1900 / 276 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 19 Nov 1900 18:00:01 GMT) scan diff

8

5 v11“““ 8 8 16 8 21 ist ein derbes Scherzspiel, das, durch es

belustigende Wirkung ausübt. 8 Central⸗Theater.

Am Sonnabend v. W. wurde zum ersten Male die dreiaktige Adolph Rosée,

Das Stück handelt von einem angehenden Schwiegervater, welcher den zukünftigen Schwiegersohn incognito kennen zu lernen sucht, um danach zu beurtheilen, ob er der Hand seiner Tochter werth sei. Indem er hierbei unter falschem Namen in demselben Hotel Wohnung nimmt, in welchem der leichtlebige junge Mann ein Fest giebt, geräth er in verwickelte Situationen, die dem ganzen 1 Da die Handlung auch eine gewisse logische Anordnung aufweist, durch eine Menge guter und sowie melodischer Gesangseinlagen gewürzt wird, sich

Gesangsposse „Der Brautvater“ von von Heinrich Platzbecker, aufgeführt.

Stück ein heiteres Gepräge verleihen. aktueller Witze,

durch einen hhe Dialog auszeichnet und 8. en ein günstiger.

Fefene nicht allzu aufdringlich in ellt, so war der Gesammteindruck

entsprach der Schluß nicht den Erwartungen, beiden ersten Akte berechtigten, in

und die

flotte Zusammenspiel Namentlich verstanden

dies jedoch wieder aus.

Albes, Grabitz und Walde, ihre Rollen mit lebensvollem Humor aus⸗ zustatten, wobei freilich der kecke Uebermuth der letztgenannten Dame als Bufettidère Liselotte bisweilen etwas m kräftig hervortrat. die Herren Sondermann, Ander, Morway und Albes brachten ihre Rollen in ihrer bekannten launigen Art zur rechten Wirkung, während die Herren Kunstadt und Schulz mehr gesanglich zur Geltung kamen.

Im Königlichen Opernhause Kienzl's musikalisches Schauspiel Besetzung gegeben: Martha: Goetze; Johannes Freudhofer: Herr Sylva; Zitterbart: Herr Lieban; Hans: Herr Philipp; folgt das Ballet „Vergißmeinnicht“ Urbanska in den Hauptrollen.

Im Königlichen Schauspielhause geht morgen G. Moser's und Th. von Trotha's Lustspiel „Der wilde Reutlingen“ in der bekannten Besetzung in Scene. Die am Freitag stattfindende Auf⸗

führung von Shakespeare's Trauerspiel „Romeo folgendermaßen besetzt: Romeo: Herr Christians; Wachner; Mercutio: Herr Pohl; Tybalt:

länder; Montague: Herr Nesper.

Im Neuen Koniglichen Opern⸗Theater gelangt morgen

„Die Fledermaus“ zur Aufführung.

„Im Berliner Theater muß wegen Erkrankung zweier Mit⸗ alieder die Erstaufführung des Lindau'schen Lust spiels „Die beiden

Leonoren“ bis auf weiteres verschoben werden. Am

Freitag wird daher das Blumenthal⸗Kadelburg'sche Lustspiel „Die Freitag angesetzt gewesene den 30. November,

strengen Herren“ gegeben. Die für 12. Abonnements⸗Vorstellung wird auf Freitag, verlegt.

Im Schiller⸗Theater wird die Abonnements⸗Vorstellung vom Mittwoch, des Buß⸗ und Bettages wegen, auf Sonntag Abend verlegt. „Fauft“, II. Theil (zweiter Abend).

Westens tritt morgen Fräulein Fran⸗ Male in dieser Saison in der Titel⸗

Zur Aufführung kommt

Im Theater des ceschina Prevosti zum ersten partie der Verdi'schen Oper „La Traviata“ auf.

Unter dem Vorsitz des Generalleutnants z. D. Freiherrn von Dincklage⸗Campe und des Peofessors Dr. Felix Dahn hat sich ein welches zu Gunsten des Chinafonds des

Comité gebildet,

ie flotte Darstellung räuleins Glümer und des Herrn Thurner getragen, eine recht

denen sich die Erfindungsgabe des Autors erschöpft zu haben schien, und es beeinträchtigte dieser Umstand daher auch etwas die sonst beifallsfreudige Stimmung des vollbesetzten Hauses. Die wohlgelungene Inscenierung, die reiche Ausstattung, das trefflichen Einzelleistungen glichen

mird morgen Wllhelm „Der Evangelimann“ Fräulein Destinn; Magdalena: Frau Herr Buls; Mathias Freudhofer: Schnappauf: Herr Justitiär Engel: Herr Moͤdlinger.

mit den Damen Dell' Era und

Herr Keßler; Capulet: Herr Molenar; Peter: Herr Vollmer; Bruder Lorenzo: Herr Ober⸗

burg des Deutschen

Zur Aufführung gelangt. zügen von Adel.

Musik

In München ist, Heinrich Porges

Besoaders bekaant wurde sein

sonst üblichen Vordergrund Freilich zu welchen die

statt. Stelldichein: 12 ¾ 1 ¼ Uhr am Saugarten.

es die Damen

Auch

unterzogen worden. nachstehende Waarengattungen wein, Himbeersaft, Wurst Branntwein.

in folgender! und Milch beanstandet.

Nebe; G Hierauf selten, doch ist seine weitere Margarinegefetzes

von von Käse und Butter.

und Julia“ ift Julia: Fräulein

Donnerstag und wie ahljährlich, eine

Frau Lina Morgenstern.

Königlichen Schauspiele

Flottenvereins demnächst eine Wohl⸗ Iskigteitsverstelnn ien Residenz⸗Theater veranstalten will.

lar zum Gefecht“, Kurth und Victor Laverrenz. sind die im Residenz⸗Theater üblichen. Billetbestellungen nimmt der „Künstlerdank“ (Unter den Linden 69) entgegen. 5

1 ulm, 17.

wie „W. T. B.“ meldet, der Mufikdirektor am Sonnabend Nachmittag gestorben. am 25. November 1837 in Prag geboren und lebte seit dem Jahre 1867 in München als Musikschriftsteller und spiter auch als Dirigent des im Jahre 1886 von ihm gegründeten „Porges'schen Gesangvereins“. Name durch eine Schrift über die Vorarbeiten zu den Bühnenfestspielen in Bayreuth im Jahre 1876.

Jagd. g

Morgen, Dienstag, findet Parforce⸗Jagd r

Mannigfaltiges. Berlin, den 19. November 1900.

Iea Monat Oktober sind in Berlin 282 Proben von Nahrungd⸗ und Geuußmitteln einer amtlichen Kontrole In 50 Fällen erfolgten betrafen: Mehl, Provenceröl, Chokolade, grünen Thee, Roth⸗ und Schinken, Wie zumeist, so wurden auch diesmal besonders Bufter Bezüglich der Butterproben wird kon⸗ statiert, daß sich als ein bedenkliches Mittel zur Verfälschung der Butter die sogenannte Schmelzmargarine einzuführen scheint. Zeit ist zwar die Anwerdung dieses Verfälschungsmittels noch relativ Verbreitung zu befürchten. Keinen Anlaß zu Beanstandungen gaben die auf kontrolierten, vom Auslande eingeführten Proben

Am Donnerstag, den 22. d. M., Abends 8 Uhr, fiadet im Neuen Könizglichen Opern.Theater des bereits angekündigte Wohlthätigkeitsfest zu Gunsten der Berliner stationen statt, dessen aus 19 Nummern bestehendes Programm außer Vorträgen von ersten Künstlern hiesiger Theater auch eine Spezialitäten⸗Vorstellung verspricht. 3 sind in den Zigarrengeschäften von Loͤser u. Wolff und Carl Martienzen sowie in den mit Plakaten versehenen Handlungen käuflich.

Der Berliner Hausfrauenverein wird am Mittwoch Nach⸗ mittag um 5 Uhr zur 18 der 28. Wiederkehr seines Stiftungstags, ertheilung von Prämien an Haus⸗ angestellte für langjährige Dienstzeit vornehmen. Die welche im Bürgersaale des Rathhauses stattfindet, wird Gesang eines Damenchors eingeleitet werden.

Zem Besten der Berliner Rettungszesellschaft findet im Dezember in den Räumen des Wintergartens eine Matinée statt, zu welcher mit Genehmigung der General⸗Intendantur der mehrere Bühnen ihre Mitwirkung zugefagt Ober⸗Regisseur des Königlichen Schauspielhauses, Herr Grube, sprechen.

Lustsviel in drei Auf⸗

Die Eintrittspreise erbeutet ho

Er war

gebäudes; das

verxwundet, ein begraben.

gibbon S. Mill.), Regensburg, welcher ihn selbst auf einem

Trägern stürzte in sich zusammen.

Hauptausschusses für Berlin und die Mark Branden⸗ Im Affenhause des Zoologischen Gartens ist ei Gibbon eingetroffen, der Slamang oder Nacktkehl⸗Gibhon (Fin sätne ein Geschenk des Brauereibesitzers Bergmuüller in

Sumatra

Jagdausflug in

E v 1 November. (W. T. B.) Beim Umbau des alten Rathbauses stürzte heute Abend die innere en bis zum vierten Stock aufgeführten Flügelbaues ein, infolge Nachschubs der im Abbau begriffenen Mauer des alten Haupt ganze Gemäuer sammt Gesimssteinen und eiserne

Ein Arbeiter wurde am Kaye

anderer, wie man befürchtet, unter den Trümnerg

Mauer des ber vermuthli

Jagdschloß Grunewald, der deutschf

widersetzen.

n Beanstandungen, die Milch, Eier, Butter, und Ungar⸗

anzubahnen. denaturierten

sowie

Zur

Grund der Ueberwachung des

Unfarll⸗

Eintrittskarten zum Preise von

Feier, mit Die Ansprache hält

Mitglieder der Königlichen (Fortsetzung

haben. Den Festprolog wird der

sagt: Das deutsche Volk wird sich jetzt Versuch, für Böhmen eine staatliche Seibständigkeit zu schaffen oder den Staat in Theile zu zerschlagen, auf das kr Die deutschfortschrittliche Partei ist überzeugf daß die gesetzliche Festsetzung der deutschen Spra Staatssprache und die nationale Scheidung die geeigneten Maßregeln sind, um geordnete Zustände im Lande und Staate

Nur einer solchen Regierung, welche gleichzeit die Freiheit und die rechtliche Entwickelung auf allen Gehieta des Staats⸗ und Volkslebens fördert, wird die deutsch⸗fortschrit⸗ liche Partei ihre dc Ftsenng leihen können. In der gestrigen Vertrauensmänner⸗Versammlung sind die Kandidaten der Partai aufgestellt worden.

London, 19. November. (W. T. B.) Wie der Timtz⸗ aus Peking vom 15. d. M. Li⸗Hung⸗Tschang mit, daß der Prinz Tuan, um sich in Sicherheit zu bringen, nach Ninghs Aus den südlichen Provinzen kämen beruhigendere Nachrichten

Nach einer Depesche des „Standard“ aus Washington ist dem Gesandten Conger in Peking gestern von der ameri⸗ kanischen Regierung Vollmacht ertheilt worden, darüber zu be⸗ finden, welche Bestrafungen der schuldigen chinesischen Beamten den Vereinigten Staaten genügen würden.

St. Petersburg, „Nowoje Wremja“ wird aus Wladiwostok vom 15. d. R. gemeldet: Auf der südlichen Strecke der mandschurischen Bahn haben die Chinesen die Bahn⸗ und die Telegraphen⸗ linie in einer Ausdehnung von 300 Werst zerstört; ale Stationsgebäude Lokomotiven und Wagen wurde beschädigt. verlust beträgt gegen 10 Millionen; Bahnlinie dürfte 5000 Rbl. pro Werst kosten.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene

Depeschen.

Prag, 19. November. (W. T. B.) Der Wahlaufruf Partei in Böhmen ba und künftighin jedem

ortschrittlichen

9. November.

wurden verbrannt; eine

des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten

*

Beilage.)

Wetterbericht vom 19. November 1900, 8 Uhr Vormittags.

Wind⸗

stärke,

Wind⸗ richtung

Name der Beobachtungs⸗ station

Wetter.

1

in Celsius.

Barometerst. Temveratur

S [a.00 u. Meeres⸗

niveau reduz.

—2

SW WSW ONO

Stornowav. Blacksod.. Shields.. Seihop.. Isle d'Aix . Iöö“ Vlissingen.. Helder.. Christiansund Skudesnaes. Skagen.. Kopenhagen. Karlstad... Stockholm. Wisby)..

Hayaranda .

Bortum.. Keitum.. mburg.. Swinemünde Rügenwalder⸗ münde... O Neufahrwasser ONOD Memel... NO Münster (Westf). 1 N annobver. ZE“ emnitz. 34,3 W Breslau.. W 11I1Iq“ 33,2 ONO

Frankfurt

(Main).. NNO 5 bedeckt Ka lsruhe.. NO 4 bedeckt SO 3 bedeckt

München..

Der höchste Luftdruck liegt über Nord⸗Europa, mit einem Maximum von über 777 mm in Mittel⸗ standinavien. Eine Devpression beherrscht Süd⸗ Europa. In Deutschland ist dao Wetter kälter und meist trübe, im Norden bei lebhaften Nordost⸗

winden. Kühleres, im Norden aur W wohreschetrdich m rden aufklarendes Wetter Deutsche Seewarte.

5 wolkig

bedeckt 3 wolkig

2 Saü S.81S —22

bedeckt wolkig dedeckt halb bed. bedeckt

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Theater.

haus. 247. Vorstellung. Der Evangelimann. Musikalisches Schauspiel in 2 Fhescnb, na einer von Dr. Leopold Florian Meißner erzählten wahren Begebenheit, von Wilhelm Kienzl. Vergiß⸗

meinnicht. Tanzmäcchen in 1 Akt (3 Bildern) von Heinrich Regel und Otiwo Thieme. Musit von Richard Goldberger. Anfang 7 ½ Uhr.

Schauspielhaus. 261. Vorstellung. Der wilde Reutlingen. Lust piel in 4 Aufzügen nach dem Roman von Hans Werder, von Gustav von Moser und von Thilo von Trotha. Anfang 7 ½ Uhr.

Neues Opern⸗Theater. Die Fledermaus. Komische Operette mit Tant in 3 Akten von Meilhac und Halésy. Bearbeitet von C. Haffner und Richard Genée. Musik von Johann Strauß. Tanz von Emil Graeb. Anfang 7 ½ Uhr.

Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr: Opernhaus: Konzert des Königlichen Opernchors. 1) Ein deutsches Requiem für Soli, Chor und Orchester von J. Brahms. 2) Recitativ und Arie (Alle Thale ꝛc.) für Tenor aus „Messias“ von Händel. 3) Parsifal (1. At Verwandlung) für Soli, Chor und Orchester von R. Wagner. Unter Leitung des Königlichen Kapellmeisters Herrn Dr. Muck und aütiger Mitwirkung der Königlichen Sängerinnen Frau Gradl und Fräulein Rothauser, der Königlichen Sänger Herren Hoffmann, Knüpfer, Sommer, Berger und Krasa und der Königlichen Kapelle. Mittags 12 Uhr: Oeffeutliche Hauptprobe. Der Billetverkuf findet täglich von 9 bis 6 Uhr bei Bote u. Bock, Leipzigerstr. 37, zu den üblichen ““ statt. Aufgeld wied nicht er⸗ oben.

Schau spielhaus: Geschlossen.

Neues Opern⸗Theater: Geschlossen.

montag. Anfang 7 ½ Uhr. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Die Macht der Finsterniß. Freitag: Rosenmontag. 35 * Berliner Theater. Dienstag: Die strengen Herren. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Die strengen Herren.

Schiller Theater. Dienstag, Abends 8 Uhr: Die Welt, in der man sich langweilt. Lustspiel in 3 Aufzügen von Eduard Pailleron. Deutsch von A. Tuthen und Carl Friedrich Wittmann.

Mittwoch (Bußtag): Geschlossen.

Donnerstag, Abends 8 Uhr: Faust, zweiter Theil. (Erster Abend: Das Reich der Mütter.) uu“

Theater des Westens. Dienstag: 12. Abonne⸗ ments⸗Vorstellung. 1. Gastspiel von Franceschina Prevosti. La Trariata.

Mittwoch (Bußt a): Maria Magdalena. Geistliches Drama Musik von Jules Massenet.

Donnerstag: Undine.

Freitag: 12. Abonnemonts⸗Vorstellung. Gastspiel von V. Arimonzi und G. Rawner. Die Jüdin.

Lessing⸗Theater. Dienstag: Johannisfeuer. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Johannisfeuer.

Neues Theater. (Direktion: Nuscha Butze.) Dienstag: Die Liebesprobe. Schwaok in 3 Akten ö von Trotha und Jul. Freund. Anfang

r.

Mittwoch: Geschloffen.

Donnerstag und folgende Tage: probe.

Sonntag Abend: Gerda Mohr. 4 Akten von Franz Koppel⸗Elfeld.

Die Liebes⸗ Schauspiel in

Residenz⸗-Theater. Diekticn: Siamund Lauten⸗ burg. Dienstag: Die Dame von Maxim. (La dame de chez Maxim) Schwank in 3 Akten von Georges Feydeau. Uebersetzt und bearbeitet von Benno Jacobson. In Scene gesetzt von Sigmund Lautenburg. Anfang 7 ½ Uhr.

Mittwoch: Geschlossen.

Donnerstag und folgende Tage: Die Dame von Maxim.

Sonntag Abend: Einmalige Aufführung von Fernande. Schauspiel in 4 Akten von Sardou.

Seresstonsbühne. Alexanderplatz 40. Diens⸗ tag. Die Bildschaitzer. Taheim. Der

är. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Die Bildschnitzer. Der Bär. 8 ö“ 111“ 8 8

Thalia-Theuter. Dienstag: Der Liebes⸗ schlüssel. Große Ausstattungbpofse mit Gesang und Tanz in 3 Akten von Jean Kren und Alfred Mafen. Musik von Max Schmidt. Anfang

r.

Mittwoch: Oratorium „Paulus“.

Donnerstag, Freitag und Sonnabend: Der Liebes⸗ schlüssel.

Todten⸗Sonntag: Gastspiel des Residenz⸗Theaters. Jüugend.

Montag: Zum ersten Male: Amor von heute. Große Ausstattungs⸗Posse mit Gesang und Tanz.

Daheim.

Bentral⸗Theater. Dienstag: Der Braut⸗ vater. Gesangsyosse in 3 Akten von Adalf Rosoöe. Musik von Heinrich Platzbecker. Anfang 7 ½ Uhr.

Mittwoch (Bußtag): Geschlossen.

Donnerstag und folgende Tage: Der Braut:.

vater.

Sonntag (Todten⸗Sonntag), Abends 7 ½ Uhr: Die 8

Glocken von Corneville.

Konzerte.

Sing⸗Akademie. Dienstag, Anfang 8 Uhr: Konzert vom Instrumental⸗Treio der Damen

Auguste Götz Lehmann, Elsa Barkvwoska und Adelina Metzdorf.

Saal Bechstein. Dienstag, Anfang 71 nh. II. Abonnement⸗Konzert Abend) des „Holländischen Triv“. Mitwirkung: Magde von Dulong.

Beethoven⸗Saal. Dienstag, Anfang 8 Ulhr Lieder⸗Abend von Ida Ekman aus Helsinzforz.

Römischer Hof, Konzertsanl. Dienttn Anfang 8 Uhr: Konzert von Tony Vüttget (Gesang), unter gerölliger Mitwirkung des Fräulen Helene Obronska (Klavier).

Birkus Schumann. Dienstag, Abends präüst 7 ½ Uhr: Gala⸗Abend mit brillantem Pregromn. Uu. A.: Auftreten der Schulreiterin Mle⸗ Adrieune. Löwen⸗Baron. Direktor Albet Schumann's anerkannt unerreächt dostehende Orizincl Dressuren. Brothers Ninaldi. Mlle. Antoinette Mr. Lloyd. Um 9 ½ Uhr: China. Das sensatd⸗ nellste und größte Mandgen⸗Ausstattungestüc vit wunderbaren Wasser⸗ und Licht⸗Effekten. Bilder aus der Gegenwart in 3 Abtheilungen. I. N0. tbeilung: Die Unseren in Kiautschou J1. Abtheilim⸗ Aufftand der Boxer. Krieg. III. Abthettun. Die Verbündeten vor Taku. Peking. Neue Ghe jage: Erstürmung der 20 Fuß hohen glaßter ere Mauer. Hissung der deutsche

agge.

Mittwoch: Des Bußtags wegen keine Vorstellun

Donnerstag, Abends 7 ½ Uhr: Große Ver⸗

stellung. 1

—EE,

Familien⸗Machrichten.

Verlobt: Frl. Annica Lindpaintner wit gan Hauptmann Gebbard von Alvensleben (Minche Berlin). Feniun

Verehelicht: Hr. Leutnant Leopold von Wienn mit Frl. Emma Deinhard (Deidesheim) h Hauptmann Horst von Tettenborn mit Fil Bm von Veltheim (Dresden). Bittr

(Berlin). Hr. Oberst z. D. Gustav Zuf (Truppen⸗Uebungeplatz Hammerstein), aUüzut⸗ Auguste von Hanstein (Cassel). Fr Palb) von Falken⸗Placheck, geb. von Bomsdorff (

Verantwortlicher Redaktenr. Direktor Siemenroth in Berlin⸗

b in, Verlag der Expedition (Scholt) in Stal 9 Pruck der Norddeutschen Buchdruckerei ung 23. Anstalt, Berlin S., Wilbelmstraße R⸗⸗ 88 Zehn Beilagen I. (einschließlich Börsen⸗Beilage). 6

obates

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telegraphiert wird, theilee

iahsien geflohen sei.

(W. T. B.) Der

große Anzahl Der Gesammt⸗ die Ausbesserung der

Gesorben: Hr. Oberleutnant Conrad von s

die Straßeneingänge nicht

Erste Beilage

Anzeiger und Königlich Preußische

Berlin, Montag, den 19. November

Nichtamtliches.

1

Bericht des Kaiserlichen Legationsraths von Below

an den Kaiserlichen Gesandten Dr. Mumm von Schwarzenstein über den Mörder des Freiherrn von Ketteler. 8 3

Frlanen. Peking, den 25. September 1900.

Durch einen Zufall ist es gelungen, den Mörder Baron Ketteler's festzunehmen.

Am 6. d. M. bot ein Chinese dem Oberst Shiba, Führer des japanischen Detachements während der Belagerungszeit, eine silberne Uhr zum Kauf an, die mit Wappen und Namenszug des Verstorbenen geschmückt war. Oberst ließ sogleich nachforschen, woher die Uhr stamme, und die Spuren führten alsbald auf den Mandschu⸗Soldaten, der am 20. Juni den tödtlichen Schuß auf Freiherrn von Kelteler abgegeben. Derselbe leugnete keinen Augenblick seine Thäterschaft. Am unmittelbar vor der Abreise Frau von Ketteler's, übergab mir Oberst Shiba die Uhr, und ich bat ihn um die Auslieferung des Verbrechers, der in das Lager des See⸗Bataillons in sicheres Gewahrsam gebracht wurde. Hier erfolgte seine Ver⸗ nehmung durch den Zweiten Dolmetscher der Kaiserlichen Gesandtschaft, Herrn Cordes, zunächst am 8., zuletzt am 21. d. M., und beehre ich mich Abschrift der hierüber auf⸗ genommenen beiden Protokolle in der Anlage gehorsamst zu überreichen.

An der Richtigkeit der Aussagen En⸗hai's ist nicht zu zweifeln. Im Gefühl, als Soldat auf höheren Befehl ge⸗ handelt und seine Schuldigkeit gethan zu haben, hat er sich freimüthig als Mörder bekannt, nicht um Gnade gefleht, sondern nur gebeten, da er doch sterben müsse, die Exekution möglichst zu beschleunigen. Wer der „Prinz“ gewesen ist, der den Befehl zum Erschießen der Fremden gegeben hat, scheint En⸗hai wirklich nicht zu wissen, was bei seiner untergeordneten militärischen Stellung kaum wunderbar erscheinen dürfte.

von Below. An den Kaiserlichen Gesandten Herrn Dr. Mumm. von Schwarzenstein.

Peking, den 8. September 1900. ö1M

Vorgeführt aus Haft: En⸗hai, 52 Jahre, Mandschu, schlichtes weißes Banner, 6. Rangknopf, blaue Feder (sog. kleine Feder), gehört zum mittleren Infanterielager des Shen chi Ying, auch genannt Ting tze Tui.

Unser Lager⸗Hauptmann (Ying tsung) heißt Fu⸗ liang. Schreiben kann ich nicht. Der Befehl war am Tage vorher (19. Juni) gegen Abend vor dem Dunkelwerden vom Prinzen, weiß nicht von welchem, gekommen: „Es ist Krieg; wenn ihr Fremde seht, schießt sie nieder.“ Ich führte daraufhin auf Befehl des Ningtsung 30 Mann von unserem Lager auf dem Shuaifu Juan'rh nach dem Platze, wo die Shuaifu Juan'rh Hutung in die Hatamen⸗Straße mündet. Wir standen an der Polizeistation. Ich habe den ersten Schuß auf den Gesandten in der Sänfte abgeschossen. Als wir dann in die Sänfte hineinsahen, war der darin auf dem Sitze hintenübergefallene Gesandte todt. Er ist nicht weiter verwundet.

gez. Cordes, komm. Zivilpräfekt von Deutsch⸗Peking.

Anlage 1.

. Peking, den 21. September 1900. G Protokoll.

Vorgeführt aus Haft: En⸗hai, der Mandschu⸗Soldat, pelcher den Todesschuß auf Freiherrn von Ketteler abgab. Er bestätigt seine Angaben vom 8. September, auch sein Ge⸗ ständniß; er sagt weiter aus: Mein Truppentheil heißt mit vollem Namen „Wei ting chih shéng, Pu tui Chung⸗ying“, und wird gewöhnlich Ting tze Tui genannt. Wir waren seit zwei Jahren mit Mausergewehren bewaffnet. Unser Yingtsung Fu⸗liang hatte den 4. Rang. Das Shenchi Iing⸗ Korps, dem wir angehörten, hat sich am 14. August Nachts aufgelöst. Die Leute haben sich in alle vier Winde zerstreut und theils ihre Waffen ins Lager geworfen, theils sie mit⸗ genommen. Ich warf mein Gewehr ins Lager und ging nach meiner Wohnung in der Ché⸗ nien⸗ tien Hutung am Anting hen. Dort habe ich, obwohl die japanischen Soldaten den Stadttheil schon besetzt hatten, ruhig gelebt, bis mich die Uhr des Gesandten verrathen hat. Am 6. September haben mich die Japaner in meiner Wohnung festgenommen. Ich bitte, da ich doch sterben muß, die Exe⸗ kution möglichst zu beschleunigen.

Am 19. Juni, Mittags gegen 1 Uhr, kam der Befehl vom Prinzen, die Straßenecken zu besetzen. Ich bezog mit 30 Mann die Ecke der Shuaifu Hutung. Andere Ab⸗ theilungen von uns bezogen die nächsten Straßenecken nördlich von uns. Südlich von der Shuaifu⸗Hutung waren mehr besetzt. Nachmittags zwischen

11“ 8 11“

4 und 5 Uhr wurde mir der Befehl des Prinzen bekannt gegeben: „Wenn Fremde euch zu Gesicht kommen, so schießt sie nieder.“ An dem Nachmittage habe ich keinen Fremden mehr vorüberkommen gesehen. Wenn Sie, Herr Präfekt, kurz nach 4 Uhr dort vorübergekommen sind, ohne daß auf Sie geschossen ist, so ist der Befehl in dem Moment noch nicht zu uns gedrungen gewesen. Wäre dies der Fall gewesen, so würde auf Sie geschossen sein.

Ich weiß wirklich nicht, welcher von den Prinzen den Befehl gegeben hat. Prinz Ching war unser Höchstkomman⸗ dierender und Prinz Tuan war der Chef des Hu shen Ying⸗ Korps.

Als der Befehl zu mir kam er wurde mir nur mündlich übermittelt —, war ich erst zweifelhaft. Ich ging deshalb noch einmal in das nahe gelegene Lager zurück und ließ mir vom Kommandanten Fuliang die Echtheit der Nach⸗ richt bestätigen. Dann ging ich auf meinen Posten zurück.

In der Nacht ist kein weiterer Befehl mir zugekommen. Auch am nächsten Morgen habe ich keine weitere Weisung er⸗ halten. Es ist uns nicht besonders befohlen worden, auf einen Gesandten oder gar auf den deutschen Gesandten zu schießen, sondern es hieß in dem Befehl nur: „schießt auf Fremde!“

Als wir am 20. Juni Morgens die beiden Sänften vom Süden heraufkommen sahen, machten wir unsere Gewehre fertig und stellten uns auf. Wir nahmen eigentlich keine ordentliche Stellung ein. Ich stand allein ein wenig nach Norden heraus und nahm die vorderste Sänfte auf mich. Meine Leute standen weiter nach Süden. In dem Polizei⸗ hause standen wir nicht. Wir gingen wohl hinein, um unsere Pfeifen anzustecken, und plauderten mit den Polizisten. Die letzteren wußten auch, daß auf Fremde geschossen werden sollte.

Ich schoß den ersten Schuß und gab meinen Leuten das Zeichen zum Feuern.

Als Sie, Herr Präfekt, sich nach der Shih Tajen⸗Hutung fortschleppten, habe ich meinen Leuten verboten, Sie weiter zu verfolgen, weil wir Befehl hatten, die Straßenecke besetzt zu halten, und dieselbe nicht verlassen durften. Ob Lanzenträger hinter Ihnen hergelaufen sind, weiß ich nicht.

Als ich geschossen hatte, hat der Gesandte noch eine Patrone aus einem Revolver abgefeuert. Ich habe den Knall nicht gehört, wohl aber die Kugel pfeifen gehört. Der Gesandte hat auch noch etwas gesagt, was ich aber nicht verstanden habe. Dann ist er sofort hintenüber gefallen und todt gewesen. Der Revolver lag, als wir die Sänfte entzwei rissen, auf dem Fußboden derselben. Es war ein Fünflader, und es fehlte eine Patrone. Ich habe den Revolver an mich genommen und ihn an den Kommandanten für die Lager⸗ kammer abgeliefert. Als die Leiche in die Shuaifu⸗Hutung geschleppt wurde, lugte die Uhr aus der Tasche heraus. Es nahm sie jemand heraus, und ich bat sie mir aus. Ob der Leiche noch andere Sachen abgenommen wurden, kann ich nicht sagen.

Meine Leute schleppten sie in die Gasse, und ich habe mich persönlich nicht weiter darum gekümmert. Ich habe aber die Leiche, welche an der Stelle, wo die Shuaifu⸗Hutung nach Norden abbiegt, hingelegt wurde, noch bewachen lassen. Wir legten sie dorthin, weil wir sie den Blicken der als wild bekannten Tungfu⸗hsiang'schen Soldaten entziehen wollten. Es ist der Leiche weiter nichts geschehen. Auch die Kleider sind ihr nicht ausgezogen worden.

Als die Schüsse auf die Sänften gefallen waren, strömten eine Menge Soldaten von allen Seiten aus den nächsten Lagern herbei, Infanterie und Reiter, auch Tungfu⸗hsiang'sche Soldaten, welche westlich von uns lagen. Als dann die fremden Soldaten (Soden’sche Patrouille) kamen, schossen sie alle mit. Wir waren wohl 70 Mann stark. Die fremden Soldaten zogen sich zurück.

In der folgenden Nacht wurde ich von meinem Posten abgelöst. Die Leiche wurde aber auf besonderen Befehl unseres General⸗Kommandeurs, Bannergenerals (Fu⸗tu⸗tung) Su⸗lu⸗tai

durch einen Posten weiter bewacht.

Ich habe später gehört, daß sie begraben sei. gez.: H. Cordes.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Abgg. Graf von Kanitz, von Kardorff, Dr. Lieber (Montabaur) und Münch⸗Ferber haben im Reichstage den Antrag eingebracht, der Reichstag wolle be⸗ schließen, dem folgenden Gesetzentwurf die verfassungsmäßige Zustimmung zu geben:

Gesetz zur Abänderung des Zolltarifgesetzes vom 15. Juli 1879. Einziger Artikel.

Der § 6¹) des Zolltarifgesetzes vom 15. Juli

folgende Fassung:

¹) Der § 6 des Zolltarifgesetzes vom 15. Juli 1879 in der durch Gesetz vom 18. Mai 1895 festgesetzten Fassung lautet:

1879 erhält

ollpfl chtige Waaren, welch: aus Staaten herstammen, welche 8n8. Schiffe oder deutsche Waaren ungünstiger behandeln als

1““

Von zollpflichtigen Waaren, welche aus Staaten herstammen, in welchen deutsche Waaren der Verzollung nach dem Werthe unterworfen sind, können insoweit nicht Vertragsbestimmungen entgegensteben an Stelle der tarifmäßigen Eingangsabgaben Werthzölle erhoben werden. Zu diesem Behuse sind dfe tarif⸗ mäßigen Eingangsabgaben auf Hunderttheile der vom Statjftischen Amt jährlich festzustellenden und zu veröffentlichenden Waarenwerthe umzurechnen Uebersteigt der von der Zollbehörde zu schätzende Werth einer eingeführten Waare den vorstehend angenommenen so ist dieser höhere Werth der Verzollung zu Grunde zu legen.

Zollpflichtige Waaren, welche aus Staaten herstammen, welche deutsche Schiffe oder deutsche Waaren ungünstiger behandeln als diejenigen anderer Staaten, können, soweit nicht Vertragsbestim⸗ mungen entgegenstehen, mit einem Zuschlage bis zu 200 % des Betrages des tarifmäßigen Eingangszolls bezw. des Werthzolls beleat werden. Tarifmäßig zollfreie Waaren können unter der gleichen Voraussetzung der Entrichtung eines Zolls in Höhe bis zu 40 % des Werths unterworfen werden. EE

Die Erhebung von Werthzöllen oder Zollzuschlägen; wird nach erfolgter Zustimmung des Bundesraths durch Kaiserliche Verordnung angeordnet. 8 8 8

Diese Anordnung ist dem Reichstage 88 oder, wenn der selbe nicht versammelt ist, bei seinem naͤchsten Zusammenteitt mit⸗ zutheilen. Dieselbe ist außer Kraft zu setzen, wenn der Reichstag seine Zustimmung nicht ertheilt.

Bargmann und Gen. ist im Reichs⸗ tage der Antrag eingebracht worden, der Reichstag wolle beschließen, dem nachstehenden Gesetzentwurfe, betreffend di eingetragenen Berufsvereine, die verfassungsmäßig Zustimmung zu ertheilen.

1. Allgemeine Vorschriften.

Von den Abgg.

Ein Verein, welcher grung un 1 interessea und die Unterstützung seiner Mitglieder bezweckt, eines „eingetragenen Berufsvereins“ nach Maßgabe diese esetzes.

§ 2.

Ein Verein der im § 1 bezeichneten Art erlangt Rechts⸗ fähigkeit durch Eintragung in das Vereinsregister des zuständigen Amtsgerichts.

Die Eintragung eines Berufsvereins in das Vereinsregister ha dem Amtsgericht zu geschehen, in dessen Bezirk der Verein seine Sitz hat. 8

Als Sitz eines Vereins gilt, wenn nicht ein Anderes bestimmt ist, der Ort, an welchem die v geführt wird.

§

Die Verfassung den nachfolgenden Vorschriften beruht, bestimmt. 8

1““ § 5. Die Satzung muß den Zweck, den Namen und den Sitz de Vereins enthalten und ergeben, daß der Verein eingetragen werden soll. Der Name soll sich von den Namen der an demselben Ort oder in derselben Gemeinde bestehenden eingetragenen Vereine deutlich unterscheiden. 1

§ 6.

Die Satzung soll Bestimmungen enthalten: 86

1) über den Eintritt und Austritt der Mitglieder;

2) darüber, ob und welche Beiträge von den Mitgliedern zu leisten sind; 1

3) über die Bildung des Vorstands;

4) über die Voraussetzungen, unter denen die Mitgliederversamm⸗ lung zu berufen ist, über die Form der Berufung und über die Be⸗ urkundung der Beschlüsse.

Der Verein muß einen Vorstand haben. Der Vorstand kann aus mehreren Personen bestehen. 1 —1

Der Vorstand vertritt den Verein gerichtlich und außergerichtlich; er hat die Stellung eines gesetzlichen Vertreters. Der Umfang seiner Vertretungsmacht kann durch die Satzung mit Wirkung gegen Drit beschränkt werden.

§ 8.

Die Bestellung des Vorstandes erfolgt durch Beschluß der Mit⸗ gliederversammlung. .

Die Bestellung ist jederzeit widerruflich, unbeschadet des Anspruchs auf die vertragsmäßige Vergütung. Die Widerrullichkeit kann durch die Satzung auf den Fall beschränkt werden, daß ein wichtiger Grund für den Widerruf vorliegt; ein solcher Grund ist insbesondere grobe Pflichtverletzung oder Unfähigkeit zur ordnungsmäßigen Geschäfts⸗ führung.

8 Agf die Geschäftsführung des Vorstandes finden die für den Auftrag geltenden Vorschriften der §§ 664 bis 670 des Bürgerlichen Gesetzbuchs entsprechende

Besteht der Vorstand aus mehreren Personen, so erfolgt die Beschlußfassung nach den für die Beschlüsse der Mitglieder des Ver⸗ eins geltenden Vorschriften. 18

Ist eine Willenserklärung dem Vereine gegenüber abzugeben, so genügt die Abgabe gegenüber 8. des Vorstands.

Soweit die erforderlichen Mitglieder des Vorstands fehlen, sind sie in dringenden Fällen für die Zeit bis zur Hebung des Mangels auf Antrag eines Betheiligten von dem Amtsgerichte zu bestellen, in dessen Bezirk der Verein setnen n hat.

Durch die Satzung kann bestimmt werden, x5. neben dem Vor⸗ stand für gewisse Geschäfte besondere Vertreter zu bestellen sind. Die Vertretungsmacht eines solchen Vertreters erstreckt sich im Zweifel auf alle Rechtsgeschäfte, die der ihm zugewiesene Geschäftskreis gewöhnlich

it bringt. mit sich g § 12

Der Verein ist für den Schaden verantwortlich, den der Vorstand, ein Mitglied des Vorstands oder ein anderer verfassungsmäßig be⸗

eines Berufsvereins wird, soweit sie nicht au durch die Vereinssatzung

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diejenigen anderer Staaten, können, soweit nicht Vertragsbestim⸗ mungen entgegenstehen, mit einem Zuschlage bis zu 100 % des Betrages der tarifmäßigen Eingangsabgabe belegt werden. Tarif⸗ mäßig zollfreie Waaren können unter der gleichen Voraussetzung der Entrichtung eines Zolls in Höhe bis zu 20 % des Werths unterworfen werden.

Die Erhebung eines solchen Zuschlags bezw. Zolls wird nach erfolgter Zustimmung des Bundesraths durch Kaiserliche Verordnung angeordnet.

1 Diese Anordnung ist dem Reichstage sofort, oder, wenn derselbe nicht versammelt ist, bei seinem nächsten Zusammentritte mitzu⸗ theilen. Dieselbe ist außer Kraft zu setzen, wenn der Reichstag seine

ustimmung nicht ertheilt.