Die Kraftloserklärung angeblich verlorener oder vernichteter An⸗ den allgemeinen Für die demgemäß für kraftlos erklärten, ar gewordene werden auf
leihescheine erfolgt im Wege des Aufgebots na
gesetzlichen Bestimmungen. ’1 5 sowie auch für zerrissene oder sonst unbrauchb Kosten des Empfängers neue Anleihescheine ausgefertigt.
Die Zinsscheine verjähren mit Ablauf des vierten Kalenderjahres
nach dem Jahre ihrer Fälligkeit.
Die Kraftloserplärung derselben ist unstatthaft, doch soll für den all, daß der Verlust der Zinsscheine vor Ablauf der vierjührigen erjährungsfrist beim Landesdirektor angemeldet und der stattgehabte der Zinsscheine durch Vorzeigung der Anleihescheine oder sonst in glaubhafter Weise dargethan wird, nach Ablauf der Verjährungsfrist der Betrag der angemeldeten und bis dahin nicht vorgekommenen
Besi
Zinsscheine gegen Quittung ausgezahlt werden. Berlin, den 1 Für den Provinzialverband von Brandenburg. “ (Siegel des Landesdirektors.) 1“
E111“
. Brandenburgische Provinzial⸗Anleihe von ’ 1899 zu 3 ½⅛ v. H.
Zinsschein Nr (Trockenstempel) (Betrag) zum Anleihescheine des Provinzialverbandes von Branden⸗ burg Reihe Buchst Ien ark.
Die halbjährlichen Zinsen mit Buchstaben) Mark werden am dem Inhaber aus der Landes⸗Hauptkasse oder der Kur⸗ und. Neumärkischen Ritterschaftlichen Darlehnskasse zu Berlin sowie durch die Kreis⸗Kommunal⸗ und Stadt⸗ ikassen der Provinz gezahlt. Beerlin, den
Für den Provinzialverband von Brandenburg.
he. Nr..
sscheinrei ltig, wenn eine Ecke abgeschnitten
oder der Zinsschein durchlocht ist.
in
8 ũ
Ung
Mitglieder des pprovinzial⸗ 2aeicgernhens.)
(Faksimilierte Unterschriften.)
Kontrolbeamter. Verjährt mit dem Ablauf des vierten Kalenderjahres nach dem Jahre der Fälligkeit.
(Zahl der Zins⸗ Brandenburgische Provinzial⸗ (Zahl der Zins⸗ scheinreibe) Anleihe von 1899. scheinreihe.) Anweisung (Trockenstempel) Reihe ... Buchst. ... Nr. ... zum Anleihescheine des Provinzialverbandes von Brandenburg
über Mark.
8 Inhaber empfängt gegen diese Anweisung die ... Reihe
8 Zinsscheine für die 10 Jahre vom 8 . .. . .. ..bei der Landes⸗Hauptkasse oder bei der Kur⸗ 2 8 und Neumärkischen Ritterschaftlichen Darlehnskasse zu Berlin, S. .₰ sofern von dem Inhaber des Anleibescheins nicht rechtzeitig S Widerspruch ethoben worden ist. Im Falle eines solchen = 1 Widerspruchs oder wenn die Anweisung überhaupt nicht bei⸗ gebracht werden kann, erfolgt die Ausreichung der Zinsscheine an den Inhaber des Anleiheschein. Berlin, den “ 8 Für den Prcvinzialverband von Brandenburg. 8
(Siegel des Landesdireltors.)
(Faksim illerte Unterscheiften.)
Landesdirektor.
Bekanntmachung.
Am 1. April 1900 sollen die im Geheimen Archiv des Kriegs⸗Ministeriums befindlichen Personal⸗Akten derjenigen Beamten der Militär⸗Verwaltung, welche in den Jahren e-ze⸗ aus dem Dienst geschieden sind, zur Aussonderung gelangen.
Diejenigen Personen, welche auf Grund eines Verwandt⸗ schaftsverhältnisses zu diesen Beamten die in den Akten vor⸗ handenen Urkunden (Tauf⸗ und Prüfungszeugnisse ꝛc.) zu erhalten wünschen, werden aufgefordert, bezuüͤgliche Anträge bis 1. Februar 1900 hierher einzureichen. Zierber ist das Ver⸗ wandtschaftsverhältniß zu den Ausgeschiedenen nachzuweisen.
Berlin, den 3. Dezember 1899. 11“
Kriegs⸗Ministerium, Ministerial⸗Abtheilung. Allerhöchst mit Wöhrnehmung beauftragt: 8 achs. 8
1“ “ Personal⸗Veränderungen. 8
Königlich Pre ißische Armee. Offiziere, Fähnriche ꝛc. Ernennungen, Beförderungen nd Versetzungen. Im aktiven Heere. Port Victoria, an Bord S. M. Yacht „Hohenzollern“, 28. November. Wolff, charakteris. Fähnr., bisher im 1. Westfäl. Feld⸗Art. Regt. Nr. 7. unter Beförderung zum Fähnr. mit einem Patent vom 19. Oktober d. Js., in das Feld⸗Art. Regt. Nr. 43 neses.
Neues Palais, 30. November. v. Winterfeldt (Sigis⸗ mund), Oberlt. im Kaiser Franz Garde⸗Gren. Regt. Nr. 2, à la suite des Regts. gestellt. Frhr. v. Holzhauf en, Kaiserlich und Königlich österreich. Lt. der Res. a. DB., in der Preuß. Armee und zwar mit einem Patent vom 30. November d. Js. als Lt. der Res. des Inf. Regts. Nr. 166 angestellt und vom 1. Dezember d. Js. ab auf ein Jahr zur Dienstleistung bei diesem Regt. kommandiert.
Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. Port Bictoria, an Bord S. M. Jacht „Hohenzollern“, 28. o vember. Janke, Oberst a. D., zuletzt Kommandeur des Inf. Regte von der Marwitz (8. Pomm.) Nr. 61, unter Ertheilung der Er⸗ laubniß zum ferneren Tragen der Uniform des genannten Regts., mit seiner Pension zur Disp. gestellt.
Neues Palais, 30. November. Frhr. v. Neuenstein⸗ Rodec, Lt. im Inf. Regt. von Lützow (1, Rhein.) Nr. 25, mit Pesens nebst Aussicht auf Anstellunz im Zivlldienst, v. Rudno⸗
udzinski, Lt. im Inf. Regt. Nr. 130, — der Abschied bewilligt. Voß, pens. Feldw. Sergeant, bisher in der Schloßgarde⸗Komp., der Charakter als Lt. verliehen.
Im Beurlaubtenstande. Port Victoria, an Bord S. M. Pacht „Hohenzollern“, 28. November. Tritscheler (Alfre d), Lr. der Res. des 7. Bad. Inf. Regts. Nr. 142, der Abschied bewilligt. 8 Seius 9 18192”8 18 Nönener eddenboge, 82 der Res.
es Inf. Regts. von Voigts⸗Rhetz (3. Hannov.) Nr. 79, mit Pension der Abschied bewilligt. 8 Pens Marine⸗Justizbeamte.
Durch Verfügung des Generalauditeurs der Armee und Marine. 4. Dezember. v. Thadden, Justizratb, Marine⸗ auditeur, von der Marinestation der Nordsee zur Marinestalion der Ostsee vom 1. Januar 1900 ab versetzt.
Beamte der Militär⸗Verwaltung. 6 Durch Verfügung des Kriegs⸗Ministeriums. vember. Debus,
8
18. No⸗ Intend. Referendar von der Intend. des
2aqpau p ssusg
bis dahin f
†Der Konferenz der Linken vertretenen Parteien aus, daß dieselben auf eine eingehende Erörterung des Budgetprovisoriums in
den Schluß der Debatte. wurde der Antrag des Abg. Groß mit 104 gegen 95 Stimmen
8
Korps, zum etatsmäß. Intend. Assessor ernannt. 21. Novpember.
stand versetzt.
25. November. Bartheld, Zahlmstr.
XIII. (Königlich Württembergisches)
rungen und Versetzungen. Im aktiven
1. Pion. Bat., im
Preußen Nr. 125 angestellt. m Sanitäts⸗Korps. 30. Novemb Kaiserlichen Gesundheitsamt in Berlin, in diesem Kommandoverhältniß belassen. Durch V vember. Dr. Schlayer, Nr. 123, mit Wahrnehmung
Arztstelle beauftragt. Kaiserliche Marine.
Offiziere ꝛc., Ernennungen, Versetzungen. Port Victoria, an „Hohenzollern“, 28. November. Frömmi vom Nordsee, Nordeee, zum Stabe S. M. Linienschiffes „Weiß
Vlissingen, an Bord S. M. Yacht 29. November. v. Holleben Station der Nordsee, zum Ersten Offizier S. zollern“ ernannt. I
Im Sanitäts⸗Korps. Yacht „Hohenzollern“, 28. November. Dr. Assist. Arzt, auf sein Gesuch, unter Bewilligung
bis zum
Kaiserliche Schutztruppen. Im Sanitäts⸗Korps. Port Victori
— beide mit einem Patent vom 16. November d. Neues Palais, 30. November.
Meßmer, Rendant der Bnölnoisteh⸗ des XIV. Armee⸗Korps, auf seinen Antrag mit Pen
Regts. Graf Barfuß (4. Westfäl.) Nr. 17, auf seinen Antrag zum 1. Dezember 1899 mit Pension in den Ruhestand versetzt.
Offiziere, Fähnriche ꝛc., Ernennungen, Beförde⸗
vember. Lutz, Koͤnigl. bayer. Li. a. D, zuletzt im Königl. Bayer. t Armee⸗Korps und zwar als Lt. mit einem Patent vom 10. März 1899 im Inf. Regt. Kaiser Friedrich, König von
Oberarzt im Gren. Regt. König Karl Nr. 123,
erfügung des Korps⸗General⸗Arztes. 25. No⸗ Unterarzt im Gien. Regt. König Karl einer bei diesem Regt. offenen Assist.
Beförderun Bord
Stabe S. M. Linienschiffes „Weißenburg“, zur Marinestation der Pantke, Marine⸗Ingen. von der Mrrine⸗Station der
Kavitänlt., Adjutant der Marine⸗ Port Victoria, an Bord S. M.
Dienstgrades gemäß § 5 des Militär⸗Pensionsgesetzes und zwar zu⸗ nächst auf die Dauer von drei Jahren, als Invalide ausgeschieden.
Yacht „Hohenzollern“, 28. Noyember. Dr. Uhl, Oberarzt bei der Schutztruppe für Deutsch⸗Ostafrika, zum Stabzarzt, Dr. Stier⸗ ling, Oberarzt bei derselben Schutztruppe, zum überzähl. Stabsarzt,
Prof. Dr. Kohlstock, Ober⸗ Stabsarzt 2. Kl. beim Ober⸗Kommando der Sch Ober⸗Stabsarzt 1. Kl., vorläufig ohne Patent, befördert.
XV. Armee⸗Korps, unter Ueberweisung zu der Intend. des VIII. Armee⸗
on in den Ruhe⸗ vom 1. Bat. Inf.
Armee⸗Korps.
Heere. 23. No⸗
er. Dr,
Weber,
kommandiert zum 31. Dezember 1900
en und
S. . Vacht ng, Marine⸗Ingen.
henburg“. „Hohenzollern“,
M. Yacht „Hohen⸗
Ebner, Marine⸗ einer Pension seines
a, an Bord S. M.
J. befördert.
utztruppen, zum
ANichtamtliches.
Seine S.-h . der Kaiser und K „W. T. B.“ meldet, im
von 9 Uhr ab den Vortra Wirklichen Geheimen Raths Dr. von Lucanu jenigen des Ministers des Königlichen Hause
heute eine Sitzung.
Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S Kommandant: Korvetten⸗Kapitän Rampold nach Christiansand in See gegangen.
S. M. S. „Moltke“, Kommandant: Schröder, ist am. 3. Dezember in Santa und Fabsebtigg. gestern nach Port of Spain in See zu gehen.
„Nixe“, Kommandant:
und geht von dort heute nach Port au P
8 Branunnschweig. Bei den gestern vorgenommenen Wahle wurden, wie der „Hann. Cour.“ berichtet,
teien gewählt. e Kandidaten der Sozialde Welfen sind sämmtlich unterlegen.
8
EEEN1“ “ 8 Der König von Dänemark ist ge Aufenthalte in Gmunden eingetroffen.
die Debatte über das
Rede in czechischer Sprache begann, dann Sprache fortsetzte, bemerkte, seine daß die gegenwärtige Zeit eine lichkeit und Gesetzlosigkeit sei, und bisherigen Regierungen der Feindseligkeit g bg. Funke sprach im Namen der i
diesem Stadium der Verhandlungen um so lassen wollten, als sie eine Beschleunigung
ein Eingehen auf die Einzelheiten der Vorla Stadium vorbehielten. Der Abg. Groß Bei der nun folge
abgelehnt. Der Abg. Skala erklärte sodann, v. dem Ministerium Clary au
gebrochen worden waren, die Berathun des Abg. Schwarz, betreffend die Reform zum Schutze unmündiger Kinder. Nach kur die Dringlichkeit sowie der Antrag des A stimmig angenommen, den Antrag Schwar
rathung dem Justizausschusse zuzuweisen. hierauf geschlossen. 1 1
Preußen. Berlin, den 6. Dezember.
hiesigen Schlosse heute Vormittag des Chefs des Zivilkabinets,
Die vereinigten Ausschüsse des Bundesraths für das Seewesen, für Handel und Verkehr und für Justizwesen hielten
S. . Fregatten⸗Kapitän von Basse, ist am 4. Dezember in Porto Plata angekommen
Brauns 1.“ Kandidaten der staatserhaltenden Par⸗ i
8 Oesterreich⸗Ungarn.
Das österreichische Abgeordnetenhaus setzte gestern Budgetprovisorium und das Budget für 1900 fort. Der Abg. Udrzal,
Partei
Epoche beschuldigte sodann alle
wärtigen Umständen zwar für nothwendig erachteten, sich aber
czechischen Volke zu seinem Rechte vexpoffen werde, würden die
2 die Ausgaben für die dringendsten Staatsbedürfnisse nicht bewilligen. Hierauf be⸗ gann, nachdem die Verhandlungen über diesen Gegenstand ab⸗ des dringlichen Antrags
önig hörten, wie
s und später den⸗ 8 von Wedel.
8
NW. S. Gel „am 4. Dezember
Kapitän zur See Lucia eingetroffen
n zum Landtag in der Stadt
mokraten und der
8
1 111““ stern zu längerem
welcher seine aber in deutscher wisse genau,
der Unehr⸗
egen die Slaven. n der Obmänner⸗
weniger sich ein⸗ unter den gegen⸗
e für ein späteres eantragte hierauf nden Abstimmung
solange nicht dem
der Gesetzgebung r Debaͤtte wurde g. Menger ein⸗ ohne weitere Be⸗ ie Sitzung wurde
Der Ausschuß des Abgeordnetenhauses zur Be⸗ rathung uͤber 5* Abänderung des Para graphin 14 der Verfassung lehnte in seiner gestrigen Sitzung zuerst die Streichung des Paragraphen mit 13 gegen 12 Stimmen und sodann die Abänderungsanträge der Abgg. Roschmann und Zallinger sowie den Antrag des Subcomtigs ab. Auf Antrag des Abg. Ruß wurde jedoch die Reassumtion der Ab⸗ stimmung angenommen und sodann die Streichung des Para⸗ raphen 14 mit 20 gegen 12 Stimmen beschlossen. Nachdem
ierauf auf Antrag des Abg. Kaiser beschlossen war, von einer Spezialberathung Abstand zu nehmen, schritt der Aus⸗ schuß zur Wahl des Referenten. Die Abgg. Funke, Pergelt und Ruß lehnten die Wahl ab, worauf der Abg. Kaiser zum Referenten gewählt wurde. Dieser nahm die Wahl an.
„Ein gestern über den Verlauf der Verständigungs⸗ aktion ausgegebenes Communiqué verweist auf die bisherigen Konferenzen und besagt dann:
Die Sitzung des Subcomités sei resultatlos verlaufen. In der Abends abgehaltenen gemeinsamen Berathung des Exekutivcomités der Rechten und der E11 der Linken hätten die Abgg. Dr. Bärnreither, Dr. Lueger, Graf Dzieduszycki, Povse und Dr. von Fuchs ihre Anträge begründet. Der Abg. Dr. Bärnreither empfahl die Unterlassung der Obstruktion bis zum Abschluß einer im Januar 1900 abzuhaltenden Konferenz der deutschen und der czechischen Vertreter Böhmens und Mährens behufs Schaffung einer Grundlage für die Herstellung des nationalen Friedens in dtesen Ländern, wobei die Obmänner⸗Konferenz auf die Vertreter der Deutschen dahin einwirken solle, der Einführung der internen czechischen Amtssprache unter der Bedingung zuzustimmen, daß der ganze Komplex der deutsch⸗czechischen Streitfragen in Böhmen und Mähren im Einverständniß gelöst werde. Der Abg. Dr. Lueger be⸗ antragte mit Rücksicht auf die beiderseitige Geneigtheit zu Ausgleichs⸗ verhandlungen, den Klub der Czechen zu ersuchen, die Obstruktion ein⸗ zustellen. Der Abg. Graf Dzieduszycki beantragte die sofortige Herstellung des Standes der Dinge vor Aufhebung der Sprachen⸗ verordnungen, wogegen er den Deutschen die Erfüllung gewiss aufzustellender Forderungen für einen bestimmten Zeitpunkt zusi herte, bei dessen Nichteinhaltung die Czechen des Zugeständnisses der internen czechischen Amtssprache verlustig gehen solsten. Der Abg.
ovse beantragte die Einstellung der czechischen Opposition, im
alle die Deutschen bereit seien, die Forderung bezüglich der Resti⸗ tuterung der inneren czechischen Amtssprache zu unterstüen. beantragte ferner die Einsetzung von Comités Parteien, um zu diesem Zweck mit der Regierung — bandeln, und endlich die Vorlage eines dringlichen Antrages im Abgeordnetenhause auf 8 Einsetzung eines Sprachen ausschusses zur möglichst schnellen usarbeitung eines Sprachengesetze Von der Linken wurden die Anträge der Abgg. Povse, von Fuchs und Graf Dzieduszycki, von der Rechten die Anträge der Abgg. Dr. Bärn reither, Dr. Lueger und Graf Dzieduszpckt für unannehmbar erklärt. Gegen die von der Linken verlangte Abstimmung nach Klubs wurde von der Rechten Einspruch erhoben, weswegen eine Abstimmung unter blieb. Der Abg. von Jaworski schloß die Sitzung mit de Wunsche, es möge möglichst bald zu Verhandlungen zwischen de Vertretern der deutschen und czechischen Nation kommen. 3
Die Obmänner⸗Konferenz der Linken hatte vor und der Konferenzen mit der Rechten wiederholt Be rat Vorgehens der Parteien der Einmüthigkeit herausstellte.
Den Wiener Blättern zufolge ist die Wiederaufnahme der Verständigungsverhandlungen im Laufe des Januar in Aus⸗
sicht genommen. Frankreich.
In dem gestern abgehaltenen Mini sterrath theilte, wie „W. T. B.“ berichtet, der Minister des Auswärtigen Delcassé mit, daß sich der Admiral Fournier nach einem Aufenthalt von einer Woche in Konstantinopel nach Sebastopol begeben habe, um den tnsgcer Admiral Tyrtow zu besuchen.
Vor dem Staatsgerichtshofe wurde gestern der Polizei⸗Kommissar Hennion vernommen, dessen umfang⸗ reicher Bericht die Grundlage für die Anklage bildete. Hennion begründete seinen Bericht: die Angeklagten und ihre Verthei⸗ diger bestritten viele Punkte desselben und richteten zahlreiche Fragen an den Zeugen. Da Hennion sich weigerte, auf eine Frage zu antworten, stellte der Advokat Evain Anträge, die dahin gingen, zu erklären, daß polizeiliche Be⸗ richte nicht als Beweismaterial dienen könnten. Der Staats⸗ anwalt bekämpfte diese Anträge, worauf der Gerichtshof die öffentliche Sitzung aufhob und sich zur Berathung zurückzog. In geheimer Sitzung beschloß darauf der Gerichtshof, den Addo⸗ katen Hornbostel wegen Beleidigung von Senatoren auf drei Monate seines Amts zu entheben und die Anträge des Advokaten Evain abzulehnen.
Rußland.
Die Kaiserin⸗Wittwe, der Großfürst⸗Thron⸗ folger und die Großfürstin Olga Alexandrowna sind, wie „W. T. B.“ meldet, am Montag Abend in Gatschina
eingetroffen. Niederlande.
In der Zweiten Kammer erklärte, dem „W. T. B.“zufolge, gestern bei der Berathung des 512. des Ministeriums des Aeußern der Minister de Beaufort, daß die Re⸗ gierung gegenüber den kriegführenden Parteien in Süd⸗ Afrika bisher eine besonnene Haltung eingenommen habe und dies auch weiter thun werde. Diese Erklärung der Regie⸗ rung wurde von den Parteiführern gebilligt. Redner ver⸗ schiedener Parteien griffen die Regierung an, weil sie die Einladung zur Konferenz im Haag unter den Bedingungen angenommen habe, welche sich auf die Einladung des Pap tes und der südafrikanischen Republiken zur , bezogen hätten. Der Abg. Kuyper beantragte, der egierung die Mißbilligung des Hauses wegen Unterlassung der Einladung der süͤdafrikenischen Republiken auszusprechen. die Sitzung auf heute vertagt. 8 Rumänien. Der Finanz⸗Minister hat, wie Bukarest meldet, den Bureaux der Deputirtenkammer drei der in der Thronrede h““ Gesetzentwuüͤrfe zur Schaffung neuer Einnahmequellen zugestellt. Es handelt sic um Umgestaltung der Stempelsteuer, um Ab⸗ Ssderaeg en bei der Eintragung von Patenten und um Abzuüge von den Gehältern der Zivil⸗ und Militärbeamten. Man rechne auf eine Vermehrung der Staatseinnahmen um etwa 6 Millionen Lei.
Amerika. Dem Kongreß ist gestern eine Botschaft des Prä⸗ sidenten MeKinley zugegangen, über deren Inhalt „W. T. B.“
wie folgt berichtet:
Die Botschaft beginnt mit der Feststellung, daß das Land sich außergewöhnlichen Gedeihens erfreue. Sein auswärtiger Handel habe eine große Zunahme gezeigt. Der Werth der Einfuhr und Ausfuhr
zusammen sei in diesem Rechnungsjahre größer, als ihn die Geschichte
1“
8 fetzsetzten. Die Botschaft kündigt sodann an, daß dem Senat die mit
8 billiges Gehör gewähren werde.
. nit Handels⸗ ungen, bei denen si des taktischen und sachlichen
inken in den Konferenzen volle 8 Stzaten zu dem Deutschen Reiche, fährt die Botschaft fort,
sind andauernd die berzlichsten. Die wachsende Innigkeit in der
gewährte Erlaubniß zur Legung eines Kabels von Borkum und Emden
Se kommens, betreffend den Postpacketverkehr.
lichsten Mitwirkung dieser Regierung und dieses Volkes sicher sein.
heißt es dann weiter, „die ausgezeichnete natürliche Beschaffenheit
von der Farm durch die Schlacht⸗
15
doann giebt der Präsident seiner Befriedigung Ausdruck über die Erledigung
die von Deutschland gemachten
Großbritannien und betont, daß abgesehen von der Alaska⸗Grenzfrage
8 8 das Land selbst direkt nicht angingen. Amerika habe beiden kämpfenden
Hierauf wurde
„W. T. B.“ aus
des Landes je aufzuweisen gehabt habe. Die Einfuhr sei auf den Kopf der Bevölkerung um 20 % geringer als im Jahre 1870, die Ausfuhr um 58 % größer. Die einzigen Jahre, in denen die im Auslande verkauften Erzeugnisse der amerikanischen Industrien die im Auslande gekauften überstiegen hätten, seien 1898 und 1899 gewesen. Die gesammten Staatseinnahmen des am 30. Juni zu Ende gegangenen Rechnungsjahres hätten mit Einschluß der Schuld der Central⸗Pacific⸗Bahn 610 982 004 Doll., die Ausgaben 700 093 564 Doll. betragen. Die Einnahmen des laufenden Jahres würden auf 640 958 112 Doll., die Ausgaben desselben auf 600 958 112 Doll. geschätzt. Der Präsident betont sodann die Nothwendigkeit einer Verbesserung der Bankaesetzgebung, namentlich der Zulassung von „Nationalbanken“ mit 25 000 Doll. Kapital, und schlägt vor, daß, zur Stütze des be⸗ stehenden Gold⸗Standard und zur Aufrechterhaltung der Parität von Gold und Silber und der gleichen Zahlungskraft für jeden Dollar auf den Markt und bei der Schuldzahlung, der Schatzsekretär er⸗ mächtigt werden solle, Vereinigte Staaten⸗Bonds zu verkaufen und andere zu diesen Zwecken nöthige Mittel anzuwenden. Diese Er⸗ mächt'gung folle die Befugniß einschließen, lang⸗ oder kurzsichtige Bonds zu einem geringeren Zinsfuß als dem durch das Gesetz vom 14. Januar 1875 festgesetzten zu verkaufen. Die. gegen⸗ wärtige Zeit sei aber geeignet, für die Sicherung der Fortdauer des Gold⸗Standard Fürsorge zu treffen. Das Schatzamt sei gegenwärtig nicht genöthigt, zu Anleihen zu greifen. Dies sei aber im vergangenen Mai geschehen und werde in Zukunft zu geschehen haben. Deshalb sollte die Vorsorge, um dem Bedürfnisse, wenn es sich einstelle, zu begeanen, jetzt getroffen werden. Der Präsident schlägt vor, daß ein Theil der Goldbestände bei dem zur Einlösung der Greenbacks bei Vorzeigung dienenden Fonds in Verwahrung gegeben werden solle, daß aber die Greenbacks nach ihrer Einlösung nicht wieder, ausgenommen gegen Gold, ausgegeben werden dürften. Der Präsident lenkt sodann die Aufmerksamkeit des Kongresses auf die Bedeutung der amerikanischen Handels⸗ marine und sagt, es werde dem Lande nicht möglich sein, alle seine Chancen auszunutzen, wenn es selbstzufrieden nur die An⸗ gelegenheiten in der Heimath betrachte, und seine Augen gegen die Nothwendigkeit verschließe, sich Antheil an dem werthvollen Rhedereigeschäfte der Welt zu sichern. Der Präsident verweist auf die Abhängigkeit der Vereinigten Staaten von der Rhederei des Auslandes, wie sie während der Heeres⸗ und Flotten⸗ operationen im Osten und in West⸗Indien zu Tage getreten sei. Er empfiehlt dem Kongresse, nach dem Beispiele anderer Nationen das Schiffswesen als einen Faktor der nationalen Vertheidigung zu ent⸗ wickeln. Des weiteren lenkt der Präsident die Aufmerksamkeit des Kongresses auf die Handels⸗Ringe (Trusts), die den Wettbewerb er⸗ stickten und die Preise der von der Bevölkerung verbrauchten Güter
einem Amendement versehene Generalakte der Brüsseler Konferenz zur Unterdrückung des Sklavenhandels zugehen werde. Sie verweist auf das Verhalten der Regierung von Nicaragua gegenüber dem Vertrag mit der Maritime. Canal⸗Company und auf den Protest der Gesenschaft. in dem Rechte geltend gemacht würden, die der Erwägung werth erschienen. Die Regierung erwarte, daß Nicaragua der streitenden Partei volles und Der Präsident betont ferner die Rothwendigkeit eines Kanals, der das Allantische mit dem Stillen Meer verbinde. Die Botschaft befürwortet dann die Bewilligung eines Betrags zur Einsetzung einer Kommission zum Studium der und Industrieverhältnisse in China im Hinblick auf eine Erweiterung der chinesischen Märkte für die amerikanischen Rohprodukte und Fabrikate. „Die Beziehungen der Vereinigten
direkten Verbindung ist gekennzeichnet worden durch die im April
September erfolgten Abschluß eines Ueberein⸗
ernere ande Füen ag, schaften engerer Beziehungen des behrs un ndels un einer besseren Verständigung zwischen den zwei Rassen, welche viele gemeinsame Züge haben, kann Deutschland der herz⸗
ch den im
Wir mögen Nebenbuhler in vielen wesentlichen Punkten sein, aber unsere Nebenbuhlerschaft follte stets edelmüthig und offen sein und der Erreichung größerer Ziele zum gemeinsamen Besten zustreben. Einige Regierungen im Deutschen Reich scheinen abgeneigt zu sein,“ unserer zur menschlichen Nahrung dienenden Erzeugnisse und den von uns beständig gelieferten Beweis der Fürsorge anzu⸗ erkennen, mit welcher deren Reinheit durch eine scharfe Aufsicht und Packhäuser bis zum Verschiffungshafen überwacht wird. Es darf mit der Zeit gehofft werden, daß die beiden Regierungen gemeinschaftlich zur Verwirklichung ihres gemeinsamen Zieles thätig sein werden, die öffentliche Gesundheit zu schützen und die Reinheit und Zuträglichkeit aller von beiden ein⸗ eführten Lebensmittelerzeugnisse er zu stellen.“ Der Präsident schläan sodann vor, der Kongreß möge die Ermächtigung ertheilen, Deutschland im Zusammenhang mit den schwebenden Reziprozitäts⸗ verhandlungen zur Ernennung einer gemeinsamen Kommission von Fach⸗ männern einzuladen, die eine eingehende Untersuchung über die Erzeugung und Ausfuhr von Lebensmitteln in den beiden Ländern anstellen solle. So⸗
der Frage des Geschäftsbetriebs der amerikanischen Lebensversicherungs⸗ Gesellschaften in Preußen und die Wiederzulassung der deutschen Versicherungs⸗Gesellschaften im Staate New York. Er erwähnt auch büsicedungen, b .„.
Rechte der amerikanischen Missionare und Handeltreibenden auf den Carolinen. Sodann bespricht die Botschaft die Beziehungen zu
rörterung der zahlreichen Angelegenheiten, die sich als Folge des bedeutenden Verkehrs zwischen England und Amerika ergäben, durch eine höchst freundschaftliche Stimmung gekennzeichnet werde. Die Regierung bewahre Neutralität gegenüber dem unglücklichen Streit in Süd⸗Afrika. Sie sei dem Grundsatze treu geblieben, sich nicht auf Alliancen einzulassen, welche Angelegenheiten beträfen, die
Parteien gegenüber Unparteilichkeit gezeigt. Die Botschaft erwähnt Se * befriedigende Abkommen, betreffend Samoa, und thellt mit, daß dem Senat der am Sonnabend unterzeichnete Vertrag zugehen werde, der Amerika dieselben Privilegien und Bedingungen bezüglich des Handels und der Handels⸗ schiffe auf den Inseln gewährleiste wie Deutschland. Ueber die An⸗ prüche der weißen Einwohner für die während der Unruhen dort erlittenen Schäden werde ein neutraler Schiedsrichter entscheiden. Hinsichtlich Cubas wird in der Botschaft erklärt, Amerika werde die egierung und Beherrschung der Insel dem Volke derselben über⸗ laßfen wenn die Wiederherstellung der Ruhe vollendet sein werde. Dieses Versprechen werde heiligst innegehalten werden. Nach Ansicht des Präsidenten sei ein wesentlicher Forzschritt in dieser Richtung gemacht worden. Es werde keine Mühe gespart, um die freundliche Haltung Spaniens zu erwidern und in allen praktischen Beziehungen die Intimität zwischen den beiden Nationen zu pflegen, deren frühere Geschichte so oft und auf so vielen Wegen durch aufrichtige Freundschaft und Gemeinsamkeit der Interessen gekennzeichnet gewesen sei. Was die ünftige Regierung der Philipyinen angehe, so bleibe diese dem Kon⸗ reß überlassen. Die Inseln könnten nicht aufgegeben werden b auch
eer Vorschlag, den Inseln die Unabhängigkeit zu geben und dabei ein merikanisches Protektorat aufrechtzuhalten, verdiene keine ernste Er⸗ wägung. Der Präsident tritt dafür ein, da verei ne, odann Provinz⸗Regierungen und schließlich eine Beaal. egierung errichtet würden. Der beßte Dienst, der den Aufständischen geschehen könne, würde die rasche und wirksame Niederwerfung Aguinaldo's sein.
— Die Regierung von Guatemala hat, dem „W. T. B.“
zufolge, die Machrich erhalten, daß ein am 2. d. M. an der
Grenze von San Salvador in Guatemala versuchter Auf⸗ and unterdrückt worden sei. 7 1“
Afrika.
Aus Pretoria vom 28. v. M. wird dem „Reuter'schen
Bureau“ berichtet, daß am 27. November Nachmittags ein I erter Zug aus Kimberley herausgekommen sei, einige
chüsse auf die Buren abgefeuert habe und sodann dorthin
zurückgekehrt sei. — Der Landdrost von Rustenburg habe der Burenabtheilung, Khama bei
welche gegen die Leute des Häuptlings aborones kämpfe, Verstärkungen Fü
Demselben Bureau wird aus Lourengço argues
vom 30. November gemeldet: Ein Tags zuvor in Pretoria fängegangener, amtlicher Bericht des age, einer starken britischen Streitmacht am Modderfluß, 25 Meilen von Kimberley, angegriffen worden. entwickelt, welcher 12 Stunden gewährt habe. Cronje und Delarey hätten starke Stellungen innegehabt, die Freistaat⸗Buren seien verstärkt gewesen. Delarey melde weiter, er habe 17 Mann an Todten und Verwundeten verloren, darunter seinen ältesten Sohn, die Ver⸗ luste der Freistaat⸗Buren seien ihm unbekannt. Die Buren hätten sich bei Eintritt der Dunkelheit langsam in ihre Stellungen zurückgezogen, nachdem sie die Engländer daran ge⸗ hindert hätten, den Weg nach Kimberley zu erzwingen.
1 enerals Delarey be⸗ sein Kommando sei am Morgen des 25. November von
Es habe sich ein heftiger Kampf Die Generale
Der General
Der „Daily Telegraph“ meldet unter dem 30. November
vom Modder River: Die Buren hätten 6 Meilen nördlich
von dem Flusse eine starke Stellung auf einem Bergrücken inne. Die Lancers seien an dem genannten Tage mit ihnen in Be⸗
rührung gekommen.
Amtlich wird aus Kapstadt vom gestrigen Tage ge⸗
meldet: Lord Methuen berichte, daß die Verluste der Buren
in der Schlacht am Modderflusse größer gewesen seien als die
der Engländer; auch sei die moralische Haltung der ersteren
sehr erschüttert. . Eine Depesche aus dem Hauptquartier des Generals
Joubert vor Ladysmith vom 28. v. M. besagt, wie das
„Reuter'sche Bureau“ aus Lourengo Marques erfährt, daß eine dritte große Kanone eingetroffen sei, welche, alsbald in Stellung gebracht, das Feuer auf die gedeckten Räume er⸗ öffnet habe, in denen, wie man annehme, die Engländer sich aufhielten. Eine Granate scheine Munitionsvorräthe getroffen zu haben; es sei eine Explosion erfolgt, und man habe britische Soldaten gesehen, die aus ihren Deckungen hervor⸗ gekommen seien.
Parlamentarische Nachrichten.
Der Schlußbericht über die gestrige Sitzung des Reichs⸗
tages befindet sich in der Ersten Beilage.
— In der heutigen (117.) Sitzung des Reichstages, welcher der Reichskanzler Fürst zu 8 nS der Staats⸗ sekretär des Innern, Staats⸗ inister Dr. Graf von Posadowsky und der Minister des Innern Freiherr von Rheinbaben beiwohnten, stand zunächst auf der Tages⸗ ordnung die erste und eventuell zweite Berathung des von dem Abg. Bassermann (nl.) eingebrachten Gesetzentwurfs, betreffend das Vereinswesen. Der Entwurf lautet:
Einziger Artikel.
Irnländische Vereine jeder Art dürfen mit einander in Ver⸗ bindung treten. Entgegenstehende landesgesetzliche Bestimmungen sind aufgehoben.
Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe⸗Schillingsfürst:
Meine Herren! Ich glaube zur Abkürzung der Debatte beizu⸗ tragen, wenn ich gleich zu Beginn derselben das Wort ergreife. —
Es ist in diesem hohen Hause wiederholt auf die von mir am
27. Juni 1896 abgegebene Erklärung Bezug genommen worden. Ich habe damals von der Einführung einer Bestimmung in das Bürgerliche Gesetzbuch abgerathen, durch welche das für politische Vereine in Deutschland vielfach bestehende Verbindungsverbot auf⸗ gehoben werden sollte, weil eine solche Bestimmung ihres öffentlich⸗ rechtlichen Charakters wegen in das Bürgerliche Gesetzbuch nicht hinein⸗ gehört. Ich habe damals zugleich der Zuversicht Ausdruck gegeben, daß es gelingen werde, die Beseitigung des durch das Verbot ge⸗ schaffenen Rechtszustandes auf dem Wege der Gesetzgebung der Einzel⸗ staaten noch vor dem Zeitpunkt herbeizuführen, mit welchem das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft tritt. Infolge der von mir gegebenen An⸗ regung ist darauf in einer Reihe deutscher Staaten die Beseitigung des Verbots der Verbindung politischer Vereine durch die Landes⸗ gesctzgebung vollzogen worden. Auch die preußische Regierung hat, wie Sie wissen, dem Landtage einen entsprechenden Gesetzentwurf zugehen lassen. Leider hat derselbe nicht die Zustimmung des preußischen Landtages gefunden. Es ist hier nicht am Plate, die Gründe zu erörtern, die zu diesem Ergebnisse geführt haben. Meiner⸗ seits habe ich aber aus jener Thatsache Veranlassung nehmen müssen, der Frage näher zu treten, ob die in Aussicht gestellte Beseitigung des Verbots nicht im Wege der Reichsgesetzgebung herbeizuführen sei.
Ich bin nunmehr in der Lage, namens der verbündeten Regie⸗ rurgen zu erklären, daß diese einem Beschusse des Reichstages, welcher — wie der Antrag Bassermann will — die Beseitigung des Ver⸗ bindungsverbots für inländische Vereine ausspricht, ihre Zustimmung ertheilen werden. (Bravo! links und in der Mitte.)
Damit werden die verbündeten Regierungen der Erwartung ge⸗ recht, welche in meiner Erklärung vom 27. Juni 1896 dem Reichs⸗ tage gegenüber ausgesprochen worden war. (Bravo! links und in der
Mitte.) Bis zum Schluß des Blattes nahmen außer dem Antrag⸗
steller Abg. Bassermann noch die Abgg. Dr. Bachem
1.
(Zentr.) und Dr. von Levetzow (d. kons.) das Wort.
Die Abgg. Münch⸗Ferber und Genossen haben im
olgenden Antrag eingebracht: 8 2 dedotae wolle beschließen: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dahin zu wirken, daß die Errichtung von deutschen Handelskam mern im Auslande herbeigeführt werde.
r. 49 des „Centralblatts für das Deutsche Reich“ im Reichsamt des Innern, vom 1. - 82 folgenden Inhalt: 1) Konsulat⸗Wesen: Petieewc — Exequatur⸗ Ertheilung. — 2) Militärwesen: Nachtragsverzeichniß derjenigen Lehr⸗ anstalten, welche zur Ausstellung von Zeugnissen über die Befähtgung für den einjährig⸗freiwilligen Militärdienst berechtigt sind. 3) Zoll⸗ und Steuerwesen: Bestellung von Stationtk⸗Kontroleuren. — 4) Polizej⸗ wesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiet.
Nr. 96 des Centralblalts der Bauverwaltung“ heraus⸗ im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 2. Dezember, 5 folgenden Inhalt: Amtliches: Dienst⸗Nachrichten. — Nicht⸗ amtliches: Die Abteikirche St. Peter auf der Zitadelle in I. Die Neubauten der französischen Westbahn in und bei Paris. (Fort setzung.) — Das meteorologische Observatorium auf der Schneekoppe. — Wermischtes: Semper⸗Reisestipendium der Stadt Dresden. — Technische Hochschule in Dresden — Vorträge des Professors Meure (Rom) über den Ursprung der ornamentalen Blatt⸗ und Blüthen reihungen. — Zange zum Heben von Hausteinen. — Beschaffung von Betriebsmitteln für die französischen Bahnen. — Verbindung de Baltischen mit dem Weißen Meere.
Nr. 43 des „Eisenbahn⸗Verordnungsblatts“, heraus⸗ gegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 29. November, bat folgenden Inhalt: Erlasse des Ministers der öffentlichen Arbeiten: vom 14. November 1899, betr. Bezirkgeisenbahnrath in Altona; vom 19. November 1899, betr. Erhöhung bereits bewilligter Wittwen⸗ und Waisengelder; vom 27. November 1899, betr. Aenderung der Geschäftsanweisung für das Zentral⸗Wagen⸗Amt in Magdeburg; vom 28. November 1899, betr. Benutzung freier Fahrt bei Dienst⸗ reisen zur Ausübung des staatlichen Aufsichtsrechts auf Privat⸗ Eisenbahnen. — Nachrichten. 8
Land⸗ und Forstwirthschaft. Saatenstand in Ungarn.
““ 1I“ Nach den bei dem ungarischen Ackerbau⸗Ministerium eingegangenen Berichten waren, wie die „Wiener Ztg.“ meldet, auch im Monat November dieses Jahres die Witterungsverhältnisse keine günstigeren. Es herrschte Trockenheit, wiewohl stellenweise kleinere Niederschläge zu verzeichnen waren. Die in manchen Gegenden vorherrschende kalte Witterung hat auf die Saaten einen ungünstigen Ein⸗ flaß ausgeübt. Nur in den nördlichen und nordöstlichen Landes⸗ theilen fanden Niederschläge statt, weshalb in diesen Gegenden die Saaten befriedigend, stellenweise sogar gut stehen. Im Alföld 8 und in den Gegenden jenseits der Donau sind die aufkeimenden Pflanzen noch gering und stehen die Frühsaaten zum größten Theile nur schwachmittel. Von den Spätsaaten ist etwa der dritte Theil aufgekeimt, die übrigen sind noch im Keimen oder liegen noch unverändert trocken. Die andauernde Trocken⸗ heit begünstigte die Vexmebhrung der Feldmäuse und Würmer in hohem Maße. Es sind überhaupt viele Mäuse vor⸗ handen, die in einzelnen Gegenden geradezu eine Landplage geworden sind, indem sie nicht nur den Saaten bedeutenden Schaden zugefügt, sondern sogar den Anbau zu Grunde gerichtet haben, wodurch die Landwirthe zu nochmaligem Saen gezwungen worden sind. Be⸗ deutend ist auch der durch Feldmäuse in den Kleefeldern verursachte Schaden. Raps steht stellenweise gut, im Allgemeinen ist er jedoch schwach, in einzelnen Gegenden mußte er sogar umgeackert werden. Die trockene Witterung war für die Feldarbeiten bei den Rüben⸗ und Kartoffelkulturen sehr günstig.
Gesundheitswesen, Thierkrankheiten nud Absperrungs⸗ Maßsregeln.
Das Erlöschen der Maul⸗ und Klauenseuche unter den Rindviehüberständern ist dem Kaiserlichen Gesundheitsamt ge⸗ meldet worden vom Schlacht⸗Viehhofe zu Nürnberg am 5. Dezember.
Theater und Musik. 8
1“ Schiller⸗Theater. ““
„Die Richterin“, Schauspiel in vier Aufzügen nach Conrad Ferdinand Meyer's gleichnamiger Novelle von Roman Woerner, ging gestern, nachdem es unlängst in Hamburg zur Dar⸗ stellung gelangt war, zum ersten Mal in Scene. Ueber die Gründe, welche für die Direktion der hiesigen Volksbühne zur Annahme und Aufführung des Werks maßgebend gewesen sind, giebt dieselbe in den von ihr für die Besucher des Schiller⸗Theaters herausgegebenen zwanglosen Heften in folgenden Zeilen Aufschluß: „Ganz besonders treten die Merk⸗ male Meyer'schen Schaffens in der Novelle „Die Richterin“ hervor. Die Handlung der gewaltigen Erzählung und die Träger dieser Handlung, Aufbau und Eintheilung, die der Dichter dem Stoff gegeben hat, bieten sich förmlich der Dramatisierung dar. Und was die Gestalten einer grauen Vorzeit von ihrer Ueberlebensgröße durch ihre Ver⸗ pflanzung auf die Bühne verlieren mögen, da sie greifbar vor uns hintreten und unsere Phantasie nicht mehr mit gleich williger Hingabe den Riesenmaßen des Dichters folgt, das müßte, sollte man meinen, auf der anderen Seite durch die Wucht der Handlung, die sich vor unseren Augen vollzieht, aus⸗ geglichen werden. Aber sollte selbst aus der künstlerisch voll⸗ kommenen Novelle des Meisters ein weniger vollkommenes Drama gewonnen sein, verdienstlich bleibt der Versuch Roman Woerner's in einer Hinsicht immer: er 888 einen großen, bisher nur von einer engeren Gemeinde feinerer Kenner gewürdigten Dichter weiteren Kreisen nahe. Wer „Die Richterin“ hat, wird von dem Wunsche ergriffen werden, auch die anderen Meisterwerke Cenrad Ferdinand Meyer’'s kennen zu lernen Wer die gestrige darstellerisch sowohl, wie be⸗ züglich der Inscenierung sorgfältig vorbereitete Aufführung von diesem Gesichtspunkt aus betrachtete, wird in der That den Wunsch empfunden haben, das Werk in seiner un eranolane epischen Form zu lesen. Die in der Erzählung in ihrem Entwickelungs⸗ gang geschilderten Charaktere treten in der knapperen Form des Dramas nicht so verständlich vor die Augen der Zuschauer, weil man zu Vieles, was erst durch eine Kette von Ereignissen, Erlebnissen und Gedanken entstanden sein kann, als fertig hinzunehmen genöthigt ist. Aus diesem Grunde konnte die Drama⸗ tisierung Woerner's, so geschickt sie an sich genannt werden muß, nur einen freundlichen äußeren Erfolg ctrringen, nicht aber tieferen Eindruck hinterlassen. Die Hauptrollen lagen in den Händen der Damen Wiecke, Wulff, Meyer, der Herren Bach, Paeschke und Pategg.
Im Königlichen Opernhause wird morgen Johannes Doebber's Oper „Die Grille“ zum ersten Mal wiederholt. Die Damen Herzog, Goetze, Rothaufer, Krainz. Kopka, die Herren Berger, Wittekopf, Stammer, Krasa und Lieban sind darin beschäftigt. Im Ballet tritt Fräulein Dell'Era auf.
Im Königlichen Schauspielhause gelangt morgen Goethe’s Schauspiel „Torquato 28 8 mit Herrn Matkowsky in der Titelrolle zur Aufführung. Den Herzo lphons spielt Herr Ludwig, die Leonore von Este Fräulein Poppe, die Leonore von Sanditale Fräulein Lindner, den Antonio Montecatino Herr Kraußnechk.
Wiederholt hat die Presse darauf hingewiesen, da die Spiel⸗ pläne für die Weihnachtstage die Schulferien und das Bedürfniß der Schüler und Schüserinnen nicht genügend berücksichtigen, und den Wunf aasgesserochen, die Theater Berlins unse en doch besonceke Vorstellungen für die heranwachsende Ju⸗and, gerade in der Fferien⸗ zeit, veranstalten. Das Schiller⸗Npeater will diesem Wunsche entgegenkommen und giebt ein Abonnement für drei Klassiker⸗ vorstellungen an drei schulfrei⸗ Tagen zu niedrigen Preifen aus. Die drei Eintrittskarten zu die en Vorstellungen, von denen die erste am Seen, 88 Deemder, ee ene 8 Ubr aer ner un zu einem en rcreinigt, das on durch seine e 5 stattung zum Gesch⸗nk eignet und nc
abe füur „trägk, sodaß Eltern, die ihre Kinder durch ein solches
bonnem ent erfreuen wollen, den Namen des Beschenkten hineinschreiben könne.. Um die Anschaffung dieser Weihnachtsgabe zu erleichtern, ist die Direktion des Schiller⸗Theaters bekeit, gegen Einsenih
auf der Bühne gesehen
Preises und des Portos von 10 ₰ jedem Besteller die gew 122* Anzahl Hefte direkt zuzusenden. Die Vorstellungen um affe, prej unserer Klassiker: Schiller, Goethe, Kleist. Voß Schille; fomae⸗
esondere Aufschrift„Weibvachts.
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