1900 / 93 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 18 Apr 1900 18:00:01 GMT) scan diff

versonal⸗Veränderungen.

Königlich Preußische Armee. Beamte der Militär⸗Verwaltung.

8 Durch Allerhöchste Bestallungen. 10. April. v. Ro⸗

lainsky, Intend. und Baurath mit dem Charakter als Geheimer Baurath, zum Geheimen Baurath und vortragenden Rath im Kriegs⸗ Ministerinm, Selle, Militär⸗Intend. Rath, zum Geheimen Kriegs⸗ rath und vortragenden Rath im Kriegs⸗Ministerium, Brosig, Militär⸗Intend. Assessor, Vorstand der Intend. der 36. Div., zum Militär⸗Intend. Rath, ernannt. Durch Verfügung des Kriegs⸗Ministeriums. 6. März. 885 9g2n 1 Sen „Insp. in Saarburg, an das Militär⸗Kurhaus zu Landeck, Neste, ö in ““ an das Garn. Lazareth II Berlin (Tempelhof), versetzt.

AN I Hoffmann, Rütz, Lazareth⸗Verwalt. Inspektoren beim 11; Seeas II Metz 8 ontigny) bezw. Darmstadt, zu Lazareth⸗Ober⸗Inspektoren ernannt.

8 12. März. Stamann, Lazareth⸗Insp. auf Probe in Karls⸗ ruhe, zum Lazareth⸗Insp. ernannt.

24. März. Fritz, Eimecke, Lazareth⸗Inspektoren auf Probe in Stettin bezw. Allenstein, zu Lazareth⸗Inspektoren ernannt.

27. März. Dr. Dieckmeyer, Oberlehrer an der Ober⸗Real⸗ schule zu Bochum, unter Ueberweisung an die Haupt⸗Kadettenanstalt, Dr. Borkowsky, Oberlehrer an der Mealschule zu Naumburg a. S., Dr. Eisenhardt, Hilfslehrer am Gymnasium zu Aschersleben, beide unter Ueberweisung an das Kadettenhaus zu Naumburg a. S, Snethlage, Oberlehrer am Gymnasium zu Bremer⸗ baven, unter Ueberweisung an das Kadettenhaus zu Köslin, Dr. Werner, Oberlehrer an der Reealschule zu Erfurt, unter Ueberweisung an das Kadettenhaus zu Wahlstatt, sämmtlich zum 1 April 1900, Strauch, Oberlehrer beim Königlichen König Wilhelm⸗Gymnasium zu Breslau, unter Ueberweisung an die Haupt⸗ Kadettenanstalt, zum 1. Mai 1900, zu Oberlehrern des Kadetten⸗ korps, Neubauer, Kassen⸗Sekretär bei der Haupt⸗Kadettenanstalt, zum Kassen⸗Kontroleur daselbst, Hunn, Zahlmstr. Aspir., zum Kassen⸗ Sekretär bei der Haupt⸗Kadettenanstalt, zum 1. April 1900, ernannt.

28. März. Wiebach, Kanzleirath, Intend. Registrator von der Korps⸗Intend. des IX. zu der des 1. Armee⸗Korps versetzt. Wollenberg, Ehrke, Intend. Sekretäre von der Korps⸗Intend. des VIII. und II. Armee⸗Korps, zum 1. Juli 1900 gegenseitig, Goßmann, Roßarzt vom Garde⸗Kür. Regt., zum Ulan. Regt. Kaiser Alexander II. von Rußland (1. Brandenburg.) Nr. 3, versetzt.

29. März. Dr. Schmidt, Dr. Strohmeyer, etatsmäß. Hilfslehrer bei der Haupt⸗Kadettenanstalt, ersterer unter Ueberweisung an das Kadettenhaus zu Karlöruhe, letzterer unter Belassung bei der Haupt⸗Kadettenanstalt, zu Oberlehrern des Kadettenkorps vom 1. April

1900 ab, Graßmann, Holland, Weyland, Tischmeyer, Regierungs⸗Baumeister zu Kolberg bezw. Berlin, Küstrin und Mainz, Gerstenberg, Regierungs⸗Baumeister zu Berlin, unter Uebertragung einer technischen Hilfsarbeiter⸗ stelle bei der Bauabtheilung des Kriegs ⸗Ministeriums, Kuhse, Regierungs⸗Baumeister zu Saarbrücken, unter Ueberweisung nach Bonn, zu Garn. Bauinspektoren mit einem Dienstalter vom 1. April 1900, Kosse, Proviantamts⸗Kontroleur, beauftragt mit Wahrnehmung der Rendantengeschäfte bei der Armee⸗ Konservenfabrik Spandau, zum Proviantamts⸗Rendanten, Müller, Zahlmstr. Aspir., zum Zahlmstr. beim V. Armee⸗Korps, ernannt. Schulze, Rohde, Ehlert, Proviantamts⸗Aspiranten, zum 1. April 1900 als Proviantamts⸗Assistenten in Thern bezw. Hanau und Glogau angestellt. Krause, Proviantamts⸗Rendant in Dt. Eylau, auf . Antrag zum 1. Mai 1900 mit der gesetzlichen Pension in

den Ruhestand versetzt.

30. März. Paape, Rechnungsrath, Intend. Sekretär von der Korps⸗Intend. des XI. Armee⸗Korps, unter Aufhebung der Versetzung zur Korps⸗Intend. des XIV. Armee⸗Korps, auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand versetzt.

1. April. Betenstedt, Fornagon, Lazareth⸗Inspektoren in Rawitsch bezw. Frankfurt a. M., zu Lazareth⸗Verwalt. Inspektoren ernannt.

8 2. April. Fiedler, Machnitzky, Intend. Bureau⸗Diätare von den Korps⸗Intendanturen des XV. bezw. VII. Armee⸗Korps, zu Intend. Sekretären, Küstner, Intend. Bureau⸗Diätar von der Korps⸗Intend. des III. Armee⸗Korps, zum Intend. Registrator,

3. April. Koypen, Garn. Bauinsp, technischer Hilfsarbeiter bei der Intend. des XI. Armee⸗Korps, vom 1. Oktober 1900 ab eine sogenannte fliegende Garn. Bauinspektorstelle zu Cassel übertragen. Güntsch, Becker, Proviantamts⸗Rendanten in Saargemünd bezw. Gardelegen, nach Dt. Eylau bezw. Saargemünd, Lilie, Proviant⸗ amts⸗Kontroleur in Glogau, als Proviantamts⸗Rendant nach Gardelegen, Lucas, Köhler, Proviantamts⸗Kontroleure in Frankfurt a. M. ⸗Bockenheim bezw. Itzehoe, nach Glogau bezw. Frankfurt a. M.⸗Bockenheim, Schulz, Proviantamts⸗Assist. in Spandau (Armee⸗Konservenfabrik), als Proviantams⸗Kontroleur auf Probe nach Itzehoe, zum 1. Mai 1900, Streitberger, Proviantamts⸗Rendant in Metz, zum 15. Juni 1900 nach Langensalza, Quensell, Proviantamts⸗Kontroleur in Gnesen, als Proviantamts⸗ Rendant nach Metz, Willing, Proviantamts⸗Assist. in Breslau, als Proviantamts⸗Kontroleur auf Probe nach Gnesen, zum 1. Juli 1900, versetzt.

XIII. (Königlich Württembergisches) Armee⸗Korps.

Im Sanitäts⸗Korps. 6. April. Dr. Landerer, Ober⸗ Stabsarzt 2. Kl. à la suite des Sanitäts⸗Korps, zum Ober⸗Stabs⸗ arzt 1. Kl. befördert. Dr. Beck, Stabsarzt im Inf. Regt. Alt⸗ Württemberg Nr. 121, zum Bats. Arzt des 3. Bats. Jaf. Reats. 38 88 Kaiser Wilhelm, König von Preußen Nr. 120 ernannt. Die Assist. Aerzte: Dr. Sedlmair im 9. Inf. Regt. Nr. 127, Dr. Dipper dder Landw. 1. Aufgebots vom Landw. Bezirk Stuttgart, Dr. Hähnle dder Res. von demselben Landw. Bezirk, Dr. Schwarz der Landwehr 1. Aufgebots vom Landwehr⸗Bezirk Reutlingen, Dr. 8 Halder der Rerserve vom Landwehr⸗Bezirk Ravensbura, Dr. Staiger der Landw. 1. Aufgebots von demselben Landw. Bezirk, Dr. Riehm der Landw. 1. Aufgebots vom Landw. Bezirk Mergent⸗

heim, Dr. Dietrich der Res. vom Landw. Bezirk Reutlingen, Dr. Jaeger der Res. vom Landw. Bezirk Ludwigsburg, Dr. Lebküchner der Res. vom Landw. Betirk Biberach, Dr. Fleischer der Res. vom Landw. Bezirk Reutlingen, Dr. Schittenhelm der Res. vom Landw. Bezirk Stuttgart, Dr. Elwert der Res. vom Landw. Bezirk Reutlingen, Dr. Espenschied im Drag. Regt. Königin Olga Nr. 25, Dr. Marcus der Res. vom Landw. Bezirk Stuttgart, 8 Dr. Flammer im Gren. Regt. Königin Olga Nr. 119, unter n Ferteeng zum Sanitätsamt des Armee⸗Korpe, zu Oberärzten, Dr. Zeller, Unterarzt der Res. vom Landw. Bezirk Stuttgart, zum Assist. Arzt, befördert. Dreger, Assist: Arzt im Inf. Regt. Kaiser Friedrich, König von Preußen Nr. 125, in das Inf. Regt. König Wilhelm I. Nr. 124, Dr. Espenmüller, Assist. Arzt im

2 Regt. König Wilhelm I. Nr. 124, in das Inf. Regt. Kaiser Wilhelm, König von Preußen Nr. 120, versetzt. Dr. Müller, Ober⸗Stabsarzt 2. Kl. und Bats. Arzt im Inf. Reagt. Kaiser Wilhelm, König von Preußen Nr. 120, mit Pension, der Er⸗ laubniß zum Tragen der bisberigen Uniform und unter Verleihung es Charakters als Ober⸗Stabsarzt 1. Kl; den Stabsärzten der andw. 2. Aufgebots: Dr. Schleich, Dr. Hürthle, Dr. Paradeis

om Landw. Bezirk Reutlingen, Dr. Palm vom Landw. Bezirk Ulm,

Dr. Ehrhardt vom Landw. Bezirk Biberach, der Abschied be⸗ willigt.

10. April. Dr. v. Bruns, Dr. v. Burckhardt, Gen. Aerzte

la suite des Sanitäts⸗Korps, der Rang als Gen. Major verliehen. *

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8

Beamte der Militär⸗Verwaltung.“

31. März. Lüpke, Ober⸗Roßarzt der Landw. 2. Aufgebots, Nill, Roßarzt der Landw. 2. Na eebcte, vom Landw. Bezirk Stuttgart, der Abschied bewilligt.

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industrie und Heimarbeit in Deutschland und Oesterreich. I. Band: Süddeutschland und Schlesien. II. Band: Die Hausindustrie der Frauen in Berlin. III. Band: Mittel⸗ und Westdeutschland, Oesterreich. IV. Band: Gesetzgebung, Statistik und Uebeisichten. (Schriften des Vereins für Sozialpolitik, Band 84 bis 87.) Leipzig, Verlag von Duncker u. Humblot. Preis 11,60 ℳ, 15,60 ℳ, 12,40 und 7 Die Hausindustrie war die typische Form der für den Absatz im Großen arbeitenden Industrie vom 16. bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Als sie hauptsächlich in der Textil- und Metallindustrie durch die Großindustrie ab⸗ gelöst wurde, als die Handspinnerei und Handweberei von 1830 80 in den Kulturstaaten fast verschwunden war, konnte und mußte gegen⸗ über einer älteren Auffassung, die auch die Lichtseiten der Haus⸗ industrie betont hatte, die pessimistische Verurtheilung dieser Betriebs⸗ form platzgreifen: sie wurde als schlechtweg technisch rückständig und sozialpolitisch verderblich bezeichnet; jede Erhaltung derselben erschien als Anachronismus, ihre möglichst rasche Ersetzung durch die Groß⸗ industrie sollte das Ziel jeder aufgeklärten fortschrittlichen Wirthschafts⸗ politik sein; ihr gänzliches Verschwinden binnen kurzem wurde erwartet. Besonnene, mehr dem praktischen Leben zugekehrte, weniger rasch und weniger doktrinär generalisierende Forscher hatten stets gezweifelt, ob ganz allgemein so zu urtheilen sei; sie hatten daran erinnert, daß die Lebensbedingungen und Ursachen der einzelnen Hausindustrien sehr verschieden seien, daß nicht alle nach dem Schema der Spinner und Weber beurtheilt werden dürften. Der Verein für Sozialpolitik brachte mancherlei Beweise hierfür bei, als er vor einem Jahrzehnt zum ersten Male die Hausindustrie in einer Reihe von Darstellungen behandelte (Band 39 bis 42 seiner Schriften, 1889 91). Aber er hatte damals diese Arbeiten um anderer, augenblicklich wichtigerer Fragen willen unterbrochen, hatte auch wohl nicht überall die richtigen Mit⸗ arbeiter gefunden, manche zu summarische Schilderungen erhalten. Unterdessen war die theoretische wie die praktische Seite der bezüglich der Hausindustrie zu erledigenden Fragen immer wichtiger geworden. Die englische Enquste über das Sweatingsystem, die enorme Zunahme der deutschen Konfektionsindustrie in Berlin und anderen großen Städten, die Arbeitseinstellung in der Berliner Mäntelindustrie, die Wirkung des verbesserten Arbeiterschutzes in der Großindustrie auf künstliche Zunahme der Hausindustrie, alles das drängte die einschlägigen Fragen noch mehr als bisher in den Vordergrund. Der Verein für Sszialpolitik hat daber im Jahre 1898 seine Arbeiten über die Hausindustrie wieder auf⸗ genommen, hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt, in die Verschieden⸗ beit der typischen Betriebsformen, welche unter dem Namen der Haus⸗ industrie zusammengefaßt werden, einen möglichst genauen Eiablick zu gewinnen und damit zuggeich eine Grundlage für die gesetzliche und verwaltungsrechtliche Regelung derselben zu erhalten. In den vor⸗ liegenden vier Bänden sind die Arbeiten des Vereins hierüber zur Veröffentlichung gelangt. 1 1

Der erste Band enthält neun auf Süddeutschland und zwei auf Schlesien bezügliche. Darstellungen, welche vor allem die Hausindustrien des platten Landes und des Gebirges behandeln: Dr. A. Glücksmann schildert die Hausweberei im schlesischen Eulengebirge, A. Irmer das Magazin⸗ system in der Breslauer Möbeltischlerei, O. Reinhard in Stuttgart die württembergische Trikot⸗Industrie mit spezieller Berücksichtigung der Heimarbeit in den Bezirken Stuttgart (Stadt und Land) und Balingen, sowie die Feinmechanik im Oberamt Balingen, W. Fuchs die Haus⸗ industrie und verwandte Unternehmungsformen auf dem Taunus, A. Baer die Kartonnage⸗Industrie zu Lahr i. B. mit besonderer Be⸗ rücksichtigung der Heimarbeit, W. Uhlfelder die Heimarbeit der Zinn⸗ malerinnen in Nuürnberg und Fürth, Dr. R. Liefmann in Frei⸗ burg i. B. die Hausweberei im Elsaß, H. Loth die Uhren⸗ industrie im badischen Schwarzwald, sowie die Reste kleinerer Hausindustrien daselbst und H. Bernheim die Hausindustrien des südlichen Schwarzwaldes. Die im ersten Bande be⸗ handelten Hausindustrien sind theilweise solche, über welche schon ältere gute Darstellungen, wie z. B. über die Schwarzwälder Uhren⸗ industrie, vorliegen, vielfach aber auch solche, die bisher in der Literatur ganz unbekannt waren und doch durch besondere Eigenthümlichkeiten, wie z. B. die Holzverarbeitungsindustrie im südlichen Schwarzwald durch ihre überaus glückliche Absatzgenossenschaft, sich auszeichnen.

Der zweite Band führt den Untertitel: Die Haus⸗

industrie der Frauen in Berlin. Es handelt sich in dem⸗ selben um die Darlegung der Ursachen, welche in der modernen Großstadt die spezifisch weiblichen Hausindastrien schufen, um die Formen, welche dieses in den letzten 25 Jahren riesenhaft an⸗ gewachsene Geschäft annahm, und um die großen Mißstände, die sich daran knüpfen. Die Perle des Bandes bildet die Emleitung von Dr. A. Weber unter dem Titel: Die Entwickelungsgrundlagen der großstädtischen Frauenhausindustrie. Hier wird auf statistischer Grundlage mit seltenem Scharfsinn durch glückliche Kombination, Vergleichung und Verwerthung der vorliegenden Zahlen versucht, die Ver⸗ schiebungen in den modernen Bevölkerungsverhältnissen, im Famil en⸗ leben, in der Berufsgruppierung u. s. w. nachzuweisen, welche es bewirkt haben, daß in den großen Städten ein Ueberangebot von Frauen⸗ händen, die etwas verdienen müssen, aber doch vielfach ihre Stellung und Arbeit in der Familienwirthschaft nicht ganz aufgeben können, die Erwerbslust der Unternehmer zur Betriebsform der Haus⸗ industrie hindrängt. Von den übrigen zwölf Arbeiten dieses Bandes behandelt die größte, von H. Grandke, die Berliner Kleider⸗ konfektion auf 260 Seiten; es ist gleichfalls eine werth⸗ volle Untersuchung, die auf jabhrelangem Studium beruht, für die Zwecke des Vereins für Sozialpolitik nicht erst unter⸗ nommen, sondern jetzt nur zum Abschluß gebracht wurde. Des weiteren stellt Luise von Benda die Entwickelung der in weib⸗ lichen Händen liegenden Berliner Damenmaßschneiderei und Marie Amalie Lipszyc die Betriebsformen derselben dar, Dr. Johannes Feig die Betriebsformen und Arbeitsverhältnisse in der Berliner Wäsche⸗ industrie, Helene Simon die mit den neuen Zweigen der Berliner ekleidungsgroßgewerbe in vielfachem Zusammenhang stehende Stickerei⸗Industrie, Dr. Georg Neuhaus die Kostüm⸗ und Weißwaaren⸗ konfektion in Berlin, die Frauenarbeit in den von neuen Biltungen größtentheils zur Seite geschobenen Textilhausindustrien und die ebenfalls zum theil verdrängten Putzindustrien, Dr. Th. Münster die Fabrikation von Kravatten, Schirmen, Handschuhen, Hosenträgern und Korsetts in Berlin, C. Rosenberg die Kürschnerei und Mützenmacherei, Dr. H. Roehl die Berliner Ledergalanteriewaarenindustrie, die einzige mit dem Komplex der übrigen nicht in direktem Zusammenhange stehende Hausindustrie, welche in Berlin noch weibliche Arbeitskäfte in beträchtlichem Umfange verwendet. Als Schluß ist eine Schilde⸗ rung der Hausindustrie der Frauen in Danzig von Arthur Dix an⸗ gefügt, welche durch die Ermöglichung eines allgemeinen Vergleichs die Berliner Verhältnisse in schärfere Beleuchtung rückt.

Der dritte Band ist Mittel⸗ und Westdeutschland, sowie Oester⸗ reich gewidmet; dreizehn Abhandlungen stellen theils einzelne, theils sämmtliche Hausindustrien bestimmter Gegenden dar. Als besonders werthvoll dürfen zwei Arbeiten von E. Jaffé hervorgehoben werden: über die westdeutsche Konfektionsindustrie mit besonderer Berück⸗ sichtigung der Heimarbeit und über Hausindustrie und Fabrikbetrieb in der deutschen Zigarrenfabrikation. W. Hohn schildert die Haus⸗ industrie und Heimarveit in den Regierungsbezirken Koblenz und Trier, Dr. E. Kieseritzky die Formen der Hausindustrie in Köln, Dr. Paul Ehrenberg die Spielwaaren⸗Hausindustrie des Kreises Sonneberg, Elisabeth von Richthofen die Perlenstickerei im Kreise Saarburg in Lothringen, Dr. G. Scheu die Heimarbeit im Wiener Handschuhmacher⸗

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gewerbe, Dr. A. Wil ling die Hausindustrie und Heim b

8

Gebiete der Kamm⸗ und Fächermacherei in Wien, Dr. E. S

Heimarbeit und Hausindustrie in Oberstriermark (Han

bezirk Leoben), R. Pollatschek das Schuhmachergewerbe i Treh

Dr. O. Engländer die Hausindustrie in einigen Bezirken des füdöstl

Böhmen, Professor Dr. R. Zuckerkandl die Hausindustrie in he andschuhnäherei in Dobrisch und Umgebung (Böhmen) der Kostka die Heimarbeit in der Hohlglasindustrie Nordböhmenz.

Der letzte, vierte Band nennt sich „Gesetzgebung, Statistit e Uebersichten’“. Er enthält werthvolle Darlegungen der n beiterschutzgesetzgebung in Bezug auf die Heimarbeit und 1.2 industrie in England, den Vereinigten Staaten von Ameri Neuseeland, Neufüdwales und Victoria (Australien), eine 8* waltungsrechtliche Abhandlung über das deutsche G 8 der Hausindustrie von Dr. W. Kähler, eine statistische Fct legung der hausindustriellen Resultate der Berufs⸗ und Gewerke zählung von 1895 von Professor Dr. H. Rauchberg, endlich zwei vortreffliche Arbeiten über die deutsche Schuhmacherei (von 8 E. Fansge) und über die Möbelfabrikation Deutschlands (von b P. Voigt), insofern sie im Begriffe stehen, aus der Form des alter Handwerks in die neuen Formen der Hausindustrie, des Magajin systems und der Fabrik überzugehen. 1 m⸗

Gewiß ist mit den Arbeiten dieser vier Bände, von denen wi einzelne noch ausführlich besprechen werden, die Erkenntniß 8c modernen deutschen Hausindustrie auch noch nicht erschöpft; besondens ehe die Gesetzgebung, die nur eine spezialisierte für bestimmte Zweige sein kann (Tabackindustrie, Konfektion u. s. w.) sein kann, zu einwand⸗ freien Resultaten kommt, werden noch speziellere Untersuchungen da und dort nöthig sein. Aber ein großer Fortschritt in der wissenschatt⸗ lichen Erkenntniß der deutschen Hausindustrie ist mit diesen Arbeiten doch vollzogen. Das haben vor allem die auf der Grundlage derselben gepflogenen Verhandlungen der letzten Generalversammlung des Vereirz für Sozialpolitik in Breslau über das Thema gezeigt. Als eines der wichtigsten Ergebnisse darf das bezeichnet werden, daß man jetzt diel klarer als bisher die verschiedenen Typen der Hausindustrie unter⸗ scheidet. Die bedeutsamsten dürften sein: a. die großstädtische Frauen⸗ heimarbeit, b. die aus dem alten Handwerk sich ent⸗ wickelnden, an Großbetriebe und Magazine angelehnten Hausiindustrien c. die Hausindustrien auf dem Lande und in den Gebirgen, welche theilweise Ableger städtischer Hausindustrien sind, theilweise rein änt⸗ lichen Bedingungen entsprangen, stets aber nur im Zusammenhang mit der Agrarverfassung und den wirthschaftlichen Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung zu beurtheilen sind. Die Entstehungs⸗ ursachen und die dauernden Voraussetzungen dieser ve⸗ schiedenen Typen, die Betriebsformen selbst und die gesez⸗ geberische Behandlung derselben sind so weit auseinandergehend, als das sozialpolitische Urtheil über den Werth, die Nothwendigkett, die Konservierbarkeit derselben ein verschiedenes sein muß.

Die Verhandlungen der am 25., 26. und 27. Septemher 1899 in Breslau abgehaltenen Generalversammlung des Ver⸗ eins für Sozialpolitik über die Hausindustrie und thre geset⸗ liche Regelung, die Lage des Hausiergewerbes und die Entwicke⸗ lungstendenzen im modernen Kleinhandel sind als 85. Band der Schriften des Vereins, auf Grund der stenographischen Niederschrift vom Ständigen Ausschuß herausgegeben, inzwischen ebenfalls schon im Druck erschienen (Pr. 7 ℳ). Im „R.“⸗ u. St.⸗A“ ist über dieselben seiner Zeit ausführlich berichter worden. Nach der bedeutsamen Eröffnungsrede des Vorsitzenden, Professors Dr. G. Schmoller, referierten Gerichts⸗Assessor Dr. A Weber und Preofessor Dr. E. von Philippovich über die Hausindustrie und ihre gesetzliche Regelung, Professor Dr. W. Stieda über die Lage des Hausier⸗ gewerbes in Deutschland, während über die gegenwärtig im Vordergrund des Interesses stehenden Entwickelungstendenzen im modernen Klein⸗ handel drei Berichte erstattet wurden: von Professor Dr. W. Somban,, Professor Dr. K. Rathgen und Handelskammer⸗Syndikus Dr. Rocke. In einem Anhang zu diesem Verhandlungsbericht ist noch eine werth⸗ volle Studie von Dr. Grunow über die Solinger Industrie vder⸗ öffentlicht, die zu einem erheblichen Theile gleichfalls hausindustriell organisiert ist.

Vorlesungen über Sozialismus und Sozialpolitik von Karl Biedermann, ord. Honorar⸗Professor an der Universität Leipzig. Verlag von S. Schottlaender, Breslau. Preis geh. 3 Der als Historiker bekannte Verfasser hat sich in diesen Vorlesungen einer Besprechung der sozialen Verhältnisse zugewandt. Er giebt zunächst eine kurze Erläuterung des Wesens der sozialen Frage und ihres engen Zusammenhangs mit dem Prinziv der Arbeitstheilung, erörtert dann die verschiedenen Arten der Behandlung dieser Frage in Deutschland und den Nachbarländern und knüpft hieran eine Schilde⸗ rung und Kritik der beiden entgegengesetzten Systeme, des Sozialismus und der Sozialpolttik. Der Verfasser charakterisiert Lassalle, Rod⸗ bertus, Marx und die Sozialdemokratie, dann den Verein für Sozial⸗ politik und eine Reihe von Arbeitervereinen, die sich von der Sonial⸗ demokratie frei erhalten haben. Hier verbreitet er sich auch über die Wirksamkeit der katholischen Arbeitervereine und das Verhältniß der katholischen Kirche zur Arbeiterfrage. In den „Schlußbetrachtungen’ des letzten Kapitels schildert er die Gefahr, welche der bürgerlichen Gesel⸗ schaft von der Sozialdemokratie drohe, und legt auch dar, wie nach seiner Ansicht der Kampf gegen dieselbe, insbesondere durch Loslösung der Arbeiterschaft von ihr geführt werden müßte. Das Buch ist kein gelehrtes Werk und soll es auch nach des Verfassers Absicht nicht sein. Die Darstellung ist gemeinverständlich, übersichtlich und klar. Für solche Leser, welche mit einzelnen Materien sich eingehender boe⸗ schäftigen möchten, ist in Noten unter dem Taxt die einschlägliche Literatur und ein reiches statistisches Material angeführt.

Plaudereien über das neue Recht von Adolf Lobe, Landgerichtsrath in Leipzig. I. Hälfte. Verlag von Fr. Wilb. Grunow. Preis geh. 2 ℳ% Spstematische Darstellungen des Rechts⸗ stoffs sind, auch wenn sie klar geschrieben sind, immerhin für den, der nicht geschult ist, juristisch zu denken, schwer verständlich und leicht ermüdend. Die hier angezeigten „Plaudereien über das neue Recht“ verzichten deshalb auf eine systematische Darstellung des ge⸗ sammten Rechtsstoffs, dagegen wollen sie in anregender Ge⸗ sprächsform, anknüpfend an Vorkommnisse des täglichen Lebens die wichtigsten und praktischsten Gebiete des neuen Rechts, wo nöthig auch ziemlich ausfürlich, behandeln. Der Kaufmann, der Apotbeker, der Arzt, der Pastor fragen, und der Amtsrichter antwortet und erklärt das Gesetz unter fortwährender Bezugnahme auf Beispiele. Hierbei wird auch Werth darauf gelegt, die soziale, sittliche und wirthschaftliche Bedeutung einer gesetzlichen Bestimmung hervorzuheben und so die Gesetzesvorschrift nicht als willkürliche Formelvorschrift, sendern als nothwendiges Gebot des Lebens und Verkehrs verständlich zu machen. In dem vorliegenden Bändchen sind die familien⸗ und erbrechtlichen Fragen erörtert. Das Forderungsrecht unter besonderer Berücksichti⸗ gung des Handelsrechts und das Sachenrecht, namentlich das Grund. und Hyporbekenrecht, sollen in einem weiteren Bande behandelt und diesem auch ein ausführliches Inhaltsverzeschniß beigefügt werden.

Das Recht des Abzahlungsgeschäftes, bearbeitet von Dr. jur. Johann Lazarus, Gerichts⸗Assessor. Berlin, Verlag von Otto Liebmann. Preis geh. 3 % Der Verfasser giebt eine er⸗ schöpfende, auch das Bürgerliche Gesetzbuch berücksichtigende systematische Darstellung des Rechtes des Abzahlungsgeschäftes, welche für Juristen wie für das betheiligte Pablikum von Werth ist.

Seehandel und Seemacht. Eine handelsgeschichtliche Skizze von Professor E. Speck. Verlag von Friedrich Brandstette⸗ Leipzig. Preis 1,20 Der Verfasser, Lehrer der Handee⸗ geschichte in Zittau, stellt in dieser lesenswerthen Schrist das cl hältniß von Seehandel und Seemacht unter Hinweis auf die geschicht⸗ lichen Thatsachen in knapper und für jedermann verständlicher Fassun dar. Von der ältesten Zeit ausgehend, führt er den Leser durch 5 Geschicht aller Seehandel treibenden Völker, die überall bezeugt, 8 wenig Rücksichten auf den Nebenbuhler in der Handelspolitik 8- geherrscht haben und wie in konkurrenzreicher Zeit der Seehaas j desmal vernichtet worden ist, sobald ihn nicht eine starke Seema schützte und sicherte.

88 X“

Land⸗ und Forstwirthschaft. Saatenstand und Getreidehandel in Rußland.

Das Kaiserliche Vize⸗Konsulat in Nicolaiew berichtet unter dem 4. d. M. Folgendes:

Während des letzten Monats haben wir aufs neue Frost mit heftigem Winde gehabt; allmählich ist jedoch ein Umschwung ein⸗ getreten, und jetzt herrscht schönes Frühlingswetter. In der nächsten ÜUmgebung ist man überall mit S.1n der Felder beschäftigt und hofft, daß man bis Ostern damit fertig wird.

Die Zufuhr ist noch immer sehr klein, und die hiesigen Vorräthe von Roggen und Gerste sind so gut wie erschöpft. Von Weizen ist auch nich viel mehr vorhanden, und sind namentlich gute Qualitäten recht rar geworden. Das Geschäft kann sich unter solchen Umständen natürlich nur in den denkbar engsten Grenzen bewegen, was sehr zu bedauern ist, da die Nachfrage vom Auslande, namentlich für Roggen und Gerste, recht lebhaft ist.

Angeführt wurden seit 1. Januar bis 25. März 1900 2 821 150 Pud, Ausgeführt . 1 25. 1900 7 517 700 Der augenblickliche Lagerbestand stellt sich, wie folgt, auf 2 350 000, und zwar: Angeführt per 25. März 1900 2 821 150 Pud, Bestand am 1. Januar 1900. 7 048 550 9 867 700 Pud,

7 517 700 2 350 000 Pud.

Ausgeführt per 25. März 1900 Bestand.

Getreidemarkt in Genua.

Der Kaiserliche General⸗Konsul in Genua berichtet unter dem 9. d. M. Folgendes: b Es scheint, daß die Vorräthe in einheimischer Waare stark in Abnahme begriffen sind, da die Nachfrage nach ausländischer Waare sowohl hier, als im Süden stetig zunimmt. Die Preise haben trotz⸗ dem keine nennenswerthe Aenderung erlitten, insbesondere für ruffische Herkünfte. Man ist noch immer der Ansicht, daß mit dem Eintritt der milderen Witterung das Ausgebot von Süd⸗Rußland stärker werden wird. Dagegen sind die Preise für La Plata⸗Herkünfte bei schwächerem Ausgebot in den letzten Tagen etwas in die Höhe ge⸗ gangen. Es wurden in größeren Quantitäten gehandelt:

Prompte Durs Novorossisk 10,06 P. 18,80 cf., Durs Taganrog 10,06 P. April 18,50 cf., ferner mehrere Dampferladungen Ghirka Liberia 9,38 P. 16,75 cf., größere Partien Azyma Theodosie 10,— P. bis 10,05 P. 16 ½ cf. bis 16,62 ½ f., kleinere Posten in Ghirka Ulka Nicolajew 9³022 P. 16 ¾ cf.; ferner große Partien La Plata⸗Weizen 78 kg 16 cf. bis 16 ¼ f., auch einiges in Leinsaat Novorossisk 29,75 cf. und La Plata⸗Leinsaat 28,50 cf.

Die offizielle Eröffnung der Schiffahrt im Azow'schen Meere hat noch nicht stattgefunden, doch sollen laut Privatmittheilungen bereits verschiedene Dampfer eingetroffen sein, um Ladungen aufzunehmen.

Zucker, reine russische Krystalle, pro April / Mai 27,75 Fr. bezahlt, Oktober / November 26 Fr. bezahlt.

Am 31. März d. J stellten sich in Genua die Getreidevorräthe und die Preise für den Doppelzentner, wie folgt:

unverzollt inländisch Weichweizen. 44 300 dz 15,50 16,75 Goldfranken 25,50 25,75 Lire, Hartweizen 23 500 17,25 19,00 3 28,00 28,25 Mais 10 800 11,00 —- 13,00 8 15,75 16,50

fer 6 750 11,75 12,00 8 16,50 16,75

oggen 1 000 14,50. 8

Rotterdamer Getreidemarkt.

Der Kaiserliche Konsul in Rotterdam berichtet Folgendes:

Im Monat März war der Markt anfänglich ruhig, wurde dann allmählich fester und war schließlich lebhaft.

Weizen. Obschon das Verhältniß zu den Mehlpreisen schlecht blieb, machte sich doch häufig das Bedürfniß geltend, welches nur iu höheren Preisen befriedigt werden konnte. Amerikanische Sorten, unter welchen jetzt nur „Kansas“ zu verstehen ist, wurden nicht dringend angeboten, und der Vorrath war meist gering, sodaß der Preis von schwimmender Waare besonders von der mehr oder weniger schnellen Ankunft abhing. In La Plata wurden wegen seiner guten Qualität ziemlich viel Umsätze erzielt.

Roggen. Die Anfuhr war ohne irgend welche Bedeutung, ab⸗ gesehen von Libau, welches hauptsächlich für die Brennereien in Schiedam Verwendung fand. Was angeführt wurde, war vor An⸗ kunft schon verkauft.

„Gerste. Die Nachfrage war nicht eben groß und konnte stets genügend befriedigt werden. In Ermangelung südrussischer Ver⸗ schffungen begnügte man sich mit den amerikanischen, deren Preis infolge dessen etwas gestiegen ist.

Hafer. Anfangs war die Stimmung fester; dann kam neues Angebot, vor allem in geringer Qualität, sodaß von der Verbesserung nicht viel übrig blieb. Nordrussische Sorten wurden fortwährend reichlich, aber meistens auf spätere Lieferung angeboten.

Mais. American Mixed ist im Laufe des Monats um etwa dreizehn Gulden im Preis gestiegen, was den höheren Forderungen der Exporteure und dem infolge des anhaltend schlechten Wetters groß bleibenden inländischen Bedarf zugeschrieben wird. Die runden Sorten sind nur wenig gestiegen. Russische Sorten kamen oft in mehr oder weniger schadhaftem Zustand an und verursachten den Im⸗ vortenren viel Umstände und Schaden.

Die Preise und Vorrät eb 8 d 8 sammeniePrebs 88 rräthe ergeben sich aus nachstehender Zu

1 Vorräͤthe GSetreidepreise in Rotterd m am

im Monat März 1900.

b1 März April 1900

Gerste

Wei 8 Roggen und f 3 gg Mais Hafer

Last zu Laft zu Last zu für 2400 kg 2100 kg 2000 kg 100 kg FI. F. . K.

176/190 130/155

1500 1200

1300 1100 1000

Saatenstand und Getreidehandel in Rumänien.

Kaiserliche Konsulat in Galatz berichtet unter dem 6. d. M.

bca Die Temperatur des verflossenen Monats war mehr kalt als warm, vintewin erholte Nachtfröste und starke Schneefälle gaben ihm ein recht dorch 8* Gepräge. Von einigen Fachleuten wird der den Feldern gescha 4 aünftige Witterung zugefügte Schaden auf rund 20 % nur 1 Diese Schätzung mag übertrieben sein und dürfte überhaupt

1e durch Frost am härtesten mitgenommenen Distrikten zu⸗ Mher. immerhin ist der erlittene Schaden nicht ganz leicht zu

Der auf den Fel d en Feldern liegende Schnee ist durch die Regengüsse erlebten Tage größtentheils geschmolzen und die Nässe so groß, daß beste 2 eihe schöner und warmer Tage bedarf, bevor die Frühjahrs⸗ venung ernstlich in Angriff genommen werden kandn.“

der Donau wurden m eizen gemacht, doch hat es den Anschein, daß diesen Geschäften mehr ein gewisses Liquidationsbedürfniß der Banken zu Grunde liegt; denn im großen Ganzen blieb die Stimmung seitens der Käufer und Exporteure lustlos. Auch die Preise erlitten keine großen Ver⸗ änderungen. Es wurden im März von der Donau seewärts exportiert: 4 Weizen. TP141412 Roggen.. 875 t Gerste.. 130 t ao . .. 13 946 t Bohnen.. 162 t 427 t

MWie 33 840 t

Davon 7104 t Mais nach Bombay und 2461 t Dran. Frachten sind gedrückt und haben die Linien⸗Dampfer Mühe, Ladung zu finden. Rotterdam notiert 11ͤ*—, Hamburg 11/.6. Die Preise für 1000 kg cif waren um die Monatswende etwa

die folgenden: 130 140

Weizen Gerste 110 116 Eq66A“ Die Vorräthe zu derselben Zeit werden, wie folgt, angegeben: 2 in Galatz: in Braila: Weizen 5000 t 10 000 t Roggen 1750 800 6665 6 300 E111616““” 2 200 afer ohnen

8

Saatenstand und Getreidehandel in Bulgarien.

Das Kaiserliche Konsulat in Varna berichtet unter dem 7. d. M. Folgendes:

Die ausgiebigen Schneefälle, die warmen, sonnigen Tage und die darauf folgenden reichlichen Niederschläge während des Monats März beförderten zwar in allen Bezirken die Entwickelung der Winter⸗ und Sommersaaten auf das Günstigste, sie haben aber mehr oder weniger überall eine Verzögerung der Frühjahrsarbeiten verursacht.

Von der Gesammt⸗Anbaufläche 382 233,8 ha des Varnaer Kreises entfallen: auf Getreidefelder, Obst⸗ und Gemüsegärten 368 993,2 ha 11“ 1 5 308,5

künstliche Wiesen. natürliche Wiesen 114“A4*“ 161,5 Der mit Zerealien besäete Boden vertheilt sich in diesem Jahr auf die einzelnen Bezirke, wie folgt: auf den Dobritscher Bezirk 64 335 ha . Baltschiker eeeA““ I1“ FPeebe 8 11““ Varnaer 8 “] die für Kornfrüchte verwendete Fläche eee“

Die in dieser Campagne in Angriff genommene beziehungsweise geplante Aussaat des Winter⸗

im Dobritscher Bezirk:

Wintergetreide auf..

. Sommergetreide auf...

im Baltschiker Bezirk:

Wintergetreide auf

. Sommergetreide auf....

im Provadiaer Bezirk:

Wintergetreide auf . Sommergetreide auf im Varnaer Bezirk: Wintergetreide auf. S ree eho. 3 6988z8s. as Ergebniß hieraus wird sich erst in 2—3 Monaten zur Zeit der Ernte feststellen lassen. nur 3 Der Getreide⸗Exporthandel war auch im März sehr schleppend; die Lage des Ausfuhrgeschäfts, wie die allgemeine Geschäftslage am hiesigen Platze, ist eine ungemein gedrückte.

Als Hauptabsatzgebiet kommen noch fortgesetzt die Türkei und Griechenland in Betracht, da die hitsigen Notierungen noch weit über diejenigen der europäischen Getreidebörsen stehen und somit West⸗ Europa nicht konvenierten; infolge der günstigen Ernteaussichten macht sich eine Neigung zum Verkauf der vorhandenen Stocks bemerkbar.

Die Marktpreise für Hartweizen, Mais und Gerste blieben im letzten Monat fast unverändert; die Schwankungen in Weizen sind nur geringe gewesen, dessen Preise sich zwischen 14,50 und 15,80 Fr. pro Doppelzentner franko Bord bewegten.

9 653 ha

Handel und Gewerbe. 1.““

Wochenübersicht der Reichsbank vom 14. April 1900 betrug der gesammte Kassenbestand 809 611 000 (1899: 906 273 000; 1898: 913 500 000) ℳ, d. i. der Vorwoche gegenüber mehr 19 790 000 (1899: + 39 624 000; 1898: + 13 863 000) Der Metallbestand von 772 492 000 (1899: 866 742 000; 1898: 876 589 000) allein hat zugenommen um 18 007 000 (1899: + 35 396 000; 1898: + 11 195 000) Der Bestand an Wechseln von 839 780 000 (1899: 768 037 000; 1898: 691 226 000) zeigt eine Abnahme um 66 562 000 (1899: 40 390 000; 1898: 52 213 000) und der Bestand an Lombardforderungen mit 70 297 000 (1899: 73 222 000; 1898: 87 719 000) eine solche um 28 743 000 (1899: 31 744 000; 1898: 19 097 000) Auf diesen beiden Anlagekonten zusammen ist also ein Rückgang um 95 305 000 (1899:— 72 134 000; 1898: 71 310 000) erfolgt. Die Position „Sonstige Aktiva“ weift eine Vermehrung von 2 913 000 auf. Auf passiver Seite zeigt der Betrag der umlaufenden Noten mit 1 145 226 000 (1899: 1 139 235 000; 1898: 1 138 898 000) der Vorwoche gegenüber eine Verminderung um 72 416 000 (1899: 73 435 000; 1898: 75 036 000) ℳ, und die sonstigen täglich fälligen Verbindlichkeiten (Giroguthaben) erscheinen mit 509 085 000 (d889: 520 592 000; 1898: 482 601 000) höher um 5 400 000 (1899: + 31 747 000; 1898: + 23 963 000)

Nach der

(Aus den im Reichsamt des Innern zusammengestellten „Nachrichten für Handel und Industrie⸗.)

Außenhandel des österreichisch⸗ungarischen Zollgebietes in den Monaten Januar und Februar 1900.

In den Monaten Januar und Februar 1900 erreichte die Ein⸗ fuhr nach dem österreichtsch⸗ungarischen Zollgebiet (einschließlich Edel⸗ metalle) einen Werth ven 283 752 889 Kronen, 24 192 174 Kronen mehr als in denselben Monaten des Vorjahres; der Werth der Aus⸗ fuhr (einschließlich Edelmetalle) aus Oesterreich⸗Ungarn dagegen be⸗ zifferte sich in den Monaten Januar und Februar des laufenden Jahres nur auf 266 876 007 Kronen und ist damit um 3 988 431 Kronen hinter der Ausfuhr der Monate Januar und Februar 1899 zurück⸗

Folgende Tabellen zeigen diejenigen Zolltarifklassen, deren Ein⸗ und Ausfuhr im Januar und Februar 1900 den Werth von 300 000 Kronen erreichte, sowie die Gesammtsummen der Ein⸗ und

geblieben.

Ausfuhr einschließlich Edelmetall und Münzverkehr:

adungen nach Antwerpen

und Sommergetreides beziffert sich.

1900 Werth in Kron

6 550 946 15,799 3 893 836

10 152 99o 9 202 937

10 867 273 3 015 577 3 137 249

12 058 656 3 530 524 2 415 378 7 548 056 3 836 811

14 702 891 1 864 339 2942 682

350 3430

3 103 138 1 591 620 1 088 672

27 822 192

8 979 965 30 193 760 15 249 230

2 078 152

1 833 074

3 361 345

2 698 960

7 677 362

634 301

1 558 097

530 476 3 843 969 740 808

5 363 229

9 912 099

6 352 864

3 820 096

6 350 827

3 161 742

3 168 521

7 334 510

3 225 324

Einfuhr.

Kolonialwaaren 1 Südfrüchte... Getreide, Hülsenfrüchte, Mehl u. s. w.. Gemüse, Obst, Pflanzen u. Pflanzentheile Schlacht⸗ und Zugvieh. Andere Thiere..... Thierische Erzeugnisse F4“ Fette Oele. Getränke e“ Holz, Kohlen und Torf . Drechsler⸗ und Schnitzstoffe 1“ Arznei⸗ und Parfümeriestoffe. Farb⸗ und Gerbstoffe. . 1 355285* Mineralöle, Braunkohlen⸗ u. Schiefertheer Baumwolle, Garne und Waaren daraus. Andere vegetabilische Spinnstoffe, Garne und Waaren daraus. 11“” Wolle, Wollengarne und Wollenwaaren. Seide und Seidenwaaren . . ... Kleider, Wäsche und Putzwaaren Stroh⸗ und Bastwaaren. Papier und Papierwaaren... ... Kautschuk, Guttapercha u. Waaren daraus Leder und Lederwaaren . 11“ Kürschnerwaaren Holz⸗ und Beinwaaren. Glas und Glaswaaren. Steinwaaren G Thonwaaren Eisen und Eisenwaaren ... Unedle Metalle und Waaren daraus Maschinen, Apparate u. s. w. Edle Metalle und Münzen Instrumente, Uhren, Kurzwaaren Chemische Hilfsstoffe Chemische Produkte ... .. Literarische und Kunstgegenstände 11116664*“ Zusammen einschließlich aller anderen 111AA6A6“*“ . 259 560 715 283 752 889 Januar und Februar 1899 1900 Werth in Kronen 1 012 655 1 067 800 27 072 953 21 217 955 886 426 824 284 19 619 322 20 310 746 13 017 544 12 162 092 13 758 507 13 541 117 3 810 794 3 725 366 24 767 769 24 457 747 1 778 152 1 943 597 4 715 078 4 810 246 896 338 1 001 367 40 815 746 36 963 665 530 331 505 979

14 167 460 2 235 580

657 214 4 083 747 8 807 863 7 323 000 7 430 456 6 870 647 2 743 501 3 417 630 7 857 110 2 607 866

Südfrüchte.

Zucker 1““ 8““ Getreide, Hülsenfrüchte, Mehl u. s. w.. Gemüse, Obst, Pflanzen und Pflanzentheile Schlacht, und Zugvieh.. ... . Andere Thiere. Thierische Erzeugnisse NE11111“ Getränke.. . ve6* Holz, Kohlen und Torf . Drechsler⸗ und Schnitzstoffe Mineralien .. 8

Gummi und

4 363 553 4 567 917 . 2 571 505 2 542 017 1 381 944 1 364 811

725 357 862 270 3 534 341 3 225 830

6 499 160 7 534 116 10 027 889 10 533 537 6 100 580 5 335 820 6 346 151 5 865 732 515 168 642 895

5 988 160 6 577 536 847 430 1 268 800

8 664 720 8 599 238 6 896 998 7 376 572 6 580 724 7 507 462 1 232 855 1 261 460 2 085 031 2 217 144 5 834 404 8 804 923 4 664 977 5 313 155 2 022 498 2 171 556 478 998 778 352 9 551 200 5 846 366 8 627 680 9 154 878 1 487 669 1 620 079 2 970 519 4 078 973 597 350 923 555 3 531 7790 3 243 620 3 175 077 4 221 269

Farb⸗ und Gerbstoffe.... 1 142* Mineralöle, Braunkohlen⸗und Schiefertheer Baumwolle, Garne und Waaren daraus. Andere vegetabilische Spinnstoffe, Garne h Wolle, Wollengarne und Wollenwaaren . Seide und Seidenwaaren . .. ... Kleider, Wäsche und Putzwaaren Bürstenbinder⸗ und Siebmacherwaaren Papier und Papierwaaren. . .... Kautschuk, Guttapercha und Waaren daraus Leder und Lederwaaren . 1““ Holz⸗ und Beinwaaren Glas und Glaswaaren. Steinwaaren 2 Thonwaaren Eisen und Eisenwaaren Unedle Metalle und Waaren daraus Maschinen, Apparate u. s. w. 14* Edle Metalle und Münzen .. Instrumente, Uhren, Kurzwaaren Chemische Hilfsstoffe 8 Chemische Erzeugnisse ündwaaren ““ iterarische und Kunstgegenstände Zusammen einschließlich aller anderen Waaren ͤiw 270 864 438 266 876 007 Der Rückgang in der Ausfuhr gegenüber der gleichen Periode des Vorjabres dürfte in erster Linie der verminderten Kohlenausfuhr (um annähernd vier Millionen Kronen) zuzuschreiben sein.

Schiffahrtsbestrebungen am Don und auf dem Asow Meere. Schiffsverbindung mit St. eE n.es

Von einem Schiffsrheder in Rostow am Don ist im vorige Jahre mit dem Ankauf eines Kieler Frachtdampfers von 2800 g. Tons ein Schiffahrtsunternehmen zum Zwecke der Errichtung einer regelmäßigen Frachtdampferverbindung zwischen der Taganroger Rhede und St. Petersburg begründet worden. Wie groß das Bedürfni nach einer solchen Verbindung gewesen ist, ergiebt sich daraus, da der frühere Kieler Frachtdampfer auf der ersten Ausreise na St. Petersburg im September v. J. nur den dritten Theil der zur Verfrachtung angebotenen Waare (insbesondere Mehl) zu verladen vermochte. Der Unternehmer beabsichtigt daher, um die sich dar⸗ bietende Gewinnchance voller ausnutzen zu können, ein zweites ähn⸗ liches Schiff käuflich zu erwerben. Bezügliche Angebote sind ihm aber bisher nicht zugegangen. Während des Ruhens der Schiffahrt im Asowschen Meere sollen die Schiffe der neuen Frachtdampferlinie für den Verkehr zwischen St. Petersburg und Wladiwostok Ver⸗ wendung finden.

Die Anschaffung einer weiteren großen Baggermaschine (soge⸗ nannter Saugbagger mit Rofouleur (durch das Donmündungs Comité im Verein mit den Stadtverwaltungen von Rostow, Nachitschewan und Asow ist noch nicht zum Abschluß gelangt, da man sich über die Vertheilung der voraussichtlichen Anschaffungs⸗ und Unterhaltungs⸗ kosten noch nicht endgültig hat einigen können. Es liegen indessen 8 bereits von mehreren ausländischen Firmen feste Angebote zum Preise ven 220 000 bis 230 000 Rbln. vor. Von den gleichfalls zum Weitbewerb aufgeforderten deutschen Firmen sind bis jetzt keine An⸗ gebote eingereicht w 8

Der für die „Kaiserliche Gesellschaft für Rettung auf dem Wasser“ von einer deutschen Firma gelieferte Petroleum⸗Motor, welcher unter anderem mit einer Feuerspritze ausgestattet ist, hat sich bei der statt⸗

gehabten Prüfung als vollkommen zweckentsprechend erwiesen. Mit

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