1900 / 113 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 11 May 1900 18:00:01 GMT) scan diff

Türkei. Der Internationale Gesundheitsrath in Konstantinopel hat wegen des Vorkommens eines pestverdächtigen Falls in Smyrna durch Beschluß vom 8. d. M. vorläufig angeordnet, daß die von Smyrna kommenden Schiffe einer dreimaligen, auf der Insel Klazomenä bei Smyrna, in den Dardanellen und in Konstantinopel vorzunehmenden Desinfektion, verbunden mit ärztlicher Unter⸗ suchung, unterworfen werden. 3 „Gegen Alexandrien ist von dem Gesundheitsrath eine zehn⸗ tägige Quarantäne angeordnet worden. Inkolge Erlöschens der Rüͤnk. und Klauenseuche, anf der, Insel olge Erlöschens der Maul⸗ und Klauenseuche auf der Inse Lolland ist durch Bekanntmachung des dänischen Landwirthschafts⸗ Ministers vom 7. d. M. das Verbot der Ausfuhr von Vieh von dieser Insel aufgehoben worden. (Vgl. „R.⸗Anz.“ Nr. 85 vom 6. v. M.) Uruguay.

Durch Beschluß des National⸗Gesundheitsraths in Montevideo vom 7. Abril d. J. ist die Verordnung vom 16. März d. J., welche den aus Paraguay kommenden Schiffen eine Desinfektion worden (vergl. „R.⸗Anz.“ Nr. 92 vom

Theater und Musik.

Deutsches Theater.

Der zweite Gastspiel⸗Abend des Wiener Volkstheater⸗ Ensembles brachte am Donnerstag Abend „Die Geschwister“ von Goethe und hierauf „Untreu“, Luftspiel in drei Akten von Roberto Bracco. In Gpoethe's feinsinnigem Schauspiel fand die Darstellung der Marianne in Frau Albach⸗Retty, dem ehemaligen Mitgliede des hiesigen Deutschen Theaters, eine ausgezeichnete Vertreterin. Sie wußte mit zarter An⸗ muth die unbewußte Liebe und die hausmütterliche Sorge für den vermeintlichen Bruder zu vollem Ausdruck zu bringen, und gewann durch die Lieblichkeit der „Erscheinung und die innerliche, mädchenhafte Wiedergabe ihrer Rolle den bedingungslosen Beifall der Zuschauer. Die Herren Kutschera und Wallner als Wilhelm und Fabrice trafen weniger den rechten Ton. Ersterer war etwas zu senttmental, der letztere zu nüchtern im Ausdruck. 19.

In dem zweiten Stück, dem Lustspiel „Untreu“ des geistreichen Italieners Bracco, das hier nicht mehr unbekannt ist, war es wiederum die Darstellerin der Frauengestalt, die das Interesse fast ausschließlich für sich in Anspruch nabm. Die Rolle der Gräfin Clara Sangiorgi konnte keine bessere Interpretin als Frau Odilon finden, welche diese Gestalt so treffend wiedergab, wie der Dichter diese treulos scheinende und doch innerlich wahrhaft treu liebende Frau nur gedacht haben mag. Die schöne n. der Darstellerin erhielt außerdem durch ihre fesselnde schauspielerische Leistung das wirksamste Relief. Unwillkürlich wurde man zu einem Vergleich zwischen ihr und Frau Roöjane geführt, der nicht zu Ungunsten der deutschen Künstlerin ausfiel. Ihre beiden Partner bemühten sich, ihren Aufgaben gerecht zu werden, doch zeichnete Herr Kutschera das Wesen des Gatten der Gräfin zu matt, und Herr Kramer hätte die undankbare Rolle des verschmähten Liebhabers Gino Riccardi etwas eleganter und bestechender gestalten können. Im Ganzen aber konnte man sich dem Beifall, der allen Mitwirkenden zu theil wurde, durchaus anschließen.

Im Königlichen Opernhause findet morgen mit Aller⸗ höchster Genehmigung zum Besten des unter dem Protektorat Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin stehenden Berlin⸗ Brandenburger Heilstätten⸗Vereins und des Volks⸗ Rg ereins vom „Rothen Kreuz“ mit aufgehobenem bonnement eine Aufführung der Oper „Das eherne Pferd“ von Auber, für die deutsche Bühne bearbeitet von Humperdinck, Dichtung und Text von Eugen Scribe, statt. Die Besetzung lautet: VYang⸗ ang: Herr Grüning; Tsing⸗sing: Herr Bachmann; Taochin: rau Herzog; Tschinkao: Herr Knüpfer; Peki: Fräulein Rothauser; anko: Herr Philipp; Stella: Fräulein Dietrich. Im Tanz der een und irenen des dritten Aktes treten die Damen ell'Era, Urbanska und Lucia auf. Kapellmeister Strauß dirigiert. Die neuen Dekorationen sind vom Hof⸗Theatermaler Kautsky in Wien gemalt. Die Preise der Plätze betragen für I. Rang und Parquet 20 ℳ, II. Rang 7 ℳ, III. Rang 5 ℳ, IV. Rang Sitz⸗ platz 4 ℳ, Stehplatz 2 Die Vorstellung beginnt um 8 Uhr. Im Koͤniglichen Schauspielhause wird morgen zum ersten Male „Schwarmgeister“, Tragödie in fünf Aufzügen von Carl Weit⸗ brecht, in folgender Besetzung gegeben: Hans Kohlhas: Herr Mat⸗ kowsky; Margarethe: Fräulein von Arnauld; Jörg Nagelschmidt: n5 Pobl: Claus Frey: Herr Kraußneck; Elsbeth: Fräulein indner; Dr. Martin Luther: Herr Molenar. Das Werk ist vom Ober⸗Regisseur Grube in Scene gesetzt.

Berlin, den 11. Mai 1900.

Im Neuen Königlichen Opern⸗Theater gelangt am Sonntag „Die Fledermaus“ zur LsaFren. 1

Die Direktlon des Theaters des Westens theilt mit, daß Fräulein Mia Werber alle ihr zugegangenen Anträge, demnächst in

Leipzig, München und anderen Städten die Rolle der „Geisha⸗ zu

spielen, auf besonderen Wunsch des Direktors Ferenczy, dem es da⸗ durch ermöglicht wird, die sich ungeminderter Zugkraft erfreuende Operette auch weiterhin geben zu können, de nitiv abgelehnt hat und ihren kontraktlichen Urlaub erst später antreten wird.

Die Operetten⸗Saison im Lessing⸗Theater unter der Direktion der Herren C. M. Roehr und Otto Ploecker⸗Eckardt wird am Sonnabend, den 12. d. M., mit der dreiaktigen Opperette „Daisy“ („A runaway girl“) von Lionel Monckton und Ivan Caryll eröffnet. Nonel Monckton ist zur Zeit einer der populärsten Komponisten Englands, Jvan Caryll außerdem der erste Kapellmeister des Gaiety⸗Theaters, an dem die neue Operette in den letzten drei Jahren über tausendmal zur Aufführung gelangt ist. Das Libretto ist für die hiesigen Auf⸗ führungen von C. M. Roehr neu bearbeitet worden, die Texte der Gesangsnummern sind zum theil aus der Wiener, von Kren und Lindau herrührenden Bearbeitung übernommen. v

8 8

Ein amerikanisches Militär⸗Orchester unter Leitung des bekannten Marschkomponisten John Sousa, des Verfassers der beliebten „Washington⸗Post“, wird vom 20. bis 27. Mai im Garten des Neuen Königlichen Opern⸗Theaters konzer⸗ tieren. Dasselbe hat seine europäische Tournse am 5. Mai auf der Pariser Weltausstellung mit großem Erfolge begonnen.

Im Verlage der „Deutschen Militär⸗Musiker⸗Zeitung“ (Arthur Parrhysius) in Berlin SW. erschien ein „Deutscher Schutz⸗ truppen⸗Marsch“, komponiert nach den von dem Verein ehe⸗ maliger Kameraden der deutsch,afrikanischen Schutztruppen zur Ver⸗ fügung gestellten Originalmelodien unter Benutzung des Wissmann⸗ Liedes von W. Najork. Das charakteristische und effektvolle Musikstück ist auch in einer Ausgabe für Klavier zu zwei Händen erhältlich (Preis 1 50 ₰), dessen Titelblatt in einer von Hellgrewe ent⸗

worfenen gefälligen Zeichnung auf den Inhalt Bezu mimmt

Der Magistrat hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, dem Stadtverordneten⸗Vorsteher Dr. Langerhans das Ehren⸗ bürgerrecht zu verleihen.

Mannigfaltiges.

In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten stand zu⸗ nächst die Fortsetzung der Berathung über den Antrag der Stadtvv. Singer und Genossen, betreffend die Nichtaufnahme der sogenannten „Strikeklausel“ in die Verträge bei Vergebung städtischer Liefe⸗ rungen und Arbeiten, auf der Tagesordnung. Nach längerer Debatte, an welcher sich die Stadtvv. Singer, Dinse, Dr. Nathan, Wallach und der Stadtrath Voigt betheiligten, wurde der Antrag in namentlicher Abstimmung mit 95 gegen 26 Stimmen abgelehnt. Sodann erstattete der Stadtv. Kalisch den Bericht über die Vorlage des Magistrats, betreffend die Abände⸗ rung des Vertrages über die Urania⸗Säulen und die Errichtung öffent⸗ licher Uhren. Der zur Vorberathung der Vorlage niedergesetzte Ausschuß schlug vor, die Versammlung möge sich damit einverstanden erklären, daß im Laufe dieses und des nächsten Verwaltungsjahres 17 Uhren mit je drei Zifferblättern auf öffentlichen Plätzen errichtet werden, sowie daß die Einrichtung und der Betrieb der Uhren nach Maßgabe der in der Vorlage des Magistrats vom 7. März d. J. enthaltenen Angaben der Gesellschaft „Normal⸗Zeit“ übertragen werde. Die Ver⸗ sammlung möge ferner den Magistrat ermächtigen, mit dem Verlags⸗ buchhändler Cronbach einen neuen Vertrag abzuschließen, und den Magistrat ersuchen, bei Errichtung neuer öffentlicher Gebäude (Schulen ꝛc.) an Stelle der jetzigen Uhren weithin sichtbare zentral⸗ regulierte Uhren in Aussicht zu nehmen. Der Antrag des Aus⸗ schusses gelangte ohne Debatte zur Annahme. Schließlich befaßte sich die Versammlung noch mit der Wahl des sozialdemokratischen Stadtv. Glocke, welcher am 9. März im 44. Gemeinde⸗ wahlbezirke in der Stichwahl mit 1560 gegen 1534 Stimmen zum Stadtverordneten gewählt worden ist. Die Wahl, gegen welche ein Protest seitens der deutschen Bürgerpartei eingegangen war, wurde für gültig erklärt. Alle anderen Gegenstände wurden von der Tages⸗ ordnung abgesetzt. Auf die öffentliche folgte eine geheime Sitzung.

Die elektrische Beleuchtung des Wassersturzes im Viktoriapark durch Scheinwerfer hat am Mittwoch ihren Anfang genommen und findet nunmehr wieder an jedem Mittwoch und Sonn⸗

abend von 8 bis 10 Uhr Abends statt. Der Park ist an jedem Abend von Eintritt der Dunkelheit bis Nachts 11 ½ Uhr durch elektrisches Bogenlicht erleuchtet. Der Wassersturz ist täglich Vormittags von 9 bis 12 Uhr (Sonntags 9 bis 1 Uhr) und Nachmittags von 3 bis 8 Uhr in Thätigkeit.

Der am Mittwoch im wissenschaftlichen Theater der „Urania“ von Herrn Dr. R. Werner Fg Vortrag „In den Alpen sonst und jetzt“ warf zunächst einen interessanten Rückolick auf die Jesstee des Alpenlandes und deren Bewohner. Nach einem Ver⸗ gleich zwischen Tirol und der Schweiz ging der Redner dann auf die Entwickelung des Bergsports über und schloß mit einer Betrachtung der mit demselben verbundenen Gefahren und der zur Verhütung solcher und zur Erleichterung des ganzen Verkehrs all⸗ mählich entstandenen Einrichtungen. Hierbei wurde die Thätigkeit des Deutsch⸗österreichischen I und namentlich auch diejenige der „Sektion Berlin“, deren Vorstandsmitglied der Vortragende ist, be⸗ fonders eingehend behandelt. Eine Reihe wohlgelungener Lichtbilder, welche die Schönheiten der Alpenwelt veranschaulichten, trug zur Velebung b schon an und für sich höchst anregenden Vortrags noch wesen ei.

Zu dem vom 16. bis 23. Juli in Paris stattfindenden inter⸗ nationalen Kongreß für Rettungswesen hat die Berliner Retkungsgesellschaft ihren Bänütgen Direktor, Dr. George Meyer, und ihr Vorstandsmitglied Sanitätsrath Dr. Th. Herz⸗ berg als Vertreter delegiert.

Posen, 11. Mai. (W. T. B.) Nach einer Meldung der „Posener Zeitung“ aus Inowrazlaw ist in der vergangenen Nacht in der Stadt Bartschin ein größerer Brand ausgebrochen, der die ganze Stadt in Asche zu legen droht.

Bremen, 11. Mai. (W. T. B.) Die Rettungsgstation Nimmersatt der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 10. Mai von der hier ge⸗ kenterten russischen Galeasse „Madda Sophia“, Kapitän Grosbach, sechs Personen, darunter ein Kind, durch das Rettungs⸗ boot der Station „Kommerzienrath Fowler“ bei heftigem Nordsturm

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

St. Petersburg, 11. Mai. (W. T. B.) Wie die deutsche „St. Petersburger Zeitung“ meldet, sandte der deutsche Geschäftsträger Graf von Brockdorff⸗Rantzau anläßlich der Feier der Großljährigkeit Seiner Kaiserlichen und König⸗ lichen Hoheit des Deutschen Kronprinzen im Namen der St. Petersburger deutschen Kolonie nachstehendes Telegramm an Seine Majestät den Kaiser Wilhelm:

„Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät bringt die deutsche Kolonie in St. Petersburg durch mich zum heutigen Festtag in un⸗ erschütterlicher Treue die ehrfurchtsvollsten Wünsche dar, voll freudigen Stolzes und in der festen Zuversicht, daß die Vorsehung auch ferner Eurer Majestät erhabenes Haus zum Wohle des Reichs so sichtbar segnen und Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit den Kronprinzen die Wege seiner großen Ahnen führen wird.“

Seine Majestät der Kaiser Wilhelm antwortete:

Erfreut durch den Beweis patriotischer Gesinnungen, spreche Ich der deutschen Kolonie in St. Petersburg für deren Glückwünsche Meinen Kaiserlichen Dank aus“

Rietspruit, 10. Mai. (Meldung des „Reuter'’schen Bureaus.) Die Buren traten dem Vormarsche der britischen Truppen am Zand River entgegen; sie hatten Stellungen nördlich des Flusses inne, welche sich längs der ganzen britischen Linie von den Truppen des Generals Hamilton im Osten bis zu denen des Generals Hutton im Westen ausdehnten. Das Gefecht wurde hauptsächlich von der Artillerie geführt, doch wurde an mehreren Punkten auch Infanterie engagiert, welche zwei Kopjes nahm. Die britischen Verluste sind unbedeutend; das Gefecht endete mit einem

31 3

8'

Der Vorstoß der britischen Truppen dauert fort.

Beilage.)

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Wetterbericht vom 11. Mai 1900, 8 Uhr Vormittags.

Wind⸗

Name der stärke,

Wetter ruhig und kühl, an der Nordsee und im Alpenvorland trübe, sonst heiter. kühles, vielfach heiteres Wetter wahrscheinlich.

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Ruhiges, meist Nacht.

Sonntag: Berlin bei Nacht.

Deutsche Seewarte. Montag: Berlin bei Nacht.

Beobachtungs⸗ Wetter.

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Wind⸗ richtung

Temperatur in Celsins.

SO 4 heiter Blacksod... Windstille bedeckt Pn N 1 bedeckt

Barometerst. a. 00 u. Meeres⸗ iveau reduz

—2 92

828 1 deln

Stornoway.

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Königliche Schauspiele. Sonnabend: Opern⸗ haus. Mit Allerhöchster Genehmigung: Zum Besten des unter dem Protektorat Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin stehenden Berlin⸗Brandenburger

2 Dienstag: Berlin bei Nacht. Theater.

Schauspiel in 3 Aufzügen von

Berliner Theater. Sonnabend: Berlin bei

Schiller⸗Theater. (Wallner⸗Theater abend, Abends 8 Uhr: Der Richter von Zalamea.

Barca, deutsch von Adolph Wilbrandt. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Macbeth.

Sonntag und folgende Tage: Die Dame von

Maxim.

Sonntag, den 13. Mai, Mittags 12 Uhr: Matinée. Zur Aufführung gelangen: Paria, Mutterliebe, Debet und Credit. Drei Einakter

von August Strindberg.

4 * 8

Thalia ⸗Theater. Dresdenerstraße 72/73. Sonnabend: Gastspiel von Annie Dirkens. Wie man Männer fesselt. Vaudeville⸗Posse in 4 Akten. Musik von Victor Roger.

Sonntag und folgende Wie

Calderon de la

Tage: man

Rückzuge der Buren. Die Engländer machten 20 Gefangene.

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten

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763,6 8 . 763,3 NNO eiter . 761,5 N heiter

763,4 NO 4 heiter . 762,4 NO 4 heiter München. 761,6 Windstille bedeckt Der Luftdruck ist ziemlich hoch und gleichmäßig vertheilt, am höchsten ist er über der nördlichen Npordsee, unter 760 mm in Rußland, vor dem Kanal and jenseits der Alpen. In Deutschland ist das

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Heilstätten⸗Vereins und des Volksheilstätten⸗Vereins vom „Rothen Kreuz“. Mit aufgehobenem Abonne⸗ ment: Das eherne Pferd. Märchen⸗Oper in 3 Aufzügen von Eugen Scribe. Musik von Daniel Frangois Esprit Auber. Für die deutsche Bühne bearbeitet von Engelbert Humperdinck. In Scene gesetzt vom Ober⸗Regisseur Tetzlaff. Dekorative Einrichtung vom Ober⸗Inspektor Brandt. Ballet von Emil Graeb. Dirigent: Kapellmeister Strauß. reise der Plätze: Fremden⸗Loge 40 ℳ, Orchester⸗ oge 30 ℳ, I. Rang 20 ℳ, Parquet 20 ℳ, II. Rang 7 ℳ, III. Rang 5 ℳ, IV. Rang 4 ℳ, Stehplatz 2 Das geehrte Publikum wird ersucht, im Gesellschafts⸗Anzuge zu erscheinen. Anfang 8 Uhr. Schauspielhaus. 128. Vorstellung. Zum ersten Male: Schwarmgeister. Tragödie in 5 Aufzügen von Carl Weitbrecht. In Scene 657 vom Ober⸗ Regisseur G Anfang 78 Uhr. Sonntag: eernhaus. 122. Vorstellung. Don uan. Oper in 2 Akten mit Tanz von Wolfgang madeus Mozart. Text von Lorenzo Da Ponte. Anfang 7 ½ Uhr. Schauspielhaus. 129. Vorstellung. Jugend von eute. Eine deutsche Komödie in 5 Aufzügen von tto Ernst. Anfang 7 ½ Uhr.

Deutsches Theater. Gesammt⸗Gastspiel des Deutschen Volks⸗Theaters in Wien:

Sonnabend: Die Geschwister. Untreu. Anfang 7 ½ Uhr. Ende gegen 10 Uhr.

Sonntag, Nachmittags (ermäßigte Preise): Die Kreuzelschreiber.

Sonntag, Abends: Oukel Toni.

Montag: Onkel Toni.

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Abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. Hierauf: Amphitryon. 8

Montag, Abends 8 Uhr: Fröschweiler. 8 b

Theater des Westens. (Overahaus.)Ensemble⸗ Gastspiel unter Leitung des Direktors José Ferenczy. Sonnabend und die folgenden Tage: Die Geisha. (Mimosa: Mia Werber.) Anfang 7 ½ Uhr. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu Iben Preisen: Der Vogelhändler. 11“

Lessing-Theater. Sonnabend: Vorletztes Gastspiel von Agnes Sorma. Liebelei. Vorher:

dr en Tochter. 8. onntag: Letztes Gastspiel von Agnes Sorma.

ora. Montag: Als ich wiederkam...

Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a. Sonn⸗ abend: Im 1. Schwank in 3 Akten von H. von Anderten und B. Wolff. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen: Hesen Kunst. Schwank in 3 Akten von Georg

ehfels.

Sonntag, Abends 7 ½ Uhr: Das Stiftungsfest. Lustspiel in 3 Akten von Gustav von Moser.

Residenz⸗Theater. Direktion: Sigmund Lauten⸗ burg. Sonnabend: Die Dame von Maxim. (La dame de chez Maxim.) Schwank in 3 Akten von Georges Feydeau. Uebersetzt und bearbeitet von Benno Jacobson. In Scene gesetzt von Sigmund Lautenburg. Anfang 7 ½ Uhr. 1“ 1

7 8

Männer fesselt. mI☚☚—õy———

Familien⸗Nachrichten.

Verlobt: Frl. Gustel Krätschell mit Hrn. Leut. sr Koch (Hannover— Metz). Frl. Mabel öhler mit Hrn. Leut. Karl Rickmann von der Lancken und Frl. Annie Köhler mit Snr. Leut. Alexander von Gagern (Bad Rehburg— Hannover). Frl. Florence Schmidtmann mit Hrn. Oberleut. Arno von Poser und Groß⸗Naedlitz (Schloß Grubhof— Charlottenburg). Frl. Martha Pinno mit Hrn. Kammergerichts⸗Referendar und Leut. d. R. Fritz Giseke (Breslau). Verehelicht: Hr. Oberförster Curt von Bornstedt mit Frl. Maria von Aulock (Kochczütz). Geboren: Ein Sohn: Fer Landrath von

Schwerin (Sensburg.) Hrn. W. Frhrn. von Keyserlingk (Gr.⸗Lahnen, Kurl!). Hrn. Bürger⸗ meister Dr. jur. Wirth (Zossen). Eine Tochter: Hrn. Rittmeister von Schoenebeck (Bernstadt).

Gestorben: Hr. Generalleut. z. D. Emil von Wienskowski (Cassel).

Verantwortlicher Redakteur: Direktor Siemenroth in Berlin.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Acht Beilagen

Berichte von deuts

chen Fruchtmärkten.

Qualität

gering

mittel

gut

Verkaufte

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

niedrigster

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Menge

Doppelzentner

Durchschnitts⸗ preis für 1 Doppel⸗ zentner

Am vorigen Markttage

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Außerdem wurden am Markttage (Spalte 1) nach überschläglicher Schätzung verkauft Doppelzentner (Preis unbekannt)

Kottbus. Wongrowitz Hirschberg

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St. Wendel. 92—„218188“ Langenau i. Wttbg.. EIE“ Colmar i FPF. . gbAteau⸗-Salins Breslau.

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Kottbus . . Wongrowitz. Hirschberg Ratibor. Göttingen Geldern... Neuß... St. Wendel Döbeln.. R Chateau⸗Salins Posen.. Breslau.

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Kottbus Wongrowitz. Hirschberg

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Döbeln 8 Winnenden Langenau i. Wttbg.. Rastatt. 81 Clateau⸗Salins.

8 Breslau . Bemerkungen. Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die

14,60 13,40 13,50

12,40

13,70

14,40 16 40 15,70 14.00 16,40 16,50

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14,80 13,80

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12,20 13,30 13,50 14,50 14,70

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15,00 13,60

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eizeu. 15,00 14,80 15,10 14,80 15,00 16,70 16,20 16,00 14,80 16,70 17,00 18,90 14,30 oggen. 15,19 13,80 15,50 15,10 15,25 15,50 14,90 15,00 14,80 16,00

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erste. 12,40 14,40

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Hafer. 15,20 12,60 13,30 12,80 14,50 15,00 13,80 15,40 14,30 15,00 13,80 16,00 13,80 13,10

Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswerth auf volle Mark edeutung, daß der betreffende Preis nicht vorge

17,10 15,00 16,00

15,60

14,40

15,20 12,80 13,40 13,20 14,50 15,50 14,80 16,00 14,50 15,30 13,80 16,00

14 20 13,30

abgerundet mitgetheilt. Der kommen ist, ein Punkt (.) in den letzten sechs Spalten, daß entsprechender

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lt. Der Durchschnittspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet. Bericht fehlt.

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190. Sitzung vom 10. Mai 1900, 1 Uhr.

Ueber den Anfang der Sitzung wurde in der gestrigen Nummer d. Bl. berichtet.

Zweiter Gegenstand der Tagesordnung ist die erste und eventuell zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die militärische Strafrechtspflege in Kiautschou. Die Vorlage setzt fest, daß auf die zum Gouvernement Kiautschou gehörigen Militärpersonen die in der Militär⸗ Strafgerichtsordnung vom 1. Dezember 1898 für das Ver⸗ linah „an Bord“ gegebenen Vorschriften Anwendung finden ollen; die Vorlage soll gleichzeitig mit der Militär⸗Straf⸗ gerichtsordnung in Kraft treten.

Abg. Bassermann (nl.) findet die einstweilige Unterstellung der Militärpersonen in Kiautschou unter diese Bestimmung der Militär⸗Strafgerichtsordnung durchaus sachgemäß, hat aber Bedenken gegen die Konsequenz der Vorlage, daß den Militärpersonen in Kiautschou der ordentliche Rechtsweg gegen die ergangenen Urtheile verschlossen werde, indem sowohl Revision als Berufung dagegen „an Bord“ nicht statthaft sei. In diesem Punkte müßte darauf hin⸗

gewirkt werden, daß das Gesetz auch in Wirklichkeit nur ein vorläufiges

bleibe. Es empfehle sich daher, heute nur die erste Lesung vor⸗ zunehmen, damit bis zur zweiten Lesung eine Fristbestimmung formuliert werden könne. Staatssekretär des Reichs⸗Marineamts, Staats⸗Minister, Vize⸗Admiral Tirpitz: Meine Herren! Ich bitte, betreffs der Erwägungen, die das

Gesetz als dauernd hingestellt haben, zu bedenken, daß das Personal

auf den Schiffen ganz in derselben Lage sein würde wie das Personal

in Kiautschou.

Sodann muß man berücksichtigen, daß, wenn wir einen Friedenszustand und hoffentlich einen dauernden haben, die Art der Bereitschaft der Truppen dort sehr viel höher wird sein müssen, als es irgendwo in unseren Garnisonen der Fall ist. Wir haben schon im vorigen Winter gesehen, daß die Truppen auch außerhalb des Ortes Tsingtau selbst verwendet

werden müssen, eventuell in unsrer neutralen Zone; ein: gewisse Feld⸗ bereitschaft muß daher immer vorhanden sein.

Schließlich würde es bestehen bleiben, daß wir kein Reichs⸗ Militärgericht in Kiautschon gründen können; es würde unter Um⸗

ständen eine große Verschleppung der Sachen dadurch eintreten, daß sie nach Berlin zur Reoision gesendet werden müßten. Die Abgg. Eickhoff (fr. Vp.) unz Rickert (fr. Vgg.) äußern sich in demselben Sinne wie der Abg. Bassermann.

Steaatssekretär des Reichs⸗Marineamts, Staats⸗Minister, Vize⸗Admiral Tirpitz:

Ich glaube zwar, daß die Verlältnisse sich nicht in 5 Jahren

ändern werden, aber ich habe meinerseits einen Widerspruch gegen den Vorschlag nicht zu erheben.

Nachdem noch der Abg. Kirsch (Zentr.) gleichfalls die Absetzung der zweiten Lesung empfohlen hat, beschließt das Haus demgemäß.

Fierauf wird die zweite Lesung des Gesetzentwurfs, betreffend die Abänderung der Unfallversicherungs⸗ gesetze, fortgesetzt.

§ 79a des Gewerbe⸗Unfallversicherungsgesetzes trifft Bestimmung über die Wahl der Arbeitervertreter, welche die Genossenschaftsvorstände zur Berathung und Beschluß⸗ fassung über die Unfallverhütungsvorschriften nach § 79 ein⸗ zuziehen haben. Nach dem Beschluß der Kommission sollen die Arbeitervertreter von den Ausschüssen derjenigen Ver⸗ sicherungsanstalten gewählt werden, auf deren Bezirke sich die Berufsgenossenschaft oder Sektion erstreckt; wahlberechtigt sind jedoch nur diejenigen Mitglieder der Ausschüsse, die als Ver⸗ treter der Versicherten berufen sind. Waäͤhlbar sind deutsche männliche, volljährige versicherte Personen. Nichtwählbar sein soll, wer zum Amie eines Schöffen unfähig ist; die Wahl erfolgt auf fünf Jahre.

Abg. Fischer⸗Sachsen (Soz.) befürwortet einen Antrag der Abgg. Albrecht und S.eslen wonach die Arbeitervertreter in geheimem, gleichem, direktem Wahlverfahren von den in den unfall⸗ versicherungspflichtigen Betrieben der Berufsgenossenschaft beschäftigten Arbeitern gewählt werden sollen; event. solle die Wahl von den

Generalversammlungen derjenigen Krankenkassen vorgenommen werden, auf deren Bezirk sich die Berufsgenossenschaft oder Sektion erstrecke. Außerdem sollen die Antragsteller auch die weiblichen Arbeiter für wählbar erklären und die Unfähigkeit zum Schöffenamt nicht als Ausschlußgrund gelten lassen, event. diejenigen für nicht wählbar er⸗ klären, die nicht als Vorstandsmitzlieder der Kasse wählbar seien.

Sämmtliche Anträge werden abgelehnt und der § 79 a

in der von der Kommission beschlossenen Fassun

angenommen.

Nach § 81 sollen die von den Landesbehörden für be⸗

stimmte Gewerbszweige oder Betriebsarten zur Verhütung von

Unfällen zu erlassenden Anordnungen, sofern nicht Gefahr im Verzuge ist, den betheiligten Genossenschafts⸗ oder Sektions⸗ vorständen zur Begutachtung vorher mitgetheilt werden. Die Polizeibehörden sind verpflichtet, von den gemäß § 120 d Ab⸗ satz 1 der Gewerbeordnung zur Verhütung von Unfällen ge⸗ troffenen Anordnungen derjenigen Genossenschaft Kenntniß zu geben, welcher der betheiligte Betrieb angehört.

Abg. Molkenbuhr (Soz.) empfiehlt, dem § 81

folgenden

Zusatz zu geben: „Außerdem hat die Polizeibehörde und der Gewerbe⸗ aufsichtsbeamte, Bergaufsichtsbeamte, Baukontrolbeamte und Hafen⸗ inspektor gegen diejenigen Unternehmer, welche von den Genossen⸗

schaftea

erlassene Unsallverhütungsvorschriften nicht befolgt haben,

Geldstrafen bis zu 150 oder Haft bis zu 6 Wochen festzusetzen.

Gegen

insbesondere welche die

mittels

die Fests tzung auf schöffengerichtliche Entscheidung statt.“ auf Vorgänge in

Statuierung der erlassenen erscheinen ließen.

gesetzliche

Beobachtung

unabweisbar nothwendig amten gezwungen, die Uebertretungen bei dem Genossenschaftsvorstande anzubringen; sie kämen doch in die eigenthümlichste Lage, wenn diese Uebertretungen in dem Betriebe des Vorstandes selbst stattgefunden

hͤtten.

schaften an z. B. der obachtung der erl kontrolieren.

a

8

findet

innerhalb

einer Redner beruft si im Jahre derartigen

Hamburg eines

Woche

Berufun

1893, Zwangs⸗ Vorschriften als

Heute seien die Be⸗

Andererseits seien die Beauftragten der Berufsgenossen⸗ hl gänzlich unzureichend, die Tausende von Betrieben, Norddeutschen Holz⸗Berufsgenossenschaft, auf die Be⸗ assenen Unfallverhütungsvors

6 2 chriften regelmäßig zu Ein ethnaug der Strafbefugniß sei umso weniger zu

befürchten, als ja gegen jede Festsetzung die gerichtlichen Nachprüfungen

angerufen werden

können.

Abg. Roesicke⸗Dessau (b. k. 5). Das Mißtrauen, aus welchem

die Vorschläge der Sozialdemokraten ungerechtfertigt; auch kann man doch nicht davon reden,

ervorgegangen sind, ist durchaus

daß die