilisierten Staaten auf der diesjährigen Haager Konferenz betrachtet werden, welche der hochherzigen Initiative Seiner Majestät des Kaisers von Ruß⸗ land entsprungen ist und dem allgemeinen u“”“ der Welt neue und verstärkte Hoffnungen zugeführt hat. Mit Be⸗ friedigung kann Ich darauf hinweisen, daß die Pflege durchaus und freundschaftlicher Beziehungen zum russischen Reiche im Sinne eines einvernehmlichen Vorgehens gegenüber den auf der ö auftauchenden Fragen fortfährt, erfreuliche Erfolge zu zeitigen.

Den in Süd⸗Afrika eingetretenen kriegerischen Komplikationen gegenüber sind wir zur Beobachtung strikter Neutralität entschlossen und können nur wünschen, daß dieser Konflikt einer baldigen Beendigung entgegengeht.

Einem unabweislichen Gebot der Billigkeit entsprechend, sind in den Ihnen zur verfassungsmäßigen Behandlung zugehenden Vor⸗ lagen die Erfordernisse für die Regulierung der Bezüge der Gagisten Meines Heeres und Meiner Kriegs⸗Marine sswie der gemeinsamen Beamten und Diener aufgenommen. Die Anforderungen Meiner beschränken sich auf dringende und nothwendige

orsorgen.

Die Verhältnisse in Bosnien und der Herzegowina befinden sich wie bisber in normaler Entwickelung und werden auch für 1900 die Erfordernisse der Verwaltung dieser Länder in den eigenen Einnahmen derselben ihre Deckung finden.

Indem Ich auf die Einsicht und den patriotischen Eifer, mit

welchen Sie an die Erfüllung Ihrer Aufgabe herantreten werden,

trauensvoll rechne, heiße Ich Sie herzlich willko

Wetterbericht vom 1. Dezember 1899, 1 8 Uhr Morgens. Meilhac und

und Richard

Komische Operette mit Tanz in 3 Akten nach vee Bearbeitet von C. en6e.

Lessing · Theater.

affner Antleß.

Musik von Johann

Sonnabend:

Sonntag: Als ich wiederkam .

Birkus Alb. Schumann. Im eleganten,

renovierten Zirkus Renz, Karlstraße. Sonnabend, Abends präzise 7 ½ Uhr: IV. Grande Soirée

Gertrud

sp.

red. in Millim.

us 1a.

M Wetter.

Wind.

Bar. auf 0 Gr.

u. d. Meeres Temperatur in o Cel⸗

50C.

Belmullet.. 763 Aberdeen 756 Christiansund 745 Kopenhagen. 761 Stockholm . 753

aparanda . 754

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NW wolkig SW wolkig WSW 4 bedeckt WSW 4 SSW 2bbedeck

wolkig 2heiter

00 2 O0 00

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toww 764 NW Cherbourg . 768 S Ider 765 SW EEII1““ 761 [SW amburg. 765 W winemünde 765 S Neufahrwasser 763 W Memel . 759 aris 1770 Dunst ünster Wstf. 766 Nebel Karlsruhe.. 771 S Nebel Wiesbaden.. 769 bedeckt München 770 wolkenl. ¹) Chemnitz . 770 bedeckt Berlin 767 bedeckt Wien 771 bedeckt Breslau... 769 Dunst

le d'Aix.. 770 bedeckt fs⸗ NL1686 heiter Triest 768 wolkenlos

1) Rauhfrost. Uebersicht der Witterung.

UMeber Skandinavien und dem Nordseegebiet ist

das Barometer stark gefallen, dagegen über Irland hei Eintritt von Nordwestwinden stark gestiegen. Ein tiefes Minimum liegt an der mittleren norwegischen Küste gegenüber einem Hochdruckgebiet, welches sich von der Biskayasee ostwärts nach Nord⸗ Oesterreich erstreckt. In Deutschland ist bei südlichen (bis westlichen Winden das Wetter kälter, trübe und neblig, sonst trocken; in Süddeutschland herrscht meistens leichter Frost. Deutsche Seewarte.

Regen Abedeckt bedeckt bedeckt bedeckt bedeckt wolkig bedeckt

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Theater.

1 Asnigliche Schauspiele. Sonnabend: Opern⸗ haus. 253. Vorstellung. Die Fledermaus.

trauß. Tanz von Emil Graeb. Anfang 7 Uhr.

Schauspielhaus. 269. Vorstellung. Julius Caesar. Trauerspiel in 5 Aufzügen von William Shakespeare. Uebersetzt von August Wilhelm von Schlegel. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonntag: Opernhaus. Die Walküre. In 3 Akten von Richard Wagner. (Brünnhilde: Frau Lili Lehmann, Königliche Kammersängerin; Wotan:

err van Rooy, als Gäͤste.) Anfang 6 ½ Uhr. Das

bonnement ist aufgehoben. Billetreservesatz 14. Preise der Plätze zu der Vorstellung „Die Walküre“: Fremden⸗Loge 20 ℳ, Orchester⸗Loge 15 ℳ, 1. Rang 12 ℳ, Parquet 12 ℳ, 2. Rang 8 ℳ, 3. Rang 6 ℳ, 4. Rang Sitzplatz 3 ℳ, Stehplatz 2

Schauspielhaus. 270. Vorstellung. Schlaraffen⸗ land. Märchenschwank in 3 Aufzügen von Ludwig Fulda. Die zur Handlung gehörende Musik von Ferdinand Hummel. Anfang 7 ½ Uhr. 6

Deutsches Theater. Sonnabend: Rosmers⸗ holm. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonntag, Nachmittags 2 ½ Uhr: Die Weber. Abends 7 ¼ Uhr: Der Probekandida

Montag: Der Probekandidat.

Herliner Theater. Sonnabend: Zaza.

Sonntag, Nachmittags 2 ½ Uhr: Wilhelm Tell. Abends 7 ½ Uhr: Die Herren Söhne.

Montag: Der Tartuffe. Abdvokat Patelin.

Schiller⸗Theater. (Wallner⸗Theater.) Sonn⸗ abend, Abends 8 Uhr: Cyprienne. Lustspiel in 3 Aufzügen von V. Sardou und E. de Najac, be⸗ arbeitet von O. Blumenthal.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr (zweite Vorstellung im Schiller⸗Cyclus): Kabale und Liebe. Abends 8 Uhr: Die Großstadtluft.

Montag, Abends 8 Uhr: Cyprienne.

Theater des Westens. (Opernhaus.) Sonn⸗ abend: Volksthümliche Vorstellung zu halben Preisen: Undine.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu balben Preisen: Der Troubadour. Abends 7 ½ Uhr: Gastspiel von Signorina Prevosti. La Traviata.

Montag (12. Montag⸗Abonnements⸗Vorstellung): Der Waffenschmied.

Dienstag: Gastspiel von Die Perleufischer.

Mittwoch: Undine.

Signorina

Montag: Im weißen Röß'’l.

Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a. Sonn⸗

abend: Ein unbeschriebenes Blatt. Lustspiel in 3 Akten von E. von Wolzogen. Anfang 7 ½ ÜUhr. Sonntag und folgende Tage: Dieselbe Vor⸗

stellung. 1“ spiel des

Belle -Alliance⸗Theater. Gast „Schlierseer Bauern⸗Theaters“. Sonnabend, Abends 8 Uhr: s Liserl von Schliersee. Volksstück mit Gesang und Tanz in 4 Akten.

Sonntag: ˙§ Liserl von Schlierseer.

Ga

Residenz-Theater. Direktion: Sigmund Lauten⸗ burg. Sonnabend: Busch und Reichenbach. Schwank in 3 Akten von Heinrich Lee und Wilhelm Meyer⸗Förster. Regie: Hermann Werner. Vorher: Die Richtige. Komödie in 1 Akt von Thilo von Trotha. Regie: Gustav Rickelt. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen: Der Schlafwagen⸗Controleur. Abends 7 ½ Uhr: Busch und Reichenbach. Vorher: Die as ge

ontag und folgende Tage: Busch Reichenbach. Vorher: Die Richtige.

9*

Thalia⸗Theater. Dresdenerstraße 72/73. Sonn⸗ abend: Der Platzmajor. Gesangsposse in 3 Akten von Jean Kren und Alfred Schönfeld. Musik von Gustav Wanda. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonntag und folgende Tage: Der Platzmajor.

Konzerte. 1““

Saal Bechstein. Sonnabend, Anfang 7 ½ Uhr: Lieder⸗Abend von Fräulein Margarethe Bletzer.

Beethoven⸗Saal. Sonnabend, Anfang 8 Uhr: Konzert von Fräulein Emma Koch (Klascher) mit dem Philharmonischen Orchester. Mitwirkung: Fräulein Wanda Landowska (Klavier), Frkulesn Martha Siebold (Klavier).

6 * 8

und

High-Life. Gala⸗-Programm. 3. Debut der Reitkünstlerin à la Cavalier (im Herrensattel) Mlle. Manja Bartowska. Dieselbe springt mit ihrem Pferde 2 Meter hohe feste Barrièren. (Bis jetzt noch von keiner Dame gezeigt worden.) Zum schluß: Ritterschaustück aus dem 14. Jahr⸗ hundert: Der schwarze und der weiße Ritter. Die sensationellen Leistungen der drei Amerikaner Andree, Golden, Heaton. Auftreten der Original⸗ Transvaal⸗Buren. Tauchende und schwimmende Pferde sammt Reiter in voller Rüstung. Die einzig dastehende Dressur eines Pferdes bei lebenden Bildern auf rotierendem Apparat. Original⸗ Schöpfung des Direktors Alb. Schumann.

Sonntag: 2 Vorstellungen: Nachm. 3 ½ Uhr und Abends 7 ½ Uhr. Nachmittags ein Kind frei.

Familien⸗Nachrichten.

erehelicht: Hr. Regierungs⸗Assessor Robert von Holtzendorff mit Frl. Magdalene von Bonin (Taschenberg, Mark— Bahrenbusch).

: Ein Sohn: Hrn. Pfarrer Czopnik (Groß⸗Machnow). Eine Tochter: Hrn. Oberleut. Eberhard Baron von Meerscheidt⸗ Hüllessem (Potsdam). Hrn. Hauptmann von Viebahn (Schweidnitz).

Gestorben: Hr. Kommerzienrath Albert Phaland Berlin). Hr. Geheimer Hofrath Scharenber Neustrelitz). Hr. Geheimer Bergrath Ern lthans (Breslau). Hr. Bade⸗Inspektor und

Hauptmann a. D. Arthur Müchels (Goczalkowitz). Hr. Kreis⸗ und Grenzthierarzt Franz Klingen⸗ stein (Mittelwalde). Hr. Landgerichtsrath a. D. Alexander Emil Polzin (Breslau). Ludowika Freiin von le Fort (Goslar).

Verantwortlicher Redakteur: Direktor Siemenroth in Berlin. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Haihdrmckhbes und Verlago⸗ Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32

Neun Beilagen (einschließlich Boͤrsen⸗Beilage).

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Qualitt

mittel

November

Gezahlte

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Dezember

Tag niedrigster

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höchster

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Landsberg a. W.. Kottbus . 8 Wongrowitz Hirschberg. Ratibor. . Göttingen. Geldern.

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Landsberg a. W.. Kottbus .. 3 Wongrowitz. Hirschberg Ratibor Göttingen Geldern.

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Göttingen

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Bemerkungen. Die verkaufte 78 Ein liegender Strich (—) in den Spa

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15,00

15,40 15,00 13 50 16,10 15,20 13,60 16,00 16,25 17,53 15,20 13,50 15,20

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14,20 15,20 13,70 14,00 15 00 16,11 15,20 13,40 13,70

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12,00 14,50 14,50 15,60 15,00 16,31 15,00 12,50

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15,00

15,50 15 15 13,80 16,40 15,20 13,70 16,40 16,50 18,36 15,30 13,90 15,20

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14,50 15,70

Roggen.

13,23 12,40 13,80

14,20 15.,50 13,70 14,10 15,50 16,11 15,30 13,60 13,70

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13,80 14,50 14 50 16,00 16,00 16,31 15,20 13,00

12,60 14,00 11,70 12,00 11.80

14,00

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13,30 13,52 12,50 14,00 14,00 14 45 15,50 14,50 14,20 15,50

13,70 14.50

erste. 14,00 14,65 11,80 15,20 15,10 17,55 15,50 16,20 16,00

13,50

a f e r. 13,00 14,20 11,80 12,20

12 00 14,00 12,80

e wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswerth au ten für Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende Pre

14,50 12,50

14,00 12,40 13,00 14,50 13,60 11,60

12,60 13,30

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15,00 13,80 15,18 15,35

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16,10 17,08 18,63

15,41

13,32 12,50 13,55 14,00

15,43 14,10

16,10 15,83

23. 11. 23. 11. 23. 11.

23. 11. 29. 11.

23. 11. 23. 11.

14,21 30. 11.

23. 11. 23. 11. 23. 11. 23. 11.

14 60 11,60 13.67 13,00

23. 11. 23. 11. 23. 11.

15,42 16,20 16,31

23. 11. 23. 11. 23. 11.

23. 11. 29. 11. 23. 11

23. 11. 23. 11.

14,23 11,80 11,73 11,70

14,00 13,22 14,25

13,00 14,75

13,33 30. 11.

volle Mark abgerundet mitgetheilt. Der Durchschnittspreis wird aus den unabgerundeten 8 len zet se nicht vorgekommen ist, ein Punkt (.) in den letzten sechs Spalten, daß e. 8 ren, fechne 8

u““ Deutscher Reichstag. 113. Sitzung vom 30. November 1899, 1 Uhr. 8

Tagesordnung: Ferissfung der zweiten Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung.

Der § 139e und der von der Kommission neu hinzu⸗ efügte z 139 ee betreffen den Ladenschluß. Nach § 139 e ann auf Antrag von mindestens der betheiligten Geschäfts⸗

inhaber für eine Gemeinde oder mehrere örtlich un⸗ mittelbar zusammenhängende Gemeinden durch Anord⸗ nung der höheren Verwaltungsbehörde nach Anhörung der Gemeindebehörde für alle oder einzelne Geschäftszweige angeordnet werden, daß während bestimmter Stunden um die Mitte des Tages, oder (die Worte „um die Mitte des Tages oder“ sind Zasa der Kommission) in der Zeit zwischen 8 Uhr Abends und 6 Uhr Morgens, oder in der Zeit zwischen 9 Uhr Abends und 7 Uhr Morgens die Verkaufsstellen für den ge⸗ schäftlichen Verkehr geschlossen sein müssen.

Hinter diesem ersten Absatz hat die Kommission zwei weitere Absätze eingeschaltet:

„Auf Antrag von mindestens †¼† der betheiligten Geschäfts⸗ inhaber hat die höhere Verwaltungsbehörde die betheiligten Ge⸗ schäftsinhaber durch ortsübliche Bekanntmachung oder besondere Mittheilung zu einer Aeußerung für oder gegen die Ausführung des Ladenschlusses im Sinne des ersten Absatzes aufzufordern. Er⸗ klären sich § der Abstimmenden für die Einführung, so kann die höhere Verwaltungsbehörde die entsprechende Anordnung treffen.

Der Bundezrath ist befugt, . darüber zu erlassen, in welchem Verfahren die erforderliche Zahl von Geschäftsinhabern festzustellen ist.“

Der vierte Absatz untersagt für die Zeit, wo die öffent⸗ lichen Verkaufsstellen geschlossen sein müssen, den Verkauf und das Feilbieten von Waaren der in ihnen geführten Art, giebt aber der Ortspolizeibehörde die Befugnig Ausnahmen zu⸗ zulassen.

Abg. Freiherr von Stumm (Rp.) beantragt die Streichung der Worte „um die Mitte des Tages oder“

Die Abgg. Bebel und Genossen (Soz) beantragen, dem § 105 der geltenden Gewerbeordnung folgenden Absatz anzufügen:

b „Im Betriebe von Bergwerken, Salinen, Aufbereitungs⸗

anstalten, Brüchen und Gruben, von Hüttenwerken, Fabriken und

Wertstätten aller Art, von Zimmerplätzen und anderen Bauhöfen,

von Werften und Ziegeleien, sowie bei Bauten aller Art dürfen

Arbeiter an den Tagen vor den Sonn⸗ und Festtagen nicht über

4 Uhr Nachmittags beschäftigt werden.“

„Ein weiterer Antrag derselben Antragsteller will die nach § 105 b Absatz 1 vorgeschriebene Ruhezeit ver⸗ längert wissen, und zwar für jeden Sonn⸗ und Festtag von 24 auf 32, für zwei aufeinander folgende Sonn⸗ und Festtage von 36 auf 44, für die drei hohen Festtage von 48 auf 56 Stunden.

Der Zusatz der Kommission zu § 139 ee bestimmt:

Von 9 Uhr Abends bis 5 Uhr Morgens müssen Verkaufs⸗ stellen für den geschäftlichen Verkehr geschlossen sein. Die beim

Ladenschluß im Laden schon anwesenden Kunden dürfen noch be⸗

dient werden.

U’ber 9 Uhr Abends dürfen Verkaufsstellen für den geschäft⸗

lichen Verkehr geöffnet sein: 8

1) für unvorhergesehene Nothfälle, 2) an höchstens 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden

Tagen, jedoch bis spätestens 10 Uhr Abends,

3) nach näherer Bestimmung der höberen Verwaltungsbehörde für ländliche Gemeinden, in welchen der Geschäftsverkehr sich in der Hauptsache auf einzelne Tage der Woche oder auf einzelne Stunden des Tages beschränkt. Die Bestimmungen der §§ 139 c und d werden hierdurch nicht berührt.“

Vom Abg. Freiherrn von Stumm ist die Streichung des ganzen 4 18 ee beantragt. Die Abgg. Albrecht und Genossen (Soz.) wollen den obligatorischen Ladenschluß von 8 Uhr Abends bis 5 Uhr Morgens; um 9 Uhr Abends an den Tagen vor den Sonn⸗ und Festtagen. Der Abg. Blell (fr. Volksp.) . die Streichung der von der Kommission in § 139 e besch ossenen neuen Absätze. Der Abg. Roesicke⸗Dessau (b. k. F.) will zu Absatz 4 ausdrücklich das Feilhalten von Waaren „in anderen Verkaufsstellen“ ver⸗ boten wissen. Der Abg. von Salisch (d. kons.) will in § 139 e, Absatz 1 hinter den Worten „um 7 Uhr Morgens“

einschalten: „für bestimmte Zeiträume oder für das ganze Jahr“.

Abg. von Tiedemann (Rp.): Ich bin erstaunt, daß die Kom⸗ mission ihren Beschluß über die Einführung einer Ladenschlußstunde einstimmig gefaßt hat. Der Staat ist ja berechtigt, einzugreifen wenn es sich um den Schutz der Frauen, um Ausbeutung u. s. w handelt; aber hier werden durch einen obligatorischen Laden schluß die Interessen des Publikums nicht gefördert, sonder geschädigt. Damit kommt man doch auf eine abschüssig Bahn, deren Ende nicht abzusehen ist. Bevormundungen dieser Art waren in der guten, alten Zeit an aber stehen doch in schreiendem Gegensatz zu den Anforde rungen der modernen Zeit. Die Alleinbetriebe bilden doch, wi statistisch erwiesen ist, die Majorität, und diese werden aufs Empfind⸗ lichste getroffen, wenn sie in der Verfügung über ihre Zeit derart be⸗ 8 schränkt werden. Es ist doch Sache der Betheiligten, wenn sie weitere Beschränkungen wollen, sich zusammenzuthun und in ihrer großen Mehr beit solche zu verlangen. Da reicht auch der Vorschlag der Regierung aus die von der Kommission beschlossenen weiteren Bestimmungen aber können leicht dahin führen, daß eine Majorität für solche Beschränkungen erkünstelt und die wirkliche Mehrheit majorisiert wird. Aus diesen Erwägungen stimme ich dem Antrage Blell bei. Noch bedenklicher aber scheint mir der von der Lommiszen beschlossene Zusatz, wonach auch um die Mitte des Tages ein Ladenschluß soll eintreten können. Der Schluß der Viktualtenläden in der Nähe der Kasernen, der Märkte, der größen G Amtsbureaux in der „Mittagszeit würde für diese eine erhebliche Ex stenzerschwerung, für die Schankstätten eine durch nichts gerecht⸗ fertigte Bevorzugung bedeuten, wie denn überhaupt bisher von den allermeisten Bestimmungen über die Sonntags⸗ ruhe lediglich die Schankstätten, die Kneipen den Prosit gehabt haben. Der Zigarrenumsatz der Schankstätten hat eine ganz ungeahnte Ausdehnung gewonnen. Die Bestimmung über den obligatorischen Ladenschluß greift so weit in die Selbstbest der Gewerbetreibenden ein, daß sie bei ihnen die größte Mißstimmung hervorgerufen hat und die ganze Novelle diskreditiert. Ich bitte Sie, den ganzen § 139 ee abzulehnen und in § 139 e die von der Kom⸗ mission beantragten Zusätze abzulehnen, die Bestimmungen der Vor⸗ lage vielmehr nur durch den Antrag Roesicke zu ergänzen. 8

Abg. Münch⸗Ferber (nl.): Wenn Herr von Tiedemann be⸗ hauptet, es handle sich hier nicht um den Schutz der Schwachen, so stehe ich mit meinen sämmtlichen Freunden auf dem entgegengesetzten Standpunkte. Die andauernde Bewegung im Volke zur Beseitigung der krassen, in dieser Richtung aufgetretenen Mißstände ist schließlich so stark geworden, daß die Reichsregierung sie nicht mehr ignorieren konnte. Die i. J. 1893 angestellten amtlichen Erhebungen ergaben die absolute Berechtigung dieser Agitation; 50 % der An⸗