misset bel dem Landw. Bezirk Allenstein, Frhr. v. Reeum, Rittm. in, demselben Regt., zum Eskadr. Chef, — ernannt. v. Eschwege, Lr. à la suite des Has. 8. Graf Goetzen (2. Schles.) Nr. 6, in das 1. Garce⸗Drag. Regt Königin von Großbritannien un Irland versetzt. Sturdza, Oberlt im w“ Bat., dessen Kommando zur Dienst⸗
eistung beim Großen Generalstabe bis zum 15. Juni d. J. verlängert.
Frhr. v. Durant de Sénsgas, Unteroff. im Königs⸗Ulan. Regt.
1. Hannov.) Nr. 13, zum Fähnr. mit einem Patent vom 18. April
. J. befördert 1 1 8
naueschingen, 28. April. v. Pritzelwitz. Oberstlt. und
See Abstene 11ch⸗ mit der Führung des 2. Garde Regts.
„F., von dieser Stellung enthoben und mit dem 7 Mai h. S. unter
Belassung in dem Verhältniß als Flügel⸗Adjatant Seiner Majestät
es Kaisers und Königs, zum militäcischen Begleiter Seiner Kaiser⸗
ichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen, v. Strantz, Oberst nd Kommandeur des Landw. eeen III Berlin, zum Kommandeur de⸗Regts. z. F., — ernannt.
8 EETT Im aktiven Heere. Karls,
nuhe, 26. April. Kuhtz, Lt à la suite des Inf. Regts. Nr. 137, mit ensi bschied bewilligt.
Pension deg nüsch s äorps, Berlin, 18. April. Dr. Ahlbory, Assist Arzt beim Kadettenhause in Wahlstatt, mit dem 17. April d. J. aus dem Heere ausgeschieden und mit dem 18 Avpril d. J. als Assist.
Arzt mit e. “ Patent in der Schutztruppe für Deutsch⸗
afrika angestellt. 8 88 hee nr der beim Sanitäts⸗Korps im Monat März 1900 eingetretenen Veränderungen. Durch Ver⸗
ügung des General Stabsarztes der Armee. Die nach⸗ stehend Aufgeführten sind mit Wahrnehmung offener Assistenzarzt⸗
ellen beauftragt, und zwar: 1
5 2. März Jodtka, Unterarzt beim Inf. Regt. Nr. 175,
6. März. Dr. Wichura, Unterarzt beim 2. Westf. Husaren⸗ Regt. Nr. 11, Dr. Lademann. Unterarzt im Feld⸗Art. Regt. Prinz⸗ egent Luitvold von Bayxern (Magdeburg.) Nr. 4, .
7. März. Dr. Gaude, einjährig⸗freiwilliger Arzt beim
„Nassau. Inf. Regt. Nr. 87, unter gleichzeitiger Versetzu g zum nf. Regt. Fürst Leopold von Anhalt⸗Dessau (1. Magdeburg.) Nr. 26 nd Ernennung zum Unterarzt des Friedensstandes, 8
8. März. Dr. s rz, Gren. Regt. Prinz
arl von Preußen (2. Brandenburg.) Nr. 12,
17. März. Busch, Unterarzt beim Fuß⸗Art. Regt. Nr. 11, 20. März. Dr. . Unterarzt beim Inf. Regt. Graf Kirchbach (1. Niederschles)) Nr. 46, 1
1 bac. Man. 81) 2en.. einjährig⸗freiwilliger Arzt beim
6. Thüring. Inf. Regt. Nr. 95, unter Ernennung zum Unterarzt des
Friedensstandes, 1
8 28. März. Dr. Koschel, Unterarzt beim Kolberg. Gren. Regt.
Graf Gneisenau [2. Pomm.) Nr. 9. Ferner sind die Unterärzte
Wiens beim Jäger⸗Bat. von Neumann (1. Schles.) Nr. 5 und
Arndt beim Füs. Regt. von Steinmetz (Westfäl.) Nr. 37 mit
Ende März d. J. behufs Uebertritts zur Marine aus der Armee
entlassen. Königlich Bayerische Armee.
Offiziere, Fähnriche ꝛc. Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. Im aktiven Heere. 21. April. Die nachgenannten Fahnenjunker zu Fähnrichen in ihren Truppentheilen befördert: die Unteroffiziere ꝛc. Hilber des 1. Fuß⸗Art. Regts. vakant Bothmer Hell des 8. Inf. Regts. Pranckh, Fer n Kreßen⸗ stein des 1 Schweren Reiter⸗Regts. Prinz Karl von Bayern, Graf v. Preysing Frbhr. v. Altenpreysing gen Cronwinkl auf Liechtenegg des 3. Feld⸗Art. Regts. Königin⸗Mutter, Jahrmarkt des 3. Chev. Regts. Herzog Karl Theodor, Pfannenstiel des 1. Jäger⸗Bats. 8
25. April. Dütsch, Oberstlt. z. D. beim Bezirks⸗Kommando Mindelheim, zum Bezirks⸗Kommandeur, Müller, Hauptm. z. D. beim Bezirks⸗Kommando Hof, zum Bezirks. Offizjier, Mann, Hauptm. vom 7. Inf. Regt. Prinz Leopold, im 13. Inf. Regt. Kaiser Franz Joseph von Oesterreich zum Komp. Chef, — ernannt. Ernst, Fähnr. vom 14. Inf. Regt. Hartmann, im 5. Inf. Regt. Groß⸗ herzog Ernst Ludwig von Hessen mit einem Patent vom 7. v. M. zum Lt. befördert.
Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. 25. April. Hütz, Oberstlt. z. D., Kommandeur des Landw Bezirks Mindelheim, mit der Erlaubniß zum Tragen der Uniform des 1. Fuß⸗Art. Regts. vakant Bothmer, Götz, Major z. D., Bezirks⸗Offizier beim Bezirks⸗ Kommando Hof, mit der Erlaubniß zum Tragen der Uniform des 19. Inf. Regts. König Humbert von Italien, Laub mann, Hauptm. und Komp. Chef im 13. Inf. Regt. Kaiser Franz Joseph von Oester⸗ reich, unter Verleihung der Aussicht auf Anstellung im Zivildienst mit der Erlaubniß zum Tragen der bisherigen Uniform, — mit den für Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen, Junker, Lt. des 8. Inf. Regts. Pranckh, — mit der gesetzlichen Pension der Abschied bewilligt.
Im Sanitäts⸗Korps. 18. April. Dr. Solbrig, Gen. Arzt, Korpsarzt des I. Armee⸗Korps, mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubniß zum Tragen der Uniform mit den für Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen der Abschied bewilligt. Dr. Heimpel, Gen. Oberarzt, Div. Arzt der 3. Div., beim I. Armee⸗Korps, unter Beförderung zum Gen. Arzt, zum Korpsarzt, Dr. Schiller, Gen. Oberarzt, Regiments⸗Arzt beim 3. Feld⸗Artillerie⸗Regiment Königin⸗Mutter, bei der 3. Division zum Divisions⸗Arzt, Dr. Büttner, Stabs⸗ und Bataillons⸗Arzt vom 1. Jafanterie⸗ Regt. König, im 3. Feld⸗Art. Regt. Königin⸗Mutter, unter Be⸗ förderung zum Ober⸗Stabsarzt 2. Kl., zum Regts. Arzt, Dr. Ott, Oberarzt vom 14. Inf. Regt. Hartmann, im 1. Inf. Regt. König, unter Beförderung zum Stabsarzt, zum Bats. Arzt, — ernannt.
Beamte der Militär⸗Verwaltung. 19. April. Knöpfel, Kanzlei⸗Funktionär vom Militär⸗ Bezirksgericht Würzburg, zum Kanzlei⸗Sekretär beim Militär⸗Bezirks⸗ gericht München zum 1. Mai 1900 ernannt.
Preußen. Berlin, 2. Mai.
Seine Majestät der Kaiser und König trafen, wie
W. T. B.“ meldet, von Cronberg kommend, mittels Sonder⸗
uges heute Morgen 8 ¾ Uhr auf der Station Wildpark ein,
sichen daselbst zu Pferde und begaben Sich zu Bataillons⸗
besichtigungen nach dem Bornstedter Felde. Am Nachmittage gedachten Seine Majestät nach Berlin zurückzukehren.
Ihre Majestät die Kaiserin und Königin be⸗ sichtigten vorgestern Vormittag die Rudolf Mosse'sche Er⸗ ziehungs⸗Anstalt in Deutsch⸗Wilmersdorr.
Cronberg, 1. Mai. Seine Majestät der Kaiser unternahm, wie „W. T. B.“ meldet, heute Vormittag mit Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich eine Fahrt nach der alten Cronberger Burg und in die nächste Umgebung der Stadt. Mittags fand im engsten Kreise Familientafel statt. Um 3 ½ Uhr begaben Sich Seine Majestät der Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich mit Seiner Durchlaucht dem Prinzen und Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Adolf zu Schaumburg⸗Lippe, sowie Seiner Hoheit dem
sgewöhnen konnten.
Nach der Ankunft schs deüchease Seine. Majestät der Kaiser und die anderen Höchsten Herrschaften unter ührung des Bauraths Jacoby die Restaurationsarbeiten. lsdann erfolgte die Rückfahrt nach Friedrichshof. — Heute Aben⸗ 9 ½ Uhr reiste Seine Majestät der Kaiser von hier nach Potsdam ab. Kiel, 1. Mai. Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Heinrich ist heute Nachmittag mit dem Prinzen Waldemar von hier nach Berlin abgereist. Bayern.
In München ist, wie „W. T. B.“ meldet, gestern Abend 1S Fünchen 8 Befinden Seiner Majestät des
öni egeben worden: “ Majestät der König seit zwei Jahren keinerlei krankhafte körperliche Erscheinungen wahrnehmen ließ, stellten sich am 21. April d. J. Schmerzen im Unterleib ein, die später in der rechten Lendengegend sich bestimmter lokalrsierten und durch Oruck unter den rechten Rippenbogen auch jetzt noch hervorgerufen werden können. Es kann kaum ein Zweifel bestehen, daß ein Zusammenhang zwischen den jetzigen Schmerzen und dem vor zwei Jahren vorhandenen Blut⸗ harnen gegeben ist. Nach Lage der Dinge handelt es sich um ein Konkrement im rechten Nierenbecken. Im übrigen ist das Befinden Seiner Majestät zufriedenstellend und giebt zur Zeit zu ernsten Be⸗ sorgnissen keinen Anlaß. 1
Schloß Fürstenried, den 1. Mai 1900.
Dr. von Ziemssen. Dr. Bauer. Professor von Angerer. Dr. Grashey.
Gestern Vormittag fand in München die Vermählung Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Mathilde von Bayern mit Seiner Hoheit dem Prinzen Ludwig von Sachsen⸗Coburg und Gotha statt. Den standesamtlichen Akt vollzog der Minister⸗Präsident und Minister des König⸗ lichen Hauses Dr. Freiherr von Crailsheim. Anwesend waren Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz⸗Regent und die Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen auses, der Herzog und die Prinzessin Clementine von Sachsen⸗Coburg und Gotha, sowie Ihre Hoheiten die Sn Ludwig und August von Sachsen⸗Coburg und
otha. Nachdem der standesamtliche Akt vollzogen war, hielt der Minister des Königliches Hauses Freiherr von Crailsheim eine Ansprache, in welcher er die Verbindungen der Häuser Wittels⸗ bach und Coburg feierte. Hierauf begaben sich die Höchsten Herrschaften in feierlichem Zuge in die Allerheiligen⸗ Hofkirche, wo in Anwesenheit der obersten Hof⸗ und Staatsbeamten, der Generalität u. s. w. der Erzbischof von München Dr. von Stein die kirchliche Trauung vollzog. Nachmittags fand im Wittelsbacher⸗Palais eine Familientafel statt, an welcher Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz⸗ Regent und der Herzog von Sachsen⸗Coburg und Gotha sowie die anderen Fürstlichen Gäste und sämmtliche Mitglieder des Königlichen Hauses theilnahmen.
Baden.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfing, wie die „Karlsr. Ztg.“ meldet, am Sonntag in Gegenwart des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten von Brauer den österreichisch⸗ungarischen außerordentlichen Gesandten und be⸗ vollmächtigten Minister Freiherrn von Pereira⸗Arnstein in Audienz und nahm dessen Beglaubigungsschreiben entgegen. Später wurde der Gesandte auch von Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin empfangen. Sachsen⸗Coburg⸗Gotha.
Die gestern in Coburg eingetroffenen Nachrichten über das Befinden Ihrer Hoheit der Herzogin Alexa drin
lauten, der „Cob. Ztg.“ zufolge, sehr defriedigend.
Schwarzburg⸗Sondershausen. Ihre Durchlauchten der Fürst und die Fürstin sind
gestern von Gehren in Sondershausen eingetroffen. Reuß j. L.
Der Landtag ist gestern zu einer kurzen Sessi Gera zusammengetreten.
Deutsche Kolöonien. 8 Ueber die Verhältnisse, welche in X u einem Aufstand der Aruschaleute im Dezember v. J. führten, berichtet, wie das „Deutsche Kolonialblatt“ mittheilt, der Bezirkschef am Kilimandjaro, Hauptmann Johannes unter dem 30. Dezember v. J. Folgendes:
Die Bevölkerung des Kilimandjaro⸗Bergstocks und des hart westlich davon liegenden Meruberges sind zähe Bergvölker, beseelt von einem Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit, wie er unter den Negern Ost⸗Afrikas nur noch bei einigen anderen Bergstämmen zu finden ist. Krieg ist im Leben jedes einzelnen Mannes das wichtigste. Tritt der Jüngling im Alter von etwa 15 Jahren in den Verband der Krieger, so gilt sein ganzes Denken und Sehnen dem ersten Kriegs⸗ zuge, in dem er sich durch Tödtung einiger Feinde oder Erbeutung von Vieh seine Rittersporen verdienen muß. Der Mann lebt dann bis zum Alter von 30 bis 35 Jahren ausschließlich für den Krieg. Dieser ist sein einziger Lebenszweck, und die Pausen zwischen den einzelnen Kriegszügen füllt das Schmieden von Kriegsplänen, das Spionieren in den Nachbar⸗ landschaften und das Abschließen von Bündnissen für den nächsten Kriegszug aus. Jede Art von Arbeit gilt ihm als entwürdigend. Die Häuptlinge regierten unumschränkt und waren um so angesehener bei ihren Leuten, je rücksichtsloser, entschlossener und grausamer sie herrschten. Mit dem Beginn der deutschen Herrschaft wurde dies anders, die Häuptlinge wurden ausführende Organe der Station Moschi, ihre Willkür war zu Ende, und sie kamen genau wie jeder einzelne ihrer Unterthanen bis zum ärmsten Mann unter die gleiche Rechtsprechung. Es liegt auf der Hand, daß diese Neuordnung die erste Grundlage zur allmählichen Zivilisterung sein mußte, aber es ist ebenso verstädlich, daß kräftige, zäbe Kriegsvölker damit nicht zufrieden sein konnten. Aeußerlich schienen sih die Leute mit den neuen Ver⸗ hältnissen abgefunden zu haben, und die, welche dadurch gewonnen hatten, mochten auch in ihrem Herzen damit einverstanden sein. Im allgemeinen glühte aber die Kohle unter der scheinbar kalten Asche weiter. Die Häuptlinge und deren Berather konnten die alte Herrlichkeit nicht vergessen und ersehnten den Moment, wo sie die Europäerberrschaft abschütteln könnten. Wiederhall fanden ihre Wünsche bei den Kriegern, die nun keine Kriege mehr führen durften und sich an Arbeit nicht So gährte es ganz im Geheimen. Das immer weitere Eindringen der neuen Regierungsform und Gerichtsbarkeit in die breiten Volksschichten, wodurch der traditionelle Nimbus der Häuptlinge zerstört wurde, drängte diese nun zur Eile, wenn man überhaupt noch auf Erfolg rechnen wollte. Die Vermehrung der Zahl der Missionare und der europäischen Händler, von denen jeder der Freiheitsbestrebung der Schwarzen als ein natürlicher Feind und ein Machtfaktor der Europäerherrschaft erschien, geboten den Eingeborenen auch ein schnelles Handeln. Doch zu solch großer That⸗ wie der geplanten, war eine einheitliche Erhebung nöthig, und diese scheiterte lange an der gegenseitigen Feindschaft und Eifersucht. Endlich kam sie vor etwa einem halben Jahre zu stande, und die früher mächtigsten Landschaften, die durch die deutsche Herrschaft das meiste verloren hatten, Moschi und Kiboscho, verbündeten sich
den Massais, . Den unmittelbaren Anstoß hierzu gab die Verringerung der Besatzung Moschis, wovon die Eingeborenen durch eigene Beobachtungen sofort
Kenntniß bekamen. ati Nacht vom 21. zum 22. Dezember von den vereinigten Kriegern der
genannten Stämme umzingelt fand. befanden sich selbst auf der Station, um unter dem Vorwand fried⸗ licher Schauri's unsere Lage zu beobachten und dann im geeigneten Moment ihre Krieger zum Einbruch bhereinzuführen.
wurde wollten, mit Ein Ueberrumpeln der Station war ihnen unter diesen Umständen nicht möglich, und zu einem offenen Kampfe fehlte ihnen in der Be⸗ stürzung über das unerwartete Feuer der Muth. Sie zogen deshalb vorläufig ab, in der Hoffnung, bald einen günstigeren Zeitpunkt zu finden; doch ehe es dazu kommt, wird wohl die Bestrafung der Schuldigen stattgefunden haben, die erst nach Eintreffen einer größeren Verstärkung von der Küste erfolgen kann.
8*
breiteten Vorlage, langt der mächtigung zur Emission von Aprozentigen stempelfreien, auf. Kronenrente lautenden Renten⸗Obligationen zum der Beschaffung von Begründung wird hervorgehoben, theil der b Investitionszwecken nöthigen Kassenbestände dienen solle, zum theil sei man hierbei eine günstigere Gestaltung der herrschenden Zinsenverhältnisse kaum zu erwarten sei.
Schluß vom finanziellen Standpunkte die nothwendigen Investitionen eher mit einer größeren Zinsenlast fortzusetzen seien, als daß
T. B.“
Prinzen und Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen nach der Saalburg bei omburg.
mit ihren alten Feinden, der Bevölkerung des Meruberzes und
zum gemeinsamen Angriff auf die Europäer.
So kam es, daß sich die Station Msschi in der Die Häuptlinge vom Meruberg Eins ihrer belauschten Gespräche enthüllte ihre Kriegsdispositionen, und so
es möglich, die Krieger im Moment, wo sie angreifen dem Feuer der Außenposten zu empfangen.
Nach einem kürzlich eingegangenen vorläufigen Berichte ist
die Bestrafung der Aruschaleute inzwischen erfolgt und der Haupt⸗ mann Johannes mit seiner Kompagnie vom Meruberge nach Moschi zurückgekehrt. führung der Expedition liegen noch nicht vor. “
Naͤhere Mittheilungen über die Aus⸗
OesterreichUngarn. Der ungarische Minister⸗Präsident von Szell, welcher
gestern in Wien eingetroffen ist, hatte Besprechungen mit dem Minister des Auswärtigen Grafen Goluchowski und dem österreichischen Minister⸗Präsidenten von Körber. wurde der Minister⸗Präsident von Szell von dem Kaiser in Privataudienz empfangen.
Heute
Der böhmische Landtag nahm, dem „W. T. B.“ zu⸗
folge, in seiner gestrigen Sitzung mit allen Stimmen gegen diejenigen der Deutschen den Antrag des Abg. Kramarc an, alljährlich 20 000 Kronen werken betreffend in Nordwest⸗Böhmen, Kommission überwiesen. betreffend die Unterstützung von Getreide⸗Lagerhäusern, wurde
zum Ankauf von Kunst⸗ Ein Antrag des Abg. Steiner, die Aufhebung des Zuckerfabrik⸗Kartells wurde an die Landeskultur⸗ Ein Antrag des Abg. Jarosch,
zu bewilligen.
nach längerer Debatte, in welcher sowohl die Deutschen als auch die Czechen auf den Niedergang des Bauernstandes hin⸗ wiesen, in zweiter Lesung einstimmig angenommen.
In der dem ungarischen Unterhause gestern unter⸗ betreffend die Investitionsanleihe, ver⸗ Finanz⸗Minister von Lukacs die Er⸗ Zweck 107 108 030 Kronen. In der daß der Betrag zum zu anderen
nothwendigen Refundierung der
von der Erkenntniß geleitet, daß
Die Begründung kommt zu der olgerung, daß vom volkswirthschaftlichen, indirekt auch
an die Verbilligung des Geldes abwarte. 8 Großbritannien und Irland.
Das Unterhaus setzte, wie „W. T. B.“ berichte
gestern eine Kommission zur Untersuchung der Betrügereien ein, welche angeblich bei Verträgen mit dem Kriegsamt vor⸗ gekommen seien.
Frankreich. d b Der Präsident der Republik Loubet empfing, wie „W. meldet, gestern den italienischen Handels⸗Minister
Salandra. Am Nachmittag eröffnete der Präsident das
Palais des beaux arts in den Champs Elysées. Der
Präsident begann seinen Besuch in dem kleinen Palais, welches die Ausstellung der Kunst früherer Zeit enthält. In seiner Be⸗ gleitung befanden sich sämmtliche Minister, die fremden Kommissare und die Mitglieder des diplomatischen Korps. Am Eingang der deutschen Abtheilung, im großen Palais, wurde der Präsident von dem deutschen Reichs⸗Kommissar, Geheimen Ober⸗Regierungsrath Richter begrüßt; er besichtigte dieselbe mit großem Interesse und sprach schließlich dem Kommissar seine Bewunderung über die Ausschmückungder deutschen Säle aus. 8 der Besichtigung der Ausstellung kehrte der Präsident in das Elysée zurück. Auf dem ganzen Wege wurde der Präsident, der von seiner Gemahlin begleitet war, mit den Rufen: empfangen. I1 8 1 Rußland. 9
Der Kaiser und die Kaiserin besuchten, wie „W. T. B.“ aus Moskau meldet, gestern in Begleitung des Groß⸗ fürsten und der Großfuͤrstin Sergius das unweit von Moskau gelegene Troizko⸗Sergiew'sche Kloster, wo Allerhöchst⸗ dieselben von dem Metropoliten Wladimir und der Klosterbruder⸗ schaft in feierlicher Weise empfangen wurden. Der Metropolit be⸗ grüßte die Majestäten mit einer Ansprache und ertheilte ihnen den Segen, nachdem Allerhöchstdieselben den Heiligen⸗ bildern und Reliquien ihre Ehrfurcht erwiesen hatten. Später nahmen die Malestäten bei dem Metropoliten den Thee ein und kehrten unter dem Geläut der Glocken und den Hurrahrufen der Bevölkerung nach Moskau zurück.
Die Deputirtenkammer verwarf, wie dem „W. T. B.“ aus Lissabon gemeldet wird, gestern fast einstimmig den An⸗ trag des Deputirten Costa, an die Reierung eine Anfrage wegen des Durchmarsches britischer Truppen durch portugie⸗ füsches Gebiet von Beira aus zu richten.
6 Schweiz. 1 Die Bundesversammlung hat, wie „W. T. B.“ erfährt, beschlossen, den Einnahme⸗Ueberschuß der Staats⸗ rechnung pro 1899 im Betrage von 2 423 692 Francs dem im Jahre 1897 für Versicherungszwecke gestifteten Spezialfonds behufs weiterer Erhöhung desselben zuzuwenden. Der Fonds väcc damit auf 10 Millionen Francs gebracht.
Niederlande.
Die deutsche Torpedoboots⸗Flottille passierte, wie „W. T. B.“ berichtet, gestern um 10 Uhr “ Gorinchem; die Musikkapelle auf dem Kommandoschiff spielte die holländische Hymne „Wilhelmus van Nassouwen“. Um
„Es lebe Loubet!“ und „Es lebe die Republik!’“ 8 8 1“
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12 ½ Uhr Mittags passierten die Schiffe unter klingendem Spiel Zalt⸗Bommel, um 2 Uhr Tiel, um 4 Uhr Nijmegen und trafen um 7 Uhr Abends in Emmerrich ein.
Bei einem Diner, welches gestern in Amsterdam zu Ehren der Buren⸗Mission stattfand, brachte der Vorsitzende des Veranstaltungs⸗Comités einen Toast aus, in welchem er der Hoffnung Ausdruck gab, daß die Mission ihre Auf⸗ gabe mit Erfolg erledigen werde. Fischer dankte für die Sympathie, welche den Buren von dem Volke desselben Stammes entgegengebracht werde. Weiter wurden Toaste auf die Präsidenten Krüger und Steijn ausgebracht. De Bruyn, der Sekretär der Deputation, erklärte in einer Ansprache, daß vielleicht einige Buren, die lange von ihrem Wohnort abwesend gewesen, zu einem kurzen Besuch nach Hause gereist seien, doch könne keine Rede davon sein, daß ganze Kommandos oder Abtheilungen der “ oder Transvaal⸗Buren sich auf ihre Güter zurückbegeben hätten. Es sei völlig unrichtig, daß, wie be⸗ hauptet werde, die Freistaat⸗Buren sich im Großen und Ganzen unterworfen hätten.
Belgien.
Wie dem „W. T. B.“ aus Brüssel gemeldet wird, theilt die Regierung des Unabhängigen Congostaats mit, daß, einer Depesche des General⸗Gouverneurs zufolge, der Agent der Antwerpener Congo⸗Handelsgesellschaft Lacroix sich geit dem 8. März in Untersuchungshaft befinde. Die ihn betreffenden Untersuchungsakten seien aus Neu⸗Antwerpen noch nicht in Boma eingetroffen. Gegen den Agenten Moray, welcher gegen Kaution vorläufig auf freiem Fuß belassen worden sei, sowie gegen einen dritten Agenten der Handelsgesellschaft sei eine Untersuchung eingeleitet. Bezüglich der Angelegenheit der Zappo⸗Zap⸗Neger meldet der General⸗Gouverneur, die Untersuchung habe ergeben, daß sich die Angehörigen dieses Stammes bei den Vorkommnissen, welche sich in der Gegend von Ibonche ereigneten, strafbar gemacht hätten. Bezüglich der etwaigen Verantwortlichkeit des Postenführers von Lulua⸗ burg sei die Untersuchung noch nicht abgeschlossen.
Türkei.
„Das Wiener „Telegr.⸗Koresp.⸗Bureau“ meldet aus Kon⸗ stantinopel, daß die Pforte in der Angelegenheit der ge⸗ planten Zollerhöhung eine Antwortnote an die Bot⸗ schafter gerichtet habe, in welcher es heiße, die Erhöhung der Zölle sei durch finanzielle Rücksichten geboten und habe einen provisorischen Charakter. Die Botschafter würden in der Note schließlich ersucht, ihre Delegirten behufs Verhandlungen mit der Pforte in Verbindung zu setzen, um zu einem Ein⸗ vernehmen über die Zollerhöhung zu gelangen. 8—
Bulgarien. 1b uö Ferdinand ist mit seinen drei ältesten Kindern gestern Nachmittag in Sofia eingetroffen 1
Amerika.
Nach einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus“ aus Buenos Aires wurde der argentinische Kongreß gestern mit einer Botschaft des Präsidenten Roca eröffnet, in welcher erklärt wird, die auswärtigen Beziehungen seien aus⸗ gezeichnet, die Feststellung der Grenzen gehe fortgesetzt ohne Störung vor sich. Der Präsident erkennt den von der chilenischen Regierung gezeigten guten Willen an und theilt mit, daß mit verschiedenen Staaten Schiedsgerichtsverträge abgeschlossen seien. Die ungünstige finanzielle Lage Sab. Argentinien verhindert, sich an der Pariser Weltausstellung zu betheiligen, doch werde es an den medizinischen, hygienischen und Eisenbahn⸗Kongressen theilnehmen. Die Beziehungen zum Päpst⸗ lichen Stuhle seien wiederhergestellt worden. Die Einkünfte des Staatsschatzes hätten in ahre 1899 die des Vorjahres um 38 Millionen Piaster überschritten. Die Botschaft verspricht weitere Ersparnisse, welche gestatten würden, den Zinsendienst der öffent⸗ lichen Schuld in sorgfältiger Weise fortzusetzen und den Amorti⸗ sationsdienst wieder aufzunehmen, der in den letzten fünf Jahren unterblieben sei. Der Präsident erklärt, er sei über⸗ zeugt, daß er in der Lage sein werde, vor Ablauf von zwei Jahren die auswärtigen Schulden zusammenzulegen und die Zinsen zu verringern. Der Banknotenumlauf Habe die Höhe von 295 149 731 Piastern erreicht; die auswärtige nationale Schuld betrage 386 Millionen Goldpiaster, die innere konsolidierte 106 Millionen in Papier und 6 375 000 in Gold. Der
inanz⸗Minister verfüge zur Zeit in Europa über 12 500 000 iaster in Gold. Alle Provinzialschulden seien liquidiert; der Zeit über 5 500 000 Piaster in
onversionskasse ständen zur
Gold zu Gebote. Der Kaiser von Japan hat, Bureau“ berichtet wird, gestern bei Kobe besichtigt. In Yokohama eingetroffenen Berichten aus Söul zu⸗ folge hat die koreanische Regierung die amerikanische Forderung von drei Minenkonzessionen abgelehnt. “
Afrika. 6 Wie dem „Reuter'schen Bureau“ aus Kapstadt vom gestrigen Tage mitgetheilt wird, har kürzlich der Sekretär des Johannesburger Hilfs⸗Comités Vincent, welcher Freistaat⸗ burgher ist, dem Staatssekretär Reitz einen Besuch gemacht und mit ihm wegen der aus dem Lande verwiesenen Ausländer verhandelt. Der Staatssekretär habe erklärt, nicht nur alle
wie dem 8 euter'schen 30 Kriegsschiffe
britischen Staatsangehörigen, »sondern auch alle Deutschen,
Amerikaner und sonstigen Ausländer, die sich weigerten, zu den Waffen zu greifen und zu kämpfen, wuürden allmählich aus⸗ gewiesen werden.
Die „Times“ meldet aus Mafeking vom 19. April, die Zahl der Belagerer betrage ctwa 3000 Mann. Sie ver⸗ fügten über zahlreiche Geschütze, hätten aber ihr großes Creusot⸗Geschütz La und, wie Eingeborene berichteten, zur Reparatur nach Pretorig geschickt. Die Belagerung werde jetzt von den Buren energisch betrieben.
Der, Daily Mail“ wird aus Mafeking vom 19. v. M. berichtet: Am 14. April Nachts versuchten 40 Eingeborene, 80 Stück Vieh nach Mafeking zu bringen. Sie wurden aber von den Buren dabei entdeckt, die ihr Geschütz⸗ und Gewehr⸗ feuer auf sie richteten. Sechs Eingeborene wurden verwundet, vier gefangen genommen und niedergemacht. Das Vieh wurde niedecgeschossen mit Ausnahme von 15 Stück, welche die Buren an sich nahmen.
Der „Pall Mall Gazette“ wird aus Mafeking vom 20. April gemeldet, die Buren seien seit mehreren Tagen be⸗ müht, die Eisenbahnlinie südlich von Mafeking in die Luft zu sprengen. Auf eine Anfrage des Feldmarschalls Lord Roberts hätten die städtischen Behörden geantwortet, daß Mafeking sich
noch einen Monat halten könne. Die Truppen seien nach wie vor guten Muthes. Es seien einige leichte Fieberfälle vor⸗ gekommen, im übrigen sei der Gesundheitszustand gut.
Das „Reuter'sche Bureau“ berichtet aus Boshof vom 29. April, 400 Buren hätten am Tage vorher die Vorposten östlich von Boshof angegriffen, seien aber zurückgetrieben auf britischer Seite seien keine Verluste zu verzeichnen gewesen.
Der Feldmarschall Lord Roberts meldet aus Bloem⸗ fontein vom 30. v. M.: Die Buren waren am Sonnabend und Sonntag sehr ausdauernd in ihren Angriffen rund um Thabanchu, aber die Stellung, welche die Division des Generals Rundle inne hat, ist sehr stark. Letzterer wurde auch durch die unter dem Oberbefehl des Generals French stehenden Kavallerie⸗Brigaden der Generale Gordon und Dickson sowie durch die Infanterie⸗Brigade des Generals Smith⸗Dorrien und eine Abtheilung berittener Infanterie unter dem General Hamilton unterstützt.
Vom gestrigen Tage meldet Lord Roberts: Der General Hamilton ging am Montag mit berittener Infanterie und der Brigade des Generals Smith⸗Dorrien von Thabanchu aus in nördlicher Richtung vor. Bei Houtneck stellte sich ihm eine von dem General Botha befehligte starke Truppen⸗ macht entgegen, zu der während des Tages noch Verstär⸗ kungen stießen. Während der Nacht schickte ich den General French von Thabanchu aus zur Verstärkung ab; es konnte dies geschehen, weil in der Nähe von Thabanchu die Streitkräfte der Buren sehr abgenommen haben. Heute müssen noch weitere Verstärkungen bei dem General Hamilton eingetroffen sein. Gestern verlor derselbe etwa 30 Mann. Die Brigade des Generals Maxwell, welche zur 7. Division gehört, besetzte gestern, ohne auf ernstlichen Widerstand zu stoßen, bei Vlaksonters (2) und Scharskraal einen Kranz von Kopjes; nur die berittene Infanterie war einige Stunden lang in ein Gefecht verwickelt.
Parlamentarische Nachrichten.
Die Berichte über die gestrigen Sitzungen des Reichs⸗ tages und des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Ersten Beilage.
— In der heutigen (184.) Sitzung des Reichstages, welcher der Staatssekretär des Innern, Staats⸗Minister Dr. Graf von Posadowsky, der Staatssekretär des Reichs⸗ Marineamts, Staats⸗Minister, Vize⸗Admiral Tirpitz und der Staatssekretär des Reichs⸗Schatzamts Dr. Freiherr von Thiel⸗ mann beiwohnten, wurden an Stelle der aus dem Schrift⸗ führeramt scheidenden Abgg. Braun und Krebs die Abgg. c von Thünefeld und Wallenborn (Zentr.) auf Antrag der Abgg. Graf von 6 (Zentr.) und Bassermann (nl.) durch Zuruf zu Schriftführern erwählt.
Der schleunige Antrag der Abgg. Werner und Genossen (Reformp.), betreffend die Einstellung des gegen den Abg. Bindewald beim Amtsgericht zu Charlotten⸗ burg schwebenden Privatklageverfahrens für die Dauer der laufenden Session, wurde nach kurzer Begründung durch den Antragsteller ohne Debatte angenommen.
Darauf wurden die von den Abgg. Müller⸗Fulda (Zentr.) und Bassermann (nl.) eingebrachten Gesetzentwürfe wegen Abänderung des Reichsstempel⸗ und des Zoll⸗ tarifgesetzes (s. d. Erste und Zweite Beilage zur heutigen Nr. d. Bl.) gemeinsam zur ersten Berathung gestellt.
MNach Begründung derselben durch die Antragsteller nahmen bis zum Schluß des Blattes die Abgg. Rickert (fr. Vgg.) und Richter (fr. Volkep.) das Wort.
— Das Haus der Abgeordneten hat in der heutigen (65.) Sitzung, welcher der Minister für Landwirthschaft ec. Freiherr von Hammerstein beiwohnte, in dritter Be⸗ rathung den Gesetzentwurf, betreffend die Dienst⸗ vergehen der Beamten der Landesversicherungs⸗ anstalten, den Gesetzentwurf, betreffend die Vertretung der evangelisch⸗lutherischen Kirche der Provinz Hannover und der Bezirks⸗Synodalverbände der evangelisch⸗ lutherischen Kirche der Provinz Hannover in vermögensrecht⸗ lichen Angelegenheiten, und den Gesetzentwurf, betreffend die Regulierung des Hochwasserprofils der Weichsel von Gemlitz bis Pieckel, ohne Debatte angenommen.
Ebenso wird in erster Berathung der Antrag der Abgg. Dr. Weihe⸗Herford (kons.) und Genossen auf Annahme eines Gesetzentwurfs zur Abänderung des Gesetzes, betreffend die Förderung der Errichtung von Rentengütern, vom
.Juli 1891 (Errichtung von Rentengütern kleinsten Umfanges, die nur aus einem Hause mit Gartenland bestehen) ohne Debatte erledigt.
Es folgt die zweite Berathung des Antrags der Abgg. Graf von Kanitz (kons.) und Genossen auf Annahme eines Gesetzentwurfs zur Ergänzung des Gesetzes, betreffend die 11 der Errichtung von Rentengütern, vom
„Juli 1891 (Mitwirkung der Kreisausschüsse bei der Begründung von Rentengütern).
Die Abgg. Graf von Kanitz und Freiherr von Zedlitz und Neukirch (fr. kons.) beantragen heute, diesen Antra der Regierung zur Berücksichtigung bei der durch Beschlu vom 26. März d. J. beantragten Revision der Rentengüter⸗ gesetze zu überweisen.
Nach längerer Diskussion wird der Antrag des Grafen von Kanitz der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen.
Alsdann folgt die dritte Berathung des Tstet. entwurfs, betreffend die Bildung der Wähler⸗Ab⸗ theilungen bei den Geneindews der nach kurzer Debatte ohne erhebliche Aenderungen der ihm bei der zweiten Berathung gegebenen Fassung angenommen wird.
Schluß 1 Uhr.
2
Sttatistik und Volkswirthschaftt.
Zur Arbeiterbewegung. In Delitzsch ist, der „Lpz. Ztg.“ nfolge, ein größerer Aus⸗
stand der dortigen Maurergehilfen auszebrochen.
In M.⸗Gladbach sind, wie die „Köln. Ztg.“ berichtet, nunmehr auch die Schneider in eine Lohnbewegung eingetreten. Eine Ver⸗ sammlung beschloß, an sämmtliche Arbeitgeber die Forderung zu stellen, den Lohn um 20 % zu erhöhen und feste Lohntarife einzu⸗ führen. (Vergl. Nr. 104 d. Bl.) 8
Der Ausstand der Schmiede und Kesselschmiede in Lübeck
hat, nach einer “ desselben Blattes, die Aussperrung von
über 1000 Arbeitern zur Folge gehabt, da die sche iffswerft und die Lübecker Maschinenbaugesellschast am 19287 eingestellt haben.
Wie „W. T. B. aus Hull vom gestrigen Tage meldet, haben dort ungefähr 600 Dock⸗Arbeiter die Arbeit eingestellt; sie ver⸗ langen eine Lohnerhöhung um einen Shilling.
Kunst und Wissenschaft. 1 1““
In der Heilanstalt zu Endenich bei Bonn ist, wie „W. T. B.“ meldet, gestern der ungarische Maler Michael von Munkacsy ge⸗ storben. Der Künstler, welcher eigentlich Lieb hieß, war am 10. Ok⸗ tober 1846 zu Munkäcs in Ungarn geboren und erlernte zuerst das Tischlerhandwerk, bildete sich aber gleichzeitig auf eigene Hand zum Maler aus. Im Jahre 1865 ging er nach Wien auf die Kunst⸗Akademie, mußte aber schon im folgenden Jahre wegen Mittellosigkeit nach Pest zurückkehren. Von da begab er sich bald darauf nach München, wo sich der Schlachtenmaler Franz Adam seiner annahm. Hier betheiligte sich Munkacsy an einer Kon⸗ kurrenz, die das ungarische Kultus⸗Ministerium ausgeschrieben hatt
und errang mit Genrebildern dreimal den ersten Preis, wodurch er die Mittel erhielt, im Jahre 1868 nach Dässeldorf zu gehen, wo Knaus und Vautier ihn zur Behandlung nationaler Stoffe weiter ermuthigten. Hier entstanden „Der erwachende Schuster junge’ und einige Porträts. Dann folgte das ergreifend Bild „Der letzte Tag eines Verurtheilten“ (1870), welches ihn mit einem Mal berühmt machte und ihm die Bestellung eines anderen großen Bildes „Kriegszeit“ (1871) eintrug. Der Künstler siedelte im Jahre 1872 nach Paris uüͤber, wo seine Arbeiten bald außerordentliche Anerkennung fanden. Seit dem Jahre 1876 begann
er Scenen aus den Pariser Salons zu malen, in welchen er nach einem immer reicheren Kolorit strebte und schließlich zu einer ganz bellen und lichten Farbenstimmung bei einer skizzenhaft andeutenden fast impressionistischen Behandlung der Zeichnung und Modellierung gelangte. Im Jabre 1877 betrat er mit dem Bilte „Milton seinen Töchtern das „Verlorene Paradies“ diktierend“ das Gebiet des historischen Genres. Dieses Bild brachte ihm im Jahre 1878 di Ebrenmedaille der Pariser Weltausstellung ein. Im Jahre 1882 schuf er ‚ein figurenreiches Kolossalbild: „Christus vor Pilatus“ (1882 radiert von Waltner), welchem im Jahre 1884 eine „Kreuzigun Christi“ („Le Calvaire“, radiert von Köpping) folgte. Au diesen Bildern ist die Erregung des Volks mit großer dramatischer Lebendigkeit und ebenso großer malerischer Kraft zeschildert. Die biblischen Vorgänge sind im historischen Licht betrachtet und demgemäß in voller, ethnographischer Realität dar⸗ gestellt. Das religiöse Moment ist gänzlich zu Gunsten des geschicht lichen zuruöͤckgedrängt. Dieser Richtung gehört auch „Christus am Kreuz mit den Seinen“ in der Dresdener Galerie an. Nachdem der Künstler dann noch im Jahre 1886 die „letzten Augenblicke Mozart's“ in derselben ernsten und feierlichen Tonart gemalt batte (das Bild befindet sich in Amerika), wandte er sich der Hellmalerei zu, die er sowohl auf dekorative Malereien, wie auf Kostüm⸗ stücke, meist mit Figuren in der Tracht des 17. Jahrhunderts, und auf Bildnisse anwendete. Seine Hauptwerke dieser Art sind: „Der Triumph der Künste“ (Deckengemälde für das Kunsthistorische Museum zu Wien), „Intime Unterhaltung“, „Eine Erzählung“ und mehrere Damenbildnisse. Außerdem hat er auch Herren⸗Porträts (Kardinal 8 Haynald, Liszt) und Landschaften gemalt. Munkacsy war von Seiner Majestät dem Kaiser von Oesterreich in den Adelstand erhoben worden; er besaß die Große Goldene Medaille der Berliner Kunst⸗ mmestelung und war Mitglied der hiesigen Königlichen Akademie der
K 1u.“ 1u1“ 8 Verdingungen im Auslande.
¹“ Rumänien. ““
15. Mai, 10 Uhr. Kriegs⸗Ministerium in Bukarest: 1) Lieferung von 4000 Kavalleriesporen und 2000 Artilleriesporen. 2) Lieferung von 100 000 Stück Kravatten.
16. Mai. „Ebenda: Lieferung von 100 000 Celluloidkragen. Die Lastenhefte sowie die näheren Bedingungen für die vorgenannten Ver⸗ dingungen liegen an Wochentagen zwischen 9 und 12 Uhr Vormittags zur Einsicht aus. 1“ Serbien.
10. Mai. Serbische Staatsmonopol⸗Direktion: Lieferung von 400 Stück neuen Petroleumfässern, wovon 200 Stück bis zum 25. August, die übrigen bis zum 13. Oktober d. J. zu liefern sind. Die Fässer müssen je 150 — 180 kg Petroleum fassen, aus gesundem, trockenem Eichenholz hergestellt und je mit 6 Eisenreifen von 40 mm Breite und 1 ½ mm Dicke versehen sein. Mindestdicke der Faßdauben 2 ½ em; das Spundloch muß mindestens 4 und höchstens 5 cm breit sein. Das Musterfaß ist im Petroleum⸗Depot zu besichtigen. An⸗ gebote müssen eine genaue Preisangabe per Faß enthalten und mit einer Stempelmarke von 10 Dinars versehen sein. Sie sind nebst einer Kaution von 20 % des Angebots an die oben genannte Stelle einzureichen. Der Lieferant hat die Fässer auf eigene Kosten bis zum Petroleum⸗Depot, wo die Uebernahme stattfindet, zu bringen.
8 1 3 Theater und Musik.
. Deutsches Theater.
Einen glänzenden Beweis der erfolgreichen Thätigkeit der erst im Oktober v. J. gegründeten Hochschule für dramatische Kunst des Herrn Emanuel Reicher lieferte gestern Nachmittag auf der Bühne des Deutschen Theaters die erste von demselben ver⸗ anstaltete Prüfungs⸗Aufführung. Der erste Akt des Dramas „Jugend“ von Halbe, der letzte aus dem Schau⸗ spiel „Nora’“ von Ibsen und Strindberg's Lustspiel in einem Akt „Das Spiel mit dem Feuer“ wurden zur Darstellung gebracht, und zwar mit so feiner Charakteristik und so gutem Zu⸗ sammenspiel, daß man fast völlig vergaß, nur Schüler vor sich zu haben. Im ersten Stücke zeichneten sich besonders die Herren Savva Ognianoff als Kaplan und Erich Walter als Hans aus; ferner bekundete Hedwig Reicher als Nora eine überraschend reife Auf⸗ fassung, und Eduard Kepler war ihr in der Rolle als Helmer ein durchaus würdiger Partner. Die beide Letztgenannten leisteten für Anfänger geradezu Erstaunliches. Im letzten Stück traten namentlich die künstlerischen Leistungen des Herrn Walter Focke in der Rolle des alten Rentiers und diejenigen des Leiters der Hochschule, Herrn Emanuel Reicher, welcher für einen erkrankten Schuüler den Part des Axel übernommen hatte, hervor. Dem Spiel sämmtlicher junger Darsteller und Darstellerinnen merkte man den Geist der einheitlichen, zielbewußten Ausbildung an; verdienter Beifall lohnte ihr anerkennens⸗
werthes Können. Theater des Westens.
Auf der Charlottenburger Bühne wurde gestern die Sommer⸗ saison bei außerordentlich gut besuchtem Hause mit einer Aufführung der gefälligen englischen Operette „Die Geisha“ von Sidney Jones eröffnet, welche von dem der künstlerischen Leitung des Herrn Ferenczy unterstebenden Ensemble des Central⸗Theaters neueinstudiert zur Aufführung gebracht wurde. In den Hauptrollen waren die⸗ selben Darsteller beschäftigt, welche vor drei Jahren dem seitdem so beliebt gewordenen Werke bei seiner Erstaufführung im Lessing⸗Theater zu nachhaltigem Erfolge verhalfen. In erster Linie ist das zierliche Fräulein Mia Werber zu nennen; sie sang und spielte die Rolle der O Mimosa San, in welcher sie ben der Premtère mit Glück zum ersten Mal die Bühne betreten hatte, mit der gleichen kindlichen Anmuth wie früher und erntete stürmischen Beifall. Herr Schulz, welcher wie früher die Rolle des Leutnants Fair⸗ far gab, stand ihr ebenbürtig zur Seite und erzielte namentlich mit seinem Lachlied eine erheiternde Wirkung. Auch die bekannten trefflichen Leistungen der Herren Sondermann (Wunhi) und Ander (Marquis Imari) verdienen volle Anerkennung. Neu war dagegen Fräulein Mary Hagen, deren gewandte Wiedergabe der als Geisha
verkleideten Engländerin Molly Seamore ebenfalls voll befriedigte. Ein Wort des Lobes gebührt ferner dem sicher eingeübten Chor