1900 / 278 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 22 Nov 1900 18:00:01 GMT) scan diff

rechten Ausdruck. Besonders ansprechend sang sie „An der Szeszuppe“ (Text von Johanna Ambrosians).

Am Sonnabend gab Fräulein Marie Geselschap im Beethoven⸗Saal ein Konzert mit dem Philharmonischen

Orchester. Die bier bereits bekannte Klavierspielerin hatte drei oroße Werke auf das Programm gesetzt:

das Konzert in D-moll von Bach, eine Phantasie über Morive aus den „Rutnen von Athen’“ von Beethoven⸗Lisit und das A-dur-Konzert von Liszt. Die Künstlerin be⸗ wältigte die vielen vorhandenen Schwierigkeiten mit der ihr eigenen großen Sicherheit und Virtuosität. Der Gegensatz zwischen dem kontra⸗ punktlich überaus fein ausgesponnenen Konzert von Bach und den erschütternden, kriegerischen Marschmotiven von Beethoven, von dem großen Transskriptor Lisit in ein glänzendes, modernes Gewand ge⸗ kleidet, konnte stärker kaum gedacht werden. Die zahlreich versammelte Zuhörerschaft spendete daher besonders nach der zweiten Konzert⸗ nummer und dem reiwollen, überaus melodiösen Liszt'schen Klavier⸗

konzert reichen Beifall.

Die Matinée zu Gunsten der Unterstützungskassen des Vereins „Berliner Presse“, in der u. a. das Mimodrama „La main“ unter perfönlicher Leitung des eigens aus Paris einge⸗ troffenen Komponisten Berényi zur ersten Aufführung gelangen wird, findet am 2. Dezember, Mittags 12 Uhr, nicht, wie zuerst angekündigt war, im Köntglichen Schauspielhause, sondern im Königlichen

ernbause statt. 1 8 r vn9 b Leonoren“, Lustspiel in pier Akten von Paul Lindau, wird im Berliner Theater am nächsten Dienstag zum ersten

ale gegeben werden. G 86 8— Vittorino Arimondi, der Bassist des Ensembles der Sembrich⸗ Oper, den die Direktion des Theaters des Westens für einige Abende als Gast gewonnen hat, wird in Gemeiaschaft mit dem Tenoristen Herrn Rawner morgen in der Oper „Die Jüdin“ zum erften Male auftreten⸗

Frau Ruscha Butze, die Direktorin des Neuen Theaters, hat mit dem Direktor der Sezessionsbühne, Herrn Paul Martin einen Sozietätsvertrag abgeschlossen, demmfolge mit de Beginn der nächsten Spielzeit, 1. September 1901, das Neue Theater auf Grund eines zu entwerfenden literarischen Programms von den beiden Genannten gemeinsam geleitet werden soll.

Die literarisch⸗dramatische Abtheilung der Berliner Finkenschaft wird Anfang Dezember mit der Aufführung von Eberhard König's Tragödie „Klytaimnestra“ an die Oeffent⸗ lichkeit treten. Das Drama behandelt den bekannten antiken Stoff von neuen Gesichtspunkten aus. Die Hauptrollen sollen durch erste Bi nenkräfte besetzt werde

Morgen, Freitag, findet Königliche Parforce⸗Jagd statt. Frelldichein: 12 ¾ Uhr Jagdschloß Gernewwald, 1 ¼ Uhr am Saugarten.

8 Mannigfaltiges.

Berlin, den 22. November 1900. 1

Der unter dem Allerhöchsten Protektorat Seiner Maj stät des Kalsers und Königs wirkende Verein zur Besserung der Strafgefangenen in Berlin hält morgen, Freitag, Abends 7 Uhr, im Bürgersaale des Rathhauses seine diesjährige General⸗ versammlunzg ab. Alle sich für die Vereinsbestrebungen Interessie⸗ renden, auch Damen, sind freundlichst eingeladen. Ansprachen werden halten: der Wirkliche Geheime Ober⸗Justizrath Dr. Starke und der Strafanstalts⸗Direktor, Major a. D. Zilligus. Der Geheime Oder⸗Regicrungsrath von Massow wird über „Die Vagabondage, insbesondere der Jugendlichen, und deren Bekämpfung, unter besonderer Berücksichtigung des Gesetzes über die Fürsorge⸗ erziehung Minderjähriger vom 2. Juli 1900“, Fräaͤulein Marie Mellien über „Die Gefangenenfürsorge und die Frauen“ sprechen.

vom Rothen Kreuz

die Bezeichnung „Berliner Kreuz“ zu führen.

das Königliche

Tage des Oktober brachten, fand wieder gegen Monatsschluß niedrigste Temperatur beobachtet, Gefrierpunkte lag. außerordentlich warm war

ist. Nur die

menge gefallen trocken;

burg hatten es zu allgemein die Zahl der 88”8 Um die Mitte des vereinzelt im östlichen auf den höberen Theilen des

des Windes nach Nordwesten. wieder, da ein neues Minimum

Witterunz in Norddeutschland ungün

Temperatur hervor. N. Anticvelone, die nördlich⸗

Temperatursturz verursachte; mangel 3 °. In der da im Norden vorüberziehende licher Herkunft, Regenfälle

Schnee herbelführten.

Winde

ab bis zum 26. langsam über und vorwiegend südliche wärmer. Nordwesten her nach und

Gewitter und Regengüsse, stattfinden konnte.

Ueber die Witterung im Monat Oktober 1900 berichtet Pncg Meteorologische Institut auf Grund der

I des: Der schöne Nachsommer, EEETTF mit dem 10. sein Ende; denn schon

am 11. sank die Temperatur unter den Durchschnitt, den sie erst erreichte.

Da, jedoch die erste einzelne Tage so übertraf das Wase. ährigen Durchschnitt, wenn auch nur . . säbrigenn sha wiesen einen Ueberschuß auf, der an der Küste und im Westen besonders groß war, da bi Age. die doppelte Normal⸗ rovinzen

doch ist auch bei ihnen wie soast Niedeeschlagstage eit Monats fiel aaf den Eezirgen und Tieflande 8 b Ricsesesbbecee eine mäßige bis Monatsschluß anhaltende Schneedecke p feeeae g 8,182 bereits am Ende September mit südlichen Winden warmes Wetter veranlaßt hatte, 2 langsam ostwärts vor und bewirtte dadurch eine allmähliche Drehung Infolge dessen sandk

übernormale Temperatur um den 4 rasch, hob sich jedoch schon vom 5. ab im 1 südliche Win c Dieses Minimum zog im Norden voruüber, ohne die S1ii Nreezf. sig zu beeinflussen, da sich hier ein Hochdruckgebiet von Südwesten her ausgebreitet hatte. 88 dee Sonnenstrahlung rief bis zum 10. eine starke Zunahme der Nun aber erschien am 11. im Westen eine neue

denn schon am 12. beirug der Wärme⸗ Folgezeit trat noch eine weitere Abkühlung ein, Depressionen kalte . und zeitweise auch Gewitter sowie 858. ö“ blieb

esten hoher Luftoruck einstellte. Mittel⸗Europa nach Osten wanderte Winde veranlaßte, wu Am 26. rückte aber dem Hochdruckgebiet ein brachte zwar auch jetzt

Monatsschluß südliche Luftströmung, . sodaß eine weitere Erwärmung nicht mehr

Darmstadt.

De 8 . tektorat Ihrer Kalser⸗ .. lichen aa Segt er Nea⸗tte bcherde dr dac., 7 [sftürzte in der Inselstraße ein Neubau ein; fünf hat laut Reskript

s iner Oeganisation angegliedert und dieselben ermächtigt, Unfallstationen seiner Organis ngeftsnetimen

Preußischen Landesvereins vom 20. d.

vom Ro then letzungen davon. angestellten

den uns die ersten New

Um den 22. wurde die meist etwas unter dem Dekade des Oktober sogar um mehr fast allenthalben den viel⸗

bis zu einem Grad. Auch die

die Tennessee und

YVork, 21. November. T. hat ein Cyelon die Stadt Columbia im Staate Tennessee heim⸗ gesucht und die im

dem „Reuter'schen Burcau“ au Mississivvi gemeldet wird, hat das Unwetter

auch in zahlreichen anderen Otten Verwüstungen angerichtet. einer Depesche aus Memphis sollen sonen ums Leben gekommen sein.

22. November. (W. T. B.) eute Vormittag ersonen wurden

M. die Berliner schwer, eine leicht verletzt. —t

Sofia, 21. November. (W. T. B.) Auf der neuen Eisen⸗ bahnlinie Rustschuk Tirnowo ist ein gleist. Ein Offizier wurde getödtet, neun

ersonenzu . Relelee annn Ie

(W. T. B.) Am Monatag Abend

Nordwesten gelegenen Stadttheile vernichtet. Wie aus mehreren Städten der Staaten

N in Tennessee etwa 50

Posen und Branden⸗ eine beträchtliche ge⸗

Schnee, der aber lediglich Vormittag ländische

Hafen ein

hervorrief. Die Depression rückte zu Anfang Oktober

die zuerst stark nommen,

Es kiarte auf, 2 darte auf, „Hoch

und damit einen beträchtlichen

Winde nordwest⸗ auch niedrig, als sich Rückkehr von Erst als dieser vom 23.

wurde es wieder etwas Minimum von noch bis zum doch zugleich bet trübem Himmel

12 Offiziere,

Köln, 20. November. versammlung des Deutschen (vgl. Nr. 277, d. Bl.) erstattete

sodann

eine Knabenschule errichtet werden

gebracht worden sei.

überwiesen werden.

Heene

(W. Vereins vom heiligen Lande

Bericht über die Gesammtlage des der Erwerbung des großen Jerusalem, auf welchem ein großes

Danke Ausdruck, den man Seiner Maje werthvpolle Gabe schulde. Weiterhin theilte derselbe mit, daß bis jetzt eine Summe von 750 000 durch die deutschen Katholiken auf⸗ Die Kirche mit den neben ihr zu errichtenden Klosterbaulichketten solle den deutschen

und Administration, unter Wahrung der

„Reuter'schen

In der General⸗ 18. d. M.

T. G der Landrath a. D. Janssen Vereins. Der Redner gedachte Platzes am Damaskusthore in osptz, ein Lehrer⸗Seminar und ollen, und gab dem innigsten

stät dem Kaiser für diese

Benediktinern zur Pastoration Eigenthumsrechte des Vereins,

Nach Schluß der Redaktion

Marseille, 22. November. (W. T. B.) kurz Kriegsschiff und gab einen Salut von 21 Schuß ab, welcher von der Hafen⸗Batterie 1 Landungsplatze hatte das Empfangecomité Aufstellung ge⸗ gegenüber dem Fetene hice vereine mit ihren Fahnen aufgestellt; im Hafen umschwärmten zahlreiche Boote die „Gelderland“, aus der Volksmenge er⸗ tönten von Zeit zu Zeit die Rufe „Ez lebe Krüger!“, die Buren!“. an Bord die Mitgli eder der Burenmission und den Gesandten Dr. Leyds und hatte mit diesem eine Berathung. Die Landung des Präsidenten wird gegen Mittag erfolgen.

St. Petersburg, 22. November. „Russische Invalide“

brigade aus Ost⸗Asien begonnen habe. hätten auf dem französischen Dampfer 4 Beamte Bataillon 13. Schützen⸗Regiments, sowie iziere und 1 Soldaten der ersten Batterie 4. Schützen⸗Artillerie Division von Port Arthur aus die Heimreise angetreten; am 18. No⸗ vember hätten sich an übrigen Theile der genannten Truppenkörper eingeschifft.

Bloemfontein,

eine Nieder lage Kommandant Brand wurde verwundet. Die Lancers machten eine Attacke auf die fliehenden Buren, welche durch Granat⸗ feuer aus den erlitten hatten.

fontein ein neues Fort gebaut. 8

eingegangene Depeschen. 83 das nieder⸗

lief den hiesigen

nach neun Uhr l. in

„Gelderland“ wurde.

erwidert Am

waren Militär⸗

Der Präsident Krüger empfing

(W. T. B.) Der meldet aus Port Arthur, daß die

und 5. Schützen⸗

Am 15. November „Ville de Tamatave“ und 666 Soldaten vom ersten 2 Offiziere und 130

Theilen der 3., 4.

Bord des Dampfers „Tambow“ die

des am Der

November. (Meldung Die Buren erlitten bei Baberspan.

21. Bureaus“.)

eln vertrieben waren und große Verluste ei Cradock wird zum Schutze von T

ichtamtlichen in der Ersten, 3 Ddiritten Beilage.)

e“

—————ü

Wetterbericht vom 22. November 1900, Schuhe.

und J. Haß ei 8 Uhr Vormittags. Anfang 7 Uhr.

Schauspielhau Abonnement B. Julia. Shakespeare.

Wind⸗

stärke,

Wind⸗ richtung

Name der Beobachtungs⸗ station

Meeres⸗ veau redrz.

Wetter.

8

Temperatur in Celsius.

1.0 0u.

Stornoway Blacksod..

Komische Opere Meilhac und und Richard

Windstille wolkenlos NRNW Z wolkig NW 3 Regen 4 wolkig

Sbdo

222ö2 Barometerst.

̊UNx ρꝗ SE,— S SS2*

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1I

Afrikauerin. Giacomo Meye

1I

9 bedeckt 3 Regen wolkig 2 Regen Dunst Regen bedeckt bedeckt bedeckt Nebel

heiter

bedeckt Nebel 3 bedeckt

bedeckt bedeckt bedeckt

BVltssingen..

hristiansund Skudesnaes. Skagen.. Kopenhagen Karlstad.. Stockholm Wisby.. Havaranda

—22 G ᷑S

S d

0

762,8 759,8 761,0 758,9 764.9 767,6 765,8 767,4 754,6 754,9 755,3 757,9

760,3 SO 762,8 SO 765,4 SO

Taglioni. Anfa Schauspielhau nacht. Ein M

9SO 5S0

2

SO Windstill SW OSO SO OSO

komisches Märch

Anfang 7 ½ Uhr.

Anfang 7 ½ Uhr.

ISSAn Svbo boboESo SnE deoUIAScodeoo do

winemünde Rügenwalder⸗ münde..

Anfang 7 ½ Uhr.

SSeSg

dom Sab00S sdocodo do⸗

754,4 S 1 bedeckt 755,3 (Windstille bedeckt 756,1 SO 3wolkig 758,2 Windstille wolkig 758,2 9SO 3 bedeckt 758,0 WSW K bedeckt

757,9 SW 2 bedeckt Karlsruhe.. 758,1 SW 4 halb bed. München 759,7 SW 2 wolkig

Ein Maximum liegt über Nordoft⸗Europa, eine Depression über West⸗ und Zentrol⸗Europa mit einem Minimum von unter 752 mm über der füd⸗ lichen Nordsee. In Deutschland ist das Wetter milde, trübe und ruhig. Wahrscheinlich wenig Aenderung.

Deutsche Seewarte.

(Westf).

Hannover. Berlin...

2

Berliner T

Meh .. Frankfurt (Main).

ꝙα☛ꝗ S H

8

(Zweiter Abend

ments⸗Vorstellu

Theater. 1u5 E114“” Känigliche Schauspiele. Freitag: 249. Vorstellung. ¹ Bagdad. Komische Oper in 2 Aufzuͤgen von Peter Cornelius. In Scene gesetzt vom Ober⸗Regifseur Tetlaff. Dirigent: Dr. Muck. Die rothen

Opern⸗ Aeschylus.

Tanzlegende in 4 Bildern von H. Regel

Trauerspiel in 5 Aufzügen von William Uebersetzt von August Wilhelm von Schlegel. Anfang 7 ½ Uhr. Neues Opern⸗Theater.

ense. Musik von Johann Strauß. Tanz von Emil Graeb. Sonnabend: Opernhaus.

deutsch von Ferdinand Gumbert. Ballet von Paul

zur Handlung gehörende Musik von Ferdinandwhummel. Turandot, Prinzessin von China.

Gozzi von Friedrich gehörende Musik

Neues Opern⸗Theater.

Veutsches Theater. Freitag: Rosenmontag.

Sonnabend: Die Macht der Finsterniß. Sonntag: Rosenmontag.

ment): Die streugen Herren. Sonnabend: Die strengen Herren. Sonntag: Ueder unsere Kraft.

Schiller⸗Theater. Das Glück im Winkel. Schauspiel in 3 Alten von Hermann Sudermaan.

Sonnabend, Abends 8 Uhr: Die Welt, in der

man sich laugweilt, Sonntag, Abends 8 Uhr: Faust,

Theater des Westrns. Freitag: 12, Abonne⸗

und Glacomo Rawacr. Sonnabend, Nachmittags 2 Uhr: Akademischer Verein für Kunst und Literatur.

Der Barbier von spiel von Francesching Preposti. Sonntag: Gastspi⸗l von Veittorino Arimondi und

Eigcomo Rawner. Die Jüdin. Montag: Der Freischütz.

ter. Musik von Raoul Mader. à. 263. Vorstellung. Sonder⸗ 36. Vorstellung. Romeo und

Die Fledermans. Tanz in 3 Akten von

tte mit Bearbeitet von C. Haffner

alsvy. Anfang 7 b.

250. Vorstellung. Die Oper in 5 Akten von

Große Text von Eugone Seribe,

rbeer.

ng 7 ½ Uhr. s. 264. Vorstellung. Johannis⸗ ärchenspiel von Marx Möller. Die

Tragi⸗ en in 5 Aufzügen nach Carlo Graf von Schiller. Die zur Handlung von Carl Maria von Weber.

Die Fledermaus. Billetreservesatz Nr. 54.

heater. Freitag (außer Abonne⸗

Freitag, Abends 8 Uhr:

zweiter Theil. : Faust's Tod und Erlösung.)

ng. Gaftspiel von Vittorino Arimondi Die Jüdin.

Orestie des Abends (gewöhnliche Preife): Gast⸗ La Travlatz.

Lessing⸗Theater. Freitag: Johannisfeuer. Sonnabend: Die Ehre. 6 Sonntag: Johannisfeuer. 8 8

8

Nenes Theater. (Direktion: Nuscha Butze.) Freitag: Die Liebesprobe. Schwank in 3 Akten von Thilo von Trotha und Jul. Freund. Anfang 7 ½ Uhr.)

Sonna bend: Die Liebesprobe. .

Sonntag Abend: Gerda Mohr. Schauspiel in 4 Akten von Franz Koppel⸗Ellfeld. (Gerda Mohr: Nuscha Butze.

Residenz⸗Theater. Direktion: Sigmund Lauten⸗ burg. Freitag: Die Dame von Maxim. (La dame de chez Maxim) Schwank in 3 Akten von Georges Feydeau. Uebersetzt und bearbeitet von Benno Jacobson. In Seene gesetzt von Sigmund Lautenburg. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonnabend: Die Dame von Maxim.

Sonntag (Teodten⸗Sonntag), Abends Einmalige Aufführung von Fernaude. spiel in 4 Akten von Sardou.

—-

7 i Uhr: Schau⸗

Seressionsbühne. Alexanderplatz 40. Frei⸗ tag: Zum ersten Male: Die Königssöhne. Schau⸗ spiel in 4 Akten von Helge Rode.

Sonnabend: Dieselbe Vorstellung.

Thalia-Theater. Freitag: Der schlüsfsel. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 3 Akten von Jean Kren und Alfred Fanfebd. Musik von Max Schmidt. Anfang

v. Sonnabend: Zum letzten Male: Der Liebes⸗

schluͤffel. 1 1 Sonntag: Gastspiel des Residenz⸗Theaters. Jugend von Max Halbe. Montag: Zum ersten Male: Amor von heute. Große Ausstattungs⸗Posse mit Gesang und Tanz.

entral⸗Theater. Freitag: Der Brautvater. Gesangsposse in 3 Akten von Adolf Rosfée. Musik von Heinrich Platzbecker. Anfang 7 ½ Uhr. Sonnabend: Der Brautvater. Sonntag (Todten⸗Sonntag), Abends 7 ½ Uhr: Die Glocken von Corneville. Montag und folgende Tage: Der Brautbvater.

ö n an

1““ 2

Sing-Akndemie. Freitag, Anfang s Uhr: Konzert von Josa Hrdlicka Löscher (Klavier⸗

Philharmonic. Freitag, Anfang 8 Uhr: I. Konzert der Berliuer Liedertafel. Chor⸗ meister A. Zander. Mitwirkung: Marie Dietrich, Königliche Hof⸗Opernsängerin.

Saal Bechstein. Freitag, Anfang 7 ½ Uhr: Lieder⸗Abend von Ina Christon. Mitwirkung: Clotilde Kleeberg.

Beethoven-Saal. Freitag, Anfang 8 Uhr: Konzert von Alexauder Petschaikoff unter Mit⸗ wirkung von Lilli Petschnikoff mit dem Phil⸗ harmonischen Orchester. (J. Rebirek.)

Birkus Schumann. Freitag, Abends präzise 7 ½ Uhr: Große außerordentliche Vorstellung. U. a.: Die komisch dressierte Raubthiergruppe des Löwen⸗Baron. Die neuesten Orizinal⸗Dressuren des Direktors Albert Schumann. Auftreten sämmt⸗ licher neu engagierten Speztalitäten. Die Oeiginal⸗ Clowns: Toniteff, Antonet, Charles, Grust⸗ Nipp, Tipp, Little Wood, Armando, Alex; Manoli ꝛc. mit ihren für Berlin vollständig, neucn urkomischen Entrées und Intermezzos. Zum Schluß: Das von ca. 600 Personen dargeftellte größte Mandègen⸗ und Wesserschaustück der Gegen⸗ wart: China mit sämmtlichen neuen Einlagen. U. a: Neu: Unübertroffene Bravour⸗Pisce. Die Erstürmung der 20 Fuß hohen, glatten, chinesischen Mauer. Die Heissung der deutschen Flagge. Beginn der Pantomime 9 ½ Uhr.

EZZZZZZII0,. Familien⸗Nachrichten.

Bezehelichg Hr. 1 8 von Bogen zit Frl. Elsa von Bally (Breslau). G 89 Ein Sohn: HKrn. Kreie⸗Thierart W. Rust (Breslau). Hrn. Kammerherrn Brase von Bernstorff (Bernstorff). Hrn. Rittmeist ag. D. Alexander Grafen von der Schulenbangs (Freienwalde). Eine Tochter: Hrn. Gerich Afsessor A. Ernst (Bernau i. M.). 6 1 (.8 58 8 e ais e Adolf oßler (Zichtau). Hr. Amtsger wnes Koschella (Neustadt O.⸗S.). Verw. Fr. Ritter

Verantwortlicher Nedakteur: Direktor Siemenroth in Berlin.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Anstalt, Berlin SW., Wilbelmstraße Nr. 2. Acht Beilagen

virtuosin) und Mimi und Mary Karminsky (Harfenvirtuosinnen). 8

gutsbesitzer Bohnstedt, geb. Shmidt (Eberswalde)

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Fis

chen Staats⸗Anzeiger.

1900.

nürFHEAsxs

Köuiglich Preußische Armee. Evangelische Militär⸗Geistliche.

12. Oktober. Przygode, Pastor in Sagan, Pfarrer der 7. Div. in Magdeburg berufen.

17. Oktober. Scheibe, Militär⸗Hilfsgeistlicher in Berlin, Div. Pfarrer der 6. Div. in Jüterbog berufen. 23. Oktober. Benze, Millitär⸗Hilfsgeistlicher in Darmstadt, mit Wahrnehmung der Div. Pfarrstelle bei der 34. Div. in St. Avold, Boergen, Militär⸗Hilfsgeistlicher in Stettin, mit Wahr⸗ nehmung der Div. Pfarrstelle bei der 37. Div. in Allenstein, be⸗ auftraat. 1

- 26. Oktober. Voigt, Div. Pfarrer bei der 6. Div. in Brandenburg, mit Pension in den Ruhestand versetzt.

27. Oktober. Gerhard, Pfarrer am Invalidenhause in Berlin, mit Pension in den Ruhestand versetzt.

29. Oktober. Hagemeyer, Div. Pfarrer bei der 2. Div. in Insterburg, zur 6. Div. nach Brandenburg a. H. versetzt. Dusse, Militär⸗Hilfsgeistlicher in Berlin, mit Wahrnehmung der Div. Pfarr⸗ stelle bei der 2. Dis in Insterburg beauftragt.

30. Oktober. Falke, Div. Pfarrer der 1. Garde⸗Inf. Div. in Berlin, als Pfarrer an das Invalidenhaus daselbst, v. Stosch, Div. Pfarrer der 5. Div. in Küstrin, zur 1. Garde⸗Inf. Div. in Berlin, versetzt. 8

31. Oktober. Dr Nimz, Pfarramtskandidat und Zivil⸗ erzieher am Kadettenhause in Karlsruhe, mit Wahrnehmung der Div. Pfarrstelle bei der 5. Div. in Küstrin beauftragt.

Sämmtliche Veränderungen treten am 1. November 1900 in

Kraft. Beamte der Militär⸗Verwaltung.

Durch Allerhöchste Bestallungen. 8. November. Wodrig, Geheimer Baurath, vortragender Rath im Kriegs⸗ Ministerlum, zum Geheimen Ober⸗Baurath, Billhart, Geheimer Kriegsrath, vortragender Rath im Kriegs⸗Ministerium, zum Wirklichen Geheimen Kriegsrath, ernannt.

Durch Allerhöchsten Abschied. 8. November. Matthai, Ober⸗Zahlmstr. vom Anbalt. Inf. Regt. Nr. 93, bei seinem Aus⸗ scheiden aus dem Dienst mit Pension der Charakter als Rechnungs⸗ rath verliehen. 8

Durch Verfügung des Kriegs⸗Ministeriums. 8. Ok⸗ tober. Rangk, Kasernen⸗Insp. in Saarburg, auf den Truppen⸗ Uebungsplatz Hagenau versetzt.

25. Oktober. Graßmann, Garn. Bau⸗Insp. in Kolberg, ls technischer Hilfsarbeiter zur Intend. VII. Armee⸗Korps zum 1. April 1901 versetzt.

26. Oktober. Mayer, Springstubbe, Provence, Diosegi (Richard), Moses, Hedicke, Schlesinger, Grund⸗ mann, Unter⸗Apotheker des Beurlaubtenstandes, zu Ober⸗Apothekern befördert. Döhmer, Giesel, Krieger, Ober⸗Apotheker des Be⸗ urlaubtenstandes, der Abschied bewilligt.

27. Oktober. Graulich, Zahlmstr. vom 2. Bat. 4. Groß⸗ herzoglich Hess. Inf. Regts. (Prinz Carl) Nr. 118, unter Ueber⸗ weisung zu der Korps⸗Intendantur des XVIII. Armee⸗Korps, zum Intend. Sekretär ernannt. .

31. Oktober. Remelé, Korpsstabs⸗Apotheker XVII. Armee⸗ Korps, zum III. Armee⸗Korps versetzt. Dr. Devin, Garn. Apotheker des Garn. Lazareths Nr. 2 Berlin, zum Korpsstabs⸗Apotheker XVII. Armee⸗Korps ernannt. Holm, Garn. Verwalt. Ober⸗Insp. in Gleiwitz, auf seinen Antrag zum 1. Januar 1901 mit Pension in

den Rubestand versetzt.

3. November. Schulz, Garn. Verwalt. Ober⸗Insv. in Wittenberg, nach Darmstadt, Lichtwarth, Kasernen⸗Insp. in Schöneberg, nach Wittenberg, versetzt.

5. November. Enders, Roßarzt der Landw. 2. Aufgebots, der Abschied bewilligt.

6. November. Helldobler, Böttger, Sperhake, Awe, Kasernen⸗Inspektoren in Graudenz bezw. Frankfurt a. M., Berlin und Lyck, zu Garn. Verwalt. Kontroleuren ernannt. Kellermann, Ober⸗Zahlmstr. von der Unteroff. Schule zu Biebrich, auf seinen Antrag zum 1. Februar 1901 mit Pension in den Ruhestand versetzt.

7. November. Krause, Intend. Sekretär von der Intend. des III. Armee⸗Korps, auf seinen Antrag zum 1. Januar 1901 mit Pension in den Ruhestand versetzt.

8. November. Hartung, Kolbow, Schlarbaum, Platzer, Szymanski, Herrmann, Bartel, Preetz und Ließem, Pro⸗ viantamts⸗Assistenten in Straßburg i. E. bezw. Köln, Darmstadt, Darmstadt, Mainz, Königsberg i. Pr., Karlsruhe, Berlin und Metz, sum 1. Dezember 1900 nach Erfurt bezw. Schleswig, Danzig, Königs⸗ berg i. Pr., Metz, Gleiwitz, Schwerin, Insterburg und Köln versetzt.

10. November. Kirsten, Garn. Bauwart in Landeck, zum 1. Februar 1901 nach Neisse versetzt. Kraemer, Schönemann, Krause, Welker, Löhning, Alverdes, Proviantamts⸗Aspir., zum 1. Dezember 1900 als Proviantamts⸗Assistenten in Breslau bezw. Berlin, Jüterbog, Darmstadt, Diedenhofen und Mainz angestellt.

12. Rovember. Hennes, Kasernen⸗Insp. in Diedenhofen, nach Saarburg versetzt.

15. November. Harno, Grundt, Zahlmstr. Aspiranten, zu Zahlmeistern beim VIII. bezw. VII. Armee⸗Korps ernannt.

Königlich Bayerische Armee.

Offiziere, Fähnriche ꝛc. Ernennungen, Beförde⸗ tungen und Versfetzungen. Im aktiven Heere. 7. Ok⸗ tober. Seine Königliche Hoheit der Prinz Luitpold, des Königreichs Bavern Verweser, haben im Namen Seiner Majestät des Königs Sich Allergnädigst bewogen gefunden, im Einverständniß mit Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser, König von Preußen, den Oberlt. v. Malaisé des 7. Feld⸗Art. Regts. Prinz⸗Regent Luitpold auf die Dauer eines Jahres zur Kaiserlich deutschen Gesandtschaft in Brüssel zu kommandieren.

8 3. November. Muffat. Lt. des 1. Chev. Regts. Kaiser Nikolaus von Rußland, unter Stellung à la suite seines Truppen⸗ theils auf die Dauer eines Jahres beurlaubt.

10. November. Enagelhardt, Hauptm., unter Belassung im Verhältniß à la suite des Ingen. Korps, vom 12. Dezember d. J. ab auf die Dauer von zwei Jahren zum Auswärtigen Amt kom⸗

mandiert. Fischler Graf v. Treuberg, Lt. des

8 zum Div.

zum

13. November. 4 Chev. Regts. König, unter Stellung à la suite seines Truppen⸗ theils. auf die Dauer eines Jahres beurlaubt.

15. November. Narciß, Oberstlt., Kommandeur des 2. Pion. Bats., zum Sektionschef bei der Insp. des Ingen. Korps und der estungen, Baumüller, Hauptm. beim Stabe des 5. Feld⸗Art. egts., unter Beförderung zum Major ohne Patent, zum Abtheil. Rommandeur in diesem Reat., Medicus, Oberstlt. von der Fortifi⸗ ation Ingolstadt, zum Kommandeur des 2. Pion. Bats., ernannt. Gyßling, Hauptm. à la suite des 2. Fuß⸗Art. Regts., Unter⸗ Direktor der Polverfabrik, zum Direktor derselben, Stömmer,

uptm. à la suite des 2. Fuß⸗Art. Regts., bisher mit Wahr⸗ lehmung der Geschäfte des Direktors des Haupt⸗ Laboratoriums leauftragt, zum Direktor desselben; zu Komp. ꝛc. Chefs: die Haupt⸗ 8 Berr vom 20. Inf. Regt. im 2. Inf. Regt Kronprinz, ämmer von der Luftschiffer⸗Abtheil, à la suite des 9. Inf. Regts.

Wrede, im 10. Inf. Regt. Prinz Ludwig, Jung des 15. Inf. Regts. König Albert von Sachsen, Insp. Offizier an der Kriegsschule, im 12. Inf. Regt. Prinz Arnulf, Wittenbauer vom 19. Juf. Regt. König Viktor Emanuel III. von Italien, im 17 Inf. Regt. Orff, Kurz vom 21. Inf. Regt., im 18. Inf. Regt. Prinz Ludwig Ferdinand, Frhr. v. Hertling, Oberlt. im 3. Feld⸗Art. Regt. Königin⸗ Mutter, chneider, Schuh, Oberlts. im 5. Feld⸗Art. Regt., diese drei unter Beförderung zu Hauptleuten, Frhr. v. Hert⸗ ling und Schuh ohne Patent, Tillmann, Hauptm., Batt. Chef im 5. Feld⸗Art. Regt., unter Stellung zur Disp. mit der gesetzlichen Pension und unter Belassung seiner bisherigen Uniform, zum Bezirks⸗Offizier beim Bezirks⸗Kommando Rosenheim, ernannt. Krieger, Major und Komp. Chef des 10. Inf. Regts. Fe Ludwig, Zoellner, Major und Komp. Chef des 12. Ief. egts. Prinz Arnulf, Dexel, Major und Komp. Chef des 17. In Regts. Orff, unter Kommandierung zur Dienstleistung dortselbst, à la suite ihrer Truppentheile gestellt. Simon, Lt. des 14. Inf. Regts. Hartmann, als Jasp. Offizier zur Kriegsschule kommandiert. Frhr. v. Guttenberg, Major, Abtheil. Kommandeur im 5. Feld⸗ Art. Regt., zur Insp. der Fuß⸗Art., unter Stellung à la suite des genannten Regts.; die Hauptleute und Komp. ꝛc. Chefs: Habers⸗ brunner vom 22. Inf. Regt., in das 7. Inf. Regt. Prinz Leopold, v. Lossow vom 7. Inf. Regt. Prinz Leopold, in das 22. Inf. Regt, Buchler vom 3. Feld⸗Art. Regt. Königin⸗Mutter, zum Stabe des 4. Feld⸗Art. Regts. König, Braun vom 5. Feld⸗ Art. Regt., zum Stabe dieses Regts., Hiller, Oberlt. des Fuß Art. Regts. vakant Bothmer, zur Luftschiffer⸗Abtheil,, unter Stellung à la suite des genannten Regts., Hähn, Oberlt. vom 2. Pion. Bat., zur Fortifikation Ingolstadt, Ritter v. Pfistermeister, Lt. à la suite des 2. Schweren Reiter⸗Regts. Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich⸗Este, kommandiert zur Dienstleistung beim 5. Chev. Regt. Erzherzog Albrecht von Oesterreich, in das letztgenannte Regt., versetzt. Schellenberger, Oberlt. von der Fortifikation Germersheim, unter Versetzung zur Fortifikation Ingolstadt und unter Belassung im Kommando als Direktions Offizier und Lehrer an der Art. und Ingen. Schule bis Ende Juli 1901, Vogl, Oberlt. der Fortifikation Ingolstadt, kommandiert als Direktions Assist. und Lehrer an der Militär⸗Telegraphenschule, zu Hauptleuten, Lutz, Lt. des Eisenbahn⸗Bats., Königsdorfer, Lt. à la suite des Ingen. Korps, kommandiert zur Kaiserlichen Fortifikation Ulm, Schubert, Lt. von der Fortifikation Ingolstadt, kommandiert zur Kaiserlichen Fortifikation Metz, zu Oberlts., befördert. Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. 1. No⸗ vember. Graf v. Zech auf Neuhofen, Oberlt. à la suite des 2. Inf. Regts. Kronprinz, kommandiert zum Auswärtigen Amt, zu den Res. Offizieren dieses Regts. versetzt. 2. November. Schneider, Fahnr. des 8. Feld⸗Art. Regts., zur Res. beurlaubt. 15. November. Bäumer, Major à la suite des 1. Fuß⸗ Art. Regts. vakant Bothmer, Direktor der Pulverfabrik, Graf v. Ingel⸗ heim gen. Echter v. u. zu Mespelbrunn, Hauptn. beim Stabe des 4. Feld⸗Art. Regts. König, diesem unter Verleihung des Charakters als Major, v. Froelich, Oberlt. des 4 Chev. Regts. König, diesem unter Verleihung des Charakters als Rittm., sämmtlichen mit der Erlaubniß zum Tragen der bisherigen Uniform mit den für Ver⸗ abschiedete vorgeschriebenen Abzeichen und der gesetzlichen Pension der Abschied bewilligt. 1 Ostasiatisches Expeditionskorbs. Durch Allerhöchste Bestallung vom 8. November 1900 ist der als Armee⸗Intendant beim Armee⸗Ober⸗Kommando in Ost⸗Asien ver⸗ wendete Militär⸗Intendant Riemann zum Wirklichen Geheimen mit dem Range eines Raths zweiter Klasse ernannt worden. 1 “““

Land⸗ und Forstwirthschaft.

Im Kaiserlichen Gesundheitsamt ist bekanntlich eine Biologische Abtheilung für Land⸗ und Forstwirthschaft begründet worden, welche vornehmlich folgende Aufgaben hat: Erforschung der Lebensbedingungen der thierischen und pflanzlichen Schädlinge der Kulturpflanzen und der Mittel zu ihrer planmäßigen Bekämpfung; Studium der thierischen und pflanzlichen Nützlinge unserer Kultur⸗ pflanzen, sowohl der direkten, wie z. B. der die Befruchtung der Kulturpflanzen vermittelnden Insekten, als auch der indirekten, z. B. derjenigen Lebewesen, durch welche Schädlinge zerstört werden; Studium der für die Bodenkultur nützlichen und schädlichen Mikroorganismen, z. B. der salpeterbildenden und zerstörenden, der bei der Zersetzung des Stall⸗ mistes wirksamen Bakterien ꝛc.; Erforschung der Schädigungen unserer Kulturen durch anorganische Einflüsse, wie Hüttenrauch, Hüttengase ꝛc.; Beobachtungen und Veröffentlichungen, betreffend das Auftreten der wichtigsten Pflanzen⸗Krankheiten und Feinde; Meinungsaustausch unter den Leitern ähnlicher einzelstaatlicher Institute und anderen Vertretern aus Wissenschaft und Praxis binsichtlich aller einschlagenden Fragen. Weitere Aufgaben werden sich für die Biologische Abtheilung je nach der Entwickelung der verschiedenen Wissenschaftsgebiete und den praktischen Erfolgen ihrer Thätigkeit ergeben. Alle landwirthschaft⸗ lichen Vereine, Landwirthschaftskammern, landwirthschaftlichen, gärt⸗ nerischen und forstlichen Lehranstalten wurden gebeten, über Auftreten bekannter oder noch nicht beobachteter Krankheiten und Schädlinge jeglicher Art der Biologischen Abtheilung mit thunlichster Beschleu⸗ nigung Mittheilung zu machen, damit im Interesse der vaterländischen Bodenkultur die Möglichkeit allgemeiner Schutzmaßregeln alsbald gegeben ist. Als Mitglieder gehören der Biologischen Abtheilung Botaniker, Bakteriologen, oologen und Chemiker an. Die von der Biologischen Abtheilung ausgehenden Veröffent⸗ lichungen werden verschiedener Art sein: es werden, wie dies über die „Schorfkrankheit des Kernobstes’ und über die „Feldreinigung von Pflanzenresten nach der Ernte“ bereits geschehen, kurzgefaßte Flugblätter zu ganz geringem Preise (5 ₰, 10 ec.) zur Massenverbreitung für die Volksbelehrung und ebenso Farbendruck⸗ plakate zur Anheftung in allen, selbst den kleinsten Gemeinden her⸗ estellt. Von solchen Plakaten (zu 50 ₰) erschienen im vorigen

ahre, von zwei Mitgliedern der Biologischen Abtheilung bearbeitet, eins über den „Hopfenkäfer“ von Professor Rörig und eins über die „Schorfkrankheit des Kernobstes“ von dem Geheimen Regierungs⸗ rath Dr. Frank. Unter dem Titel „Arbeiten aus der Biologischen Abtheilung für Land⸗ und Forstwirthschaft am Kaiserlichen Gesundheitsamte“ beginnt nunmehr eine fort⸗ laufende größere Publikation, in welche die Resultate von Unter⸗ suchungen und Beobachtungen auf allen Arbeitsgebieten der Biologischen Abtheilung aufgenommen werden. Sie enthält nicht nur Text, son⸗ dern auch Abbildungen, theils schwarz, theils auf Farbendrucktafeln. Da das Material bald reicher, bald weniger reich fließen wird, erscheint die Publikation vorläufig in einzeln käuflichen, zwanglosen Heften, welche sich zu Bänden mit besonderem Titel, Inhaltsverzeichniß ꝛc. zusammenschließen werden. Bisher liegen zwei umfangreiche, schön ausgestattete Hefte vor. Im ersten Heft findet man Abhandlungen von dem Regierungsrath, Professor Dr. Rörig über Magenuntersuchungen land⸗ und forstwirthschaftlich

wichtiger Vögel, von dem Geheimen Regierungsratb, Professor Dr.

Frank über den Erbsenkäfer, seine wirthschaftliche Bedeutung und seine Bekämpfung und über die Beeinflussung von Weizenschädlinge

durch Bestellzeit und Chilesalpeter⸗Düngung. Der zweite

Abhandlun ist eine Tafel beigegeben, die den Erbsenkäfer und dur ibn beschädigte Erbsen, sowie solche Erbsen, welche durch den Erbsenwickler angefressen sind, veranschaulicht. Das zweite Heft enthält eine größere Arbeit von dem Geheimen Regierungsrath, Professor Dr. Frank: Beiträge zur Bekämpfung des Unkrautes durch Metallsalze, der eine vortreffliche Farbendrucktafel beigegeben ist. Ihr reihen sich an ein Aufsatz des Regierungsraths Dr. Hiltner über die Ursachen, welche die Größe, Zahl, Stellung und Wirkung der Warzelknöllchen der Leguminosen bedingen (mit einer Lichtdrucktafel)l, Abhandlungen von Dr. Jacobi über die Aufnahme von Steinen durch Vögel und von dem Regierungsrath, Professor Dr. Rörig über ein neues Verfahren zur Bekämpfung des Schwammspinners. Den Schluß bilden kurze Mittheilungen verschiedener Art. Die „Arbeiten aus der Biologischen Abtheilung für Land⸗ und Forstwirthschaft“ erscheinen in großem Lexikonformat im gemeinschaftlichen Verlage von Paul Parey und Julius Speinger in Berlin; das erste Heft wurde zum Preise von 5 ℳ, das zweite zum Preise von 7 ausgegeben.

(Aus den vom Auswärtigen Amt mitgetheilten Berichten der deutschen land⸗ und forstwirthschaftlichen Sachverständigen im Auslande.)

Die Zwangs⸗Hagelversicherung in Bulgarien. Dia die bulgarische Volkswirthschaft so gut wie vollständig auf der Landwirthschaft beruht und die Lebensfähigkeit der in der Haupt⸗ sache kleinen Betriebe durch eine Mißernte oder ein Naturereigniß vollständig in Frage gestellt werden kann, so sah sich die bulgarische Regierung im Jahre 1895 veranlaßt, durch Gesetz die Zwangs⸗ versicherung gegen Hagel einzuführen. Es machten sich gleichzeitig Bestrebungen geltend, diese Versicherung auf alle Mißwächse aus⸗ zudehnen, was aber als zuweitgehend abgelehnt wurde.

Die wesentlichen Bestimmungen des „Hagelgesetzes“ sind folgende: Die Versicherung gegen Hagelschäden steht unter der Leitung einer besonderen Abtheilung des Ministeriums für Ackerbau, Handel und Gewerbe; sie ist für sämmtliche Grundbesitzer des Fürstenthums obne Ausnahme verpflichtend und erstreckt sich auf alle Bodenerzeugnisse, so lange sie sich auf dem Felde befinden, mit einziger Ausnahme des Tabacks. Etwaige Hagelschäden müssen innerhalb fünf Tagen beim Ortsvorsteher gemeldet werden; nach Ablauf dieser Frist bleibt das Recht auf Entschädigung nur im Falle von nochgewiesener Abwesenheit oder Krankheit der Be⸗ schädigten besteben. Der Ortsvorsteher hat über die Meldung eine Niederschrift aufzunehmen und umgehend mit zwei Mitgliedern des Gemeinderaths eine ungefähre Abschätzung des Schadens vorzunehmen. Vom Ergebnisse dieser Abschätzung hat der Ortsvorsteher spätestens in drei Tagen dem Haupt⸗Steuereinnehmer eine schriftliche Meldung zu erstatten. Der Entschädigungsbetrag wird unter Zugrundelegung der örtlichen Marktpreise und unter Außerachtlassung des Strohes er⸗ mittelt. Eine Entschädigung wird nur insoweit gewährt, als der Verlust 20 % der zu erwartenden Ernte übersteigt. Bis zu dieser Höhe hat der Beschädigte den Verlust selbst zu tragen.

Die Mittel dafür werden durch einen Zuschlag zur Grundsteuer und durch einen Staatszuschuß aufgebracht. Doch reichen sie durchaus nicht hin, um alle Schäden zu decken. In diesem Fall werden die Entschädigungsbeträge prozentweise vertheilt. Infolgedessen wurden in den Jahren 1896 bis 1899 folgende Antheile an die Versicherten zur Auszahlung gebracht: 56, 87, 15, 43 %. Da bei dem Inkraft⸗ treten des Gesetzes über die Häufigkeit des Hagels Erhebungen garnicht veranlaßt waren und da einzelne Gegenden viel mehr darunter litten als andere, stellte sich bald eine sehr ungerechte Erhebung des Steuer⸗ zuschlags heraus, indem die hagelfreien Bezirke für die fast regel⸗ mäßig verhagelten mitbezahlen müssen. Zu diesem Uebelstand kommen nun noch die in den Balkanstaaten üblichen Mißstände in der Ver⸗ waltung, da die verschiedenen Schätzer und Ausschüsse nicht unparteiisch genug vorgehen. Ferner ist die Finanzverwaltung öfter gar nicht in der Lage, die Gelder auszuzahlen, und zieht außerdem die Steuer⸗ rückstände ab, sodaß sich der Betroffenen die größte Unzufriedenheit bemächtigt hat. Alles in allem kann man aber doch einen reichen Erfolg der Versicherung nicht verkennen, wie denn diese Ansicht auch unter den Bauern mehr und mehr Verbreitung findet.

Milchgewinnung und ⸗Verbrauch in Australien.

Bei der zunehmenden Bedeutung der australischen Milchwirth⸗ schaft für den europäischen, gegenwärtig vornehmlich englischen Mark wird es interessieren, einiges über die australische Milchwirthschaft zu hören. Der Großgrundbesitz befaßt sich kaum mit Milchwirt sondern fast lediglich kleinere Farmer. Von Schlägen werden fast ausschließlich englische gehalten, obwohl es nach Lage der Sache nicht ausgeschlossen erscheint, daß sich auch deutsche Schläge den Verhältnissen anpassen würden. Die Zuchtthiere werden auf Bullen⸗ stationen aufgestellt oder auf Zuchtfarmen weiter gezüchtet. Die Fütterung besteht hauptsächlich in Weidegras. Neuerdings sind auch Luzerne, Mais und Hafer in Aufnahme gekommen. Die Züchtungs⸗ Grundsätze und ⸗Verfahren sind zwar noch wenig entwickelt, machen aber erhebliche Fortschritte.

Der Milchertrag schwankt zwischen 1350 und 1500 kg im Durch⸗ schnitt, bleibt also hinter dem deutschen Durchschnittsertrage nicht un⸗ wesentlich zurück. Der Fettgehalt beträgt 3,2 bis 4,5 %. Infolge dieses hohen Fettgehaltes stehen die Erträge an Butter den deutschen ziemlich nahe. Die Preise für bestes Milchvieh gehen bis 800 Der Durchschnitt liegt aber zwischen 100 200

Als hauptsächlichste Krankheit kommt die Tuberkulose in Betracht. Impfungen dagegen werden hier und da bereits vorgenommen. Einzelne Molkereien sterilisieren bereits die Rückstände. Die gesammte Milcherzeugung Australiens beläuft sich auf etwa 1950 Millionen Kilogramm, wovon fast —³ verbuttert, nicht ganz ½ als Milch genossen und der Rest verkäst wird. Das Kilogramm = 1 1 Milch wird mit 10 bis 13 verkauft. Der Milchgenuß ist in Australien mit 140 kg auf den Kopf der Bevölkerung sehr hoch. Für die Erhöhung der Milchpreise haben zwar die Farmer Ansatz zu genossenschaftlicher Verwerthung gemacht; die Versuche scheiterten aber an der Macht der Milchaufkäufer, wie denn überhaupt der genossenschaftliche Sinn bei der zerstreuten Lage der Gehöfte noch wenig entwickelt ist.

Neuerdings kommt auch kondensierte Milch mehr und mehr in Aufnahme, deren Verbrauch bei den merkwürdigen Witterungsverhält⸗ nissen und den weiten Entfernungen nahezu eine Nothwendigkeit ist. Uebrigens stellt das Land bei weitem noch nicht genügend kondensierte Milch her, um die Nachfrage zu decken. Die Haupteinfuhr von kondensierter Milch fiel bislang England mit rund 35 000 dz zu. Deutschlands Einfuhr hält sich in den Grenzen von etwa 300 dz. Außerdem wird der kondensierten ähnliche, aber ohne Zuckerzusatz be⸗ reitete, sogenannte konzentrierte Milch, ferner sterilisierte und Kinder⸗ milch in den Handel gebracht.

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