Regt. Nr. 139, Kadett Pechwell beim 12. Inf. Regt. Nr. 177, Kadett v. Ammon beim 1. Feld⸗Art. Regf. Nr. 12, Kadett Frhr. v. Gersdorff beim Fuß⸗Ark. Regt. Nr. 12, Kadett v. Wiedebach beim 7. Feld⸗Art. Regt. Nr. 77, Kadett v. Schön⸗ berg (Georg) beim 2. Gren. Regt. Nr. 101 Kaiser Wilhelm. König von Preußen, Unteroff. v. Germar beim 14. Inf. Regt. Nr. 179,
Kadett Gauland beim 13. Inf. Regt. Nr. 178, Kadett v. Nostitz
u. Jänckendorf beim Schützen⸗ (Füs.) Regt. Prinz Georg Nr. 108, Kadett Schmidt beim 3. Feld⸗Art. Regt. Nr. 32, Kadett v. Bar beim 6. Inf. Regt. Nr. 105 König Wilheim II. von Württemberg — zu charakteris. Fähnrichen ernannt.
XIII. (Königlich Württembergisches) Armee⸗Korps.
Im Sanitäts⸗Korps. 30. März. Dr. v. Schmidt, Gen. Arzt, Korps⸗Ar.t und Abtheil. Chef im Kriegs⸗Ministerium, der Rang als Gen. Major verlieben.
Beamte der Militär⸗Verwaltung.
30. März. v. Gansser, Ober⸗Krie⸗gsrath und vortragender Rath im Kriegs⸗Ministerium, unter Anerkennung der langjäbrigen treuen Dienste und unter Verleihung des Titels und Ranges eines Ministerial⸗Direktors auf sein Ansuchen mit der gesetzlichen Pension in den Ruhestand versetzt. Forcht, Bureau⸗Diätar, zumn Intend Sekretär bei der Militär⸗Intend., Hasenmaile, Militär. Anwärter, zum Kanzlisten im Krieags⸗Ministerium, — ernaant. Neuburger, Kanzlist bei der Korps⸗Intend., der Titel Kanzlei⸗Sekretär verliehen Glock, Garn. Verwalt. Kontrol ur, beauftragt mit Wahrnehmung der Garn. Verwalt. Geschäfte auf dem Truppen⸗Uebungsplatz Münsingen, zum Garn. Ver walt Insp., Friederichs, kontrol⸗ führender Kasernen⸗Iansp. in Weingarten, Maisch, Kasernen⸗Insp.
in Stuttgart, — zu Garn. Verwalt. Koatroleuren, Dr. Müller, Schwarz, Gauger, Unter⸗Apotheker der Res. vom Landw Bezirk Stuttgart, zu Ovec⸗Apothekern, — ernannt. Erbe, Reuß, Schmid, Schweizer, Ober⸗Avotheker der Landw. 2. Aufgebots vom Landw. . Hall bezw. Gmünd, Calw und Reutlingen der Abschied be⸗ willigt
Durch Verfügung des Kriegs⸗Ministeriums. 30. März. Hehn, Rechnungsrath von der Intend. der 26. Div. (1. K. W.), in eine Expedientenstelle beim Kriegs⸗Ministerium versezt.
Preußen. Berlin, 11. April.
Seine Majestät der Kaiser und König hatten, wie „W. T. B.“ meldet, heute Vormittag im Auswärtigen Amt eine Konferenz mit dem Unter⸗Staatssekretär Freiherrn von Richthofen und hörten hierauf im Königlichen Schlosse den Vortrag des Chefs des Zivilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths Dr. von Lucanus.
Der Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staats⸗ Minister Graf von Bülow hat einen ihm Allerhöchst be⸗ willigten kurzen Urlaub angetreten. Während der Abwesenheit desselben ist mit seiner Vertretung der Unter⸗Staatssekretär, .. Geheime Legationsrath Freiherr von Richthofen etraut.
Der Präsident der Königlichen Eisenbahn⸗Direktion in, Wirkliche Geheime Ober⸗Regierungsralh Kranold hat sich mit kurzem Urlaub nach Schlesien begeben.
Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Königlich bayerische Ministerialrath von Geiger ist von Berlin abgereist “ 111“ “
8 8 1““ 8 1“ “X“ 11“
Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Hansa“ Kommandant: Fregatten⸗Kapitän Pohl, gestern von Wusung nach Nagasaki in See gegangen. Der Kontre⸗Admiral Fritze hat mü 9. April seine Flagge auf S. M. S. „Hansa“ niedergeholt. S. M. S. „Jaguar“, Kommandant: Korvelten⸗Kapitän Kinderling, ist gestern von Tsingtau nach Nagasaki in See
Der Landtag des Herzogthums Gotha ist am 9. d. M. wieder zusammengetreten. Demselben ist ein Gesetz⸗ entwurf, betreffend die Aufnahme einer Anleihe von 2 000 000 ℳ zu verschiedenen Staatszwecken, zugegangen. Der Gesetzentwurf wurde der Finanz⸗Kommission überwiesen.
v Oesterreich⸗Ungarn. ““ Der Kaiser hat, wie „W.
ber Kais pvie „W. T. B.“ aus Wien erfährt, dem österreichisch⸗ungarischen Botschafter in Berlin von Szögyény⸗Marich und dem Botschafter in London Grafen Deym den Orden des Goldenen Vließes verliehen.
Frankreich. 8 Dir Ministerrath faßte, wie „W. T. B.“ meldet, seiner gestrigen Sitzung den Beschluß, daß der Minister des Aeußern Delcassé es ablehnen solle, die angekündigte An⸗ frage des Deputirten Berry, betreffend den Durchmarsch britischer Truppen durch portugiesisches Gebiet von Beira aus, zu
beantworten.
Der Senat hat gestern das Budget mit einigen Ab⸗ änderungen angenommen. Dasselbe muß daher nochmals an die Deputirtenkammer zurückgehen.
Rußland. b Außer den sonstigen, im Herbst 1900 abzuhaltenden größeren Manövern und kleineren Detachementsübungen wird, dem „Russ. Invaliden“ zufolge, im Laufe des August ein großes Manöver vor dem Kaiser zwischen Kursk und Orel stattfinden. Oberster Schiedsrichter ist der General⸗Feld⸗ marschall Großfürst Michail Nikolajewitsch. Es werden an dem Manöver 154 Bataillone, 78 Eskadrons und 348 Geschütze theilnehmen, welche auf zwei Armeen: die Moskauer, 75 Bataillone, 37 Eskadrons, 168 Geschütze, unter dem Großfürsten Sergei Alexandrowitsch, Oberbefehlshaber des Militärbezirks Moskau, und die Süd⸗Armee, 79 Ba⸗ taillone, 41 Eskadrons und 180 Geschüse, unter Befehl des Kriegs⸗ Ministers Kuropatkin vertheilt sind. Die Reiterei beider Armeen wird in Armee⸗ und Divisions⸗Kavallerie geschieden sein. Die Armee⸗Kavallerie wird bei jeder Armee eine
82 5 8 “
eine aus acht Sotnien bestehende Kosaken⸗Brigade bei⸗ gegeben werden. Die General⸗Idee ist folgende: a. Eine von Westen kommende Hauptarmee geht über Orscha und Rätschitza über den Dniepr und dringt gegen Moskau vor. Die zur Sicherung der rechten Flanke der Hauptarmee bestimmte Süd⸗ Armee soll, von Kursk aus vordringend, versuchen, Orel und die Eisenbahnverbindung mit Brjansk in Besitz zu bekommen, muß aber, da der Feind stärker ist, zunächst Kursk zu halten suchen und kann erst nach Eintreffen der Verstärkungen zur Er⸗ füllung ihrer eigentlichen Aufgabe schreiten; b. die Haupt⸗ Ostarmee zieht sich vor dem den Dniepr überschreitenden Gegner gegen Moskau zurück. Um den Feind auf der Linie Smolensk— Brjansk aufzuhalten, hat die Moskauer Armee die von Kursk her vordringende Süd⸗Armee zurückzuwerfen. Bei dem Manöver werden die neuesten kechnischen Hilfsmittel: Luftballons, Fahrräder, Automobilen, Feldeisenbahnen, Tauben⸗ post, Telegraphie ohne Leitungsdrähte, Abessynische Rohr⸗ brunnen ꝛc. zur Anwendung kommen.
Italien. Die Mission der Südafrikanischen Republik und des Oranje⸗Freistaats, welche aus den Mitgliedern des Ausführenden Raths Fischer, Wolmaraans und Wessels esteht, ist, nach einer Meldung des „W. T. B.“, gestern an Bord des deutschen Reichs⸗Postdampfers „Kaiser“ in Neapel eingetroffen und von dem Gesandten des Oranje⸗Freistaats in Brüssel Dr. Müller und dem Legations⸗Sekretär van Boe⸗ schoten empfangen worden. Sowohl der Gesandte wie die Mitglieder der Mission lehnten es ab, irgend einen Bericht⸗ erstatter zu empfangen. Die Mission wird einige Tage in Neapel verweilen. Dhänemark. Beide Kammern des Reichstages wählten,
1 9 S8
wie dem
„W. T. B.“ berichtet wird, gestern einen gemeinsamen Aus⸗ schuß für die Berathung der Vorlage, betreffend die Dampf⸗ fähren⸗Verbindung Gjedser — Warnemünde, sowie für die damit im Föleg menhangh⸗ stehenden großen Eisenbahnvorlagen. Der na
Ausschuß Ostern zusammentreten.
8
“ Amerika. v1“ Die New Yorker „Evening World“ meldet, daß der Admiral Dewey sich entschlossen habe, seine Kandidatur für den Posten des Präsidenten zurückzuziehen.
Aus Buenos Aires erfährt das „Reuter'sche Bureau“, daß der Finanz⸗Minister Dr. Rosa am 30. d. M. von seinem Posten zurücktreten und an seiner Stelle der Deputirte Verduc das Portefeuille des Finanz⸗Ministeriums übernehmen werde.
Afrika.
Einer Meldung des „W. T. B.“ aus Kairo zufolge, ist der großbritannische Delegirte zur egyptischen Staatsschulden⸗ Kommission, Sir Alonzo Money, am Montag gestorben.
Wie das „Reuter'sche Bureau“ aus Pretoria vom 9. d. M. erfährt, ist dort die amtliche Meldung eingetroffen, daß Lord Methuen auf Hoopstad vorrücke. — Der Volks⸗ raad ist zu einer außerordentlichen Session zum 7. Mai einberufen worden.
Die „Times“ veröffentlicht ein Telegramm aus Zwart⸗ kopjesfontein vom 9. d. M., wonach die Truppen Lord Methuen's zur Zeit dort Halt gemacht und ein Lager 10 Meilen östlich von Boshof aufgeschlagen haben. Die Kavallerie habe einen Erkundungsritt nach Osten gemacht, aber nur ein kleines Burenkommando angetroffen, welches die Flucht ergriffen habe.
Aus Mafeking vom 27. v. M. berichtet das „Reuter’sche Bureau“, daß die Buren an diesem Tage das Feuer aus 7 Ge⸗ schützen eröffnet hätten. Die Beschießung sei die heftigste seit Beginn der Belagerung gewesen. Gleichzeitig hätten die Buren einen Angriff von Norden und Suͤdwesten gemacht, seien jedoch zurückgeworfen worden.
Demselben Bureau wird aus Bulawayo vom
3. d. M. gemeldet, der General Plumer habe am 31. Mäͤrz ein Gefecht mit den Buren zwischen Mafeking und Ramathla⸗ bama gehabt. Als er sich gegen drei Uhr Nachmittags sechs Meilen von Maseking befunden habe, sei eine große Truppen⸗ masse der Buren erschienen, und der General Plumer habe sich, um nicht auf beiden Seiten umgangen zu werden, allmählich nach Ramathlabama und später nach seinem früheren Standort zurückziehen müssen. Das Gefecht habe bis 6 Uhr Abends gewährt. Der Rückzug sei gut ausgeführt worden. Nach einer weiteren Meldung des genannten Bureaus aus Gaberones betrug der Verlust auf britischer Seite: 3 Offiziere und 7 Mann todt, 3 Offiziere und 24 Mann verwundet, 11 Mann vermißt. Der General Plumer wurde leicht am Arm verwundet. Der Verlust auf Seiten der Buren soll schwer gewesen sein. In Pretoria verlautete, es sei in der Nacht auf den 5. d. M. einer Schaar bewaffneter Kaffern gelungen, durch die Linien der Buren vor Mafeking durchzubrechen. Die Buren hätten sie aber verfolgt und im Busch eingeschlossen. Nach längerer Beschießung mit Nordenfeldt⸗Geschützen hätten die Buren den Busch gestürmt und 31 Kaffern getödtet, welche hartnäckigen Widerstand geleistet hätten.
Dem „Reuter’'schen Bureau“ wird aus Bloemfontein
vom 9. April gemeldet: Infolge der Erfahrungen, die man gemacht habe, frage man sich ziemlich allgemein, ob die Engländer die Angehörigen des Oranje⸗Freistaats nicht allzu milde be⸗ handelt hätten. Die Mißhandlung der Farmer, welche die Waffen ausgeliefert, habe im Heere große Erregung hervor⸗ gerufen. Der Korrespondent des „Reuter'schen Bureaus“ theilt weiter mit, daß nach den Aussagen eines Sachverständigen die Engländer wahrscheinlich auf einen Verlust von 5000 Pferden monatlich rechnen müßten. Die „Morning Post“ meldet aus Bloemfontein vom 9. April, daß die Schanzarbeiten auf den Bergen, welche die Stadt beherrschten, rasch vorwärts gingen. Zu den Arbeiten würden auch Zivispersonen herangezogen.
Die „Daily News“ melden aus Pretoria unter dem 9. d. M.: Amtlich sei bekannt gemacht worden, daß in einer neuen Schlacht südlich von Brandfort 600 Mann britische Truppen getödtet und verwundet und 800 Mann gefangen genommen worden seien.
Die „Daily Mail“ erfährt über Lourenço Marques aus Brandfort vom 8. d. M., der General Dewet habe die Engländer am 7. d. M. dei Merkatsfontein ge⸗ schlagen. 600 Mann seien getödtet oder verwundet, 900 Mann
Division stark sein. Als Divisions⸗Kavallerie wird jedem der beiden Korps der Moskauer Armee ein Regiment zu
“] 8 “
gefangen genommen und 12 Wagen erbeutet worden. Die
sechs Eskadrons, den Korps der Süd⸗Armee dagegen je
„ Vom gestrigen Tage wird der „Daily Mail⸗ Lourengo Marques telegraphiert: Die dortige Ni us ländische Eisenbahngesellschaft behaupte, eine telegra ieder⸗ Meldung über einen Sieg der Buren bei Kroonstad ershf — zu “ dem 900 n.ee. efangen genommen süen und die Buren nur einen verschwinden ine
1eh,2; sch d kleinen Verlust gehabt
Dem „Reuter'schen Bureau“ wird aus Bethul 9. April gemeldet, die Buren hielten thatsächlich den Freis östlich der Eisenbahnlinie besetzt. Sie hätten zwölf Mätat östlich von Bethulie Stellung genommen. eilen
Dasselbe Bureau berichtet aus Aliwal Nort geftrigen Tage, es verlaute, daß am⸗Dienstag aberma eftiges Gefecht bei Weppener stattgefunden habe dess Ausgang nicht bekannt sei. Die Streitkräfte der Buren 8. ständen aus drei Kommandos, welche Vickers⸗Maximgeschüt⸗ und andere Geschütze mit sich führten. n Norwalspont wird vom 8. d. M. gemeldet: In Bezirken Unruhe. Die Proklamation des Präsidenten Steijn sei weit⸗ hin verbreitet worden. Die britische Garnison sei letzthin aus dem benachbarten Gebiet zurückgezogen worden, worauf si sofort unter den Freistaatlern größere Rührigkeit bemerkba gemacht habe. Die britischen Einwohner, welche infolge dessen in Besorgniß gerathen seien, hätten sich an die britischen Be⸗ hörden in Sa, 4.8 gewandt und diese ihnen ver⸗ sichert, es würden sofort Schritte gethan werden, um ihre Be⸗ fürchtungen zu beschwichtigen.
Nach einer Meldung aus Ladysmith wäre daselbst gestern früh vom Sunday River her ein heftiges Feuern ge⸗ hört worden, welches einige Stunden angehalten habe. Einzel⸗ heiten lägen noch nicht vor. Ein Kaffernlaufer, welcher aus Newcastle dorthin gekommen sei, berichte, daß die Buren damit be⸗ schäftigt seien, auf dem Biggarsberg Geschütze in Stellung zu bringen. 1b 1
Wie den Londoner Blättern aus Pietermaritzburg vom gestrigen Tage berichtet wird, hätte gestern früh eine heftige Kanonade vor Elandslagte begonnen.
Der „Standard“ berichtet aus Durban vom gestrigen Tage, daß eine große Anzahl Truppen von der Armee des Generals Sir Redvers Buller dorthin kommen und von da nach der Kapkolonie verschifft werden würden. Zwei Regimenter seien bereits eingetroffen und sollten alsbald in See gehen. Auch der General Hart gehe nach dem Kap. Mit dem Dampfer „König“ seien zwölf britische Offiziere, die sich auf dem Wege nach Rhodesien befänden, nach Beira abgegangen.
Aus Simonstown berichtet das „Reuter'sche Bureau“ daß der Rest der e as Buren, etwa 2000 Mann, welche sich an Bord der Transportschiffe befunden hätten, an Land gebracht worden sei, mit Ausnahme von neunzig Kranken, für welche man auf dem „Harlech Castle“ die nöthigen Einrichtungen treffen wolle.
Nach einer Meldung aus St. Helena ist das Schiff mit den gefangenen Buren gestern dort eingetroffen; die Gefangenen würden wahrscheinlich heute gelandet werden.
Von Accra ist, wie dem „W. T. B.“ berichtet wird, am Montag eine Truppe von 102 Haussas zum Entsatz von Kumassi abgegangen. Das Fort von Kumassi sei offenbar eingeschlossen. Die Aschantis hätten einige eingeborene Lehrer gefangen genommen. Der Aufstand breite sich weiter aus. Aus dem Congostaat ist gestern in Brüssel die Nachricht eingetroffen, daß die aufständischen Bundja⸗Neger am 4. März in der Nähe von Nambata den Führer des Congo⸗ postens, Leutnant Weynants und den Agenten der Antwerpener Handelsgesellschaft Rab ermordet hätten.
vom s ein
Nr. 15 des „Centralblatts für das Deutsche Reich“, berausgegeben im Reichsamt des Innern, vom 6. April, hat folgenden Inhalt: 1) Konsulat⸗Wesen: Ernennungen; — Ableben eines Konsuls. — 2) Militär⸗Wesen: Gesammtverzeichniß der zur An⸗ stellung von Militäranwärtern verpflichteten Privateisenbahnen. — BEEE“ Ausweisung von Ausländern aus dem Reichs⸗ gebiet.
Nr. 15 des „Eisenbahn⸗Verordnungsblatts“, heraus⸗ gegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 7. April, hat folgenden Inhalt: Allerhöchste Urkunde, betr. die Betriebsführung auf Kleinbahnen durch die Stargard⸗Küstriner, die Prignitzer und die Dahme⸗Uckroer Eisenbahngesellschaft, vom 26. Februar 1900. — Erlasse des Ministers der öffentlichen Arbeiten: vom 29. März 1900, betr. Zahlbarmachung der bewilligten Zivilvensionen und Wittwen⸗
für elektrische Anlagen. — Nachrichten.
(N.⸗L.) beschäftigten Personen, ungefähr tausend, hat, wie der „Volks⸗ Ztg.“ berichtet wird, den Fabrikanten gekündigt, um am Sonnabend in den Ausstand zu treten; an demselben Tage wollen auch die obne Kündigung beschäftigten Leute die Arbeit niederlegen. Die Ursache sind Lohndifferenzen.
In Remscheid ist, der „Rh.⸗Westf. Ztg.“ zufolge, ein Aus⸗ stand der Tischler ausgebrochen, an dem sich etwa 100 Gesellen be⸗ theiligen. Die dortigen Mitglieder des Holzarbeiterverbandes hatten an ihre Meister verschiedene Forderungen bezüglich der Ueberstunden und der Mittagsvpause gerichtet, sowie eine 10 prozentige Lohnerhöhung verlangt, auf welcher letzteren sie auch nach der Bewilligung von 5 % und der übrigen Forderungen seitens der Meister be⸗ standen. Die „Freie Vereinigung der Schreinereibesitzer Rem⸗ scheids“ hat infolge dessen ihre Mitglieder verpflichtet, keine aus⸗ ständigen Gesellen einzustellen und keine über 5 % hinausgehende Fedaerhissang zu bewilligen. Im Uebertretungsfalle ist eine Kon⸗ ventionalstrafe von 500 ℳ zu zahlen, die in einem Sichtwechsel hinterlegt sind. Die gleiche Strafe soll eintreten, wenn ein Mitglied mit einer Firma der Vereinigung, bei der innerhalb Jahresfrist nach Beendigung des jetzigen Ausstandes ein solcher von neuem auksbricht, nicht gemeinsam handelt. 1 Die Sattler einer Lederwaarenfabrik in Leipzig haben, wie die „Lpz. Ztg.“ berichtet, von ihrem Arbeitgeber eine Lohnerhöhung von 10 bezw. 15 % verlangt, während der letztere erklärte, nur eine solche von 5 % gewähren zu können. Da eine Einigung nicht zu stande kam, erfolgte die Arbeitseinstellung seitens der Gehilfen. Nut 3 Gehilfen betheiligten sich nicht daran.
In Paunsdorf bei Leipzig haben sämmtliche Schlosser⸗ gehilfen der Firma G. Böttcher, mit den Schriftgießergebilfen gemeinsame Sache machend, die Arbeit eingestellt. (Vergl. Nr. 201 /
Buren hätten 5 Todte und 9 Verwundete verloren.
“ 8 “ 8
1899 d. Bl.)
Philippolis und Fauresmith herrsche beirächtlice
und Waisengelder; vom 30. März 1900, betr. Prüfung zum Maschinisten 8
Infolge der Einladung des Königlich sächsischen Alterthumsvereins der Stadt Dresden wird die diesjährige Generalversammlung 88 Gesammtvereins der deutschen Geschichts⸗ und Alterthumsvereine in den Tagen vom 24 bis 27. September in Dresden stattfinden. Der Ortsausschuß, dessen Vorstand unter dem vtektorat Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Georg, erzogs zu Sachsen, die Herren Ober⸗Bürgermeister Beutler, Re⸗ Herzgeath Dr. Ermisch und Raths⸗Archivar Dr. Richter bilden, 85 der Vorstand des Gesammtvereins haben das Programm der Generalversammlung vorläufig, wie folgt, festgestellt: Montag, 24. September: Zweiter allgemeiner deutscher Archio⸗ und erster Tag für Denkmalpfiege. Abends: Vorbegrüßung der Tbeilnehmer der Generalversammlung im Neustädter Kasino. — Hienstag, 25. September, Vormsttags: Erste Hauptversamm⸗ ung in der Aula der Königlichen Technischen Hochschule. Geschäfts⸗ hericht, Vortrag des Herrn Professors Dr. Geß. Delegirtensitzung. Nachmittags: Fahrt nach Schloß Weesenstein im Mäglitzthal, Parkfest. Abends: Gesellige Vereinigung. — Mittwoch, 26. Sep⸗ ꝛember, Vormittags: Sektionssitzungen. Fahrt nach Meißen. Zweite Hauptversammlung: Festsitzung zum 75 sährigen Jubiläum des Königlich sichsischen Alterthumsvereins in der Albrechtsburg zu Meißen. Fest⸗ nde des Herrn Regierungsraths Dr. Ermisch. Vortrag des Herrn Hofraths. Professors Dr. Gurlitt übder die Albrechtsburg. Rachmittags: Besihtigung des Doms zu Meißen. Abends: Festmahl im Königlichen Belvedere auf der Brühl'schen Terrasse in Dresden. — Donnerstag, 27. September, Vormittags: Sektions⸗ sitzungen. Dritte Haupt⸗ (Schluß⸗) Versammlung. Nachmittags: Besuch des Königlichen großen Gartens und Besichtigung des Mu⸗ seums des Altertbumsvereins im Palais daselbst. Fest der Stadt Dresden in den Räumen der deutschen Bauausstellung. — Freitag, 5. September: Bei günstigem Wetter und genügender Betheiligung Ausflug in die Sächsische Schweiz. Dem Gesammtverein sind nach dem „Correspondenzblatt⸗ neu beigetreten: der „Verein für sächsische Volkskunde“ (Vor⸗ sitzender: Herr Generalmajor z. D. Freiherr von Friesen in Dresden); die „Numismatische Gesellschaft zu Dresden“ (Vorsitzender: Herr Geheimer Hofrath Dr. Erbstein in Dresden); der „Verein zur Er⸗ haltung der Denkmäler der Provinz Sachsen“ (Vorsitzender: Fürst zu Stolberg⸗Wernigerode); der „Freiberger Alterthumsverein“ (Vor⸗ sizender: Herr Bürgerschullehrer Knebel zu Freiberg in Sachsen) Die Zahl der dem Gesammtverein angehörigen Vereine steigt damit auf 129.
Als neueste Publikation des Zentralbureaus der inter⸗ nationalen Erdmessung erschien im Verlage von Georg Relmer in Berlin der von dem Abtheilungs⸗Votsteher im Geodätischen Institut zu Potsdam, Geheimen Regierungsrath, Professor Dr. Theodor Albrecht verfaßte Bericht über den Stand der Erforschung der Breitenvariation am Schlusse des Jahres 1899. Dieser Bericht enthält das Ergebniß der ersten, ainen Zeitraum von zehn Jahren umfassenden Reihe von Beob⸗ ahtungen über die im Jahre 1889 zum ersten Male mit Sicherheit nachgewiesene Erscheinung, daß die Drehungsaxe der Erde ihre Lage im Erdkörper beständig, wenn auch nur um sehr kleine Beträge, ändert. Diese wahrscheinlich durch die Massenverschiebungen des Luft⸗ und Wasserozeans verursachte Erscheinung bringt eine Aenderung in der geographischen Breite der Orte der Erde hervor, und aus einer genagen Feststellung dseser Aenderung an möglichst vielen Punkten (bis jetzt sind 15 Sternwarten in allen fünf Erdtheilen daran betheiligt) läßt sich die Lagenänderung des Nordpols ableiten. Irgend welche Periodicität konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Sehr interessant ist die dem Bericht beigefügte, von Herrn Geheimen Rath Albrecht gezeschnete Tafel, welche die Wanderung des Nordpols der Erde von 1890 bis 1900 darstellt.
Unter dem Titel „Reigen der Todtentänze“ hat Fer⸗ dinand Max Kurth eine gedrängte kunstgeschichtliche Uebersicht der bedeutendsten Todtentänze bezw. eeee. Todes vom Anfang des 15. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart verfaßt (Adolf Brand's Verlag in Berlin⸗Neu⸗Rahnsdorf, Pr. 1 %ℳ 50 ₰). Von dem „Triumph des Todes“ im Camposanto zu Pisa und dem uns nächstliegenden Wandgemälde im Thurm der Marien⸗Kirche ausgehend, verzeichzet und schildert er die Todtentänze von Holbein dem Jüngeren, Albrecht Dürer, Alfred Rethel, Graf Franz von Pocci, Wilhelm von Kaulbach, Max Kliuger, Hans Meyer, Joseph Sattler, Otto Seitz, Arnold Böcklin, Gustav Spangenberg u. A. Die kleine Schrift ist sorgfältig ausgestattet und mit Zinkätzungen und Farbendrucken nach Blättern von Joseph Sattler, Otto Seitz und Hans Kurth geschmückt. b
Die Académie de Médecine zu Paris wählte, „W. T. B.“ meldet, nahezu einstimmig den Geheimen Rath, Prof Röntgen in Würzburg zum auswärtigen Mitgliede.
Bauwesen. s “ 1““ .
Die Ausstattung des Tambours des Karolingischen Münsters ju Aachen mit Rsaikaem älden, eine Frage, die schon seit langen Jahren schwebt, ist, wie das „Centralblatt der Bauverwaltung“ mittheilt, jetzt ver Verwirklichung näher gerückt, nachdem Seine Majestät der Kaiser und König das Modell und die Kartons des Professors Schaper aus Hannover gutgeheißen hat, dessen Entwürfe im Jahre 1889 in einem engeren Wettbewerbe preisgekrönt worden waren. Seine Majestät sandte am 4. d. M. an den Karlsverein in Aachen, der sich die Wiederherstellung des Aachener Münsters zur Aufgabe gestellt hat, folgendes Telegramm:
Professor Schaper hat Mir heute sein Modell und die Kartons gezeigt, welche für die Ausschmückung der alten Krönungskirche Karl's bestimmt sind. Selbst ein unermüdlicher Forscher auf dem Gebiete der romanischen und byzantinischen Mosaikkunst, bin Ich auf das freudigste überrascht gewesen von der großartigen und stilgerechten Auffassung, sowie von der Korrektheit der Linienführung und der harmonischen Gesammtwirkung, welche das Modell so veortrefflich veranschaulicht. Die Wiederherstellung nach dem vorgelegten Ent⸗ wurfe ist wahrlich im Geiste Karl's des Großen aufgefaßt und seiaer würdig. Ich beglückwünsche den Karls⸗Verein dazu.
Wilhelm, I. R.
Die Antwort des Geheimen Regierungsraths Dubusc namens es Vorstands des Karlsvereins lautete: b
8 Geruhen Eure Majestät, der Allergnädigste Protektor des Karls⸗ mreins, für das huldvolle Telegramm bezüglich der von Professor HScaper für die Ausschmückung der Krönungskirche Karl's des Großen ktworfenen Kartons den unterthänigsten Dank entgegenzunehmen. iesem neuen Beweise des großen Antheils, den Eure Majestät — er stilgerechten Wiederherstellung dieses ehrwürdigen Kaiserdomes veansgesetzt zu nehmen geruhen, wird der Karlsverein einen um so dudigeren Anlaß erkennen, nunmehr mit allen ihm zu Gebote beden Kräften ohne Verzug zur Ausführung des Allerhöchst so
voll gebilligten Entwurfs zu schreiten.
5 In dem Wettbewerb für Villen und Landhäuser der heimstätten⸗Aktien⸗Gesellschaft⸗ in Berlin wurden, wie In ACentralbl. d. Bauverw.“ meldet, folgende Preise vertheilt: dn Abtheilung A.: der erste Preis dem Architekten Gustav Jänicke Sohlä⸗ öneberg, der zweite Preis den Architekten Becker u. 8 üter in Berlin. Zum Ankauf wurden empfohlen die Entwürfe
den Kennworten: „Lucie“, „Drei starke verschlungene
24 8
Ringe“, „Bürgerliche Heimstätte“, „Dreifach ist des Raumes Maß“ und „Ein deutsches Heim“. — Ja Abtheilung B: der erste Preis dem Architekten Paul Hoppe in Berlin, der zweite Preis dem Architekten Gustav Jänicke in Schöneberg. Zum Ankauf wurden empfohlen die Entwürfe mit den Kennworten: „Zieh hinaus“ und „Viel Arbeit“. — In Abtheilung C.: der erste Preis dem Architekten Gustav Jänicke in Schöneberg, der zweite Preis dem Architekten Hugo Janssen in Berlin. Zum Ankauf wurden empfohlen die Entwürfe mit den Kennworten: „Gen Norden“ und „Chi⸗lo⸗sa“. — Die Heim⸗ stättengeseuschaft ist bereit, für die zum Ankauf empfohlenen Entwürfe je 150 ℳ Entschädigung zu zahlen. Sämmtliche eingegangenen Ent⸗ würfe werden bis zum 21. d. M., mit Ausnahme der Feiertage, täglich von 8 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Nachmittags im Baubureau des Kaiser Friedrich⸗Museums, Kleine Museumstraße in Berlin, aus⸗ gestellt sein. 8 Literatur.
Im Verlage von F. A. Brockhaus in Leipzig hat ein neues großes Werk von Fridtjof Nansen zu erscheinen begonnen, welches die wissenschaftlichen Ergebnisse der in seinem Werke „In Nacht und Eis“ geschilderten kühnen Nordpolarreise behandelt. Das von ihm gesammelte Material an Beobachtungen ist so umfangreich, daß erst jetzt der erste Band vorliegt. Das Werk wird nur in englischer Sprache veröffentlicht und ist betitelt: „The Norwegian North Polar Expedition 1893 — 1896, Scientific Results, edited by Fridtjof Nansen“. Ueber Zweck und Inhalt spricht sich der Herausgeber in dem Vorwort zum ersten Bande folgendermaßen aus: „Der Zweck dieses Werkes ist, in einer Reihe einzelner Abhandlungen einen vollständigen Bericht über die wissenschaft⸗ lichen Ergebnisse der Norwegischen Polarexpedition von 1893 bis 1896 zu geben. Ich habe das Glück gehabt, mir zur Vorbereitung des⸗ selben die Mitwirkung einiger der ersten Vertreter der verschiedenen Zweige der Wissenschaft sichern zu können, die alle mit freund⸗ lichster Bereitwilligkeit die Bearbeitung des Materials über⸗ nahmen. Dank der freigebigen Beihilfe des „Fridtjof⸗Nansen⸗Fonds zur Förderung der Wissenschaft“ sind die zur Publikation erforderlichen Mittel zu meiner Verfügung gestellt worden. Ich hoffe daher Erfolg zu haben mit meinem Bestreben, die Bände des Werkes nach Inhalt und Form der norwegischen Nation und der eifrigen, hingebungsvollen Arbeit meiner wackeren Expeditionsgefährten würdig zu gestalten. Während der Vorbereitung des Werkes habe ich mir stets vor Augen gehalten, daß wir unbekannte Regionen der Erde durchquert haben, Gebiete, die wahrscheinlich in der nächsten Zeit nicht wieder besucht werden. Unsere Beobachtungen haben daher noch einen besonderen Werth, und ich halte es infolge dessen für recht, daß jede Einzelheit mit größtmöglicher Sorgfalt ausgearbeitet und nichts ausgelassen werde, was auch nur das geringste Interesse zu bieten vermag. Da dieses Werk für eine Reihe von Jahren hinsichtlich unserer Kenntniß des Nordpolarbeckens das Standard Work bleiben wird, babe ich mich bestrebt, alle An⸗ gaben so zuverlässig wie nur möglich zu machen, indem in der Mehr⸗ zahl der Fälle die Originalbeobachtungen und das Material vollständig wiedergegeben werden. Dadurch ist der Leser selbst im stande, zu beuctheilen, inwieweit die Ergebnisse und die Schlußfolgerungen der⸗ selben zutreffend siad, und kann eventuell seine eigenen Schlüsse ziehen. Es wird dieses Verfahren in verschiedenen Fällen, z. B. bei den astronomischen, meteorologischen, magnetischen, ozeanischen und Nord⸗ licht⸗Beobachtangen den Umfang des Werkes beträchtlich vergrößern, wird aber auch, wie ich hoffe, den wissenschaftlichen Werth desselben wesentlich erhöhen. Um die verschiedenen Abhandlungen der wissen⸗ schaftlichen Welt so rasch als möglich vorzulegen, veröffentliche ich sie in der Reihenfolge, in der sie fertig werden, sobald genügendes Material zur Zusammenstellung eines Bandes beisammen ist, ohne Rücksicht auf systematische Folge. Die Abhandlungen sind jede für sich paginiert und erhalten eine fortlaufende Numerierung, sodaß sie bequem zitiert werden können. Es würde vielleicht angebracht erscheinen, den Bänden eine zusammenfassende Schilderung der Expedition voran⸗ zuschicken. Da dieses aber bereits in meinem Reisebericht „Ia Nacht und Eis“ geschehen ist, so erübrigt es sihh hier. Eine werthvolle Hülfe für künftige Polarexpeditionen wird es sein, daß Colin Archer, der Erbauer unseres Schiffes, so freundlich ist, das Werk mit einer Besprechung der Fram zu eröffnen, der die Expedition einen so großen Theil ihres Erfolgs schuldet. Wünschenswerth wäre
ewesen, in den ersten Band eine detaillierte Karte der Route der deam und meiner Schlittenreise aufzunehmen. Da aber eine solche Karte auf sämmtliche astronomischen Beobachtungen aufgebaut werden muß und dieses weitläufige Material, dessen Bearbeitung Professor Geelmuyden in Händen hat, noch nicht zur Veröffentlichung reif ist, wird die Karte im zweiten Bande erscheinen, der dem ersten hoffentlich bald wird folgen können. Das ganze Werk wird wahrscheinlich fünf oder sechs Quartbände bilden, die voraussichtlich im Laufe von etwa zwei Jahren erscheinen und von denen vermuthlich jeder ungefähr denselben Preis wie der erste Band haben wird. Sie werden nur in englischer Sprache veröffentlicht. Es ist meine Absicht, am Ende des Werks eine vollständige Uebersicht der wissenschaftlichen Ergebnisse der Expedition zu geben.“ — Der erste, startliche Quartband (VIII, 379 Seiten und 46 Tafeln; Preis, in Leinwand geb. 40 ℳ) enthält fünf Abhandlungen. Er beginnt mit der schon oben erwähnten, ausführlichen Beschreibung der Fran, durch ihren Erbauer Colin Archer. In der zweiten Abhandlung schildert Professor J. F. Pompeckj in München die Fossilien von Franz⸗Joseph⸗ Land, wobei er sich auf die Tbierwelt beschränkt, während die versteinerten Pflanzen in der dritten Abhandlung von Professor A. G. Nathorst beschrieben werden. Nansen selbst giebt eine geologische Skizze von Kap Flora. Ueber die reiche Vozelwelt der arktischen Gebiete berichten R. Collett und Nansen, wobei auch die anmuthige, schon „Ja Nacht und Eis“ hervorgehobene Rosenmöve beschrieben wird. Der interessante Vogel wird in einer hübschen Farbendrucktafel veranschaulicht. Besonders reich an Taseln ist der letzte, umfangreichste Abschnitt, in welchem G. O. Sars von den Crustaceen handelt. Ueber den zu erwartenden Inhalt der folgenden Bände giebt ein beigelegter Prospett Auskunft. — Aus dem Angeführten ergiebt sich die wissenschaftliche Bedeutang der Publikation, die kein Gelehrter, der auf dem Gebiete der Geographie oder Natur⸗ wissenschaften S ist, wird unbeachtet lassen dürfen.
“ 8 “ v
Deutsches Land und Leben in Einzelschilderungen. Landschaftskunden und Städtegeschichten: „Geschichte der Stadt Naumburg an der Saale“ von Dr. Ernst Borkowsky, Stuttgart, Verlag von Hobbing u Büchle. — Nachdem schon in früheren, bis zum Jahre 1304 zurückreichenden Zeiten verschiedentlich Versuche einer Geschichtsschreicvung der alten slavischen Siede⸗ lung, aus welcher Naumburg mittelbar hervorgegangen ist, gemacht worden waren, wird in der vorliegenden Arbeit zum ersten Male eine zusammenhängende Darstellung der Geschichte der Stadt gegeben. Sie ist das Ergebniß ein⸗ gehender, langjähriger Studien und hat außer aus dem allgemein zu⸗ gänglichen Material noch aus einer Anzahl bisher unbenutzter Quellen geschöpft. Die Archive dee Raths und des alten Domlapitels sowie die Akten der Kramerianung waren hierbei die wichtigsten und er⸗ giebigsten Fundgruben für den Verfasser, und er hat dieselben nach sorgfältiger Sichtung und wechselseitiger Abwägung geschickt Feee Die einzelnen Abschnitte des Buches geben in übersichtlicher Anordnung zunächst die Vorgeschichte der Landschaft, in der Naum⸗ burg liegt, und schildern dann die Anfänge der Stadt, sowie ihre allmähliche Entwickelung im Mittelalter, im Zeitalter der Reforma⸗ tion, unter der Verwaltung Sachsens, während des siebenjährigen Krieges und endlich unter preußischer Heracga. Die Darstellung umfaßt den stattlichen ,— vom Jahre 968 bis auf unsere Tage und schließt mit einer Wanderung durch die jetzige Stadt sowie einer Betrachtung ihrer geschichtlichen Baudenkmäler. Das Buch ist mit achtzehn gut ausgeführten Abbildungen, sowie einer Tafel der Blschöfe und Administratoren des Stifts Naumburg ausgestattet.
— Geschichte der Revolutionszeit 1789 — 1800. Von Heinrichvon Sybel. Wohlfeile Ausgabe. Stuttgart, J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger. — Der mit dem Erscheinen der 60. Lieferung nunmehr vorliegende letzte Band, der die Geschichte des Konsulats erzählt, liest sich wie ein Epilog auf die Zeit vor 100 Jahren. Die französische Revolution war beender; der phantastische Ge⸗ danke der Weltbefreiung war von dem der Welteroberung abgelöst worden und verkörperte sich in dem Korsen Napoleon Bonaparte, dessen gewaltthätig uad rücksichtslos vorwärts stürmender Uebermath endlich an Deutschland sich brechen sollte, weil er die im Geiste des deutschen Volks waltenden sittlichen Kräfte nicht begriff. — Diese neue Ausgabe des Werks in zehn handlichen, gediegen ausgestatteten Bänden, an Stelle der früheren großen zehn Bände, gelangt damit zum Abschluß. Der mäßige Preis (24 ℳ) erscheint geeignet, ihr die weiteste Verbreitung zu verschaffen, und diese verdient Sybel's Darstellung der französischen Revolution vor anderen deshalb, weil sie die Ergebnisse gründlichster Forschung in abgeklärter, klassisch schöner Form vorträgt und darum sih vorzüglich zu einem deutschen Volksbuch eignet. 8 u
Die neueste Nummer (2962) der Leipziger „Illustrierten Zeitung⸗ (Verlag von J. J. Weber in Leipzig; Preis vierteljährlich 7 ℳ; Einzelnummer 1 ℳ) ist deshalb besonders bemerkens⸗ werth, weil die Zeitung darin zum ersten Mal mit Illustrationen in Farbendruck geschmückt erscheint, dann aber auch wegen der inter⸗ essanten, eingehenden Schilderung, die sie von der Kaiserlichen Werft in Kiel darbietet. Der von G. Hoffmann verfaßte Artikel ist reich illustriert durch Holzschnitte nach Zeichnungen von E. Limmer; etwa ein Drittel dieser Blätter ist farbig, darunter das Doppelblatt „Panzerkreuzer erster Klasse Fürst Bismarck im Bau“. Am malerischsten wirken die beiden Motive aus der Kesselschmiede und der Schmiedewerkstätte. Andere Bilder zeigen die Taklerwerkstätte, die Segelmacherei, den großen stehenden Krahn von 60 000 kg Trag⸗ fähigkeit, eine Stanzmaschine zum Durchlochen von Stahlblechen, eine Plattenbohrmaschine, das Bekleiden eines Panzerkörpers mit Metallblech und einen Taucher bei der Untersuchung von Be⸗ schädigungen am Schiffsrumpf. Sehr instruktiv ist das Blatt, das den im Bau befindlichen großen Kreuzer A zur Darstellung bringt. Eine figuren⸗ reiche photographische Aufnahme zeigt Seine Majestät den Kaiser und Seine Königliche Hobeit den Prinzen Heinrich nebst der Schiffs⸗ besatzung auf S. M. S. „Deutschland“.
“ Verdingungen im Auslande.
1 Spanien. 18. April, 2 Uhr. Marine⸗Ministerium, Materialienabtheilung Madrid: Lieferung von Messingröhren für die Dampfkessel und Kon⸗ densatoren der Staatsarsenale und Staatsschiffe. Näheres bei der obengenannten Stelle.
Niederlande.
25. April, 12 Uhr. Lieferung von Flußeisen (Bedingungsheft Nr. 240), 129 000 flaßeisernen Unterlage⸗Platten (Bedingungshef Nr. 241), 142 000 flußeisernen Hakenbolzen und 190 000 galvanisiert flußeisernen Schraubennägeln neuen Modells für die Staatseisen⸗ bahnen auf Java (Bedingungsheft Litt. 242), Flußeisen (Bedingungs⸗ heft Litt. H 4), Ringplatten, Bremsscheiben, Kontra⸗Gewichten für Bremsblöcke, Brems⸗Zylindern mit Zubehör und mit Ersatztheilen, für Zwecke des Betriebs des Oabilienkohlenfeldes (Bedinzungsheft Litt J 4), Flußeisen für Zwecke des Marine⸗Departements in Nieder⸗ ländisch⸗Indien (Bedingungsheft Litt. K 4), Untergestellen mit Kästen für offene und geschlossene Güterwagen, theilweise mit und theilweise ohne Bremse, wie auch von Untergestellen ohne Kästen für geschlossene Güterwagen ohne Bremse (Bedingungsheft Litt. L 4) für Zwecke des Dampfstraßenbahnwegs in Atjeh. — Die Bedingungshefte liegen in dem Technischen Bureau des Kolonial⸗Ministeriums aus und sind bei der Firma⸗ Martinus Nyhoff im Haag, Nobelstraat 18, zum Preise von 0,50 Gulden für jedes der Bedingungshefte Nr. 240, Litt. H 4 und K 4, von 1 Gulden für jedes der Bedingungshefte Nr. 241 und Nr. 242, von 1,50 Gulden für Bedingungsheft Litt. J4 und von 3 Gulden für Bedigungsheft Litt. L 4 erhältlich.
Brasilien. .
Ohne Datum. General⸗Intendantur des Kriegs⸗Ministeriums: Errichtung einer Fabrik für rauchloses Pulver und Ertheilung der Konzession zur alleinigen Herstellung desselben.
Theater und Musik.
Königliches Opernhaus. 2
Die Herren Axel Delmar und Ferdinand Hummel, deren erfolgreiche Oper „Mara“ noch in gutem Andenken steht, haben in gemeiasamer Arbeit ein neues einaktiges Opernwerk, „Die Beichte“ betitelt, verfaßt, welches gestern zum ersten Mal in Scene ging. Die Handlung, wenn man von einer solchen überhaupt sprechen kann, ist recht kompliziert: zu dem Einsiedler Jacinto Herrera, der in der Einsamkeit einer Felsenhöhle eine alte Schuld büßt, kommen ein Mönch, Manoel, und ein junges Mädchen, Beata. Die letztere ist einem ehebrecherischen Verhältniß der Frau Manoel's zu einem Fremden entsprossen. Dieser Fremde aber ist kein anderer als der Einsiedler Jacinto, der nun in die Lage kommt, dem zum Mönch gewordenen Gatten des von ihm vor Jahren verführten Weibes seine Schuld zu beichten. Diese Beichte aber wird nicht in die Form einer Erzählung gekleidet, sondern spielt sich scenisch ab, indem Jacinto plötzlich verjünst und Beata, seine Tochter, als das Ebenbild ihrer verstorbenen Mutter erscheint. Ohne Hilfe des Textbuches ist es kaum möglich, diesen poetisch an sich fein empfundenen Vorgang zu ver⸗ stehen, der durch Hummel's Musik eher noch verdunkelt als erläutert wird. Der letzteren wäre eigentlich die Aufgabe zugefallen, den Ueber⸗ gang von der Wirklichkeit zum Traumbild und wiederum vom Traumbild zur Wirklichkeit deutlich in die Erscheinung treten zu lassen; leider aber fehlt ihr jeglicher Charakter, und es läßt sich von ihr nur sagen, daß sie zwar recht ansprechend und melodtös, aber gänilich ohne Eigenart ist. Um die Aufführung machten sich Frau Goetze (Beata), die Herren Philipp (Jacinto) und Berger (Manoel) verdient. Am Dirigentenpult waltete Kapellmeister Dr. Muck umsichtig seines Amtes. — Der Novität sollte Kienzl's musikalisches Schauspiel „Der Evangelimann“ folgen, zur Aufführung gelangte aber, wegen Heiserkeit des Herrn Sylva, statt dessen Humperdinck's gefälliges Märchenspiel „Hänsel und
Gretel“. 8 Theater des Westens. 1
Als vorletzte Gastrolle sang der Königlich württembergische Kammer⸗ sänger Herr Rothmühl gestern den Don José in Bizet’'s Oper „Carmen“, in welcher noch Herr Josef Cianda vom Hoftheater in Darmstadt in der Rolle des Escamillo und die Königliche Sängerin Frau Thea Redwitz in der Titelrolle als Gäste mitwirkten. Herr Rothmühl ist in der Partie des José schon häufig gewürdigt worden; er erfreute auch gestern wieder durch sein klangvolles Organ, seine musikalische Sicherheit und seine temperamentvolle Darstellung. Herr Cianda gab den stolzen Stierkämpfer nicht immer lebendig genug, führte aber sonst mit seiner wohllautender Baßbariton⸗Stimme die Partie recht ansprechend durch. Frau Redwitz ist in der Partie der Carmen hier bereits bekannt. Ihre Darstellung ist noch zu wenig ausgeglichen, außerdem schien die Künstlerin gestern durch Befangenheit an der vollen Entfaltung ihrer Mittel gehemmt; sie bot aber, abgesehen davon, gesanglich eine durchaus annehmbare Leistung. Fräulein vom Scheidt führte die Rolle der Micaöla in anmuthiger, sympathischer Weise sowohl in Gesang wie in Spiel durch. Auch das sonstige war zufriedenstellend. Kapellmeister und Regie hatten das Ihrige gethan, um der Aufführung zum Erfolge zu verhelfen. Der im vierten Akt eingefügte „Spanische Tanz“ war von der Balletmeisterin Fräulein Stralucky recht exakt eingeübt und wurde anerkennenswerth ausgeführt. Das ablreich erschienene Publikum spendete im ganzen Verlaufe der Vorstellung lebhaften Beifall.