Rußland.
Aus St. Petersburg wird der „Pal. Korresp.“ be⸗ richtet, daß, entgegen den Gerüchten von einem 4 chinesischen Sondervertrag, seit Ausbruch der China⸗ wirren keinerlei Uebereinkommen zwischen Rußland und China abgeschlossen worden sei. Das Gerücht scheine von chinesischer unter den Mächten hervorzurufen.
Italien.
Der Papst empfing gestern, wie „W. T. B.“ meldet, den von seinem Urlaub zurückgekehrten preußischen Gesandten Freiherrn von Rotenhan.
Spanien.
In der Deputirtenkammer richtete gestern, wie dem „W. T. B.“ aus Madrid gemeldet wird, der Herzog von Bivona an die Regierung eine Anfrage über den Vor⸗ fall bei Ceuta. Der Kriegs⸗Minister erwiderte, er habe, um weitere Schwierigkeiten mit den Kabylen zu vermeiden, dem Gouverneur befohlen, kein Quellwasser mehr auf dem Gebiet von Benjannes schöpfen zu lassen. Der Minister fügte hinzu, daß ein Konflikt mit Marokko nicht zu befürchten sei. Die Garnison von Ceuta sei hinreichend, um jeden Angriff zurück⸗ zuweisen.
Hinsichtlich eines Abkommens mit den Besitzern der auswärtigen Schuld melden die Madrider Blätter, daß ein darauf bezüglicher Gesetzentwurf der Deputirtenkammer am Sonnabend oder Anfang nächster Woche werde vorgelegt
8 3 1““
Die ordentliche Session des Parlaments ist gestern von dem König mit einer Thronrede eröffnet worden. Diese weist, dem „W. T. B.“ zufolge, auf die Noth⸗ wendigkeit von Ersparnissen im Staatshaushalt hin, welche in dem Budget des nächsten Jahres bereits durchgeführt seien. Die Effektivbestände der Armee würden im Interesse der militärischen Ausbildung vermehrt, trotzdem aber werde das Heeresbudget vermindert werden. Die Be⸗ ziehungen zu allen Staaten seien die freundschaftlichsten. Der König hoffe, daß das zwischen Rumänien und Bulgarien obwaltende Mißverständniß angesichts der vor Gericht festgestellten Thatsachen verschwinden werde. Es sei das gemeinsame Interesse aller zivilisierten Gesellschafts⸗ klassen, sich gegen Umtriebe zu vertheidigen, welche die innere und die äußere Staatsordnung gefährdeten. Der König spricht ferner sein tiefstes Bedauern aus über die Unruhen, welche aus Anlaß des neuen “ vorgekommen seien und sofortige Repressivmaßregeln der Regierung nothwendig gemacht hätten. Er boffe, alle Bürger würden die absolute Nothwendigkeit der Opfer einsehen, die im Interesse der unversehrten Aufrechthaltung des Staatskredits gebracht werden müßten. .
Serbien.
Wie das Wiener „Telegr.⸗Korresp.⸗Bureau“ aus Bel⸗ grad erfährt, lautet die Anklage gegen den früheren Minister Gentschitsch auf Majestätsbeleidigung, begangen durch schriftliche Beleidigung des regierenden Könige.
1 Bulgarien. Aus Anlaß der gestrigen Wer des Jahrestages der Schlacht von Slivnitza sind, wie „W. T. B.“ berichtet, zehn Obersten zu Generalen beförde Kriegs⸗Minister Paprikww.
Amerika.
Aus Washington meldet das „Reuter’'sche Bureau“, das Marineamt habe gestern erklärt, daß die Entsendung
des Kriegsschiffs „Kentucky“ nach Smyrna keine feindselige
Bedeutung habe. Dem Vernehmen nach lasse der Verlauf der Verhandlungen zwischen dem Geschäftsträger der Vereinigten Staaten Griscom und der Pforte über die Forde⸗ ungen der Missionare und die Frage des Exequaturs für i amerikanischen Konsul in Karput darauf schließen, daß es u einem Kompromiß kommen werde.
Asien.
Nach einer Meldung des General⸗Feldmarschalls Grafen von Waldersee vom 25. d. M. sollte, wie „W. T. B.“ erfährt, die Kolonne des Majors von Mühlenfels an diesem Tage
in Peking eintreffen. — Eine weitere Meldung des Grafen
von Waldersee aus Peking vom 27. November lautet:
„Die zahlreichen von allen Nationen unternommenen Streif⸗
üge scheinen allmählich die gewünschte Beruhigung des Landes d ahren. Häufig bitten abgelegene Dörfer um Schutz der Truppen gegen Boxer.“
Eine deutsche Militärbehörde hatte, dem „W. T. B.“ zu⸗ folge, die Beschlagnahme des angeblich mit chinesischem Telegraphen⸗Material beladenen, unter britischer Flagge fahrenden Dampfers „Irene“ der China Merchant Line ver⸗ anlaßt und dem General⸗Feldmarschall Grafen von Waldersee Meldung davon erstattet. Der General⸗Feldmarschall hat aber die Maßregel sofort amtlich rückgängig gemacht.
Die „Agence Havas“ berichtet aus Peking vom 28. d. M., eine kleine Abtheilung Franzosen habe sich am 21. d. M. nach lebhaftem Kampfe des Borerdorfes Talikotschou im Südwesten von Paoting⸗fu bemächtigt. Die Verluste der Chinesen seien beträchtlich gewesen; auf französischer Seite seien eiwa 10 Mann verwundet worden, darunter 3 schwer.
Die „Morning Post“ meldet aus Peking vom 27. d. M.: Nachdem die Gesandten erklärt hätten, daß sie durch den jüngsten Erlaß des Kaisers Kwang⸗sü, in welchem dieser die Bestrafung der schuldigen Beamten anordne, nicht zufriedengestellt seien, hätten Li⸗Hung⸗Tschang und der Prinz Tsching an den Kaiser ein Tele⸗ xe. gesandt, in welchem sie ihn darauf aufmerk⸗ am machten, daß die Gesandten weitergehende Maß⸗ nahmen verlangten, als in dem Erlaß vorgesehen seien, und ferner darauf hinwiesen, daß entweder der Kaiser selbst nach Peking zurückkehren oder jemand anders bestimmt werden müsse, der an seiner Stelle in Peking handeln könne. Schließlich werde in dem Telegramm betont, daß die Admirale auf dem Yang⸗tse bereits Vorkehrungen träfen, um die Absendung der für den Hof in Singanfu bestimmten Lebensmittel zu verhindern. Auch der Vize⸗König Liukunji habe sich an den Hof gewandt und sich in einer Denkschrift über die Thätigkeit der Admirale verbreitet.
Die provisorische Regierung in Tientsin, in
welcher Deutschland, Rußland, Großbritannien, Frankreich, die
eite lanciert worden zu sein, um Mißtrauen
Vereinigten Staaten und Japan vertreten sind, beschloß, „W. T. B.“ meldet, mit Stimmeneinheit die Schleifung der Stadtmauer und die Ausfüllung des Befesti⸗ gungsgrabens von Tientsin.
ie „Daily News“ berichten aus Schanghai, der ‚Taotai Scheng habe erklärt, daß Kwanschuhsun, welcher zum Taotai von Schanghai designiert sei, ein sehr fähiger und zugleich fremdenfreundlicher Beamter sei.
Dem „Standard“ wird aus Schanghai telegraphiert: Die Kaiserin⸗Wittwe beabsichtige, wie es jetzt heiße, in Singanfu zu bleiben, aber den Kaiser, sobald der Friede geschlossen sei, nach Peking zurückkehren zu lassen. — Der Gouverneur von Tschekiang Liuschutang, unter dessen Amtsführung die Niedermetzelung von Missionaren in Tschu⸗ tschou sich ereignete, sei abgesetzt worden mit Anwartschaft auf einen anderen Posten; an seine Stelle sei der oberste Finanzbeamte der Provinz Tschekiang, Juntsuji, getreten.
Ein Telegramm der „Morning Post“ aus Schanghai berichtet, daß die Regierungs⸗Kornhäuser in Singanfu nur für sechs Wochen Vorräthe enthielten. Diese seien bereits an⸗ segoffen und es werde sich daher bald eine Hungersnoth fühlbar machen.
In Kongkong eingetroffenen Meldungen aus Canton zufolge sollen, wie das „Reuter’'sche Bureau“ berichtet, in der Nähe von Sui⸗tschou am Ostflusse noch beträchtliche Massen von Aufständischen denen es jedoch an Munition fehle.
Aus Tschimampo (Korea) sind, wie „W. T. B.“ er⸗ fährt, Meldungen in Tokio eingetroffen, wonach dort neue Unruhen zu befürchten seien. Die japanischen Staats⸗ angehörigen in Tschimampo hätten bereits um Entsendung einer Schutztruppe gebeten.
Afrika. “ 1 .
Nach einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus“ aus Kairo vom gestrigen Tage werden in dem egyptischen Budget für 1901 die Einnahmen auf 10 700 000 egyptische Pfund, die Ausgaben auf 10 636 000 Pfund bemessen. Der wirkliche Ueberschuß beträgt 549 000 Pfund, von diesem Betrage werden aber 485 000 Pfund dem Reservefonds überwiesen werden. Die zur Deckung der Zinsen der pri⸗ vilegierten Schuld bestimmte Summe erfährt jetzt eine Er⸗ höhung um 9500 h mit Rücksicht auf die neue Anleihe von 1 700 000 Pfund, welche binnen kurzem ausgegeben werden soll.
Aus Edenburg vom 24. d. M. berichtet dasselbe Bureau, daß de Wet noch immer Dewetsdorp besetzt halte; dies werde von Einigen als Anzeichen dafür angesehen, daß er in die Kapkolonie einzudringen beabsichtige, um sich Ersatz an Mannschaften und Vorräthe zu verschaffen. Von den Eng⸗ ländern würden deshalb alle Furten des Oranjeflusses besetzt gehalten. Ohne Vermehrung der berittenen Mannschaften sei jedoch keine Hoffnung, de Wet gefangen zu nehmen.
Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Kapstadt vom 27. d. M., die Entfremdung zwischen Holländern Sund Engländern in der Kapkolonie nehme zu, und eine lebhafte, gegen die Engländer gerichtete Propaganda rufe überall Unruhe hervor. Die holländische und die burenfreundliche Presse führten gegen die Politik Groß⸗ britanniens eine wohlorganisierte Kampagne falscher Darstellungen, reizten dadurch das holländische National⸗ gefühl, welches sich bisher niemals so feindlich gegen Großbritannien gezeigt habe, und rüttelten viele Holländer auf, welche bisher passiv und loyal gewesen seien und sich der Agi⸗ tation enthalten hätten. Das Uebel werde noch dadurch ver⸗ schlimmert, daß in den Distrikten, welche von Holländern bewohnt seien, sich auch Buren niederließen, welche auf Ehrenwort freigelassen seien. Diese Leute wuüͤrden zu thätigen Agenten der Unzufriedenheit, und die zwischen beiden Thellen der Bevölkerung bestehenden würden immer gespannter. In wichtigen holländischen Zentren in der Kapkolonie herrsche bereits offener Aufruhr, und unter den vereinzelten Loyalisten wachse die Beunruhigung. Für den auf den 6. Dezember angesetzten Afrikander⸗Kongreß in Worcester würden große Vorbereitungen getroffen. Die Führer der Holländer wollten Reden halten, welche gegen die britischen Interessen gerichtet seien.
Das in Kimberley erscheinende Blatt „Diamond Fields Advertiser“ bespricht ebenfalls die wachsende Entfremdung zwischen den Holländern und Engländern in der Kapkolonie und sagt, die loyalen Kolonisten würden, trotzdem sie die Proklamierung des Kriegsrechts nicht wünschten, sich gern in alle Maßnahmen fügen, welche die Lage des Landes erfordere; sie wünschten aber keine Schwäche, kein Hinundherschwanken, kein Kompromiß.
Parlamentarische Nachrichten. 1
In der heutigen (10.) Sitzung des Reichstages, welcher der Staatssekretär des Staats⸗Minister Dr. Graf von Posadowsky und der Minister des Innern Frei⸗ herr von Rheinbaben beiwohnten, stand zunächst der Ent⸗ wurf eines Gesetzes über die privaten Ver⸗ sicherungsunternehmungen zur ersten Berathung.
Abg. Dr. Opfergelt (Zentr.): Wir erkennen die Nothwendigkeit
einer einheitlichen reichsgesetzlichen Regelung der Verhältnisse der pri⸗ vaten Versicherunzsunternehmungen an. Es muß sogar beklagt werden, daß man mit der Inangriffnahme dieser Re gelung nicht früher vorge⸗ gangen ist. Der vorliegende Entwurf beschränkt sich auf die privaten Ver⸗ sicherungen und läßt die staatlichen und kommunalen Einrichtungen gleicher Art außer Betracht. Bei der Verschiedenartigkeit der Vor⸗ schriften, welche für diese in den einzelnen Bundesstaaten in Kraft sind, würde es sich nach unserer Meinung empfehlen, auch für diese Anstalten einheitliche Normen von Reichswegen zu geben. Wir hoffen, daß es gelingen wird, in der Kom⸗ mission, welcher die Vorlage ja überwiesen werden muß, diesen Mangel zu ergänzen. (Der Redner war, bei der Schwäche seines Organs und da er meist nach rechts gewendet sprach, bei den folgenden Einzelausfüh⸗ vunen der Journalistentribüne im Zusammenhang nicht mehr zu verstehen.
Abg. Dr. Lehr (nl.) begrüßte die Vorlage als einen weiteren Schritt zur Erfüllung des Art. 4 der Reichsverfassung. Freilich er⸗ fülle die Vorlage nicht alle berechtigten Wünsche. Der Redner beantragte die vn einer Kommission von 21 Mit⸗ gliedern, in welcher über etwaige Verbesserungen und Ergänzungen reden lassen werde. Geradezu meisterhaft die Fassun der Bestimmungen über die Gegenseitigkeitsvereine. em Vorwu einiger interessierten Kreise, daß der Entwurf zu bureaukrakisch
eartet sei, erklärte der Redner sich nicht anschließen zu önnen. Das in Auessicht genommene Aufsichtsamt müsse allerdings richtig zusammengesetzt und für dasselbe müßten die richtigen Per⸗
sonen ausgewählt werden, wenn es fegensreich wirken solle; an sich
gegen diese Reichsinstanz
aber sel Unter allen Umständen
zuwenden. vicht das Mindest ein⸗
bedeute die
großen Fortschritt gegen den bestehenden Zu Worlage Ernen 8. J. 1871 hötten im Deutschen Reiche nicht wenige: ass on verschiedene Organisationen von Feuerpersicherungen bestanden ei stand, den damals der Abg. Jacobi mit Recht als eine Rechtstonfe 2. bezeichnet habe. Ein weiterer großer Uebelstand sei, daß die -. 8 Bundesstaaten auf dem Gebiete der Privatversicherung sich gegenf sün als Ausland behandelten. In den Kreisen der Versicherungsgeselschctte bedaure man, daß die öffentlich⸗rechtlichen Versicherungen nicht gleichn zeitig eine Regelung erfahren sollen, und knüpfe an diese Unterlaffäch allerlei Besorgnisse. Der Vorredner habe befürwortet, daß wenigsten neue Anstalten der letzteren Art nicht mehr errichtet werden sollns So weit könne er nicht gehen, dern er sei kein Freund von auzsichts. losen Vorschlägen, und es sei klar, daß der Bundesrath einer solchen E nicht zustimmen würde. Andererseits aber halte er den Wunsch der Privatgesellschaften für berechtigt, daß in den Versicherungsbeirath keine Beamte oder orstände der öffentlich⸗rechtlichen Institute berufen werden sollten. Die Präventivkontrole gegen die dolose Ueber⸗ und Rückversicherung gehe in dem Entwurf vielleicht etwas zu weit. Die Transportvers.⸗Aktiengesell⸗ schaften sollen dem Gesetze nicht unterstehen, die Transportversicherungs⸗ Unternehmungen auf Gegenseitigkeit aber werden ihm unterworfen; damit schaffe man eine Rechtsungleichheit, und die Kommission werde zu prüfen haben, ob für ein solches Verfahren überwiegende Zweck⸗ mäßigkeitsgründe sprechen. Gewisse Bestimmungen der Vorlage ließen auch die Gefahr einer Doppelbesteuerung für gewt e Unternehmungen auftauchen. Mit dem Vorredner sei er darin einverstanden, daß die Vorschrift, die Korzession sei zu ver⸗ sagen, wenn der Unternehmer das Gemeinwohl schädige als zu weitgehend und zu dehnbar aus dem Entwurf wieder herausmüsse; auch über die „angemessene“ Sicherheitsstellung drücke sich die Vorlage nicht bestimmt genug aus. Betreffs der Be⸗ stimmungen über die Gegenseitigkeitsversicherungen werde nur zu prüfen sein, ob sich nicht Mittel und Wege finden lassen, die kleineren Gesellschaften auf Gegenseitigkeit etwas zu entlasten. Im Prinzip sehr berechtigt sei die Vorschrift, daß die Gelder der Versicherungsgesellschaften nicht zu Spekulationszwecken verwendet werden dürfen. In der Praxis aber könnten aus dieser allgemeinen Bestimmung sich sehr schwer wiegende Nachtheile ergeben, so in dem Falle, daß eine Gesellschaft beim Zwangsverkauf eines Hauses nicht mitbieten dürste und dergleichen. Auch sonst solle man die Freiheit der Gelderanlegung nicht unnütz erschweren. Im Punkte der Staatsaussicht hätten die Versicherungsgesellschaften mit Recht sich gezen den § 64 insoweit ausgesprochen, als er die Möglichkeit zulasse, daß untergeordnete Organe die Aus⸗ übung dieses Aussichtsrechts in Anspruch nehmen könnten. Daß die Gesellschaften die Kosten der Staatsaufsicht tragen sollen, sei eine offenbare Ungerechtigkeit. Die nationalliberale Partei be⸗ grüße im Ganzen den Entwurf und billige die Prinzipien, auf denen er aufgebaut sei; sie hoffe, daß die beanstandeten Punkte durch die Kommissionsberathungen aus emerzt werden. Das deutsche Versiche⸗ rungswesen sei durch eigene Kraft zu großer Blüthe gelangt.
Bei Schluß des Blattes nahm der Abg. Rettich (d. kons.) das Wort.
*
11u1“
Die Rost⸗ und die Heizfläche der Dampftessel in Preußen 1900. 8
(Stat. Korr.) Von sämmtlichen 91 516 am 1. April 1900 in Preußen gezählten feststehenden, beweglichen und Schiffs⸗Dampffkesseln (mit Ausnahme der seitens des Landheeres und der Kriegeflotte ver⸗ wendeten sowie der Lokomotiven) besaßen 88 770 Kessel Rostfeuerung; die übrigen wurden durch gasförmigen oder flüssigen Brennstoff ge⸗ heizt oder aber von einem anderen Dampferzeuger mit Betriebsdampf versorgt. Ueber die Größe der Rostfläche jener Dampfkessel ge⸗ währen folgende Mittheilungen Auskunft. Es betrug von den mit
Rost versehenen EEö“ 1G 3 8 e Größe der Rostfläche Dampffesseln im Ganzen qm durchschnittlich qm feststehenden.. 65 844 107 788,5 1 64 beweglichen 20 354 9 468,75 auf Binnenschiffen 1 942 2 934 91 auf Seeschiffen. 630 1 638,87 überhaupt 88 770 121 831,10 Während also die Dampfkessel auf Seeschiffen durchschnittli größte Rostfläche aufweisen, folgen die feststehenden Dampfkessel an zweiter und diejenigen auf Binnenschiffen an dritter Stelle. Daß diesen gegenüber die beweglichen Dampfkessel durchschnittlich eine ver⸗ hältnißmäßig kleine Rostfläche aufweisen, erscheint leicht erklärlich.
Bei der ersten Erhebung der Dampfkessel in Preußen ergab sich zu Anfang 1879 für die 30 561 feststehenden Dampfkessel, von welchen Angaben über die Rostfl iche vorlagen, eine solche von zu⸗ sammen 47 011,86 qm, so daß auf einen Kessel durchschnittlich eine Rostfläche von 1 88 entfiel. Nach der obigen Uebersicht sst die durchschnittliche Rostfläche dieser Kessel gegenwärtig demnach eine um 0 10 qm größere. Wie sich nun die vier Hauptarten der Dampf⸗ kessel am 1. April 1900 nach der Größe ihrer Rostfläche gruppierten, läßt folgende Uebersicht erkennen. Es betrug
die Zahl der Dampfkessel: der fest⸗ der auf auf stehen- beweg⸗ Binnen⸗ See⸗ den lichen schiffen sch ffen 3 966 1 900 171 1 8 815 11 932 214 6 12 924 6 165 42 16 609 315 575 180 14 672 33 155 6 660 5 98 6 941 1 431 52 1 519 8 767 1 34 818 e1qp 39 1 — 2 746 im Ganzen 68 550 20 393 630 91 516. Bei den feststehenden Dampfkesseln bilden also die Gruppen mit einer Rostfläche von 0,50 — 1, 1—2 und 2 —3 qm die Mehrzahl; bei den beweglichen steht die Gruppe mit einer Rostfläche von 0,25 bis 0,50 qm den übrigen weit voran, indem sie mehr als die Hälfte aller dieser esls ausmacht. Unter den Dampfkesseln auf Binnenschiffen kommen solche mit einer Rostfläche von 1—2 qm am häufigsten vor; g9 Seeschiffskesseln ist dies mit denen von 2 —3 qm Rostfläche er Fall.
Während die richtige Bemessung der Rostfläche für den sparsamen Betrieb des Dampfkessels von größter Wichtigkeit ist, besitzt die Größe der Heizfläche auf die Menge des zu erzeugenden Dampfes und damit auf die Leistungsfähigkeit des Kessels überhaupt einen maßgebenden Einfluß. Von den 91 516 am 1. April 1900 in Preußen vorhanden gewesenen Dampfkesseln (mit den erwähnten Ausnahmen) ist bei 37 Lokomobilen die Größe der benetzten Heiz⸗ fläche nicht festgestellt, weil dieselben den Betriebsdampf nicht selbst erzeugten, sondern von einem anderen Dampfentwickler zugeführt er⸗
hielten; im übrigen betrug von den die Zahl die Größe der benetzten Heig fläche Dampfkesseln: im Ganzen qm durchschnittlich qm feststehenden . . . 68 5500 3 744 019 54,62 20 356 261 989
beweglichen... auf Binnenschiffen 1 943 94 622 630 54 545
auf Seeschiffen im Sansen . . 21 270 4188 iis
die Zahl
über⸗ haupt 6 038 20 967 19 553 17 679 15 255
bei einer Rostfläche von 25 qm und darunter
über 0,25 bis qm
Es betrug
sachen
der Aktenzeichen. Büchleins warm empfoh len werden. 8
Die Dampfkessel auf Seeschiffen stehen also auch mit der durch⸗ schnittlich größten benetzten Heizfläche den übrigen weit voran; 252 jenen weisen noch die feststehenden und die Dampfkessel auf Binnen⸗ schiffen eine den Durchschnitt aller Kessel übertreffende e auf; die beweglichen Dampfkessel dagegen bleiben in dieser Beziehung aus leicht erklärlichen Gründen weit hinter dem Gesammtdurchschnitte zurück. Zu Anfang 1879 belief sich der Durchschnitt der benetzten Heizfläche bei den 32 118 feststehenden Dampfkesseln auf 40,17 qm; die vorstehende Uebersicht läßt demnach erkennen, daß dieser Durch⸗ schnitt und damit die Leistungsfähigkeit der feststehenden Kessel über⸗ haupt seit 21 Jahren erheblich gestiegen ist.
Nach der Größe der benetzten Heizfläche gruppierten sich die vier Hauptarten der preußischen Dampfkessel am 1. April 1900, wie folgt.
die Zahl der Dampffkessel: der fest⸗ der auf auf stehen⸗ beweg⸗ Binnen⸗ See⸗ den lichen schiffen schiffen 5 qm und darunter 3 263 1 596 126 1 über 5 bis 25 0am 18 831 18 103 498 29 6 16165 166 487 28 75 02 „ 80 „ —. 4 689 66 163 53 176 . 4 397 22 109 65 11” . 5 087 39 110 67 E1711 43 409 340 127 909 überhaupt. 68 550 20 356 1 943 630 91 479.
Während bei den feststehenden Dampfkesseln die Gruppen mit einer Heizfläche von 5 bis 25, von 25 bis 50 und von mehr als 80 qm die übrigen weit überragen, bilden bei den beweglichen Dampfkesseln die⸗ jenigen mit einer Heizfläche von 5 bis 25 qm allein 88,9 v. H. aller dieser Kessel. Bei den Binnenschiffen sind die Kessel auf die ein⸗ zelnen Gruppen gleichmäßiger vertheilt als bei den vorgenannten; immerhin sind hier die Kessel mit einer Heizfläche von 5 bis 25, von 25 bis 50 und von über 80 qm in der Mehrzahl, und bei den Dampf⸗ kesseln auf Seeschiffen weist über die Häͤlfte allein eine Heizfläche von mehr als 80 qm auf.
im Ganzen
4 986 37 461 16 256
4 971
4 593
5 303
8 Zur Arbeiterbewegunga.
Aus Grefrath meldet die „Rh.⸗Westf. Ztg“, daß es in einer dortigen Sammetfabrik zu Lohnstreitigkeiten gekommen ist und von den 600 Arbeitern der betreffenden Firma 400 ihre Kündigung eingereicht haben. 164“ ““
Lgiteratur.
Einlegung und Begründung der Revision in Straf⸗ Praktische Anleitung zur Anfertigung strafrechtlicher Revi⸗ sionsschriften von Dr. Siegfried Löwenstern, Rechtsanwalt beim Landgericht I Berlin. Verlag von Otto Liebmann hierselbst. Kart. 2,20 ℳ — Fast jeder Band der Entscheidungen des Reichsgerichts bestätigt die Erfahrung, daß zahlresche Revisionen in Strafsachen verworfen werden, weil der Beschwerdeführer bei Einlegung oder Begründung des Rechts⸗ mittels Fehler begangen oder die vorhandenen Revisionsgründe in unzulänglicher Weise geltend gemacht bat. Die Abfassung der hier Lö-veeg Schrift ist daher sehr dankenswerth. Sie giebt dem in der Anfertigung strafrechtlicher Revistonsschriften Ungeübten in ge⸗ drängter Kürze eine Uebersicht über die leitenden allgemeinen Gesichts⸗ punkte und weist ihn auf diejenigen Rügen hin, die erfahrungsgemäß am häufigsten zur Aufhebung von Urtheilen in der Revisions⸗ instanz führen. Die in der Strafprozeßordnung gekenn⸗ zeichneten Revisionsgründe sind im engsten Anschluß an die reichhaltige Rechtsprechung des Reichsgerichts erläutert und die Besonderheiten der Revision gegen Urtheile der Schwurgerichte für sich zusammengestellt. Die unbegrenzte Zahl der die Revision begründenden Rechtsver⸗ letzungen mußte naturgemäß eine Erörterung aller Einzelfälle aus⸗ schließen; das gebotene Material genügt indessen, um dem Beschwerde⸗ führer eine Richtschnur auch für solche Fälle zu geben, die eine be⸗ sondere Behandlung nicht erfahren haben. Auch der erfahrene Prak⸗ tiker wird aus dem Buche noch Nutzen ziehen.
— Die gerichtliche Aktenkunde. Ein Leitfaden zur Ein⸗ führung in die Praxts, insbesondere für Referendare, von Dr. Paul Schellhas, Amtsrichter. Berlin, Verlag von Otto Liebmann. Geh. 1,20 ℳ — Dieses Büchlein fußt im wesentlichen auf den neuen, am 1. Januar d. J. in Kraft getretenen Geschäftsordnungen für die Gerichtsschreibereien der Amts⸗, Land⸗ und Oberlandesgerichte und behandelt in vier b die „Bedeutung des Aktenwesens“, „Akten und Akteninhalt“, das Dezernat“ und die „Gerichts⸗ schreiberei“.. Ein Anhang enthält Beispiele für das Zivil⸗ und das Strafprozeßregister, das Nummernverzeichniß, die Nach⸗ weisung zu Vormundschafts⸗, Pflezschafts⸗ und Beistandschaftsakten sowie einen Geschäftskalender und giebt ferner eine Zusammenstellung Den jungen Juristen kann das Studium des
Land⸗ und Forstwirthschaft. Getreidehandel in Argentinien.
Ausfuhr von Getreide aus dem Hafen von Buenos Aires für die Zeit vom 1. bis 15. Oktober 1900.
Gesammt⸗ menge
Getreideart Verschiffungsziel .v in “ negee. n 2.
bolsas)
104 885 89 207 75 456
13 648
11 093
6 377
4 057
1 814
43 876
350 413
36 968 34 004 27 573 9 563
4 191 187 789
332 696 21 177 1 702 113
Mais Frankreich
Süd⸗Afrika England Belgien Italien Deutschland Brasilien Spanien
Ordre zusammen
England Brasilien Niederlande Belgien Spanien Deutschland
Ordre ausammen
Frankreich
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GFegenwerth der höchsten und niedrigsten Preise in Mark nach d urch⸗ schnittskurse von § m/n 1 = 1,
Fm/n bis Sm/n 4,05 „ 4,10 6166
uter und feiner 6,80 6,90 “ 6,00 „ 8,50 1424“““ „ 14,40
) Hie bens 5 98,69
Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs⸗ Maßregeln.
Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten.
(Aus den „Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts“, Nr. 48 vom 28. November 1900.)
Pest.
Großbritannien. Der Hafen von Glasgow ist unter Bezugnabme auf Kap. II Titel II der Venediger Uebereinkunft amtlich für pestfrei seit dem 14. November erklärt worden.
Egypten. Von den beiden am 11. November neu gemeldeten Pestkranken ist der eine am 13. d. M. gestorben. Weitere Erkrankungen waren bis zum 17. November nicht vorgekommen.
Britisch⸗Ostindien. Während der am 26. Oktober ab⸗ gelaufenen Woche wurden in der Präsidentschaft Bombay 1417 Erkrankungen (und 1132 Todesfälle) an der Pest festgestellt, d. b. 434 (226) weniger als in der Woche vorher; der Nachlaß der Seuche⸗ ist besonders in den großen Städten bemerkbar gewesen. In der Stadt Bombay sind während der am 27. Oktober endenden Woche 113 neue Erkrankungen und 80 Todesfälle an der Pest zur Anzeige gelangt; im Ganzen starben daselbst 835 Personen, d. b. 50 weniger als in der Vorwoche, und außer dea 80 der Pest Erlegenen waren 214 unter Pestverdacht gestorben.
Hongkong. In der Zeit vom 16. September bis 13 Oktober sind nach amtlichen Veröffentlichungen in der Kolonie 13 Erkrankungen und ebenso viele Todesfälle an der Pest vorgekommen; davon ent⸗ fielen 11 auf die Stadt Viktoria
Madagaskar. Zufolge amtlicher Mittheilung ist seit dem 23. Oktober in Tamatave kein Pestfall mehr vorgekommen.
Queensland. Nach dem Wochenausweise der Zentral⸗Gesund⸗ heitsbebörde zu Brisbane sind in der am 6. Oktober endenden Woche weder Erkrankungen noch Todesfälle an Pest in der Kolonie festgestellt, dagegen sollen zufolge anderweitiger Mittheilung während der folgenden, am 13. Oktober abgelaufenen Woche in Brisbane 3 neue Er⸗ krankungen und 2 Todesfälle T Pest beobachtet sein.
olera.
Britisch⸗Ostindien. In Kalkutta sind in der Zeit vom 14. bis 20. Oktober 17 Personen an der Cholera gestorben.
Verschiedene Krankheiten.
Pocken: Glasgow 2, Ovdessa 7, *— 15, St. Petersburg 2, Warschau 31, Kalkutta 6 Todesfälle; Paris 68, St. Petersburg 47, Warschau (Krankenhäuser) 36 Erkrankungen; Flecktyphus: St. Petersburg 5 Erkrankungen; Genickstarre: New YPork 6 Todes⸗ fälle; Reg.⸗Bez. Düsseldorf 2 Erkrankungen; Milzbrand: New Vork 1 Todesfall; Varizellen: Nürnberg 27, Buda⸗ pest 75, Prag 29, Wien 113 Erkrankungen; Rothlauf: Wien 39 Erkrankungen; Influenza: Berlin 5 London 17, Moskau 2, Petersburg 4 Todesfälle; Kopenhagen 56, St. Petersburg 33 Er⸗ krankungen; Keuchhusten: Hamburg 23. Wien 36 Erkrankungen; Lungenentzündung: Warschau (Krankenhäuser) 34 Erkrankungen. — Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenen starb an Masern (Durchschnitt aller deutschen Berichtsorte 1886/95: 1,15 %): in Er⸗ furt, Mannheim — Erkrankungen kamen zur Meldung in Berlin 37, in den Reg.⸗Bezirken Düsseldorf 188, Hildesheim 149, Königs⸗ berg 220, Schleswig 168, in München 62, Hamburz 78, Buda⸗ pest 132, Edinburg 110, Kopenhagen 39, New York 36. St. Peters⸗ burg 110, Wien 505 — desgl. an Scharlach (1886/95: 0,91 %): in Beuthen, Duisburg, Elbing, Essen — Erkrankungen wurden an⸗ gezeigt in Berlin 37, in den Reg⸗Bezirken Arnsberg 95, Düsseldorf 174, Königsberg 105, in Hamburg 77, Budapest 65, Edinburg 32, Kopenhagen 40, London (Krankenbäuser) 261, New York 55, Paris 58, St. Petersburg 116, Stockholm 25, Wien 61 — desgl an Diphtherie und Croup (1886/95: 4,27 %): in Dessan — Er⸗ krankungen wurden gemeldet in Berlin 72, Hamburg 29, Budapest 21, London (Krankenhäuser) 207, New York 196, Paris 71, St. Petersburg 134, Steockholm 58, Warschau (Kranken⸗ häuser) 21, Wien 59; ferner kamen Erkrankungen an Unterletbs⸗ typhus zur Anzeige in Kovenhagen 39, London (Krankenhäuser) 67, New York 88, Paris 75, St. Petersburg 166. b
Verdingungen im Auslan de.
8 Oesterreich⸗Ungarn.
6. Dezember, 12 Uhr. K. K. Staatsbahn⸗Direktion in Krakau: Lieferung von Walzeisen, Eifen⸗ und Stahlblechen, sowie Stahl.
10. Dezember, 12 Uhr. K. K. Staatsbahn⸗Direktion in Lemberg: Lieferung von Walzeisen, verschiedenen Ei bleche nd Stahl. Näheres bei den genannten Direktionen.
Spanien. “ .
20. Dezember. Ayuntamiento Constitutional in Chinchilla: Einrichtung und Betrieb elektrischer Beleuchtung für die Dauer von 20 Jahren in Chinchilla (130 — 250 Glühlampen, 10 kerzig). Ver⸗ gütung im ersten Jahr 22,50 Peseten und in den folgenden Jahren 20 Peseten für 10 Kerzen⸗Licht per Jahr. Kaution 1800 Peseten. Angebote an die obengenannte Stelle.
Belgien.
Bis 4. Dezember. Ministère des Finances et des travaux publics, 5, Rue Beijaert in Brüssel: Liefe ung von 24 000 kg Blet in Blöcken von 3 kg und von 24 000 kg Blei für den Zolldienst für 1901. Das Lastenheft ist im Ministerium erhältlich. (Bureau Nr. 50.)
Bis 5. Dezember, 11 Uhr. Börse in Brüssel: Lieferung von Blechen, Profil⸗Eisen und Profil⸗Stahl für die Staatswerft in Ostende für 1901. 17 000 Fr. Kaution 1700 Fr. Spezial⸗Lasten⸗ heft Nr. 15 und Avis Nr. 25.
Bis 10. Dezember, 11 Uhr. Hôötel communal in Jumet (Henne⸗ gau): Lieferung und Einrichtung einer Accumulatoren⸗Batterie von 268 Elementen und einer Leistungsfähigkeit von 450 Ampere⸗Stunden. Angebote bis 8. Dezember.
Bis 10. Dezember. Gouverneur de la province in Antwerpen: Lieferung von 100 000 kg Steinkohlen 1 Güte für die Sanitäts⸗ Station in Dael zum Hetzen von Schiffskesseln. Kaution 200 Fr
Bis 19. Dezember, 11 Uhr. Börse in Brüssel: Lieferung für 1901 von 5000 Gitterstangen aus Eisen (27 700 kg) für die Dampf⸗ kessel der Staats⸗Marine in Ostende. Kaution 900 Fr. Spezial⸗ Lastenheft Nr. 24. 8.
Serbien.
17. Dezember. Direktion der Staats. Monopole in Belgrad: Lieferung von verschiedenen Sorten und Mengen Papier, Karton⸗ papier, Materialwaaren, Brettern, Kohlen, Blech, Nägeln, Eisen, eilen, Draht, Schrauben. Muster vnd Bedingungen hei obiger
irektion. Kaution 20 % Norwegen.
15. Januar 1901, 2 Uhr. Wasserwerke (Kield Stubs Gade Nr. 1) Christiania: Preisausschreiben für Pläne, betv. die Ueber⸗ tragung elektrischer Kraft von den der Stadt Christianta gehörigen Wasserfällen „Wittenberg — Halfredsfossen“. Preise 8000, 3000 und 2000 Kronen. Bedingungen für 25 Kronen hei obengenannter Stelle.
Verkehrs⸗Anstalten. Laut aus Köln (Rhein) hat die zweite
sst Post über Ostende vom 28. November in Köln den Anschluß an Zug 31 nach Berlin über Hildesheim wiategnubc“
Im Verkehr mit den deutschen Postanstalten in China und im EE Kiautschou, welche am Postanweisungs⸗ dienst mit Deutschland theilnehmen, sind von jetzt ab Nachnahmen auf eingeschriebenen Briefpostsendungen zugelassen. Die Postanstalt am Bestimmungsorte bringt von dem eingezogenen Be⸗ “ Postanweisungsgebühr und eine Einziehungsgebühr von 10
8 .
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Hamburg, 28. Novemker. (W. T. B.) Der 18 landria“ der Hamburg⸗Amerika⸗Linie wird auf der Rei stiegschiffewerst zum Lazarethschiff für China umgebaut.
Bremen, 28. November. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Dampfer „Kaiser Wilhelm der 2 27. Nov. v. New York n. Bremen abgeg. „Trave“, v. New York kommend, 28 Nov. Hurst Castle passiert.
— 29. November. (W. T. B.) Dampfer „Nürnberg“ 24. Novbr. in Manila angek. „Lahn“, n. New York best., 28. Novbr. Dover pass. Prinz⸗Regent Luitpold“ v. New York 28. Novbr. a. d. Weser, „Stuttgart“ v. Ost⸗Asien 27. Novbr. und „München“ v. Australten 28. Novbr. in Hongkong, sowie „Trave“, v. New York kommend, in Southampton angek. Letztgenannter Dampfer hat die Reise n. Bremen fortges. und überbringt 199 Passagiere nebft voller Ladung. „Oldenburg“, v. Ost⸗Asien kommend, 28. Nov. in Genua angek. „Aachen“, v. Ost⸗Asien kommend, 28. Nov. Perim pafsiert. Bamberg“, v. Ost⸗Asien kommend, 28. Nev. in Suez an⸗ gekommen. „Königin Luise“ 28. Nov. v. Fremantle n. Bremen, „Aller“ v. New Pork n. Genua abgeg. „Prinzessin Irene“, n. Ost⸗ Asien best.,, in Colombo angek. „Preußen“ 28. Nov. v. Neapel n. New PYork. „Krefeld“ v. Taku und „Köln“ v. Port Said n. Bremen abgeg. „H. H. Meier“, v. Ost⸗Asien kommend, 29. Nov. in Bremer⸗ haven und „Mainz“ v Bremen in New York angek. Hamdurg, 29. November. (W. T. B.) Hamburg⸗Amerika⸗ Linte. Dampofer „Graf Waldersece“, v. Hamburg n. New York, 28 Nov. v. Plymouth und „Fürst Bismarck“, v. New York n. Genua, v. Neapel abgeg. „Lady Armstrong“, v. New York n. Stettin, 28. Nov. in Kopenhagen angek. „Pennsylvania“, v. New York n. Hamburg, 29. Nov. Cuxhaven, „Asia“, v. Hamburg über Tampico n. New Oeleans, 28. Nov. Cuxhaven passtert. „Dacia“, p. Hamburg n. Süd⸗Brasilien, 27. Nov. v. Funchal abgeg. „Bosnia“ 28. Nov. in Saigon und „Aragonia in Pokohama angek. „Suevia“ 28. Nov. v. Singapore n. Penang abgegangen.
London, 28. November. (W. T. B.) Castle⸗Linie. Dampfer „Dunvegan Castle“ heute auf Ausreise in Madetra, „Avondale Castle“ Montag auf Heimreise in Southampton, „Dunolly Castle“ und „Kinfauns Castle“ heute auf Ausreise in Kapstadt angekommen.
Union⸗Linie. Dampfer „Goorkha“ Montag auf Heimreise von Durban (Natal) abgeg. „Moor“ heute auf Heimreise in Madeira angekommen.
Rotterdam, 28. November. (W. T. B.) Holland⸗Amerika⸗ Linie. Dampfer „Maasdam“ v. New York heute in Rotterdam angekommen. Theater und Musik.
Im Königlichen Opernhause wird morgen als dritter Abend der Gesammt⸗Aufführung von Richard Wagner's Bühnenfest⸗ spiel „Der Ring des Nibelungen“ „Siegfried“ in nachstehender Be⸗ setzung gegeben: Siegfried: Herr Kraus; Mime: Herr Lieban; Der Wanderer (Wotan): Herr Bachmann; Brünnhilde: Frau Gulbranson; Erda: Frau Goetze; Alberich: Herr Nebe; Fafner: Herr Wittekopf; Waldvogel: Frau Herzog. Kapellmeister Dr. Muck dirigiert.
Im Königlichen Schauspielhause geht morgen Goethe’s Schauspiel „Torquato Tasso“ mit Herrn Matkowsky in der Titel⸗ rolle in Scene. Den Herzog Alphons spielt Herr Ludwig, die Leonore von Este Fräulein Poppe, die Leonore von Sanvitale Fräulein Lindner, den Antonto Montecatino Herr Kraußneck. — Am Sonnabend geht zum ersten Male „Agnes Bernauer“, ein deutsches Trauerspiel in fünf Aufzügen von Friedrich Hebbel, in Scene. In den Hauptrollen sind die Damen Wachner und von Mayburg, die Herren Molenar, Christians, Oberlaender, Nesper, Arndt, Kraußneck, Boettcher, Bollmer und Link beschäftigt. Das Werk ist vom Ober⸗Regisseur Grube in Scene gesetzt, die dekorative Einrichtung hat der Ober⸗Inspektor Brandt besorgt.
Im Neuen Königlichen Opern⸗Theater wird am Sonn⸗ tag zu ermäßigten Preisen „Turandot, Prinzessin von China“ gegeben. — Mit Allerhöchster Genehmtgung veranstaltet am Montag, den 10. Dezember, das Deutsche Hilfs⸗Comité für Ost⸗Asien ein großes Konzert unser Mitwirkung der Königlichen Kapelle, des Königlichen Opernchors und erster Solokräfte der Königlichen Oper. Preise der Plätze: Mittel⸗Parquet 1 — 12. Reihe 20 ℳ, 13 — 17. Reihe 15 ℳ, 18. bis 22. Reihe 10 ℳ; Mittel⸗Balkon 1. und 2. Reihe 20 ℳ, 3. und 4. Reihe 10 ℳ; Seiten⸗Balkon 1. und 2 Reihe 15 ℳ, 3. bis 5. Reihe 8 ℳ; Seiten⸗Parquet 8 ℳ; Tribüne 5 ℳ; Stehplatz 3 ℳ Der Billetverkauf beginnt am nächsten Montag in der Hotf⸗ Musikalienhandlung von Bote u. Bock, Leipzigerstraße 37. — In nächster Zrit findet im Neuen Königlichen Opern⸗Theater eine Gedenkfeier für den verstorbenen englischen Komponisten Sir Arthur Sullivan statt.
Im Schiller⸗Theater ist die nächste Aufführung des Lust⸗ sviels „Die Welt, in der man sich langweilt“ für Sonntag, den 2 Dezember, Nachmittags angesetzt. Die erste Aufführung der Posse „Die Maschinenbauer“ von Weihrauch ist für die erste Hälfte des Dezember in Aussicht genommen.
Im Theater des Westens gelangt am Sonnabend Nachmittag in neuer Ausstattung das Weihnachtsmärchen „Sneewittchen bei den sieben Zwergen“ zum ersten Male zur Aufführung. Die Inscenierung hat Herr Direktor Wilbelm Hock übernommen, und die Einstudierung der Ballets leitete Fräulein Stralucky. Die Vorstellungen des Weih⸗ nachtsmärchens finden in weiterer Folge jeden Mittwoch und Sonn⸗ abend bei ermäßigten Preisen statt.
Im Thalia⸗Theater geht morgen, Freitag, die neue Aus⸗ stattungsposse „Amor von heute“ zum ersten Mal in Secene.
Im zweiten Abonnements⸗Konzert des Streich Orchesters Berliner Tonkünstlerinnen (Dirigent: Willy Benda), am 12. Dezember, im Beethoven⸗Saal, wirkt die Sängerin Luise Angerer mit. b
Herr CEugen Gura singt in seinem am Sonntag im Beet hoven⸗Saal stattsindenden Lieder⸗ und Balladen⸗Abend u. a. di Loewe'schen Balladen: „Tom der Reimer“, „Die Glocken zu Speier“’, „Die verfallene Mühle“, „Fridericus Rex“, und von Hugo Wol die Lieder: „An die Geliebte“, „Der König bei der Krönung“, „Der Freund“, „Der Rattenfänger“, „Storchenbotschaft“ und „Fußreise“.
Der Akademische Quartett⸗Verein an der Berliner Universität veranstaltet unter Mitwirkung des Akademischen Orchestervereins am Freitag, den 7. Dezember, ein Konzert zum Besten des Ostmarken⸗Vereins in der Aula des Sophien Gymnasiums (Weinmeisterstraße 15). Geleitet wird dasselbe von dem Sangesmeister des Vereins, Herrn Langelütje, dem Nachfolger Professor Beeunanns als Gesanglehrer am Gymnasium zum Grauen Kloster. Einlatzkarten zum Preise von 1.50 ℳ sind bei dem Vor sitzenden des Vereins, Herrn Apotheker und cand. med. Friedrich . (Dunckerstr. 3), sowie am Saaleingang bei Vorausbestellun
uflich. h 3
Morgen, Freitag, findet Königliche Parforce⸗Ja statt. Stelldichein: 12 ¾ Uhr Jagdschloß Grunewald, 1 ¼ Uhr am Saugarten.
Mannigfaltiges. Berlin, den 29. Novemher 190.
vC1“ 8 Der geschäftsführende Ausschuß der „Internationalen Aus stellung für Feuerschutz und Feuerrettungswesen Berlin 1901“*%9 dielt am Montag im großen Saale des Reichs⸗Postamts unter dem Vorsitz des Staatssekretärs von Podbielski seine dierte Sitzung ab. Der Bericht des Geschäftsführers, Kommerzien⸗ raths Jacob, ergab, daß eine starke v an der Ausstellung
aus dem In⸗ und Auslande gesichert ist; die bedeutenderen Firmen der naäͤchstberheiligten eschatt weige werden, wie