1903 / 59 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 10 Mar 1903 18:00:01 GMT) scan diff

geboten, daß der Staat für den in früherer Zeit erfolgten Ausbau der in Chausseen umgewandelten und in die Unterhaltung der. Provinz übergegangenen Landstraßen ebenso ein Abfindungskapital an die Provinz zahle, wie das für eine Reihe derartiger später von der Provinz zu Chausseen ausgebauten fiskalischen Landstraßen geschehen sei. Bei der Beratung der vom Provinzialausschuß unterbreiteten Vorlage, betreffend die Erhöhung der Mittel des Kreiswegebaufonds und des außerordent⸗ lichen Chausseeunterhaltungsfonds sowie die Begrenzung der Ueber⸗ nahme neu zu erbauender Ehau een in die Unterhaltung der Provinz, machte sich der Provinziallandtag, den Ausführungen der von dem Landeshauptmann vorgelegten „Denkschrift über die Uebernahme des gesamten Chausseenetzes in der Provinz Posen auf den Provinzialverband und über die Frage einer Wiederabgabe desselben an die Kreisverbände“ folgend, dahin schlüssig, daß der Fonds zu Beihilfen für den Kreis⸗ wegebau um 100 000 erhöht werden solle, daß ferner für die außer⸗ v Unterhaltung der Chausseen 40 000 und in den

haussee⸗Neubauprämienfonds für 1903 und folgende Jahre 50 000 einzustellen seien. Die Uebernahme von Chausseen in die Unter⸗ haltung der Provinz solle einstweilen noch nicht ein⸗ gestellt werden. Der Provinzialausschuß wird aber ersucht, dem nächsten Provinziallandtage Vorschläge über die Bedingungen zu machen, unter denen die bisher von der See. unterhaltenen Chausseen den Kreisen vertragsmäßig zu übergeben seien. Schließlich wurde der Etat, betreffend die Unterhaltung der Provinzialchausseen für das Etatsjahr 1903 und folgende Jahre, im Ordinarium auf 1 520 420 ℳ, im Extraordinarium auf 30 000 festgesetzt.

Schleswig, 8. März. in der hiesigen Domkrrche Gottesdienst abgehalten worden war, der 37. Schleswig⸗Holsteinische Provinziallandtag in Gegen⸗ wart von 62 Mitgliedern von dem Königlichen Oberpräsidenten Frei⸗ herrn von Wilmowski mit folgender Ansprache eröffnet:

Hochgeehrte Herren! 8

Der Allecdöchsten Berufung Seiner Majestät des Kaisers und Königs folgend, treten Sie heute als die erwählten Vertreter der Provinz erneut zu gemeinsamer Arbeit zusammen. Im Namen der Königlichen Staatsregierung habe ich die Ehre, Sie hier bei Beginn

Ihrer Verhandlungen willkommen zu heißen.

Der Verwaltungsbericht des Provinzialausschusses, die Entwürfe der neuen Haushaltungspläne sowie der Begleitbericht des Provinzial⸗ ausschusses zu denselben geben ein erfreuliches Bild von der regen Tätigkeit und der 8e Wirksamkeit auf allen Gebieten Ihrer kommunalen Verwaltung.

Durch die bevorstehenden Beratungen in einmütigem Zusammen⸗ wirken auch weiterhin für die Entwickelung und Förderung der Inter⸗ essen Ihrer teueren Heimatprovinz zu sorgen, wird Ihnen eine dankens⸗ werte Aufgabe sein

Die Königliche Staatsregierung hat Ihnen Vorlagen von Be⸗ deutung nicht zu machen. Um so reicher ist der Beratungsstoff, der Ihrer auf dem eigentlichen Gebiete der Provinzialverwaltung harrt.

Im Mittelpunkte des Interesses steht, wie immer, der Haus⸗ haltungsplan. Daneben werden aber nicht wenige Fragen von Wichtig⸗ keit Ihre Entscheidung erheischen. 1

Zur weiteren Entwickelung des Kleinbahnwesens werden wiederum erhebliche Mitrel von Ihnen erbeten. Wie ich zuversichtlich annehme, werden Sie hierbei Ihre Unterstützung nicht versagen, denn die Aus⸗ dehnung des Kleinbahnnetzes bedeutet Förderung von Handel, Verkehr und Wohlstand.

Dem Vorgehen anderer Provinzen folgend, schlägt Ihnen der rovinzialausschuß zum Schutze der Einzelbesitzer gegen erhebliche iehverluste sowie zur Minderung der Seuchengefahr die Einführung

der Milzbrandentschädigung vor. Ich empfehle Ihnen den Antrag des Provinzialausschusses auch meinerseits zur besonderen Berück⸗ ichtigung.

Neben der Entwickelung und Sicherung des wirtschaftlichen und Erwerbslebens wird Ihre Fürsorge auch auf sozialem Gebiete zum Segen der Provin in immer erweitertem Maße in Anspruch ge⸗ nommen. Mit besonderer Genugtuung ist es zu begrüßen, daß daneben aber auch die ideellen Güter, die Pflege von Wissenschaft und Kunst, und die Bestrebungen zur Hehung des beimischen Kunstgewerbes in Ihrem Haushaltungsplane nicht vernachlässigt werden. Die betreffen⸗ den Vorschläge des Provinzialausschusses werden sicherlich auch Ihrer⸗ seits gebilligt werden.

Durch die Gewährung von Wohnungsgeldzuschüssen an die Be⸗ amten Ihrer Verwaltung sollen die bisher noch bestehenden Ungleich⸗ heiten in den Besoldungen beseitigt werden.

Unter den weiteren Vorlagen wird Ihr Interesse vornehmlich das Reglement in Anspruch nehmen, welches zur Ausführung des neuen Dotationsgesetzes von Ihnen n erlassen ist.

Bei der Eigenart der Verhältn . in der hiesigen Provinz bot die Regelung dieses Gegenstandes nicht v-—n⸗ Schwierigkeiten. Durch die vom Provinzialausschuß auf Grund sorgfältigster Vor⸗ arbeiten und im Einvernehmen aller Beteiligten vorläufig aufgestellten Grundsäte ist meines Erachtens ein Fene, der einen billigen Aus. aller Interessen gewährleistet. mich daher der Hoffnung in, daß auch das Ihnen vom Provinztalausschuß im Entwurf vor⸗ Reglement, welches sich den vorläufigen Grundfätzen anf das

anschließt, Ihre ung finden wird.

Im Hinblick auf jelle Lage der Provinz ist darauf Be⸗ dacht genommen, daß der überwiegende Teil der Dotation, abweichend von der Regel des Gesetzes, der Provinz verbleibt. Daraus ergeben

„‚für die allzemeinen Finanzverhältnisse der in

Beziehung günstige Rückwirkungen. allem

die im Vorjahre beträchtlich erhöhten Provinzial⸗

eine Ermäßig hren. Sodann ist aber die ung des Wegebaues entsprechend

itzen einen Posten von 300 000

des Etats einzustellen und damit cinen weiteren Schritt hae auf dem Wege zur Sicherung und Festi⸗

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Anhalt. Der Landtag ist zum 30. d. M. s em.

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in Persien.

Heute mittag 12 Uhr wurde, nachdem

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sich der Zuckerkonvention anzuschließen. Die Regierungen der Kolonien mit Selbstverwaltung und die indische Regierung hätten ihre Wünsche zu der Angelegenheit noch nicht bekannt gegeben. Der Unterstaatssekretär des Aeußern Lord Cranborne verbreitete sich dann in Beantwortung einer Reihe von Anfragen ausführlich über den jetzigen Stand der Dinge in China. Ueber eine fremden⸗ Feindlce Bewegung in der Mandschurei seien keinerlei Meldungen eingegangen. Dagegen berichte der britische Konsul in Hankau, daß er von vertrauenswürdiger Seite Meldungen über eine in Kansu drohende Bewegung erhalten habe. Da ein Bericht des britischen Vizekonsuls in Tientsin dieselben Andeutungen enthalte, habe der britische Geschäftsträger in Peking der Fenesischen Regierung eine ent⸗ sprechende Warnung zukommen lassen. Das chinesische Auswärtige Amt habe geantwortet, daß es keinerlei Bestätigung für die Nachricht habe, und daß das Gerücht jedenfalls entstanden sei infolge der Be⸗ wegungen aufgelöster Truppenkörper in Kansu. Lord Cranborne gab sodann eine ausführliche Darlegung über die Fortschritte, die die Ver⸗ handlungen über Erteilung von eheh,c,cnen an Engländer machten. Das Haus wandte sich dann zur Beratung des Vor⸗ anschlages über die Heeresausgaben. Der Oberst Long brachte einen Antrag ein, in dem es heißt, daß die veränderten Bedingungen des modernen Krieges radikale Aenderungen in dem Ausbildungssystem der ffiiere verlangten. Der Staatssekretär des Kriegsamts Brodrick erläuterte darauf das vom Kriegsamte vorgeschlagene neue System der Offiziersausbildung. Danach solle der Generaldirektor für das militärische Bildungswesen von einem beratenden Aussch. 3 unterstützt werden. Um Studenten der Universitäten zu veranlaäfsen, Offiziere zu werden, würden ihnen besondere Erleichterungen zu teil werden. Was die zwischen englischen und ausländischen Offizieren angestellten Vergleiche betreffe, so hätten in der Regel die letzteren keinerlei Erfahrungen im Kriege. England habe aber mit seinen kleinen Kriegen allen Grund, stolz auf die Fähigkeiten seiner Offiziere zu sein. Die Offiziere müßten aber einen gewissen Sporn haben, ihre Studien nach dem Eintritt in die Armee fortzusetzen. Das Kriegs⸗ amt schlage deehalh vor, daß, nachdem gewisse Monate in jedem Jahre der praktischen Ausbildung im Felde gewidmet worden seien, am Schlusse dieser Periode die Offiziere in zwei Klassen geteilt werden sollten, die Ausgebildeten und die Mäßigen. Jeder kommandierende Offizier könne dem Brigadier den Namen irgend eines Offiziers an⸗ geben, der sich ganz außergewöhnliche Verdienste erworben habe, damit er schneller befördert werde, und in einem solchen Falle werde die Kenntnis fremder Sprachen nicht außer acht gelassen werden. Ein Offizier, der noch nach zwei Jahren Phc nchhen ausgebildet befunden werde, werde aufgefordert werden, um seine Entlassung einzukommen. Nach längerer Diskussion, in der mehrere Redner dem von dem Staatssekretär erläuterten Plane zustimmten, wurde die Resolution Long abgelehnt.

Der Marineetat sieht eine Summe von insgesamt 35 836 841 Pfund Sterling, d. i, eine Zunahme von 3 202 000 gegen das Vor⸗ jahr, vor, hauptsächlich für Neubauten, Ausbesserungen und Unterhalt. Das aufgestellte Programm schließt den Baubeginn von drei neuen Schlachtschiffen, vier Kreuzern erster Klasse, drei geschützten Kreuzern, vier Aufklärungsschiffen. 15 Torpedobootszerstörern und 10 Unterseebooten ein. Dem Mavrineetat ist eine Darlegung des Ersten Lords der Admiralität Earls of Selborne bei⸗ gegeben. Danach belaufen sich die Voranschläge für Neubauten auf 10 137 000 Pfund Sterl., hiervon sind 1 150 000 Pfund für die Stapellegung neuer Schiffe bestimmt gegen 9 058 000 resp. 700 000 Pfund im laufenden Jahre. Abgesehen von diesem neuen Schiffs⸗ programm, werden sich im Bau befinden 11 Schlachtschiffe, 19 Panzer⸗ kreuzer, 6 andere Kreuzer, 4 Aufklärungsschiffe, 2 Sloops, 19 Torpedobootszerstörxer, 8 Torpedoboote und 3 Unterseeboote, von denen 6Schlachtschiffe, 11 Panzerkreuzer 1 anderer Kreuzeh, die beicen Sloops, 4 Torpedobootszecstorer, die 8 Torpedo⸗ boote ind die 3 Unterseeboote bereits im Laufe des Jahres fertig werden sollen. Abgesehen davon, soll der Umbau von 4 Schlacht⸗ schiffen und 5 Kreuzern zu Ende geführt und 2 Schlachtschiffe und 1 Kreuzer sollen in Umbau gegeben werden. Die beiden mit Staats⸗ subvention gebauten Cunardschiffe sollen schneller sein als irgend ein anderes zur Zeit auf dem Wasser befindliches Schiff. Es ist ferner beschlossen worden, Westafrika von der Kapstation zu trennen und für den südöstlichen Teil Südamerikasg und Westafrika ein neues Ge⸗ schwader, das sogenannte füdatluntische, zu bilden, das Gibraltar und Sierra Leone zu Flottenstationen haben soll. Der Kreuzer 3. Klasse Amethvst“ und ein Torpedobootszerstörer werden versuchsweise mit Turbinenmaschinerien ausgestattet werden.

Italien.

Der Deputierte Socci begründete gestern in der Depu⸗ tiertenkammer eine Interpellation darüber, welche Maß⸗ nahmen die Minister des Auswärtigen und der Justiz angesichis der Beschlüsse der internationalen Konferenz in Paris zur Be⸗ kämpfung des Mädchenhandels zu ergreifen gedächten. Der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt Baccelli entgegnete, daß der Bekämpfung des Mädchenbandels in der Praris Schwierigkeiten vsgenee⸗ ständen. man bemühe sich indessen, ihn nach Möglichkeit zu beschränken. Italien habe dazu in seinem Strafgesetz und seinem vanderungsgresetz so gute Mittel, daß es sie nicht zu erweitern brauche. Was die Beschlösse der Pariser Konferenz betreffe, so seien die Ministerien des Acußern, 8 inern und der Justiz bereits in Unterhandlungen wegen des An⸗

usse

s Italiens an die dort getroffenen Abmachungen Wenn aber ein solcher Anschluß Italiens Erfolg haben solle, müßten auch noch

andere Staaten ihren Beitritt Der Justizminister Cocco⸗ Ortu gab sodann Erläuteru über die bestehenden Vorschriften des Strafgesetzbuchs, betreffend Mädchenhandel.

Der Papst, der bei bester Gesundheit ist, brI.I⸗2 vormittag den Bischof von Autun Perrand, den ischof von Neapel Prisco, sowie den Bischof von Krakau von Kozielsko⸗Puzyna und nachmittags den Patriarchen von

ig Sarto und den Erzbischof von Turia Richelmy. Heute werden die englischen Pilger empfangen werden.

Tpanien.

Nach E sind bei den Wahlen für die Generaklräte 311 2 120 Liberale, 20 Demokraten, 5 Anhänger Nomeros, 27 Nepublikaner, 10 Carlisten, 10 Regionalisten und 11 Unabhängige gewählt worden.

Griechenland.

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In New York eingetroffene Nachrichten aus San Sal⸗ vador besagen, daß die Regierungstruppen von Hon⸗ duras von den Anhängern Bonillas bei Talgua ge⸗ Pee en worden seien. Der General Ferrera sei getötet, der General Lopez mit dem Stabe gefangen genommen

worden. Afrika.

Der Deutsche Kronprinz und der Prinz Eitel⸗ Friedrich von Preußen besuchten gestern früh, wie „W. T. B.“ aus Kairo berichtet, die Zitadelle und sodann die Moschee des Sultans Hassan. Nach dem Söhrse statteten die Prinzen dem Khedive einen offiziellen Besuch ab und verweilten eine halbe Stunde bei ihm. Die Prinzen, Höchstwelche die Wagen des Khedive benutzten, fuhren darauf nach der deutschen Gesandtschaft und empfingen dort den Gegen⸗ besuch des Khedive, besichtigten später die Universität El⸗Azhar und das Grab Ismails und gingen sodann nach der Tulnan⸗ Moschee, von deren Minaret sie den Sonnenuntergang be⸗ trachteten. Abends speisten die Prinzen bei dem deutschen

Generalkonsul, Gesandten Dr. Rücker⸗Jenisch und empfingen

dann die Mitglieder der deutschen Kolonie.

Parlamentarische Nachrichten. 18

Die Schlußberichte über die gestrigen Sitzungen des

Reichstages und des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Ersten und Zweiten Beilage.

In der heutigen (279.) Sitzung des Reichstages,

welcher der Kriegsminister, General der Infanterie von Goßler beiwohnte, wurde die zweite Lesung des Reichshaushalts⸗ etats für 1903 bei dem Etat für die Verwaltung des Reichs⸗ heeres, und zwar bei den Ausgaben für das Kriegs⸗ ministerium im Etat für das sächsische Militärkontin⸗ gent, fortgesetzt. Abg. Dr. Oertel (d. kons.): Ich würde wortbrüchig werden, wenn ich nicht zu einer Frage das Wort nähme, die ich im vorigen Jahre immer wieder hier vorzubringen versprach, bis sie erledigt sei. Es handelt sich um die verschiedenen Besoldungen der Kalkulatoren, Expedienten und Kanzleivorsteher im preußischen und im sächsischen Kriegsministerium. Es ist im vorigen Jahre von der Militärverwaltung kein Grund angeführt worden, der die geringere Besoldung der sächsischen Beamten rechtfertigen könnte. Die Besserstellung der höheren Beamten in ließe sich allenfalls aus ihrer höheren Ver⸗ antwortung erklären, ob aber ein Kanzleibeamter einhundert oder ein⸗ tausend in die Liste einträgt, ist doch gleichgültig. Diese verschiedene Behandlung widerspricht durchaus dem Geiste der Verfassung, und ich war erstaunt, in diesem Jahre dieselbe Summe zu finden wie im vorigen. Die viel berufene schlechte Finanzlage ist doch nicht durchschlagend, da es sich nur um eine Mehrausgabe von 20 000 handelt. Auf die Stellung eines Antrages verzichte ich in der Hoff⸗ nung, daß die Inkongruenz deren Bestehen wiederholt zugegeben worden ist, im nächsten Jahre beseitigt werden wird.

Das Kapitel wird bewilligt, ebenso die Besoldung im württembergischen Kriegsministerium.

Ohne Debatte werden die I. für das Kassen⸗ wesen, die Intendanturen und die Militärgeistlichkeit im preußischen, sächsischen und württembergischen Militäretat bewilligt. Bei den Ausgaben für die Militärjustizverwaltung a büe ckh⸗Coburg (fr. Volk S g. Beckh⸗Coburg (fr. Volksp.) zur Sprache, daß er als Ver⸗ teidiger vor einem Kriegsgericht nörrbitesgera 6 Ordnung gerufen sei, daß der Vorsitzende nach einigen Hin⸗ und Her⸗ reden den Ordnungsruf zurückgenommen habe. Neuerdings werde von einem ähnlichen Falle in Braunschweig berichtet. Das jetzige Verfahren scheine hiernach in diesem Punkt nicht haltbar; es müsse tunlichst bald abgeändert werden. An den Ausgaben werden 12 600 für sieben mehr 3—2 Militärgerichtsschreiber nach dem Antrage der udgetkommission abgesetzt. Abg. Kirsch (Zentr.) weist auf die Kostspieligkeit der militär⸗ gerichtlichen Untersuchungen hin. Abg. Liebermann von Sonnenberg (Reformp.) sucht beim württem

rgischen Etat, wo ebenfalls die Mehrforderung für einen Militärgerichtsschreiber nach dem Kommissionsantrag abgelehnt werden soll, nachzuweisen, daß diese Beamten außerordentlich überbürdet seien, und stellt für die dritte 1—22 Antrag auf Bewilligung der sämtlichen mehr geforderten Stellen in Aussicht.

Die Ausgaben für die höheren Truppenbefehlshaber, Gouverneure, Kommandanten und Platzmajore, Adjutantur⸗ offiziere und Offiziere in besonderen Stellungen, Generalstab und Landesvermessungswesen, Ingenieur⸗ und Pionierkorps werden nicht beanstandet.

Bei der Geldoerpflegung der Truppen hat die Kommission die geforderte Füine von je 1350 für die 180 ältesten Obernleutnants bezw. Stabsoffiziere gestrichen.

Die Abgg. von Normann (d. kons.), von Kardorff Rp.) und Büsing (nl.) beantragen die Bewilligung der etreffenden 213 000 ℳ, sowie des entsprechenden Servis und Mohamgegesdruschusse⸗ sowie die entsprechende Wiederher⸗ stellung der V sächsischen und wuüͤrttembergischen Etat.

ist die eeermenfassung der fünf Eskadrons

Jäger zu Pferde in 12 zu einem Regiment und die

82— zweier solcher Cokadrons unter einem Stabe ser in abgelehnt worden.

(Schluß des Blattes:) 111.

Das der Abgeordneten sette in der heutigen (40. ng, welcher der Minister der geistlichen ꝛc. ien Dr. Studt beiwohnte, die ie Be des Staatoshaushaltsetate für das Rechnungs ahr 1903 im Etat des Ministeriums der geistlichen

nterrichts⸗ und Medizinalangelegenhelten bei dem „Gehal nisters“ fort.

Freiherr d un;d Neukirch r. konf.): Ich kans

Dr. von bestätigen, rie evangelischern

werden; aus den Krrisen

Frage der konfessionellen Feedös im Rbheinland darf die Re⸗ ijerung die Stimmung der Kommunalen nicht unberücksichtigt lassen, e wird dieser Frage fortgesetzte Aufmerksamkeit zuwenden müssen. Die Schule, das darf nicht vergessen werden, ist eine Veranstaltung des Staats; Herrschaftsgelüste der Kirche müssen abgewehrt werden, da die Kirche zu den Kosten der Schulverwaltung nicht beiträgt; wir können auf diesem Gebiete nicht weitergehen, als es jetzt geschieht. Ueber die Unterrichtsfragen bestehen ja auch keine Klagen, wie der Minister nachgewiesen hat. Ein weiteres Nachgeben in der Frage der Anstellung von Kreisschulinspektoren an die Kirche würde einen neuen Kulturkampf heraufbeschwören. Der Bischof Korum hat sein Publikandum zurückgenommen. Seitens der Regierung sind weitere Erklärungen, als die hier abgegebenen, nicht erfolgt; es darf also wohl als feststehend angenommen werden, daß nur über die Anstellung einer katholischen Lehrkraft an der Trierer höheren Töchter⸗ schule verhandelt worden ist und verhandelt wird, daß an dem paritätischen Charakter der Schule aber nichts geändert wird. Der Bischof wird den Wünschen des Staats hoffentlich nachgeben. Die freie Forschung der Wissenschaft darf nicht angetastet werden.

Abg. Funck (fr. Volksp.): Der Abg. von Heydebrand hat die Debatte gestern auf eine höhere Stufe gehoben Er hat dabei zum Kampfe aller gegen den Unglauben aufgerufen. Unter dem Unglauben versteht er den Sozialismus. Das ist ein weites Thema; es des näheren zu erörtern, halte ich augenblicklich für nicht opportun. Der Formelkram der Kirche ist unvereinbar mit der freien Forschung. Die Kirchengemeinschaft fordert aber eine Einschränkung derselben. Die Freiheit der evangelischen Kirche, von der Sie (nach rechts) gesprochen haben, ist in der Tat nicht in dem Grade vorhanden, wie Herr von Hevdebrand lauben machen will. Die Kirche fordert den voraussetzungs⸗ sosen Glauben an alles, was sie lehrt. Die konfessionellen Schulen sind also nicht geeignet, der freien Forschung zu dienen; wir glauben vielmehr, daß sie zur Verstärkung des konfessionellen Haders, zur Verschärfung der konfessionellen Fees glat⸗ beitragen. Wir stehen deshalb auf der Grundlage der paritätischen Schule. Man soll die Kinder nicht in dem Glauben auferziehen, daß die Kinder der andern Konfession ihre Feinde sind. Die paritätische Schule bedeutet die Duldsamkeit, die konfessionelle Schule die Unduldsamkeit. Die pari⸗ tätische Schule wird uns den konfessionellen Frieden bringen. Dem Volke soll die Religion erhalten werden! Ja, was ist Religion, was heßt religiös? Es gibt Leute, die kirchlich indifferent sind und mehr Religion im Herzen tragen als die frömmsten Geistlichen. Wenn man das Auswendiglernen von Bibel⸗ und Gesangbuchversen be⸗ schränkte, wenn man die freie Zeit auf eine intensivere Morallehre verwendete, wenn man die Freude an der Natur in den Vordergrund stellte, wenn man das Verständnis für die Lebenswahrheit und Lebens⸗ weisheit der klassischen Literatur förderte: dann würden Sie wahre Religion in die Kinderherzen säen.

Abg. von Kardorff (freikons.) stellt den Antrag, die Debatte zu schließen, der gegen die Stimmen des Zentrums und der Linken angenommen wird.

Das Gehalt des Ministers wird bewilligt.

Auf Vorschlag des Präsidenten geht das Haus zur Er⸗ örterung der Titel 3 und 11 desselben Kapitels „Mini⸗ steriums“ über; die Kommission beantragt, „l General⸗ direktor der Reformschulen im Nebenamt mit 3000 ℳ“ zu streichen und dafür beim Titel „Remunerierung von Hilfsarbeitern“ hinzuzufügen: „zu einer künftig wegfallenden Remuneration von 3000 für einen sachverständigen Beirat bei der Inspektion der Reformschulen.“

Abg. Winckler (kons.) erstattet über die Kommissionsberatungen Bericht. P

(Schluß des Blattes.) v1““

Kunst und Wissenschaft.

à. F. „Ueber die Begetationsformationen Ostafrikas auf Grund einer Reise durch Usambara zum Kilimandscharo“ berichtete Geheimer Regierungsrat, Professor Dr. Engler, der Direktor des Botanischen Gartens, am Sonnabend in der allgemeinen Sitzung der Gesellschaft für Erdkunde. Die kolonialen Erfahrungen der Engländer, Franzosen und Holländer, so ungefähr leitete der Vor⸗ tragende sein Thema ein, haben die Nütllichkeit der Anlage botanischer Gärten in den Kolonien und deren ununterbrochene Verbindung mit den ähnlichen Einrichtungen der Mutterländer klar erwiesen. Die Feststellung der Vegetationsbedingungen der tropischen Nutzgewächse, ihrer Ansprüche an Boden, Klima und Regenmenge, die Beobachtunß ihrer Schädlinge und der von diesen ausgehenden Erkrankungen ist an Ort und Stelle von ebenso Wichtigkeit, als andererseits sowohl in den Tropen wie in Europa die Ermittelung der Anpassungefähiakeit von Nutzpflanzen verschiedener Klimata an die besonderen Lebensbedingungen bier und dert. Deshalb hat die Kol ltung in Kamerun schon bald

Besitznahme dieser Kolonie in Victoria einen botanischen errichtet, der sich trefflich bewährt, und etwas später wurde auch in Ostusambara, Deutschostafrika, mit einer vr Anlage versehen. Als Leiter des Berliner Botanischen in Fühlung mit den gleichartigen kolonialen Instituten, lag dem Redner namentlich im gegenwärtigen Augenblick der Neuan des ersteren setzr daran, sich aus eigener An ng über die einschlägigen Verbältnisse zu unter⸗ richten. Deshalb trat er im Sommer d. J. die seit lan Reise an, welche schließlich weiter nt wurde ursprüngl

in der Kapstadt landend,

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legenen, großen Pflanzung gemacht, die unter tüchtiger Leitung eine große Anzahl australischer Hölzer zu vorzüglicher Entwickelung gebracht hat. Von Interesse war der Vegetationswechsel beim Abstieg von dem 2000 m hohen Transvaalplateau zur Delagoabai. In der Höhe die Aloe in 1—2 m hohen Stämmen und hier und da bohe Kandelaberbäume, bei 1200 m aber dichtes Gehölz, bei 1000 m die ersten Bananen und viele Euphorbien, in der zum Meere abfallenden Ebene dann dichter und reicher Wald, unwegsam durch Schlingpflanzen, am Meere die Phönix⸗ oder Dattelpalme in beträchtlichen Mengen. In Ostafrika ist zunächst ein Vegetationsunterschied in die Augen fallend zwischen dem Kalkgebirge an der Küste und dem wesentlich aus Granit bestehenden Urgebirge in Usambara. Typisch für die erstere Vegetation ist eine Koralleninsel bei Dar⸗es⸗Salam, erfüllt von undurchdringlichem Gestrüpp, Kandelaberbäumen, Euphorbien, wenigen Gräsern und spärlichen Affen⸗ brotbäumen. An anderen Stellen und am ausgedehntesten am Strande des Festlandes tritt die Mangrovenvegetation sehr hervor. Das Küsten⸗ land jenseits Dar⸗es⸗Salàm besteht in kleinen Waldinseln mit lichtem Baumbestand und Graswuchs und in parkartigen Busch⸗ und Strauchwerkgruppen, die zuweilen ganz hübsche Bilder geben, aber erst in weiter Entfernung gegen das Gebirge hin kompakteren, urwaldähnlichen Charakter annehmen. Ing den über das Steppenland verteilten Waldoasen finden sich zuweilen schön entwickelte, laubreiche Mangobäume. In der Stadt Dar⸗es⸗Salaàm selbst ist viel für Anpflanzungen geschehen und mit gutem Erfolge. Bemerkenswert sind schön entwickelte Alleen von Catalpa, große Kokospalmenbestände und der in erfreulicher Entwickelung begriffene Gouvernementsgarten. Landeinwärts wechselt mit den geringeren Regenmengen und der kürzeren Regenzeit der Charakter der Steppe beträchtlich. Ohne ganz vegetationslos zu werden und durch ihr Tier⸗ leben stets anziehend, wirkt ihre Gleichförmigkeit doch ermüdend auf den Botaniker, wenn ihn nicht die Beobachtung der verschiedenen Mittel, wie z. B. dichte Behgarung der Blätter, fesselt, womit sich die Gewächse anhaltender Trockenheit anpassen. Die echte, pegetationsarme Steppe erstreckt sich über weite Räume. Am trostlosesten erscheint sie da, wo sie Salzsteppe ist, wogegen die Dornbuschsteppe, die zum Teil immer⸗ grüne Gewächse enthält, verhältnismäßig abwechselnd und artenreich ist. Charakteristisch ist, daß die nicht immergrünen Bäume und Sträucher, die in der kurzen Regenzeit zu jäher Laubentwickelung kommen, ihr Laub ebenso schnell in der Dürre wieder fallen lassen und die längste Zeit des Jahres besenartig dastehen. Diese Eigenart ändert sich da⸗ gegen mit der Annäherung an das Gebirge, bei entsprechend häu⸗ figerem Regenfall. Hier wird aus der Dornbuschsteppe die Obstgartensteppe, so genannt wegen ihrer äußerlichen Aehnlichkeit mit unsern Obstplantagen, auch im Punkte reicheren Graswuchses, der bis 1 m hohe Halme kreibt. Die Bäume sind häufig Akazien. All⸗ mählich ändert sich die Steppe vollständig. Sie wird für den Bo⸗ taniker wieder interessant, namentlich durch prachtvolle Zwiebelgewächse in großer Menge, durch mannigfaltige Leguminosen, Labiaten ꝛc. Dieser Charakter bleibt ihr treu von 1000 bis 1500 m Meeresböhe, z. B. am Ostabhange des Kilimandscharo und längs der Ugandabahn auf weiten Strecken. Hier ist die Steppe auch belebt durch Zebras, Büffel und Antilopen. Allmählich wird aus ihr eine Buschgrassteppe und weiterhin eine Baumgrassteppe, die grose Abwechslung der Vegetation bietet und in dieser Gestalt sich stellenweise, z. B. am Manyarasee, bis 2000 2100 m hoch erstreckt. Zuweilen ist die Steppe solchen Charakters unterbrochen durch ausgedehnte Papyrus⸗ sümpfe und anschließende Stände von Phönixpalmen, Tamarinden zc. Dieser Region gehören die Panganifälle an, die von einer Fülle buntblühender Balsaminen umkränzt sind. Von bedeutendstem Interesse für den Botaniker sind die sich in den größeren Höhen der Gebirge an die Baumgrassteppe anschließenden aleriewälder. die gegen den Kilimandscharo hin Urwald⸗ tyvus annehmen. Sie sind ausgezeichnet durch kolossale Bäume, die aber fast immer nur vereinzelt vorkommen und dann sich erst in so großer Höhe verzweigen, daß man die Blätter nicht mehr zu erkennen vermag. Interessanter ist dahber das Unterholz, die Schlinagewächse und die Blattpflanzen, die Farne und die den Boden bedeckenden Stauden. Orchideen sind auch vorhanden; doch stehen sie den ameri⸗ kanischen und asiatischen Angehörigen dieser Familie nach. Ein be⸗ sonders schöner, vielvertretener Baum ist der dem Maulbeerbaum ver⸗ wandte Mundibaum. Der Region dieses Waldes, den man wegen der grohßen epenmen een, die ihm zu gute kommen, „Regenwald’ nennen darf, im Gegensatz zu dem den größeren Höhen entsprechenden „Höhenwald“, ört ganz Ostusambara an, wo er am schönsten bei 1100 m Meeres⸗ höhe entwickelt ist. An anderen Stellen hebt er in piel größerer Höbe an und steigt auch weiter am Gebirge hinauf. Man begreift seine schöne Entwickelung angesichts von seit sechs Jahren fortgesetzt . jährlicher Regenmenge von 2000 2750 mm. In Anani eträgt die Regenmenge 1770 mm. Hier und in West⸗ usambara gibt es Wunder der Vegetation, Baumfarne, Dracaenen, wie man sie in gleicher Entwickelung nur in Teneriffa findet, Baum⸗ stämme, ganz bekleidet mit den Wurzeln einer Ficuvsart, welche das Gast⸗ gewächs durch ihre Umarmung erstickt, und wunderbare Araliaceen mit dichtem, aber kurzem Blätterschopf, aber einem sehr langen, hoch⸗ aufgeschossenen Blütenstand ꝛc. An den Regenwald reiht sich, bald in allmählichem Uebergang, so daß die Grenze schwer zu bestimmen ist, bald mit einer —A. von Gebirgsbusch, der Höhenwald, is zu 2800 m aufsteigend. Auch er ist durch sehr hohe Bäume aus⸗ net; aber sie sind noch seltener als im wald. mei die den wald zusammensezzenden weniger b les und sehr knorrig. Feuchte Gebirgswiesen, die sonst Wälder in diesen Höben unterbrechen, sind sehr selten und auf die Schluchten beschränkt. Eine wunderliche Erscheinung des Höbenwaldes ist ein Wachbolder, der 20 30 m Höbe bei 1 1 ½ m E esdicke erreicht, alt sehr r. aussieht die Zryresse erinnert, und meist über und über mit Flechten be ist. Auf der Ugandahahn föhrt man lange r durch prachtvollen Höbenwald; aber der schönste von allen ist der Höbenwald im deutschen Kilimandscharogebiet, au unter anderen eine baum 2— Erien arborescens. e elt

sonderen Reizen nach, ihm kommt es am meisten auf ein glückliches Er⸗ fassen der Persönlichkeit an. Nicht immer ist er so ausführlich, wie in dem Damenporträt; die Bildnisse des Kapellmeisters Nikisch und des Malers Stumpf zeigen einen breitere, flüchtigere Technik. Bernhard Buttersack ist mehr mit Studien als mit Ge⸗ mälden vertreten, doch steckt in ihnen die ganze Frische des ersten Sehens und Niederschreibens. Die weichen, kräftig hingestrichenen Farben vermitteln den malerischen Eindruck vollkommen; sie sind voll Leuchtkraft und Glanz. Er malt das silbrige Grau der Weiden, die von Wind und Regen verwaschen sind, das Herbstgold der Bäume, den hellen Sonnenglanz und die tiefen Schatten am Waldrand überzeugend und frisch. Wilhelm Stumpf sucht sich größere Motive, ihn lockt mehr das Heroische in der Natur; er schildert ein Unwetter mit Wirbelsturm oder den reißenden Sturz von Wassern. In seiner Art zu sehen zeigt er sich von Eugen Bracht beeinflußt. Wilhelm Feldmann hat eins seiner stillen Dämmerungsbilder mit dem Himmel voller Abendröte gesandt. Man sieht diese Ar⸗ beiten immer wieder gern; ein träumerischer Abendzauber liegt dar⸗ über, wie das Grün der Wiesen in der Dämmerung härter wird, während die Wolken, die sich im Flusse spiegeln, immer weicher Wehen und leuchten. Max Uth ist mit Aaquarellen vertreten. m liebsten malt er windschiefe Dorfstraßen und alte Häuserwinkel. Franz Türckes Pastelllandschaften wirken durch die gestrichelte Zeich⸗ nung sehr unruhig. Hanna Mehlis erscheint in ihren Arbeiten vielleicht ein wenig zu weich, doch erreicht sie mitunter recht zarte Stimmungen. 1 Die Ausstellung englischer Werke im Künstlerhause ist mittlerweile um einige treffliche Arbeiten vermehrt. Orpen vor allem mit seinen Porträts und seinem Bilde „the Rebel“ ist zu erwähnen. Er verfügt über ein ungemeines Können. Wie in seinen Bildern alles luftig, frei und weich im Raum steht, sich ungezwungen bewegt, wie die Gegenstände sich einfügen und zusammenschließen, ist bewundernswert. Bei aller Kraft der Charakteristik sind die Farben ungemein weich und ge⸗ dämpft, ja, fast ein wenig trübe und verschwommen. Wie feine, schwingende Wirkungen weiß er jedoch mit wenigen Tönen zu er⸗ reichen. In dem Bildnis Johns sehe man nur an, wie der Kopf sich gegen das Dunkel abhebt, und wie köstlich belebend das bischen zarte, stille Rot an der Wand wirkt. In „the Rebel“ hat der Körper etwas ungemein Schimmerndes, Leuchtendes, die weiche Luft, die ihn umspielt, verwehrt nur wohltätig, daß er sich dem Auge des Beschauers zu grell aufrückt. Eine solche Ver⸗ tiefung in den Raum hinein mildert und nimmt alle Härte. Zu den in England so beliebten Märchenbildern gehört Moiras „The Kings Daughter“. Wir können diesen Arbeiten wenig abgewinnen, das Format ist anspruchsvoll, Inhalt und Beziehungen lassen sich aus dem Bilde allein nicht erkennen Was zu uns daraus spricht, entbehrt Packenden, Unmittelbaren. Die spröde, trockene Art der Malerei nicht ohne Reiz.

Land⸗ und Forstwirtschaft. Produktion der französischen Landwirtschaft.

Der vom französischen Landwirtschaftsministerium soeben ver⸗ öffentlichten Jahresstatistik für das Jahr 1901 seien nachstehende Daten entnommen, indem bezüglich der Schätzung der Ernte Frank⸗ reichs in den hauptsächlichsten Getreidearten im Jabhre 1902 nach der vom Ministerium veranstalteten Enquete auf frühere Mitteilungen verwiesen wird.

Die Produktion von Buchweizen, Mais, Kartoffeln, Raps, Rübsen und Mohn gestaltete sich in Frankreich während des Dezenniums 1892 bis 1901 folgendermaßen:

Jahr Buchweizen Mais Kartoffeln Raps Rübsen Mohn Menge in 1000 hl Menge in Doppelzentnern

1892 9 770 9 375 135 352 648 802 366 57 263 134 613

1893 8718 9186 118 414 925 513 966 38 426 7

1894 9 765 9 662 128 200 939 599 840 57 900

1895 9897 9 220 129 249 146 565 601 56 780

1896 8 605 10 722 129 453 389 595 441 60 667

1897 9 372 10 713 113 176 119 572 993 55 637 1898 7 566 8 280 118 321 602 638 236 53 507 1899 8 106 9 003 123 476 410 620 163 51 778 1900 8 161 7 835 122 541 230 425 310 35 166 1901 8918 9 301 129 165 959 379 332 30 349 Durch⸗

schnitt 8 888

9 330 123 835 239 571 324

Die Ernte von Buchweizen im Jahre 1901 überragte demnach den zehnjährigen Durchschnittsertrag um 30 000 hl; die Anbaufläche betrug in dem erwähnten Jahre 601 324 ha, während sie in dem Dezennium einen Durchschnitt von nur 582 028 ha erreichte. Die Maisproduktion 1901, die sich auf 9 301 000 hl bei einer bebauten Fläche von 547 086 ha stellte, zeigte nur einen g Unterschied gegen die zehnj FeesäreFres mit 9 330 000 hl bei

49 747

einer Fläche von 886 ha. Die Kart inte 1901 blieb etwas

2* Durchschnittsernte zurück. Der Ertrag an Raps, Rübsen und Mohn

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des 8 1g2c 1 auf die bedeutende flächen zurückzu st. ür die einzelnen landwirtschaftlichen nisse stellte sich die veanher 899 1901 der beaere Werte Ir¹ Lüabe Produklion

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