ür den Staat zu erwerbe 2 dies ausreichend ist, mit einer dauernden Beschränkung zu belasten, durch die Amtsblätter dder Königlichen Regierung zu Danzig Nr. 49 S. 415, ausgegeben am 8. Dezember 1900, 1 der Königlichen Regierung zu Marienwerder Nr. 50 S. 491, ausgegeben am 13. Dezember 1900;
. am 24. Oktober 1900 Allerhöchst vollzogene Nachtrag zu dem Statut des Glietzener Meliorationsverbandes vom 29. Mai 1895 durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin, Jahrgang 1901 Nr. 3 S. 17, ausgegeben am 18. Ja⸗ 81901 (zu vergl. die Bekanntmachung Nr. 9 Jahrgang 1900
3) das am 26. November 1900 Allerhöchst pollzogene Statut für die Wiesen⸗Genossenschaft zu Wustrow durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Köslin Nr. 52 S. 337, ausgegeben am 29. Dezember 1900; 8
4) das am 26. November 1900 Allerhöchst vollzogene Statut für die Entwässerungs⸗Genossenschaft zu Baselt im Kreise Prüm durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Trier, Jahrgang 1901 Nr. 1 S. 1, ausgegeben am 4. Januar 1901;
5) der Allerhöchste Erlaß vom 28. November 1900, betreffend die Verleihung des Enteignungsrechts an den Kreis Rendsburg zur Ent⸗ iehung und zur dauernden Beschränkung des zum Bau einer Klein⸗ ahn von Rendsburg nach Hohenwestedt mit Abzweigung nach dem Bahnhofe Rendsburg der Eisenbahnstrecke Neumünster- Flensburg in Anspruch zu nehmenden Grundeigenthums, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Schleswig, Jahrgang 1901 Nr. 1 S. 1, ausgegeben am 5. Januar 1901; 1 6 8
6) das am 3. Dezember 1900 Alerhöchst nenn Statut für die Entwässerungs⸗Genossenschaft zu Udelfangen im Landkreise Trier
durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Trier, Jahrgang 901 Nr. 2 S. 9, ausgegeben am 11. Januar 1901;
7) das am 3. Dezember 1900 Allerhöchst vollzogene Statut
ür die Ent⸗ und Bewässerungs⸗Genossenschaft zu Föhren im Land⸗ kreise Trier durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Trier, Jahrgang 1901 Nr. 2 S. 13, ausgegeben am 11. Januar 1901; 8) das am 3. Dezember 1900 Allerhöchst vollzogene Statut r die Ent⸗ und Bewässerungs⸗Genossenschaft zu Düppenweiler im Kreise Merzig durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu rier, Jahrgang 1901 Nr. 2 S. 16, ausgegeben am 11. Januar 1901; 9) der Allerhöchste Erlaß vom 12. Dezember 1900, betreffend ie Anwendung der dem Chausseegeldtarif vom 29. Februar 1840 an⸗ gehängten Bestimmungen wegen der Chausseepolizeivergehen auf die im Kreise Militsch neu erbauten Chausseen: 1) vom Endpunkte der on der bö Chaussee bis zur Steffitzer Feldmark⸗ renze führenden Chaussee über Gugelwitz und Marquiste bis zur Kawits er Kreisgrenze, 2) von der Freyhan⸗Guhrer Serc. nach Strebitzko, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zuà reslau, ahrgang 1901 Nr. 2 S. 6, ausgegeben am 12. Januar 1901;
10) der Allerhöchste Erlaß vom 31. Dezember 1900, betreffend
ie Anwendung der dem Chausseegeldtarif vom 29. Februar 1840 an⸗ gehängten Bestimmungen wegen der Chausseepolizeivergehen auf die von dem Kreise Teltow in dauernde Unterhaltung übernommenen Kunststraßen: 1) von Waltersdorf bis zum Anschluß an die Königs⸗ v1“““ Kreischaussee, 2) von der Villenkolonie Neu⸗Babelsberg bis zum Bahnhof Drewitz, 3) von Großbeeren nach hrensdorf und 4) von Zehlendorf nach Schenkendorf, durch das mtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin, Jahrgang 1901 Nr. 3 S. 17, ausgegeben am 18. Januar 1901.
Preußen. Berlin, 30. Januar.
Laut Meldung des „W. T. B.“ sind S. M. SS. „Stein“, „Baden“, „Hagen“ und die Torpedoboote „S. 93“ und „S. 96“ am 2. Januar von Kiel durch den Kaiser Wilhelm⸗ Kanal nach Portsmouth in See gegangen.
S. M. S. „Fürst Bismarck“, Kommandant: Kapitän ur See Graf von Moltke, mit dem Chef des Kreuzer⸗ eschwaders, Vize⸗Admiral Bendemann an Bord, und
S. M. S. „Bussard“, Kommandant: Korvetten⸗Kapitän von Bassewitz, beabsichtigen, am 2. Februar von Tsingtau nach Wusung in See zu gehen.
M. S. „Tiger“, Kommandant: Korvetten⸗Kapitän von Mittelstädt, ist gestern von Tschifu nach Tsingtau in See gegangen.
Der Dampfer „Darmstadt“ ist mit dem Ablösungs⸗ transport für S. M. S. „Möwe“, Transportführer: Ober⸗ leutnant zur See Herr, am 26. Januar in der Largs⸗Bay
(Süd⸗Australien) eingetroffen und an demselben Tage wieder von dort in See gegangen. 14““
Der heutigen Nummer d. Bl. liegt das Sachregister
„Deutschen Reichs⸗Anzeigers und Königlich
5 e as Staats⸗Anzeigers“ für den Jahrgang ei.
1“ 11“
Cronberg, 29. Januar. Ihre Königliche Phr die
Kronprinzessin von Griechenland ist, wie „W. T. B.“ meldet, heute Nachmittag 1 Uhr in Schloß Friedrichshof ein⸗
Anläßlich des Ablebens der Königin Viktoria hatten die städtischen Kollegien Münchens sowohl an Seine Majestät den Deutschen Kaiser als auch an Ihre Majestät
die Kaiserin Friedrich Beileids⸗Telegramme abgesandt. Nunmehr sind, wie die „Allgem. Ztg.“ meldet, von den Beiden Majestäten folgende Antworts⸗Depeschen eingetroffen: 8 Die Theilnahme, die Mir die Bürgerschaft Münchens in dem Schmerze um Meine geliebte Großmutter, Ihre Majestät die hoch⸗ selige Königin von England, in so warmen Worten durch Ihre Ver⸗ mittelung entgegenbringt, hat Meinem i in diesen schweren Tagen besonders wohlgethan. Ich danke Ihnen, den Vorständen der städtischen Kollegien und der Bürgerschaft der Hauptstadt des König⸗ reichs Bayern auf das wärmste. Wilhelm, I. R. Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich telegraphierte: 3 Ich bin tief gerührt, daß die Stadt München einen so liebevollen Antheil an dem schweren, unersetzlichen Verlust genommen hat, den Ich durch den imgang Meiner theuren tter, der Königin Viktoria von Großbritannien, erlitten habe, und bitte Sie, für diesen Beweis der Trauer und Anhänglichkeit Meinen aufrichtigsten Dank entgegenzunehmen. Kaiserin Friedrich.
Sachsen. Infolge der Erkrankung Seiner Königlichen Hoheit des , H rf wird sich, wie das „Dresdner Journal“ meldet, 8 eine Königliche Hoheit der Prin) Johann Georg in Vertretung Seiner Majestät des Könlgs zu den Beisetzungs⸗ feierlichkeiten nach England begeben. 111
Die Kammer der Abgeordneten beendete gestern die Generaldebatte über den Etat. Der Abg. Freiherr von Wöllwarth gab im Namen von zwölf Vertretern der Ritterschaft die Erklärung ab, sie seien geneigt, in Ver⸗ handlungen über eine Verfassungsreform einzutreten, doch dürfe der Ersatz für die Privilegirten nicht auf Grund des all⸗ gemeinen Wahkrechts erfolgen. Der Minister⸗Präsident Freiherr Schott von Schottenstein forderte alle Parteien auf, ihre guten Absichten in die That umzusetzen und die zur Erreichung des 1cessen Zieles erforderlichen Opfer zu bringen.
Hessen. Der russische Minister⸗Resident am hessischen Hofe, Ge⸗ heime Rath von Ozeroff ist, wie die „Darmst. Ztg.“ meldet, am 28. d. M. i Darmstadt gestorben. 8 6“
Oesterreich⸗Ungarn.
Der gesammte verfassungstreue Großgrundbesitz, einschließlich seiner Vertreter im Herrenhause, hat he eh ein Communiqué veröffentlicht, welches, dem „W. T. B.“ zu⸗ folge, besagt:
ÜUnter dem Vorsitz des Grafen Oswald Thun fand eine Kon⸗ ferenz der Obmänner des verfassungstreuen Großgrundbesitzes verschiedener Kronländer statt, in welcher die Veröffentkichung einer Kundgebung einhellig beschlossen wurde, welche erklärt, es sei die einmuthige Forderung der österreichischen Bevölkerung, daß das Parlament arbeitsfähig werde Der verfassungstreue Großgrundbesitz sei jederzeit den auf eine separatistische Stellung einzelner Kron⸗ länder abzielenden staatsrechtlichen Tendenzen entgegengetreten. Die Einheit und Selbständigkeit der Monarchie sei stets sein Leitstern ge⸗ wesen, weshalb er gegen die jüngst verlautbarte Parteikundgebung Stellung nehmen müsse, welche die Absicht verrathe, das völkerrecht⸗ liche Verhältniß der Monarchie zu deren Nachbarstaaten zu verändern. Der Großgrundbesitz sei überzeugter Anhänger des deutsch⸗öster⸗ reichischen Bündnisses, aber er müsse Bestrebungen unbedingt abweisen, welche die bewährten, klaren Grundlagen dieses Bündnisses vollkommen verkennten und die Selbständigkeit der Monarchie würdelos preiszugeben bereit seien. Der Großgrundbesitz verurtheile geradezu die gegen die Gewissensfreiheit gerichtete Agitation mit dem Schlag⸗ wort „Los von Rom“. Er erkläre, er habe nicht nöthig, seine dynastischen Gefühle unbedingter Anhänglichkeit an Kaiser und Reich neuerdings zu betheuern, aber es dränge ihn, gewiß in Uebereinstimmung mit Millionen von Deutschen Oesterreichs, aus⸗ zusprechen, daß ihn eine Kundgebung, welche die Frage der Loyalität überhaupt aufwerfe und sich so weit verirre, die Erfüllung selbst⸗ verständlicher Pflichten von Bedin ungen abhängig zu machen, mit Beschämung und Entrüstung Ih e. Nichts werde den verfassungs⸗ treuen Großgrundbesitz von der Pflichterfüllung abhalten, die für ihn im Zusammenwirken mit gleichgesinnten deutschen Parteien beruhe. .2 dem Kaiser, dem Deutschthum und dem Vaterlande treu
eiben. 8
In einer gestern abgehaltenen Sitzung des Polenklubs betonte der Abg. Rapoport die dringende Nothwendigkeit des Baues von Wasserstraßen in Galizien, namentlich eines Donau⸗Oder⸗ oder Donau⸗Weichsel⸗ und eines Sau⸗Dnjester⸗ Kanals. Rapoport beantragte, den Bau dieser Kanäle als Ganzes zu behandeln, namentlich mit Rücksicht darauf, daß die preußische Kanalvorlage eine doppelte Verbindung mit der Weichsel vorsehe.
In der gestrigen Sitzung des ungarischen Unter⸗ hauses sprach sich der Handels⸗Minister von Hegedues bezüglich der Erklärung des deutschen Reichskanzlers Grafen von Bülow im preußischen Hause der Abgeordneten dahin aus, er glaube nicht richtig zu handeln, wenn er jetzt bereits zu jener Erklärung Stellung nehme. Im Zusammenhang mit jener An⸗ schauung werde vielleicht später ein Zolltarif ausgearbeitet werden, auf bessen Grundlage die Verhandlungen über einen neuen Handelsvertrag würden geführt werden. Erst dann müsse die Regierung, seiner Ansicht nach, Stellung nehmen. Die öffent⸗ liche Meinung möge sich in Kundgebungen äußern, aber er würde es für sehr unrichtig halten, wenn die ungarische Re⸗ gierung sich vor Beginn der Verhandlungen etwa zu irgend einem „quos ego“ hinreißen ließe. Er erkläre als Ziel der ungarischen Politik, daß dieselbe bemüht sein müsse, in erster Linie den inneren Markt selbst zu versorgen, sodann der ein⸗ heimischen Produktion den fremden Markt zu erhalten und, wenn möglich, neue Absatzgebiete zu finden. So allgemein das auch klinge, so lasse sich doch zur Zeit nichts Bestimmteres sagen. Mit welchen Mitteln obiges erreichbar sei, darüber sei eine bestimmte Aeußerung auch nicht möglich.
Wie das „Ungarische Korrespondenzbureau“ meldet, hat Graf Stephan Tisza seinen Fesen als Präsident der „In⸗ dustriebank“ und der „Rima Muranyer Eisenwerke“ nieder⸗ gelegt, sowie auf alle von ihm bekleideten Direktionsraths⸗ stellen verzichtet. Graf Tisza begründe seinen Entschluß damit, daß er nun bei den bevorstehenden Verhandlungen über die Inkomptabilitätsvorlagen im Unterhause in der Lage sein werde, unbeeinflußt durch äußere Rücksichten seine Anschauung zu vertreten. 11“
Großbritannien und Irland.
Seine Majestät der König Eduard traf gestern Nach⸗ mittag, wie „W. T. B.“ meldet, in Begleitung der Herzoge von Cambridge und von Deck auf der Viktoria⸗Station in London ein und wurde daselbst von der angesammelten Volksmenge mit Hochrufen begrüßt.
Seine Königliche Hoheit der Herzog von Cornwall und York ist an Rötheln erkrankt und war deshalb nicht im stande, Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser an dessen Geburtstage an Bord der „Hohenzollern“ einen Besuch abzustatten, noch der Investitur des Kronprinzen des Deutschen Reichs und von Preußen mit dem Hosenband⸗ Orden beizuwohnen.
Nach dem Programm für die Beisetzungsfeierlichkeiten wird der Trauerzug Dsborne House am Freitag Nachmittag um 1 ³¾ Uhr verlassen. Auf dem Wege zum Trinity Pier schreiten vor dem Sarge Pfeifer vom schottischen Regiment der Königin sowie Abtheilungen Land⸗ und Seesfoldaten mit Musik. Unmittelbar hinter dem Sarge folgen der Admiral Seymour, Seine Majestät der König Eduard, Seine Majestät der Deutsche Kaiser, Ihre Königlichen Hoheiten die Herzoge von Connaught und von York (falls Höchstderselbe bis dahin genesen ist), der Prinz Heinrich von Preußen, die Prinzen Arthur von Connaught, Carl von Däncmark und Ludwig von Battenberg; ferner Ihre Majestät die Königin Alexandra, Ihre Konigliche Hoheit die Herzogin von York und Ihre Kaiserliche und Königli⸗ „2— die Herzogin von Sachsen⸗Coburg und Gotha sowie uͤbrigen Prinzessinnen und das e. Der Admiral Seymour wird den Sarg
wieder völli⸗
„ Alberta“ begleit 2 ig, die Königin,
die
der Kaiser Wilhelm und die übrigen Fürstlichkeiten fol 8 Bord der „Victoria und Albert“ nach Gosport.
Wenn der Leichenzug London passiert, wird Seine Majestät der König zu Pferde unmittelbar hinter dem Sarge folgen, hierauf Seine Majestät der Kaiser Wilhelm, Ihre Königlichen Hoheiten die Herzoge von Connaught und von York, dann die übrigen anwesenden Souveräne und die Ver⸗ treter der auswärtigen Mächte. Hierauf folgen Ihre Majestät die Königin zu Wagen, dann die Herzogin von Sagchssen⸗ Coburg und Gotha und die übrigen Königlichen Prinzessinnen
Der Sarg der Königin Viktoria trägt folgende Inschrif. Depositum serenissimae, potentissimae et excellen- tissimae principis Victoriae, dei gratia Britannorum reginae, fildei defensoris et Indiae imperatricis. Ohiit XXII die Januarii anno domini MD000CI aetatis aus L II regnique sui LXIV.
öu Frankreich. Der Senat hat gestern, wie „W. T. B.“ chtet, den Gesetzentwurf, betreffend die Reform der Erbschaftssteuer nach Vornahme einiger Abänderungen mit 185 gegen 89 Stimmen angenommen. — Die Deputirtenkammer setzte die Berathung des Vereinsgesetzes fort. Der Deputirte Abbé Lemire trat für einen Gegenentwurf ein, der dem von Goblet im Jahre 1886 vorgelegten gleicht. Lemire erklärte, der Entwurf der Regierung widerspreche den Grundsätzen der Freiheit und Gleichheit und dem bürgerlichen Rechte. Der Gegenentwurf Lemire’'s wurde, nachdem der Berichterstatter sich gegen ihn ausgesprochen hatte, mit 411 gegen 35 Stimmen abgelehnt. 8 8.
Spanien.
Die „Gaceta de Madrid“ veröffentlicht ein Dekret, durch welches der General Prinz Franz von Bourbon, Kom⸗ mandeur der in Aragonien stehenden Division, zur Disposition gestellt wird. 8 8 Niederlande. “ Der EEEe. Gesandte im Haag überreicht gestern, wie „W. T. B.“ berichtet, der Königin Wilhelmina das Großkreuz des Elisabeth⸗Ordens mit einem eigenhändigen Schreiben des Kaisers Franz Joseph. 8 8
Türkei. 8
Aus Anlaß der Enthüllung des von Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser gestifteten Brunnens hat Seine Majestät der Sultan, wie „W. T. M.“ meldet, folgendes Telegramm an Seine Majestät den Kaiser gerichtet:
Ich bin sehr gerührt von dem Beweise herzlicher Svaprche⸗ welchen Eure Majestät mir und meinen Unterthanen zu geben die Gnade hatten, indem Sie zur Erinnerung an Ihren zweiten Besuch in Konstantinopel einen geschmackvollen reizenden Brunnen errichten ließen. Die Enthüllung des Brunnens am Geburtstage Eurer Majestät bereitete mir eine ganz besondere Freude.
Gestern Abend fand zu Ehren der deutschen Spezial⸗ mission und der Offiziere des Schulschiffs „Moltke“ im Yildiz⸗Palais ein Diner statt, an welchem der deutsche Botschafter Freiherr Marschall von Bieberstein mit dem gesammten Personal der -2. der General Konsul und der Kommandant der „Loreley“ ther nahmen. Auch die Kadetten des deutschen Schulschifs „Moltke“ wurden von dem Sultan nach dem Nildiz Palais geladen. Nach dem Diner wurden die Mitglieder der Spezialmission und die Offiziere des Schulschiffs in Abschieds⸗ audienz empfangen. Einer Anzahl Mannschaften des Schulschiffs wurden Rettungsmedaillen verliehen, weil sie im Bosporus zwei Personen, die sich in Gefahr befanden, gerettet hatten.
EEE1X“X“ u“
Amerika. 8
Der Präsident MeKinley hat dem Kongreß den Jahresbericht über die Handelsbeziehungen zwis den Vereinigten Staaten und dem Auslande über⸗ mittelt. Der Präsident spricht sich in demselben, dem „Reuter’schen Bureau“ zufolge, lobend über die amerikanischen Konsularberichte aus und bemerkt, Großbritannien und Deutschland suchten das amerikanische System in ihren konsularischen Einrichtungen einzuführen. In einer den Bericht begleitenden Mittheilung sagt der Staatssekretär Hay, der Handel der Vereinigten Staaten nähere sich mit überraschender Schnelligkeit einer Stellung, welche den amerikanischen Markt zum Mittelpunkt nicht nur der industriellen, sondern auch der kommerziellen und finanziellen Thätigkeit der Welt machen werde.
11qp“
Dem „Reuter'schen Bureau“ wird aus Pretoria vom 28. d. M. gemeldet: In einer daselbst öffentlich verlesenen Pro⸗ klamation, betreffend die Thronbesteigung des Königs Eduard VII. von Großbritannien, sei neben den anderen Titeln des Königs der Titel „Oberster Herr von und über Transvaal“ aufgeführt worden. Nach der Verlesung der E“ habe Lord Kitchener ein Hoch auf den König ausgebracht.
Aus Kapstadt vom gestrigen Tage wird demselben Bureau berichtet, es heiße, daß der bei dem neulichen Angriff auf die Kleinfontein⸗Mine durch die Buren an⸗ gerichtete Schaden sich auf 200 000 Pfund belaufe. Klein⸗
ontein, am äußersten Osten des Reef ziemlich isoliert
gelegen, sei ohne Schutzmannschaft gewesen, als es angegriffen worden sei. Die Buren, 200 bis 300 Mann stark, hätten planmäßig die Maschinen beschädigt, wie man glaube, unter 222 entlassener Minenarbeiter. Solche Ortschaften wie Kleinfontein sollten in Zukunft durch eine Minenwache beschützt werden.
Parlamentarische Nachrichten.
Die Berichte über die geftrigen Sißungen des Reichs⸗ tages und des Fasses der Abgeordneten befinden sich in der Ersten Beilage.
— In der heutigen (37.) Sitzung des Reichstages wurde die Berat ung 3 von den Abgg. Dr. Hieber (nl.), Albrecht (Soz.), Schrader (fr. Vgg.) und Genossen ge⸗ stellten Anträge, betreffend die Wohnungsfrage, fort⸗ gesetzt. 8 Die Diskussion über die Anträge ist in der 31. Sitzung Plchiosen worden. Heute hatten noch die Antragsteller das chlußwort, und zwar sprachen bis zum Schluß des
Möller⸗Duisburg (nl.) und Dreesbach (Soz)
Das Haus der Abgeordneten setzte in der heutigen (15.) Sitzung, welcher der Minister für Landwirthschaft ꝛc. Frelherr von Hammerstein beiwohnte, die zweite Berathung
es Staatshaushalts⸗Etats für 1901 im Etat der landwirthschaftlichen Verwaltung bei den Ausgaben für die General⸗Kommissionen fort. 8 1“ Abg. Herold (Zentr.) beantragte: — „die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, eine Umgestaltung
der General⸗Kommissionen nach der Richtung herbeizuführen, daß dem Laienelement bei der Beschlußfassung in den ver⸗ schiedenen Instanzen eine angemessene Mitwirkung zuge⸗ wiesen und die Zuständigkeit den allgemeinen Staatsverwaltungs⸗ behörden gegenüber anderweit geregelt wird, sowie eine Ausbildung ben General⸗Kommissionen zu Agrargerichten in Erwägung zu nehmen.“ Bis zum Schluß des Blattes nahmen die Abgg. Herold entr.), von Blanckenburg (kons.), der Minister für Land⸗ wirthschaft ꝛc. Freiherr von I11“ die Abgg. Frei⸗ rr von Zedlitz und Neukirch (freikons.) und Schmitz⸗ Düsseldorf (Zentr.) das Wort. 8
Statistik und Volkswirthschaft.
Invaliditäts⸗ und Altersversicherung.
Bei der Landes⸗Versicherungsanstalt Oldenburg lagen in dem verflossenen Jahre (die Zahlen für 1899 sind in Klammern beigefügt) vor: 731 (496) Anträge auf von Invaliden⸗ rente, 124 898 Anträge auf Bewilligung von Altersrente, 828 (617) Anträge auf Beitragserstattung in Heirathsfällen, 184 (102) Anträge auf Beitragserstattung in Todesfällen, 264 (249) Anträge auf Ueber⸗ des Heilverfahrens. Es wurden in dem genannten Zeitraum festgeseßt⸗ 565 (279) Invalidenrenten, 109 (55) Altersrenten,
90 (557) Erstattungen in Heirathsfällen und 165 (89) in Todesfällen. Die Höhe der bewilligten Invalidenrenten betrug durchschnittlich 143,83 ℳ, im Ganzen 81 266 ℳ, die der Altersrenten durchnittlich 161,07 ℳ, im Ganzen 17 556,60 ℳ, für sämmtliche Renten zusammen 98 822,60 ℳ — Seit dem Inkraft⸗ tmeten des Gesetzes wurden auf 4372 Anträge 3573 Renten in der Höhe von 467 889,80 ℳ bewilligt und auf 4003 Erstattungsanträge in 3784 Fällen die Beitragserstattung verfügt. Das Heilverfahren wurde in 184 (192) Fällen — darunter 94 (124) Lungenkranke — eingeleitet, in 52 Fällen (darunter 34 Lungenkranke) abgelehnt. Am 1. Januar befanden sich 24 (24) Kranke in der Fürsorge der Ver⸗ “ darunter 17 (18) Lungenkranke an 1 Kurort. Der ufwand für die Krankenfürsorge betrug v Jahre 31 810,25 (39 728,33) ℳ ““ Zur Arbeiterbewegung.
Die Tapezierer und Kleber Berlins haben, wie die „Dt. Warte“ berichtet, zwecks Durchsetzung eines allgemeinen einheit⸗ lichen Minimal⸗Accordtarifs eine “ begonnen (vergl. Nr. 80/1900 d. Bl.).
Nach einer Mittheilung desselben Blattes hat ferner eine allgemeine Ausstandsbewegung der Steinsetzer in Berlin sowie den nörd⸗ lichen und östlichen Vororten ihren Anfang genommen, während die⸗ jenigen der westlichen Vororte bereits eine Einigung mit den Arbeit⸗ gebern erzielt haben. Gemäß eines Versammlungsbeschlusses soll über 18 Firmen innerhalb der erstgenannten Orte vorläufig die Sperre verhängt werden, bis auf Grund der seitens der Arbeiter gestellten äö ein Einvernehmen wieder hergestellt sein wird (vergl.
r. 199/1900 d. Bl.).
888 Kunst und Wissenschaft.
.4 4. F. Zu Beginn der letzten Sitzung der Berliner Gesell⸗ chaft für Anthropologie machte der Vorsitzende, Geheime edizinalrath, Professor Dr. Virchow eingehende Mittheilungen über den wenige Tage vorher stattgehabten Brand im alten Patho⸗ logischen Institut. 85 senen Bodenraum, in dem
“
Das in einem abges s die Leitung der Warmwasserheizung befindet, entstandene Feuer rannte in den Fußboden ein großes Loch und entzündete auf diese Weise die Decke des darunter befindlichen Saales des Patho⸗ logischen Instituts. Auf den in der Mitte dieses Raumes stehenden alterthümlichen, großen Arbeitstisch fielen dann brennende Theile der Decke herab: der Tisch wurde ein Raub der Flammen und mit ihm viele darauf und darunter befindliche Präparate und Schädel, zum theil werthvolle Stücke, welche der Virchow'schen Privatsammlung und der Anthropologischen Gesellschaft angehören. Die Ausdehnung des Verlustes läßt sich n nicht übersehen. Viel ist auch beim Löschen durch asser zerstört und liegt noch in einem wüsten Haufen zusammen. Geheimer Rath Virchow hat geringe Hoffnung, daß mehr als einzelne Stücke der Sammlung noch erhalten geblieben seien, das meiste dürfte unrettbar verloren sein. Ein genauerer Bericht soll später gegeben werden. — Vor Eintritt in die Tagesordnung fand die Zettel Wahl von neun Ausschußmitgliedern für das Jahr 1901 statt. Dann machte Dr. Goetz eine interessante technische Mittheilung. Es ist ihm darnach gelungen, ein einfaches Verfahren zu erfinden, um Ornamente von Gefäßen, Urnen und
dergl. schnell und zugleich mit großer Treue und Genauigkeit von den Originalen abzunehmen. Das Verfahren besteht darin, daß man starkes, gutes Fließpapier naß macht, es auf die abzukonterfeienden Ornamente breitet, leicht andrückt und dann mittels einer Bürste in die Vertiefungen des Ornaments hineinklopft. Das trocken gewordene Papier zeigt die Eindrücke mit großer Schärfe. Um sie dauernd festzuhalten, bedarf es nur der Fixierung mittels Leimwassers oder womöglich Celluloidlacks; 8 Schellack ist anwend⸗ bar, färbt aber braun. Die vorgelegten Probekopien fanden unge⸗ theilten Beifall. — „Ueber die neuesten archäologischen Ent⸗ deckungen in Ost⸗Turkestan“ sprach hierauf Hr. uth. Diese englischen Forschungsreisenden geglückten Entdeckungen haben das Vorhandensein von Trümmern ausgedehnter Städte in dem jetzt fast ganz unter Dünensand begrabenen Ost⸗Turkestan enthüllt und eine solche Fane archäologischer Funde, einschließlich vieler Handschriften auf festem Papier in gänzlich unbekannter Sprache, zu Tage gefördert, daß es zu ihrer Ordnung bezw. Entzifferung noch unsäg icher Arbeit bedürfen wird und dadurch vor allem der linguistischen Wissenschaft neue und dankbare Aufgaben gestellt sind. Ein Theil der Urkunden ist bereits durch den Vortragenden selbst entziffert worden, so⸗ weit sie in bekannten Schriftzeichen und Sprachen niedergeschrieben waren. Es geht aus ihnen und anderen archäologischen, namentlich Münzenfunden hervor, daß das jetzt von Sandstürmen, die aus der Gobi⸗Wüste und dem Lop Nor⸗Gebiet her wehen, heim⸗ gesuchte, gegen Osten durch Gebirge ame.schüte Land, dessen gänzlich vegetationslose Dünenhügel einem erstarrten Meere aufs Haar eichen, früher ein reiches und dichtbevölkertes, hochzivilisiertes ulturland war, wie es ja auch heute noch West⸗ am Sir Darja und Amu Darja thatsächlich ist. Offenbar sind die Schutzmaßnahmen, die früher gegen das Herein⸗ brechen der Sandstürme, genauer gegen das Ueberfluthen des Kultur⸗ bodens durch Sand, in Uebung waren, und die angewandten Mittel zur Befestigung der Dünen entweder vergessen worden, oder sie konnten, was wahrscheinlicher ist, in dem durch Kriege heimgesuchten, verarmten und entvölkerten Lande nicht mehr angewandt werden. So wurde der Sand über die Menschen mächtig, vergrub ihre Städte, sa noch mehr, er drängte auch die ürefe me des Landes westwärts und zwang e in neue Betten. ö. Uund Jarxartes einst östlicher ossen als Sir⸗ und Amu⸗Darsa, ist eine bekannte, aber in ihren
eigent Ursa bisher noch nicht genügend erklärte Thatsache. Aler ces naceeen nach sind den Bewohnern dieser Gegenden in den letzten 2000 Jahren furchtbare Leiden bereitet gewesen. Um den Beginn unserer Zeitrechnung blühte hier ein großes uigurisches Reich, das ebenso westliche, römische und griechische, wie östliche, . Kultur⸗Elemente in sich aufgenommen und seine Religion Indien entlehnt hatte. Wir kennen aus jenen Münzen⸗ funden fünf Könige dieses Reiches aus dem ersten und zweiten vor⸗ ristlichen Jahrhundert. Die Münzen tragen indische ee cecüche Inschriften. Im Jahre 73 nach Christo zerfiel dieses uigurische Reich. und es scheint, daß von da ab auch im allgemeinen ein langsamer Verfall begann. Immerhin blieb der Zustand der buddhistischen Bevölkerung bei blühender Bodenkultur ein verhältnißmäßig glücklicher. Im 8. Jahr⸗ hundert indessen begann 2 in diesen Gegenden der Islam seine Propaganda, verdrängte den uddhismus und das von Nestorianern Grade verbreitete Christenthum und war im 11. und 12. Jahrhundert zu fester Herrschaft gelangt. Heute ist der Islam die allein herrschende Religion im ganzen Turkestan. Mit dem Ein⸗ dringen des Islam war auch der schnelle Verfall der früheren Kultur besiegelt; aber das Zerstörungswerk vollendete der Völkerwürger Tamerlan im Anfang des 15. Jahrhunderts. Dieser wahnsinnige Despot machte das Land zur Wüste nicht nur im bildlichen, dnden im vollsten b indem er die Bevölkerungen inschlachtete. Ob der Sand dort nicht schon zu mächtig geworden ist, um wenigstens seinem weiteren Vordringen Widerstand zu leisten, muß die Zukunft lehren. Bis vor 30 Jahren war Turkestan für die europäische Forschung terra incognita; dann er⸗ regte die Auffindung der Trümmer einer mächtigen Stadt im Wüsten⸗ sande die Aufmerksamkeit, und es erschienen englische und russische Reisende. Die systematische Forschung aber begann erst durch Spen Hedin. Inzwischen sind englische Reisende sehr thätig gewesen und haben großartige Sammlungen zusammengebracht, namentlich von keramischen Erzeugnissen, Gefäßen, Reliefs, Terrakotten und nächst⸗ dem Münzen und Handschriften. Der Vortxragende führte viele dieser Fundstücke durch den Bildwerfer vor Augen und sodann auch eine Reihe von Architekturen aus den im Süden aufgefundenen Städten, darunter höchst merkwürdige, glocken⸗ oder kegelförmige Grabmale aus der buddhistischen Zeit. Alle diese Dinge bestätigten vollauf, was der einleitend von der hohen Wichtigkeit der Funde gesagt atte.
in geringem
Im Salon von Eduard Schulte Hünter den Linden 1) hat am 27. Januar für die Dauer von drei Wochen eine neue Ausstellung begonnen, die durch Werke der Künstlergruppe „Jagd und Sport“ ihr besonderes Gepräge erhält. Diese Berliner Künstlervereinigung, welche die Maler 8 Bildhauer K. Friese, C. Kapptein, G. Koch W. Kuhnert, E. Otto, O. Pflug, N. Pfretzschner, R. Rusche, W. Simmler, H. Sperling, K. Wagner, C. Fenfermͤam zu ihren Mit⸗ gliedern zählt, hat ihre diesjährige Ausstellung sehr reich und glänzend beschickt, und es wird ihr an Anerkennung und Erfolg ei allen Freunden von Jagd und Sport nicht fehlen. Eine Anzahl interessanter Portraits bringen zur Schau: Ernst Heilemann, Georg Ludwig Meyn und Karl Bennewitz von Loefen (Berlin), Franz von Lenbach (München) und Philipp Läszlé (Buda⸗ Pest), der letztere u. a. das auf der Weltausstellung in Paris mit der Großen Goldenen Medaille Aaeb ssiees Portrait Leo’'s XIII. und des Kardinals Rampolla. Besondere Erwähnung verdienen unter den zahlreichen anderen Werken die Originalzeichnungen von G. Bar⸗ lösius, Maximilian Dasio, Franz Hein, Erich Knithan, Horst Schulze, Franz Stassen, Hans von Volkmann und Bernhard Wenig zu der mehrerwähnten Sammlung von Märchen, Minne⸗ und Volksliedern, welche unter dem Titel „Jungbrunnen“ bei Fischer u. Franke hierselbst erschienen ist.
Zur bleibenden Erinnerung an die Feier der 500. Wiederkehr des Geburtstages Gutenberg's soll in Mainz ein Gutenberg⸗Museum um Ostern d. J. eröffnet werden. Das reiche Material, das die Gutenberg⸗Ausstellung geboten hat, wird, vielfach noch ergänzt, die Grundlage einer Sammlung bilden, welche eine Uebersicht über die Entwickelung der Buchdruckerkunst nach der kulturhistorischen Seite hin darstellen wird. Der ständige Ausstellungssaal im ersten Stock der Stadtbibliothek wird zu einer Stätte der Erinnerung an den Erfinder und an die Jubelfeiern besonders von 1837, 1840 und 1900 eingerichtet werden; hier sollen 8 die Weihgeschenke der jüngsten Feier, Festschriften und estblätter, Diplome, die zahlreichen, zum theil recht werthvollen Kranzschleifen mit Inschriften, die Originalzeichnungen vom Festzuge, Bilder und Statuen, Medaillen u. a. vereinigt werden. Die typographische Ab⸗ theilung wird in dem dazu besonders hergerichteten oberen Stock der Stadtbibliothek ausgestellt werden. Bis zur Schaffung eigener Räume muß auf diese Weise eine vorläufige Unterkunft gesucht und diese Beschränkung durch häufigeren Wechsel eines Theiles der Aus⸗ stellungsgegenstände und durch Sonder⸗Ausstellungen einigermaßen ausgeglichen werden. Zunächst bleibt das Museum auch in räumlicher Verbindung mit der Stadtbibliothek, von der es als städtische Anstalt eine Abtheilung bilden wird, wie bisher bereits das Archiv und das Münzkabinet. Ein lokaler Ausschuß, dem außer den Mitgliedern der städtischen Bibliothek⸗Kommission noch einige andere Mainzer Bürger angehören werden, wird gemeinsam mit dem aus angesehenen auswärtigen Mitgliedern gebildeten Beirath die Be⸗ stimmungen für das Museum feststellen und dessen Verwaltung ein⸗ richten und überwachen, ebenso auch die Gründung der in Verbindung damit ins Leben zu rufenden „Gutenberg⸗Gesellschaft“ in die Hand nehmen und für diese den Organisationsplan beschließen und durchführen. Demnächst wird die erste Sitzung des Gesammt⸗Aus⸗ sche ses unter dem Vorsitz des Ober⸗Bürgermeisters )r. Gaßner in
ainz stattfinden. Das bis jetzt ohne systematische Sammlung von Geldmitteln zur Verfügung stehende Kapital beträgt gegen 100 000 ℳ, dazu kommen ansehnliche Jahresbeiträge, wie der des Deutschen Buchdruckervereins u. a. Zur Eröffnung des Guten⸗
Museums wird eine Schrift von der Stadt Mainz herausgegeben werden, die eine Erinnerungsgabe an die Gutenberg⸗Feier bilden soll; sie wird in erster Linie den Bericht über das Fest 2 und außer⸗ dem eine Zusammenstellung der Jubiläumsliteratur, das Verzeichniß der Zuwendungen an das Museum sowie das Nähere über dieses und die „Gutenberg⸗Gesellschaft“, ihre Einrichtung und Ziele enthalten.
Von der dekorativen Illustration des alter und neuer Zeit. Vorträge und „. von Walter Crane. Aus dem Fn lischen von L. u. K. Burger. Mit ca. 160 Beilagen und Abbildungen. Verlag von Hermann Seemann, Nochlelger in Leipzig. Pr. geh. 7,50 ℳ, geb. 9 ℳ; Liebhaberausgabe auf Büttenpapier geb. 12 ℳ — Was das englische Kunstgewerbe dem Zeichner Walter Crane verdankt, ist hinlänglich bekannt; 5 Einfluß ist 1 ogar weit darüber hinaus im gesammten heutigen Schaffen dieser Art zu spüren. Auch unter den Reformatoren der modernen Buchkunst steht er in der evv. Reihe. Sein oben genanntes Werk mit dem reichen Material an Abbildungen verdient daher die größte Beachtung von seiten des deutschen Buchgewerbes. Erane behandelt darin die Entwickelung der illustrativen und dekorativen Buchausstattung von den mittelalterlichen Handschriften bis herauf zu den modernsten Erzeugnissen des Buchdrucks und der Buchverzierung. Er hat dabei stets das Ganze des Druckwerks im Auge, wie er auch in seiner Praxis nicht nur die Illustrationen, sondern auch das Muster des Vorsatzpapiers zeichnet und ebenso den Einband entwirft. Für die einheitliche Zusammenstimmung von Letternsatz, Zeichnung und Ver⸗ zierung ist Crane der beredteste und berufenste Vorkämpfer. Die vrs für das Zeichnen von Buchschmuck und Illustrationen, die er aufstellt, machen dieses Werk des berühmten englischen Künstlers zu einem Vademecum für das moderne Büchsenerhe Zu der ge⸗ diegenen Ausftattung, welche ihm die Verlagsbuchhandlung verliehen hat, wird das Werk aber auch sedem Bücherliebhaber Freude bereiten.
e . b in
¹ 1 etzt worden.
„Die Baukunst“, berausgegeben von Borrmann un R. Graul. Verlag von W. Spemann in Berlin und Stuttgart. Viertes Heft der II. Serie: „Der dorische Tempel der Griechen“ von Richard Borrmann. Pr. 3 ℳ — In diesem neuesten Heft der wegen ihrer kunstgeschichtlich⸗ästhetischen Dar⸗ stellung und ihrer vortrefflichen illustrativen Ausstattung auch für den Nichtfachmann F Monographien geht der erste der Heraus⸗ geber, Regierungs⸗Baumeister, Professor Borrmann, der Entstehung und Entwickelung des dorischen Tempels, der abgeschlossensten und charaktervollsten Bauschöpfung der alten Welt, nach und sucht den noch immer räthselhaften Ursprung seiner Formen auf Grund der neuesten Forschungsergebnisse zu erhellen. Die interessanten Ausführungen sind nicht nur durch A mmense im Text (Tempel in Se . sondern auch durch eine Reihe von Tafeln erläutert, welche die be⸗ rühmtesten Bauwerke dorischen Stils in ihren 1 erhaltenen impo⸗ santen Trümmern darstellen, so den Poseidon⸗Tempel und die Basilika in Paestum, den Tempel in Segesta, das Parthenon und den Theseus⸗ Tempel in Athen und den Tempel des Apollon Epikurios in Phigaleia (Arkadien). Da diese Tafeln nach wohlgelungenen photographischen Aufnahmen mittels Lichtdrucks vervielfältigt sind, so ersetzen sie zum die Anschauung an Ort und Stelle und bieten somit dem Architekten ein vorzügliches Studienmaterial. “
Land⸗ und Forstwirthschaft.,
der XXIX. Plenarversammlung de Deutschen Landwirthschaftsraths, welche vom 5. bis 8. Februa im Provinziallandeshause, Matthäikirchstraße 20/21, hierselbst statt⸗ findet, ist nunmehr endgültig, wie folgt, festgestellt: 8 I. Geschäftlicher Theil: 8 A. Eröffnung und Konstituierung der Versammlung; B. Wahl des ersten Vorsitzenden; C. Rechnungslegung pro 1900 und Etats⸗ festsetzung pro 1901; 0. Geschäftliche Mittheilungen; E. Bericht über die Ausführung der in der XXVIII. Plenarversammlung 1900 ge⸗ faßten Beschlüsse und über die Geschäftsführung des Jahres 1900.
II. Materieller Theil:
àA. Organisation des Deutschen Landwirthschaftsraths. Referenten: Geheimer Regierungsrath Reich⸗Meyken, Freiherr von Cetto⸗Reicherts
hausen, Funch⸗Loy. 8 8
B. Bericht der Kommission über Reform der Amortisationsschuld und 1“ als Mittel zur Schuldentlastung. Referent: Wirklicher Geheimer Ober⸗Regierungsrath, Bezirks⸗Präsident Freiherr von Hammerstein⸗Metz.
G. Die Nothwendigkeit der Einführung öffentlicher Schlachtvieh⸗ versicherungen in den Bundesstaaten nach dem Inkrafttreten des Reichsgesetzes, betr. die Schlachtvieh⸗ und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900. Referenten: Landes⸗Oekonomierath von Mendel⸗Steinfels, Oberlandesgerichtsrath Schneider⸗Stettin, Geheimer Ober⸗Regierungs⸗ rath Dr. Lydtin⸗Baden⸗Baden.
D. Handel und Notierung nach Lebendgewicht. Oekonomierath Ring⸗Düppel, Professor May⸗München.
E. Entwurf eines Gesetzes über die privaten Versicherungsunter⸗ nehmungen. Referenten: Geheimer Oekonomierath, Professor von Langsdorff⸗Dresden, Oberlandesgerichtsrath Schneider⸗Stettin.
F. Berichte der Kommissionen: a. für die Viehversicherung, Referent: Landrath Dr. von Borries⸗Steinlake; b. für das Eisenbahn⸗ tarifwesen, Referent: Domänenrath Rettich⸗Rostock; c. für die Be⸗ kämpfung der Maul⸗ und Klauenseuche, Referent: vacat.
G. Stellung der Landwirthschaft zur bevorstehenden Neuregelung der deutschen Handelspolitik. Referent: Graf von Kanitz⸗Podangen.
Die Tagesord nun
Referenten:
Heft IV des 48. Bandes des „Journals für Landwirth schaft“, welches im Auftrage der Lormirkhschastskammer für d
V158 Hannover unter Betheiligung der landwirthschaftlichen J
titute, Laboratorien und Versuchsanstalten deutscher Hochschulen herausgegeben und unter Mitwirkung der Professoren Dr. 8 Esser, Direktor des Thierarznei⸗Instituts, Dr. W. Fleischmann, Direkto
des landw. Instituts, Dr. F. Lehmann, Direktor der landw. Ver⸗ suchsstation, und Dr. C. von Seelhorst, Direktor des landw. Ver⸗ suchsfeldes in Göttingen, von dem Professor Dr. B. Tollens, Direkto
des agrikulturchemischen Laboratoriums daselbst, redigiert wird (Verlag
buchhandlung Paul Parey, Berlin; Abonnementspreis des Bandes 10 ℳ), erschien mit folgendem Inhalt: „Untersuchungen über die gegenseitigen Beziehungen der Eigenschaften von —— einer Sorte“ von Professor C. Fruwirth⸗Hohenheim; Mittheilungen des landwirth⸗ schaftlichen Versichofebe der Universität Göttingen: I. „Einfluß des Ertrages der Mutterhorste auf die Höhe der Kartoffelernte“ von Pro⸗ fessor Dr. von Seelhorst und G. Frölich, II. „Der Einfluß der Düngung und des Wassergehalts des Bodens auf den Bau und auf die Fesammeönse un der Ferftenpflan. resp. des Gerstenkornes“ vo
C. von Seelhorst und N. Georgs; Mittheilungen aus dem agrikultur⸗ chemischen Laboratorium der Universität Göttingen: I. „Ueber das Verhalten der Pentosane der Samen beim Keimen“ von Dr. A. Schöne und Professor Dr. B. Tollens, II. „Ueber das Verhalten von Zucker⸗ lösungen zu Strontian bei erhöhter Temperatur und über die regel⸗ mäßige Gegenwart von Milchsäure in der Melasse“ von Dr. A. Schön
und Prosesor Dr. B. Tollens; Mittheilung aus dem agrikultur⸗
chemischen Laboratorium der Universität Göttingen: „Untersuchungen 1“
über die Pentosanbestimmungen mittels der Salzsäure⸗Phloroglucin⸗ methode nebst, einigen — Theil I, von Direktor E. Kröber in Jajce: Literaturbesprechungen. 8
Gesundheitswesen, Thierkrankheiten u “ Maßregeln.
4.8 — 8 “ 2 5 „ “ Iqn 8 8 Spanien. “
Durch Ministerial⸗Erlaß vom 24. d. M. sind die Herkünft aus Manila wegen Erlöschens der Beulenpest unter den übli Bedingungen wieder regbeen worden. (Vergl. „R.⸗Anz. Nr. 16 vom 18. Januar v. J.) [B18 8
Griechenland. 88
Die gegen Konstantinopel und Smyrna angeordnete zehntägige
Quarankäne ist vom 20. d. M. ab auf eine 48stündige derad⸗ Dieselbe wird in der Quarantänd⸗Station S
Feorges absolviert, woselbst auch eine sorgfältige Dosinfekton des
Reisegepäcks vorgenommen wird. 8
Bei dem Waareneinfuhrverbot aus den genannten beiden Städten verbleibt es noch bis auf weiteres. (Vergl. R. Anz. Nr. vom 10. und Nr. UI1 vom 14. d. M.)
Dänische Antillen. „Die Ragierung der dänischen Antillen dat unter dem 22. p. M. die s. Z. gegen Glasgow angeordneten Ouagrantanemaßnahmen und Einfuhrbeschränkungen aufgedeben. (Vergl. „N.A 8 Nr. 245 vom 15. Oktober v. J.)
Theater und Mufik. Im Königlichen Opernhanse Meverdeer s Over Die Afrikanerin“ in folgender e ee Deon — Nrr Modlinger; Ines: Frau PHerzog; 2 de Gama; H Großinquisitor: Herr Knüpfer: Pon Mlvar; Herr Seommerz riester: Herr Wittekopf: Nelnsco: Herr Bulß; Selidgs⸗ estinn; Anna: Fräulein Pohl. Kapellmeister Walter dirzgiert
Im Laufe der nachsten Wochg findet eine Gedenkfeier für Gius ppe Verdi statt. Mitte Febrnar geht zum ersten die Samson und Delila“ von Camille Saint in
roben sind bereits in vollem Gange; mit der
1“X“ = 11““ v“ E
8