8
ierwiesf3n. .“
Bonn die mristische Doktorwürde.
11öö.“] .“ den Staatsrath berufen. Zum sechzigsten Ge⸗ burtstag erhielt er von der juristischen Fakultät der Universität G Am Ordensfest 1891 wurde ihm der Königliche Kronen⸗Orden erster Klasse, am Ordensfest 1897 der Rothe Adler⸗Orden erster Klasse mit Eichenlaub verliehen. 1 8 b““ Am 14. Januar 1900 war es ihm vergönnt, sein fünfzig⸗ jähriges Dienstjubiläum zu feiern, zu dem Seine Majestät der Kaiser und König ihn durch Zusendung Allerhöchstihres Bildnisses mit einem gnädigen Handschreiben auszeichneten. Allein schon zum 1. August desselben Jahres suchte Nebe⸗ Pflugstaedt wegen zunehmenden Alters seine Entlassung aus dem Staatsdienst nach, die ihm unter Verleihung der König⸗ lichen Krone zum Rothen Adler⸗Orden erster Klasse gewährt wurde. 1 Ausgezeichnet durch reiches Wissen, klares Urtheil, um⸗ fassende Geschäftskenntniß und unermüdlichen Diensteifer, hat Nebe⸗Pflugstaedt in allen Dienststellungen Vorzügliches geleistet. Seine echt patriotische Haltung und die ihm eigene Milde der Gesinnung erwarben ihm die Hochschätzung weiter Kreise und befähigten ihn im hervorragenden Maße zu der ihm gestellten besonderen Aufgabe, an der Verschmelzung der verschiedenen preußischen Rechtsgebiete zu einer Einheit mitzuarbeiten. Der größte Theil seiner Laufbahn gehört dem Justiz⸗ Ministerium an; in ihm hat Nebe⸗Pflugstaedt an den um⸗ fassenden gesetzgeberischen Arbeiten, die von der Gründung des Deutschen Reichs bis zum Erlasse des Bürgerlichen Gesetzbuchs zu bewältigen waren, hervorragenden Antheil genommen. Vier Justiz⸗Ministern war er ein treuer, zuverlässiger Be⸗ rather, den Mitgliedern des Ministeriums ein Vorbild gewissen⸗ hafter Pflichterfüllung — das Muster eines preußischen Beamten in selbstloser Hingabe an seinen Beruf. In den langen Jahren seiner Thätigkeit im Justiz⸗Ministerium hat er, unterstützt durch ein ausgezeichnetes Gedächtniß, eine seltene Summe von Erfahrungen gesammelt und verwerthet. Sein Scheiden aus dem Ministerium wurde als ein schwerer Verlust empfunden. Aber auch außerhalb des Amts sicherten dem hochver⸗ dienten Manne die Liebenswürdigkeit seiner Persönlichkeit, die Tiefe seiner umfassenden Bildung, das rege Interesse für jede Seite geistigen Lebens die Liebe und Verehrung aller, auch nicht durch das Amt mit ihm Verbundenen. Die Hoffnung, daß ihm noch ein langer, schöner Lebensabend beschieden sein möge, hat sich nicht erfüllt. Unauslöschlich aber ist die dank⸗ bare Erinnerung an ihn für Alle, die ihn kannten, und un⸗ trennbar ist sein Andenken mit der Geschichte des preußischen Justiz⸗Ministeriums verknüpft.
Der Unter⸗Staatssekretär im Finanz⸗Ministerium, Wirk⸗ liche Geheime Ober⸗Finanzrath Lehmann ist gestern Abend hier gestorben.
Dem Regierungs⸗Assessor Freiherrn von Hodenberg in Bromberg ist die kommissarische Verwaltung des Landraths⸗ amts im Kreise Ostrowo, Regierungsbezirk Posen, übertragen worden. — —
Der Regierungs⸗Assessor von Schenck in Berlin wird dem Königlichen Ober⸗Präsidium zu Munster für die Zeit vom 1. Juli d. J. ab zur weiteren dienstlichen Verwendung
Tachsen.
Aus Sibyllenort wird dem „Dreodner Journal“ mit⸗ etheilt, daß Seine Majestät der König gestern in den Vor⸗ nittagsstunden wiederum mehrere Regierungsgeschäfte erledigt abe.
Gestern Abend um 6 Uhr ist in Sibyllenort folgender Bericht über das Befinden Seiner Majestät des Königs ausgegeben worden:
Im Verlaufe des Tages ist eine Aenderung im Befinden Seiner Cajestät nicht eingetreten.
Dr. Fiedler. Dr. Selle. Dr. Hoffmann.
Das heute früh um 7 Uhr ausgegebene Bulletin lautet: Die letztvergangene Nacht war durch erschwertes Athmen und dadurch bewirkte allgemeine Unruhe öfters gestört. Die Heruhätigkeit
bedarf noch hie und da der Anregung. Der Avpetit ist noch fort⸗ dauernd ein guter.
Dr. Fiedler. Dr. Selle.
Baden. b Hoheit der Kronprinz von Siam traf gestern Nachmittag, wie „W. T. B.“ meldet, von Baden⸗ Baden in Karloruhe und wurde von Seiner Königlichen
Hoheit dem Gr ofberzog und Seiner Großherzoglichen Hoheit dem Prinzen Max von Baden empfangen.
Dr. Hoffm ann.
Seine Königliche
Tachsen⸗Altenburg. .
Seine Hoheit der Herzog hat sich gestern von Karlobad nach der Sommer⸗Residenz Hummelohain begeben.
2 Üacs ül
Der biocherige französis Ninister⸗Präsident Waldeck⸗ Roussecau maf, 84 ldung des „W. T. B.“*, gestern in Hamburg ein. Der Besuch gilt hauptsächli ber. Be⸗ sichtgung der Hafenanlagen und Schiffowerften. Am Sonn⸗ abend wird die Weiterreise nach der norwegischen Küste erfolgen, von wo aus Waldeck⸗Roussecau einer Einladung Seiner Mazestät des von Schweden und Nor⸗ wegen zur Jagd folgen . “ G
Bei Beginn der S8 bösterreich *
Abgcordnetenhauses „B. T. B ker esshemn Gent Venter sebe peranlaßt. des der
üieee⸗ hohen Hauses schwer schadigenden Vorfalles aus und bedauere ins⸗ besondere, daß es mir nicht früher möglich war, die Disziplinarmittel anzuwenden. (Beifall, Lärm, Zwischenrufe bei den czechischen Radikalen.) Hierauf wurde der Einlauf verlesen. Nach Erledigung desselben ergriff der Minister⸗Präsident Dr. von Koerber das Wort und erklärte: Hohes Haus! Am Schluß der Sitzung vom Dienstag, dem ich nicht mehr beiwohnen konnte, hat sich eine Scene zugetragen, auf die wohl auch ich zurückkommen muß. Wenn ich sagen würde, die Regierung weise die gefallenen Worte — ich will voraus davon absehen, wem sie galten — mit Entrüstung zurück, so brächte das nicht richtig meine Empfindung zum Ausdruck, eher könnte ich sagen, wir weisen diese Worte, diese Vzrfälle mit Betrübniß zurück. Ich habe nicht das Recht, das Motiv und den Zweck gemachter Aeußerungen zu prüfen, wohl aber muß mir die Zinsur der Wirkung zustehen, denn die Regierung ist die Repräsentierunz des Staates gegenüber der ganzen Außenwelt. (Zwischenrufe bei den rzechischen Radikalen, lebhafte Rufe: Ruhe!) Wie denken Sie sich zun angesichts der erwähnten Vorfälle die Er⸗ füllung dieser Pflicht dr verantwortlichen Regierung, wie denken Sie sich die Gestaltung der Beziehungen zu irgend einem Staat, wenn hier im österreichiscen Abgeordnetenhause Schmähungen der schlimmsten Art geges ein fremdes Staatsoberhaupt heute gegen das eine, mwrgen gegen das andere — vorgebracht werden? Ich will sarnicht daran erinnern, daß es sich am Dienstag um einen eit seinem Regierungsantritt treuen Ver⸗ bündeten der Monarchie handelte. (Zwischenrufe bei den czechischen Radikalen, lebhafte Rfe: Ruhe!) Ich würde in jedem gleichen Falle sagen: Die Urhekr solcher Vorfälle vergehen sich schwer an dem Staat. Sie könner’allerdings die Politik des Staats nach außen nicht schädigen. Unter siesen Verhältnissen ist der Standpunkt der Regierung klar vorgezeichet. Sie bringt ihn zur Geltung, indem ich erkläre, die Beantwortum der aus diesem Anlaß an mich gerichteten Interpellation abzulehnen (Lebhafter Beifall, Hendeklakschen, Lärm und Zwischenrufe bei dencezechischen Radikalen.) Es wurde sodann erdringliche Antrag des Abg. Klofac, be⸗ treffend die Einleiting einer Untersuchung über die Vorfälle in Kono’scht, verhandelt. Der Abg. Klofac nahm zur Begründun der Dringlichkeit das Wort und erhob unter lärmenden Zurken seiner Gesinnungsgenossen gegen die eben abgegebene Erklrung des Minister⸗Präsidenten Ein⸗ spruch, wobei es zu mnem heftigen Zusammenstoß zwischen den czechischen Radiglen und dem alldeutschen Abgeord⸗ neten Iro kam. Ab den dringlichen Antrag eingehend, führte der Redner au, daß Vorfälle wie der in der Rede stehende nur dazu 2 könnten, den Glauben an die Un⸗
abhängigkeit des Risterstandes zu erschüttern. Es sei bedauerlich, daß in Osterreich hohe Herren und kleine Leute nicht mit gleichem Maß gemessen wuürden. Unter heftigen Ausfällen auf den Eherzog Franz Ferdinand erklärte der Redner, daß der in (ide stehende Fall zu dieser Kategorie gehöre. Der Minister⸗Pssident Dr. von Koerber gab in Ver⸗ tretung des erkrankten Justiz⸗Ministers eine amtliche Dar⸗ stellung des Falles, auf welcher hervorgeht, daß sowohl die erstrichterliche Freisprech ng sowie nach Wiederaufnahme des Verfahrens die von erhm anderen Gerichte verhängte Be⸗ strafung des Kutschers Erzherzogs gerichtsordnungsmäßig erfolgt sei. Die von dem erstrichterlichen Urtheil an⸗ gefertigte Uebersetzung be sich als ein Akt der Ge⸗ fälligkeit dargestellt. Dä Audienz des Beneschauer Bezirks⸗ richters bei dem Erzheyhg Franz Ferdinand habe um so weniger auf die Strafe Efluß haben koͤnnen, als das erst⸗ richterliche Urtheil bereitssechtskräftig gewesen sei und das neuerliche Verfahren vor sinem anderen Gerichtshofe statt⸗ gefunden habe. Der Mirhex Präsident wies auf die klare Tendenz des Antrages hin erklärte, es scheine ihm über⸗ haupt ganz unzulässig, irger welche Agitation mit der Person des Erzherzogs zu srknüpfen. aran sollte der politische Ernst jedermann verhindern. Nach einem Schlußwort des Coc, welcher gleichfalls in heftigster Weise sich gegen en Minister⸗Präsidenten wegen dessen Weigerung, die Interpllation zu beantworten, wandte, wurde die Dringlichkeit mit 00 gegen 25 Stimmen abgelehnt. Das Haus lehnie dann di Dringlichkeit des Antrages des Abg. Malik, betreffend Regelung der Jagdverhält⸗ nisse, ab, nachdem der Arragsteller den Antrag in sieben⸗ stündiger Rede begründet hte. Hierauf legte der Minister⸗ Präsident Dr. von Koerbre ein neues Preßgesetz vor und führte aus:
Die vorläufige Beschlagnäane beschränke sich nur auf Fälle, in denen es sich um den Schuß d monarchischen Prinzips, der Inte⸗ grität des Staats, den Schuges Gottesbegriffs, die Sicherbeit der Rechtsprechung und der gute Sitte handele. Die Beschlagnahme erlösche, sofern ihr nicht alsbalcin strargerichtliches Verfahren gegen die Schuld folge. Ein ohtives Verfahren finde nur in dem einzigen hale statt, in em keine verantwortliche Person für das Preßdelikt beranziehen sei. Berichte über Ver⸗ handlungen gesetzlicher Vertrethskörper seien immun, doch hätten die Vertretungen das Recht, wisse Mittheilun aus beschlag⸗ nahmten Druckschriften von dieser Immunität auszuschließen Der Entwurf entziehe alle Prst. sewie gewisse Ehrenbeleidigungs⸗ Klagen amtlicher 2—2 Rompetenz der Schwurgerichte und setze für Ehrenbeleidi lowie für die Veröffentli von unsittlichen Ank — obligatorisch Arreststrafe außer wel bei besondch erf Umständen auf
Geldstrafe und hlüibh werden könne. Aus den übrigen Bestimmuhhen des Entw kervor⸗ n, daß der Entwurf die zuupskolpertage und die
von Ertrablattern von der Berpfli
vot befreie. Die vabesrurch Ein — 81— wurfs neuerdings das Mundh, dem Hause zu fruchtbringender Arbeit zu Istehe hbei dem diese Arbeit wirtlich zu vollbringen, die ag habe ihre Pflicht gethan. Im Laufe der Sitzung wudenehn neue dringliche An⸗ träge eingebracht: einer 8. den Akputschen, ciner —— den radikalen Czechen, acht von der Igge⸗ „ darunter ein Antrag, betreffend Einsehung eines Auspusses zur Augarbeitung einer ungsreform, ferner ein Prag, worin die Regie⸗ rung rdert wird, über den Ind der chover⸗ incen des usses
dlun mit rn und d — Hünde i Mink
Die „Neue 48 meldet, Landsmann⸗Minister 12 weil er von
eing im Stiche gelassen word Großbritannten und
„ Unterhause gab gestern, we ste Lord des Schatzämts Ba
schl der lhaber d kräfte in Tienisin, betressend die provisorischen Regterung, mit fe
angenommen werden sollten: Einfügung einer Bestimmung, welche dem Vize⸗König gestatte, eine Leibwache von 300 Mann zu halten, und Streichung der Bestimmungen, wonach eingeborene Polizisten keine Ausländer, welche die Gesetze überträten, fest⸗ nehmen dürften, wonach ferner ausländische Truppen Privat⸗ eigenthum besetzen dürften und die chinesischen Kriegsschiffe in Taku auf eine bestimmte Zahl beschränkt würden. MoNeil (Ire) fragte, welche Bestimmungen getroffen seien, um dem Vertrauen, daß die britische Regierung die Friedens⸗ bedingungen auch einhalten werde, eine Unterlage zu geben. Der Erste Lord des Schatzamts Balfour entgegnete, es seien keine solchen Bestimmungen getroffen worden, es schienen ihm aber auch keine erforderlich zu sein. Wegen der gestern bei der Ankunft in Newhaven erfolgten Verhaftung des Parlamentsmitgliedes Lynch, welcher auf Seite der Buren gekämpft hatte, wurden mehrere Anfragen gestellt. O'Kelly fragte, ob die Regierung beabsichtige, auf Lynch dieselben Uebergabebestimmungen anzuwenden, wie auf die Buren. Der Sprecher entgegnete, diese Anfrage entspreche nicht der Geschäftsordnung. Bei der hierauf fortgesetzten Berathung über die Finanzbill beantragte Joseph Walton (liberal) eine Ermäßigung des Kohlenzolls, indem er behauptete, daß der Zoll schädliche Folgen habe, namentlich was die Kohlenausfuhr nach Deutschland betreffe. Der Schatzkanzler Sir Michael Hicks Beach entgegnete, der Zoll habe keinerlei ungünstige Wirkung auf die Kohlen⸗ ausfuhr gehabt; denn die während der ersten fünf Monate dieses Jahres ausgeführte Kohlenmenge sei die größte, die jemals während einer gleichen Periode zur Ausfuhr gelangt sei. Die Ausfuhr nach Deutschland habe auch keine wesent⸗ liche Abnahme erfahren. Der Antrag wurde schließlich mit 249 gegen 147 Stimmen abgelehnt. Channing (liberah beantragte, den Zuckerzoll auf ein Jahr zu beschränken. Der Schatzkanzler Sir Michael Hicks Beach bekämpfte den Antrag und sagte, wenn die Zuckerkonvention in Kraft trete, werde sie den Zuckerverbrauch normaler als jetzt gestalten, weil sie den Preis fuͤr die Konsumenten in den Zucker produzierenden Ländern ermäßigen werde. Die Konvention werde den Zucker⸗ preis in der ganzen zivilisierten Welt stetiger machen. Der Antrag wurde schließlich mit 118 gegen 92 Stimmen abge⸗ lehnt. Haldane (liberal) beantragte, von der Verzollung den Spiritus auszunehmen, welcher in Fabriken gebraucht werde. Der Antrag bezwecke, die Herstellung gewisser Arten von Explosivstoffen und anderen Artikeln zu erleichtern, z. B. von Drogen und Anilinfarben, in deren Herstellung die englischen Fabrikanten bisher wegen des Sprit⸗Zolls nicht mit den Deutschen hätten konkurrieren können. Der Schatzkanzler Sir Michael Hicks Beach stimmte dem Antrage zu, und das Haus nahm denselben an. Der Staatssekretär der Kolonien Chamberlain führte gestern Abend auf einem Bankett der Kolonialbeamten den orsitz und hielt eine Rede, in welcher er ausführte, es sei ein für beide Theile ehrenvoller Friede zu stande gekommen. Eng⸗ land habe alles erlangt, wofür es gekämpft habe. Es sei ein großmüthiger Gegner in allem gewesen, was persönliche und private Verhältnisse angehe, habe aber nichts von wesentlicher Bedeutung geopfert und nichts gethan, was die schließliche Lösung der südafrikanischen Frage schädigen könne. Die Art, wie die Buren die Bedingungen angenommen hätten, sei ein
gutes Vorzeichen für die Zukunft.
8 * Frankreich.
(Etwa 100 Senatoren und Deputirte der an Zucker und Spiritus interessierten Gegenden haben, wie dem „W. T. B.“ mitgetheilt wird, beschlossen, eine parlamen⸗ tarische Gruppe zur Wahrung der wirthschaftlichen Inter⸗ essen ihrer Wahlbezirke zu bilden. Zum Vorsitzenden der Gruppe wurde Ribot gewählt.
Der Vorsitzende der Kolonialgruppe der Deputirten⸗ kammer, Etienne, theilte , —En mit, daß er an ihn in einer der nächsten Sitzungen eine Anfrage über den amerikanischen Schiffahrts⸗Trust richten werde. Etienne führte in dem bezüglichen Schreiben aus, daß die französische Flagge nunmehr im ganzen Atlantischen Ozean gefährdet sei, die französischen Schiff⸗ fahrtsgesellschaften würden von der ihnen drohenden Konkurrenz erdrückt werden, der französische Fracht⸗ verkehr nach und von Amerika werde in die Hände des Trust übergehen und in naher Zukunft eine furchtbare Flotte be⸗ stehen, welche im Falle von Verwickelungen die entscheidende Rolle im ganzen Ailantischen Ozean spielen würde.
Der Prinz Mohamed el Hadi hat die Nachfolge des verstorbenen Beyo von Tunis angetreten. Seine liche Einsetzung fand gestern im Thronsaal in Anwesenheit französischen General⸗Residenten Picon sowie der Beamten der R mur und der tunesischen Behörden statt. Pichon gab der Trauer der Regierung der Französrschen Republik über das Hinscheiden des Beys Sidi Ali Ausdruck und setzte den neuen Bey im Namen Frankreichs in sein Amt ein, wobei er die Heffnung aussprach, daß die neue Regierung, wie die vor⸗ hergehende, die Gerechtigkeit, Zivilisation und den Fortschritt 8 een werde. Mohamed el Hadi ecrwiderte, er werde der
olltik seines Vaters treu bleiben. ““
Rußland.
Der 42- ese von Bulgarien wohnte gestern, wie dem „W T. B.“ aus St. Petersburg berichtet wird, in der Peter Pauls⸗Kathedrale einer Seelenmesse für die Kaiser Alexander II. und Alerander III. bei und legte dann Kränze die beider Kaiser und des ver⸗ — Alerandrowitsch nieder. Hierauf
atteꝛe der Fürst uche ab. Um 1 ban
Uh bei dem dulgarischen Vertreier Dr. Stanciow ein
mehrere alle Minister, iche Würden⸗ b 8. Fhce e Färss —22 erdinand brachte pruch auf die Gro
ürst
1 rstin
atjang Nikolajewna deren Geburtstag war.
Der Prusident da⸗ verngen ed argletszace Graf
Ignatiew trank auf das des Fü
9219den vene mög
selden br der Kaiser Trinkspruch aus: „Der Euta t an der Spihe der Mir.
888* ö ebten iedem
11]
*
Hierauf erwiderte der Fürst Ferdinand: „Eure Kaiserliche Majestät! Ich schätze hoch das Wohlwollen Eurer Kaiserlichen Majestät gegen mich und das bulgarische Volk und danke von ganzem Herzen für den warmen Empfang, welcher uns von dem roßen, verbündeten Rußland erwiesen worden ist. Eure Kaiserliche ajestät! Das Band, welches das bulgarische Volk mit dem russischen verbindet, ist nicht gerissen, denn es ist ein heiliges, auf Blutsverwandt⸗ schaft beruhendes Band; es vereinigt untrennbar für ewige Zeiten Bulgarien mit seiner großen Befreierin. Das bulgarische Volk hat immer auf Rußland vertraut und ist jetzt überzeugt, daß es auch künftighin in seiner friedlichen Entwickelung Schutz und Schirm unter den starken Flügeln des russischen Adlers finden wird. Von diesen Gefühlen beseelt, erhebe ich mein Glas und trinke auf das Wohl und langes Leben Eurer Kaiserlichen Majestät, Ihrer Kaiserlichen Majestäten der Kaiserin Alexandra Feodorowna und der Kaiserin Maria Feodorowna, und des regierenden Hauses, sowie auf die Größe und Wohlfahrt des großen russischen Brudervolkes.“
Nach dem Diner zogen sich der Kaiser und die Kaiserin in die inneren Gemächer zurück und erschiener kurz darauf im Weißen Saal, wo sich inzwischen der Fürst Ferdinand, die Minister, die bulgarische Suite sowie sämmtliche beim Diner anwesend gewesenen Persönlichkeiten versammelt hatten. Der Fürst Ferdinand wandte sich an den Kaiser mit folgender Rede:
„Eure Kaiserliche Majestät! Die Leiden des glaubens⸗ und stamm⸗ verwandten bulgarischen Volkes haben wie ein göttlicher Funke das liebreiche Herz des Zar⸗Befreiers und seines Volkes entzündet. Auf den Höhen des Balkan hat sich der, seiner Uneigennützigkeit und wahren christlichen Begeisterung nach beispiellose russische Befreiungskrieg ab⸗ gespielt. Der unvergeßliche gekrönte Führer hat sich an die Spitze seiner siegreichen Regimenter gestellt und das bulgarische Volk zu selb⸗ ständigem Leben berufen. Um dieses große Ereigniß zu verewigen, errichtet das bulgarische Volk in der Hauptstadt des wiederauferstandenen Bulgarien ein Denkmal für den Zar⸗Befreier, und nun, indem ich dieses Denkmal in verkleinerter Gestalt darbringe, spreche ich Eurer Kaiser⸗ lichen Majestät, dem Beschirmer des bulgarischen Volkes, die unaus⸗ löschlichen Gefühle seiner ewigen Dankbarkeit und Erkenntlichkeit für die ihm großmüthig gewährte Freiheit aus.“
Der Präsident der bulgarischen Sobranje Dragan Zane übermittelte sodann dem Kaiser die Gefühle der
ankbarkeit und Erkenntlichkeit des bulgarischen Volkes und die ergebenste Bitte desselben, die Feier der Enthüllung des Denkmals für den Zar⸗-Befreier durch seine Anwesenheit zu beehren. Der Vorsitzende des Comités zur Errich⸗ tung des Denkmals für Kaiser Alexander II. verlas hierauf die Adresse des Comités, welche auch vom Ehren⸗ Präsidenten des Comités, dem Fürsten Ferdinand, unter⸗ zeichnet ist. In derselben wird ebenfalls der großen Freude Ausdruck gegeben, welche das bulgarische Volk empfinden werde, wenn es am Tage der Enthüllung des Denkmals persönlich vor dem Kaiser die tiefe Erkeantlichkeit werde be⸗ zeugen können, die es für seinen unvergeßlichen Wohlthäter, den Zar⸗Befreier, hege. “
Italien. Der Senat nahm, dem „W. T. B.“ zufolge, gestern die
Vorlagen, betreffend die Schaffung neuer 3 ½ prozentiger konsolidierter Rententitres, und betreffend Maßnahmen zur Tilgung der einlösbaren Schulden, definitiv mit 70 gegen 7 Stimmen an. ZE““ “ 1 üanlamn,
Nach einer amtlichen statistischen Aufstellung beläuft sich, wie „W. T. B.“ erfährt, die Zahl der religiösen Vereine in Spanien, welche seit dem 9. Mai die gesetzlich geforderte Eintragung nachgesucht haben, bis jetzt auf 6000. “
Asien.
Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Peking vom gestrigen Tage, der britische Gesandte Sir Eduard Satow habe den üͤbrigen Gesandten mitgetheilt, England sei bereit, sich an einer ratenmäßigen Herabsetzung der Forderungen an China zu betheiligen, um diese Forderungen dem Betrage der Kriegsentschädigung anzupassen. Gegenüber der Forderung der Chinesen, die Kriegsentschädigung auf der Basis der Silberwährung zahlen zu dürfen, beharrten die Gesandten auf der Zahlung nach der Goldwähruuug.
Afrika.
Eine in Kapstadt crlassene Proklamation besagt, daß alle Aufständischen, welche nicht Feldkorneis oder Friedens⸗ richter seien, wenn sie sich vor dem 10. Juli ergäben, nur mit der Entziehung des Stimmrechts für Lebenszeit bestraft werden sollten. Die Feldkornets oder Friedensrichter würden irgend einer anderen Strafe, die Todesstrafe ausgenommen, unterliegen. Bedingung sei in beiden Fällen, daß die Betreffenden sich nicht des Mordes oder irgend welcher anderer gegen die Kriegosgedräuche ver stoßender Handlungen schuldig gemacht hätten. Aufständische, welche sich nicht bis zum 10. Juli ergäben, sollten der ganzen Snenge des Gesetzes unterliegen.
Der Gencral Lyttleton, welcher das Kommando über die Truppen in Natal niedergelegt hat, um demnächst den militärischen Oberbefchl über ganz Süd⸗Afrika zu übernehmen, hat sich nach Transvaal
Eine Depes
8
n. che des „Standard“ aus Durban vom 10. d. M. meldet: Schalk Burger habe den Blättern den Wortlaut der Resolution mitgetheilt, welche die niqung ver⸗ lten Burgher am 31. Mai angenommen hätten. Die -2 tion spreche das 2 — aus, daß die englif⸗ in genau, wie sie seien, hätten an ꝶ eee —2 serner, daß England ein Unterhandeln auf der ndlage der U oder die Erlaubniß, mit den envertretern in Europa in Ver⸗ verweigert habe. Sodann bdemerke die u die
werde, und lane b.Se nnen mehr für die Die Resolution spreche ellten — und die .
bald bessern die legien zreten werde, auf welche
1 Pparlamentarische Nachrichten.
ie te über die des Reichs⸗
Z ’ R; .“
— In der heutigen (88) Sitzung des Hauses der Ab⸗ geordneten, welcher der Justiz⸗Minister Dr. Schönstedt und der Finanz⸗Minister Freiherr von Rheinbaben bei⸗ wohnten, fand zunächst die dritte Berathung des Gesetz⸗ entwurfs, betreffend die Umlegung von Grundstücken in Frankfurt a. M, statt.
In der Generaldiskussion bemerkte
Abg. Fritzen⸗Borken (Zentr.): Meine Freunde standen ursprüng⸗ lich dieser Vorlage mit Mißtrauen gegenüber, aber die Kommissions⸗ berathung hat die Hauptbedenken beseitigt und wesentliche Verbesserungen gebracht. Als solche Verbesserungen sehen wir an, daß nicht mehr die Majorität des Grundbesitzes, sondern die Majorität der Grundbesitzer den Antrag auf Zusammenlegung stellen kann, daß der Magistrat an eine gewisse Frist für die Herstellung der Straßen gebunden ist, und daß nicht das gesammte Terrain für Straßenland unentgeltlich abgetreten werden muß, sondern daß es, soweit es 30 % der Umlegungsgrund⸗ flächen übersteigt⸗ ersetzt werden muß. Wenn das Gesetz erst in Wirksamkeit getreten ist, wird sich zeigen, wie wohlthätig es wirkt. Wir stimmen für die Vorlage. .
Abg. Dr. Irmer (kons.): Auch wir erkennen an, daß die Vor⸗ lage in wesentlichen Punkten verbessert worden ist, namentlich dadurch, daß es auf die Stadt Frankfurt a. M. beschränkt geblieben ist. Wir sind deshalb bereit, mit dem Gesetz einen Versuch zu machen, jedoch unter dem Vorbehalt, daß wir für eine künftige Erweiterung des Gesetzes auf andere Landestheile uns nicht festlegen.
Abg. Freiherr von Zedlitz und Neukirch (fr. kons.): Ein Theil meiner Freunde wird bei der Schlußabstimmung für das Gesetz stimmen, das einem Bedürfniß der Stadt Frankfurt entspricht. Damit ist aber einer Erweiterung des Gesetzes auf andere Gegenden nicht präjudiziert. 1
Abg. Glatzel inl.) erklärte die Zustimmung seiner Freunde zur Vorlage. öe““
In der Spezialdiskussion stellte zu § 13, der die Be⸗ stimmungen über die Abtretung des Straßenlandes enthält und nach welchem für das zu Straßen und Plätzen über den Flächeninhalt der eingeworfenen öffentlichen Wege und Plätze hinaus erforderliche Gelände den Eigenthümern Ent⸗ schädigung in Geld zu gewähren ist, soweit dieses Gelände 30 Proz. der von den Eigenthümern eingeworfenen Grund⸗ flächen übersteigt,
Abg. von Pappenheim (kons.) einen Abänderungsantrag, nach welchem unter gewissen Umständen dieser Prozentsatz bis auf 35 % erhöht werden kann. Dieser Antrag sei deshalb nothwendig geworden, weil der bei der zweiten Lesung gefaßte Beschluß, die 35 % der Vorlage auf 30 % herabzusetzen, die unbeabsichtigte Wirkung haben könne, daß der Antrag der Grundeigenthümer selbst auf Zu⸗ sammenlegung erschwert werden könne, da dieser Antrag an die Zu⸗ stimmung des Magistrats gebunden sei. Deshalb müsse die Möglich⸗ keit offen bleiben, unter Umständen bis zu 35 % hinaufzugehen.
Die Abgg. Wellstein und Dr. Hitze (Zentr.) sprachen sich gegen den Antrag aus, die Abgg. Oeser (fr. Volksp.), Dr. Rewoldt (freikons) und Glatzel waren mit demselben einverstanden.
Abg. von Pappenheim zog mit Rücksicht auf die von den Rednern des Zentrums geäußerten Bedenken seinen Antrag zurück, um die Einigkeit nicht zu stören.
Nach einigen weiteren Bemerkungen des Abg. Funck (fr. Volksp.) wurde § 13 unverändert angenommen, ebenso ohne erhebliche Debatte der Rest des Gesetzes.
Bei der Gesammtabstimmung wurde das ganze Gesetz angenommen. “
8
Es folgte die Berathung von Petitionen.
Der Verein deutscher Gartenkünstler in Berlin wünschte Umwandlung der Gärtner⸗Lehranstalt zu Potsdam in eine Hochschule für Gartenkunst.
Die Kommission schlug vor, mit Rücksicht auf die von der Regierung abgegebenen Erklärungen über die Petition zur Tagesordnung überzugehen. WLI1ö6“ 3
Das Haus beschloß demgemäß.
(Schluß des Blattes.) 1
8 8 88
11“
Statistik und Volkswirthschaft.
Zur Arbeiterbewegung.
Die Ziegeleiarbeiter von Ketzin bei Werder a. H. und Umgegend sind, der „Voss. Ztg.“ zufolge, weil ihnen eine beantragte Lohnerhöhung nicht bewilligt wurde, in den Auestand getreten
Eine Erklärung der Straßenbahn⸗Direktion in Stutt⸗ gart besazt. wie „W. T. B.“ meldet, daß die Direktion die Neu⸗ bauten beschleunigen wird, um die Mehrzahl der bis jetzt nicht wieder eingestellten Ausständigen (vgl. Nr. 133 d. Bl.) verläufig im Bau und alebald dann im zu verwenden. Thatsächlich handelt cs sich nur noch um 40 Angestellte, welche anderweitig Beschäftigung
saches 22 üe 3 6 Zur Lohn g im Baugewerbe in Hambur 3 Nr. 129 d. Bl.) Zig.“, daß die ⸗ NIE
ittwoch an die Arbeit auf
dri die „Frkf.
Dienstag Abend beschlossen 8 von den gesperrten Bauten au en zu lassen, falls die Gesellen sich durch den Arbeitsnachmweis der Innungen anstellen lassen und zum alten
Lohntarif arbeiten. war jedoch w Der
ieser Zuzug von Arbeitewi
Kunst und Wissenschaft.
Auograbungen
der Deutschen Orientgesellschaft bei Abusir in Egypten.
in Alermdrien die für die ver⸗ scen bestimmten Alterthuümer aus den Auesgrabungen bei Abusir nach Hamburg verladen worden. Damit hat das erste Jahr der Ausgrabungen an den unmeit von Kairo eenen Pnra der 5. ,— (ca. v. Chr.) seinen Abschluß gefun und
Jahr des Auftreters der Deutschen
Egypten. Bioher hatte die Deutsche nur die groß angelegten, reichen und erst im
dee egypti⸗
c
D a 2— A 99 eaeer nelen beßaben
Zweiten Betlage.
des Königs Ne⸗wofer⸗Rs (Dyn. 5) und etwa einige Mastaba⸗ gräber der Großwürdenträger seiner Zeit zu finden. Man fand nicht nur den Tempel in einem über die Erwartung hinausgehenden guten Erhaltungszustande, sondern außer den Mastabas des alten Reiches auch noch Gräber des mittleren, des neuen Reiches und der griechischen Spätzeit. Gerade aus den letzteren sollte ein hier ganz unverhoffter glücklicher Fund die Arbeit belohnen.
Der Tempel selbst ist, soweit er bisher ausgegraben wurde, in seinem Grundriß und in den Einzelheiten seines Aufbaues klar zu erkennen und zu rekonstruieren. Vom Thal aus — er liegt an dem östlichen Abfall des Pyramiden⸗ plateaus — ist er durch eine große Rampe zu erreichen. Hinter dem Eingange lagen zu beiden Seiten eines schmalen Hofes Tempelmagazine; dann folgte ein prächtiger, mit Basalt gepflasterter Säulenhof, dessen Hallen etwa 5 m hohe monolithe Granitsäulen aufwiesen, Papyrusbündelsäulen, die ältesten bisher bekannten Beispiele dieser Gattung. Zwei Kapitelle, die besonders interessante Details zeigen, und Schaftstücke der Säulen mit der Inschrift des Königs sind nach Deutschland unterwegs. Sie werden, von den geschickten Händen unserer Museums⸗Restauratoren wieder zusammen⸗ gesetzt, eenen schönen und lehrreichen Schmuck für unsere Sammlungen abgeben. Hinter dem Sänulenhof liegen noch mehrere Tempelräume, in deren einem ein fast 2 m hoher, kraftvoll ausschreitender Löwe aus roth⸗ buntem Granit aufgestellt war, dessen Stücke — darunter der besonders schön erhaltene Löwenkopf bei der Theilung der Funde für das Museum in Kairo beansprucht wurden. Unweit vom Löwen wurde ein an 5 qm großes Tempelrelief aus Kalkstein von feinster Ausführung gefunden, den auf einem reich gezierten Thron sitzenden König dar⸗ stellend, dem der schakalköpfige Gott Anubis das Zeichen des Lebens reicht. Dahinter steht eine Göttin mit Geier⸗ haube. Es ist dies das erste größere Tempelrelief aus dieser entlegenen Zeit, das auf uns gekommen ist. Es zeigt, was nach den Resultaten der Ausgrabungen im Sonnen⸗ heiligthum schon anzunehmen war, daß alle jene Typen egyptischer Reliefs, die wir in den Riesentempeln des neuen Reichs zu Theben, Abydos und an anderen Orten bewundern, schon im alten Reich völlig ausgebildet vorhanden waren. Nur Einzelheiten, die dem ungeschulten Auge leicht entgehen, haben sich daran geändert. Aus Fragmenten, die in dieser Ausgrabungsperiode gefunden wurden, geht sogar hervor, daß selbst die großen Schlachtreliefs, in denen der König die Feinde mit der Keule niederschlagend dargestellt wird, bereits ihre Vorbilder im alten Reich hatten.
Neben dem Tempel, der, wie schon erwähnt, noch nicht ganz ausgegraben ist, wurde eine Reihe von Mastabagräbern der Großen des Reichs unter König Ne⸗woser⸗Ré aufgedeckt, darunter besonders bemerkenswerth das des Djedj⸗em⸗onch, „des Ersten nach dem Könige“. Die Grabkammern für ihn und seine Frau murden zwar erbrochen gefunden, und auch die Kulträume waren zum theil wohl von modernen An⸗ tikenräubern zerstört, aber in einer Kammer fanden sich noch Reliefs und architektonische Details in völlig frisch er⸗ haltener Bemalung, die leider nach der Auffindung von Tag zu Tag an Kraft verlor, sodaß man sich begnügen mußte, durch eine farbengetreue Kopie den früheren Zustand fest⸗ zuhalten. In einem der anderen Gräber wurden Statuen des Verstorbenen gefunden, besonders hervorzuheben eine Granit⸗ gruppe von vorzüglicher Erhaltung, den Todten und seine Frau darstellend.
Aus der 8 des mittleren Reiches (ca. 1900 v. Chr.), als der Tempel schon zum theil zerstört und stark versander war, aber wohl der Kult des alten Königs noch von einer oder von ein paar Priesterfamilien weiter geführt wurde, haben sich Gräber dieser Priester an beiden Seiten des Auf⸗ weges zum Tempel erhalten und zwar, was bei egpptischen Gräbern an sich selten, bei solchen aus dieser Zen aber eine besondere Merkwürdigkeit ist: noch unberührt. Die Ziegelvermauerung der Grabeingänge war noch so, wie sie am Tage der Beisetzung aufgeführt worden war. Drei solcher Gräber sind bisher aufgedeckt. Das eine ein Familien⸗ grab mit vier Särgen, einem Tempelvorsteher, einem Vorlese⸗ 4— und deren Frauen gehörig. Die beiden anderen mit e einer Mumie, die eine davon in doppeltem Sarge. Das Holz dieser Särge, das theilweise nicht egyptischen Ursprungs zu sein scheint, hat enorme Brettstärken, his zu 18 cm. Sämmt⸗ liche Soͤrge sind außen, drei aber auch innen und zwar sehr reich mit Darstellungen von ahen — Schmucksachen, Kleidungestücken, Hausgeräth, ffen, Handwerkszeug
und Opfern Früchten, Blumen, geschlachteten Thieren, Broten bemalt; Boden und Deckel schmücken lange Todtentexte. Von den Mumien selbst sind zwei völlig mit ihren Gesichtsmasken aus Stuck erhalten. In unseren curopaischen Museen finden sich schon einige Grab⸗ funde dieser Zeit, aber bieher ist es nur in den seltensten Fällen geglückt, diese in so guter Erhaltung zu sichern. Hoffentlich passiert dieses Mal auf dem Transport nicht noch n Unglück und kommen die zerbrechlichen Mumien mit ihren morschen figürlichen Beigaben, die Schiffe, Speicher und Kuüͤche des Verstorbenen darstellen, wohlbehalten bis in die Glat⸗ schränke unserer Sammlungen.
„Im neuen Neich, in welcher Zeit der Tempel schon völlig Lerstört und über der Oberfläche der Wuste wohl kaum noch Spuren von ihm sichtbar waren, diente das Terrain unserer Gravung als Begräbnißplatz, theilweise war es auch wohl mit ärmlichen Hütten bestanden. Es haben sich aus dieser
t einerseito einige kümmerliche Massengräͤber erhalten, in en die Mumien über einander geschichtei lagen. Anderer⸗
sciteh wurde im Hauskehricht ein zerfepter, auf Papyrus aeee .-e Lüheaeh 98⸗
Erst in den Gräbern der letzten egyptis de Spätzeit, die natürlich auf hlen, zeigt sich wieder ein gewisser
prungs gewohnt die griechischen Bakal amili
und ptol Terrain Damals Abusir, „ etwa in den
und Bemalung. Attische und 1 für Oel, Schaber Ab des Oels,
mit SS