en und den Arabern Pulver verkauften, erklärte, die Gar⸗ erta sei 2 schwach im Verhältniß zu der Be⸗ alta, und schloß mit einer Besprechung der chen Streitkräfte im Mittelländischen Meer. Der Deputirte d'Estournelles wies auf die Gefahr hin, welche eine koloniale Ausdehnung mit sich bringe, namentlich wegen möglicher Ver⸗ wickelungen mit dem Auslande, da ja Frankreich weder eine Kolonial⸗Armee noch eine Der Redner sprach schen Kapitals in China aus, wo die Schaffung einer In⸗ dustrie eine Konkurrenz herbeiführen würde, welche Europa unmöglich aushalten könne. Der Deputirte Etienne trat für die Kolonialpolitik ein, hob hervor, daß Großbritannien sich plan⸗ in Afrika ausbreite, und erinnerte daran, was es in Sansibar und am Niger gethan habe; die Vereinigten Staaten machten koloniale Erwerbungen. Der Redner verlangte, daß Eisenbahnen in den Kolonien gebaut Der Minister der Kolonien Decrais erklärte, die Regierung werde sehr bald in der Lage über unterseeische Kabel vor⸗ ulegen. Der Deputirte Etienne ergriff alsdann nochmals das
ort und verlangte die schleunige Bildung einer kolonialen
uhren Seine Majestät nach dem Schaumburger Walde, wo Nach⸗ mittags auf Hirsche gepürscht wurde. 1 Seine Masestät der Kaiser in die festlich 1 — Bückeburg zurück, wo um 8 Uhr im Schlosse das Diner ein⸗ genommen wurde.
Ihre Majestät die Kaiserin und Königin trafen heute Nachmittag in Berlin ein und begaben Sich nach der Wohnung der gestern verstorbenen Palastdame weiland Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta, odtenbett Ihre Majestät einen Kranz n
on von Bi
5 Uhr kehrten satzung von
eleuchtete Stadt
lotte zum Schutze der Kolonien Gräfin Oriola, an deren ch gegen die Anlegung französi⸗
iederlegten.
In der am 7. d. M. unter dem Vo auch Deutschland und
Ministers, Staatssekretärs des Innern Dr. Grafen von Posa⸗ dowsky⸗Wehner abgehaltenen Plenarsitzung des Bundes⸗ raths wurde dem Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Paten anwälte, und dem Entwurf einer Verordnung, betreffend Beschrän⸗ kungen der Einfuhr wegen Pestgefahr, die Zustimmung ertheilt. Den zuständigen Ausschüssen wurden überwiesen: der Entwurf zum Besoldungs⸗ und Pensions⸗Etat der Reichsbankbeamten mit Ausnahme der Mitglieder des Reichsbank⸗Direktoriums für 1900, — die Denkschrift über die Ausführung der seit 1875 erlassenen Anleihegesetze, — der Entwurf von Vor⸗ der Versicherungs⸗ pflicht auf Grund des § 6 Abs. 2 des Invaliden⸗ versicherungsgesetzes, 8 . mungen über die Befreiung vorübergehender Dienstleistungen von der Versicherungspflicht gemäß § 4 Abs. 1 des Invaliden⸗ versicherungsgesetzes, — und die Vorlage, betreffend die Kosten der Ausweisung von Ausländern. 1 mehrere vom Reichstage zu Petitionen u. s. w. gefaßte Reso⸗ lutionen sowie über die Seiner Majestät dem Kaiser zu unter⸗ breitenden Vorschläge wegen Besetzung der Stellen eines ständigen Mitglieds und eines ständigen richterlichen Beisitzers des Reichs⸗Versicherungsamts Beschluß gefaßt.
eute hielten die vereinigten Ausschüsse des Bundesraths für Zoll⸗ und Steuerwesen und für Handel und Verkehr
Zoll⸗ und Steuerwesen Sitzungen.
und Kabel gelegt Gesetzentwurf
Der Staatsgerichtshof vernahm gestern die Ent⸗ geJles Lemattre versicherte, daß die den Angeklagten zum Vorwurf gemachten Kundgebungen nicht nach vorheriger Verabredung unter den Liguen veranstaltet worden seien. Dieselben seien nur die Antwort auf die gegen das Heer gerichteten Kundgebungen gewesen. 1b erklärte ebenfalls, daß zwischen den verschiedenen Liguen kein Einverständniß bezüglich einer gemeinsamen Aktion bestanden habe. en versicherten sodann, likanisch gesinnt seien. Oberst Monteil gaben zu, die Kundgebung vom 12. De⸗ zember vorigen Jahres veranstaltet zu haben; diese Kundgebung habe aber einen durchaus republikanischen Charakter ge⸗ Der letztere gab ferner zu, daß die patriotischen Liguen g hätten, sich untereinander zu verständigen, aber nur aus rein Ahseebesn Beweggründen. Hierauf wurde die Verhandlung aufgehoben.
Nach Beendigung der gestrigen Sitzung des Sozialisten⸗ kongresses wurden beim Verlassen des entfaltet und revolutionäre Lieder gesungen. Die riff ein. Es kam zu einem Zusammenstoß, wobei die Ein ernster Zwischenfall ist nicht
lastungszeugen. Befreiung
Millevoye
daß Dörouloède und
Außerdem wurde über Durquet und der
Mehrere Zeu Guérin repu
schuß für
sowie der Aus aales rothe
Laut Meldung des „W. T. B.“ wird S. M. S. „Deutschland“, Kommandant: Kapitän zur See Müller, mit dem Vize⸗Admiral Prinzen Heinrich von Preußen, Königliche Hoheit, an Bord, Anfang Januar 1900 die eimreise von Singapore aus antreten und über Colombo, Suez, Gibraltar, Portsmouth nach Kiel zurückkehren. Ankunft in Kiel ist etwa am 10. März 1900 zu erwarten. S. M. S. „Moltke“, Kommandant: Kapitän zur See Schröder, ist am 6. Dezember in Port of Spain eingetroffen und beabsichtigt, am 18. Dezember nach St. Thomas in See
stanten zerstreut wurden.
Rußland.
Kaiserin trafen, berichtet, gestern zur Theilnahme an dem Feste der Georgsritter aus Gatschina in St. Petersburg ein. Nach der Begrüßung der Georgsritter wohnten die Majestäten dem feierlichen Gottes⸗ dienst und sodann dem Festmahle der unteren Georgsritter bei. Der Kaiser trank bei dem Mahle auf das Der Großfürst Michael Nicola⸗ jewitsch brachte das Hoch auf den Kaiser, die Kaiserin und Morgen findet ein Galadiner zu eorgsritter statt.
8 8 1 Der Kaiser un wie „W. T. B.“
argen der
S. M. S. „Nixe“, Kommandant: Fregatten⸗Kapitän Wohl dieser Nitter.
von Basse, ist am 7. Dezember in Port au Prince an⸗
gekommen und wird am 11. Dezember nach Havanna in See die Kaiserin⸗Wittwe aus.
Ehren der oberen Chargen der
Der Oberstleutnant Gurko vom Generalstab ist vom Kriegs⸗Ministerium in das Hauptquartier der Buren Derselbe wird sich zusammen mit der russischen Abtheilung des Rothen Kreuzes nach Transvaal
S. M. S. „Habicht“, Kommandant: Korvetten⸗Kapitän
Kutter, wird am 11. Dezember von Kamerun nach Kapstadt Foan
Italien. 8. Deputirtenkammer verlas, dem „W. T. B.“ zufolge, bei Beginn der gestrigen Sitzung ein Gesuch um Genehmigung der gerichtlichen Verfolgung des Deputirten i in dem gegenwärtig vor dem Schwurgericht in Mailand schwebenden Prozeß wegen der Ermor⸗ dung des früheren Direktors der Bank von Sizilien Notar⸗ bartolo von mehreren Zeugen beschuldigt worden, den Auftrag zur Ermordung des letzteren gegeben zu haben. Auf Antrag des Deputirten Sonnino beschloß die Kammer, sogleich in den Bureaux zusammenzutreten, um si Der Minister⸗Präsident beschleunigen,
g der Rhederei Woermann ha 8ZEEII1T“
meldet, eine Durchsuchung des Dampfe a Woermann“ durch ein britisches Kriegsschiff Es sei nur durch die spanischen Revision vorgenommen worden, weil in letzter Zeit mehrere Fälle falscher Deklaration vorgekommen seien. Die Untersuchung habe ergeben, daß die r „Ella Woermann“ vollständig in Ordnung waren.
“ Nach einer Erklärur
W. T. B.“ izzolo. nicht stattgefunden. Polizzolo
Behörden die übliche zollamtliche
über das Gesuch schlüssig Pelloux erklärte, da Polizzolo
Oesterreich⸗Ungarn.
Einem Communiqué zufolge hat der Polenklub nahezu einstimmig beschlossen, der Negierung nur ein zwei⸗ monatiges Budgetprovisorium zu bewilligen. Laufe der Debatte sprachen sich die meisten Redner hierfür aus und erklärten, ein zweimonatiges Budgetprovisorium Die Regierung selbst werde auf Provisorium
wähnten dagegen, daß der Polenklub die Obstrukt’on unter⸗
stütze, und betonten die Wichtigkeit der parlamentarischen Er⸗ und Ueberweisungsgesetzes. sprach sich für ein dreimonatiges Budget⸗ sehe nicht ein, warum egierung weniger Vertrauen entgegenbri Der Abg. Madeys ki erklärte, er sehe zu Mißtrauen
Ermächtigung
Die Kammer Polizzolo's.
zur Verfolgung und t — Nach einer Meldung aus Palermo ist die Verhaftung Polizzolo's gestern daselbst erfolgt.
Der Papst bestand gestern früh, trotz des Abrathens der zu erheben, und zelebrierte die Messe in.
eventuellen Verhaftung
Aerzte, darauf, sich
einem längeren Privatkapelle.
8 5* Wie das Wiener p aus Kon⸗ stantinopel meldet, hat die in letzter Zeit wieder zunehmende Auswanderung von Armeniern na durch Bedrängungen von seiten der Ku Nothstand im Vilajet Wan verursacht i
zu “ Pforte veranlaßt.
Telegr.⸗Kor ledigung des Abg. Rutowski provisorium aus man dieser R sollte als anderen. keinen Grund Ihre ganze Sünde
Rußland, welche und sagte, er rden und durch sische Botschaft egenüber der G I sei ufhebung der aber hierzu sei sie berufen worden. Der Abg. von Jaworski erklärte, die Obstruktion bestehende Recht; das möchten die Czechen bedenke
Großbritannien und Irland.
1 gestern abgehaltenen Kabinetsrath, welcher über zwei Stunden währte, nahm, wie „W. T. B auch der Premier⸗Minister Lord Salisbury theil
Frankreich.
tung der Deputirtenkammer hob,
bei der Berathung des Budgets che Deputirte Faure die Vertheidigung der Kolonien sicher e zu schaffen und ein unterseeisches Der Redner kam dabei auf die Rede kretärs der Kolonien Chamberlain zu rselbe habe zwar nur in seinem eigenen aber die Thatsache, daß ühren könne, en zu werden,
Amerika. Regierung hat, wie dem „W. T. B.“
Die venezolanische 1— chtet wird, Maracaibo für blockiert
aus Caräacas beri
Sprachenverordnung;
Aus Peking meldet das „Reuter'sche Bureau“, der Gouverneur von Schantung Yü sei wegen der Unfähigkeit, mit den Unruhen fertig zu werden, welche gegen die Missionare erichtet gewesen seien, entlassen worden. Zu seinem Nach⸗ chih⸗Kai, der frühere Kommandeur der von Brigade von Hei
ℳ berichtet,
lger sei Suan en europäischen Offizieren
ausgebild ernannt worden. 86
6 In der gestrigen Si wie „W. T. B.“ meldet, der Kolonien Nothwendigkeit hervor, die zu stellen, eine Kolonial⸗Arme Kabelnetz herzustellen. des britischen Staatsse prechen und sagte, de esprochen;
der nationalistis v“ . meldet aus Lourenço „M., daß der deutsche Dampfer „König“ dort mit einer deutschen und einer holländischen Abt des Nothen Kreuzes eingetroffen sei. dem deutschen Konsul in Transvaal empfangen worden und am folgenden Tage in einem für sie bereit stehenden Ambulanz⸗ zuge nach Transvaal abgegangen.
Magalapye
8- Das „Reuter'sche Marques vom 6.
Die Abordnung
en; immerhin sei cher Minister eine derarti bedeutungsvoll genug, um in der und bezeichnend für die ohe Zeit sei.
e 7 Redner
ge Sprache er Kammer bespro Stimmung, welcher Rechnung Chamberlain’s Rede bedeute eine ern wandte sich sodann dagegen, daß Agenten ie das Land der Kabylen durch⸗
demselben Bureau 30. v. M. berichtet, daß alle Vorbereitungen getroffen seien, ganzen dortigen Truppenmacht vorzurücken, die odesia nach Mafeking auszubessern und afeking herzustellen. Die Buren be⸗
um mit der Eisenbahnlinie von die Verbindung mit
fänden sich in einer starken Stellung am Mutsemaklaba⸗ Flusse, 100 englische Meilen nörblich von Maseking.
Nach einem in London amtlich bekannt gemachten Tele⸗ gramm des Obersten Baden⸗Powell aus Mafeking vom 27. v. M. sei dort Alles wohl; das Bombardement setze zu⸗ weilen aus, die Streitkräfte der Belagerer seien bedeutend schwächer geworden.
Das britische Kriegsamt macht ferner bekannt: Von Lord Methuen seien keine weiteren Nachrichten eingegangen. Indessen sage ein Telegramm aus Orange River Station, daß gestern früh bei Graspan die Eisenbahnüberführung esprengt worden sei. Der Telegraph sei abgeschnitten. Kund⸗ chafter hätten Meldungen von einem heftigen Geschützfeuer im Norden überbracht.
Der „Times“ wird aus Modder River vom 5. d. M. gemeldet, daß die Eisenbahnbrücke ihrer Vollendung entgegen⸗ sehes der erste Zug solle am Abend des genannten Tages die crücke passieren. Auch die Pontonbrücke sei hergestellt.
Das britische Kriegsamt veröffentlicht folgende Depesche des befehligenden Offiziers in Kapstadt von gestern Abend 9 Uhr: Die Streitmacht des Feindes in der Nähe des Generals Gatacre besteht, wie berichtet wird, aus folgenden Abthei⸗ lungen: 800 Mann in Dordrecht, 700 Mann mit sechs Ge⸗ schützen auf dem Marsche von Jamestown nach Dordrecht, 1500 Mann in Stormberg, eine qroße Streitmacht von un⸗ bekannter Stärke in Waterfall, 400 Mann in Molteno. General French meldet vom 7. d. M.: Die berittene Neuseeland⸗Infanterie verließ Naauwpoort bei Tagesanbruch und besetzte einen Bergruͤcken südlich von Arundel, um die Ausschiffung berittener Truppen aus drei Eisenbahnzügen zu decken. Arundel wurde sodann um 6 Uhr Abends besetzt. Die Vor⸗ posten des Feindes stehen drei Meilen jenseits von Arundel. Eine Batterte Feld⸗Artillerie und ein Bataillon Infanterie wurden von Modder River abgesandt; sie trieben das Priestow⸗ Kommando in Stärke von 1000 Mann mit einem Geschütz, die die Eisenbahn zerstört hatten, zurück. Auf unserer Seite wurde ein Mann getödtet, 14 wurden verwundet; ein ver⸗ wundeter Bure wurde in der Nähe von Enslin gefunden. Die Telegraphen⸗ und Eisenbahnverbindung nach dem Modder River ist wieder eröffnet.
In Queenstown eingetroffenen Meldungen aus Lady⸗ grey zufolge hätten nicht Freistaatburen, sondern Auf ständische der Kapkolonie Dordrecht besetzt.
Aus Pretoria vom 7. d. M. erfährt das „Reuter'sche Bureau“, daß daselbst aus dem Hauptquartier vor Ladysmith folgendes Telegramm vom nämlichen Tage Augelra sen sei: In der vergangenen Nacht seien Nachrichten ein⸗ gegangen, daß die Engländer auf Colenso vor⸗ gingen; die Nacht sei aber vergangen, ohne daß ein Angriff erfolgt sei. Am 7. d. M. früh habe vor Ladysmith ein ungeregeltes Geschützfeuer stattgefunden, welches die Schiffs⸗ geschütze in der Stadt kräftig erwidert hätten. — Demselbe Bureau wird aus Frere gemeldet, daß am 7. d. M. früh ein heftiges Geschützfeuer in der Richtung auf Ladysmith ver⸗ nommen worden sei. 8
Das „Reuter'’sche Bureau“ meldet aus Ladysmith über Weenen vom 7. d. M.: Seit dem 1. v. M. bis heute sind im Ganzen gefallen: 5 Offiziere, 26 Mann, verwundet
2 2
15 Offiziere, 130 Mann; vermißt werden 3 Mann. Von
den Buren liegt noch eine geschlossene Streitmacht rings um unsere Stellung.
Die „Army and Navy Gazette“ vom 2. d. M. berechnet
die Zahl der Streitbaren (d. i. nach Abzug der Verluste und unter Nichtberücksichtgung der Genietruppen, des Zeug⸗ und Sanitätskorps ꝛc.), über welche Großbritannien gegen⸗
wärtig in Süd⸗Afrika verfügt, wie folgt: in Natal: —
smith 10 000, Estcourt, Pietermaritzburg und Durban 19
zusammen 29 000; in der Kapkolonie: Kapstadt 500, das
Korps Methuen’s 8000, De Aar und Oranje River 4500 Hannover 3500, Naauwport 3000, Queenstown 5500, Kimberle 1
Rhodesia 1500, im Ganzen 59 000.
Nach einer Meldung der „Daily News“ aus Kapstadt vom 5. d. M. ist das britische Dampfschiff „Mashona“, von New Uer⸗ kommend, mit einer Ladung von 17 000 Sack Mehl für Transvaal über Delagoa⸗Bai, am genannten Tage
in Port Elisabeth eingetroffen; das 58 wurde von dem e 8
britischen Kanonenboot „Partridge“ mit Beschlag belegt.
7
Nr. 50 des „Centralblatts für das Deutsche Reeic. 8
herausgegeben im Reichsamt des Innern, vom 8. Dezember, hat
folgenden Inhalt: 1) Konsulat⸗Wesen: Ernennung; — Ableben eines
Konsuls; Exequatur⸗Ertheilung. — 2) Militär⸗Wesen: Ermächtigung zur Ausstellung ärztlicher Zeugnisse für militärpflichtige Deutsche in
Rumänien. — 3) Auswanderungs⸗Wesen: Sechster Nachtrag 2 ol
Verzeichnisse der zugelassenen Auswanderungsunternehmer. 4) Polizei
Wesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Reichzgebiet. Nr. 49 der „Veröffentlichungen des Kaiserlichen Ge
sundheitsamts“ vom 6. Dezember hat folgenden Inhalt: Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten. — Sterbefälle
im Oktober. — Zeitweilige Maßregeln gegen ansteckende Keankheiten.
pen esgl. spren Pest. — Gesetzgebung u. s. w. (Deutsches Reich.)
reußen.) Steingut, und Porzellanöfen. — Cholera⸗
Pest. verdächtige Sex Tuberkulose. — (Braunschweig.)
Viehbeförderungen auf Eisenbahnen. — (Schwarzburg⸗Sondershausen.)
Schrankdrogisten. — (Oesterreich.) Malzweine. — (Triest.) Assanie⸗
Wgen ün Ven emeinxen. 2 vttacenn. ” — Lah Pgt ees ritisch ndien. ilger ahrt. — ueensland.
von Vieh und Fleischverkauf ꝛc. — Gang der Thierseuchen in
regeln gegen Thierseuchen. (Preuß. Berlin, Reg.⸗Bezir
Belgten. 3. Vierteljahr. — Desgl. in Rußland, 1898. — Zeitweilige a Königsberg, Breslau, Bayern, Baden, Oesterreich, Schweiz.) — Ver⸗
handlungen von gesetzgebenden Körperschaften, Vereinen, Kongressen u. f. w. (Deutsches Keeich.) Irrenwesen, Impfwesen, Trunksucht, Wohnungen. — (Neu⸗Süd⸗Wales.) Thierseuchen. — Geschenkliste. — Monatstabelle über die Sterbefälle in deutschen Orten mit 15 000 und
mehr Einwohnern, Oktober. — Desgl. in größeren Städten des Aus⸗
landes. — Wochentabelle über die Sterbefälle in deutschen Orten
mit 40 000 und mehr Einwohnern. — Desgl. in größeren Städten
des Auslandes. — Erkrankungen in Krankenhäusern deutscher Groß⸗
städte. — Desgl. in deutschen Stadt⸗ und Landbezirken. — Witterung. — Beilage: Gerichtliche Entscheidungen zum Nahrungsmittelgesetz
(Pelaß beanstandeter Stoffe zum Fleisch). — Besondere Beilage. eutsches Reich.) Belehrung über die Pest.
as denck vn
8 8 darbietet.
22. November 165 570 daz. b
2000, Mafeking 1500, zusammen 28 500; 1“
8
lachten
Nunst und Wissenschaft.
A. F. — Die Fortsetzung des Vortrags von Professor M. Leurer aus Rom über „Entstehung und Entwickelung der namentalen Blattreihungen“, dessen erster Theil in Nr. 278 .Bl. Gegenstand eines Berichts war, fand vor einigen Tagen im Hör⸗ gal des Fegs e⸗Museums statt. Der Vortragende hatte ufgabe gestellt, nachzuweisen, was die kunstsinnigen
Griechen aus den egyptischen Vorbildern gemacht und wie sie dieselben weiterentwickelt haben. Kennzeichnend hierfür ist die Umbildung des Flächenornaments zum Relief, also die Verwerthung des Vorbildes in der Plastik. Daß es sich auch hier nur um neue Ausdrucksformen des ursprünglichen Kunstgedankens handelte, wurde auf Grund der⸗ selben Methode der Beweisführung, welche im ersten Vortrage schon so überzeugend zur Zuhörerschaft gesprochen, mit dem gleichen Er⸗ folge fesselnd und folgerichtig dargelegt. Auch diese von Original⸗
werken genommenen Lichtbilder ließen keinen Zweifel, daß die griechi⸗
schen Bildhauer und Steinmetzen sich die besten Vorbilder der Egypter zu eigen gemacht baben, allerdings unter Zuthat von soviel Eigenem an edelstem Kunstgeschmack und Formensinn, daß die Scekundärschöpfung nahezu als Original erscheint. Allein es ist festzuhalten, daß die Griechen die wichtigsten unter den natürlichen Vorbildern, die in Griechenland nicht heimische Lotos⸗ blume und Papyrusstaude, aus eigener Anschauung nicht kannten, die egyptische Herkunft der Urbilder somit unbestreitbar erscheint. Wie die unter dem Namen „Eierstab“ bekannte Schmuckform sich aus dem Kranz von Lotosblumen und Blättern entwickelt hat, war als Beisptel schon in dem ersten Vortrage kurz dargestellt worden. Der gleiche Beweis wurde auch für eine Anzahl anderer Ornamente geführt, die wir als Karniese an Tempeln oder an Säulenkapitellen bewundern. Aus eigener Erfindung haben die Griechen manches Neue, manche schöne Blatt⸗ form, wie das Akanthus⸗Blatt, hinzugefügt, doch blieb Verwendung und Anordnung immer den Urbildern treu. Das ist erweislich an jedem der drei Ornament⸗Typen, welche sich in der Blüthezeit der griechischen Seulptur und Architektur unterscheiden lassen, dem dorischen, lesbischen und jonischen Typus. Das dorische und lesbische Ornament behauptet die ursprüngliche Form, läßt die Blätter herab⸗ hängen und hat das zusammenfassende Band oben, während der jonische Typus in gewissem Sinne eine neue Kunstform dur die einfache Umkehr erzeugt, wobei die Bllätter nach oben stehen. Der Vortragende gab zum Schluß, wiederum durch zahlreiche Lichtbilder begleitet, einen Ueberblick von der außerordent⸗ lichen Verbreitung der ornamentalen Blattreihen bei allen Völkern des Alterthums, die überhaupt eine Kunst und ein Kunstgewerbe be⸗ saßen. Außer bei den schon angegebenen Völkern, die um das Mittelmeer wohnten, begegnet man dem Ornament bei den Assyrern und den Persern, auf Cypern und der italischen Halbinsel. Es wurde ver⸗ wendet zur Ausschmückung der verschiedensten Dinge und findet sich auf Wandmalereien, an Rüstungen, auf Sesseln, Teppichen, Vasen, an Spiegelgriffen und Haarnadeln, vor allem aber an antiken Goldschmiede⸗ arbeiten aufs ausgiebigste behaft Professor Meurer vergleicht die Veränderlichkeit und Anpassungsfähigkeit des Blattreihen⸗Ornaments an andere Völker, an anderes Material und an andere Zweck⸗ bestimmungen mit der Anpassungsfähigkeit der Organismen an neue Verhältnisse und neue Lebensbedingungen und findet, daß seine Un⸗ erschöpflichkeit und stetige Entwickelung ein interessantes Beispiel dafür ist, wie in den Gemeinbesitz der Menschheit übergegangene Kunstformen sich forterben, sich veredeln und doch in ihren vollendetsten ormen noch ihren Ursprung an den ewig schönen und ewig jungen
orbildern erkennen lassen, welche die Natur in überreicher Fülle
11““
Land⸗ und Forstwirthschaft. Weizeneinfuhr Marseilles.
8 Nach den Wochenübersichten des „Sémaphore“ betrug die Weizen⸗
einfuhr Marseilles auf dem Seewege: in der Zeit vom 29. Oktober bis zum 3. November 254 736 dz davahs anth, Rußland .. . ... 26217 251 in der Zeit vom 5. bis zum 10. November 252 304 davon aus Rußland 1884 413 in der Zeit vom 12. bis zum 17. November .. 172 914 davon aus Rußland . ...116 326 in der Zeit vom 19. bis zum 24. November 166 462 441 In den Docks und Entrepots von Marseille befanden sich am
“
Getreideernte und Saatenstand in Rußland.
e August herrschenden Dürre folgte eine ununterbrochene Regen⸗
8 4 Eigg, den 25. November 1899. Der im Juli und bis gegen
periode.
Durch die Dürre waren Gerste und Hafer im Stroh zurück⸗ eblieben. Ein Theil der Gerste⸗ und Heleher konnte erst in der e geerntet werden; die Frucht hat dadurch an der Qualität
gelitten. Die Gerste ist in vielen Gegenden sogar ausgekeimt und dadurch für Brauereizwecke unbrauchbar geworden. Der Hafer konnte zwar an manchen Stellen nicht recht ausreifen, war aber doch wider⸗ ö als die Gerste und ist in der Qualität besser aus⸗ gefallen.
Hiernach ergab die Gerste eine schwache Mittelernte mit sehr
kurzem Stroh.
Die Ernte von Hafer war mittelgut, im südlichen Livland sogar
recht befriedigend.
Erbsen und Wicken sind mißrathen; die ersteren überdies wurm⸗
stichig. Nur im südlichen Lipland ist eine Mittelernte erzielt worden.
Die Leinernte ist schwach ausgefallen. Die Kartoffeln haben sich durch den Regen erholt und einen be⸗
8 sied Ertrag geliefert.
8 in zweiter Schnitt von Klee und Heu ist fast nirgends erzielt worden.
Die Bestellung der Felder im Herbst war schwierig, besonders 8 strengem Boden. Die Wintersaaten sind jedoch durchweg gut aufgegangen und vorzüglich eingegrünt; sie stehen an einzelnen Stellen so hoch, daß sie abgeweidet werden mußten. .
*
Der „Times“ wird, dem „W. T. B.“ zufolge, aus Buenos⸗
Aires vom 8. Dezember gemeldet: Das Ge ammtergebniß der beträgt 225 000 Tonnen. Die Wolle ist von
besserer Qualität als im Vorjahre, 60 % des Wollertrags sind ig verkauft. Von der Leinsamenernte, die jetzt ein⸗
8 seehracht worden ist, beträgt der zum Export zur Verfügung
teehende Ueberschuß 350 000 Tonnen oder 40 % mehr als bei der letzten Ernte. Die Weizenfelder sind in gutem Stande, und die Ernte hat in Entre Rios und im Norden von Santa Féô bereits begonnen. Der Ueberschuß für die Ausfuhr wird voraussichtli
Millionen Tonnen betragen. Von der letzten Ernte werden no 150 000 Tonnen verladen. 1
2 “ 1 erkrankheiten und Absperrungs⸗ Maßregeln.
Der Ausbruch und das Erlöschen der Maul⸗ und Klanenseuche unter Rindern ist dem Kaiserlichen Gesundheitsamt gemeldet worden vom Schlacht Viehhofe zu München am 8. Dezember.
“
Bulgarien. verung hat die für Herkünfte von Tr nahmen dahin d c e da —
assagiere, welche direkt von Tr üuchung unterliegen.
ulgarische Regi ege e un
ärztlichen Unterf
vom 24. v. M.)
est kommen, einer (Vergl. „R.⸗Anz.“ Nr. 278
Verdingungen im Auslande.
Bulgarien.
strative Abtheilung des Kriegs⸗ Maschinen, Meßapparaten und rtographische und typographische Anschlag Fr. 12 356, Kaution
22. Dezember, 9 Uhr. Ministeriums Sofia: Lieferung vo verschiedenen Materialien für die ka en des Kriegs⸗Ministeriums.
r. 620.
Verkehrs⸗Anstalten.
gramm aus Oberhausen t über Vlissingen vom 7. Dezemb d auch die erste englische Dezember wegen Sturms auf
Laut Tele englische Pos laut Telegramm aus Dortmun Post über Vlissingen vom 8. See ausgeblieben.
Laut Telegramm aus Köln Post von London über Ostende Köln den Anschluß an Zug 31 nach gen Zugverspätung in England un ee nicht erreicht.
hat ferner die vom 8. Dezember in Berlin über Hildesheim d schlechten Wetters auf
Bremen, 9. Dezember. Dampfer „Darmstadt“ 7. Dez. „Willehad“ 7. Dez. in New York anger. 7. Dez. Punta Delgada, „ 7. Dez. Las Palmas passiert. „Köln“, „Werra“, v. Anstralien kommend, 7. Dez. in en“, n. Ost⸗Asien best., 8. Dez. sien best., 8. Dez. Dover passiert. zember. (W. T. B.) Hamburg⸗Amerika⸗ . Dez. v. Genua über Neapel 7. Dez. in Hamburg, „Allemannia“, Dez. in Antwerpen,
(W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. . New York n. d. W „Kaiser Wilhelm II.“, Stolberg“, n. Brasilien v. Galveston kommend,
eser abgeg. n. New York best.,
8. Dez. a. d. W Suez angek. „Babelsberg“,
Hamburg, 8. De r „Fürst Bismarck“ 7 n. New York abgeg. v. Hamburg n. Westindien, 7. v. St. Thomas n. Hamburg, 7. Dez. in Habre, „ Borkum, 7. Dez. in St. Thomas angek. Kamburg abgeg. münde n. Westindien, 7. Dez. C Bealtimore, 7. Dez. Philadelphia n. Hamburg abgeg. Hamburg, 7. Dez. Dover passiert. angekommen.
London, 8. Dezember. (W. T. B.) Castle⸗Linie. Mittwoch auf Ausreise in Durban (Natal) angek. heute auf Ausreise v. London abgeg (W. T. B.)
„Norderney“, 1 Bolivia“ 6. Dez. in „Syria“ 8. Dez. v. St. Thomas „Galicia“, v. Hamburg über Geeste⸗ uxhaven, „Brisgavia“, v. Hamburg Caxhaven passiert.
über Havre n.
„Cberuskia“, v. Ost⸗Asfien n. „Silesia“ 8. Dez. in Siagapore
„Dunvegan Castle“ „Tantallon Castle“
Antwerpen, 9. Dezember. mündung festgerathene „Königin Luise geworden, heute
Der in der Schelde⸗ Dampfer des Norddeutschen Lloyd *ist mit Hilfe von 4 Schleppschiffen wieder flott früh hier angekommen und wird am Montag früh
seine Reise nach Australien fortsetzen.
Theater und Mufik. 8
Königliches Opernhaus.
Frau Nellie Melba gab gestern als zweite Gastrolle die Violetta in Verdi’s Oper „La Traviata“. tz der erhöhten Preise bis auf den letzten Platz ausverkauft, ein Zeichen, wie groß das Interesse ist, welches das Publikum der ihm bis⸗ her fremden Künstlerin entgegenbringt. sie vielleicht manchem eine Enttäuschung bereitet haben, weil diese Partie ihrer Eigenart weniger entspricht als die der L on kürzlich hier ausgeführt wurde, fast lediglich Gesangs⸗ und zwar in der Hauptsache Koloratursängerin. Die Rolle der Violetta verlangt aber mehr, wenn sie eine tiefere Wirkung aus⸗ üben soll, sie erfordert im Gesange dramatische Lebendigkeit und Wärme der Empfindung, und in der Dar liches Charakterisierungsvermögen.
Wiederum war das Indessen als Violetta wird
Melba ist, wie
stellung ein nicht unbeträcht⸗ Beides ist Frau Melba ver⸗ Man mußte sich mit dem begnügen und an dem er⸗ und das war die schöne
zu bieten vermochte, Reinheit der Intonierung und
Ausgeglichenheit der Stimme, die die erstaunliche Leichtigkeit und Sicherheit, mit der Passagen ausgeführt wurden, Dem Gaste zu Liebe wurden sämmt⸗ Sprache gesungen. atte der General⸗
Fiorituren u. s. w. absolut vollkommene Leiftun liche Partien und sogar die Die Besetzung der Rolle des jüngeren Germont h Intendantur insofern Verlegenheit bereitet, als sicht genommene
öre in italienischer
Herr Marconi Künstlern keiner Gießen half wagemuthig aus, aber er hatte doch seine Kräfte überschätzt, denn abgesehen davon, daß er sich häufig genöthigt sah, zur deutschen Muttersprache wieder seine seine Leistung zu sehr den Anfänger.
Herr d'Andrade,
flucht zu nehmen, verrieth en älteren Germont gab ücklichen Abend hatte
der ebenfalls keinen kt infolge Zutiefsingens
und dem die wirkungsvolle Arie im zweiten mißrieth. Der Beifall erscholl im Ganzen nu
Königliches Schauspielhaus. Mit Allerhöchster Genehmigung fand eier statt. Der 8. Dezember ist nicht etwa ein be⸗ nders denkwürdiger Tag im Leben des Dichters, sondern wurde von den dem Bühnenverein angehörenden T von Aufführungen Freytag'scher
3 den Dichter zufließen soll. Diesen Zweck verfolgte auch die Vorstellung, welcher, einer Einladung der General⸗ Königlichen Schauspiele entsprechen und dessen Töchter beiwohnten. einem von
heaterleitern zur Veranstal tung Werke festgesetzt,
ntendantur der ustav Freytag's zur Darstellung gelangte nach
gedichteten,
die Wittwe
Droescher Hausner im Kostüm des Puck gesprochenen Prolog, welcher Gustav
reytag als Humoristen feiert, das der ersten Schaffensperiode des
ichters entstammende fünfaktige Lustspiel: „Die Brautfahrt oder Kunz von der Rosen“, welches bei dieser Gelegenheit zum ersten lichen Schauspielhauses erschien. Die Kaximilian von Oesterreich mit seinem lustigen Rath Kunz von der Rosen nach Burgund, wo Maria, die Tochter Karl's des Kühnen, in Treue des ihr von Kindheit an be⸗ obwohl die Edlen und das Volk sie dazu drängen wollen, sich mit dem Dauphin zu vermählen, muthet trotz des geschichtlichen Hintergrundes wie eines jener Märchen an, die den Ritt ins alte romantische Land mit allerlei ernsten und Herrn Regisseur rung traf diesen Stil im Ganzen
Mal auf der Bühne des Köni Fahrt des jungen Erzh
stimmten Bräutigams harrt,
„Aventiuren“ Droescher in Seene gesetzte Auffü vortrefflich, besonders fanden aber die zu voller humoristise ausgearbeiteten heiteren Episoden den Beifall des Publikums. einwandfrei Märchenprinzen,
ischer Wirkung
Christians, der berufene Darsteller von den jungen, thatenlustigen Erzberzog ganz in diesem Sinne, während Matkowsky seinen listigen und lustigen Begleiter mit einem benswürdigen, frischen und außerordentlich erheiternden Humor ver⸗ Als tugendhafte Herzogin von Burgund traf Fräulein Lindner den rechten, niemals ins Weichliche verfallenden Ton und Ausdruck. Sehr glaubhaft spielte ferner Fränlein Sperr ein als Knaben verkleidetes Mädchen und die kleine Edit seines Mentors so phlegmatischen Bu In den anderen Rollen zeichneten von Arnauld, die Herren Nesper,
h Krohn den zur Verzweiflung ves von der Rosen.
e Damen Wienrich, Abich ohl, Boettcher und Arndt aus.
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Theater des Westens. 1t is ist fraglos ein glücklicher Gedanke der Direktio
Fwfsen, die beliebte Operette „Der Zigennerbaron“” von
ohann Strauß neu einzustudieren, welche auch am Freitag Abend wieder ihre alte Zugkraft bewährte. Die Einstudierung war eine tadellose. Sogleich das exakt und musikalisch ausgeführte Vorspiel zeigte, mit welcher Lust man an die Arbeit gegangen war, und so offenbarte sich auch im Laufe des Abends eine sorgsame Aufführung⸗ Die Chöre klangen sehr gut, das Zusammenspiel war flott und griff tadellos in einander, und Kapellmeister wie Regisseur erfüͤllten voll ihre Pflicht. Die Titelrolle wurde von Herrn Walter gegeben, dessen frische, helle Tenorstimme der Partie sehr gerecht wurde; er sang und spielte den Sandor Barigkay mit vieler Wärme. Frau Leonie Ney, welche die Saffi als Gastin gab, verfügt über eine große Sopranstimme, die leider in der Höhe schon etwas scharf klingt und zum Tremolieren neigt. Die Sängerin besitzt jedoch musirkalische Sicherheit und führte thren Part mit großer Verve durch. Das reizvoll gesungene Duett
im zweiten Akt mußten sie und Herr Walter auf lebhaften Wunsch des
Publikums wiederholen. Herr Steffens als Schweinezüchter Zsupan war in Spiel und Gesang durchaus befriedigend; er brachte seine Rolle in naturwüchsiger, derber Komik zur Geltung und erhielt die uschauer in heiterster Stimmung. Seine Tochter Arsena fand in räulein Groß eine annehmbare Vertreterin, und die anderen Rollen lagen bei den Damen Detschy, Brackenhammer sowie Porten, Philler, Holy sowohl in musikalischer wie schauspielerischer Hinsicht ia bewährten Händen. Selbst die kleineren Rollen der drei Zigeuner u. s. w. erfuhren eine befriedigende Darstellung. Die Aus⸗ stattung war in Bezug auf Kostüme und Dekoration glänzend. Das Publikum befand sich in äußerst angeregter Stimmung und dankte den Sängern durch reichen, anhaltenden Beifall. Immer wieder mußte sich der Vorhang beben, bis endlich auch der Direktor und der Regisseur auf der Bühne erschienen, um ebenfalls den ihnen gebührenden ank entgegenzunehmen. ö“
11“ 113“ v“ Im Königlichen Opernhause wird morgen Johannes Doebber's Ovper „Die Grille“ gegeben. Die Damen Herzog, Goetze, Rothaufer, Krainz, Kopka und die Herren Berger, Wittekopf, Stammer und Krasa sind darin beschäftigt. Im zweiten Akt tritt räulein Dell' Era auf. Kapellmeister Schalk dirigiert. — Am ontag findet der vierte Symphonie⸗Abend der Königlichen Kapelle unter Kapellmeister Felix Weingartner's Leitung statt. Es werden das D-moll⸗Konzert für Streichorchester, 2 Solo⸗Violinen und 1 Solo⸗Cello von Händel, die „Roma“⸗Suite von Bizet und die A-dur⸗Symphonie von Beethoven zu Gehör gebracht. Mittags 12 Uhr ist die öffentliche Hauptprobe. Billets hierzu (2 und 1 ) sind bei Bote u. Bock und an der Opernhauskasse zu haben.
Im Königlichen Schausptelhause wird morgen Ludwig ege Märchenschwank „Schlaraffenland“ unter Mitwirkung der Damen Schramm und Hausner, der Herren Vollmer, Christians, Keßler und Kraußneck gegeben. — Am Montag findet eine Wiederholung von Gustay Freytag's Lustspiel „Die Brautfahrt, oder Kunz von der Rosen“ statt.
Im Neuen Königlichen Opern⸗Theater selangt morgen Abend zu ermäßigten Preisen Schiller’'s Trauerspiel „Kabale und Liebe“ zur Aufführung.
Das Deutsche Theater bringt auch in nächster Woche Wieder⸗ holungen des „Probekandidaten“ allabendlich vom morgigen Sonntag bis einschließlich nächstfolgenden Sonntag, mit 1-e. Ausnahme des Donnerstags, an welchem Sudermann's Drama „Johannes“ zur Aufführung gelangt. Morgen Nachmittag wird „Fuhrmann Henschel“, am nächstfolgenden Sonntag „Cyrano von Bergerac“ gegeben.
„Im Berliner Theater gestaltet sich der Spielplan für nächste Woche folgendermaßen: morgen, am Montag und nächsten Sonntag: „Das verlorene Paradies“; Dienstag: „Dolly“; Mittwoch, zur 1egag een Geburtstagsfeier 5 Heine’s, Festvorstellung: „Almansor’, „Berzidyll“, Heine⸗Lieder, gesungen von der König⸗ lichen Kammersängerin Frau Rosa Sucher, begleitet vom Hofkapellmeister J. Sucher; Freitag (14. Abonnements⸗Vorstellung) und Sonnabend: dieselbe Vorstellung. Am Donnerstag findet die Erstaufführung des Weihnachtsmärchens „Frau Holle von A. Prasch statt. Dasselbe wird am Sonnabend und Sonntag Nachmittags wiederholt. Morgen x. „Romeo und Julia“ gegeben.
„Im Schiller⸗Theater kommt morgen Nachmittag „Der Richter von Zalamea“, Abends das Sudermann'sche Schauspiel „Die Ehre“ zur Aufführung. Am Montag wird „Viel Lärmen um Nichts“, Dienstag „Die Richterin“, Sonnabend „Iphigenie auf Tauris“ wiederholt, am Mittwoch, Donnerstag und Freitag geht, neu ein⸗ studiert, Das Käthchen von Heilbronn“ in Scene. Nächsten Sonntag Nachmittag wird als dritte Vorstellung im Schiller⸗Cyelus „Don Carlos“ aufgeführt. — Im Bürgersaale des Rathhauses findet morgen ein „Heine⸗Abend“ statt. 9
m Theater des Westens gelangt morgen Nachmittag bei halben Preisen Weber's Oper „Der Frelschüt. zur Aufführung. Morgen Abend, am Montag, Mittwoch und Donnerstag finden Wiederholungen der Operette „Der Zigeunerbaron“ statt. Am Dienstag und Freita gastiert Fräulein Prevosti in „La Traviatat. Am M. Itwoch und Sonnabend, Nachmittags 3 Uhr, gelangt das Weihnachtsmärchen „Schneeweißchen und Rosenroth, oder der verzauberie Prinz“ zur Darstellung. Am Sonnabend Abend geht zu halben Preisen „Fra “ 8 Fne HbeA estaltet sic 8.
m Lessing⸗Theater gestalte der Spielplan der kommenden Woche folgendermaßen: ermann Bahr's Lustspiel „Josephine“ wird morgen und am ittwoch wiederholt. Am Freitag wird Sudermann’s Schauspiel „Die Ehre“ in der Besetzung der Jubiläumsvorstellung gegeben. Am Montag, Die na. Donners⸗ tag und Sonnabend finden Wiederholungen von Blum. halts und Kadelburg's Lustspiel „Als ich wiederkam“ statt.
Im Neuen Theater ist der Spielplan für die nächste Woche, wie folgt, zusammengesetzt: E. von Wolzogen’'s Lustspiel „Ein un⸗ beschriebenes Blatt“ geht morgen, am Montag (ium 50. Male), Donnerstag, Sonnabend und nächsten Sonntag Abend in Scene. Am Dienstag gelangt alsdann P. Langenscheidt's Schauspiel⸗Rovität „Gegen den Strom“ zur Erstaufführung und wird am Mittwoch und Freitag wiederholt. Morgen, Mittags 12 Uhr, findet die bereits angekündigte Matinée der „Secessionsbühne“ statt, in welcher das Sagendrama „Der Besiegte“ von Wilhelm von Scholz und bierauf „Der Kammersänger“, drei Scenen von Frank Wedekind, zur Darstellung gebracht werden.
Im Thalia⸗Theater findet morgen die vorletzte Sonntags⸗ Aufführung der Ausstattungsposse „Der Platzmajor! statt. Das erfolgreiche Repertoirestück, welches am Mittwoch, den 20. d. M., zum 100. Male in Scene geht, wird zu Weihnachten von einer Novität abgelöst werden. Wie schon mitgetheilt, geht am Freitag „Der Milltonen⸗ bauer“ mit Emil Thomas in der Titelrolle einmalig in Scene; die Vor⸗ stellung wird zum Besten der Stiftung „Nationaldank für Beteranen“ veranstaltet. Billets zu dieser Vorstellung sind außer an der Theater⸗ kasse bei den Herren F. Fabbrueci Hoenen ⸗ 72), M. Wilde; Festiet Lefctnam (Annenstraße 22), F. Coban (Dresdenerstraße 82/⁄83) uflich.
Morgen, Mittags 12 Uhr, findet in der Philharmonie die öffentliche Hauptprobe und am Montag Abend das fünfte Phil⸗ harmonische Konzert (Beethoven⸗Abend) selbst statt. Dirigent: Arthur Nikisch, Solist: Eugen d'Albert. Programm: vym⸗ phonie in C-qur, Klavier⸗Konzert in Es-dur, Symphonie in O. moll.
Zu der morgen, Abends 7 Uhr, im Beethoben⸗Saal statt⸗ findenden Wiederholung des Konzerts, das die „Berliner Liedertafel' am 24. November in der Philharmonie bei völlig ausverkauftem Hause veranstaltete, sind bereits seit mehreren Tagen sämmtliche Pläte vergriffen. Als Solistin wird die König⸗ liche Hof⸗Opernsängerin Frau Helene Lieba n⸗ Globig mil⸗ wirken. — Das nächste Konzert des Vereins, am 2. April kommenden 98 dene Freg 8 5 vnofa
arunter die mehr mit großem Erfolge aufgeführte Symphonie⸗ Ode „Das Meer“ von Jean Louis Nicodé.