1901 / 93 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 20 Apr 1901 18:00:01 GMT) scan diff

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Ermeremrelerses

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WBWBA den Profeslarzgn: . . Dr. Ernst Regel an der Ober⸗Realschule bei den Francke⸗ schen Stiftungen zu Halle a. S.,

Dr. Adolf buse am Friedrichs⸗Gymnasium in Berlin,

Dr. Johannes Bolte am Königstädtischen Gymnasium in Berlin,

Dr. Heinrich Drees am Gymnasium in Wernigerode,

Dr. Oskar Knuth am Gymnasium in Steglitz,

8 .“ Schmidt am Progymnasium zu Lauen⸗ burg i. P., Louis Hellwig am Gymnasium in Ratzeburg, Hartwig Beckmann am Gymnasium zu Wandsbeck,

Eugen Pape am Realgymnasium zu Siegen,

Ernst Bockhorn an der Ober⸗Realschule zu Saar⸗ brücken,

1 Anton Chlebowski am Gymnasium zu Braunsberg, Aemilius Pintschovius am Gymnasium zu Haders⸗ eben,

Julius Hering am Gymnasium zu Ple, Friedrich Faber am Gymnasium zu Minden, Wilhelm Rosen am Gymnasium zu Kempen,

Dr. Victor Posseldt am Viktoria⸗Gymnasium zu

Potsdam,

Dr. Richard Medem am Realgymnasium St. Johann zu Danzig, .“ Theophil Wolgram am Gymnasium in Thorn, Dr. Bruno Graupe am Sophien⸗Realgymnasium zu

Berlin,

Richard Seyfert am Progymnasium zu Forst i. L,

Dr. Reinhold Michaelis am Wilhelms⸗Gymnasium zu Berlin, 1

Dr. Rudolf Meyer am Leibniz⸗Gymnasium zu Berlin,

Otto Roloff am Realgymnasium zu Potsdam,

Dr. Emil Fichte am Gymnasium zum grauen Kloster

in Berlin,

Karl Buske am Lessing⸗Gymnasium zu Berlin, Dr. Richard Eichner an der 4. Realschule zu Berlin, Dr. Wilhelm Stoewer an der Hohenzollernschule

(Gymnasium nebst Realschule) zu Schöneberg,

Wilhelm Schober am Real⸗Progymnasium zu Krossen, Dr. Franz Tank am Gymnasium zu Treptow i. P., Paul Fischer am Gymnasium zu Greifenberg i. P., Dr. Richard Krause am Stadtgymnasium zu Stettin,

Dr. Julius Ifland am Marienstifts⸗Gymnasium zu

tin,

Dr. Karl Schlemmer am Gymnasium zu Treptow i. P.,

Otto Knoop am Gymnasium zu Rogasen,

Arthur Bonin am Gymnasium zu Lissa,

Theodor Ernst am Marien⸗Gymnasium zu Posen,

Sikorski am Matthias⸗Gymnasium zu reslau, Dr. Paul Baumert am Progymnasium zu Striegau,

Oswald Herold am Gymnasium zu Neustadt O.⸗S.,

Franz Schickhelm am Gymnasium zu Ohlau,

Dr. Woldemar Rost an der Guerickeschule (Ober⸗

Realschule und Realgymnasium) zu Magdeburg,

Dr. Johannes Salzmann am Gymnasium zu Stendal, Wilhelm Hellmann am Realgymnasium zu Erfurt,

Dr. Jürgen Lübbert an der Lateinischen Hauptschule

der Francke'schen Stiftungen zu Halle a. S.,

Dr. Ernst Schmidt am Gymnasium zu Seehausen, Dr. Theodor Harmsen am Realgymnasium zu Altona, Dr. Wilhelm Petersen am Gymnasium zu Flensburg,

Höugo Voigt am Gymnasium zu Wandsbeck, Dr. Franz Fügner am Kaiser Wilhelms⸗Gymnasium

zu Hannover,

1b Albert Rauterberg am Gymnasium Andreanum zu

Hildesheim,

Hermann Arndt am Realgymnasium zu Harburg,

Franz Kluge am Kaiser Wilhelms⸗Gymnasium zu Hannover, 1t Johannes Bieler am Domgymnasium zu Verden,

Dr. Friedrich Ritter am Wilhelms⸗Gymnasium zu Emden,

Wilhelm Fraesdorff am Progymnasium zu Nienburg, 8 Louis Hentschel Fhö;iildesheim, 8 Friedrich Humpert am Gymnasium zu Bochum, Ripke am Realgymnasium zu Lippstadt, * r. Adolf Hof am Realgymnasium zu Witten, 1 David Gutzmann am Realgymnasium zu Witten, Theobald Westerwick am 8 mnasium zu Minden, Julius Walther am Gymnasium zu Trarbach, Kaàarl Keller am Gymnasium zu Koblenz, Karl Krick am Gymnasium zu Koblenz, ö-sn 1 Meyer am Real⸗Progymnasium zu Ober⸗ hausen, 4 Rudolf Windel an der Lateinischen Hauptschule der Francke'schen Stiftungen zu Halle a. S., Eugen Geffroy am Städtischen Realgymnasium zu Königsberg i. Pr., . Ernst Kusch am Viktor ia⸗Gymnasium zu Potsdam, Dr. August Wambera am Gymnasium zu Gleiwitz, Dr. Otto Handel am Realgymnasium zu Reichenbach Franz Heinri⸗ Trier, Dr. Karl Pollert am Gymnasium zu Flensburg, Ernst Borchert am Gymnasium zu Lyck, Ottomar Cludius an der Ober⸗Realschule auf der Burg zu Königsberg i. Pr., Heinrich Mentzen am Gymnasium zu Braunsberg, Heinrich Entz am Gymnasium zu Thorn, 8 88 Paul Maerkel am Askanischen Gymnasium zu Berlin, Dr. Waldemar Mohr am Gymnasium zu Kottbus, Heinrich Oelker am Realgymnasium zu Osnabrück, h L. Phs Mummenhoff am Gymnasium zu Reckling⸗ ausen, Dr. Gustav Palm am Gymnasium zu Bochum, Dr. Adolf Gundlach am Gymnasium zu Weilburg, 1 8 Karl Hülsmann an der Ober⸗Realschule zu Aachen, . 8 Dr. Joseph Drecker an der Ober⸗Realschule zu Aachen, Dr. Heinrich Spieß am Gymnasium nebst Real⸗ gymnasium zu Düsseldorf, 4 Dr. Julius Richter am L I—Mee

am Gymnasium Andreanum zu

ölscher am Gymnasium zu Münster, i

Bosch am Friedrich Wilhelms⸗Gymnasium

Gymnasium zu

*

Karl Deditius an der Realschule in Barmen, Dr. Robert Kreuschmer an der Realschule in Barmen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Kaufmann Otto Schulze, Inhaber der Firma „Robert Krüger“, zu Potsdam das Prädikat eines Königlichen Hoflieferanten, sowie dem Spediteur Albert Netz zu eines

Max Schnütgen am Kaiser Karls⸗Gymnasium in

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Königlichen Hof⸗Spediteurs zu verleihen.

Justiz⸗Ministerium.

Der Landgerichts⸗Direktor Albrecht in Potsdam ist in⸗ folge seiner Ernennung zum Geheimen Regierungsrath und vortragenden Rath bei der Ober⸗Rechnungskammer aus dem Justizdienst gäéschieden.

Dem Amtsgerichtsrath Klose in Koschmin ist die nach⸗ gesuchte Dienstentlassung mit Pension ertheilt.

Versetzt sind: der Amtsrichter Anderseck in Gr.⸗Warten⸗ berg nach Hermsdorf u. K., der Amtsrichter Schroeter in Bochum nach Rahden und der Amtsrichter Dr. Rohde in Schwarzenfels nach Einbeck.

Der Kaufmann Louis Brügmann in Dortmund ist zum E“ bei dem Landgericht daselbst wiederernannt.

em Kommerzienrath Wilhelm Zuckschwerdt in Magdeburg ist die nachgesuchte Entlassung aus dem Amt als Handelsrichter ertheilt.

Der Rechtsanwalt Vogel ist in der Liste der Rechts⸗ anwälte bei dem Landgericht in Guben gelöscht.

In die Liste der Rechtsanwälte sind eingetragen: die Rechtsanwälte Döhmer aus Saarbrücken bei dem Ober⸗ landesgericht in Köln, Lewinsky aus Neumark bei dem Amtsgericht und dem Landgericht in Danzig, die Gerichts⸗ Assessoren Dr. Salomon Neumann bei dem Landgericht in Beuthen O.⸗Schl., 3 bei dem Amtsgericht in Gelsenkirchen und Klotzsch bei dem Amtsgericht in Czarnikau.

Der Amtsgerichtsrath Schacht in Angerburg, der Staats⸗ anwalt Pretzell in Bartenstein, der Notar, ZJustizrath Ackermann in Berlin und der Rechtsanwalt Harff sind gestorben. I

Ministeriu m für Handel und Gewerbe. Dem Königlichen Baugewerkschul⸗Direktor, Professor

Andreas Wolf ist die Stelle des Direktors der Baugewerk⸗

schule in Königsberg i. Pr. übertragen worden.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten.

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Der Geheime Ober⸗Justizrath und vortragende Rath im

Dafi. Mishes ann Dr. Friedrich Vierhaus ist mit Aller⸗ öchster Genehmigung Seiner Majestät des Königs zum or⸗ dentlichen Senorce sfesr in der juristischen Fakultät der Friedrich⸗Wilhelms⸗Universität zu Berlin ernannt worden. Der bisherige Privatdozent in der Fakultät der Universität zu Königsberg i. Pr. Dr. Ernst Schell⸗ wien ist zum außerordentlichen Professor in derselben Fakultät ernannt worden.

Angekommen:

Seine Excellenz der Vize⸗Präsident des Staats⸗ Ministeriums, Finanz⸗Minister Dr. von Miquel.

Im Inseratentheil (Vierte Beilage) der heutigen Nummer d. Bl. wird eine Urkunde, betreffend die der Stadt Frankfurt a. M. ertheilte Genehmigung der Ausgabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber bis zum Betrage von 27 000 000 ℳ, veröffentlicht.

Aiicchamtliches. SWDWeutsches Reich. 8 Preußen. Berlin, 20. April.

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Seine Majestät der Kaiser und König hörten, wie aus Kiel gemeldet wird, gestern Nachmittag den Vortrag des Chefs des Zivilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths Dr. von Lucanus und heute Vormittag die Vorträge des Staats⸗ sekretärs des Reichs⸗Marineamts, Staats⸗Ministers, Vize⸗ Admirals von Tirpitz, des Chefs des Admiralstabes der Marine, Vize⸗Admirals von Diederichs und des Chefs des Marine⸗

kabinets, Vize⸗Admirals Freiherrn von Senden⸗Bibran. 8

2 Die Ausschüsse des Bundesraths für Zoll⸗ und Steuerwesen, für Rechnungswesen und fuͤr Handel und Ver⸗ kehr hielten heute Sitzungen. Z11“

In der Zeit vom 1. April 1900 bis zum Schlusse des Monats März 1901 sind im Deutschen Rei folgende Einnahmen (einschließlich der kreditierten Beträge an Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern sowie andere Einnahmen nach dem „Centralblatt für das Deutsche Reich“ zur Anschreibung gelangt:

ölle 490 875 542 (gegen das Vorjahr 1 232 778 ℳ), Tabacksteuer 12 675 468 (+ 218 547 ℳ), Zuckersteuer und Kuschlag zu derselben 123 710 035 (+ 9 330 274 ℳ), Salzsteuer 49 372 494 (— 165 957 ℳ), Maischbottich⸗ und Branntwein⸗Materialsteuer 20 134 275 (+ 1 221 806 ℳ) Verbrauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag zu derselben 130 655 462 (— 800 525 ℳ), Brennsteuer 953 091 (— 233 481 ℳ), Brausteuer 32 168 928 (+ 630 771 Uebergangsabgabe von Bier 4 075 122 (— 20 092 ℳ9. Summe 862 714 235 (+ 8 948 565 ℳ). Stempelsteuer für: a. Werthpapiere 21 124 289 (+ 3 181 658 ℳ), b. Kauf⸗ und sonstige Anschaffungsgeschäfte 14 305 063 (s— 631 954 ℳ), c. Loose zu: Privatlotterien 4 209 763 (*† 13 845 ℳ0), Staatslotterien 21 051 246 ℳℳ (+ 5306 314 ℳ), d. Schiffsfrachturkunden 609 899 (+ 609 899 ℳ); Spiel⸗

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in Bonn

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kartenstempel 1 610 225 (+ 28 248 ℳ). Wechselstempel⸗ steuer 13/025 785 (+ 990 370 ℳ), Reichseisenbahn⸗Ver⸗ waltung 89 120 000 (+ 3 001 000 ℳ). Die zur Reichskasse gelangte Ist⸗Einnahme, abzügli der Ausfuhrvergütungen und Verwaltungskosten, 8 t bei den nachbezeichneten Einnahmen: Zölle 464 543 384 9 (+ 3 429 099 ℳ), Tabacksteuer 12 045 953 (— 2868 ℳ%, Zuckersteuer und Zuschlag zu derselben 123 340 813 + 18 755 306 ℳ), Salzsteuer 49 463 534 (+ 820 121 ℳ) Maischbottich⸗ und Branntwein⸗Materialsteuer 15 747 018 cr 709 570 ℳ), Verbrauchsabgabe von Branntwein und Zu⸗ schlag zu derselben 108 699 004 (— 2 373 670 ℳ), Brenn⸗ steuer 953 084 (— 233 473 ℳ), Brausteuer und Uebergangsabgabe von Bier 30 796 636 (+ 514 619 ℳ) Summe 803 683 258 (+ 21 618 704 ℳ). 8 stempel 1 533 573 (+ 64 636 ℳ).

Der Fürsterzbischof von Prag Freiherr von Skrbensky. hat den Pfarrer Dr. Wilhelm Hohaus in Habelschwerdt zum Großdechanten und Fürsterzbischöflichen Vikar in der Grafschaft Glatz ernannt, nachdem von dem Fürsterzbischof zu dieser Ernennung die landesherrliche Genehmigung nachgesucht und letztere unter dem 4. März d. J. ertheilt worden ist Der Großdechant und Fürsterzbischöfliche Vikar in der Grafschaft Glatz ist nach Maßgabe der bestehenden Bestimmungen zugleich Ehrendomherr an der Domkirche zu Breslau.

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Der Kaiserliche Minister⸗Resident in Bangkok von Sal⸗ dern hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Während der Abwesenheit desselben fungiert der der Kaiser⸗ lichen Minister⸗Residentur zugetheilte Assessor Dr. von der Heyde als Geschäftsträger.

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Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Loreley Kommandant: Kapitän⸗Leutnant Freiherr von Dalwigk zu Lichtenfels, am 18. April in Konstantinopel eingetroffen.

Potsdam, 19. April. Ihre Majestät die Königin von Württemberg ist heute Nachmittag zum Besuch Ihrer Königlichen Hoheit der Erbprinzessin zu Wied von Dessau hier eingetroffen.

Kiel, 19. April. Seine Majestät der Kaiser ver⸗ blieb, wie „W. T. B.“ meldet, gestern Nachmittag an Bord des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II.“ und nahm Abends dort mit dem Offizierkorps des Schiffes das Diner ein. Ihre Majestät die machte am Nachmittag Ihrer Durchlaucht der rinzessin Henriette zu

chleswig⸗Holstein einen Besuch, kehrte dann in das Schloß zurück und besuchte um 31 ⁄½ Uhr Seine Königliche Hoheit den Prinzen Adalbert an Bord des Schulschiffes „Charlotte“. Nachdem gegen 6 Uhr Abends der Regen, welcher ben ganzen Tag andauerte, nachgelassen hatte, unternahm vhr⸗ Majestät einen Spaziergang nach Düsternbrook und kehrte dann in das Schloß zurück.

Cronberg, 19. April. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin von Baden trafen estern Nachmittag 1 Uhr zum Besuch Ihrer Majestät der aiserin Friedrich hier ein und kehrten um 4 Uhr nach Karlsruhe zurück.

Wiesbaden, 18. April. In der heutigen Sitzung des Kommunal⸗Landtages wurde zunachs die Ergänzungswahl für den Kommunal⸗Landtag im Kreise Höchst für gülti erklärt. Zu den Gesuchen des Kreises Biedenkopf un des Dillkreises um Gewährung eines weiteren Zuschusses zu den Kosten des Grunderwerbs für die Eisenbahn Herborn Weidenhausen wurde beschlossen, für den Dillkreis einen Zuschuß von 50 000 und für den Kreis Biedenkopf einen solchen von 40 000 zur Entlastung der an dem Bahnbau betheiligten Gemeinden zu bewilligen. Alsdann wurden der vorgelegte Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben des Bezirksverbandes für 1901, sowie die noch nicht erledigten, Spezial⸗Etats Nr. 14, 19 und 20 mit den von der Finanz⸗ Kommission beantragten Aenderungen zu Kap. VII der Einnahme des Haupt⸗Etats und zu Kap. XIV und XVI. der Ausgabe der Haupt⸗Etats, sowie den sich daraus er⸗ gebenden Aenderungen der Spezial⸗Etats genehmigt. Hier⸗ durch erledigte sich auch das Gesuch der Landwirthschaftskammer um Ueseihung er Aufwendungen für landwirthschaftliche Wanderlehrer. Dem vorgelegten Entwurfe eines Gesetzes zur Abänderung der Gesetze, betreffend die Nassauische Landesbank, wurde mit den von der Finanz⸗Kommission vorgeschlagenen Aenderungen zugestimmt, wodurch auch der Vortrag, betreffend die Bemerkungen zweier Ab⸗ geordneten zu dem Verfahren der Nassauischen Landesbank bei hypothekarischen Beleihungen, seine Erledigung fand. Es wurde ferner beschlossen, dem vorgelegten Reglements⸗Ent⸗ wurf zur Ausführung des Gesetzes über die Fürsorgeerziehung Minderjähriger vom 2. Juli 19 mit den von der Eingaben⸗ Kommission vorgeschlagenen Aenderungen zuzustimmen und den Landes⸗Ausschuß zu ermächtigen, die redaktionellen Aenderungen an dem Reglement vorzunehmen, welche von den 7 Ministern etwa noch gefordert würden. Bezüg⸗ ich der vorgelegten Jahresrechnungen ständischer Fonds und Institute wurde nach dem Antrage der Rechnungs⸗ Prüfungskommission die Decharge ertheilt. Nachdem alsdann noch zu den bezüglichen Gesuchen der Kerkerbachbahn⸗Gesell⸗ schaft ꝛc. beschlossen worden war, die dieser Gesellschaft zuge⸗ billigte Unterstützung zurückzuziehen, wenn die Arbeiten fur die ganze Strecke nicht

spätestens am 1. Oktober 1902 an mehreren Punkten zugleich begonnen würden, wurde der Kommunal⸗Landtag dur den stellvertretenden Landtags⸗Kommissar geschlossen.

Sachsen⸗Weimar⸗Eisenach. 1u

Seine Königliche Hoheit der Großherzog hat, wie die „Weimarische Zeitung“ meldet, den Staats⸗Minister Dr. Fathe von der Leitung des Finanz⸗Departements des Staats⸗ Ministeriums entbunden und demselben die Leitung des Kultus⸗Departements übertragen, mit welchem die Angelegen⸗ 8 des Großherzoglichen Hauses und die Geschäͤfte der ustizverwaltung verbunden werden. Der Ministeria Direktor Dr. Hunnius ist unter Verleihung des Titels „Großherzoglicher Finanzrath“ zum Chef des Finanz⸗Depaärtements ernannt worden.

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die wenigen für diesen Zweck no

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h““ Oesterreich⸗Ungarn.

estrigen Sitzung des österreichischen Abge⸗

Ihephagfes beantwortete der Mfäereicacchen Dr. s orbrher mehrere Interpellationen, darunter eine solche, Koerand die Erwerbung eines Geländes in Tientsin beireründung einer österreichisch⸗ungarischen zur Minister führte, dem „W. TX bierbei aus: 1 in kommerzielle Pfae

Niederlassung. 1 .B.“ zufolge, stetig zunehmende Bedeutung China⸗

Sbe es dem Ministerium des Aeußern zur icht gemacht, die Gründung neuer donsulate ins Auge zu fassen, zumal Oesterreich⸗Ungarn in ghina nur durch ein Konsulat in Schanghai vertreten sei. 58 kommerziell hervorragende Bedeutung Tientsins habe diese ztadt für diesen weck besonders geeignet erschein n lassen. da aber die Errichtung eines Konsulats in chinesischen Ver⸗ nagshäfen zumeist auch lokal begrenzte Niederlassungen zur zolge habe, welche den betreffenden Staatsangehörigen als Lomizil dienten, habe der Minister des Aeußern den Gesandten Peking ermächtigt, wegen Auswahl und Erwerbung ines für eine solche Ansiedelung (Settlement) geeigneten Grundstücks das Nöthige vorzusorgen. Die definitive Regelung der Ablösungs⸗ und Entschädigungsfrage bleibe dem Einvernehmen mit der chinesischen Regierung gelegentlich der Liquidierung der von China an Oesterreich⸗Ungarn u leistenden Entschädigung vorbehalten. Für die in China etablierten Handelsfirmen sei die Niederlassung in einem gesicherte und geordnete Verhältnisse aufweisenden Settlenent die wesentliche Vorbedingung 8. die gedeihliche Entfalung ihrer Thätigkeit. Selbstverständlich würden duch die Erklärung einer Oertlichkeit zum Settlement die chinesischen Souveränetäts⸗Rechte über dieselbe nicht

berührt. Nachdem nun die meisten in Tientsin konsularisch

vertrtenen Staaten auch Settlements daselbst besäßen, und nachdem gerade in den letzten Monaten wieder mehrere Neu⸗ ründungen dieser Art, so von Japan, Rußland, Belgien und Faalien, vorgenommen worden seien, habe es auch für Oester⸗ weich⸗Ungarn angezeigt erschienen, sich in Verbindung mit der geplanten Errichtung eines Konsulats in Tientsin ein zur Fründung eines Settlements geeignetes Grundstück rechtzeitig usichern. Weiteres Zögern würde zur Folge gehabt haben, daß vorhandenen großen Ter⸗ nins von anderen Staaten occupiert worden wären. Das wählte Grundstück, welches an das von Italien erworbene Territorium grenze, sei am 11. Januar d. J. in Besitz ge⸗ nommen worden. Somit handele es sich hier nur um die Sicherstelung eines künftigen Bauplatzes für die geplante Frrichtung eines Konsulates sowie um einen Platz sfur Wohnhäuser für etwa in Tientsin sich nieder⸗ lassende österreichisch⸗ ungarische Staatsangehörige oder Handelsfirmen. Vor Sch der Sitzung verlangte der alldeutsche Abg. Eisenkolb, daß der aus Anlaß des Jubiläums des Papstes geplante Umzug in Wien verboten werde, da öffentliche Aufzüge während der Tagung des Reichsraths un⸗ statthaft sien. Der Präsident Graf Vetter erwiderte, daß er hierüber nicht zu bestimmen habe. (Widerspruch; Lärm bei den Alldeutschen. Rufe: „Los von Rom!“)

Großbritannien und Irland.

In der gestrigen Sitzung des Unterhauses bemerkte, wie „W. T. B.“ berichtet, der Unter⸗Staatssekretär des Aeußern Lord Cranbourne, die russische sagge auf den Seezoll⸗ Gebäuden in Niutschwang sei gehißt worden, als die Russen de Stadt besetzt hätten. Die Zollbeträge würden unter russischer Oderaufsicht von chinesischen Beamten eingezogen und von den nsischen Behörden behufs späterer Verrechnung in Verwahrung geommen. Der vU weer. Sir Michael Hicks Beach erklärte, dvieFrage, ob die nach bereits abgeschlossenen Verträgen zu liefernde Kohle von der neuen Steuer frei zu lassen sei, werde von üm noch erwogen. Der Staatssekretär für die Kolonien (hamberla in erklärte, er könne keine Bürgschaft dafür über⸗

eehmen, daß die Regierung ihren Einfluß aufbieten werde,

um die Einführung billiger chinesischer Arbeitskräfte in irgend enen Theil des Reiches zu verhindern. Der Erste Lord des Schatzamts Balfour theilte mit, die Regierung werde nicht cher andere Gesetzesvorlogen einbringen, als bis die Finanz⸗ geschäfte und die Zivilliste erledigt seien. Zunächst werde über eine Resolution berathen werden, welche die Regierung er⸗ mächtige, eine Anleihe von 60 Millionen Pfund Sterling aufzunehmen durch Ausgabe entweder 2 ¾ proz. Konsols oder weiterer Kriegs⸗Anleihescheine, oder durch Ausgabe von Schatz⸗ wechseln oder Schatzkammer⸗Obligationen. Diese Resolution wurde im weiteren Verlaufe der Sitzung mit 186 gegen 117 timmen angenommen. 8 Die neuen Zölle sind gestern Morgen Pforh nach ihrer Unnahme im Unterhause in Kraft getreten. Die Detailzucker⸗ händler haben die Preise bereits um einen halben Penny pro Pfund erhöht. Der „Daily Telegraph“ meldet, auf Sac⸗ harin werde eine Abgabe von 1 Shilling 3 Pence per Unze gelegt werden; der Schatzkanzler habe es in seiner Budgetrede unterlassen, diese Abgabe zu erwähnen. e Eine Versammlung der Mitglieder der Börse von New⸗ astle beschloß gestern, bei dem Schatzkanzler Sir Michael bicks Beach den Erlaß der Ausfuhrsteuer auf Kohlen für die vor dem 18. April abgeschlossenen Kontrakte ncncsehen, und simmte einem Antrage zu, in welchem gegen die Kohlen⸗ ausfuhr im Prinzip Einspruch erhoben wird. In bandon eingetroffene Depeschen aus Hull, Goole und vimsby. melden, die Ausfuhrsteuer verursache ernste Ver⸗ unfte für die Exporteure; mehrere hatten große Kontrakte nit dem Ausland abgeschlossen. In Cardiff rief die An⸗ mahme der Ausfuhrsteuer Bestürzung hervor. Eine große und mmlung von Grubenbesitzern, Schiffseigenthümeen He Faufleuten beauftragte den Vorsitzenden der Cardiffer or nelskammer, den Schatzkanzler zu ersuchen, eine Ab⸗ vraung. zu empfangen, welche auf den dem Cardiffer Handel soll die Steuer zugefügten Schaden aufmerksam machen bältzt Aus Sheffielt wird gemeldet, viele Fabrikanten Presten die Kohlensteuer; sie glaubten, dieselbe werde die niederhalten und die Konkurrenz des Kon⸗ mindis in Eisen⸗, Stahl⸗ und anderen Metallwaaren ver⸗ mindern. Unter den Grubenbesitzern in Süd⸗Yorkshire, welche Gas⸗ und Dampfkohlen 1ü— dem Kontinent exportieren, ief die Steuer Beunruhigung hervor. 8 von er ausführende Rath der Bergwerksvereinigung Großbritannien, welcher die gesammten Minen istrikte 8 „Wroßbritannien vertritt, hat einstimmig eine Resolution genommen, welche besagt, daß die Bergwerkseigenthümer Vorschlann greichs mit größter Beunruhigung auf den ag der Regierung sähen, einen Ausfuhrzoll auf Kohle

zu legen.

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Eine derartige Abgabe werde, abgesehen von der Rückwirkung auf alle Distrikte des Königreichs, gerade die Haupt⸗Exportdistrikte sehr ernst schädigen und nicht nur für die Arbeitgeber sehr nachtheilig sein; sie werde viel⸗ mehr den ganzen Handel des Landes im Wettbewerb mit der ausländischen Kohle schwer schädigen.

Der Schatzkanzler Sir Michael Hicks Beach empfing gestern Abend eine Deputation von Parlaments⸗ mitgliedern, welche Wahlkreise vertreten, die besonders am Kohlenhandel interessiert sind. Die Deputation legte dar, welche Härte der Kohlenausfuhr⸗Zoll für die vor der Vorlegung des Budgets abgeschlossenen Lieferungs⸗Kontrakte bedeute. Der Schatzkanzler versprach, Anweisungen zu erlassen, wonach die Abgabe für die vor dem 18. April kontraktlich abgeschlossenen Kohlenlieferungen in Bonds ent⸗ richtet werden könne und daß, sobald das Parlament endgültig entschieden habe, welcher Zollbetrag zurückerstattet werden solle, dieser Betrag in Anrechnung kommen oder die Bonds ganz kassiert werden sollten.

Frankreich.

Der König der Belgier traf gestern, wie „W. T. B.“ meldet, von Nizza in Paris ein und stattete Nachmittags dem Präsidenten Loubet im Elysée einen Besuch ab, welchen der Präsident alsbald erwiderte.

Rußland.

Der Oberst im Generalstabe Romejko Gurko ist, wie dem „W. T. B.“ aus St. Petersburg gemeldet wird, an Stelle des Prinzen Engalitschew zum Militär⸗Attaché in Berlin ernannt worden.

Spanien. Der „Heraldo“ kündigt eine Veränderung in der Be⸗ setzung der diplomatischen Stellen an. Der Marquis Ayerbe werde zum Botschafter in Berlin ernannt werden.

Portugal. Wie die Lissaboner Blätter melden, soll heute eine König⸗ liche, von dem Ministerium gegengezeichnete Verfügung ver⸗ öffentlicht werden, durch welche die früheren Gesetzes⸗ bestimmungen, betreffend die Aufhebung der religiösen Kongregationen in Portugal, bestätigt werden. Den religiösen Anstalten für Wohlthätigkeit und Erziehung werde jedoch eine Frist von sechs Monaten gesetzt werden, um sich zu säkularisieren. Türkei.

Wie „W. T. B.“ aus Konstantinopel berichtet, wurden der russische Botschafter Sinowjew und der russische diplomatische Agent in Sofia Bachmetjew gestern von dem Sultan in Audienz empfangen.

Gestern hat, wie „W. T. B.“ meldet, in Belgrad die feierliche Verkündigung der neuen Verfassung vor Vertretern aller Parteien im Prunksaal des Schlosses statt⸗ gefunden. Sämmtliche Minister und Staatsräthe, die neu ernannten Senatoren, Vertreter des Klerus und der Generalität hatten sich um die Estrade gruppiert, auf welcher der König und die Königin Platz genommen hatten. Nach der Andacht hieß der König in freier Rede die An⸗ wesenden willkommen und erklärte, er habe für gut befunden, das Versprechen, welches er in seiner Proklamation von 1894 gegeben, einzulösen, und gebe seinem Volke die Verfassung wieder, welche ihm alle jene bürgerlichen Freiheiten gewähre, ohne welche sich ein Volk in unserem fortgeschrittenen Zeitalter nicht zu entwickeln vermöge. Nach der Rede des Königs verlas der Minister⸗Präsident Dr. Wuitsch die nachstehende Proklamation des Königs an das serbische Volk:

„In meiner Proklamation vom 9. Mai 1894 habe ich meinem Volke mein Königliches Wort verpfändet, daß ich ihm, sobald sich die Verhältnisse im Lande beruhigt haben werden, auf Grund der erworbenen Erfahrungen eine neue Verfassung geben wolle. In der Proklamation, mit welcher ich meinem Volke meine Heirath bekannt gab, habe ich der Erwartung Ausdruck verliehen, daß mir mein durch diese Heirath begründetes Lebensglück neue Kräfte zuführen werde, mit welchen ich mich dem Wohle und Fortschritt meines Volkes würde vollauf widmen können. Wie immer, hat mich das serbische Volk auch in jenen Tagen vollkommen verstanden und mich mit jener traditionellen Liebe und Treue umgeben, die es stets in allen bedeutenden Augenblicken mit meinen Perfoßeen und dem Hause Obrenowitsch verband. Damit hat das serbische Volk einen neuer⸗ lichen Beweis seiner politischen Reife und seines richtigen Verständnisses für die wahren Bedürfnisse und Interessen des Landes geliefert. Das hat mir auch die Ueberzeugun beigebracht, daß der Augenblick nunmehr gekommen sei, daß ich, Gott sei dafür Dank, mein Königliches Wort einlösen und den Erwartungen und Hoffnungen meines Volkes entsprechen kann, indem ich Serbien, im Einvernehmen mit den bedeutendsten Politikern dieses Volkes, eine neue Verfassung biete. Die Verfassung aus dem Jahre 1889 hatte der gesetzgebenden Gewalt ein Eingreifen in die Exekutive gewährt und letztere in ihrer Wirksamkeit behindert. Mit der Verfassung von 1869 erhielt dagegen die Exekutive ein der⸗ artiges Uebergewicht, daß die National⸗Volksvertretung außer stande war, ihren Einfluß auf den Gang der Staatsangelegenheiten gehörig u. bethätigen. Mein fester Wille ist es, daß die neue Ver⸗ fassung ein regelmäßiges Verhältniß zwischen der gesetzgebenden und der ausführenden Gewalt herstelle und auf Art unserem Volke eine mit strenger Gesetzlichkeit verbundene, die bürgerlichen Freiheiten hochhaltende ständige Verfassung verbürge. Heute, wo diese neue Verfassung, die ich meinem Volke aus eigener Initiative gab, ins Leben tritt, erkläre ich zugleich, daß ich dieselbe, sobald die nationale Vertretung zufammentritt, mit meinem feierlichen Königlichen Eide bekräftigen werde, fest entschlossen, in der Befolgung ihrer Be⸗ stimmungen voranzuschreiten und sie mit dem Aufgebot meiner ganzen Königlichen Macht vor jeder Verletzung zu beschützen.“

Die Proklamation erläutert sodann die wichtigsten Bestim⸗ mungen der Verfassung und schließt:

„Wir dürfen in unserer Entwickelung nicht mehr innehalten, wir dürfen die Kraft, die uns Gott verliehen, nicht vergeuden. Serbien muß so rasch als möglich die Frage seiner inneren politischen Orga⸗ nisation lösen, um seine ganze Fürsorge der Hebung seiner Volks⸗ wirthschaft, der Verbesserung seiner Finanzen, der Stärkung seines Heeres und der Erfüllung seiner Kulturaufgaben zu widmen.“

Sodann verlasen drei Minister abwechselnd die neue Ver⸗ fassung. Dieselbe wurde von dem König unterzeichnet, welcher in einer kurzen Ansprache nochmals gelobte, sie treu einhalten zu wollen, und die Erwartunz aussprach, daß auch sein ihm theures Volk sie zu schätzen und hoch zu halten verstehen 11“14“

Scchweden und Norwegen.

In dem gestern in Christiania unter dem Vorsitz des Königs abgehaltenen norwegischen Ministerrath wurde, dem „W. T. B.“ zufolge, beschlossen, im Storthing eine Vorlage einzubringen, in welcher au erordentliche Bewilligungen

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für die Vertheidigung der östlichen Einmarschlinie gefordert werden. Almerika.

„Das aus drei Mitgliedern bestehende Bureau der General⸗Taxatoren der Vereinigten Staaten hat sich, wie dem „W. T. B.“ aus New York gemeldet wird, gestern dahin ausgesprochen, daß die Regierung der Ver⸗ einigten Staaten berechtigt sei, einen Kompensations⸗ zoll auf russischen Zucker zu leg ein Mitglied war anderer Meinung. 1X

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Die „Kölnische Zeitung“ meldet aus Peking vom 18. d. M., daß die Ursache des großen Feuers im Winter⸗ palast nicht in chinesischer Brandstiftung, sondern in einer Nachlässigkeit in der Küche gesehen werde. Aus den brennenden Gebäuden sei nichts zu bergen gewesen; auch der General⸗ Feldmarschall Graf von Waldersee habe nur das nackte Leben gerettet. Die Leiche des Generals von Groß gen. von Schwarzhoff sei am Donnerstag Morgen gefunden worden. Der General sei in das Haus zurückgekehrt, um Dokumente zu retten, und von der Hitze und dem Rauch überwältigt worden. Die Leiche sei vollkommen verkohlt gewesen und, mit dem Gesicht nach unten liegend, nahe dem Ausgang gefunden worden. Das Feuer habe sich mit unglaublicher Schnelligkeit verbreitet. Niemandem seien Vorwüͤrfe zu machen. Die Baustoffe der Häuser seien Holz und Papier.

Ein zweites Telegramm der „Kölnischen Zeitung“ aus Peking vom 18. April berichtet: Drei Kompagnien des 2. Bataillons des 1. Ostasiatischen Infanterie⸗Regiments (Major von Mühlenfels) und die ganze Garnison von Paoting⸗fu, mit Ausnahme von 400 Mann, seien“ am 17 d. M. unter dem Befehl der Generale von Lessel und von Kettler nach den Huailu⸗ Pässen abgerückt. Es sei der Befehl ertheilt worden, den General Liu anzugreifen, dessen Streitkräfte aus den früheren Nanking⸗Truppen beständen. Der Ober⸗Quartiermeister General von Gayl sei nach Peking zurückberufen worden.

Der „Agence Havas“ wird aus Peking vom gestrigen Tage gemeldet, der Kaiser Kwangsü habe auf die der chinesischen Regierung, namentlich von is

dem französischen Gesandten, gemachten energischen Vorstellungen unter dem 16. d. M. ein Dekret erlassen, durch welches die regulären chinesischen Truppen in Huai⸗lu angewiesen würden, sich sofort bis jenseits der großen Mauer zuruͤckzuziehen.

Nach einem Telegramm des „Standard“ aus Schanghai verursacht die Suspendierung der Literaten⸗Prü⸗ fungen in der Provinz Tsche⸗kiang Unruhen. Die Stu⸗ denten drohen, die Namen niederzubrennen und die Man⸗ darinen zu verjagen.

Den Londoner Blättern wird aus Manila gemeldet, Aguinaldo habe ein Manifest erlassen, in welchem er sich als Unterthan der Vereinigten Staaten bekenne und seine Landsleute auffordere, seinem Beispiel zu folgen. Die Amerikaner hätten diesen Tag besonders dadurch gefeiert, daß

sie tausend Kriegsgefangene in ihre Heimath entlassen hätten. Afrika.

Lord Kitchener meldet aus Pretoria vom 18. d. M., daß eine Abtheilung des 9. Lancer⸗Regiments in einen Hinterhalt gerathen sei. Ein Leutnant und 3 Mann seien gefallen, 5 Mann verwundet worden.

Die „Times“ erfährt aus Pretoria, in den Distrikten Bethel und Ermelo hätten in Verbindung mit den britischen Bewegungen an anderen Stellen ebenfalls Operationen be⸗ gonnen, um die Versuche der Buren, nach Norden zum Buschveld hin durchzubrechen, zu verhindern.

Aus Fanpfonlein meldet dasselbe Blatt, daß außer dem schweren Geschütz, dessen Trümmer der General Walter gefunden habe, auch ein Maxim⸗Geschütz und mehrere Maschinen⸗Kanonen kleinsten Kalibers von den Buren zerstört worden sein sollen.

Der „Daily Telegraph“ meldet aus Bathfontein vom 17. d. M., der Oberst Plumer stehe jetzt am Oliphants⸗ Fluß. Sein Erscheinen in dieser Gegend bewege viele Buren⸗ flüchtlinge, sich unter seinen Schutz zu stellen. So befinde sich über ein Dutzend Wagen, besetzt mit ganzen Familien der Buren, im Gefolge der Engländer.

Dasselbe Blatt erfährt, Sir Alfred Milner werde, wenn nicht noch unvorhergesehene Zwischenfälle eintreten sollten, bei Beginn des nächsten Monats Süd⸗Afrika zu einem Besuch Englands verlassen.

. 8 Parlamentarische Nachrichten.

2 Der Bericht über die gestrige Situng des Reichstages 78 befindet sich in der Ersten und Zweiten Beilage.

Statistik und Volkswirthschaft.

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2 . Zur Arbeiterbewegung.

2. Die Schiffbaugesellen zu Müllrose im Kreise Lebus sind, wie der „Volks⸗Ztg.“ mitgetheilt wird, in den Ausstand getreten, weil die Arbeitgeber ihre Forderung, den Lohn von 35 auf 40 zu er⸗ höhen, abgelehnt haben.

Kunst und Wissenschaft.

Seine Majestät der Kaiser haben geruht, dem Kloste zum heiligen Grabe einen Aebtissinnenstab zu stiften und die Ausstellung desselben im Kunstgewerbe⸗Museum zu gestatten. Der Stab ist eine Goldschmiedearbeit von ganz ungewöhnlicher Pracht und künstlerischer Vollendung. Der Direktor der Kunstschule in Straß⸗ burg, Professor Anton Seder, welcher bereits früher in Kaiserlichem Auftrage die Bürgermeisterketten für Straßburg und Metz entworfen hatte, hat das Kunstwerk entworfen, der Goldschmied Robert Rudolf in Straßburg dasselbe ausgeführt. Die Gesammtform des Stabes ist die seit dem Mittelalter übliche, mit großer Volute am oberen Theil, alle Einzelheiten sind jedoch unter nur leichter Anlehnung an Aelteres selbständig ausgebildet. In der Volute steht die anmuthige Figur eines Engels, der das Kreuz vom heiligen Grabe hält. An dem Sta ieht man zunächst die Stiftungsinschrift mit dem Kaiserlichen Wappen und der Krone, alsdann die Wappen der Aebtissinnen von Rohr und von Gersdorf. An allen Theilen sind leuchtendes Email,. und farbige Gdelsteine verwendet; Formen und Farben sind von vollendeter Kunstfertigkeit und harmonischer Wirkung. Zu dem Stabe gehört ein Schutztuch in Seidenstickerei mit den Wappen der Aebtissinnen und Rosenranken. Dieses höchst kostbare, ganz cigenartige Kunftwerk, welches die kirch⸗ liche Tradition festhält und nees ich in freier Erfindung bewegt, verdient ernste Beachtung. Der Stab ist im „Goldsaal“' des Museums aufgestellt. ““