weit ins Inner⸗
Gazelle⸗Halbinsel auf die Anwesenheit von Menschen Entfernung vom
die Nord⸗ und Ostküste sowi
schwach bevölkert letzten Rauchwölkchen, welche schließen lassen, Varzin auf. das ganze Gebiet bis zu den Bainingber wandert hat. Landschaft Paparatawa
Beyvölkerung auf. des Varzin sitzen die Tanlil, Weberhafen unbewohntes Strecken unbewohnt. bergen überhaupt keine Mensch den Bainingbergen der Nordküste von Massawa bis zum Kap Ga kleinen Theil der Ost
Nichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, den 5. Dezember.
jestät der Kaiser und König hoͤrten, wie g im hiesigen Schlosse itärkabinets,
nicht sehr weiter Wie die Eingeborenen angaben und Pater Apunto, der en und dem Weberhafen durch⸗ üblich von der bevölkerten Vivirenleute,
Seine Ma W. T. B.“ meldet, heute Vormitta den Vortrag des Chefs des Mil von Hahnke und begaben Sich gegen 10 Uhr nach der Technischen Hochschule, wo Seine Majestät den Dank der Rektoren der Technischen Hochschulen von Berlin, Aachen und Hannover für die Verleihung des Promotionsrechts der Hauptvers
der anderen Seite auch hier bis zum Land. Am Weberhafen selbst sind weite zin sind bis zu den Baining⸗ Da an der Küste — Bevöoölkerung nur an b Zazelle sowie an einem küfte füdlich vom Kap Gazelle ist, so dürfte der bei weitem größere Theil der Gazelle⸗ Nachdem wir auf der Missionsstation
Südlich vom Var
und sodann ammlung der en vorhanden.
ennahmen Schiffsbautechnischen Gesellschaft beiwohnten.
abgesehen von
gänzlich unbewohnt sein.
Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Königlich württem⸗ Rath von Schneider ist in Berlin
bergische Ministerial⸗ Paparatawa besuchen. der uns unter⸗
angekommen. Eingeborenenhütte 9 St. Josephsthal als günstig gelegen ist, Apunto folgend, Am anderen Morgen Herbertshöhe unter Führung
verhinderte Ausgangspunkt für die beabsichtigten Toure schlugen wir, der Einladung des Paters Quartier im Missionshause auf.
Wernicke Tamanairikki. einer einfachen hölzernen Bismarck⸗Ge vorigen Jahr gelegentlich ein Landungskorps S gestellt wurde. Pfad herunterführt, hatten noch im vorigen
Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Loreley, Kommandant: Kapitänleutnant von Levetzow, am 2. Dezember in Lerici eingetroffen.
„Seeadler“,
kommenen Landmesser des Paters
Kommandant: Korvetten⸗ Kapitän Schack, ist am 3. Dezember in Colombo ange⸗ gekommen und beabsichtigt, am 9. Dezember nach Singapore
in See zu gehen.
S. „Moltke“, Kommandant: Kapitän zur See Schröder, ist am 3. Dezember in Carupano (Venezuela) eingetroffen.
S. M. S. „Möwe“, Kommandant: Dunbar, beabsichtigt, am 6. Dezember von Sydney nach Matupi in See zu gehen.
Die abgelösten Besatzungen von „Deutschland“ und „Irene“
König Albert“, Transportführer: Kapitänleutnant Brüll, zember in Kobe angekommen und gestern nach
denktafel vorüber, welche im er militärischen Demonstration des und der Polizeitruppe hier auf⸗ Dorf ein steiler Jahre Kämpfe mit ihren Nur durch rasches Eingreifen Dr. Hahl's
M. S. „Falke“ Die Tamanatrikkileute, Nachbarn begonnen. Korvettenkapitän Tamanairikkileuten — Dieser Weg ist auch ausgeführt a. wir freundlich empfangen. ossen sich unserer weiteren Wand
Tamanairikti
Eine große Anzahl Kanaken schl an, die uns zunächst zu einigen Hütten des Dorfs führte. wenigen Hütten bestehenden Gehöfte liegen jedes mit einer Umzäunung versehen,
abseits auf der Höhe und im Gebüsch verst und ärmlicher als die Sie sind aus schlecht behaue Die letzteren reichen einem Ein Aufenthalt in diesen H stand möglich. bergauf nach Naoma, unterwegs den Angaben der Eingeborenen zufolge, eorgs⸗Kanal mündenden Kerawat,
Weberhafen.)
Paters Apunto lage der zerstreuten Gehöfte mit ihren Miniaturhütten ist die Die Eingeborenen unterscheiden sich weder in rache von den bei Herbertshöhe wohnenden Kanaken. ein kleines Stück mußte in
durch hohes
nun auf dem
M. S. S.
an Bord des Dampfers einzeln oder zu zweien,
weit auseinander, vom Wege eckt. Die Hütten sind noch kleiner Pommerns übdlichen. nem Bambug mit Grasdächern hergestellt. erwachsenen Mann nur bis an die Brust. ammengekauertem Zu⸗ steil bergab und Talizo überschreitend, welcher, den ein Nebenfluß des in den St. seinem späteren Lauf anderer Kerawat
sonst bei den Kanaken Neu⸗
2se ütten ist nur in zus Von Tamanaitrikki wanderten
In der heutigen Sitzung der Kammer der Ah⸗ geordneten begründete, wie „W. T. B.“ beri von Vollmar einen Antrag der bayerische Staatsre außerordentlichen Gewalten des aufgehoben
chtet, der Abg. Sozialdemokraten: gierung möge im Bundesrath dahin wirken, Statthalters Liberalen zur Tagesordnung. Das Zentrum Tagesordnung. Der Vorsitzende im von Crailsheim erklärte, dem An⸗ trage des Abg. von Vollmar könne schon aus formellen Gründen nicht stattgegeben werden, da dem Wirkungskreise des Land⸗ n, insofern derselbe sich mit der wenn bayerische An⸗ Zur Sache selbst meinte der ßen und Ganzen sich aftlicher und finanzieller batte wurde
Elsaß⸗Lothringen beantragten den Uebergang beantragte eine motivierte Ministerrath Dr. Freiherr
wie in Tamanairikki. Aussehen noch Sp Wieder ging es steil bergauf und bergab der Ramalumbach beschwerlichem
tages Schranken gezogen seie Gras bergauf.
Reichspolitik nur beschäftigen könne, gelegenheiten berührt würden. Minister, daß Elsaß⸗Lothring nicht zu beklagen habe, da es in wirthsch Hinsicht manche Vortheile genieße.
der Antrag des Zentrums angenom
Sachsen.
Das Befinden Seiner Köni Friedrich August ist, nach wie vor ein recht befriedigen Hoheit vor acht Ta lassen hatte, hat sich Höchstderselbe in kurz d er bereits in den letz Palais und am vergangene unternehmen konnte.
Das „Dresdner Journal“ veröffent Bekanntmachung:
Seiner Königlichen Hoheit dem sind während des Vaterlandes zahlreiche, gangene Beileidsbezeigunge Hoheit haben mich zu beau hierfür öffentlich auszusprechen.
Dresden, den 4. Dezember 1899.
Der im “
an dem wir auf Vom Tamawatur aus zieh chtung nach ch dies ohne genauere die Möglichkeit eten, welche auf ssenen Gelaͤnde gänzlich ausgeschlossen ig diese Trace in Aussicht genommen. einer Angabe wiederholt den Weg nach Kabeira unter Benutzung dieses Höhenzuges gemacht, der von dem Varzinmweg aus nördlich von Paparat zu erreichen ist.
Bei der Rückkehr nach Paparatawa errei von der Ankunft der „Kudat“ un) S. M. S. Infolge dessen wurde die E folgenden Morgen nach Herbertshöhe
Taolapitok. Dann kamen wir zum Tamawatur, halber Höhe entlang wanderten. ganz gleichmäßig sanft verlaufender Höhenzug in der Ri Kabeira zu. Dieser Höhenzug scheint, soweit si Untersuchung nach dem
en im Gro
Aussehen beurtheilen läßt, einer guten, nicht zu kostspieligen Wegeanlage zu bi dem von uns durchwanderten zerri erscheint. Ich habe daher vorläuf Der Pater Apunto hat nach s
Nach kurzer D
glichen Hoheit des Prinzen „Dresdner Journal“ meldet, es. Nachdem Seine König⸗ en zum ersten Mal das Bett ver⸗ er Zeit soweit erholt, ten Tagen kleine Rundgänge im n Sonntag den ersten Ausgang
awa in sanfter Steigung leicht
chte uns die Nachricht „Jaguar“ in Herberts⸗ xpedition abgebrochen und zurückmarschiert.
licht ferner folgende Oesterreich⸗Ungarn.
dem Budgetausschuß der Delegation, welcher gestern üb des Auswärtigen berieth, widerlegte der Minister des Aus⸗ wärtigen Graf Goluchowski die Bemerkungen ei
Redner und führte aus: Es sei von einer Seite als auffallend bez der Minister, sich in dem Ex
Prinzen Friedrich August g aus den weitesten Kreisen von Herzen gekommene und zu Herzen ge⸗ n zu theil geworden. gen geruht, Höchstseinen herzlichen
chweren Erkrankun österreichischen
Seine Königliche r den Etat des Ministeriums
1 eichnet worden, daß er, posé über den Dreibund so eingehend ausgesprochen habe. Nun sei es aber, wenn man ein klares Bild der auswärtigen Beziehungen gebe, doch nicht möglich, den Dreibund als Basiz der Politik des Reichs zu ignorieren. Er habe überdies ausdrücklich hinzugefügt, werden solle,
m Ferssäteende Staats⸗Minister.
Deutsche Kolonien.
Ueber eine Expedition na der Gazelle⸗Halbinsel Archipel) beri höhe im „De
ch dem Varzinberge auf im Bismarck⸗ eur zu Herberts⸗
keineswegs anderen Staaten gute Bettehungen zu unter⸗ Beziehungen Oefterreich⸗Ungarns zu Rußland besonders hervorgeboben und habe ethan, um diesed vertrauensvolle Verhältniß zu erhalten und zu kräftigen. Der Delegirte Kramare habe den Wunsch aus⸗ gesprochen, zu erfahren, welches die pesitiven Vortheile des Bünd⸗ nisses mit Deutschland seien. Er, der Minister,
s6 bereits gesagt zu haben, welches diese Vorthei erhältniß bestimmt sei, Oesterreich⸗Ungarn und E e lche Konstellation sich zwanzig Jahre bewährt eweis dafür, daß sie gut sei.
(Neu⸗Pommern chtet der Kaiserliche Gouvern utschen Kolonialblatt“, wie Am 12. September begab ich mich in B
mit 15 Polizeisoldaten nach dem Varzin. Tage berechneten Expedition war, die Mö zwischen Herbertshöhe und dem Weverha handenen Weges nach dem Varzin Trace für einen solchen Weg festzu Varzin weitere Beziehungen anz und Träger abmarschiert waren, ritten wir Wege zunächst bis zur Mi lischen Mission vom Hellig Varzin gelegen. rau Kolbe verlassen hat, Bananen und Tar trafen wir nur einen Apunto follte sich
Wichtigkeit
eitung von Dr. Schnee „Der Zweck der auf fünf glichkeit einer Wegeverbindung ffen unter Benutzung des vor⸗ zu prüfen und, wenn thunlich, eine legen, sowie mit den Stämmen am Nachdem Polizeisoldaten
abur) der katho⸗ Weg nach vem mpflanzung der usch. Grasland, In Villa Maria befindliche Pater ion am Varzin begeben fässigen, jetzt nach den
Missionswerk
laube in dem Ex⸗ e seien: daß dieses uropa den Frieden zu sichern; wenn so habe, so sei dies ein gierte Kramarc auf die großen Fortschritte hinw auf wirtschaftlichem Gebl der Bagdad⸗Bahn erwähne, wolle er (d
ortschritte nicht leugnen; man könne t Regierung keinen Vorwurf daraus machen. In Deutschland inter⸗ essterten sich eben der Handel und die Kaufmannschaft für solche Reglerung unterstütze sie. n der Lage wäre, in ähnlicher Weise Gegenüber der Bemerkung des D Oesterreich auf der Balkanhalbinsel keine Rolle mehr andelsausweise hin, aus denen andelsverkehr nach Rumänien, Serbien ehr bedeutend, jz sogar im Aufblühen legirten sfei von einer Preßkampagne er, der Minister, könne nur chte, deren Ursprung man genau all gefunden hätten. Der „Pester Lloyd“ habe eine der montene⸗ nangenehme Nachricht gebracht und als Quelle Cenagorza“ genannt. In diesem Blatt sei aber diese Nach⸗ Pester Lloyd“ habe noch nicht ellen, als das montenegrinische Angelegenheit aufgegriffen und bebauptet habe. Fälschung von seiten des a8 o fi ielle Oegan des Wiener Aus⸗ Es habe also eine dirette Anspie⸗
Wenn der Dele⸗ eise, welche Deutschland ete gemacht habe, und dabei speziell den Bau er Minister) durchaus diese der deutschen
auf breitem, ssionsstation Villa Maria (Tak en Herzen Jesu, etwa auf halbe Weg führt, nachdem er die Ralu abwechselnd durch Bus opflanzungen der Eingeborenen. Bruder an; der sonst dort nach der Missionsstat „ um an Stelle des früber dort an Mar hall⸗Inseln ü Von Takabur
nternehmungen, glücklich sein, wenn er ebenfalls fördernd zu wirken. Kramarc, da wies der Minister auf die neuen ersichtlich sei, daß der und Bulgarien auch heute noch f begriffen sei. Seitens eines De egen Montenegro gesp 1 edauern, daß diese tendenzibsen Gerü einen solchen verhalt sei folgender:
prachtvollen
ssen Gestrüpp und Schlingp des Weges sehen wir ählicher Steigung, nur henzug nordöstlich inab, dann wieder sephsthal (Paparatava), Das letzte ist nicht gut erhalten Zlich überwuchect. Eine rhaltung liegt darin, daß der anzen wird der Varzin⸗ ohne allzugroße Mühe folcher erhalten lassen. l ist herrlich gelegen und den Weberhafen
Wald, in den einzudringen inde fast überall verhieten. Varzinberg nohe vor uns liegen. In a durch kurze steile Stellen unterbrochen, cht. Noch einmal ein Ende steil h und wir befanden uns in stion der katholischen nach dem Varzin
von hohem Gras gän für die Unte
ner Biegun wird der Hö den; vom Varzin errei 9 ebenso bhinauf, der schön gelegenen St Drittel des Weges und streckenweise Schwierigkeit theil durch unbewohn weg nach Umbau zwiier steiler zu einem guten Fahrweg ausge Die Missionestation St. Jo gewährt einen weiten Blick auf d
Der Sach⸗
richt garnicht Zeit gehabt, öS.S. bffcdiec es liege eine a kliche
vor, welchen das Amtsbla Amts bezeichnet habe.
8 enthalten gewesen. Der „ tes Land führt. Fag. Strecken sich seine Melpung richtig zu ft
stalten und als „Pester Lloyd“
e Ba ninaberge,
1“
als der König Milan nach Serbien zurückgekehrt sei.
damals geheißen, Oesterreich habe ihn wieder hingebracht, h ; Oesterreich habe darauf keinen Einflaß gen
aber nicht wa wie es ebenso darauf keinen Einfluß nehmen könne,
Serbien wieder verlasse. Das set eine rein dpnastische Frage Serbiens. Wenn es dem König Alexander 8 85 Vater um sich zu haben, könne Oesterreich sich nicht da. gegen wenden. Gegenüber einer Anregung, betreffend die Viehausfuhr nach Deutschland, bemerkte Graf Goluchowski, er habe sich in dieser Angelegenheit bereits wiederholt verwandt. Bei den bevorstehenden Vertragsverhandlungen werde sich vielleicht die Gelegenheit ergeben, darauf neuerdings zurückzukommen. Was die aus Preußen Ausgewiesenen betreffe, so sei das Auswäaͤrtige Amt wiederholt und oft mit Erfolg für dieselben eingetreten. Prinzipiell sei aber das Recht der Aus⸗ weisung unanfechtbar. Man müsse sich darauf beschränken, dahin zu wirken, daß es in schonender und humaner Weise ausgeübt werbe.
Der Referent Dumba beantragte in seinem Schlußwort, dem Minister das Vertrauen zu votieren. Darauf wurde die
Sitzung geschlossen.
Das österreichische Abgeordnetenhaus setzte gestern die Debatte über das Budgetprovisorium fort. . Wort ergriff der Abg. Dr. Sileny, der seine Rede in czechischer Sprache begann und dann deutsch fortsetzte. seibe führte aus, daß an maßgebendster Stelle Mißstimmung gegen das allezeit getreue czechische Volk wachgerufen
worden sei. Die gegenwärtige Regierung gehe
klug, noch staatsmännisch vor. Der Minister⸗Präsident sei nicht neutral; er habe seiner Zeit in Schlesien alles gethan, um die slavische Bevölkerung in ihren nationalen Gefühlen zu beleidigen. Der Redner beklagte sich über die Behandlung der czechischen Bevölkerung in Maͤhren und über die Zarüctseßung der czechischen Sprache. Sileny unterbrach dann eine 11 Rede mit dem Hinweis auf die Nachricht von
dem ge
schlossen.
Ueber einen Kompromißvorschlag des Präsidenten des Abgeordnetenhauses Dr. von Fuchs, welcher heute den Klubs zur Beschlußfassung vorgelegt werden soll, verlautet, dem „W. T. B.“ zufolge, daß derselbe folgende vier Punkte enthalte: 1) Zur parlamentarischen Erlediguug der Staats⸗ nothwendigkeiten wird die Obstruktion bis zur Jahres⸗ wende eingestellt; 2) sofortige 8 eines permanent zu erklärenden Sprachenausschusses; 3
sechswöchige Pause im Abgeordnetenhause vom 1.
1900 ab behufs Ausarbeitung eines Sprachengesetzes durch den Sprachenausschuß; 4) parlamentarische Erledigung des Sprachengesetzes bis zum 1. April 1900, andernfalls Wieder⸗ einführung der internen czechischen Amtssprache Verordnungswege oder durch Ministerialerlasse. — Ueber die Stellungnahme der Parteiklubs wird berichtet, daß der Eöö besonders an dem Wiederbetreten
erordnungsweges Anstoß genommen habe; er sei aber im übrigen nicht für den Abbruch der Kompromiß⸗Verhand⸗ lungen. Von den Christlich⸗Sozialen meldet das „Deutsche Volksblatt“, daß die Vereinigung den von Dr. Lueger
des
8.
erstatteten Bericht über die Verhandlungen zur Kenntniß genommen habe und daß der Obmann Ecklärungen in der
Konferenz der Kluh⸗Obmänner abgeben werde.
Im ungarischen Unterhause gelangte gestern die Festsetzung der Quote zur Berathung. Der Abg. Kossuth begründete in längerer Rede eine Resolution, in welcher die
forpert wird, einen Fecsetentwurf einzu⸗
Regierung aufgefor bringen, welcher die auf der Pragmatis
der Sitzung beantwortete der Minister⸗
genommen. u Großbritannien und Irland.
Die Zeitung Belfast News Letter“ berichtet aus Dublin: Infolge⸗ einer Information, welche an die leitenden Militär⸗
sei die Verdoppelung der Wachen in allen Kasernen des Bezirks des Dubliner Schlosses an⸗ geordnet worden. Es verlaute, daß das Vorhandensein einer Verschwörung in Dublin entdeckt worden sei, welche bezwecke, durch Bedrohung mit Dynamitattentaten die Unterstützungs⸗
kreise in Dublin gelangte,
gelder für die Buren reichlicher fließen zu machen. Frankreich.
Die Deputirtenkammer lehnte gestern bei der Be⸗ rathung des Budgets des Ministeriums des Innern in Uebereinstimmung mit dem Minister⸗Präsidenten Waldeck⸗ Rousseau mit 312 gegen 207 Stimmen einen Antrag der
Sozlalisten auf Aufhebung der geheimen Fonds ab.
8
6 egen, daß das Ministerium des Auswärtigen
absichtlich eine Mische Meldung ausgestreut habe. Diese Zumu⸗ thung sei in einem im „Fremdenblatt“ erschienenen Commun qué zurückgewiesen worden. Der Minister wandte sich sodann in eingehender Darlegung gegen die immer wiederkehrende Behaupt ung, der König Milan von Serbien stehe unter dem besonderen Schutze Oesterreich⸗ Ungarns. Er halte es für nothwendig, dieser Legende endlich einmal ein Ende zu machen. Diese Version sei zum ersten Male aufgetaucht,
8
a gestern in Lemberg erfolgten Hinscheiden des früheren Präsidenten des Abgeordnetenhauses Smolka und bat, die Rede in der nächsten Sitzung fortsetzen zu dürfen. Der Präsident Dr. von Fuchs erklärte, er könne dieser Bitte nicht willfahren, da der Redner Zeit genug gehabt habe, seine Rede zu vollenden. Der Präsident hielt sodann einen warmen Nachruf für Smolka. Das Haus beschloß, die Trauerkundgebung in das amtliche Protokoll aufzunehmen. Auf Antrag des Abg. Kathrein be⸗ schloß das Haus ferner, zur Leichenfeier eine Deputation, bestehend aus dem Präsidenten und zwei Mitgliedern von jeder Seite des Fauses, zu entsenden. Hierauf wurde die Sitzung ge⸗ .“
en Sanktion be⸗ ruhende Verpflichtung der gemeinsamen Vertheidigung für Ungarn auf der Grundlage vollständiger staatlicher Unab⸗ hängigkeit regelt. Falls die sofortige Einbringung einer solchen Vorlage nicht möglich sein sollte, so solle das Unterhaus beschließen, daß die gegenwartige Beitragsquote nicht er⸗ höht werden duͤrfe. Iecser Antrag wurde von den 30 Mit⸗ gliedern der Kossuthpartei untersist Per weiteren Verlau
räsident von Szel die Interpellation des Abg. Barabas (Unabhängigkeits⸗ Partei) über den Erlaß des Kriegs⸗Ministers, betreffend die Meldung der Reservisten bei den Militär⸗Kontroll⸗ versammlungen. Der Minister⸗Präsident erklärte, der Erlaß, welcher das Verfahren bei Kontrollversammlungen regle, sei durch die demonstrativen „Zde“⸗Rufe in Böhmen veranlaßt worden. Die Meldung müsse in der Armeesprache gesche Mannschaften seien darüber belehrt worden. Eine Be sei nur eingetreten, wenn die Absicht einer Demonstration oder Renitenz festgestellt worden sei. Fälle des Zuwiderhandelns seien in Ungarn in verschwindend kleiner Zahl. vorgekommen, nämlich 17 Fälle unter 410000 sich Meldenden. diesen 17 scien nur 8 bestraft worden. Die Rede des Minister⸗ Präsidenten wurde an vielen Stellen durch Zwischenrufe unterbrochen. Sodann wurde die Beantwortung in nament⸗ licher Abstimmung mit großer Mehrheit zur Kenntniß
Türkei. ch einer in Konstantinopel eingetroffenen Meldung
aus Bassorah sind ungefähr 15 000 Araber des Sandschals Muntefik in aufrührerischer Bewegung begriffen. Der
on Muntefik ist abgesetzt w Der Kongreß der Vereinigten Staaten ist gestern zusammengetreten. Der Senat vertagte sich, wie „W. T. B.“
berichtet, alsbald zur Ehrung des Gedächtnisses seines ver⸗ storbenen Präsidenten, des Vize⸗Präsidenten der Vereinigten Staaten Hobart. Das Repräsentantenhaus wählte en derson (Republikaner) zum Sprecher. Der Schatzsekretär age legte dem Hause die Voranschläge für das mit dem Ende Juni 1901 ablaufende Fiskaljahr vor, welche 631 081 994
Dollars, 38 033 616 Doll. mehr als die Voranschläge des
des Marinesekretärs Long wird der Bau von drei Panzer⸗
kreuzern von 13 000 t, drei gedeckten Kreuzern von 8000 t und zwölf Kanonenbooten von 900 t gefordert. Nach einem Telegramm der Londoner „Morning Post“ Naus Washington vom gestrigen Tage hat der dortige japanische Gesandte in einem Interview, in welchem die Beziehungen zwischen China und Japan besprochen wurden, bestimmt erklärt, daß eine in aller Form geschlossene Allianz zwischen beiden Ländern nicht bestehe. China und Japan ständen aber auf dem freundschaftlichsten Fuße mit einander und seien geneigt, einander auf kommerziellem Gebiet zu begünstigen, jedoch durch keine Verträge an einander ge⸗
bunden, die nicht den Mächten bekannt seien.
Aus Buenos Aires vom gestrigen Tage meldet die „Times“, der Sekretär des Aeußern Alcorta werde am Freitag mit seinem Unter⸗Sekretär Domez in Angelegen⸗ heiten, welche mit der Frage der ö Er⸗
hile und Argen⸗
edigung des Grenzstreits zwischen Ch tinien zusammenhingen, nach London abreisen.
Afrika.
1 Wie das „Reuter’'sche Bureau“ aus Lourenço Marques vom 29. v. M. meldet, sind daselbst Nachrichten aus Mafeking eingegangen, die bis zum 21. November reichen. Dieselben ü dort alles ruhig sei. Die Beschießung habe an⸗
gedauert und beträchtlichen Schaden in der Stadt angerichtet. Das Kloster sei acht mal von Geschossen getroffen worden. Ein Hotel sei theilweise zerstört. Getödtet worden sei jedoch niemand. Die Garnison glaube zuversichtlich, sie werde sich halten können. . Die „Times“ berichtet in einem Telegramm aus Modder iver Station vom 29. v. M. weiter über den Verlauf des letzten Gefechts: Die Aufstellung der Buren am Modder River sei halbkreisförmig gewesen. Die britischen Truppen seien beim Anmarsche von beiden Seiten unter Feuer genommen worden. Bei Anbruch der Dämmerung des 28. Novembers seien ein Theil der 9. Brigade und die Hochländer auf dem äußersten linken Flügel unter Beautzung eines stromabwärts von der Stelle der Modder River⸗Brücke belegenen Mühlenwehrs über den Fluß gegangen und hätten jenseits Fuß gefaßt. Die Nacht sei herein⸗ gebrochen, ohne daß der Sieg entschieden gewesen sei, jedoch seien am Morgen des 29. November die Garden der 9. Bei⸗ ade gefolgt, oa inzwischen die Stadt geräumt worden sei. Paracf habe auch der Rest der Truppen den Fluß über⸗ schritten. Während des Kampfes hätten die Buren auf Wagen der Sanitätskolonne und auf Verwundete, die sich auf dem Verbandplatze befunden hätten, Geschützfeuer, ab⸗
besagen, da
gegeben.
Demselben Blatte wird aus dem britischen Lager bei Frere vom 29. v. M. berichtet, daß die Stellungen der Buren bei Colenso von den britischen Vorposten in Chieveley aus sichtbar seien. Die Stellung scheine sehr stark zu sein, ein
Frontangriff auf dieselbe erscheine beinahe unausführbar.
Nach einem Telegramm der „Times“ aus Sterkstrom hat der General Gatacre am 29. v. M. in Molteno Truppen konzentriert. Der General habe fünf Bahnzüge requiriert und 1000 Sack Weizenmehl in das britische Lager
schaffen lassen.
Aus Durban wird gemeldet, daß ein Scheinwerfer⸗ Apparat mit Vorrichtung zum Aufblitzen des Lichts von dem Kriegsschiff „Terrible“ zur Front abgesandt worden sei, um der britischen Besatzung von Ladysmith Signale zu über⸗
mitteln.
Ein in Kapstadt eingetroffenes Telegramm aus Rok⸗ stad in Ost⸗Griqualand besagt, daß Buren aus Barkly East in Drakensberg in der Nähe des Fletcher⸗Berges gesehen worden seien; dieselben hätten augenscheinlich die Absicht, einen
Einfall in Ost⸗Griqualand zu machen.
Nach einer amtlichen Meldung aus Kapstadt ist das Transportschiff „Ismore“, welches, wie gestern gemeldet, in der St. Helena⸗Bai auf den Grund gerieth, gebrochen, doch seien nicht nur alle Truppen und die Bemannung, sondern auch der größte Theil der Geschütze sowie 20 Pferde gerettet
worden.
laufenden Jahres und 34 235 024 Doll. mehr als die im laufen⸗ den Jahre bewilligten Geldsummen, betragen. In dem Bericht
Parlamentarische Nachrichten. 8
88
Der Schlußbericht über die gestrige Sitzung des Reichs tages befindet sich in der Ersten Beilage.
— In der heutigen (116.) Sitzung des Reichstages, welcher der Staatssekretär des Innern, Staats⸗Minister Dr. Graf von Posadowsky beiwohnte, wurde zunächst in dritter Berathung der Bundesrathsbeschluß, betreffend die Aufnahme der Anlagen zur Herstellung von Zünd⸗ schnüren und von elektrischen Zündern in das Ver⸗ zeichniß der genehmigungspflichtigen Anlagen, ohne Debatte
angenommen.
Zur ersten Lesung stand darauf der von den Abgg. Frei⸗ herr Heyl zu Herrnsheim (nl.), Dr. Hitze (Zentr.), Jacobskötter (d. kons.) eingebrachte Gesetzentwurf, be⸗ treffend die Abänderung des Krankenversicherungs⸗
esetzes (Krankenversicherungspflicht der Heimarbeiter). Der Gece entwurf stimmt wörtlich mit dem früheren Arikel 7 a der Kommissionsbeschlüsse zum Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung, überein; nach der an⸗ ehängten Schlußbestimmung soll er gleichzeitig mit demselben
i Kraft treten.
Nachdem der Abg. Freiherr Heyl zu Herrnsheim konstatiert hatte, daß gestern in einer freien Vereinigung der Kommissionsmitglieder der Staatssekretär die Erklärung ab⸗
gegeben, daß der Antrag, wenn er vom Reichstag ange⸗ nommen, auch vom Bundesrathe gutgeheißen werden würde, nahm das Haus den Gesetzentwurf in zweiter Lesung ohne weitere Debatte unverändert an.
Es folgte die dritte Lesung des Gesetzentwurfs, be⸗
treffend die Abänderung der Gewerbeordnung. Eine Generaldiskussion wurde nicht beliebt. Zur Spezial⸗ diskussion liegen eine Anzahl Kompromißanträge der Abgg. Dr. von Frege⸗Weltzien (d. kons.), Freiherr Heyl zu Herrnsheim, Dr. Hitze und von Kardorff (Rp.) vor; außerdem einige Anträge der Abgg. Albrecht und Genossen (Soz.), welche die in zweiter Lesung abgelehnten Anträge wieder aufnehmen.
Die Artikel 1 und 2 wurden chne Debatte unverändert
angenommen; desgleichen der Artikel 3 („Gesindevermiether und Stellenvermittler“) in einer nach dem Kompromißantrage des Abg. Dr. von Frege und Genossen lediglich redaktionell veränderten Fassung. Unverändert gelangte ferner auch der Artikel 4 zur Annahme.
Ohne erhebliche Debatte und mit vereinzelten gering⸗ fügigen Abänderungen wurden bis zum Schluß des
Blattes noch die Artikel 4a bis einschließlich 7 b nach den Beschlüssen zweiter Lesung angenommen, mit einziger Ausnahme des Artikels 6 (Lohnbücher und Arbeits⸗ zettel), dessen Berathung auf Antrag des Abg. Richter (fr. Volksp.) wegen zu schwachen Besuchs des Hauses gesetzt wurde. — 8
aus⸗ 8 9.
8
Dem Reichstage ist der nachstehende Entwurf eines Gesetzes,
wegen Verwendung überschüssiger Reichseinnahmen aus dem Rechnungsjahr 1900 nebst Begründung vorgelegt worden:
§ 1. Uebersteigen im Rechnungsjahr 1900 die den Bundesstaaten zu⸗
stebenden Ueberweisungen aus den Erträgen an Zöllen, Tahacksteuer,
Branntweinverbrauchsabgabe und Zuschlag zu derselben sowte an ReichsStempelabgaben die aufzubringenden Matrikularbeiträge, so ist der Ueberschuß an den den Bundesstaaten auz dem Ertrage der Zölle und der Tabackstener zu überweisenden Beträgen zu kürzen und zur Verstärkung der Betriebsmittel der “ zurückzuhalten.
Uebersteigen im Rechnungsjabre 1902 die Mateikularbeiträge das Etatssoll der Ueberweisungen für die gleiche Periode, so bleibt der Mehrbetrag insoweit unerhoben, als auf Geund des § 1 Mittel zur Verstärkung des Betriebsfonds der Reichskasse verfügbar ge⸗ worden sind.
Die infolge dessen zur Herstellung des Gleichgewichts im ordent⸗ lichen Etat erforderliche Deckung erfolgt zu Lasten des außerordent⸗ lichen Etats. Jedoch ist von dieser Bestimmung nur in dem Maße Gebrauch zu machen, als der Bedarfsbetrag nicht durch Mehrerträge bei den Ueberweisungssteuern Deckang findet.
— Dem Reichstage ist ferner eine Denkschrift über die Ausführung der seit dem Jahre 1875 erlassenen An⸗ leihegesetze zugegangen.
Statistik und Volkswirthschaft.
11““ Gewerbe und Handel im Deutschen Reich.
Unter diesem Titel hat das Kaiserliche Statistische Amt ein Werk veröffentlicht, welches die Ergebnisse der gewerblichen Be⸗ triebszählung vom 14. Juni 1895 in zusammenfassender Bearbei⸗ tung zur Darstellung bringt (Band 119 der „Statistik des Deutschen Reichs“, Berlin 1899, Preis 8 ℳ). Schon im März 1898 war über die hauptsächlichsten Resultate dieses Theils der Arbeiten über die Berufs⸗ und Gewerbezählung von 1895 ein besonderes Ergänzungs⸗ heft zu den Vierteljahrsheiten der Reichs⸗Statistik ausgegeben worden, dann erschien das ausführliche Tabellenwerk im Laufe des Vorjahres in den Bänden 113 bis 118 der Reichs⸗Statistik. Das jetzige Werk will den gewaltigen Zahlenstoff textlich darlegen und auf diese Weise über Stand und Entwickelung von Gewerbe und Handel im Reich einen Ueberblick geben. 1
Die Darstellung zerfällt in elf Abschnitte. Zunächst wird die Ausdehnung von Gewerbe und Handel in ihren einzelnen Zweigen, deren die Statistik 320 unterscheidet, im allgemeinen betrachtet, zu⸗ gleich unter Hervorhebung ihrer Entwickelung seit der ersten Gewerbe⸗ zählung vom Jahre 1882. Hieran reihen sih Untersuchungen ůber Umfang und Eatwickelung von Allein⸗ und Gehilfen⸗, von Klein., Mittel⸗ und Grosbetrieben. Das Gewerbepersonal wird nach den drei sozialen Klassen der Unternehmer, Angestellten und Arbeiter geschildert, ebenfalls unter Berücksichtigung der Verschiebungen, die seit 1882 hier erfolgt sind; besondere Kapitel sind dabei den Lehrlingen, den jugendlichen Arbeitern sowie dem weiblichen Geschlecht unter dem Gewerbepersonal, namentlich den verheiratheten Arbeiterinnen, gewidmet. Neu gegenüber der 1882 er Gewerbestatistik ist ferner eine Unterfuchung darüber, welche verschiedenen Beschäftigungen in dem gleichen Betriebe, andererseits wie häufig gleiche Beschäftigungen in verschiedenärtigen Betrieben vorkommen; die betreffenden Ergebnisse sind wichtig für die Beurtheilung der Struktur der Betriebe und speziell für die Kenntniß von der mannigfaltigen Verwerthung von
andwerkerarbeiten in Fabriken. Ein weiterer Abschnitt beschäftigt ch mit der gewerblichen Motoren⸗ und Maschinenbenutzung und zeigt die Technik im Dienst des Kleingewerbes und der Großindustrie.
Besonders bemerkenswerth ist der Abschnitt über Gesammt⸗ umfang und Leistungsfähigkeit der gewerblichen Uanternehmungen. Die kombinierten Betriebe desselben Inhabers, die vorher, um die Eat⸗ wickelung der einzelnen Gewerbearten zu zeigen, nach ihren Spezial⸗ zweigen aufgelöst und als eine Mehrheit von Betrieben behandelt waren, erscheinen jetzt als Gesammtheiten; die Großunternehmungen meten so in ihrer vollen Wucht, mit den in ihnen konzentrierten menschlichen und mechanischen Kräften hervor. Um deutlich zu machen, wie deutsche Riesenunternehmungen an der Jahrhundertwende aus⸗ sehen, sind zehn davon nach ihrem neuesten Stande einzeln geschildert. Die Leistungsfähigkeit des Gewerbes wird an der Hand der dis jetzt bekannten, freilich dürftigen Produktionsstatistik sowie an der Hand der Ausfuhrstatistik dargethan.
Die darauf folgenden Abschnitte haben zum Gegenstand die
Rechtsform der Unternehmungen (Einzelgeschäfte, Kompagniegeschäfte, Aktien⸗, Gemeinde⸗, Staats⸗, Reichs⸗ ꝛc. Berriebe), die Kampagne⸗ und EE.““ das Hausiergewerbe sowie die ewerbliche Gefängnißarbeit. b Während alle diese Ausführungen auf das Reich im Ganzen sich beziehen, wird im zehnten Abschnirt das Wichtigste über die Betriebs⸗ verhältnisse und die Arbeitsstellung des Personals noch für die einzelnen Bundesstaaten mitgetheilt. Den Schluß hildet „Deutsch⸗ lands Gewerbe und Pandel im Vergleich zum Auslande“, es werden die gewerblichen Verhältnisse von Oesterreich, Ungarn, Schweiz, Belgien, Dänemark, Schweden, Norwegen, „Großbritannien und Irland, den Vereinigten Staaten von Amerika geschildert, zuletzt wird gezeigt, welche Stellung Deutschland gegenüber allen anderen wichtigeren Kulturstarten jetzt auf dem Weltmarkt einnimmt.
Diesem eingehenden Text (von 245 Seiten gr. 4⁰) ist als An⸗ hang eine Reihe von Tavellen, die weitere Forschungen durch Verhältnißzahlen und Vergleiche von 1895er und 1882er Zahlen erleichtern sollen, somwie eine Anzahl von Karten beigegeben; letztere bringen ausgewählte Gewerbezweige, auch die industrtellen Großbetriebe in ihrer geographischen Verbreitung zur Veranschaulichung.
Mit diesem Werke hat das Kalserliche Statistische Amt zugleich die gesammte Darstellung der Berufs⸗ und Gewerbezählung vom
14. Junl 1895 zum Abschluß gebracht. Die gesammten Ergebnisse 1 18 Bänden auf rund 10 000 Seiten niedergelegt, und ins⸗ besondere sind sie durch die auch mit zahlreichen kartographischen Bei⸗ lagen illustrierten Textbände: Band 111 der Statistik des Deutschen Reiches, „Die berufliche und soziale e, deutschen Volkes“, Band 112, „Die Landwirthschaft im Deutschen Reich⸗“, und Band 119, „Gewerbe und Handel im Deutschen Reiche“, der Benutzung für weitere Kreise erschlossen. Umfassende neue Grundlagen sind damit für die Beurtheilung der heimischen wirthschaftiichen Verhältnisse geschaffen. Mögen sie Verwaltung und Wissenschaft reichlich fördern zu Nutz und Frommen unserer Volkswirthschaft und damit des Reiches.
Zur Arbeiterbewegung.
In Solingen ist zu der bereits mehrere Wochen andauernden Lohnbewegung im Messerschleifer⸗Gewerbe (vergl. Nr. 250 d. Bl.) der „Rh⸗Wesif. Ztg.“ zufolge jetzt noch ein Ausstand sämmtlicher Messerschlägerei⸗Arbeiter einer dortigen Firma (etwa 100 an Zahl) hinzugetreten. b Zu den Lohnstreitigkeiten zwischen den Bremer Hafenarbei⸗ tern und dem Verbande der Arbeitgeber von Hafen⸗ und Speicherei⸗ betrieben berichtet dasselbe Blatt, daß die Verhandlungen der Arbeiter mit den Arbeitgebern zu einer Einigung nicht geführt und die Arbeiter die Vermittelung des Einigungsamts nachgesucht hätten. Dieses habe nun folgende Entscheidung getroffen: Die Arbeiter erhalten für Ar⸗ beiten im Schiff anstatt der verlangten 45 ₰ einen Stundenlohn von 43 ₰, während für Arbeiten während der Mittagspause 1,10 ℳ bezahlt werden sollen. Die Lohnzahlungen dürfen nicht in Wirth⸗ schaften stattfinden, auch soll die Lohnauszahlung thunlichst in einer Stunde beendet werden. (Vergl. Nr. 278 d. Bl.) 1 1 In Jägerndorf (Oesterr.⸗Schlef.), wo sich, wie die „Münch. N. Nachr.“ mittheilen, sämmtliche Tuchfabrikanten bezüglich des Vor⸗ ehens gegen die dort ausständigen Tucharbeiter solidarisch erklärt 8en sind dieselben jetzt mit der Aussperrung der letzteren vorgegangen, sodaß in allen Tuchfabriken nunmehr die Arbeit ruht. Die Zahl der feiernden Arbeiter beträgt ungefähr 3000. (Vergl. Nr. 284 d. Bl.)
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Tyheater und Musik.
Königliches Opernhaus.
Gestern fand eine Aufführung von Donizetti's Oper „Lucia von Lammermoor' statt, die zugleich das spannungsvoll erwartete erste Gastipiel der Frau Melba brachte. Das Haus war trotz der erhöhten Eintrittspreise voll besetzt. Die aus Australien stammende Sängerin, welche im Auslande, namentlich in Amerika einen großen Kanftifrh chen Ruf genießt, in Deutschland aber bis jetzt noch unbekannt war, erwies sich in der That als große Gesangskünstlerin. Sie verfügt über einen völlig ausgeglichenen, edlen Sopran von warmem Timbre, der bis in die höchste Lage von gleicher Klangschönheit ist und sich besonders für den Ziergesang eignet. Ihre Läufe, Fiorituren, Triller und Staccati waren von einer staunenerregenden, perlenden Klarheit. In der großen Arie des dritten Akts entfesselte Frau Melba einen wahren Bei⸗ fallssturm durch den im zartesten Piano begonnenen und im Crescendo bis zum stärksten Forte durchgeführten, unvergleich⸗ lich gelungenen Triller. Es war dies der Kulminationspunkt ihrer Leistung und der darauf folgende endlose Beifall wohl gerechtfertigt. Weniger Bedeutendes leistet die Künstlerin auf schau⸗ spielerischem Gebiet, sie befleißigt sich aber dafür einer edlen Ein⸗ fachheit im Wesen und ia der Kostümierung, die sehr angenehm auf⸗ fällt. Neben ihr hatten die beiden anderen mitwirkenden Gäaͤste, Herr d' Andrade (Lord Asthon) und Herr Burrian (Esgardo) keinen leichten Stand. Der letztere, welcher für den erkrankten Herrn Marconi eingetreten war, schien ebenfalls nicht im Vollbesitz seiner Mittel zu sein. Der vom Kapellmeister Dr. Muck geleiteten Aufführung merkte man es auch ein wenig an, daß sie nur einstudiert worden war, um Frau Melba in einer ihr zusagenden Rolle auftreten zu lassen. — Ihre Kaiserlichen und Königlichen Majestäten wohnten, wie vorber angekündigt worden war, der Vorstellung von Anfang bis zu Ende bei. Um so unangenehmer fiel das rücksichtslose Zuspätkommen zahlreicher Theaterbesucher auf, das wohl auch in Anbetracht des aus⸗ nahmsweise auf 8 Uhr angesetzten Beginns der Oper unschwer hätte vermieden werden können. 1— „is
Konzerte.
Am gestrigen Montag fand das erste der neuangekündigten Sub⸗ [kriptions⸗Konzerte im Neuen Königlichen Opern⸗ Theater unter Leitung des Pariser Dirigenten Charles Lamour eux statt. Das Zusammenspiel des Orchesters war noch nicht so voll⸗ kommen, wie man es bei den anderen hiesigen Symphonie⸗Orchestern gewöhnt ist. Ob dies an ihm selbst, oder an der etwas allzu ruhigen Art, mit welcher 3 Lamoureux dirigierte, gelegen, ist schwer zu entscheiden. Dieser Umstand vermochte jedoch dem Interesse, welches die ganz eigenartige Auffassung der zum Vortra gebrachten Tonwerke erregte, keinen Abbruch zu thun. Dies zeigte sich u. a. bei dem Scherzo „L’'Apprenti Sorcier“ von Paul Dukas. Die Wieder⸗ gabe deeselben ließ es nicht als eine musikalische Illustration zu Goethe’'s „Zauberlehrling“, sondern eher als eine in Musik gesetzte Walpurgisnacht voll nervenerregender Orchester⸗Effekte erscheinen. Die dritte Symphonie (Eroica) von Beethoven pflegt sonst in ab⸗ gerundeterer Form dargeboten zu werden, während sie hier gewisser⸗ maßen zerpflückt und pointiert erschien. Bei den anderen Programm⸗ nummern wich das Orchester auch von dem sonst üblichen Tempo ab. Die Vorträge von Frau Lilli Lehmann zeigten in der großen Arie der Margarethe aus „Faust’s Verdammniß“ von Berlioz und in Isoldens Liebestod von Wagner wiederum, wie sehr der Konzert⸗ saal das eigentliche Gebiet dieser grofen Künstlerin ist. Sie und auch Herr Lamoureux wurden durch wiederholte Pervorrufe und reichen Beifall gefeiert.
Außerordentlich groß war wiederum die Zahl der in der ver⸗ flossenen Wohe gegebenen Konzerte. Am Montag gab im Saal der Sing⸗Akademie der Kotzolt'sche Gesangverein unter Leitung des Musildirektors Leo Zellner einen Lieder⸗Abend, der sehr gut besucht war Gesänge von Haydn, Mahu (1520) Donati (1555), wechselten ab mit neueren Chorliedern von Vierling, dessen ge⸗ fälliges „Zigeunerlied“ wiederholt warde, Beyer, O. Zopf u. A. Als Solistin erschien die Menzosopranistin Frl. Emmy Kloß, die nach Ueberwindung einer anfänglich störenden Befangen⸗ heit Lieder von Brahms, Grieg, Reinecke und Anderen beifalls⸗ würdig vortrug. Außerdem steuerte der Königliche Konzert⸗ meister Herr Professor Struß (Violine) das D-dur-Konzert von Mozart bei, das gleichfalls lebhaften Beifall sand. — Die Konzert⸗ und Oratorien⸗Sängerin Frau. Brigitta Thielemann velian⸗ staltete an demselben Tage im Beethoven⸗Saal einen Lieder⸗ abend mit zwar gut ausgewähltem, aber etwas zu langem⸗ rogramm. Der Vortrag von 17 Liedern, nur an zwei Stellen durch Violoncello⸗ Spiel unterbrochen, mußte schließlich sowohl die Sängerin wie die Hörer ermüden. An die Bruch'schen „Lieder des Edelknaben L. ubelfing“, die einst von der unvergeßlichen Amalie Joachtm in Berlin zuerst ge⸗ sungen wurden, hätte sich Frau Thielemann lieber nicht heranwagen sollen. Hierfür reichte auch die Kraft ihres Mezzosoprans nicht aus. Besser gelangen ihr Lieder verschiedener anderer Komponisten, bei deren Vortrag ihre wohlklingende und gut geschulte Stimme zur Geltung kam; von diesen wierer ganz besonders das neckische Spinnerlied von H. Reimann: „Spinn, meine liebe Tochter“. Die Intonation war jedoch bei einzelnen anderen Vorträgen nicht immer einwandfrei. Der Violoncellist Herr Schrattenholz spielte recht exakt. Die Harmoniumbegleitung von Herrn Karl Kaempf und das Klavierspiel ö Marie Bruno waren bemerkend⸗ werthe Leistungen. An Beffall feblte es der Konzertgeberin und den Müiwirtenden nicht. — Fräuleia Marie Albrecht war bei threm gleichzeitig im Saal Bechstein veranstalteten Konzert indisponiert deshalb gelangen ihr die vorgetragenen Lieder wohl nicht nach Wunsch. Fräͤulein Kathleen Bruckshaw bewährte sich wiederum
als tüchtige wohlgeschu te Pianistin.