1.
die sich im Besitze des m Zwecke überläßt, 10 Abs. 4 zuwider an ird mit Gefängniß bis fünftausend Mark nigen, welcher die neten Zwecke verwendet. so tritt ausschließlich
Wer Schuldverschreibungen, Schuldners befinden, eine as Stimmrecht der Vors
m Anderen zu de
zu einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu 1 Die gleiche Strafe trifft Schuldverschreibungen z
Sind mildernde Umstände vorhanden, die Geldstrafe ein.
Wer in der Bekanntmachung, die
ird, oder in der Auskunft, die g
Gläubigerversammlung ertheilt wi aben über Thatsachen macht, d
ee bezeichneten Vorschrifte
zu einem Jahre oder mit
u dem bezeich
2 erlassen 11 Abs. 4 in der cd, wissentlich unwahre An⸗ eren Mittheilung ihm nach wird mit Gefängniß bis Geldstrafe bis zu dreitausen
2 ihm obliegende Bekannt⸗
Wer es unterläßt, die nach 8 eldstrafe bis zu dreitausend
machung zu bewirken, wird mit Mark bestraft.
er sich besondere Vorthe
ile dafür gewähren oder ver⸗ prechen läßt, daß er bei einer
Abstimmung in der Gläubiger⸗
Sinne stimme oder an der dig lung nicht theilnehme, Geldstrafe bis zu dreitausend Mark oder mit Ge⸗ Jahre bestraft.
ängniß bis zu einem . e trifft denjenigen,
Die gleiche Straf Vortheile dafür gewährt ode Abstimmung in der Gläubi Sinne stimme oder an der sammlung nicht theilnehme. 8
Auf Schuldverschreibungen de staats oder einer Körperschaft des öffe Vorschriften dieses Gesetzes keine gesetze können jedoch bestimmen, n auch auf Schuldverschreibungen vo entlichen Rechts finden.
welcher besondere er verspricht, daß jemand bei einer gerversammlung in einem gewissen Abstimmung in der Gläubigerver⸗
des Reichs, eines Bundes⸗ ntlichen Rechts finden die Die Landes⸗ daß die bezeichneten Vor⸗ Körperschaften
Anwendung.
Unberührt bleiben die landesgesetzlichen Vorschriften über die Versammlung und Vertretung der Pfandgläubiger einer in dem zur abgesonderten B
Eisenbahn oder Kleinbahn 1 standtheilen der Bahn⸗
friedigung dieser Gläubiger aus den Be einheit bestimmten Verfahren.
Dieses Gesetz tritt gleichzeitig mit dem Bürgerlichen Gesetz⸗ buch in Kraft.
Es findet auch auf die vorher verschreibungen Anwendung.
Urkundlich unter Unserer und beigedrucktem Kaiserlichen
Gegeben Neues Palais, den
ausgegebenen Schuld⸗ öchsteigenhändigen Un 4. Dezember 189909.
Wilhelm. Fürst zu Hohenlohe.
Königlich Preußische Armee.
ziere, Fähnriche ꝛc., Ernennungen, Befö
Im aktiven H Port Victoria,
und Versetzungen. an Bord S. M. Yacht „Hohenzollern“, 28. November. von Koscielski, Lt. im 1. Leib⸗Hus⸗ Regt. Nr. 1, in das Hus. Regt. von Schill (1. Schles.) Nr. 4, Rintelen, Lt. im Feld⸗Art. Regt. Nr. 58, in das 2. Pomm. Feld⸗Art. Regt. Nr. 17, — versetzt.
In der Gendarmerie. Berlin, 5. Dezember. v Elpons, Oberst und Brigadier der 8. Gend. Brig., ein Patent seines Dienstgrades und der Rang als Regts. Kommandeur verliehen.
Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. 5. Dezember. Zangemeister, Major und Abtheil. Kommandeur im 1. Westfäl. Feld⸗Art. Regt. Nr. 7, mit Pension zur Disp. gestellt. rhr. Speck v. Sternburg, Oberlt. und Felrjäger, vom Reitenden eldjägerkorps ausgeschieden und zu den Offisieren der Landw. Jäger .Aufgebots übergetreten. Gendarmerie. pensionierten Oben⸗Wachtmeistern: Schütt, bisher in der 3. Gend. Brig., Grote, Steinke, bisher in der 4. Gend. Brig., Brügge⸗ mann, bisher in der 7. Gend. Brig., der Charakter als Lt. ver⸗
Im Beurlaubtenstande. Tiaben, Lt. der Res. des Inf. Rects. (7. Westfäl.) Nr. 56, mit Pension, Heinemann, Lt. der Res. des rain⸗Bats. Nr. 6, — der Abschied bewilligt.
Beamte der Militär⸗Verwaltung. Durch Verfügung des Kriegs⸗Ministeriums. 9. No⸗ Budde, Dr. Burkhardt, Ekert, Dr. Froehner, Fuchs, Gerichten, Dr. Kreuder, Krüger, Kühn, Mosdorf, ulek, Sames, Thielemann, Dr. Wagner, Unter⸗Apotheker des Beurlaubtenstandes, zu Ober⸗Apothekern befördert. Dr. Nathansohn, Selig, Dr. Siedler, Stechern, Ober⸗Apotheker des Beurlaubtenstandes, der Abschied
Stief, Ober⸗Apotheke
5. Dezember.
alais, 2. Dezember. Bogel von Falckenstein
Dr. Pauer, Piech
16. Noyember.
29. November. standes, der Abschied bewilligt.
Kaiserliche Marine. Ernennungen, An Bord S. M. Pacht Frhr. v. Senden⸗Bibran, Kontre⸗Admiral, Admiral à la suite Seiner Mazjestät des Kaisers und Königs und Chef des Marinekabinets, unter Belassung in dem Verbältniß als Admiral à la suite und in den bisherigen Dienstverhältnissen, zum Vize⸗Admiral befördert. Blokhuis, Lt. zur See vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Deutschland“, zum Stabe S. M. großen Kreuzers „Kaiserin Augusta“ übergetreten. Palais, 30. November. Westerkamp, Lt. zur See vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Kaiserin Augusta“, zur Marine⸗ Station der Nordsee, Franzius, großen Kreuzers „Deutschland“, zum Stabe S. M. großen Kreuzers „Kaiserin Augusta“, — übergetreten. Neues Palais, 4. vom Stabe Flaggleutnant
des Beurlaubten⸗
Beförderungen
Offiziere „Hohenzollern“,
Versetzungen ꝛc.. Kiel, 17. November.
Lt. zur See vom Stabe S. M.
v. Natzmer, Oberlt. zur Kreuzers „Deutschland“, Kreuzer⸗Geschwaders,
Kreuzers „Deutschland“, zum Stabe S. M. großen Kreuzers „Hansa“, erzbruch, Oberlt. 8. 888 reuzer⸗Geschwaders, zum Stabe S. land“, Cleve, Lt. zur See von der Marine⸗Station der Ostsee, mit dem 15. Dezember d. J. zum Stabe S. M. kleinen Kreuzers 8. .. N.2Sen reh ser Se Sis See. 82 nen Kreuzers „Greif“, m emselben Zeitpun zur Marine⸗ Station der Nordsee, — übergetreten. 8 3
zum Stabe
beim Stabe 7. großen Kreuzers „Deutsch⸗
Kaiserliche Schutztruppen. Neues Palais, 2. Dezember. v. Carnap⸗Quernheimb,
Oberlt. à la suite der Schutztruppe für Kamerun, kommandiert zur Dienstleistung bei dem Auswärtigen Amt, von diesem Kommando
enthoben.
Statistik und Volkswirthschaft
Konkursstatistik.
Nach der vorläufigen Mittheilung des Kaiserlichen Statistischen Amts zur Konkurs statistik gelangten im dritten Vierteljahr 1899 im Heutschen Reich 1625 neue Konkurse zur Zählung, gegen 1564 im dritten Vierteljahr 1898.
Es wurden 146 Anträge auf Konkurseröffnung wegen Mangels eines auch nur die Kosten des Verfahrens deckenden Massebetrages abgewiesen und 1479 Konkursverfahren eröffnet; von letzteren hatte 8 924 Fällen der Gemeinschuldner ausschließlich die Konkurseröffnung eantragt. Beendet wurden im dritten Vierteljahr 1899: 1626 (3. Viertel⸗ jahr 1898: 1595) Konkursverfahren, und zwar durch Schlußverthei⸗ lung 1086, durch Zwangsvergleich 397, infolge allgemeiner Ein⸗ willigune 36 und wegen Massemangels 107. In 622. beendeten Konkursrerfahren war ein Gläubigerausschuß bestellt.
Von den 1625 neuen und den 1626 beendeten Konkursverfahren betrafen:
hysische Personen . . 1422
112259
Handelsgesellschaften... 64 Genossenschaften .. . 4 andere Gemeinschuldner. 12
Ergebnisse der Kriminalstatistik für das Deutsche — Reich (1898).
Im vierten „Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reichs“, Jahrgang 1899, veröffentlicht das Kaiserliche Statistische Amt die vor⸗ käufigen Ergebnisse der Kriminalstatistik im Deutschen Reich für 1898. Im Jahre 1898 wurden wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reichsgesetze 477 701 Personen verurtheilt, darunter 47 975 unter 18 Fahre alt. Die Verurtheilung erfolgte bei 82 209 Personen wegen Verdrechen und Vergehen gegen Staat, öffentliche Ordnung und Religion, bei 203 301 wegen Verbrechen und Vergehen gegen die Person, bei 190 339 wegen Verbrechen und Vergehen gegen das Vermögen und bei 1352 Personen wegen Amtsdelikten. Beim Vergleich mit den Vor⸗ jahren sind die Verurtheilungen wegen Verbrechen und Vergehen gegen die Person stetig und zwar wesentlich gestiegen, die Zahl der Ver⸗ urtheilten dieser Kategorie betrug 1893: 172 096, 1895: 187 834, 1898: 203 301, die Verbrechen und Vergehen gegen Staat, öffentliche Ordnung und Religion, welche von 73 107 im Jahre 1893 auf 82 696 im Jahre 1897 gestiegen waren, sind 1898 um 487 zurückgegangen. Die Zahl der wegen Verbrechen und Vergehen gegen das Vermögen Verurtheilten ist von 183 645 im Jahre 1893 auf 179 136 im Jahre 1896 gefallen, im Jahre 1897 auf 183 797 und im Jahre 1898 auf 190 839 gestiegen.
Für einige besonders wichtige Delikte stellen sich die Zahlen der im Jahre 1898 verurtheilten Personen folgendermaßen: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte 15 496, Hausfriedens⸗ bruch 22 207, Unzucht 5093, Kuppelei 2765, Beleidigung 55 995, gefährlicher Körperverletzung 90 822, Diebstahl 97 089, Unterschlagung 19 776, Heblerei 7711, Betrug 24 197, Urkundenfälschung 4911, Sach⸗ beschädigung 18 213, Brandstiftung 501, Meineid 783, Mord, Todt⸗ schlag und Kindes mord 428, Vergehen gegen die Gewerbeordnung 18 805.
Von den 47 975 „Jugendlichen“, d. h. 12 bis unter 18 Jahre alten Personen, wurden unter anderen verurtheilt: 23 647 wegen Diebstahls, darunter 3945 wegen schweren Diebstahls, 8198 wegen Körperverletzüng. 3060 wegen Sachbeschädigung, 2252 wegen Unter⸗ schlagung, 1938 wegen SBeicse 1285 wegen Hehlerei, 658 wegen Urkundenfälschung, 1241 wegen Sittlichkeitsvergehen, 28 wegen Mordes, Todtschlags und Kindesmordes, 165 wege Brandstiftung und 39 wegen Meineid. v1“
8 8
Tabackbau und Tabackernte 1899.
Im 4. „Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reichs“, Jahrgang 1899, sind Nachweise über den Tabackbau und die Taback⸗ ernte im Jahre 1 898 und vorläufige Angaben über den Tabackbau im Jahre 1899 veröffentlicht.
Innerhalb des deutschen Zollgebiets hatten im Jahre 1898: 139 171 Pflanzer eine Gesammtfläche von 17 652 ha mit Taback be⸗ pflanzt (1897: 155 522 Pflanzer 21 567 ha) und davon geerntet 39 557 t Taback in dachreifem, trockenem Zustande, d. i. auf 1 ha 1844 kg (1897: 45 341 t oder 2102 kg auf 1 ha).
Als Gesammtwerth der Ernte (Verkaufswerth einschließlich der Steuer) wurden ermittelt 24 516 739 ℳ (1897: 34 346 252 ℳ), so⸗ daß 1 da dieser Ernte in dachreifem, trockenem Zustande durchschnitt⸗ lich einen Preis von 75,30 ℳ (1897: 75,75 ℳ) gebracht hat.
Im Jahre 1899 sind nach den vorläufigen Ermittelungen nur 14 644 ha mit Taback bepflanzt worden, also 3008 ha wenigereals im Vorjahr. Die Ursache dieses Rückganzs ist wohl in den mäßigen Erträgen der 1898 er Ernte zu suchen. 1
1“
Salzstatistik für das Jahr 1898. 8
Die im vierten „Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reichs“, Jahrgang 1899, veröffentlichte Salzstatistik ergiebt, daß während des Rechnungsjahres 1898 im deutschen Zollgehiet an Stein⸗ salz aller Art 574 714 t (im Vorjahre 562 832 t), an Siedesalz 563 278 t gegenüber 545 587 t im Rechnungsjahre 1897 gewonnen worden sind. Von ausländischem Salze wurden 21 994 t. (gegenüber 22 365 t im Vorfahre) eingeführt, darunter aus Groß⸗ britannien 18 295 t und aus Portugal 1571 t. Dieses liefert haupt⸗ sächlich Seesalz, welches zum Pökeln und Nachpökeln von Heringen und ähnlichen Fischen Verwendung findet, während das englische Siedesalz meist als Tafelsalz verbraucht wird.
Die Aus fuhr von Salz nach dem Auslande hat 226 352 t betragen, 8498 t mehr als im Vorjahr; davon entfallen 178 170 t oder 79 % auf Steinsalz. Hiervon wurden 24 508 t nach Belgien, 33 587 t nach den Niederlanden, 31. 158 t nach Oesterreich⸗ Ungarn und 51 114 t nach Britisch⸗Ostindien abgesetzt. Von dem ausgeführten Siedesalz (48 182 t) ist ein erheblicher Theil (12 232 t) nach Schweden abgesetzt worden.
Innerhalb des Zollgebiets wurden an Speisesalz 422 538 t nach Entrichtung der Abgaben in den freien Verkehr gesetzt, das er⸗ giebt einen Verbrauch von 7,7 kg auf den Kopf der Bevölkerung. Ohne Entrichtung der Abgaben wurden 538 206 t Salz abgelassen (9,9 kg auf den Kopf). avon sind 116 475 t zu landwirthschaft⸗ lichen Feeacgen (Viehfütterung und Düngung), dagegen 421 731 t zu gewerblichen Zwecken verwendet worden, und zwar wurden abgelassen: an Soda⸗ und Glaubersalzfabriken 234 773 t, an chemische und Farbefabriken 94 903 t, an die Leder⸗Industrie 33 451 t, an die Metallwaaren⸗Industrie 32 376 t, an Seifen⸗ und Kerzenfabriken 9405 t, an Glas⸗ und Thonwaarenfabriken 2146t.
Bewegung der Bevölkerung Frankreichs “
im Jahre 1898.
Nach dem im „Journal officiel“ veröffentlichten amtlichen Bericht über die Bewegung der Bevölkerung Frankreichs im Jahre 1898 beträgt die Zahl der im vergangenen Jahre “ 1 e
um 15 174 1897 und um 21 653 Abnahme der Geburten zeigt anz allgemein in Frankr öhere Zahl der Geburten a Departements sind Abnahmen zu verzeichnen. D ahl der Geburten auf 1000 Einwohner am höchsten Calais (30,9), Nord (28,3), Seine⸗ Côtes⸗du⸗Nord (27,3), Corsica (25,3) Departements 1000 Einwohner Lot⸗et⸗Garonne (14,5), Gers (14,5), Yonne (15,4), Lot (16,7), Cöte d'Or (17,1). Haute Garonne (17,2), Indre⸗et⸗Loire (17,2), Orne 17,2), Tarn⸗et⸗Garonne (17,2) und Hautes Pyrénées (17,4). Unter Geburten befanden sich 769 347 eheliche und 74 586 uneheliche, 1403 gegen
Der Ueberschuß der Zahl der männlichen über die der während er sich für die
niedriger als im Jahre aber um 9760 höher dem Berichtsjahre fast nur 13 Devpartements weisen eine ls im Jabre 1897 auf. In allen übrigen Die zehn Departements, in denen die Z ist, sind Finistère (32,0), Pas⸗de⸗
Inférieure (28,1), Morbihan (27,4),
niedrigsten:
was für die
weiblichen Geburten beträgt eit von 1889 bis 1898 auf durchschnittlich 18,000 stellt. ahl der Todtgeborenen betrug im Berichtsjahre 39 805, etwas weniger als der zehnjährige Durchschnitt von 40 700.
Die Todesfälle beliefen sich im Berichtsjahre auf 810 073 Die Zahl derselben war um 59 054 höher als 1897 und um 38 189 höher als 1896, aber um 41 913 niedriger als 1895. In der Periode von 1889 bis 1898 kamen in einem Jahre durchschniftlich 21,8 Sterbefälle auf 1000 Lebende. Die Sterblichkeit im Berichtsjahre war also etwas geringer als im zehn⸗ jährigen Durchschnitt. Die Zahl der männlichen Gestorbenen überschritt vm 27 169, während dieser
oder 21,2 auf 1000 Lebende.
im Berichtsjahre die Unterschied im zehnjährigen Durchschnitt 31 400 betrug.
Der Ueberschuß der lebend Geborenen über die Gestorbenen, also die natürliche Bevölkerungszunahme,. betrug demnach im vergangenen Jahre nur 33 860 gegen 108 088 im Vorjahre und 93 700 im Jahre 1896.
Die Zahl der 291 462 i.
eirathen belief sich im Jahre 1898 auf 287 179 .1897, 290 171 i. J. 1896 und 282 915 i. J. Auf 1000 Einwohner kamen 1898 7,5 Heirathen, während sich diese Ziffer für die Periode von 1889 bis 1898 auf 7,4 wie für riode von 1879 bis 1888 stellt. ie Zahl der Ehescheidungen, deren 7238 im Jahre 1898 stattfanden, zeigt im Vergleich mit der des Vorjahres eine geringe Abnahme: um 222, während sie seit 1884 in jedem Jahre um 300 bis 400 gestiegen war.
Die wichtigsten Erscheinungen in der Bewegung der Bevpölkerung während der letzten zehn Jahre ergeben sich aus nachstehender
Bewegung der Bevölkerung Frankreichs in den Jahren 1889 bis 1898. Die Zahl der lebend Ge⸗
größer (+) oder
kleiner (—) als die der Ge⸗
storbenen um
Jahre. Heirathen dungen. borene.
α4α14‿rrns
Literatur.
Ein Königstraum. Textlicher und musikalischer Theil von Dr. Victor Ritter von Fritsch, Bilder von Ferdinand Leeke. 13 Vollbilder in Gravure, 27 Text⸗Illustrationen, 13 musi⸗ 30 zu 40 cm, Vollbildgröße 20 zu 30 cm.) rischen Hofkunstanstalt von Franz Preis, in Prachtband mit Goldschnitt, 50 ℳ
kalis he Phantasien. (Format Mäünchen, Verlag der Königlich bave Hanfstaengl. Wer den Entwickelungsgang dem ist auch bekannt,
erst dann sein Gluͤcksstern aufging von Bayern ihm sei Schutz und Schirm Schöpfungen vollendeter Darstellung gelangen, um dann ihren Welt anzutreten und übera Bühnenkunst zu verkünden. lichen ist das vorliegende Werk bestimmt, Form eines Traumes des Königlichen Gönners alle Musikdramen auptmomenten und schönsten Scenen Es versetzt uns zunächst nach Februar 1883. die vom Winde sanft den großen Meister der zen Welt, ein
unter welchen Anfeindungen und Schwierig⸗ entgegenstreben als die Huld König Ludwig's II. Laufbahn ebnete. dieses für alles Schöne begeisterten Fürsten konnten des deutschen Dichterkomponisten
ne dornenvolle Erst unter dem zu allseitig Siegeszug durch die U den Aufgang einer neuen klangvollen Diese ideale königliche That zu verherr⸗ indem es in der poetischen
Richard Wagner's in ihren an dem Leser vorüberziehen jenem düsteren Tage Im Palazzo Vendramin, an dessen Stufen bewegten Wellen der Lagune plätschern, hat unerbittliche Tod ereilt. König im Reiche der Töne, ganzen Eigenart in seinen Werken zu verkörpern wu die glühendste Leidenschaft musikalisch gestaltete, er, Brust erfüllen, mit mächtigen
Er, der Bezwinger einer gan der die germanische Urkraft in ihrer ßte, dessen Genius der alle Gefühle, Accorden anzu⸗ und Schaffen entrissen worden. Balustrade seines auf schroffen chlosses träumerisch ein König und blickt wie weltver⸗ Mondsichel beglänzte Berglandschaft und auf den See Er, der Förderer alles Edlen und e und Einsamkeit, die er hier findet.
ste und göttlichste der Künste hat von jeher und v Besitz genommen
welche die menschliche schlagen wußte, ist plötzlich dem Leben Zu derselben Stunde lehnt an der Felsen thronenden loren in die von der Schönen, sehnt Die Musik, die
anderen von seinem H Meister zu inniger Freundschaft zusammengeführt; waren die Worte des großen Dichters: dem König gehen, si
Botschaft überreicht; beim ersten Blatt entsinkt seinen Händen, und ein Der Meister Trauer ergreift den 8 1 fühlt die unendliche Segensfülle höchster Kunst, seinen Werken den Deutschen dargeboten großen Triumph, daß an der Neige des Tonkunst sich die Welt erobert hat. der Erinnerung, es ents Auge tauchen leuchtenden Gestalten, sie an seinem Gei voll Wehmuth, Lust und Schmerz, Ein Klingen und Singen dringt von den weiße Nebel umziehen den See und verh er Schimmer die wa
sein Leitstern dabei ll der Sänger mit e beide wohnen auf der Menschheit versunkenen Blick darauf erbleicht Wehruf entringt sich seinen Schmerzliche
Monarchen
und Freund König um den Dahingeschiedenen, denn die der Meister in Er fühlt auch den Jahrhunderts die deutsche ft berührt ihn der Hauch die Gegenwart, und vor seinem Bilder der Vergangenheit auf. noch einmal sollen
chwindet ihm
die der Meister geschaffen, berwandeln; alle die berauschenden Töne noch einmal sollen sie ertönen. geheimnißvolle schaft. Plötzlich Uenden Schleier; in der Ferne schein das Kapitol, weiß gekleidete Knaben ziehen Friedensgesange: das einst ter Rienzi, dem Volkstribunen. alle herauf, jene dem deutschen Volke des Meisters: Tristan und Isolde, die Meister⸗ Helden aus dem „Ring d Mysterium des Grals.
Bergen herüber üllen die Land
durchbricht ein rosig erglänzt im Sonnen über die Engelsbrücke mit lieblichem mächtige stolze Rom ist neu erst Und so steigen sie nach einander Schöpfungen Lohengrin, der fliegende Holländer, Nürnberg, die Götter und Parsifal und das
gewordenen Tannhäuser,
singer von Nürn Nibelungen“ und schließlich
tragenen Geburten 843 933; auf 1000 Einwohner kamen ohne Todtgeborenen 22,⸗ Geburten. Die Zahl der Geburten ist
6
Ergriffen von dem Wunder der Erloͤsung und dem Glanze des Grals
55 5 v
sinkt der König, als es im Osten bereits zu dämmern beginnt und der
flammende Saum der Wolken den jungen Tag verkündet, in seinen Lehnstuhl. Da fällt ein Lichtstrahl in das dämmernde Zimmer: ein engelgleicher Genius erscheint, neigt sich über ihn, krönt den einsamen Herrscher mit einem Kranz von Lorbeer, und von seinen Lippen klingt es: „Vom Lorbeer, der des Meisters Haupt geschmückt, nimm hehrer Fürst, den Kranz auch für das deine. Du hast den Geist der Noth und Nacht entrückt, der nun die Welt erfüllt mit hellem Scheine... Ein Fürst, ein Freund, ein nahverwandter Geist — nie soll die Zukunft Euer Bilden trennen, und wer das Werk des Sängerfürsten preist, wird auch den Namen seines Königs nennen.“ — Zu dem vorstehend skizzierten, von Dr. Victor Ritter von Fritsch verfaßten, Text, welcher auch noch durch musikalische Phantasien nach Haupt⸗ motiven aus den einzelnen Musikdramen eine stimmungsvolle Zugabe erhielt, hat der Maler Ferdinand Leeke, der schon durch frühere, an dieser Stelle gewürdigte Publikationen des Hanfstaengl'schen Verlages seine Begeisterung für die Schöpfungen Richard Wagner's und die deutschen Götter⸗ und. Heldensagen bewies, die Illu⸗ strationen geliefert. Mit künstlerischem Blick traf er die Aus⸗ wahl der Scenen und Gruppen, in denen die Handlung der Musikdramen gipfelt. Ebenso hat er die Erscheinung König Ludwig's II. auf den beiden, die oben geschilderten Situationen darstellenden Blättern in idealer Weise erfaßt, sodaß die zahlreichen Tafeln und Textbilder auch dem Auge einen Genuß darbieten. Die technisch vollendete Reproduktion der Bilder und die gediegene Auzstattung in Druck, Papier und Einband, welche die Hanfstaengl'sche Kunst⸗ anstalt dem Werke hat angedeihen lassen, machen dasselbe für jeden Musikfreund, besonders aber für die Verehrer des Bayreuther Meisters und seines hohen Förderers zu einer vornehmen und schönen, des Andenkens Beider würdigen Festgabe.
— Geschichte Roms und der Päpste im Mittelalter. Mit besonderer Berücksichtigung von Kultur und Kunst nach den Quellen dargestellt von Hartmann Grisar, Professor an der Universität Innsbruck. Mit vielen historischen Abbildungen und Plänen. Erster Band: Rom beim Ausgang der antiken Welt. Frei⸗ burg i. B., Herder'sche Verlagsbuchhandlung 1899. — Dieses auf se Bände berechnete Werk soll die Geschichte Roms und des preche thums vom vierten Jahrhundert bis zu den Päpsten der Renaissance umfassen. Der erste Band, von dessen 15 Lieferungen bisher 8 Lieferungen (Preis je 1,60 ℳ) erschienen sind, behandelt die Periode vom vierten bis in das siebente Jahrhundert. Er
zerfällt in sechs Abschnitte: Rom beim Erlöschen des heidnischen⸗
Kultus; Rom und die Päpste während der Gothenherr⸗ schaft in Italien; Rom gegenüber den F2. und den Ostgothen zur Zeit der Wiederherstellung der Kaiserlichen Macht in Italien; Rom unter Narses und in der ersten Exarchenzeit; Verfall der römischen Bildung und Entfaltung des kirchlichen Lebens; Papst Gregor der Große, der römische Stuhl in der ersten Hälfte des siebenten
Jahrhunderts. Der zweite Band soll bis zu dem Umschwung der Stellung
Roms in der Karolingerzeit führen, der dritte bis zum Investiturkampf unter Gregor VII. Der vierte Band ist der Schilderung des Höhepunkts der Macht Roms und des Papstthums in der Zeit von Gregor VII. bis zum Falle der Staufen gewidmet. Ein fünfter Band behandelt die Schicksale der Stadt und des römischen Primats bis zum Ende des Avignoner Aufenthalts der Päpste. Der sechste Band endlich soll die Geschichtserzählung bis zu den Päpsten der Renaissance fortsetzen. — Sooweit die bisher erschienenen Lieferungen ein zutreffendes Uctheil über die Bedeutung dieser weitumfassenden Veröffentlichung ge⸗ statten, können wir uns den zahlreich veröffentlichten, becfälligen Be⸗ sprechungen derselben nur S Die umfangreichen Ergebnisse der Forschung in den letzten Jahrzehnten seit dem Erscheinen der Geschichte der Stadt Rom von F. Grezgorovius hatten eine zusammenfassende, erschöpfende Behandlung schon längst wünschens⸗ werth gemacht. Grisar will auch, weitergehend als Gregorovius, die Stadtgeschichte Roms und die Papstgeschichte in der Weise vereinigen, daß sich ein möglichst einheitliches kulturhistorisches Gemälde von Rom im Mittelalter ergiebt. Die Grisar'’sche Publikation wird des⸗ halb auch neben dem berühmten Werk von Gregorovius Anspruch auf Beachtung erheben können. Sie verdient es um so mehr, weil Professor Grisar eine umfassende Kenntniß des gewaltigen Quellen⸗ materials zeigt, das er in übersichtlicher Form zu verarbeiten weiß. Die klare, geschmackvolle seiner Darstellung spricht dabei ebenso an, wie die maßvolle Art der Polemik. Bei entschieden katho⸗ lischer Grundanschauung weiß sich Grisar von Einseitigkeit und Tendenz frei zu halten. Er räumt rücksichtslos, trotz aller Pietät, mit Ueberlieferungen auf, welche vor der neueren Forschung nicht mehr Stand zu halten vermochten. Den die Geschichte der Kultur und der Kunst betreffenden Gegenständen hat der Verfasser be⸗ sondere Beachtung geschenkt. Der erläuternde Bilderschmuck ist mit anerkennenswerthem Maßhalten und mit Geschmack aus⸗ gewählt. Die beigegebenen Illustrationen sind gut ausgeführt und auch die sonstige Ausstattung des Werks macht der rührigen Verlags⸗ handlung alle Ehre. Wir sehen dem weiteren Erscheinen dieses
Werks mit Interesse entgegen.
— Egyptische Studien und Verwandtes von Georg Ebers. Zu seinem Andenken gesammelt. Stuttgart, Deutsche Verlagsanstalt. Preis geh. 8 ℳ — Dem Andenken an Georg Ebers, den großen Gelehrten und vortrefflichen Dichter, sind diese „Egyptischen Studien“, die er selbst geschrieben hat, gewidmet. Sein eigener Wunsch war es gewesen, die zahlreichen Aufsätze und Essays, die er in verschsedenen Zeitschriften, besonders in den „Beilagen zur Allgemeinen Zeitung“, seit dem Jahre 1860 veröffentlicht hatte, zu sammeln und herauszugeben. Doch noch ehe er seinen Vorsatz ausführen konnte, wurde er im Sommer 1898 vom Tode dahingerafftt. Nun hat im Auftrage der Familie des Verblichenen sein Freund und Nachfolger auf dem Leipziger Lehrstuhl der Aegyptologie, Professor Dr. Georg Steindorff, diese Aufgabe übernommen und aus der großen Zahl mannigfaltiger, theils längerer, theils kürzerer Abhandlungen die bemerkenswerthesten ausgewählt. Wie kein Anderer besaß Ebers die schöne Gabe, die Studien, die er selbst am Arbeitstische, in der Bibliothek oder in Ruinenstätten gemacht, oder die Ergebnisse, welche die wissen⸗ schaftliche Thätigkeit der Fachgenossen gezeitigt hat, in gründlicher, zugleich aber auch klarer und anmuthiger Form einem weiteren Kreise der Gebildeten vorzuführen. Was ihn selbst in seiner Wissen⸗ schaft mit Begeisterung erfüllte, davon wollte er auch Anderen mit⸗ theilen, und keine größere Freude empfand er, als wenn er über einen neuen, bemerkenswerthen Fund in einer Zeitschrift seinen zahlreichen Feandf berichten konnte. Dabei blieb Ebers niemals in Einzel⸗ eiten stecken, vielmehr fand er immer den Weg, seine Forschungen aus den engen Grenzen der Spezialwissenschaft hinaus mit anderen Gebieten der Alterthumskunde und der allgemeinen Kulturgeschichte in Verbindung zu setzen. Die im vorliegenden Bande veröffentlichten Aufsätze beschäftigen sich mit wichtigen „egyptischen Funden und Ausgrabungen“, mit Fragen der „egyptischen“ oder der „allgemeinen E“ mit Werken der „altegyptischen Literatur“ oder mit childerungen aus dem „neuen Egypten“, dessen Ent⸗ wickelung er mit besonderem Eifer und größter Theilnahme ver⸗ folgte. Dahingeschiedenen Fachgenossen sowie dem Andenken an den Khedive Ismail ist eine Reihe von biographischen Beiträgen gewidmet. Ueberall offenbart sich Ebers als gründlicher Gelehrter und ernster Forscher, überall tritt aber auch die reine Begeisterung des von allem Edlen und Schönen ergriffenen Dichters hervor. Somit werden diese „Studien“ von seinen zahlreichen Freunden, von allen denen, die durch seine dichterischen Werke für das ehrwürdige Land der Pharaonen, seine Geschichte und Kultur interessiert worden sind, als ein werthvolles Andenken gern entgegengenommen werden.
— „Heine’'s SFäs tn 86 betitelt sich eine kleine Schrift, die Karl Emil Franzos soeben hat erscheinen lassen (Berlin, „Concordia“, Deutsche Verlags⸗Anstalt). Der Streit, ob Heine im Fahre 1797 oder 1799 geboren sei, dürfte durch diese Ausführungen endgültig zu Gunsten des ersteren Datums entschieden werden, denn die von Franzos neu beleuchteten bezw. neu beigebrachten Beweise für den 13. Dezember 1797 sind so schlagend, daß thatsächlich kein Zweifel daran übrig bleibt. Aber das Schriftchen leuchtet daneben auch tief
hältni
in Heine's Leben und Charakter hinein; die Annahme z. B, daß
Heine von seinen Eltern 1815 um zwei Jahre jünger gemacht worden sei, um nicht in den Krieg gegen Napoleon ziehen zu müssen, erscheint damit ebenfalls beseitigt. Die kleire Schrift, die bei aller Lebhaftig⸗ keit der Darstellung durchweg auf sorgsamer Quellenkritik beruht, ver⸗ dient die en e ager CEC“
— Der alte Fritz. n Lebensbild für jung und alt von Wilhelm Köhler. Mit s meist ganzseitigen Holzschnitten, Zweite, verbesserte Auflage. Verlag von Ferdinand Hirt, Königliche Uni⸗ versitäts⸗ und Verlags⸗Buchhandlung in Breslau. Pr. kart. 50 ₰, in Partien von 20 Exemplaren an 45 ₰. — Auf dem knappen Raum von 64 Seiten giebt diese kleine Schrift einen trotz der Kürze nichts W sentliches Lebensabriß von dem großen König. Neben den kriegerischen Thaten des ruhmgekrönten Feldherrn schildert sie die Erfolge des Königs als Staatsmann und seine Fürsorge als Landesvater. Die Schrift schließt sich den in demselben Verlage er⸗ schienenen kleinen CC““ („Wilhelm der Große“, „Wilhelm II.“, „Kaiserin Auguste Viectoria“, „Königin Luise) an und ist gleich diesen mit guten Abbildungen ausgestattet. Für Schul⸗ und Volksbibliotheken sowie als billiges Geschenk für die Jugend sei das kleine Bu empfohlen.
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Handel und Gewerbe.
(Aus den im Reichsamt des Innern “ „Nachrichten für Handel und Industrie“.)
Die Einnahmen aus dem russischen Eisenbahnbetrieb in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres.
Die Einnahmen aus dem russischen Staatsbahnbetrieb bezifferten sich für die ersten sieben Monate des laufenden Jahres auf 186 705 049 Rubel gegenüber 181 709 740 Rubel im gleichen Zeit⸗ raum des Vorjahres. .
Die durchschnittliche Brutto⸗ Einnahme für 1 Werst (= 1,066 km) berechnet sich für die vorgedachten 7 Monate bei den staatlich ver⸗ walteten europäischen Hauptlinien auf 7609 Rubel, für die kon⸗ zesstonierten Hauptlinien auf 5574 Rubel und für die konzessionierten Nebenlinien auf 2548 Rubel. Der Gesammtdurchschnitt für das euro⸗ päͤische Rußland betrug 6777 Rubel Brutto⸗Einnahme für 1 Werst.
Für das asiatische Rußland berechnet sich die Durchschnitts⸗Ein⸗ nahme auf den Eisenbahnen auf 1999 Rubel brutto für 1 Werst.
Der Gesammtdurchschnitt für das ganze russische Eisenbahnnetz betrug 6235 Rubel brutto pro Werst.
Die Ausdehnung des Eisenbahnnetzes bezifferte sich im Jahre 1899 auf 43 709 Werst gegenüber 39 280 Werst im Jahre 1898. („Journal de St. Péötersbourg“..)
Ueber Handel und Schiffahrt von Wladiwostok.
MWMladiwostok hat ungefähr dieselben klimatischen Verhältnisse wie Vasa oder Archangelsk; die feuchte Hitze des Sommers erinnert an den Süden. Nebel und Sädwestwind treten in der Regel vom Mai bis Ende Juli auf; trockene, scharfe Kälte, verbunden mit Nordwest⸗ wind, im Winter. Mit diesen Thatsachen muß jeder rechnen, der Waaren uach Wladiwostok versenden will.
Von Ende Dezember bis Mitte März ist der Hafen im allge⸗ meinen zugeeist, zwei Eisbrecher halten nur eine Fahrrinne nach dem Meere zu offen. Obwohl hierdurch theoretisch ein sogenannter „eis⸗ freier“ Hafen geschaffen ist, so führt doch praktisch nur ein Dampfer der freiwilligen Flotte npro Monat in der Winterzeit seine Fahrten aus. Für Fahrzeuge unter 800 Tonnen Tragfähigkeit ist ein Passieren dere bhetane wegen der damit verbundenen Gefahren überhaupt aus⸗ geschlossen.
Die Stadt besitzt zwei Banken, die Staatsbank und die Russisch⸗ Ehinesische Bank. Die Eisenbahn von Ussuri verbindet Wladiwostok mit dem Ussuri und Sungari, die beide schiffbar sind, außerdem mit dem Amur, der wichtigsten Wasserstraße Sibiriens. Hierdurch steht Wladiwostok in direkter Verbindung mit Sibirien und der Mandschurei und bildet für beide Gebietstheile nicht nur das Handelszentrum, sondern auch deren einzigen bequem gelegenen Hafen.
Die Stadt zählt, abgesehen von einer etwa 20 000 Mann starken Garnison, etwa 25 000 Einwohner, darunter 10 000 Europäer und 15 000 Chinesen. Während der Arbeitsmonate steigt indessen die chinesische Bevölkerung um 10 000 bis 15 000 Mann, die im Herbst meist über Tschifu in ihre Heimath zurückkehren. Die Hoffnung auf hohe Löhne hat in den letzten Jahren viele Arbeiter nach Wladiwostok hingezogen; die meisten haben sich aber in ihren Erwartungen getäuscht geseben, da erst in letzter. Zeit russische Häuser ihren Geschäftsbetrieb in Wladiwostok begonnen haben.
Die europäische Bevölkerung ist nicht stabil; nur Wenige haben es verstanden, sich den örtlichen und klimatischen Verhältnissen an⸗ zupassen, diese Wenigen sind aber auch in verhältnißmäßg kurzer Zeit reich geworden. (Aus einem Bericht des belgischen Handelsagenten in Wladiwostok, veröffentlicht im „Moniteur officiel“ 18
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ETpriests Kaffeehandel mit der Türkei.
Früher war der Triester Kaffeehandel mit der Türkei von großer Bedeutung, als aber die österreichischen Exporteure anfingen, den Santos⸗Kaffee zu färben, ja ihm sogar einen künstlichen weißen Schnitt zu geben, gerieth er gänzlich in Verfall, weil der gefärbte Kaffee als gefälscht zurückgewiesen wurde. Damals begannen fürkische Händler den Kaffee direkt aus Brasilten zu beziehen, jetzt ist es aber den Triester Exporteuren wieder gelungen, kleine Partien Santos⸗Kaffee in der Türkei zu verkaufen. (Konstantinopler Handelsblatt.)
Die Fischzucht Rumäniens und die Ein“⸗ und Ausfuhr von Fischen.
Rumänien besitzt einen großen Schatz im Fischreichthum seiner Gewässer und zwar besonders der Donau, der Donaumündungen, der füdlich von letzteren gelegenen großen Strandseen Razim und Sinoe, sowie des bei Galatz gelegenen Brateschsees.
Die meisten und besten Fischereien Rumäniens befinden sich in den Händen des Staates, welcher sie früher sämmtlich meistbietend verpachtete. Da aber die Pachtzeit nur auf 3, höchstens 5 Jahre bemessen wurde, suchten die Pächter die ihnen überlassenen Gewässer so schnell und so gründlich wie möglich auszunützen, ohne für das künftige G deihen der in Pacht genommenen Fischereien auch nur die geringste Sorge zu tragen. .
Bei solchem Vershren mußten natürlich die einst fischreiche Gewäͤsser bald entvölkert werden. Im Jahre 1885 konnte Rumänien noch 2 516 408 kg Fische exportieren und führte nur 2 093 646 kg Fische ein; es betrug also die Ausfuhr fast 54 % des gesammten Außen⸗ bandels mit Fischen und die Einfuhr nur 45 % desselben. In der Folgezeit wurden aber die rumänischen Gewässer so fischarm, daß im Jahre 1894 nur noch 1 315 749 kg Fische aus Rumänien exportiert werden konnten, d. h. der Antheil der Ausfuhr am gesammten Fisch · war auf 18 % gesunken, während der Antheil der Einfuhr auf 82 % gesttegen war.
Die günstigen Wirkungen der gesetzlich eingeführten Schonzeit für Fische indessen bald einen gänzlichen Umschwung der Ver⸗ e herbei.
CEs betrug: “
% des gesammten
außenhandels
5 981 444 G 1 315 749 7 583 7 2 313 071 7 192 sis9 2 322 795 5 202 760 2 698 549 4 288 751 45, 5 561 959
1“
11u“ 1X“ so im Jahre 1894 vom gesammten Fischaußenhandel Rumäniens von etwa 7,3 Millionen Kilogramm Fischen nicht weniger als 81,97 % der Einfuhr und nur 18,03 % der Ausfuhr angehörten, entfiesen im Jahre 1898 von dem auf 9,8 Millionen Kilogramm an⸗ gewachsenen Gesammthandel nur noch 43,25 % auf die Einfuhr, welche von der Ausfuhr (56,75 %) bereils übertroffen wurde.
Dabei ist wohl zu beachten, daß es sich bei der rumänischen Fisch⸗ einfuhr hauptsächlich um geringwerthige, bei der Ausfuhr dagegen um hochwerthige Fischarten, wie Karpfen, Barsch, Sterlet und Zander handelt, sodaß die Verschiebung der Werthszahlen eine noch augen⸗ fälligere sein würde.
Die Vermehrung gerade der werthvollsten Fische — des kaviar⸗ liefernden Hausens und Sterlets — in den rumänischen Gewässern seit Erlaß des Fischereigesetzes ist recht erheblich. Es wurden nämlich zum Verkauf gebracht:
aufe Sterlet
H n im Jahre frisch gesalzen frisch gesalzen 16 Kilogramm 1895/96 148 843 95 276 73 064 37 421 1896/97 149 542 49 7668 96 335 22 173 1897/98 208 152 89 357 44 357 33 2009Ö 11— 1898/99 1 002 305 37 998 139 311 17 127 8 Den günstigen Einfluß der Schonung veranschaulichen auch folgende auf den Brateschsee bei Galatz bezüglichen Zahlen. Jener See lieferte im Jahre 1895: 614 914 kg Fische, 1896: 737 915 kg Fische, 1897: 1 245 478 kg. Fische, 1898 aber: 1 260 615 kg Fische, — seine Pro⸗ duktion hat sich also in diesen Jahren reichlich verdoppelt. Eingeführt werden Fische nach Rumänien hauptsächlich aus Ruß⸗ land (1895: 6 601 340 kg, 1898 nur noch 3 380 290 kg). Von der ischausfuhr Rumäniens richtet sich der größte Theil nach Oesterreich⸗ ngarn; es hob sich die Ausfuhr dorthin von 358 201 kg im Jahre 1894 auf 3 322 668 im Jahre 1898, also fast um das zehnfache. Seit neuester Zeit bemüht man sich, auch Deutschland als Absatzgebiet für rumänische Fische zu gewinnen.
Die Königlich serbische Handelsagentie in Budapest.
Die serbische Regierung hat im Jahre 1897 in Budapest eine kaufmännisch geleitete Handelsagentie errichtet, welche den serbischen nach Ungarn vermittelt. Dieses Institut liefert der heimath⸗ ichen Regierung außerdem werthvolle Nachrichten über den Handel und sucht bahnbrechend zu wirken für solche Erzeugnisse Serbiens, welche bigher keinen oder doch nur beschränkten Absatz fanden.
Zunächst übernahm die Agentie die Regelung des schwer dar⸗ niederliegenden Hornviehgeschäfts und konnte nach zweijährigem Bestehen bereits darauf hinweisen, daß etwa 42,06 % des serbischen Auftriebes durch ihre Vermittelung zum Verkauf gebracht waren. Relativ noch bedeutender ist der Antheil der Handelsagentie an dem Auftriebe serbischer Schafe auf den Budapester Markt: im Jahre 1898 vermittelte sie den Verkauf von 6326 Stück von im Ganzen 7883 Stück, d. h. 80,3 % der Gesammtmenge.
Nach dem Rindviehhandel nimmt unter den von der Handels⸗ agentie vermittelten Geschäften das Pflaumen⸗ und Pflaumenmus⸗ geschäft den ersten Puß ein. Serbische Pflaumen und serbischer Lequar (Pflaumenmus) sind auf dem europäischen Pflaumenmarkte tonangebend, aber trotzdem mochten bisher die ungarischen Pflaumen⸗ händler nicht gern mit den serbischen Produzenten bezw. Exporteuren in direkte Verbindung treten; als Grund dafür wird angegeben, daß diesem Geschäfte die genügende Sicherheit mangele und daß das Exekutivverfahren in Serbien noch nicht vollkommen sei.
Neben diesen Hauptgeschäften befaßt sich die Handelsagentie noch mit der Verkaufsvermittelung von frischem Obst, Geflügel, Nüssen, Eiern, Honig und von Nußholz.
Schließlich sei noch erwähnt, daß der Handelsagentie auch die Generalvertretung der „Königlich privilegirten serbischen Schifffahrts⸗ gesellschaft“ für Ungarn übertragen ist, und daß sie einen ziemlich regen Frachtverkehr vermittelt. (Von August bis Dezember 1898 42 Schiffstransporte). .
Für ihre vermittelnde Thätigkeit ist die Handelsagentie berechtigt, alle Baarauslagen, Porto⸗ und Telegrammspesen aufzurechnen, sowie eine Gebühr zu erheben, und zwar beim Verkaufe
von Hornvieh 3 ½ pro Mille, d. i. etwa 30 — 75 Kreuzer oder 50 ₰ kbis 1,25 ℳ für das Stück, was gegenüber der üblichen Kommissionsgebühr eine kleine Ersparniß für den serbischen Einsender bedeutet; von Schafen 6 pro Mille, d. h. etwa 4 ½ Kreuzer für das Stück; von getrockneten Pflaumen 1 %; von Obst und sonstigen Waaren je nach Art der Waare bis 6 %; meistens jedoch nur 2 %.
Aus diesen Einnahmen hat die Handelsagentie alle ihr erwachsenden Ausgaben, mit Ausnahme eines Theiles der Gehälter, iten. Informationen hat sie kostenfrei zu ertheilen.
Baumwollindustrie in Egypten.
Unlängst wurde in Alexandrien eine neue industrielle Gründung, die „Egyptian Cotton Milis“, von einem englischen Konsortium ins Leben gerufen. Die „Egyptian Cotton Mills“ bezwecken den Bau und Betrieb einer Baumwollspinnerei und Wirkerei in Bulak bei Kairo. Das Kapital von 160 000 £ ist in 160 000 Aktien à 1 £ zertheilt. Die neue Fabrik soll jährlich 750 000 kg Baumwollgarne und 4 950 000 m Baumwollgewebe erzeugen. Es werden die gröbsten Sorten in Aussicht genommen, weil für solche im Lande ein großes Absatzfeld vorhanden ist, wie dies aus den Ziffern der Ein⸗ fuhr nach Egypten hervorgeht. Es dürfte dem Unternehmen zu gute kommen, daß Egypten ein Land ist, welches viel Baumwolle erzeugt. Die meiste Baumwolle ist sehr fein, langfädig und ziemlich theuer. Indessen giebt es auch genug niedere Qualitäten, die man in Egypten dilliger als z. B. in England erstehen kann. Die Produktion in diesen Sorten beläuft sich jährlich auf 18 000 000 kg. Hiervon wird die Gesellfchaft nur 1 600 000 kg verbrauchen.
Nach der Wochenübersicht der Reichsbank vom 7. Dezember 1899 betrug der gesammte Kassenbestand 773 829 000 (1898: 825 407 000; 1897: 900 462 000) ℳ, d. i. der Vorwoche gegenüber mehr: 8 896 000 (1898: 17 139 000; 1897 weniger: 3 854 000) ℳ Der Metallbestand von 741 276 000 (1898: 791 437 000; 1897: 869 968 000) ℳ allein hat zugenommen um 11 521 000 (1898 um 18 473 000́⸗ 1897 um 70 000) ℳ Der Bestand an Wechseln von 955 853 000 (1898: 781 134 000 1897: 610 767 000) ℳ zeigt einen Abgang um: 21 556 000 (1898 um: 52 908 000; 1897 um: 40 541 000) ℳ und der Bestand an Lombard⸗ forderungen mit 68 147 000 (1898: 77 375 000; 1897: 92 513 000) ℳ einen solchen um 5 855 000 (1898 um 4 740 000; 1897 Zugang um 815 000) ℳ Auf diesen beiden ht Sen zusammen ist also eine Verminderung um 27 411 000 (1898 um 57 648 000 3 1897 um 39 726 000) ℳ erfolgt. Die Position „Sonstige Aktiva“ weist eine Abnahme von 1 059 000 ℳ auf. Auf passiver Seite zeigt der Be⸗ trag der umlaufenden Noten mit 1 137 420 000 (1898: 1 116 980 000; 1897: 1 082 100 000) ℳ der Vorwoche gegenüber einen Rückgang um 10 124 000 (1898 um 21 353 000; 1897 um 17 427 000) ℳ, und die sonstigen täglich fälligen Verbindlichkeiten (Giroguthaben) erscheinen mit 538 961 000 (1898: 476 219 000; 1897: 453 115 000) ℳ um 11 277 000 (1898 um 13 439 000; 1897 um 17 856 000) ℳ niedriger
Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Kols an der Ruhr und in Oberschlesien.
An der Ruhr sind am 8. d. M. gestellt 4823, nicht recht zeitig gestellt keine Wagen.
Berlin, 8. Dezember. Marktpreise nach Ermittelungen des Königlichen Hees J (Höchste und niedrigste Preise.) Per öe“ für: Weizen 14,85 ℳ; 14,00 ℳ — Roggen 14,70 ℳ; 13,70 — eFuttergerste 14,00 ℳ; 13,00 ℳ — Hafer, gute
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