1899 / 297 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 16 Dec 1899 18:00:01 GMT) scan diff

bestimmten Stelle den Vordruck „den . ten

Richtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, den 16. Dezember.

In der am 14. d. M. zunächst unter dem Vorsitz des Staats⸗Ministers, Staatssekretärs des Innern Dr. Grafen von Posadowsky⸗Wehner und sodann unter dem Vorsitz des Königlich bayerischen Gesandten ꝛc. Grafen von Lerchenfeld⸗Köfering abgehaltenen Plenarsitzung des Buundesraths wurden der Entwurf eines Gesetzes, . einige Aenderungen von Bestimmungen über das Post⸗ sowie die Entwürfe einer Fernsprechgebühren⸗Ordnung und eines Telegraphenwegegesetzes in der Fassung der Reichs⸗ tagsbeschlüsse angenommen. Ferner wurde die Zustimmung ertheilt: dem Ausschußantrage, betreffend die gemeinschaftlichen Einnahmen an Zöllen und Verbrauchssteuern ꝛc., den Ausschußanträgen, betreffend die Aenderung des statistischen Waarenverzeichnisses und betreffend die Abänderung und Ergänzung des amtlichen Waarenverzeichnisses, der Vorlage, betreffend die Entwerthung von Wechselstempel⸗ marken, dem Entwurf des Besoldungs⸗ und Pensions⸗Etats der Reichsbank⸗Beamten mit Ausnahme der Mitglieder des Reichsbank⸗Direktoriums für 1900, sowie dem Antrage Hessens wegen Zulassung von Rechtsanwälten beim Ober⸗ Landesgericht in Darmstadt. Derc Entwurf eines Gesetzes wegen Bestrafung der widerrechtlichen Entziehung fremder elektrischer Arbeit und die Entwürfe einer Kaiser⸗ lichen Verordnung über dus Inkrafttreten der Militär⸗ Strafprozeßordnung sowie von Bestimmungen zur Her⸗ stellung einer Kriminalstatistik für das deutsche Heer und die Kaiserliche Marine wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Außerdem wurde über verschiedene Eingaben Beschluß gefaßt und das Einverständniß darüber festgestellt, daß als Anfang des neuen Jahrhunderts der 1. Januar 1900

elten solle. 9 Heute hielten die vereinigten Ausschüsse des Bundesraths ür Zoll⸗ und Steuerwesen und für Justizwesen, die vereinigten Ausschüsse für Zoll⸗ und Steuerwesen und für Handel und Verkehr sowie der Ausschuß für Zoll⸗ und Steuerwesen Sitzungen.

Die zur Zeit in Gebrauch befindlichen Wechsel⸗ stempelmarken tragen an der für den 1“ was abgesehen von dem Falle der I“ auf mecha⸗ nischem Wege, bei welcher der Vordruck bestimmungsmäßig unberücksichtigt bleibt, zu Zweifeln darüber Anlaß geben kann, ob und in welcher Form diese Marken auch nach dem 31. Dezember 1899 weiter zu verwenden seien. Um allen in dieser Beziehung hervorgetretenen Be⸗ denken zu begegnen, hat der Bundesrath in seiner Sitzung vom 14. d. M. beschlossen, daß es zulässig sein soll, auf Wechselstempelmarken, welche mit dem Vordruck „den. ten 18.“ versehen sind und nach dem 31. Dezember 899 entwerthet werden, die vorgedruckte Fiffer 18 (oder die Ziffer 8 allein) zu durchstreichen oder durch Ueberschreiben in 19 umzuändern.

8 8 8 Der hiesige Kaiserlich chinesische Gesandte Lü⸗Hai Fhan ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder übernommen.

Laut Meldung des „W. T. B.“ beabsichtigt S. M. S. „Condor“, Kommandant: Korvetten⸗Kapitän Scheibel, am 2 Dezember von Kapstadt nach East London in See zu gehen.

8 Der Transport der abgelösten Besatzungen S. M. SsS. „Deutschland“, „Kaiserin Augusta“, „Hertha“, „Irene“ und „Gefion“ ist unter Führung des Fregatten⸗ Kapitäns Obenheimer am 12. Dezember mit dem Dampfer „König Albert“ in Hongkong eingetroffen und hat am mber die Reise nach Singapore fortgesetzt.

8 Sachsen⸗Coburg⸗Gotha.

Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Herzogin und Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Beatrice sind, wie die „Cob. Sig. meldet, vorgestern von Darmstadt

hrt.

Elsaß⸗Lothringen. 1 Die gestern ausgegebene Nr. 17 des „Gesetzblatts für Eesat Seihimgen⸗ veröffentlicht das Gerichtskostengesetz für Elsaß⸗Lothringen, das Gesetz, betreffend die Notariatsgebühren, das Gesetz, betreffend den Güterstand der zur Zeit des Inkraft⸗

retens des Bürgerlichen Gesetzbuchs bestehenden Ehen, das Gesetz, betreffend die Aufhebung von Landesgesetzen, die Ver⸗ ordnung, betreffend die Anlegung von Grundhächern, und die Verordnung, betreffend die Vereine und die Stiftungen.

nach Coburg zurückge

E“ 5

Oesterreich⸗Ungarn.

Der Ausgleichs⸗Ausschuß des österreichischen Ab⸗ etenhauses wählte gestern nach 22 Wahlgängen den Abg. Dr. Menger zum Referenten über das Quoten⸗ gesetz. Sodann begann die Debatte über das Ueber⸗ weisungsgesetz, in deren Verlauf der Antrag des Abg. Freiherrn Di Pauli angenommen wurde, von der General⸗ debatte abzusehen und sogleich zur Spezialdebatte zu schreiten. er Abg. Lecher erklärte, er werde gegen das Ueberweisungsgesetz stimmen, beabsichtige jedoch damit nicht, der gegenwärtigen Regierung sein Mißtrauen auszudrücken, deren sbwierig. Stellung und patriotische Haltung er auf⸗ richtig zu würdigen wisse. Der Vertreter der Regierung ch⸗Koch empfahl die Annahme der Vorlage. Der Abg. Berner (Sozialdemokrat) stellte mehrere Anträge und bat die Deutschen und Czechen, die Sache nur vom sachlichen und wirthschaftlichen Standpunkt * behandeln. Der Abg. Grab⸗ m namens der Linken, die Sitzung von 71 ½ Abends 88 itternacht fortzusetzen. Trotz des Protestes der czechischen bstimmun

nn ber Abendsihung nratestierte

1

eordneten wurde der Antrag Grabmayr in namentlicher

der Abg. Dr. Stransk gegen die Gültigkeit der Beschlüsse dieser Sitzung, da die Einladung hierzu nicht allen Mitgliedern zugestellt worden sei, und richtete Anfrage an den Obmann von Bilinski, ob es dn sei, daß der Vorsitzende im Ministerrath Graf Clary in der Sitzung des Ausschusses behauptet habe, der Kaiser wünsche die Verlängerung der Sitzung eventuell bis Mitternacht. Der Vorsitzende von Bilinski rügte energisch, daß die Person des Kaisers in die Debatte gezogen werde. Der Vorsitzende im Ministerrath Graf Clary enigegnete, die Gerüchte, von denen der Abg. Dr. Stransky gesprochen habe, seien nicht richtig. Der Abg. Kaftan be⸗ antragte alsdann, der Ausschuß wolle beschließen, die Ver⸗ handlungen über das Ueberweisungsgesetz zu vertagen, bis die Regierung die Durchführungsvorschriften vorgelegt habe. Die Sitzung wurde sodann geschlossen.

Die „Neue Freie resse⸗ meldet, die Regierung habe in der Sprachenfrage drei Gesetzentwürfe vorhereitet, nämlich für Böhmen, Mähren und das ganze Reich. Der ö für die landesfürstlichen Behörden in Böhmen be⸗ stimme die innere czechische Amtssprache für rein czechische Be⸗ zirke und enthalte zugleich Bestimmungen darüber, in welchen e.e des Dienstverkehrs sich die Behörden der deutschen Sprache bedienen müßten. Die Regierung habe die Absicht gehabt, zunächst ein Sprachengesetz fuͤr Böhmen ein⸗ zubringen, was jedoch seitens der Führer der Czechen wider⸗ rathen worden sei worauf die Einbringung des Gesetzes vor⸗ läufig unterblieben sei.

Wie dem „W. T. B.“ aus Prag gemeldet wird, organi⸗ sieren die Czechen einen passiven Widerstand in großem Maßstabe. Bei dem Prager Handelsgericht und bei den Kreis⸗ gerichten in Pilsen, Budweis, Chrudim, Kuttenberg, Tabor und Gitschin haben die czechischen Laienrichter in Handelssachen ihre Thätigkeit wegen der Aufhebung der Sprachenverord⸗

ͤ“*“

Der Ministerrath beschäftigte sich, wie „W. T. B.“ meldet, gestern mit einer Vorlage, betreffend die Legung unterseeischer Kabel zur Verbindung der franzstichen Kolonien mit dem Mutterlande. Die Vorlage solle der Deputirtenkammer vorgelegt werden, nachdem der Finanz⸗ Minister sie einer Pruͤfung vom finanziellen Standpunkt aus unterzogen haben werde.

Der Deputirtenkammer ging gestern ein von dem Deputirten Lockroy eingebrachter Gesetzesantrag zu, welcher verlangt, daß dem Marine⸗Minister 500 Millionen Francs 5 Verfügung gestellt werden, von denen die eine Hälfte für

ie Flotte und Flottille, die andere Hälfte für Marinezwecke im Mutterlande und in den Flottenstützpunkten verwendet werden sene In der Begründung wird ausgeführt, die Gefahr sei groß und erfordere energische Anstrengung. Keiner der Stützpunkte Frankreichs sei genügend ausgerüstet; seinen Arsenalen fehle das nothwendige Werk⸗ und Rüstzeug. Die Flotte sei nicht mächtig genug.

In der gestrigen Sitzung des Staatsgerichtshofes rühmten mehrere Zeugen, darunter Coppée, die patriotische Ge⸗ sinnung der Angeklagten. Ein Vertheidiger beantragte, man solle Rochefort über den Werth voügeitche Berichte vernehmen. Der Staatsanwalt bekämpfte diesen Antrag, welcher vom Ge⸗ richtshof abgelehnt wurde. C“

Rußlannd. Der „Nowoje Wremja“ zufolge ist der chinesische Bot⸗ schaftas von St. Petersburg nach dem Haag abgereist, um ämmtliche Punkte des Protokolls der Friedenskonferenz zu unterzeichnen.

Italien.

In der Deputirtenkammer begründete, wie „W. T. B.“ meldet, gestern der Deputirte de Martino den Antrag, eine Untersu zung über die sozialen, politischen und administrativen Verhältnisse in Neapel und Palermo in ihren Beziehungen zur Mafia und Camorra anzustellen, und bat, den Antrag in Erwägung zu ziehen. Der Deputirte de Bernardis bekämpfte ihn. Der Unter⸗Staatssekretär im Ministerium des Innern Bertolini erklärte, die Regierung sei entschlossen, infolge der bedenklichen Thatsachen, die in dem Prozesse Notarbartolo zu Tage getreten seien, gegen alle hohen und niederen, in diese Angelegenheit verwickelten Persönlichkeiten vorzugehen; man müsse indessen gegenwärtig dem Werke der Gerechtig⸗ keit freien Gang lassen. Wenn der Prozeß beendet sei, werde die Regierung ihre Pflicht thun, aber man müsse ihr in ihrem Vorgehen freie Hand lassen. Der Unter⸗ Staatssekretär bat de Martino, seinen Antrag zurück⸗ uziehen. Wenn er jedoch darauf bestehe, o werde ich die Regierung dem nicht widersetzen, daß der Antrag in Erwägung gezogen werde, sie werde indeß die weitesten Vor⸗ behalte machen. Der Deputirte de Martino hielt seinen Antrag aufrecht. Alsdann wurde durch Aufstehen und Sitzen⸗ bleiben mit 99 gegen 74 Stimmen beschlossen, den Antrag in Erwägung zu ziehen. Hierauf wurde das Budget des Ministeriums des Auswärtigen mit 167 gegen 73 Stimmen angenommen und die Sitzung geschlossen.

Die in dem vorgestrigen Konsistorium gehaltene päpst⸗ liche Allokution 18 gestern veröffentlicht worden. Dieselbe theilt, wie „W. T. B.“ berichtet, im Eingang die Er⸗ nennung jener Kardinäle mit, welche beauftragt sind, an⸗ läßlich des Beginnens des heiligen Jahres die heiligen Pforten der römischen Basiliken zu öffnen, und fährt dann fort: Der Papst hätte gewünscht, daß die römische Kirche die früheren Freiheiten genieße, um selbst öffentlich nach dem ehemaligen kirchlichen Gebrauch diese Zeremonien zu feiern. Die Allokution erinnert sodann an den Zwischenfall in der Haager Konferenz, den alle nicht voreingenommenen Be⸗ urtheiler verurtheilten. Der Kaiser von Rußland habe die Ver⸗ treter der mächtigsten Fürsten nach dem Haag geladen, um die möglichste Sicherheit des Friedens zwischen den Nationen herzustellen; niemand wäre einer solchen Einladung würdiger 8. als der Papst, weil das Suchen nach Gerechtigkeit, as Rathen zum Frieden und das Verhindern von Konflikten nach dem göttlichen Willen zu den Funktionen des Papst⸗ thums gehöre. Der Papst hätte gewünscht, auf dieser Konferen einen Platz zu erhalten, und bedauere, daß eine einzige si

hartnäckig diesem Wunsche widersetzende Stimme den Sieg davongetragen habe. Das sei die Stimme derjenigen Macht gewesen, die mit der Eroberung Roms die Macht des Papstthums gebrochen E9 Welche Feindseligkeiten seien nicht von dieser eite zu befürchten, da sie nicht einmal vor Europa davor zurückschrecke, die Heiligt Rechte und Pflichten, welche

eine

schwer, ich hoffe jedoch, daß die Zahl der

schen Gewalt als solcher ausgingen, gewaltsam anzutasten! öge indeß die Zukunft bringen, was sie wolle man werde den Papst mit Gottes Hilfe sicherlich weder nachgiebig noch furchtsam finden. Schließlich spricht die Allokution von der Wahl des neuen Patriarchen von Ciliclen, welche am 26. Juli durch die auf der Synode in Konstantinopel vereinigten armenischen Bischöfe vorgenommen worden sei. Spanien.

Die Budgetkommission hat, nach einer dem „W. T. B.“ zugegangenen Meldung aus Madrid, im Einvernehmen mit dem Finanz⸗Minister die Budgets des Marine⸗ und des Arbeits⸗Ministeriums herabgesetzt. Die Summe der Ausgaben beträgt gegenwärtig 901 Millionen, die Summe der Einnahmen 894 Millionen.

Schweiz. Wie „W. T. B.“ aus Bern erfährt, ist der Direktor des Jentralanntg für den internationalen Eisenbahntransport und ehemalige Bundes⸗Präsident Numa Droz gestern gestorben.

Türkei.

Der Graf von Turin wohnte, dem „W. T. B.“ zufolge, gestern dem Selamlik bei und verabschiedete sich dann von dem Sultan; am Abend reiste Höchstderselbe nach Rom ab.

Bulgarien.

Der Fürst Ferdinand ist, wie „W. T. B.“ berichtet, gestern früh von Euxinograd in Sofia eingetroffen und hat die Deputation der Sobranje empfangen, welche die Adresse auf die Thronrede überreichte.

Amerika.

Wie dem „W. T. B.“ gemeldet wird, hat das repu⸗ blikanische Comité eine Zusammenkunft in Washington abgehalten und den Beschluß gefaßt, daß der Convent zur Nominierung der Kandidaten für die Präsident⸗ schaft und Vize⸗Präsidentschaft am 19. Juni 1900 in Philadelphia zusammentreten solle.

Aus Lima erfährt das „Reuter'sche Bureau“, daß das neue peruanische Kabinet in folgender Weise gebildet worden sei: Riva Aguero Minister⸗Präsident und Aus⸗ wärtiges, Parra Inneres, Finanzen, Velarde Krieg, Zegarra Bauten.

Der „Agence Havas“ wird aus Hongkong gemeldet: 200 bei Bigan von den Filippinos eingeschlossene Ameri⸗ kaner wurden zu Gefangenen gemacht. Die Filippinos sind entschlossen, den Kͤmpf fortzusetzen. Ihre Armee ist in kleine Truppenkörper eingetheilt, um einen Guerillakrieg zu führen. Es wird bis vor den Thoren von Manila gekämpft. Die spanischen Gefangenen wurden von Aguinaldo in Freiheit gesetzt. Der General Otis hat eine strenge Zensur über die Presse verhängt. Aus den Depeschen aus Manila wird alles ausgeschlossen, was für die Auf⸗ ständischen günstig lautet.

Afrika.

Aus Pretoria vom 11. d. M. berichtet das „Reuter'sche Bureau“, es sei daselbst eine amtliche Depesche aus Malopo eingegangen, derzufolge der Ort am Montag von den Buren bombardiert worden sei, worauf sich ein hestiges Gefecht ent⸗ sponnen habe. Vor Mafeking habe in der Nacht zum 11. d. M. ein hitziger Kampf stattgefunden. Die Buren hätten versucht, das britische Fort zu nehmen, sich aber nach General Snyman's Furt zurückziehen müssen. Die Verluste seien noch nicht bekannt. .

Eine in London eingetroffene amtliche Depesche meldet, der Oberst Kekewich berichte aus Kimberley vom 10. d. M., daß unter den Eingeborenen des Bechuanalandes das Gerücht gehe, Kuruman seir von Aufständischen angegriffen, der Angriff jedoch von den loyalen Bechuanen zurückgewiesen worden.

Eine weitere amtliche Depesche berichtet von einem heftigen Scharmützel, das 10 Meilen ostwärts von Oranje River Station am 13. d. M. stattgefunden habe. Eine Patroullle berittener Infanterie habe die Buren aus Zoutpansdrift vertrieben. Auf britischer Seite seien 1 Offizier und 3 Mann gefallen, 1 Offizier und 7 Mann verwundet worden.

Von dem General Sir Redvers Buller ist in der vergangenen Nacht folgende Depesche aus dem Lager von Chieveley vom gestrigen Tage in London eingetroffen: 2 bedauere, einen schweren Schicksalsschlag melden zu müssen. rückte um 4 Uhr Morgens mit der ganzen Streitmacht aus dem Lager bei Chieveley aus. Es sind zwei passierbare Stellen im Tugela. Es war meine Absicht, die Passage an einer dieser beiden Stellen zu erzwingen, und zwar durch eine Brigade, welche durch die Hesh tbfgad⸗ unterstützt werden sollte. Der General Hart sollte links von der Furt, der General Hild yard rechts angreifen und der General Lyttleton in der Mitte beide unterstützen. Früh am Tage sab ich, daß der General Hart nicht im stande sein werde, die Passage zu erzwingen, und wies ihn an, sich zurückzuziehen. Er hatte jedoch bereits mit

roßer Bravour angegriffen, und sein Spitzen⸗Bataillon erlitt sanee Verluste; der Oberst Brooke wurde schwer ver⸗ wundet. Ich befahl hierauf dem General Hildyard, vorzu⸗ gehen, was dieser auch that. Sein an der Spitze vorgehendes Regiment besetzte Colenso Station und die Gebäude in der Nähe der Brücke. In diesem Augenblick hörte ich, daß die ganze Artillerie, die ich zur Unterstützung des Angriffs abgesandt hatte, nämlich die 14. und die 66. Feldbatterie und sechs zwölfpfündige Schiffs⸗Schnellfeuergeschütze, dicht an den Nuß vorgerückt seien, der sich vom Feinde stark besetzt erwies. er Feind eröffnete plötzlich ein wirksames Feuer auf kurze Entfernung und tödtete alle Pferde. Die Kanoniere mußten mit den Geschützen zurückbleiben; es wurden verzweifelte An⸗ strengungen gemacht, die Feldgeschütze fortzuschaffen; aber das Feuer war zu heftig, und es wurden nur zwei Geschuͤtze gerettet. Da aller Voraussicht nach die Truppen bei dem Versuche, die Passage u erzwingen, ohne Unterstützung von Artillerie nur als Ziel⸗ scheibe gedient und ihr Leben geopfert haben würden, befahl ich den Rückzug, den die Truppen in guter Ordnung aus⸗ führten. Den ganzen Tag bedrängte eine beträchtliche Streit⸗ macht des Feindes meine rechte Flanke; der Feind wurde jedoch durch berittene Infanterie unter Lord Dundonald und einen Theil der Brigade des Generals Bartons abgewehrt. Der Tag war 1 heiß und anstrengend für die Truppen, deren Haltung vorzüglich war. Wir haben zehn Geschütze dem Feinde über⸗ lassen muͤssen, während eines dem feindlichen Granatfeuer zum Opfer fiel. Ich fürchte, die Verluste der Brigade Hart sind ie 8 chw wundeten

6

weder

Romero Justiz, Belaunde

aben schwere Verluste erlitten. bei Chieveley zurückgezogen.

nfolge dieser Niederlage sind in London Vorkehrungen etroffen worden, um die Absendung der 7. Division zu beschleunigen und die Verluste der Artillerie wieder gutzu⸗

machen.

ältniß nicht groß sein wird. Die 14. und die 66. Batterie eesg tniß nicht groß Wir haben uns in unser

88 Statistik und Volkswirthschaft.

Die deutsche überseeische Auswanderung im November

1899 und in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Es wurden befördert deutsche Auswanderer im Monat November 8 8

18953 722

1440 264

1704.

über 1899 492

809

deutsche Häfen zusammen . 1301 fremde Häfen (soweit ermittelt) 199 überhaupt 1500

Aus deutschen Häfen wurden im November 1899 neben den

Bremen

1301 deutschen Auswanderern noch 10 798 Angehörige fremder Staaten

befördert. Davon gingen über Bremen 6816, Hamburg 3982.

Kunst und Wissenschaft.

†* Sehr beachtenswerth ist die Asstehlang der Worps⸗

Künstler, die am 10. Dezember im Oberlichtraum des Kunstsalons von Eduard Schulte eröffnet wurde. Den stärksten Eindruck hinterläßt ein großes Bild von Fritz Mackensen, der als der Führer der neuerdings auf fünf Mitglieder zusammengeschmolzenen Künstlergruppe gelten darf. „Die Scholle“ benennt der Maler sein Werk, und echte, fest wurzelnde Schollenkunst kommt darin zum Aus⸗ druck. Der Vorwurf ist außerordentlich einfach. Ein greiser Bauer führt die von seinen zwei Töchtern gezogene Esge über den vom Pfluge aufgelockerten Acker, der im Hintergrunde von einem schmalen Waldsaum eingefaßt wird; Siee. des Bildes sind lebensgroß. Ein gewaltiger, fast andächtiger Ernst liegt über dem Ganzen; die mächtigen Silhounetten der Gestalten lösen sich von dem feierlich gestimmten Landschaftsbilde kraftvoll los. Ihre Bewegung und Haltung, obwohl durch den Vor⸗ gang bestimmt, haben etwas Großzügiges, das an die Schöpfungen Millet's und Meunier’'s erinnert. Auch Mackensen hat hier eine Verberrlichung der schweren Landarbeit in wahrhaftem Monumentalstil geschaffen, ein Bild, das den Beschauer mächtig ergreift und eine nach⸗ haltige Stimmung auslöst. Bei gleicher Tüchtigkeit der Arbeit wirkt sein zweites großes Bild „Alte im Sonnenschein⸗ doch nicht so stark. Der mehr sdpllische Stoff würde, in kleinerem Maßstabe behandelt, natürlicher erscheinen, und die Reize der stimmungsvollen Frühlingslandschaft würden dann besser zur Geltung kommen, ähnlich wie in dem kleineren, in zarter Pointillstechnik ausgeführten „Sonnenschein im Dorfe“. Hinter der machtvollen Wirkung der „Scholle“ muß auch das Bildniß eines Zeitungslesers nothwendig zurücktreten. Gleichwohl erheben sich die Leistungen Mackensen's um ein Bedeutendes über die seiner Genossen, unter denen Fritz Overbeck neuerdings mehr auf Zierlichkeit und Zartheit der Effekte hinarbeitet. Leider vermag er dem Aufbau seiner Landschaften nicht die nöthige Festigkeit der Heeen zu geben, sodaß die Illusion dar⸗ unter leidet. Bei sonst sehr achtbaren Qualitäten läßt der „Eichen⸗ hof“ sowohl wie die an Thaulow's zartgestimmte Veduten erinnernde „Mondnacht“ diesen Mangel empfinden. Sehr kräftig in der Farbe ist eine herbstlich gefärbte Moorlandschaft gehalten, vielleicht die beste unter den Arbeiten Overbeck's. Auch Karl Vinnen giebt seinen Landschaften durch bestimmte, satte Färbung einen kräftigen Charakter; das spiegelnde Wasser, das röthlich⸗braune Erdreich, die Reize der absterbenden Natur im Herbst weiß er besonders glücklich zu schildern, während Otto Modersohn die Grenzen seiner Begabung übersieht, wenn er Effekte häuft, ohne doch von der innerlichen eecgeaeng derselben den Beschauer überzeugen zu können. Heinrich Vogeler bringt gelegentlich feine Empfindung zum Ausdruck, wie in dem kleinen Bildchen „Sehnsucht“, aber das Bestreben, stets empfindsam zu sein oder im Märchenton zu sprechen, giebt seinen Schöpfungen ein etwas unwahres Gepräge.

Neben der geschlossenen Gruppe von Werken der Worpsweder erhebt eine reichhaltige Sonderausstellung von Fritz Thaulow Anspruch auf eingehende Betrachtung. Thaulow ist ein geistreicher Techniker, der aber sein Talent in den Dienst gemüthvoller Auf⸗ fassung zu stellen versteht. Aus allen seinen Bildern, die bald Motive aus französischen Kleinstädten, bald norwegische Veduten eaee. weht uns echte, persönlich empfundene Natur entgegen.

it kapriziösem, dünnem Farbenauftrag, der oft an Raffaelli ge⸗ mahnt, vermag er überaus zarte und poetische auf die Leinwand ju zaubern. Wir heben aus der reichen Kollektion als besonders gelungen den weiten, menschenleeren Marktplatz einer fran⸗ zösischen Stadt, ein Nachtbild (normannisches Dorfh, den Hafen von Christiania und ein „Rauch“ betiteltes Stimmungsbild hervor. Das reiche Können des Malers, das ihn gleichwohl niemals zu flüchtiger Arbeit verleitet, ist durch diese dankenswerthe Zusammenstellung seiner neuesten Werke trefflich charakterisiert.

Eine Folge von Studien und Skizzen, die auf einer Reise um die Erde entstanden sind, hat Adolf Obst ausgestellt. Die wenigen ausgeführten großen Bilder dieses Cyelus, wie die heilige Brücke in Japan und der Eingang zu einem japanischen Tempel, verrathen ein starkes

aarbentalent, den Skizzen indeß mangelt die packende Kraft, die solchen

ugenblicksschöpfungen allein künstlerischen Werth verleiht. Auch Welly Stoewer’'s Aauarellstudien, in denen er die Eindrücke schildert, die er gelegentlich der etjätrigen Flottenmanöver an Bord S. M. Linier chefs „Wörth“ empfangen, erhalten ihre Bedeutung mehr durch das aktuelle illustrative Interesse als durch die ungleiche künstlerische Durchführung. So bietet die Weihnachtsausstellung des Salons Schulte nach verschiedenen Seiten hin Anregung und Genuß, der leider an Sonntagen durch den Andrang der Besucher etwas erschwert wird.

Die Meisterwerke der Malerei in ihrer ganzen Farbenpracht den Originalen getreu nachzubilden und durch Vervielfältigung mittels Drucks allen Kunstfreunden zugänglich zu machen, ist seit langer Zeit das Ziel kunsttechnischer Anstalten gewesen. Der Oelfarbendruck, der am meisten Auesicht zu haben schien, dieses Ziel zu erreichen, ver⸗ mochte jedoch nicht aufzukommen, theils wegen der kostspieligen 89 stellung, theils wegen des Vorurtheils der - gegen die aller⸗ dings noch weiterer Vervollkommnung sehr bedürftigen Grzeußnisse. Da infolge dessen die in Unternehmungen dieser Art angelegten Kapitalien verloren zu gehen drohten, ließ man sich zu einem fabrik⸗ mäßigen Betriebe verleiten und diskreditierte durch wohlfeile, minder⸗ werthige Drucke diesen Zweig der Reproduktionstechnik dermaßen, daß derselbe allmählich ganz einging. Es darum sehr anerkennenswerth, daß eine deutsche Anstalt, ohne sich durch solche Mißerfolge abschrecken zu lassen, neuerdings die Versuche in dieser Richtun wieder aufgenommen hat. Die Kunstanstalt von Trowitzsch u. Sohn in Frank⸗ furt a. O., welche im Jahre 1892 von dem Köͤniglichen Fbac. drucker Eugen Trowitzsch, dem Inhaber der bekannten Verlags⸗ buchhandlung, zu dem Zweck begründet wurde, die Meisterwerke der 1lafflschen Malerei in möglichster Vollkommenheit farbig zu reproduzieren, versendet soeben den ersten illustrierten

atalog der von ihr hergestellten Farbendrucke. Das Verfahren, welches in der deon ssc en Anstalt angewandt wird und das⸗ selbe von äͤhnlichen Reproduktlons⸗Techniken wesentlich unterscheidet, ist ein durchaus künstlerisches. Die Vorlagen, nach denen gearbeitet wird, sind von dem Maler Hugo Lüdeke⸗Berlin vor den Gemälden selbst in Aquarellfarben ausgeführt. Die Farben 57 für den

Druck werden durch Handzeichtung in Kreide auf den Ste

8

8 8

ein hergestellt;]

jedes mechanische Hilfsmittel, auch die Benutzung der Photographie, ist Irnghfgilis ausgeschlossen. Die nach Hiesh,n Verfahren ge⸗ wonnenen Nachbildungen wollen mehr als eine bloße Erinnerung an das Original in flachem, farbigem Lichtdruck sein, sie wollen die Wirkung des Urbildes möglichst mit der ganzen Tiefe und Leuchtkraft der Farben desselben wiedergeben. Dadurch gestaltet sich freilich die Arbeit sehr mühsam und zeitraubend, aber die Ergebnisse sind auch derartig bedeutende, daß sie die Aufmerksamkeit der Kunstfreunde bereits ver⸗ dientermaßen auf sich gelenkt haben. Den schon früher veröffentlichten Bildern von Raffael, der EWIIZ“ („La sposalizio“, Original in der Brera⸗Galerie zu Mailand) und den Madonnen del Granduca und della Sedia (im Palazzo Pitti zu Florenz) sowie der Santa Cecilia (in der Pinakothek zu Bologna), ferner einer Reihe kaum minder hochgeschätzter Gemälde anderer älterer Meister, wie Fra Bartolommeo und Giorgione („Pietà“ und „Conzert“ im Palazzo Pitti), Giovanni Bellini (Madonna in der Brera⸗Galerie), Guido Reni und Raffael Mengs (Beatrice Cenci und Tochter von Mengs im Pa⸗ lozzo Barberini zu Rom), Carlo Dolci, Sassoferrato, Lucas Kranach und Snyders Heültce Masdalena, Mater dolorosa, Selbstbildniß des Malers Kranach und Eberjagd, in der Galerie der Uffizien zu Florenz), van Dyck (Söhnchen Karl's I. von England in der Aeccademia di San Luca in Rom), welche sich in kunstliebenden Kreifen wegen der Sorgfalt und Treue, mit der sie die Originale wiedergeben, vielen Beifalls erfreuten, läßt die Trowitzsch'sche Anstalt jetzt zwei neue Blätter folgen: die Madonna di San Sisto von Raffael (aus der Dresdner Galerie) und die heilige Barbara von Palma Vecchio (Original in der Kirche Santa Maria Formosa zu Venedig). Die uns vorliegende Kopie der Madonna kann getrost den Vergleich mit jeder bisherigen technischen Nachbildung dieses weltberühmten, im besten Sinne populären Gemäldes aufnehmen, ja sie dürfte alle an Treue, Wärme und Schönheit der Farbengebung übertreffen. Besonders das Incarnat im Antlitz der Masonna und des Jesusknaben ist von durch⸗ sichtiger Zartheit und blühendem Schmelz. Auch der goldene Mittelton der Luft um die Madonna ist sehr glücklich getroffen. An der Angabe des Kataloges, daß die Herstellung annähernd vier Jahre erfordert habe, wird man nicht zweifeln, wenn man die Dimensionen des Bildes (100 zu 74 cm) und die Schwierigkeit der Herstellung so großer und mit solcher Sorgfalt gezeichneter Platten in Betracht zieht. 2 ihren Nachbildungen von Werken aus klassischer Zeit läßt die rowitzsch'sche Kunstanstalt auch stets passende, künstlerisch ausgeführte Rahmen anfertigen, die mit den Bildern zugleich in dem oben er⸗ wähnten Katalog abgebildet sind. Der Rahmen zu der Madonna di San Sisto ist von Ruedorffer in München in monumentaler Form modelliert und in Altgold ausgeführt. In diesem Rahmen kostet das Bild 150 ℳ, im Karton 50 Für „die heilige Barbara“ betragen die Preise: im Rahmen 100 ℳ, im Karton 36 Ihre Erfolge auf dem Gebiete’ des Farbendrucks nach Gemälden aus klassischer Zeit haben die Kunstanstalt von Trowitzsch u. Sohn ermuthigt, auch an die Vervielfältigung von Bildern lebender deutscher Maler heranzutreten. Auch in diesem Zweige sind ihre Leistungen sehr erfreulich und tüchtig. Das beweisen die uns vorliegenden Blätter nach Gemälden von G. Koötschenreiter in München, zwei urwüchsige Charaktertypen aus den bayerischen Alpen, den „Jagerlenz“ und den „Zielersepp“ darstellend (Bildgröße: 27 zu 21 cm; Preis im Karton je 7,50 ℳ). Ferner verzeichnet der Katalog noch die Jagdbilder „Auerhahn⸗ balz“, „Spielhahnbalz“ und „Schnepfenstrich' von Professor Otto Recknagel in München (Pr. je 10 ℳ); die Landschaft „Auf dem Chiemsee“ von August Dieffenbacher in München (Pr. 24 ℳ); end⸗ lich die Genrebilder: „Luftiges Lied“, ein fröhliches Zecherbild mit drei Figuren im Kostüm des 17. Jahrhunderts, von Viktor Schivert; „Die kleinen Eratulanten“ von Humborg „Fin de siscle“ von L. van Gelder, sämmtlich in München, u. v. a. Das Verzeichniß bietet sonach eine Auswahl für jeden Wunsch und Geschmack. Hiesigen Kunstfreunden, die sich über die Qualität der Farbendrucke der Lrerelesäschen Anstalt selbst ein Urtheil bilden bezw. zum Weihnachtsfest Bestellungen aufgeben wollen, bietet sich hierzu im Kunstsalon von Ribera, W. Potsdamerstraße 20, Gelegen⸗ heit. Sämmtliche oben erwähnten Farbendrucke sind im Rahmen oder Karton daselbst zur Besichtigung ausgesteltl.

Aus St. Petersburg vom gestrigen Tage wird dem „W. T. B.“ emeldet: Eine Kommission zur Berathung der Ein⸗ ührung des Kalenders nach neuem Stil ist an der

Katferllchen Akademie der Wissenschaften unter dem Vorsitz Seiner Katserlichen Hoheit des Großfürsten Konstantin, unter Theilnahme von Vertretern der Ministerien des Krieges, des Innern, des Unterrichts, der Justiz, der Finanzen und des geistlichen Ressorts gebildet worden.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs⸗ Maßregeln.

Der Ausbruch und das Erlöschen der Maul⸗ und Klauenseuche unter den Rindern ist dem Kaiserlichen Gesundheits⸗ amt gemeldet worden vom Schlacht⸗Viehhofe zu Frankfurt a. M. am 14. Dezember, der Ausbruch der Maul⸗ und Klauenseuche unter Rindern vom Viehbofe zu Magdeburg am 15. Dezember und das Erlöschen der Seuche unter den Schweinen vom Schlacht⸗Vieh⸗ hofe zu München an demselben Tage.

Italien.

Dur eesanitätspolizeiliche Verordnung Nr. 15 vom 3 2, Artikel 2 und 3 der Verordnung vom 7. November . J. aufgehoben (cof. „Reichs⸗Anzeiger“ Nr. 273 vom 17. v. M.). Die siebentägige Beobachtung, der die aus Egypten kommenden infektiongfreien Schiffe unterworfen wurden, kommt demgemäß in Fortfall, und die aus egyptischen Häfen kommenden Schiffe müssen sofort zum freien Verkehr zugelassen werden, Sners 8 Hnnich die Verordnung Nr. 3 vorgeschriebenen

ormalitäten erfüllt sind. 8 Die Verpflichtung der 10tägigen sanitären Beobachtung der Passagiere und Mannschaften der genannten Schiffe in den Ankunfts⸗

häfen bleibt bestehen. Epanien

n Spanien ist kürzlich ein neues Reglement über die Fesundheiiopefnei erlassen worden, dessen Inhalt in en Hauptzügen folgender ist: 3 shgen. solg. theilt die Zivil⸗Sanitätsverwaltung in eine äußere und innere ein (Art. 1) und weist Uener die Maßnahmen gegen die Einschleppung ansteckender Krankheiten aus dem Aus⸗ lande zu. Chef der Gesundheitsverwaltung ist der Minister des Innern, dem die General⸗Gesundheits⸗Direktion unmittelbar unter⸗ stellt ist. Als begutachtende Organe stehen dem Minister der Ksnig⸗ liche Gesundheitsrath und die Königliche Medizinische Akademie zur Seite (Art. 8). Im Sanitätsdienst wird der Nüsten⸗ und der Grenz⸗ dienst unterschieden. Was den ersteren Titel 1 betrifft, so sind 13 Sanitätsbezirke mit je einer Gesundheitsstation I. Klasse, mit mehreren Sanitätsstationen II. Klasse und einer n⸗ zahl Abfertigungshäfen vorgesehen. Dazu kommen fünf Quaran⸗ täne⸗Anstalten. Die Frichtung dieser Stationen u. dol. ist genau geregelt (Art. 27 ff.). Ferner ist bestimmt, daß alle für die Beförderung von mehr als 100 Reifenden bestimmten e Schiffe, die mehr als 48 Stunden für ihre Fahrten rauchen, Aerzte an Bord haben müssen (Art. 56 ff.). en spanischen Konsuln sind auf dem gesundheitspoltzeilichen Gebiei ähnliche Verpflichtungen auferlegt, wie den deutschen (Art. 71 ff.), insbesondere baben sie auch, wie einzelne deutsche Konsuln, Leichenpässe auszustellen (Art. 79). werden bei der Ankunft in spanischen Häfen nach wie vor für erforderlich erklärt, und zwar nicht nur für inländische, sondern auch für ausländische Kauffahrtei⸗ und Kriegsschiffe (Art. 87 Abs. 3, 89). Die Gesundheitspässe aus⸗

alle übrigen handelnden

ländise Spanien bestimmter Schisse müssen vom spanischen Konsul oder von einem im vorang konsularischen Vertreter einer befreundeten Nation 1 sein und den für spanische Gesundheitspässe erlassenen Vorschriften entsprechen, falls die Herkünfte nicht als unrein behandelt werden sal (Art. 87 Abs. 2, 88, 93 ff.). Art. 100 135 enthalten Vor⸗ chriften über die Hygiene ꝛc. an Bord und in den Häfen⸗ unter denen besonders die Bestimmung hervorzuheben ist, daß nur Schiffe, die den zu stellenden Anforderungen entsprechen, in das Schiffsregister eingetragen werden dürfen. Sehr v von den bisherigen wesentlich abweichende Vorschriften enthalten die Art. 136 bis 181 über die Behandlung der spanische Häfen anlaufenden Schiffe. Während nach den bisherigen Verord⸗ nungen alle Schiffe, denen wegen Pest, gelben Fiebers oder astatis Cholera ein unreiner Gesundheitspaß ertheilt worden ist, in Spanse einer Quarantäne von 15 oder 10 Tagen unterliegen, ist dies jetzt nur für Fahrzeuge vorgesehen, die sich im Besitze eines ent sprechenden umeinen Gesundheitspasses befinden und an asiatischer Peft gelbem Fieber oder Cholera erkrankte Personen entweder zur eit der Ankunft oder innerhalb der letzten 20 (bei Pest), 15 (bei gelbem Fieber) oder 10 Tage (bei Cholera) an Bord gehabt haben Außerdem ist die Quarantäne jetzt auf 10 Tage mit Bezug au die Pest und auf 7 Tage mit Bezug auf das gelbe Fieber und die Was die Einfuhr von Waare

anläßlich der Pestgefahr vom 19. August d. J.

lichen an (Art. 182 193). sconf. auch „Reichs⸗Anzeiger“ 8 vom 24. August d. J. insichtlich der lediglich durchgeführte Waaren und des Gepäcks können die Gesundheitsbehörden indeß eee Vorschriften erlassen.) (Art. 183 Von der fuhr von Thieren handeln die Artikel 194 bis 201. Danach unterliegen Pferde, Maulthiere, Esel, Rinder, Schafe, Ziegen un Schweine einer Besichtigung auf ihren Gesundheitszustand hin, di ö auch auf andere Thiere erstreckt werden darf. V. den in den Erlassen (Reales ordenes) vom 19. August d. J. und 6. September 1888 angeordneten Quarantänen von 10 und 3 Tagen ist jetzt nicht die Rede; es ist jedoch dem Minister des Innern da Recht vorbehalten, nöthigenfalls im Einverständniß mit dem General Gesundheits⸗Direktor die Thiere weiteren sanitären Maßnahmen zu unterwerfen und selbst deren Einfuhr zu verbieten oder ihr Schlachtung anzuordnen (Art. 197).

Titel 2 des Reglements betrifft die Gesundheitspolizei an der Land grenze. Diese wird von sieben Grenz⸗Sanitäts⸗Inspektionen I. Klasse, und zwar von den in dem Erlaß vom 19. August d. J. genannten sowie den Inspektionen in Port Bon und Jruün und von Gesundheits Inspektionen II. und III. Klasse ausgeübt (Art. 240 245). diese sind, was die Einfuhr von Waaren und Vieh betrifft, die für den Seeverkehr erlassenen Bestimmungen (Art. 257), und hinsichtlich des Personenverkehr Vorschriften die sich gleichfalls an die in dem Erlaß vom 19. August d. J. enthaltenen anlehnen daet 248 ff.). Beigefügt sind dem Reglement drei Anlagen und zwar: 1b

1) eine Uebersicht über die gesundheitspoltzeiliche Eintheilung der Küsten und Grenzbezirke, 1

2) eine Anweisung für die Desinfektion nebst Formularen für die Gesundheitspässe, auf deren Rückseite übrigens die Art. 86, 87 Abs. 2, 91, 93, 97, 209 bis 213 einschl., 215, 216, 219 bis 221 einsch., 223, 226, 227, 233 bis 235 einschl. als besonders wichtig für die Schiffs⸗ führer bezeichnet werden, 8

3) ein Verzeichniß der von dem Schiffsführer oder Arzt der Gesundheitsbehörde zu beantwortenden Fragen.

Am Schlusse des Reglements werden alle ihm widersprechenden gesetzlichen und reglementarischen Bestimmungen aufgehoben.

Die Gesundheitsstationen sollen übrigens innerhalb zweier Monate den neuen Vorschriften gemäß eingerichtet sein. tritt das Reglement unbeschadet der Bestimmung im Artikel 59 in vollem geag in Kraft. 8.

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für

Verdingungen im Auslande.

Belgien.

22. Dezember, 10 ½ Uhr. Maison Communale in Ixelles bei

Ffst Lieferung von Bekleidungsgegenständen für die Gemeinde⸗

olilei. 8 Desgl. Ebenda: Lieferung von Bedarfsgegenständen für den Wasserleitungsdienst, als: gußeiserne Röhren, Verbindungs⸗ und Verschlußstücke, Bolzen, Eisen, Stahl Blei, Leder, Hanf u. s. w. 10 Loose. Nähere Bedingungen vor dem 20. Dezember heim Bureau der Wasserwerke, Rue Cans Nr. 14, in Ixelles erhältlich.

27. Dezember, 11 Uhr. Société nationale des chemins de fer vicinaux, 26 rue de la Science in Brüssel: Lieferung von drei Einschalte⸗Waggons. Pläne und Lastenheft liegen in den Bureaux der Gesellschaft aus. Lastenheft ebenda für 1 Fr. erhältlich. 8

12. Januar, Mittags. Direction des ponts et chaussées in Lüttich. Bau mehrerer Kommunikationswege. 141 409,98 Fr Kaution 14 000 Fr. Lastenheft Nr. 77 und Pläne sind Rue des Augustins 17 in Brüssel für 1,20 Fr. bezw. für 15,80 Fr. erhältlich

12. Januar, Mittags. Direction des ponts et chaussées in Mons: Ergänzung des Beleges der Brücke über die Ausflußmündung der Sambre in Chätelet⸗Chatelineau. 51 253,82 Fr. Kaution 5100 Fr. Lastenheft Nr. 83 und Plan sind für 40 Cts. bezw. für 10,50 Fr. Rue des Augustins Nr. 17 in Brüssel erhältlich. 8

VerkehrS⸗Anstalten.

Laut Telegramm aus Oberhausen (Rheinl.) hat die zweite englische Post über Vlissingen vom 14. Dezember den Anschluß an Zug 7 nach Hannover wegen verspäteter Ankunft des Schiffes und Aufenthalts unterwegs infolge Aus⸗ setzens des Eisenbahn⸗Gepäckwagens nicht erreicht und wird mit Zug 3 weiterbefördert. 8

Laut Telegramm aus Köln (Rhein) hat auch die zweit englische 5 über Ostende vom 15. Dezember in Köln den Anschluß an Zug 31 nach Berlin über Hildesheim wegen Zugverspätung in England nicht erreicht. 8

Das Kabel St. Thomé— Loanda ist wieder hergestellt. Demzu⸗ folge werden die Telegramme nach Swakopmund (Deutsch⸗ Südwestafrika), falls der Absender nichts Anderes bestimmt, wieder über den Weg Emden Vigo Madeira geleitet. Beschränkungen sind sie auf diesem Wege nicht unterworfen. .

(B. T. B.) Die Rheinschiffaß Die Schutzhäfen am Rhein sind Villach, 15. Dezember. (W. T. B.) Infolge Schneefalls ist der Bahnverkehr zwischen Tarvis und Pontafel unter

Köln, 15. Dezember. von Holland aufwärts ist eingestellt.

theilweise überfüllt.

Theater und Mufik.

Scchiller⸗Theater. Heinrich von Kleist's romantisches Ritterschauspiel Käthchen von Heilbr onn’ erschien am Donnerstag neueinstudien und neubesetzt im Spielplan und fand bei dem zahlreichen Publikum des Schiller⸗Theaters eine beifällige Aufnahme. Frau Eysoldt ver körperte die Titelrolle außerordentlich glücklich; sie verstand es, dem traumhaften Wesen des dem stolzen Ritter Wetter vom Gtrahl willenlos ergebenen Mädchens poetische Verklärung zu verleihen welche aus dem Verständniß für die Märchenstimmung erwächst, die der Dichter in dem ganzen Werke festgehalten hat. Sind doch

Persagen des Stückes ebenfalls echte Märchen⸗

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