1901 / 9 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 11 Jan 1901 18:00:01 GMT) scan diff

AN—e““

Die gestrige Sitzung der Stadtverordneten wurde du

Vorsteher⸗Stellvertreter Michelet mit einem Nachruf für den aus dem Leben geschiedenen Bürgermeister Brinkmann eröffnet. Als⸗ dann folgte der namens des Ausschusses von dem Stadtv. Mommsen erstattete Bericht über die aus Anlaß des zweihundertjährigen Bestehens des Königreichs Preußen zu errichtende „König Friedrich⸗Stiftung“; dieselbe, welche seitens der Stadtgemeinde mit einem Kapital von einer Million Mark ausgestattet werden soll, soll bekanntlich den Bwe haben, minderbemittelten Einwohnern der Stadt Berlin ei der Erlangung billiger und gesunder Wohnungen behilflich zu sein. Der Ausschuß hatte im Großen und Ganzen die betreffende Magistratsvorlage gutgeheißen. Der Stadtv. Singer bekämpfte die Vorlage, indem er die schon bei der ersten Berathung geltend gemachten Argumente wieder ins Feld führte, welche der Stadtv. Dr. Nathan, für die Vorlage eintretend, zurückwies. Nach weiterer Debatte, an welcher sich die Stadtvv. Cassel, Pretzel, Wallach und Fähndrich und der O ürgermeister Kirschner betheiligten, gelangte die Vorlage zur Annahme. Im ferneren Verlauf der Sitzung wurde nach Er⸗ ledigung kleinerer Vorlagen ein Antrag des Stadtv. Karl Goldschmidt I., den Magistrat zu ersuchen, recht bald einen Entwurf zum Neubau einer Brücke im Zuge der Adalbertstraße vorzulegen, nach kurzer Debatte angenommen. Zum Schluß erklärte sich die Versammlung mit der Ueberlassung des Festsaales im Rathhause an den „Zentralverein für Hebung der deutschen Fluß⸗ und Kanal⸗Schiffahrt“ am 20. d. M. ein⸗ verstanden. An die öffentliche schloß sich eine geheime Sitzung an.

Bei dem am 22. Januar im Neuen Königlichen Opern⸗ Theater stattfindenden Fest des Vaterländischen Frauen⸗ vereins, Zweigverein Berlin, wird das Tanzgedicht „Wiener Walzer“, welches s. Zt. im hiesigen Königlichen Opernhause mit vielem Beifall gegeben wurde, von ca. 340 Damen und Herren der Berliner Gesellschaft aufgeführt werden. Schon seit Wochen finden die Proben des Stücks und seiner zahlreichen Einlagen unter Leitung des Universitäts⸗Tanzlehrers Herrn Otto Zorn statt. Die Ver⸗ asser und der Komponist haben ihr Werk dem guten Zweck

eeundlichst zur Verfügung gestellt. Die Räume des Neuen König⸗ lichen Opernhauses werden sich in den Wiener Prater verwandeln; das Riesenrad, die Karussels, die Wiener Stadtbahn, diese in sezessionistischer Form, harren der Besucher; auch das „Brettl“ ist nicht vergessen. Von dem Fest findet nur eine Wiederholung, an einem der darauf folgenden Tage, statt. Sämmtliche Einnahmen fließen dem Unterhaltungsfonds des Auguste Victoria⸗Kranken⸗ hauses vom Rothen Kreuz zu, dessen Hauptzweck die Ausbildung von Kriegskrankenpflegerinnen ist.

Bei dem am 17. d. M. in der Philharmonie stattfindenden Goethefest“ werden die Kammersängerin Frau Lilli Lehmann und Fräulein Luise Dumont vom Deutschen Theater im Kostüm Goethe⸗ Lyrik in Gesang und Deklamation zum Vortrag bringen. Ernst von Wolzogen’s „Buntes Theater“ („Ueberbrettl“) bringt in seinem nur für diesen Abend zusammengestellten Programm u. a. das Auftreten der vielgenannten Dichterin Marie Madeleine, welche eigene Dichtungen rezitieren und durch Mimik illustrieren wird, und einen parodistischen Klaviervortrag des Herrn Woldemar Sacks. Eingeleitet wird die Vorstellung durch Ernst von Wolzogen als „Conférencier“

in einer humoristischen Dichtung von Fritz Engel.

Die Deutsche Gesellschaft für volksthümliche Natur⸗

kunde veranstaltet am Montag, den 14. Januar, Abends 8 ½ Uhr, in

den Germania⸗Sälen, Chausseestraße 103, einen großen öffent⸗ lichen Demonstrations⸗Vortrag mit Lichtbildern. Herr Professor Dr. L. Plate spricht über „Die niedrigsten thierisch

wesen“. Der Eintritt ist frei.

Die Firma Max Krause, Fabrik von Papierausstattung, Berlin SW., Beut ftraß⸗ 7, ließ zur 200 jährigen Jubel⸗ feier des Königreichs reußen eine Jubiläums⸗Postkarte erscheinen, welche auf den in einander verschlungenen Buch⸗ staben F und W in von Fahnen, Lorbeer⸗ und earae⸗ umgebenen Schilden die photographis Brustbilder des Königs Friedrich I. und Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. mit der Königs⸗ und der Kaiserkrone und dem die Schwingen darüber ausbreitenden preußischen Adler zeigt. Darunter liest man die Jahreszahlen 1701 und 1901. Die Aus⸗ führung des die Bildnisse umrahmenden Ornaments in zartem Grau mit Gold und Reliefpressung ist vornehm und geschmackvoll und der Preis der Karte (15 ₰) in Anbetracht derselben ein geringer.

Essen (Ruhr), 11. Januar. (W. T. B.) Wie die „Rheinisch⸗ Westfälische Zeitung“ meldet, sind die vier vorgestern auf der Zeche „Shamrock“ I und II verunglückten Bergleute ihren Ver⸗ letzungen erlegen. (Vgl. Nr. 8 d. Bl.)

Prag, 10. Januar. (W. T. B.) Heute Morgen um 4 Uhr wurde in Neustadt an der Mettau ein starkes Erd beben ver⸗ spürt. Auch in Nachod erfolgte ein heftiger Erdstoß. Angeblich ist in einer Ortschaft das Schulgebäude beschädigt.

Marseille, 11. Januar. (W. T. B.) Der Marine⸗Kommandant von Marseille, Admiral Besson erhielt ein Telegramm aus 5 araman von heute früh 5 Uhr 10 Minuten, in welchem es heißt: Man wolle nochmals versuchen, eine Verbindung mittels Seiles zwischen der Küste und dem Dampfer „Russie“ herzustellen. Das Wetter sei etwas milder, die Lootsen erklärten jedoch, daß das Meer noch stürmischer sei als gestern. Aus Faraman von heute Morgen 8 Uhr wird gemeldet: Alle Passagiere und die gesammte Mann⸗ schaft des Dampfers „Russie“ sind soeben wohlbehalten gelandet (Vgl. Nr. 8 d. Bl.).

Aequi (Piemont), 10. Januar. (W. T. B.) Heute wurden 82 8 leichte Erdstöße verspürt, die jedoch keinen Schaden an⸗ richteten.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Weimar, 11. Januar. (W. T. B.) Aus Anlaß der Beisetzung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Carl Alexander tragen die öffentlichen Gebäude reichen Trauerschmuck, ebenso die Privatgebäude, namentlich in den Straßen, welche der Trauerzug berührte. Der Balkon des Rathhauses ves die Kolossalbüste des verewigten Landesfürsten. Auf den Plätzen erheben sich mit silbernen Palmenzweigen und mit Engelsköpfen verzierte Postamente, welche Feuerschalen tragen und durch umflorte Guir⸗ landen, von denen schwarze, silberbefranzte Festons herab⸗ hängen, verbunden sind. Schon seit früher Morgen⸗ stunde waren die Straßen, durch welche der Trauerzug sich zu bewegen hatte, von einer dicht gedrängten Menschen⸗ menge umsäumt. Auf dem Platze vor der Hofkirche, welcher für das Publikum abgesperrt war, versammelten sich von 11 Uhr an die zur Beisetzung eingetroffenen Fürstlichkeiten, der Groß⸗ herzogliche Hofstaat, die Zivil⸗ und die Militärbehörden sowie zahlreiche Abordnungen. Kurz nach 11 ½ Uhr betrat Seine Königliche Hoheit der Großherzog Wilhelm Ernst mit

dem als Vertreter erschienenen kommandierenden General des XI. Armee⸗ Korps, General der Infanterie von Wittich, und die übrigen Fürstlichkeiten, unter dem Geläute aller Glocken der Stadt die Hofkirche. Nach einem kurzen Gebet wurde der Sarg auf den vor dem Südportal der Kirche haltenden achtspännigen Leichenwagen gehoben, worauf sich der Zug in Bewegung setzte, während die zur Leichen⸗ parade kommandierten Truppen präsentierten. In dem uge, der von Ordonnanz⸗Gendarmen eröffnet wurde, chritten vor dem Leichenwagen die Geistlichkeit und die Hofchargen; hinter dem Wagen folgte Seine König liche Hoheit der Großherzog mit dem General von Wittich und den zur Trauerfeier eingetroffenen Fürstlichkeiten. Unter denselben befanden sich Seine Königliche Hoheit der Prin Albrecht von Preußen, Seine Kaiserliche der Großfürst

Hoheit der Erbgrofherzog von Baden, Seine Hoheit der Herzog⸗Regent von Mecklenburg⸗Schwerin, Seine Königliche Füher der Fürst von Bulgarien und der Prinz Rudolf Lob owitz, ꝛc. als Vertreter Seiner Majestät des Kaisers von Oesterreich. Ihnen schlossen sich das diplomatische Korps, die Minister, die Vertreter der Universität Jena und die übrigen militärischen und sonstigen Abordnungen an. Der Zug be⸗ wegte sich über den Karls⸗ und den Theaterplatz durch die Schiller⸗ und die Amalienstraße nach der Fürstengruft.

London, 11. Januar. (W. B. B.) Bureau“ veröffentlicht die nachstehenden Depeschen:

Victoria, 9. Januar. von hier gesehen worden.

Porterville, 9. Januar. Es geht das Gerücht, daß Kap⸗ kolonisten sich mit dem Feinde im Calvinia⸗Distrikt ver⸗ einigen. Zwanzig Meilen von hier sind Buren gesehen worden.

Kapstadt, 10. Januar. Der General Brabant geht am Sonntag oder Montag zur Front ab. Es sind bereits 4000 Bürger als Stadtgarden eingeschrieben worden.

Cradock, 9. Januar. Wie berichtet wird, befanden sich 900 Buren unter dem Kommando von Kruttzinger gestern 15 Meilen von Richmond entfernt in der Richtung auf Murraysburg auf dem Marsche. Piquetberg Road, 10. Januar. Ungefähr 500 Buren sind in Doornriver, siebzig Meilen südlich von Calvinia, eingetroffen und werden entweder auf Clanwilliam oder längs der Küste vorrücken. Ein britisches Kriegsschiff in der Lambertbay setzte Matrosen und Geschütze an Land, welche verschanzt wurden. Der General Hertzog mit dem 700 Mann starken Hauptkorps der Buren hat das Rogge⸗ veld⸗Gebirge überschritten und steht fünfzig Meilen östlich von Clanwilliam.

Washington, 10. Januar. (Meldung des „Reuter'schen Bureaus“.) Die Regierung hat den Vorschlag, die Ver⸗ handlungen über die Entschädigungen und die Revision der Handelsverträge von Peking zu verlegen, zurückgezogen, weil einige Mächte demselben nicht sympathisch gegenüber⸗ ständen, andere unschlüssig seien.

Wetterbericht vom 11. Januar 1901, 8 Uhr Vormittags.

Sonntag: fliegende

Name der Wind⸗

Neues Opern⸗Theater: Geschlossen. Opernhaus. 12. Holländer. Akten von Richard Wagner. Schauspielhaus. 13. Vorstellung. Die Quitzow’s.

er Preisen: Sylvesternacht. in Flachsmann als Erzieher. Montag: Johannisfeuer.

Der Romantische Oper Anfang 7 ½ Uhr.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu volksthümlichen Abends

Zirkus Schumann. Sonnabend, Abends präzise 7 ½ Uhr: XVI. Grande Soirée High- Life. Gala⸗Programm. Zum 111. Male: Großes Mandgen⸗ und Wasserschaustück China.

7 ½ Uhr:

Constantin Constantinowitsch von Rußland, Seine Königliche

Das „Reuter'sche

Bewaffnete Buren sind 30 Meilen

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.) 8

veratur

in Celsius.

stärke, Wind⸗ richtung

Beobachtungs⸗ Wetter.

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niveau reduz.

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Barometerst. a. 0 °u. Meeres

764,2 2 2 wolkenlos 759,8 2 3 wolkig 4

760,0

Stornoway. Blacksod... Shields ... Scilly.. Isle d'Aix . 11“ Vlissingen.. berr.. Christiansund Skudesnaes. Skagen ... Kopenhagen. Karlstad ... Stockholm . Wisby.... Haparanda . Borkum ... Keitum Hamburg .. Swinemünde Rügenwalder⸗ münde Neufahrwasser Memel...

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wolkig

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1 Nebel 1 Dunst Uheiter 4 bedeckt 1 bedeckt 2 Dunst 2 Nebel 2 Nebel 4 halb bed. 2heiter 1 Dunst 1 wolkenlos 2 wolkenlos 3 wolkenlos

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8865. Seeen. 765,7 Berlin... 768,6 Chemnitz. 769,6 Breslau .. Frankfurt (Main) .. Karlsruhe .. 2bedeckt München.. 3 wolkig

Ein Maxrimum von über 770 mm liegt über Westrußland, Depressionen von unter 760 mm über den britischen Inseln und Nordwestrußland. 8 Deutschland herrscht ruhiges Frostwetter, im

üden trübe und wärmer, sonst heiter und etwas kälter. Wenig Aenderung wahrscheinlich.

Deutsche Seewarte.

SS

5 06007

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bo 8⸗*

Theater.

Konigliche Schauspiele. Sonnabend: Opern⸗

haus. 11. Vorstellugg. Der Barbier von Bagdad. Komische Oper in 2 Aufzügen von Peter Cornelius. Die rothen Schuhe. Tanzlegende in 4 Bildern von H. Regel, und J. Haßreiter. Musik von Raoul Mader. Aaran 7 ½ Uhr. Schauspielhaus. 12. Vorstellung. Agnes Bernauer. Ein deutsches Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Hebbel. Anfang 7 ½ Uhr.

Vaterländisches Drama in 4 Aufzügen von Ernst von Wildenbruch. Anfang 7 ½ Uhr.

Neues Opern⸗Theater. Der Compagnon.

Auf Allerhöchsten Befehl findet Mittwoch, den 13. Februar cr., in den Räumen des Königlichen Opernhauses ein Subskriptions⸗Ball statt. Gesuche um Ballkarten werden entgegengenommen. Dieselben müssen schriftlich gestellt, die genaue Be⸗ zeichnung (Name, Stand, Wohnung) derjenigen Per⸗ sonen enthalten, für welche Ballkarten gewünscht werden. Doppel⸗Meldungen (Zeichnung in den Subskriptions⸗ Listen und besondere Gesuche) müssen vermieden werden. Noch eingehende Meldungen um Zuschauer⸗Billets können nicht mehr berücksichtigt werden. Alle den Subskriptions⸗Ball betreffenden Schreiben wolle man unter der Adresse: General⸗Intendantur der Königlichen Schauspiele, Dorotheenstraße 2, ein⸗ reichen und mit der Aufschrift „Ball⸗Angelegenheit“ versehen. Eine besondere Beantwortung solcher Gesuche kann bei der umfangreichen Arbeit unter keinen Umständen stattfinden. General⸗Intendantur der Königlichen Schauspiele.

Deutsches Theater. Sonnabend: Michael Kramer. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonntag, Nachmittags 2 ½ Uhr: Die Weber. Abends 7 ¾ Uhr: Rosenmontag. 1“

Montag: Rosenmontag. I

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Berliner Theater. Sonnabend: Die strengen

Herren. Nachm ub

Sonntag, 2 ittags Uhr: Die deutschen Kleinstädter. Abends 7 ½ Uhr: Die beiden Leonoren.

Montag: Ueber unsere Kraft. (I. Theil.)

Schiller⸗Theater. Sonnabend, Abends 8 Uhr:

Die Tochter des Herrn Fabricius. Schauspiel in 4 Aufzügen von Adolf Wilbrandt. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Ephraim’s Breite. Abends 8 Uhr: Die Drientreise. Montag, Abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Freiwild.

Theater des Westens. Sonnabend, Nach⸗ mittags: Sneewittchen bei den sieben Zwergen. nds: Volksthümliche Vorstellung zu halben Preisen: Der eischüg.

Sonntag, Nachmittags: Zu halben Preisen: Zar und Zimmermann. ds: meo und

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Montag: Der Freis b

Dienstag (20. 1dSe B. nnc); Erstes Gastspiel der Königlichen 5 Ingeborg Oselio Björnson. Faust

Flachsmann

Lessing-Theater. Sonnabend: 116

Nenes Theater. (Direktion: Nuscha Butze.) Sonnabend: Die Liebesprobe. Schwank in 3 Akten von Thilo von Trotha und Julius Freund. Anfang 7 ½ Uhr. Hierauf um 10 Uhr: Die Hand. (La main.) Mimodrama in 1 Aufzug. Handlung und Musik von Henri Berény.

a, und folgende Tage: Die Liebesprobe. Hierauf: Die Hand.

Residenz-Theater. (Direktion: Sigmund Lauten⸗ burg.) Sonnabend: Frauen von heute. Schwank in 3 Akten von Benno Jacobson (mit Benutzung einer Idee von Franz Wagner.) Anfang 7 ½ Uhr.

8 Sonntag und folgende Tage: Frauen von eute.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Bei bis über die Hälfte ermäßigten Preisen: Nora.

Seressionsbühne. (Aleranderplatz 40.) Sonn⸗ abend: Der Leibalte. Komödie in 3 Akten von Lothar Schmidt.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Die Bildschnitzer. Ein Heirathsantrag. Der Bär. Abends 7 ½ Uhr: Der Leibalte. 8 - 1

Thalia-Thenter. Sonnabend: Amor von g Große Ausstattungs⸗Posse mit Gesang und

anz von Jean Kren und Alfr. Schönfeld. usik ven Gust. Wanda. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonntag und folgende Tage: Amor von heute.

Zentral⸗Theater. Sonnabend: Die Schöne von New York. (The belle of New VYork.) Burleske Operette in 3. Akten von Benno Jacobson (mit Benutzung der Grundidee von H. Morton). Musik von Gustav Kerker. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonntag und folgende Tage: Die Schöne von New York. 1

Sonntag, —2 3 Uhr: Zu halben Preisen: Die Geisha. Abends 7 ½ Uhr: Die öne von New York.

Konzerte.

Saal Bechstein. Sonnabend, Nachmittags 4 Uhr: Märchen⸗Vorles⸗ für „Große und kleine Kinder“ von Rudolf istians mit be⸗ Scioptikonsbildern nach Zeichnungen hevorragender Illustratoren. Abends 7 ½ Ubr. I. Quartett⸗Abend: Gustav Hollaender, Willy Nicking, Walter Rampelmann, Heinrich Kiefer. Mitwirkende: Otto Hegner (Klavier), Königlicher Kammermusiker Rob. Koennecke (Violine).

Beethoven-Snal. Sonnabend, Anfang 8 Uhr:

II. Konzert von Raoul Pugno (Klavier) aus n, Phittharmonmef Dechester

600 Mitwirkende. Bilder aus der Gegenwart in 3 Abtheilungen vom Hof⸗Balletmeister A. Siems. Mit ganz neuen Wasser⸗Effekten und feenhaften Licht⸗Effekten versehen vom Direktor Alb. Schu⸗ mann. Vorher die neuen Januar⸗Spezialitäten. U. a.: Die Familie Nagels. Mlle. Marguerite. Mlle. Lina, sowie Auftreten der besten Kunstkräfte. Damen und Herren in ihren Glanzleistungen, Die neuesten Original⸗Dressuren des Direktors Albert Schumann.

Sonntag: Zwei große Vorstellungen. Nach⸗ mittags: Zum 7. Male: Die große Kinder⸗Pantomime Das Märchen von Goliath und David. Nachmittags ein Kind frei. Zum 112. Male: China.

Faäamilien⸗Nachrichten. [82033] 1 Am 9. d. M., früh, verschied nach längerem Leiden der Vorsteher des Zentralbureaus der Reichsbank, Herr Geheimer Rechnungsrath Albert Traeger. Bis vor wenigen Tagen die Pflichten seines wichtigen Amts mit unermüdlichem Eifer erfüllend, hat er der Reichsbank, wie früher der Preußischen Bank, lange Jahre hindurch ausgezeichnete Dienste geleistet und sich die allseitige Achtung und Zuneigung seiner Vor⸗ gesetzten wie aller seiner Mitbeamten erworben. ir werden ihm stets

bewahren. Berlin, den 11. Januar 1901.

Der Präsident, der Vize⸗Präfident und die

Mitglieder des Reichsbank⸗Direktoriums.

Verlobt: Frl. Hertha Raßmuß mit Hrn. Karl von Stechow (Berlin). Verehelicht: Hr. Hauptmann Hans von Wolf mit Carola Freiin von Manteuffel (Dresden). Geboren:; Ein Sohn: Hrn. Maäjor Frhrn. von der Goltz (Berlin). Hrn. Stadtrath und Syndikus Blankenstein (Schöneberg). Hrn. Amtsrichter Sedlaczek (Gleiwitz). Eine Tochter: Hrn. Oberleutnant von Heydebreck deeSe Hrn. Oberförster Augustin (Las⸗ vwit. 8 82 Gestorben: Hr. Geheimer Sanitätsrath und Kreisphysikus Dr. Wolrad Kreusler (Brandenburg a. H.). Hr. Gerichts⸗Assessor Hermann Wallichs tona). Hrn. Oberleutnant Rudolf von zuerswald Sohn Hans Adolf (Riesenburg).

4 Verantwortlicher Redakteur: Direktor Siemenroth in Berlin.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt, Berlin SW., Wücdrncfreihe Nr. 32.

Acht Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage).

ein ehrendes Andenken 8 2 8 ]

Seiner Majestät des Kaisers

8

No. 9.

hs⸗Anzeiger und Königlich Prenßischen müen

gering

Erste Beilage

Berlin, Freitag, den 11. Januar

Qualität

mittel

8 niedrigster

höchster

niedrigster

8 8 8

8

gut

höchster

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

niedrigster

höchster

Verkaufte Menge

Doppelzentner

. 3 Durchschnitts⸗ Verkaufs⸗

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8⸗Anzeiger.

Am vorigen

Markttage

Durch⸗ hnitts⸗ ei

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1901.

Außerdem wurdern am Markttage (Spalte 1) nach überschlägliche Schätzung verkauft Doppelzentner (Preis unbekannt)

Landsberg a. W.. Wongrowitz Breslau . Hirschberg Ratibor. Göttingen Geldern

Neuß.

Döbeln Langenau i. Wttbg. Ueberlingen. Rastatt

Colmar i. E. Chäateau⸗Salins Breslau .

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Döbeln 1 Ueberlingen. Chäateau⸗Salins Breslau .

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Neuß . . E11u16u666] Langenau i. Wttbg.. Ueberlingen. 4 Rastatt Chäateau⸗Salins Breslau . 2 Trier 8

Bemerkungen.

e18

Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die

12,50 1310 13,40

15,80 13,70 13,00 16,40 15,00 16,20

13,10

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12,50 13,80 14,20

14,60 11,50

13,50

11,50 12,80 12,80 12,00 13,30

16,40

13,00 12,00

12,50

Die verkaufte Menge wird auf vpolle Doppelzentner und der f Bedeutung, daß der betreffende

14,00 13,75 13,70 14,10

14,60 16,10 14,70 14,00 16 60 16,50 17,00 18,63 16,60 13,70

13,20 14,10 12,80 14,10 14,20

14,50 14,60 12,50 14,00

SS̃A

88888

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lere 22 SA

13,00 13,40 12,97 14,50 14,00 12,70 14,60

Weizen.

14,00 14,00 14,10 14,60

14,60 16,40 14,70 14,40 16,80 16,50 17,50 18,63 16,80 14,10

R 13,20 14,10 13,00 14,30 14,70 14,50 14,90 12,50 14,20 13,56 14,50 14,30

14,50 14,10 14,70 15,10 15,00 16,40 16,40 14,60 17,00 17,00 17,50 19,18

14,70

oggen.

13,60 14,40 13,10 14,40 14,70 14,25 14,95 14,90 13,90 14,30 13,60

14,40

Gerste.

14,50 12,60 14,00 15,40

16,00 13,70 15,60 16,80

Verkaufswerth auf volle Mark abgerundet mitgetheilt. Der Durchschnittspreis w 8 Preis nicht vorgekommen ist, ein Punkt (.) in den letzten sechs Spalten, daß

14,45

14,58

16,08 15,40

16,80

17,50 18,90

14,20 13,10 14,42 14,25 14,88 13,20

8

ird aus den unabgerundeten hün e entsprechender Pahlen fehlt.

Deutscher egiesss884oF 22. Sitzung vom 10. Januar 1901.

1 Uhr.

Die zweite Lesung des Reichshaushalts⸗Etats für 1901

Reichskanzlei“.

wird fortgesetzt bei dem Spezial⸗Etat „Reichskanzler und

Dazu beantragen die Abgg. Graf von Klinckowstroem und Genossen (d. kons. u. Rp.) folgende Resolution:

„den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß bei Ab⸗

schluß

neuer Handelsverträge der Artikel 19 des Schlußprotokolls

zum deutsch⸗russischen Handelsvertrag in einer abgeänderten Form zur Annahme gelangt, welche die direkten Frachtsätze für Getreide, Flachs und Hanf von russischen Aufgabestationen nach Danzig, Königsberg und Memel nur dann nach Maßgabe der für Libau und Riga geltenden Frachttarifsätze zu normieren zuläßt, wenn das be⸗ treffende Getreide zur Ausfuhr über See nach dem Zollauslande

bestimmt ist.“

Der Antrag wird mit zur Debatte gestellt bei dem Titel 1

8

der Ausgaben:

„Gehalt des Reichskanzlers“ (100 000 ℳ).

Abg. Molkenbuht (Soz.) führt darüber Beschwerde, daß bei

der W

beiteraussperrung, die im vergangenen Sommer in Hamburg

stattgefunden habe, den von auswärts herangezogenen Arbeitswilligen

im Freihafengebiet Quartier verschafft worden sei.

Der Aufenthalt

dieser Arbeitswilligen im Freihafengebiet sei ein direkter Verstoß gegen die bei der Aufhebung des Hamburger Freihafens abgeschlossenen Staatsverträge. Er richte an den Reichskanzler die Frage, ob dem⸗ selben dieser Verstoß bekannt sei, und was er gegen die Wiederkehr solcher Verstöße zu thun gedenke. Redner kritisiert des weiteren die Aus⸗

sperrung der Hamburger

ftarbeiter und den dabei, wie er behauptet,

von den Schiffsrhedern bethätigten Terrorismus sowie die Ablehnung des von den Arbeitern angerufenen Einigungsamts seitens der Unter⸗ nehmer. Wenn selbst von hoher Stelle gesagt worden sei, daß infolge

des Werftarbeiterstrikes die Truppentransportdamp rechtzeitig hätten fertiggestellt werden können, so zuld trügen nur die Unternehmer, welche ihre Arbeiter aus⸗ essperrt und den von außerhalb herbeigezo

Die Sch

ler für China nicht ei dies völlig irrig.

eenen Arbeitswilligen noch

öhere Sößne gezahlt hätten, als die Ausgesperrten verlangten.

evo

mburg Dr. Lappenberg: der Verträge im Frei

ben trie imte auf Grun

mächtigter zum Bundesrath, Senator der freien und Hanse⸗ zunächst fest, daß afengebiet wohnen

russisch

wohnen. Blohm u. Voß. ausdrücklich gegeben worden. die General⸗Direktion. schließlich hat auch der Senat zu ihre Zustimmung gegeben hatte. 9 und unparteiisch und uns keinem Vorwurf aussetzen. Al⸗ Maßregel effentlich Widerspruch erhoben war, hat der Senat sofort seine Finanzdirektion beauftragt, der Firma Blohm u. Voß zu erklären, gung der Arbeiter im vorigen S Bis nun die Sache die verschiedenen

zu veranlassen. Gesetz verstoßen, ohne daß si energischen Mitteln einzugreifen.

Abg. Graf von Klin 1 laut der von mir beantragten Resolution lege ich um so weniger ent⸗ erth, als ich und meine Freunde Gegner des ganzen

scheidenden W und esen sind und bleiben werden.

Artikels 19 von jeher gewe id u⸗ Artikel 19 steht, alle diese Begünstigungen erports, haben wir stets perhorresziert, und ich Mann, 8 vertrages diesen des russischen

begeben,

Unter

der bei den V. Wust von und deutschen deutschen Landwirthschaft formuliert hat.

daß diese Unterbrin Vertrag sei. Bis m. hatte, war obige Zeit vergangen.

Getreide

Diese

wenn

owstroem (d. kons.):

Handels

fand

die Arbeiter

sich auch die

Und no

dürfen, und zwar im Zollinteresse. Unternehmer, die an der Grenze des Freihafengebiets wohnen, haben seiner Zeit . n statten, daß auch Werftärbeiter im Freihafengebiet wohnen können. Die Zollbehörde hat gestattet, daß diese Leute, insofem sie un⸗ mittelbar an der preußischen Grenze Arbeit zu verrichten haben, dort wohnen dürfen, weil man auf diese Weise den Schmuggel viel leichter verhindern könne, als den Unternehmern 1 Die Erlaubniß ist ihr von dem Hauptzollamt Das Hauptzollamt wendete sich an hatte ebenfalls kein Bedenken, und gestimmt, nachdem die Zolll Wir wollten aber vorsichtig sein Als gegen die

zu ge⸗

ommer gegen den Instanzen passiert Inzwischen war der Strike beendet. Der hamburgische Senat hat sich keine Vorwürfe zu machen, er ist korrekt verfahren.

Abg. Molkenbuhr spricht hamburgische Senat von dem Sa

sein Befremden darüber aus, daß der chverhalt so spät Kenntniß erhalten und nicht energisch genug eingegriffen habe, um die sofortige Räumung Unternehmer dürften in so schroffer Weise gegen das ich die Behörden genöthigt sähen, mit

Auf den Wort⸗

n. Was in dem des russischen Getreide⸗ persönlich bedauere den erhandlungen über den Tert des Handels⸗ Ausnahmebestimmungen und zum

zu Gunsten Nachtheil der Wir haben uns für das auf unseren eigenen Eisenbahnen des Rechts unsere Tarife selbst zu normieren, ein Vorgehen, wie es kaum für möglich gehalten werden sollte.

F. dazu sind diese Tarife abhängig von der Genehmigung einer Aktiengesellschaft, nämlich

außerhalb Firma

ollbehörde

der Ostpreußischen Südbahn. m neben bestehenden Handels⸗ und Zollverträgen Eisenbahn⸗

Es ist ein unhaltbarer Zustand, daß D

irektionen

Separattarifverträge mit dem Ausland abschließen können, die die in

den ersteren festgelegten Bestimmungen Wie sollen wir Stellung nehmen so lange wir nicht wissen, ob

einfach nzu irgend einer Zollerhöhun nicht durch solche

aufheben können.

Verträge diese

Erhöhungen wieder ganz beträchtlich herabgedrückt werden können?

Nirgends in der

Verfassung

steht, daß das Reich

berechtigt

wäre, Theilstrecken von Bahnen eines Bundesstaats derart zu binden,

daß nicht etwa das Reich oder der Bundesrath,

sondern niemand

anders als der russische Finanz⸗Minister über die Höhe der Getreide⸗ tarife zu bestimmen hat. Die preußische Regierung durfte damals diese Angelegenheit garnicht als Verwaltungsmaßregel behandeln, weil nach preußischem Recht Verträge mit dem Auslande der Zustimmung

des Landtages

unterliegen.

Mit

solchen

Abmachungen, wie

Artikel 19 sie enthält, kann man 1 Landstriche, ganze Provinzen des Inlandes lahmlegen. Was früher die preußische Regierung mit Rußland abgemacht hatte, bezog sich nur auf den Durchfuhr⸗

verkehr,

nicht auf die Einfuhr von Rußlang es merkwürdiger Weise seit 1894 der Fall ist.

Rußland

überhaupt, wie der u jenen alten Zu⸗

ständen will ich durch meinen Vorschlag zurückkehren. Das ost⸗ preußische Getreide zahlt auf unseren ostpreußischen Bahnen 70,65 ℳ, das russische nach den geltenden Staffeltarifen 23 ℳ; das ein⸗

Produkt muß

heimische

bezahlen als das russische, Konkurrenz zu

als dem unsrigen die brutalen berg, die

In demselben

ganze Moment,

Ausnahmetarife, ostpreußische

also mindestens

speziell

wo der

dreimal welches keinen anderen machen. derjenige Binnenmüllerei

ungerechte

mehr Fracht

Zweck hat, Außerdem 12

nach Königs⸗ todtgeschlagen. Artikel 19 auf⸗

gegeben wird, verzichten wir mit Vergnügen auf den

9. unsere ostpreußischen Mühlen.

Aller Wahrscheinlichkeit na⸗

leiben weit über zwei Drittel des auf diesem Wege nach Kemnoesc und Danzig gelangenden russischen Getreides in Deutschland. J schließe mit dem Antrage, die Resolution an die Budgetkommission

zu überweisen, wo sie zweckmäßig beim Etat des Reichs⸗ 8 Wir verlangen nichts als gleiches Recht für Alle, wir wollen nichts für uns, sondern wir wollen nur Gerechtigkeit.

Abg. Rickert (fr. Vgg.): Der Vorredner hat den Ans ganz neue Dinge hier sagte. mmission Tage lang mit dieser schäftigt, und von den Herren am Regierungstisch, die in

zu erörtern wäre.

wecken wollen, als ob er g im Jahre 1894 in der Ko

isenbahnamts

in er⸗ Wir haben uns rage be⸗