erfolgen, daß das dem Ober⸗Forstbeamten noch vorzulegende R ifeugniß nach keiner Richtung zu Bedenken Anlaß giebt. Berlin, den 16. März 1902. Der Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten. von Podbielski. 1 An sämmtliche Königlichen Regierungen und Herren Ober⸗Forstmeister. 1
Bekanntmachung.
MNach Börschetft des Gesetzes vom 10. April 1872 (Gesetz⸗Samml. S. 357) sind bekannt gemacht:
1) der Allerhöchste e vom 4. Mai 1901, durch welchen der Stadtgemeinde Barmen das Recht verliehen worden ist, das zur Aus⸗ führung der geplanten Kanalisation der Stadt Barmen und der Vororte Lichtenplatz und Hapzfeld erforderliche Grundeigenthum im Wege der Enteignung zu erwerben oder dauernd zu beschränken, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Düsseldorf, Jahrgang 1902 Nr. 2 S. 5, ausgegeben am 11. Januar 1902;
2) der Allerhöchste Erlaß vom 18. Juli 1901, betreffend die Genehmigung der von der Rinteln⸗Stadthagener Eisenbahngesellschaft beschlossenen Vermehrung ihres Grundkapitals auf 3 380 000 ℳ durch Ausgabe weiterer Stamm⸗Aktien A im Betrage von 1 017 000 ℳ, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel, Jahr⸗ gang 1902 Nr. 11 S. 95, ausgegeben am 12. März 1902;
3) das am 24. November 1901 Allerhöchst vollzogene Statut für die Ent⸗ und Bewässerungsgenossenschaft des Gelänge⸗Thales zu Medebach im Kreise Brilon durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Arnsberg, Jahrgang 1902 Nr. 3 S. 51, ausgegeben am 18. Januar 1902;
4) das am 3. Februar 1902 Allerhöchst vollzogene Statut für die Steinbek⸗Boberger Dampf⸗Entwässerungsgenossenschaft im Kreise Stormarn durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Schleswig Nr. 10 S. 87, ausgegeben am 8. März 1902;
5) das am 10. Februar 1902 Allerhöchst S Statut für die Entwässerungsgenossenschaft zu Simmenau im Kreise Kreuzburg O.⸗S. durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Oppeln Nr. 10 S. 69, ausgegeben am 7. März 1902.
Nichtamtliches. eutsches Reich.
Preußen. Berlin, 2. April.
Seine Majestät der Kaiser und König hörten heute Vormittag im hiesigen Königlichen Schlosse den Vortrag des Chefs des Zivilkabinets, Wirklichen Beheimen Raths Dr. von Lucanus und nahmen um 1 Uhr die Meldung des Obersten, Prinzen Johann Georg von Sachsen, Königliche Hoheit,
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1“ 886 2 9 8 GKb1
Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. Nacht „Meteor“ gestern von New York nach Southampton in See gegangen.
S. M. S. „Vineta“ ist am 27. März in Cartagena Columbien) eingetroffen und am 31. März von dort nach Colon weiter gegangen.
S. M. S. „Iltis“ ist am 27. März in Chingwantau angekommen und am 31. März von dort nach Tschifu in See
gegangen. b S. M. S. „Jaguar“ ist am 91. März in Schanghai 2. eiehgee und gestern von dort nach Hankau ahgegangen.
* S. M. S. „Kaiserin Augusta“ und S. M. Torpedo⸗ boote „S 91“ und „S 92“ sind auf der Heimreise am März in Singapore angekommen und setzen heute die Reise nach Colombo (Ceylon) fort.
1
1““ 9 11111I“ 8 Der Staatssekretär des Reichsamts des 2 Staats⸗ Minister Dr. Graf von Posadowsky ist gestern Abend, wie „W. T. B.“ meldet, in München 2112 †
Schwarzburg⸗Rudolstadt. “ Ihre Durchlaucht die verwittwete Prinzessin Adolf zu Bentheim⸗Tecklenburg⸗Rheda 8.. Prinzesn Reuß jüngerer Linie, ist, wse die „Schwarzb.⸗Rudolst. Lds.⸗Ztg.“ meldet, gestern Mittag in Rudolstadt verschieden.
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Oesterreich⸗Ungarn.
FIn Wien haben gestern Nachmittag, wie „W. T. B.“ er⸗ fäͤhrt, die gemeinsamen Minister⸗Konferenzen begonnen. Dieselben finden infolge Unwohlseins des Reiche Rriegs⸗ Miinnisters im Kriegs⸗Ministerium statt. An den Koͤnferenzen nehmen außer den gemeinsamen Ministern die beiderseitigen
Minister⸗Präsidenten und 2—4⸗q2— theil. Der Legations⸗Sekr der österreichisch⸗ungarischen — .2,een 7825 g we rũ Berlin angehörie, ist gestern in Schanghai gestorben. Arso Alavantitsch, der Bruder des in er⸗ schossenen Urhebers des Putschversuches, ist in Wien tet worden, da ihn der Verdacht vorl daß er sich einer afgerich Untersuchung bei der zu Behörde in lin entzogen habe. 1
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. werde, dank den in Koloniecn Bahnen und Telegraphen⸗ der ilisation gewonnen Werk nur halh
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Rußzland. Dem „Regierungsboten“ zufolge hat der Kaiser vor⸗
gesterm den bulgarischen Minister⸗Präsidenten Danew in udienz empfangen.
ͤv“ Aus Maderno am Gardasee wird dem „W. T. B.“ gemeldet, daß dort gestern ungefähr 300 Deutsche, welche sich am Gardasee aufhielten, mit dem Dampfer „Mocenigo“ ein⸗ getroffen seien, um des Minister⸗Präsidenten 1u“” elli zu egrüßen. Eine Abordnung der Deutschen habe dem Minister die Gefühle lebhafter Sympathie für ihn und ihre Bewunderung für Italien ausgedrückt. Der Minister⸗Präsident habe seinen Dank ausgesprochen und sich an Bord des „Mocenigo“ be⸗ geben, um die Begrüßung zu erwidern. Dort sei derselbe mit Fochen e auf Italien und Deutschland empfangen worden.
Spanien.
Der Ministerrath hat, wie dem „W. T. B.“ aus Madrid berichtet wird, beschlossen, der Deputirtenkammer einen neuen Gesetzentwurf, betreffend den Papiergeld⸗ umlauf, vorzulegen. Nach demselben soll die Bank von Spanien verpflichtet sein, ihre Goldreserven bedeutend mehr LE1“ als dies nach dem Entwurf des früheren Finanz⸗
inisters Urzaiz geschehen sollte.
“ Schweiz.
Gestern hat in Bern die feierliche Einweihung des neuen Parlamentsgebäudes durch den Bundesrath. und die Bundesversammlung stattgefunden. Die Mitglieder der beiden Kammern begaben sich, wie „W. T. B.“ berichtet, in geschlossenem Zuge unter Vorantritt der Behörden des Kantons und der Stadt von dem alten Saale des Nationalraths in das neue Haus. Eine Abtheilung Infanterie und das Kadetten⸗ Bataillon bildeten Spalier. Der Festzug durchkreuzte unter Glockengeläute die Bundesgasse und den Bärenplatz und betrat den Sitzungssaal durch die Vorhalle. Auf die Begrüßungs⸗ rede des Bundes⸗Präsidenten Zemp antworteten der Präsident des Nationalraths, Oberst Meister und der Prä⸗ sident des Ständeraths, Landammann Reichlin. Nach der feierlichen EFröffnung wurde die außerordentliche Frühjahrs⸗ sitzung abgehalten; beide Kammern erledigten die Tagesordnung. Darauf fand im „Gesellschafts⸗Museum“ eine Festtafel von 350 Gedecken statt, an der die Abgeordneten, die Mitglieder des Bundesraths und der Kantonsregierung, die Vertreter der städtischen Behörden sowie andere geladene Gäste theilnahmen. Der Departementschef des Innern brachte einen Trinkspruch auf das Schweizer Vaterland aus. Fernere Reden wurden von dem Vize⸗Präsidenten des Ständeraths von Arx, dem Bürgermeister von Bern von Steiger und dem Erbauer des Parlamentsgebäudes, Professor Auer gehalten.
Niederlande. “
Die Königin und der Prinz Heinrich der Nieder⸗
lande werden sich, dem „W. T. B.“ zufolge, morgen vom
Kaag nach Schloß Loo begeben, um dort bis Anfang August Aufenthalt zu nehmen. 8
Türkei. “ i
Wie das Wiener „Telegr.⸗Korresp.⸗Bureau“ aus Kon⸗ stantinopel erfährt, hat der russische Botschafter Sinowjew in der Audienz, welche derselbe am vergangenen Freitag hatter dem Sultan die von Oesterreich⸗Ungarn und Rußlan bel der bulgarischen Regierung unternommenen Schritte und die von der letzteren gegebenen Versicherungen mitgetheilt und zu⸗ leich neue energische Maßnahmen gegen die Unruhe⸗ düc an eine rücksichtsvolle Behandlung der Unschuldigen empfohlen.
11““ 8
“ Amerika. Das Pariser Bureau des argentinischen Blattes &ꝙ hat die Nachricht erhalten, daß der Präsident der Republik Columbien San Clemente am 19. März gestorben sei. Das verspätete Eintreffen der Nachricht sei darauf zuruck⸗ zu „ daß infolge der Revolution die Post⸗ und Tele⸗ graphenverbindungen gestört seien. ie die „Agence Havas“ aus Buenos Aires erfährt, t die argentinische Regierung in dem gestern abgehaltenen inisterrath einstimmig die Beschaffung von zwei gro Panzerschiffen beschlossen, welche den iffen über⸗ sein sollten, deren Bau jüngst von Chile in Auftrag ge⸗ worden sei. Die Regierung sei entschlossen, die Supre⸗ matie Argentiniens auf dem Gebiete des Marine⸗ und Militär⸗ 8 in ganz Süd⸗Amerika zu behaupten, und habe erklärt, daß für die Wicha ung der neuen Schiffe neue Steuern nicht eingeführt werden sollten.
Die „Times“ berichtet aus daß Rußland in der Frage der Mandschurei⸗Konvention noch immer eine —— Haltung zeige. Es wolle auch die Zurückziehung von Niutschwang nicht grundsätzlich von der
zung der provisoris ltung von Tientsin ab⸗ bengig machen, sondern wolle binnen acht Monaten vom Tage der Unterzeichnung der Konvpention an seine 8 isorische ltung
ichen, ohne Rücksicht darauf, ob die bion ne dann noch fortbeftehe oder
Aus Peking vom heutigen Tage meldet das „Neuter'⸗ Burcau“, die (85SeeEezss ie⸗ enthalte
eking vom gestrigen Tage,
dort nach 2,— 1' g crachte. — aus aih wang entfalteten die 8
keit auf Fnh ee eae ict. 10 000
aber von einer zum Entsatz herbeigeeilten britischen Kolon
unter dem Obersten Colenbrander mit leichter Mühe zurück⸗
geworfen worden. 3
Das britische Kriegsamt hat gestern bekannt gemacht, daß sich am 30. v. M. in der Nähe von Barberton in Transvaal ein 5ve Eisenbahnunfall 1g habe; 39 Soldaten seien getödtet, 45 verletzt worden. “
Statistik und Volkswirthschaft.
Das steuerbare Privatvermögen in Preußen.
Vor Erlaß des Ergänzungssteuergesetzes war das gesammte im Sinne desselben steuerbare Privatvermögen in Preußen auf 73,8 Milliarden Mark geschätzt worden. Diese Summe ist bei den Ver⸗ anlagungen bisher noch nicht erreicht. Wie in der „Ketschrift des Königlich preußischen Statistischen Bureaus“ der Ober⸗Regierungrat Georg Evert in seiner Abhandlung „Sozialstatistische Streifzüge dur die Materialien der bö“ in Preußen“ mit⸗
theilt, ergab nämlich die Einschätzung ein steuerbares Ver⸗ mögen von Milliarden Mark 1895 1896 1897 1899 b 63,86 64,02 65,68 69,91. Die einzelnen Arten des Vermögens sind nur für die Einkommen von mehr als 3000 ℳ ersichtlich. Bei diesen betrug Milliarden Mark das Bruttovermögen . 52,27 52,98 5,0 und zwar: Kapitalvermöhen 21,40 21,77 22,97 Grundvermögen (einschl. des öttals) 22,31 22,49 23,15 „ Anlage⸗ und Betriebskapital in Handel und Gewerbe 8,43 8,61 Z““ der Werth selbständiger Rechte und Gerechtigkeiten. 0,13 0,11 0,11 wovon abgeht: der Kapital⸗ werth der Schulden 9,73 10,32 10,78 also das Nettovermögen .42,54 42,66 44,29 48,31. Danach blieben für die Zensiten mit nicht über 3000 ℳ Ein⸗ kommen 21,32 21,36 21,39 21,60 Milliarden. Das Vermögen dieser „kleineren“ Zensiten ist also nur wenig gewachsen, während dasjenige der größeren um fast 6 Milliarden zugenommen hat. Eine p utokratische“ Aufsaugung der kleinen Vermögen hat indessen nicht stattgefunden; nicht nur deren Summe, sondern auch die Zahl der „kleinen“ Zensiten hat sich vermehrt, und zwar um 25 435. nnch mehr ist allerdings die der „größeren“ Fenftee estiegen, nämlich von 268 883 auf 312 992, also um 44 109 öpfe (ohne Antzebörige Im Ganzen hat die Zahl der Zensiten von 1 152 332 auf 1 221 876, also um 69 544 = 6,04 %, das steuer⸗ bare Vermögen um 9,48 % zugenommen; das durchschnittlich auf einen Zensiten entfallende Vermögen ist von 55 416 auf 57 217 ℳ gestiegen. Von Interesse ist es, die einzelnen Vermögensarten mit den ent⸗ sprechenden Einkommensbeträgen zu vergleichen. Bei den Zensiten mit mehr als 3000 ℳ Einkommen betrug das Einkommen aus Handel, Gewerbe und Bergbau in den Jahren 1895, 1896, 1897 und 1899 963 Millionen Mark oder 11,43 % g 1019 Millionen Mark oder 11,83 %, 1106 Millionen Mark oder 12,52 % und 1304 Millionen Mark oder 13,46 % des in Industrie und Handel angelegten Kapitals, das Einkommen aus Grund⸗ vermögen dagegfn nur 739 Millionen Mark oder 3,31 %, bezw. 755 llionen ark oder 3,36 %, 785 Millionen Mark oder 3,39 % und 867 Millionen Mark oder 3,45 % des letzteren, das Einkommen aus Kapitalvermögen 904 Millionen Mark oder 4,23 % bezw. 912 Millionen Mark oder 4,19 %, 943 Millionen Mark oder 4,10 % und 1081 Millionen Mark oder 4,23 % dieses Vermögens. Im Verhältniß zum Anlage⸗ und Betriebs⸗ kapital ist also das Einkommen aus Handel, Gewerbe und Bergbau sehr soch Indessen ist dasselbe auch bei ,— Betrieben nicht immer berwiegend Kapitaleinkommen, sondern kennzeichnet sich volkswirth⸗ schaftlich zu einem bedeutenden, oft gar überwiegenden Theil als
Unternehmergewinn und Arbeitslohn des Inhabers, der in der Regel auch mit einer verhältnißmäßig hohen venieesese zu rechnen hat. — weist die Statistik aber auch als „Einkommen aus Grund⸗ vermögen einschließlich des Betriebskapitals“, dessen Prozentsatz in den Städten 8! etwas geringer ist als auf dem Lande, tende Be⸗ träge nach, die volkswirthschaftlich kein Besitz⸗, sondern ein Arbeits⸗ einkommen darstellen, nämlich diejenigen Beträge, welche die in Preußen bekanntlich die große Mehrheit bildenden selbstwirthschaftenden Grund⸗ besitzer für ihre eigene Mühe und Arbeit in Rechnung stellen und von lenen Summen absetzen könnten, um ihr 2”e. volkswirthschaft⸗ iches „Einkommen aus Grund i einschließlich des Betriebs⸗ kapitals“ im volkswirthschaftlichen Sinne festzustellen.
Der Verfasser der genannten Ab ng sucht auch die Frage zu beantworten, wie hoch das übrige, für die Besteuerung nicht geeignete Privatvermögen sein kann. gesammte Privat⸗ vermögen in Preußen beträgt nach seinen 2 nungen etwa 90 Milliarden ark oder etwas darüber. bei ist noch zu berücksichtigen, daß immaterielle, der nicht unter⸗ liegende, gleichwohl aber unter Umständen ein werthes Veemgen darstellende Werthe (
dergleichen) nicht mit veranschlagt mit ander 4 142
und
55,07 60,53,
11“¹“]
oluten Ziffern fast überall in der Zunahme begriffen. Namentlich in ssen⸗Nassau und der Rheinprovinz ist das steuerbare Vermögen (am meisten wiederum das Kapitalvermögen) gewaltig gewachsen: in der ersteren Provinz von 4,02 auf 5,33 Milliarden, in der letzteren von 7,98 auf 9,46 Milliarden Mark. Dagegen ist in Berlin, wo das steuerbare Gesammtvermögen der .— mit mehr als 3000 ℳ Einkommen von 7,38 auf 7,60 Milliarden Mark stieg, ein auffälliger Stillstand des gewerblichen Anlage⸗ und Betriebskapitals eingetreten. Vielleicht hängt er mit Fortzügen in die Vororte zusammen. Immer⸗ hin wurde in der Reichshauptstadt noch 1899 mehr als ein Sechstel, in der Rheinprovinz allerdings fast ein Viertel von dem im ganzen Staate vorhandenen steuerbaren Industrie⸗ und Handelskapital ver⸗ steuert. Dasselbe betrug nämlich in Milliarden 1.eegr agegen in der Rheinprovinz 2,18 in Westpreußen nur . „Berlin 1,65 „ Posen „Hessen⸗-Nassau 0,98 1I11X“X“ „Schlesien „ Schleswig⸗Holstein .. „Sachsen „Pommern „ Westfalen „ Hannover
. 0,16 0,17
„ Brandenburg .C667,
Dieselben in welchen das meiste industrielle und Handels⸗ kapital versteuert wird, überwiegen aber auch bei dem Kapital⸗ vermögen bedeutend. Von dessen Gesammtbetrage (25,57 Milliarden) kamen allein auf die Rheinprovinz 4,96, auf Berlin 4,35 und auf Hessen⸗Nassau 3,51, d. s. zusammen 12,82 Milliarden Mark, also etwa die Hälfte, während z. B. für Posen nur 0,37, für Westpreußen 0,38 und für Ostpreußen 0,52 Milliarde Mark blieben. Auch das Grund⸗ vermögen ist bei den Zensiten der östlichen Provinzen viel geringer als bei denen der ee es bleibt in den drei nordöstlichen Grenz⸗ rrovinzen wie auch in leswig⸗Holstein unter einer Milliarde; in Pönn er Hannover, Westfalen und Hessen⸗Nassau umfaßt es 1 bis 2, in Sachsen, Brandenburg und Schlesien zwischen 2 und 3, in der Rheinprovinz 3,79 und in Berlin sogar 4,22 Milliarden Mark. Im Verhältniß zu den übrigen Bestandtheilen des Vermögens in derselben Provinz überwiegt aber im Osten immer noch weit der Grundbesitz (mit 62,91 % in Posen und über 50 % in Ostpreußen, Westpreußen und Pommern gegen nur 26,74 % in Hessen⸗Nassau und 34,61 % in der Rheinprovinz). Das Kapitalvermögen steigt über 50 % (bei einem Staatssatze von 42,25 90 nur in Hessen⸗Nassau, das gewerbliche Vermögen (Staats⸗ satz: 16 %) nur in Westfalen über 20 %. Die Schulden machen den größten Prozentsatz von dem Bruttovermögen wiederum in den Agrarprovinzen aus: in Posen 35,16, in Westpreußen 34, in Ost⸗ preußen 31,66, in Pommern 30,39 % gegenüber einem Staatsdurch⸗ schnitt von 20,19 %.
Um unzutreffenden Schlüssen der Verfasser darauf hin, daß es gleichungen nicht um die in einer Wum die ihren Bewohnern mit einem Einkommen von mehr als 3000 ℳ gehörenden Werthe handelt. „Wenn ein Rentner in iIvvg a. M. eine Million in ostpreußischen Gütern oder Pfand⸗
riefen versteuert, so erscheint diese in der Statistik bei dem Grund⸗ und Kapitalvermögen von Hessen Nafsen nicht bei dem von Ost⸗ reußen. Es ist demnach ein wissenschaftlich nicht haltbares Ver⸗ ahren, wenn hier und da versucht wird, die Bedeutung der einzelnen
ndestheile für das Staatsganze einfach nach den Vermögens⸗ oder Einkommensbeträgen zu bemessen, welche sie nach der Statistik „auf⸗ bringen“. Für das Gemeinwesen werthvoll ist die Stätte, wo die wirt Sna. Quelle sprudelt, nicht diejenige, an welcher man ihr Erzeugni genießt und versteuert. Vergleichungen der an⸗ ledeuteten Art geben zwar ein Bild von der Vertheilung des
esitzes und sind in dieser Hinsicht sicherlich von großem Interesse; es darf aber nicht übersehen werden, daß dieses Bild eben nur die Vertheilung der besitzenden und verbrauchenden, nicht die der ervorbringenden Kräfte des Landes veranschaulicht. Sonst ge⸗
t man nothwendig zu einer erheblichen Unterschätzung derjenigen
iete, welche den anderen stark verschuldet sind oder unter häufigem „Absentismus“ ihrer wohlhabenden 3‿ leiden, im allgemeinen also jedenfalls zur Unterschätzung des Ostens und des platten Landes E des Westens und der Städte, namentlich derjenigen, welche
orzugte Sitze reicher Rentner sind.“
. , .“ — 8
IZI—22““ Der erste Kongreß der Fleischergesellen Deutschlands, welcher in Berlin während der Osterfeiertage abgehalten worden ist, beschäftigte sich, wie die „Volks.Ztg.“ berichtet, mit einer Reihe von ewerkschaftlichen Fragen, bei denen es u. a. um die Regelung wochen⸗ und sonntäglichen Arbeitszeit handelte. Auch über das 8e ’. — 2 die vüren die Gehalts⸗
äten rathungen statt.
Aus Kopenhagen meldet „W. T. B.“ vom c der dortige Dampfschiffs⸗Rhederverein, nkunft mit dem Seemanns digt hatte, den Seeleuten m leine neue Uebereinkunft, sondern
vorzubeugen, weist indessen sich bei allen diesen Ver⸗ Provinz belegenen, sondern
e verband 1. April d. J. beilt hat, nhe Rbrder wünschten aeAeöeS
n ¹ er Transportarbeiterverband, zu dem Seeleute, Ehehe und Hafenarbeiter K „sowie mehrerer anderer Städte „will in einer Versammlung über die Stellungnahme der Arbeiter hierzu berathen (vergl. Nr. 11 d. Bl.).
In EFkeeses 9 v7 bb zufo 8 2ꝙ welches am v. M. 2 n han Diamanten⸗J “ 63 5 verbespere
Ein entsf des Protokoll ist gestern Abend und ö T unterzeichnet worden. Die Ausf der ist damit aufgehoben, und die Thätigkeit kann wieder aufgenommen
werden. einer Mittheilung des „W. T. B.“ äeen 3— rbeiter wergi. Nr 76 d. Bl.) be⸗
der der
ungari Schißfabrtsgesell⸗ 8 eermerce wird Der zwi schen Ae. tst a exe
Kunst und Wissenschaft.
22ö22b8 unstgewerbe⸗Museum verbleiben die beiden bbx * . bis eher h. * 8 os ’ om
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wurde ein stark südlicher Kurs eingeschlagen und als höchste Breite 62° 50 S. und 1390 49“ Oe. erreicht. Mehrere Lothungen ergaben die bedeutende Tiefe von 2380 und 1750 Faden (4300 und 3200 m); die Lothungspunkte sind allerdings nicht genau angegeben, aber diese Ziffern bestätigen die Ergebnisse der Challenger“⸗ und der „Valdivia“⸗Expedition von dem Vorhanden⸗ son eines sehr tiefen südlichen Ozeans. Magnetische und naturwissen⸗ chaftliche Beobachtungen werden ständig fortgesetzt: auf der Macquarie⸗ Insel wurde ein mehrstündiger Aufenthalt genommen, um natur⸗ wissenschaftliche Sammlungen anzulegen. Nach ausführlichen, reich mit Illustrationen ausgestatteten Berichten neuseeländischer Blätter, welche der Redaktion vom Reichsamt des Innern zur Verfügung ge⸗ stellt wurden, hat sich das Schiff auf der Fahrt gut bewährt, trotz sehr stürmischer Fahrt, sohsh Offiziere und Mannschaft volles Ver⸗ trauen in seine Leistungsfähigkeit setzen. Das Leck, welches sich auf der Fahrt bemerkbar machte, be8 täglich einige Zeit gepumpt werden mußte, ist trotz abermaliger Dockung und peinlicher Prüfun nicht völlig beseitigt, aber doch wesentlich vermindert worden, soda jede Besorgniß über sein Schicksal im Eis ungerechtfertigt erscheint.
In Wien ist, wie „W. T. B.“ meldet, der Chefgeologe der
dortigen Geologischen Reichsanstalt Dr. Alexander Bittner gestern gestorben.
Bauwesen. 1
Ein Wettbewerb um Entwürfe zu einem städtischen Hallen⸗Schwimmbad für die Stadt Pforzheim wird, dem „Centralbl. der Bauverwaltung“ zufolge, mit Füt bis zum 1. August 1902 ausgeschrieben. Das Preisgericht besteht aus Ober⸗Baurath, Peofessor Dr. Warth in Karlsruhe, Professor Hocheder in München, Ober⸗Baurath Stolz in Karlsruhe, Ober⸗Bürgermeister Habermehl in Pforzheim und Stadtbaumeister Kern in Pforzheim. Drei Preise von 3000, 2000 und 1000 ℳ sind ausgesetzt. Die Wettbewerbungs⸗ unterlagen verabfolgt der Ober⸗Bürgermeister Habermehl in Pforzheim.
Land⸗ und Forstwirthschaft. G Weizeneinfuhr Marseilles.
Nach den Wochenübersichten des in Marseille erscheinenden ore“ hat die Weizeneinfuhr Marseilles auf dem Seewege etragen:
iin der Zeit vom 23. bis zum 28. Februar d. J.
Ubon gus L85
in der Zeit vom 2. bis zum 7. März d. J..
davon aus Rußland . . . . . . .
in der Zeit vom 9. bis zum 14. März d. J.
„ davon aus Rußland . .. Iin der Zeit vom 16. bis zum 21. März d. J.. 117 109
davom v Mizthlgicthth ... . . . 77653 669
In den Marseiller Docks und Entrepots befanden sich am
26 444
8 014 76 053 44 520 69 923 45 179
Kaiserliche
15. März d. J.: Das rumänische Ackerbau⸗Ministerium hat im „Monitor oficial“ vom 7. März 1902 das Ergebniß der Ernte Rumäniens im land⸗
wirthschaftlichen Jahre 1900/1901 an verschiedenen Bodenfrüchten u. s. w. veröffentlicht.
Danach wurden geerntet: an Mais von 2 128 023 ha Anbaufläche 41 211 350 hl Hrss 114 641 „ 1 371 589 „ „ Buchweizen. „ e.⸗ 1281 „ Erbsen, Saubohnen 1 Linsen ön Bohnen 8 eeeeee“ Außerdem waren auf 406 982 mit Mais anbebauten Hektaren
Bohnen zwischen den Mais gesät, welche. 1 386 487 hl Erträgniß lieferten.
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*† Kartoffeln zwischen den Mais gesetzt, welche 8 629 hl
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Weinbau wird besonders in den Distri 1 fc, Putna, Tulcea und Rimnic⸗Sarat betrieben strikten Jasi, Falciu
Die Hauptpflaumenkultur ist in den Distrikten Dorohoiu, Suceava und Putna.
Theater und Musik.
1I1“ Königliches Schauspielhaus.
Gestern ging der erste Theil von Shakespeare's Schauspiel „König Peln der Vierte“ in der hebean von W. Oechelhaͤuser neueinstudiert in Scene; der zweite Theil soll demnächft nachfolgen. Man darf sich füglich darüber freuen, daß das Werk hier in dieser seiner ursprünglichen Form zur Aufführung gelangt; denn kommt auch bei der auf manchen Bühnen üblichen Zusammen⸗ ziehung beider Abschnitte in ein Theaterstück der Humor der Falstaff⸗Scenen vielleicht besser zu seinem Recht, so müssen doch manche edlen Theile und durchaus nicht unerheblichen Einzelheiten der Dichtung, — von der Goethe sagt, daß aus ihr allein Poesie und Rhetorik wiederhergestellt werden könnten, wenn auch alles verloren wäre, was je in dieser Art geschrieben uns überkommen ist, — geopfert oder verstümmelt werden. Die Neueinstudierung bot gestern äußerlich das gleiche Bild dar wie die letzten Aufführungen des Schauspiels an derselben Stätte vor drei oder vier Jahren; nur in der Besetzung der Hauptrollen waren wesentliche Veränderungen vorgenommen worden: “ spielte an Stelle des Herrn Keßler Herr Mat⸗ kowsky, die Rolle des von letzterem früher dargestellten Prinzen Heinrich hatte Herr Christians übernommen, und die des Falstaff hatte Herr Molenar an Herrn Pohl abgetreten. Die ungestüme Art des eißsporns kann garnicht besser veranschaulicht werden, als es eestern durch Herrn Matkowsky geschah; besonders vortrefflich war eine Leistung in der ersten Scene im Palast des Königs, wo er bei allem Temperament nicht verabsäumte, den hitzigen elden mit der schweren Zunge auch gebührend zu charakterisieren. Später ließ er seiner Leidenschaft zu sehr die Zügel schießen und vermischte darurch die zuerst scharf umrissenen Linien der sympathisch gezeichneten Gestalt. Nicht minder gut am Platze war Herr Christians in der Rolle des lustigen 85 Heinz; bei den derben Scherzen, an denen er thätigen Antheil nimmt, ließ der Künstler doch nie vergessen, daß den Prinzen nur eine Anwandlung jugendlich übermüthiger Laune dazu treibt, einen Theil seiner Zeit in der Gesellschaft von Tagedieben zu verbringen. Als Falstaff überragte Herr Pohl seinen Vorgänger namentlich in Bezug auf den Humor, beträchtlich. Zwar traf au er nicht 29 den breiten, jovialen Biedermannston, unter dem sich Falstaff's schxuczihe dag Seele verbirgt, in seinen Worten war zu viel Schärfe, in Gesten und Mienenspiel zu viel Beweglichkeit; aber in mancher Scene konnte man sich doch an seiner Leistung erfreuen. Sehr glücklich war z. B. sein parodistisches Spiel in der bekannten Wirthshausscene. Lebensvolle komische Figuren boten ferner Herr Hartmann als Bardolph, Fräulein Hausner als Küferjunge Franz und Frau Schramm als Frau Hurtig. Fräulein Lindner (Lady Percy), die Herren Ludwig (König Heinrich), Kraußneck (Sir Walter Blunt), Nesper “ Hertzer (Poins), Arndt (Glen⸗ dower) u. A. standen auf ihren alten Plätzen und lösten ihre Auf⸗ gaben in einwandfreier Weise.
Im Königlichen Opernhause findet morgen eine Aufführung von Mozart'’s Oper „Die Zauberflöte“ in folgender Besetzung statt: Königin der Nacht: Frau Herzog; Pamina: Fräulein Destinn; apagena: Fräulein Dietrich; Sarastro⸗ Herr Wittekopf; Tamino: derr Sommer; Papageno: Herr Hoffmann; Monostatos: Herr ieban; Sprecher: Herr Knüpfer; die drei Damen werden von den Damen Reinl, Rothauser und Goetze gesungen, die drei Genien von den Damen Laaß, Parbs und von Bibow. Kapellmeister Richard Strauß dirigiert. Im Königlichen Schauspielhause findet — des neu einstudierten Schauspiels „Köni — eer Vierte“ von Bearbeitung von Deche häuser und in der be⸗ Besetzung statt. — Am Montag, den 7. d. M., wird Herr A. Weigert vom Schauspielhause in München als Mortimer in „Maria Stuart“ ein Gastspiel auf Engagement beginnen und später als Prinz Heinrich in „König Heinrich der Vierte“ 1 m Neuen Asalicben Opern⸗Theater wird am Sonn⸗ abend, Nachmittags 3 Uhr, zu —— Preisen „Frau Anne“, Ostermärchen von Marx Möller, Der Billet⸗Verkauf zu dieser Vorstellung findet täglich im “ statt. Schiller⸗Theater ist die erste Aufführung von Hans von
einaktigem Luftspiel „Hexenfang“ und dem dreiaktigen
Schwank „Der Mensch in der Bestie“ von Lothar Schmidt (Novität) für Montag, den 7. April, angesetzt.
Frau Eleonora Duse kritt, wie nunmehr endgültig bestimmt
wurde, im Lessing⸗Theater am 11, 12., 14. und 17. April in
829„ v.emgn⸗ ns. 8. h ne Zaps auf.
ariser Ensemble am 10. ein im
Neuen Theater mit dem Schwank „La dame de chez m”“*
t aus onen. Das außer 0 „Dindon ri 8 8 „ „ Konce bigem Stück noch Dindon chéris- E5 , „Saecro I. 4ones**, amour“ und „Education de Prince“, bringt also außer bekannten auch Novitäten.
Aemem. den 6. April, Mittageh im Königlichen — ause stattfindende
Großen Messe in Cmoll von Mozart sind die Soli und Herrn
anvertraut. ietro Mascagni wird in einem am 16. April in der Phil⸗ harmonie ndenden ;— „Stabat Verein“ zur wurde. EI11A1“n“ ernhar rgan eilig- onzert bei freiem 16öüEEns. 5
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nanas Woelfs — Konzert⸗Kalenders für die
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Berlin, den 2. Ppril 1902.
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