1903 / 72 p. 26 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 25 Mar 1903 18:00:01 GMT) scan diff

wir sie bereits in Händen hätten, und ich möchte die dringende Bitte an den Herrn Vorsitzenden und an den Herrn Referenten richten, uns fuͤr die späteren Verhandlungen derartige Tabellen vorher gedruckt in die Hände zu geben, damit wir an der Hand dieses Materials diskutieren können. So kommt es immer etwas post festum; die Verhandlungen können darüber nicht so sachlich und nicht so präzise sein, wie es andernfalls möglich gewesen wäre.

Vorsitzender: Soweit es sich ermöglichen läßt, bei künftigen Verhandlungen die Materialien den Herren vorher in die Hand zu geben, werden wir es gern tun. Sie werden selbst zugeben, daß der größte Teil der Materialien uns erst heute zugegangen ist, wir also nicht in der Lage waren, sie Ihnen vor der Verhandlung mitzuteilen. Die Herren vom Syndikate wußten nicht, ob wir für alle diese Dinge hin⸗ reichendes Ieee bekunden würden; die Herren haben sich ja anscheinend erst hier verständigt, wie das Material behandelt werden soll. Es war bei dieser ersten Sitzung mit manchen Schwierigkeiten zu rechnen. Es ist das ja gewissermaßen eine Sitzung, bei der durch praktischen Versuch festgestellt werden soll, wie weit man auf dem eingeschlagenen Wege zum Ziele

kommen kann.

Ich möchte noch bemerken, daß die Frage 10 selbstver⸗ ständzich auch im Zusammenhange steht mit der Preispolitik, und ich werde deshalb nicht so söhr ängstlich sein, wenn sie zur Unterstützung der Beurteilung

144“ 1

der Preispolitik mit heran⸗ gezogen wird, moͤchte aber im übrigen daran festhalten, daß ir weiterkommen, wenn die Einwirkung auf die einzelnen ruppen der Industrie, wie sie Herr Funcke vorhin vor⸗ geschlagen hat, bei Frage 10 zur Sprache kommt. Da können wir viel leichter nach bestimmten Industrien teilen, als bei Frage 9. Generaldirektor, Geheimer Kommerzienrat Kirdorf⸗ Gelsenkirchen: Meine Herren! Es handelt sich hier um die Preispolitik des Rheinisch⸗Westfälischen Kohlensyndikats. Ich kann mich da auf die Ausführung des Herrn Referenten be⸗ rufen, der die Grundsätze, nach denen der Vorstand und ich versucht haben, das Syndikat zu leiten, vollständig dargelegt hat. Es ist bei der Festisetzung der Preise, soweit wir im unbestrittenen Absatzgebiete die Macht dafür haben, stets die Richtung eingehalten worden, auf die allgemeinen Wirtschafts⸗ interessen Rücksicht zu nehmen. In welchem Umfange das geschieht, das wird immer eine Streitfrage zwischen den ein⸗ e Interessenten und den einzelnen Auffassungen sein. Die itglieder unseres Syndikats werden nicht immer einig dar⸗ über sein, welches die richtige Linie ist; am wenigsten werden es die Konsumenten sein. Mit Bestimmtheit zu behaupten, jemand könne die richtige Richtung finden, ist ungeheuer schwer. Meine Herren! Dann müssen Sie berücksichtigen, daß, wie schon vorher durch die Anregung des Herrn Professor Schmoller ausgeführt ist, wir eine breite demokratische Verfassung haben. Eine Richtung, wie sie Herr Bergrat Gothein wünscht und als notwendig hingestellt hat, wäre ja möglich, wenn das Syndikat eine absolute despotische Leitung hätte, die denn auch mit der großen Einsicht und der großen Voraussicht ver⸗ sehen wäre, hie eerr Bergrat Gothein besitzt. Hätte das Snndikat einen Mann an der Spitze, der nicht diese große Voraussicht und Einsicht hat, so würden die Fehler noch

en! Bei unserer demokratischen Verfassung ist

ja die Frage, den richtigen Mittelweg zu finden bei den Be⸗ ratungen. Sie sehen aus meinem früheren Referate welches der Referent anzog —, daß in früheren Fällen heftige darüber statt den haben; nachher hat sich das, wie ich vorhin ausführte, nach dem parlamentarischen Systeme herausgebildet; es haben sich einzelne Parteien ge⸗ büldet, und dann ist es zu Kompromissen gekommen. Man wird also sehr schwer den richtigen Weg finden; man wird noch viel den Ansprüchen der verschiedenen

in der Richtung vollständig Rechnung tragen

wnl terta enscalren: die Preispolitik bezeichmet at Gothein als diejenige, die die Zwecke des Syndikats Da ich berichtigend bemerken: der Inlands⸗ raßmann ausgeführt ist gerade durch —27 gnens während

8 8 einer der bekann

testen belgischen Bergw

vor kurzem durch einen Freund

se Händen weist darauf hin, daß, währen

eine kolossale Hausse und gesamten wirt jenigen, die die Bergwerksbezirken in Belgien empfehlen, daß das der Einfluß des preußischen

Mäßigung, die in Preußen stattgefunden habe,

allein er beweist das in ausführlicher Darlegung dem

1— Kohlenrevier

r knüpft aber vom de1en Standpunkt aus a

Kohlensyndikgt im rheinisch⸗ westfälischen verdanken. daran die Kritik des Kohlensyndikats, insofern einen großen Fehler begehe, Aufschwunges zu maßvoll sei;

ß das

die höchsten Preise bezahlen, und man so wenn die Preise rückwärts gehen. Meine Fars Damit verlieren wir

vollen Preishaltung, das müssen Sie doch zugeben. denn lassen wir doch den kommen wir zu maßlosen

brauchen wir kein Syndikat mehr; freien Wettbewerb spielen, dann Preisen zu Zeiten des Aufschwunges; schlossenhge wir wollen es ausnutzen,

dann

weit heruntergehen.

Sie sehen also, daß die Preispolittk, die wir haben, durch⸗ auch der Vorwurf ist, nach

aus richtig ist, und ich glaube, den Verhaͤltnissen, die wir im Syndikate ha zurückzuweisen, daß Jahre 1900 unwirtschaftlich

Dann ist uns noch der Abnehmer nicht auf lange Zeiten bei absteigender Konjun

hätten. eiten binden. Es ist

das hat der Bergbau an Vierteljahr zu Vierteljahr festsetzte. Wir haben und das ü als richtig anerkannt worden.

Momente des Rückganges den anderen Weg

kommen wir doch auch mit unserer ganzen meine Herren? Geschäft kenne und ich stehe seit dem Jahre 1871 im rheinisch⸗westfälischen Bergbau ist es doch jährlich abzuschließen.

Konflikt. ich das

Wo sollen wir bleiben,

und ganzen nur Gebrauch gewesen,

. 2

Allerdings ist bei Rückgang der Konjunktur

Abnehmer gegenüber der zersplitterten Kohlenproduktion dahin gebraucht worden, daß man überhaupt nicht abschloß, sondern te sagen: von der Hand in ie Schattenseiten gezüchtet, gelegt sind; das hat die Gründe und. das Zustände zu schaffen; das hat nach zur Bildung des Rheinisch⸗West⸗ Meine Herren, rütteln wir Brauche unseres Bergbaues,

von Monat zu Monat ich den Mund kaufte. Das hat die im Referate nie Bedürfnis ergeben, andere vielen verschiedenen Versuchen fälischen Kohlensyndikats geführt. nur an diesem alten geschäftlichen auf Jahresdauer abzuschließen, so wissen wir wohin wir kommen. Nehmen Sie nur Erscheinungen wie in den Jahren noch im Jahre 1899. begonnenen starken Syndikats verlan nur auf kurze b Heraufgehen haben; sie würden unbedingt ledreht haben und dann würden tark und unmäßig steigende Preise g. Meine en! Auch manchen een, ob ihm selbst bei rückgängiger dingt damit gedient sei, daß er blo

die Schattenseite an: Wi

bt fro un

gehabt.

ndererseits haben wir Vorwürfe gehabt, wie orhob, daß wir nicht recht 82 8gaf mit den

ven. Das ist im Jahre 1. ißen: wir hielten zurück, um die ; wir haben im „weil wir übersehen wo ee von Bestand wäre oder nicht. mit den Preisen

teile

in diezenige,

sindustriellen, Mr. Trasenster, eine Denkschrift herausgegeben, die mir zufällig ekommen ist. Er in Deutschland die Kohlen⸗ b bei dem Aufschwung und besonders im Uebergange von 1900 zu 1901 relativ sehr maßvoll geblieben seien,

damit eine kolossale Schädigung der chaftlichen Interessen erfahren habe, Verstaatlichung von noch nicht aufgeschlossenen berufen sich Staatsbergbaues sei. Mr. Trasenster sagt nun, das läge genau umgekehrt; die

daß es zur Zeit des die Industriellen, die Kohlen gebrauchen, könnten zur Zeit, wo die hoch gehen, auch

dann heruntergehen,

den Boden der maß⸗

und beim Rückschlage agt die Geschlossenheit wieder: wir wollen trotzdem nicht so

wir bei der Preisfeststellung von 1901 im at gegeben worden, man solle die

tur von Vorteil für den Konsumenten ist, bei aufsteigender See. aber auch große Schattenseiten hat; er Saar bewiesen, indem er die Preise von

Wollen wir im

1900 und 1901 und wir ständen Dann würden bei der damals 62— Kohlennachfrage gerade die Beteiligten des t haben: so gut wie ihr beim Heruntergehen eiten abschließt, wollen wir es auch beim

wir in kurzen Lieferfristen aben. 12 chaftlicher Konjunktur fuͤr ein Vierteljahr kaufe. Wir haben wiederholt entgegengesetzte Anforderungen

Nach SSn e 8, a un it die Preise 22 Ib nicht hinaus⸗ en, ob diese drängende Nach⸗

Aber wir haben fri hinausgemußt, als es im Wunsche er

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Kohlensyndikat

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das nicht getan einschlagen, so⸗ Verfassung in So lange im großen

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Ich habe immer durchaus anerkannt und möchte erneut be⸗ tonen, daß ich die Preispolitik des Syndikats bis zum wirt⸗ schaftlichen Umschlage für eine richtige und gute gehalten habe. enn nun aber Herr Geheimrat Kirdorf hervorhebt: wir können doch nicht auf einmal von unseren Prinzipien abgehen und auf kürzere Perioden abschließen, das liegt auch nicht im Interesse der Abnehmer, so ist es doch in verschiedenen anderen Revieren, z. B. in dem schlesischen, im allgemeinen nicht üblich, von den Abnehmern zu verlangen, daß sie auf ganze Jahre abschließen, sondern es werden die Preise zweimal, teilweise auch viermal im Jahre von der Kohlenverkaufs⸗ vereinigung festgestellt; man ist dort bereit, mit denjenigen Werken, die für ein ganzes Jahr abschließen wollen, das zu bestimmten Preisen zu tun, aber man zwingt sie nicht dazu, für ein ganzes Jahr abzuschließen, sondern sie sind auch in der Lage, ihre Abschlässe auß kürzere Zeit zu machen. Ich kann nicht zugeben, daß das seitens unserer ober chlesischen Kohlen⸗ produzenten und unserer oberschlesischen ohlenhändler dazu ausgenutzt wird, von Vierteljahr zu Vierteljahr die Preise zu steigern, sondern man hat dort eine mindestens ebenso maßvolle Preispolitik getrieben in der Zeit des Aufschwunges, wie ich das vom Syndikat anerkannt habe. Der Umstand, daß man auch kürzere Abschlüsse zuläßt, beweist noch nicht, daß dann, wie es leider der Fiskus an der Saar getan hat, diese großen Preissteigerungen von Vierteljahr zu Vierteljahr ein⸗ treten müssen. Im übrigen erkenne ich durchaus an, daß speziell das Kohlensyndikat im Gegensatze zu einem Syndikate, das wir vielleicht später noch besprechen werden, dem Kokssyndikat, auch beim Heruntergehen der Preise eine relativ gute Politik betrieben hat. Es werden immer Produzenten, die in einer solchen Körperschaft vereinigt sind, weitergehende Wünsche im der Rentabilität ihrer Werke haben und darauf dringen, daß die Preise so hoch wie möglich gehalten werden. Dasjenige aber, worin die Gefahr eines derartigen Zusammenschlusses beruht, liegt für die Zeit absteigender Konjunktur darin, daß sich eine natürliche Preisbildung nicht entwickeln kann, wie sie eintreten würde, wenn die freie Konkurrenz noch da wäre; denn dann würde mit der verminderten Nachfrage nach Kohlen das eine Werk das andere unterbieten, und damit würde der natürliche Preis sich wiederherstellen (Zuruf) in der aufsteigenden Kon⸗ junktur natürlich das Fegenteil —, daß daher die Krisen ve längert und verschärft werden durch die Syndikate, die die natürliche Preisbildung tunlichst verhindern. Ich möchte dabei noch einmal hervorheben: ich bitte die Herren, solche Aeußerungen nicht irgendwie persönlich auf⸗ zufassen. Ich habe persönlich von allen den Herren, die am Syndikate beteiligt sind und es leiten, die größte Hochachtung; ich will Ihnen persönlich gar keinen Vorwurf machen. Uns kommt es hier doch lediglich auf die Sache an, und ich glaube, die Herren von drüben können sich vielleicht auch der persön⸗ lichen Spitzen enthalten, wie es mir vollständig fernliegt, irgend eine persönliche Spitze gegen irgend einen Herrn vom Syndikate vorbringen zu wollen. Aber das ist der Nachteil: die natürliche ve wird verhindert, und das rächt sich in Zeiten absteigender Heeantur an den gesamten anderen kohlenverbrauchenden Industrien. Direktor Unckell⸗Essen: Herr Geheimrat Kirdorf hat Ihnen schon vorhin dargelegt, daß im Syndikate die Kohlen⸗ abschlüsse durchweg auf ein Jahr getätigt werden. Die Er⸗ fahrungen, die wir namentlich während des Niederganges von 1874 und 1889 gemacht haben, haben uns zu dem Entschlusse seführt. Den Herren aus der Industrie, die hier versammelt find, werden die Zeiten ebenfalls noch erinnerlich sein. Da⸗ mals haben gerade die kurzen Abschlüsse immer das Gegenteil von dem hervorgebracht, was beabsichtigt war. Wir haben zu jener Zeit, wie Herr Geheimrat Kirdorf schon anführte, Ver⸗ träge mit großen Werken auf 4 wöchige Dauer abgeschlossen, die dann von 4 zu 4 Wochen eine Preisabstufung nach unten erlitten. Die Eisenindustrie ermäßigte ihre Preise ebenfalls in entsprechendem Maße; die Händler taten desgleichen, und der efe Erfolg, hierdurch eine Zunahme der Produktion herbei⸗ zuführen, blieb aus. Das hat uns dazu führen müssen, d wir im Syndikat auf eine Stabilität der Verträge sicht nahmen, einmal unserer eigenen Interessen wegen, was wir nicht unbetont lassen wollen, und dann, um auch der konsumierenden Industrie“ mehr Rückgrat zu geben. Wir im Jahre 1900 und auch in anderen Jahren erfahren

müssen, daß von vielen Seiten der Industrie auf längere Ver⸗ träge als auf ein Jahr , worden ist; das haben wir aber im allgemeinen zuruüͤckgewiesen. Dagegen haben wir in inzelnen Fäͤllen, wo die Industrie auf längere Verträge hin hn liesern hatte, uns auch auf Lieferung des Brennmaterials für längere Zeit ———

Die produziere Industrien sind durch die Verkaufs⸗

bedin ten, die das Syndikat a d sämtlichen Kisofäher Grunde vhnne 4— sekau Mengen nur die unehmen haben, 8 zum Verbrauche nengexe Passus der Be⸗ B cboecin

di Sie gestatten ihn verlese lautet: 1

ie igungen eintreten, re 62ꝙ Art auch Mobilmachung und rechnen entbinden A ·* den xE wendig werden inschrän von un nahme im Verhaltnisse be Verringerung der Herfte in den einzelnen Sorten des Verbrauche cigene s „und findet eine

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immer in einer aufsteigenden Kurve befunden haben, so

träge und das müssen wir gleichmäßig gestalten, so

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wird die gleichmäßige sein, wie sie im allgemeinen ist so we

Sie finden, daß, weil das Kohlensyndikat nach einem mn Wen schwunge zu einer Zeit des Rückganges ins Leben trat, wir zu⸗ nächst mit niedrigen Preisen angefangen haben und bis zum Jahre 1901 die Preise langsam aufstiegen; wir haben uns ja beständig in einer fehee gesund aufgehenden wirischafl⸗ lichen Entwickelung be unden. Ich glaube, keine Indiskretion n begehen, wenn ich sage: es war nicht so leicht, im Kohlen⸗ syndikat immer die maßvolle Richtung in der Weise zu halten wie wir sie gehalten haben. Das werden Sie auch verstehen! das habe ich schon einmal angedeutet: jeder will in seinem Betrieb etwas verdienen, und die Verhältnisse liegen verschieden Wenn Sie nun berücksichtigen, daß wir uns bis zum Jahre 1901 erst 1902 zeigt sich wieder ein Herabgehen der Kurve vom Bestehen des Syndikats vom Jahre 1893 an

dürfen säl sicher 3 mit halbjährigen oder vierteljährigen Verträ rechnet hätten, weit schneller in 85 Höhe wäre. Es war eine weise Politik, daß wir an dem alten Brauche festhielten, und wenn diejenigen, die diese Politik kritisseren, sich an die Kreise unserer Abnehmer wenden namentlich in der Eisenindustrie, um Auskunft dieserhalb wenden, und wenn man sich dabei nicht gerade von augen⸗ blicklichen Verhältnissen beeinflussen läßt, so wird im großen und ganzen die Antwort lauten: will das Syndikat seine Ver⸗

sein, daß die Kurve, wenn wir

iehen wir vor, daß die Verträge jährli e 58 nicht auf kürzere Dauer. S.cha9 vich geschlassen 8Iö den erdes gracch eines großen Teiles unserer ehmer erleben würden, wern Politi böhechen baehn in wir von dieser Politik Nun hat Herr Bergrat Gothein gesagt, daß die Gefahr darin läge, daß die natürliche vne eragte ha würde, und das räche sich in absteigender Konjunktur. Meine Herren, jedes Syndikat muß sich in abweichender Konjunktur erst recht bewähren. Wir haben doch nicht bloß unser Syndikat gemacht als Hilfe aus der Zeit des Niederganges. Wir haben die früheren Zustände beim Bergbau, die wir nicht länger ertragen konnten, die geradezu zum Ruin auch des National⸗ reichtums führten, beseitigen wollen, und so ist es erklärlich daß wir unmöglich zur Zeit neuen Niederganges unsere Grund⸗ ligess beiseite setzen konnten, daß wir sagten: nun müssen die Preise weiter herunter. Meine Herren, ich bin im Gegen⸗ teile der Ansicht und darin liegt eine Beantwortung des Fragebogens, der ziemlich umfangreich war —: wäre das Rhemisch⸗Westfaͤlis e Kohlensyndikat gegenüber dem Rückgange der 1900 eingetreten ist, nicht dagewesen, so hätten Sie, meine Herren, in Rheinland und Westfalen einen wirtschaft⸗ lichen Krach gehabt, an dem das Vaterland länger zu kämpfen gehabt hätte als an dem Krache der 70 er Pahte. (Sehr richtig)) Unsere Verhältnisse sind in der Zwischenzeit ganz andere geworden; die Industrie hat sich in einer Weise ent⸗ wickelt, wie wir 8 in den 70 er Jahren nicht hatten, und wenn sie im großen und ganzen heute auf einer gesunderen Basis steht, wenn namentlich der niederrheinisch⸗westfälische Kohlenbergbau so gesund dasteht wie selten eine Industrie, so 1 das allein dem Rheinisch⸗Westfälischen Kohlensyndikate zu ver⸗ danken. Wenn ich auch seine Bedeutung und seine Aufgaben icht zu hoch will; aber das hat es geleistet das dird wohl auch an anderen Punkten noch zur Sprache kommen —, daß wir eine Basis geschaffen haben, wie sie die industrie niemals gehabt hat, zum Wohle aller Beteiligten. Wäre das Syndikat nicht gewesen, meine Herren, so hätte sich 2. nicht vollzogen, sondern der Krach hätte sich Meine Herren! Es ist auch nicht absolut richtig, daß man agt: mit rückgängigen Preisen hebe ich wieder sofort den onsum. Sie dürfen sicher sein, daß in dem Momente, wo ine geschlossene Industrie wie die Kohlenindnstrie bei dem Kücgange sehr stark wir wollen sagen um 30 bis 40 Proz. ntergegangen wäre, die Preise in der hauptsächlich Kohlen onsumierenden Eisenindustrie mindestens um 50 bis 60 Proz. nnne⸗ wir hätten also die Krisis eeed eine Herren! Post festum kann man sehr leicht sagen: hätte eigentlich das und das geschehen müssen. 8 ist —2 außerordenilich schwierig, das immer vorauszusehen. Meine erren!; Ich bin ja eorce nicht immer mit allen Mitarbeitern nif n. ich bin aber weit entfernt, zu behaupten, ich hätte LUIb s Richtige mn. Wir müssen uns damit begnügen, wir in Verhandlungen, in Kompromissen suchen, den richtigen 8 12, Aber, für unser sanfes wirtschaftliches Wohl 11 dute eine Wohltat, daß Kohlensoyndikat besteht. len Sie die Frage deantwortet haben: was wird daraus das Kohlensyndikat nicht erneuert wird? Meine Herren!

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Der Herr Generaldtrektor Kirdorf —2

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Jahresverträgen gezwungen haben. Das trifft nicht zu. zuschließen. Freilich haben wir unsern Konsumenten, welche ein Interesse an bestimmten Marken haben, sagen müssen:

Venn du nur auf 3 Monate abschließen willst, können wir dir nicht versprechen, daß du später auch die bisher bezogenen Marken erhälst. Kein kaufmännisches Geschäft wir sind doch in erster Linie Kaufleute kann darauf warten, ob der Ab⸗ nehmer später diese Marken nehmen wird. Wir haben afür zu sorgen, daß wir täglich für 14 000 Wagen Kohlen Ab⸗ nehmer haben. Wir müssen dafür sorgen, daß wir von weiter Hand disponieren, und aus diesem Gesichtspunkte sagen wir jedem Konsumenten: Wir zwingen dich nicht, auf ein Jahr abzuschließen. Willst du auf 3 Monate abschließen? Gut! Aber dann mußt du die Marken nehmen, die da sind. Herr Gothein wird keinen Fall nachweisen können, wo ein Iwang vorliegt. Im Gegenteil! Als im vorigen Jahre die Eisenindustrie nicht wußte, wie die Situation sich entwickeln würde, da kamen verschiedene größere Werke und sagten: Wir wollen nur auf 3 Monate abschließen. Wir haben die Ab⸗ schlüsse gemacht. Also ein Zwang ist nicht geübt worden, aber von dem Gesichtspunkte, daß der Konsument nicht wußte, ob er seine Marken noch bekommt das ist geschäftlich jedenfalls doch zu vertreten hatte er das Interesse, auf ein Jahr ab⸗ zuschließen. Ich wollte das richtig stellen.

Generalsekretär Dr. Beumer⸗Düsseldorf, M. d. R.: Ich möchte als Vertreter der allgemeinen wirtschaftlichen Inter⸗ essen das hier vollständig bestätigen, was Herr Geheimrat Kirdorf bezüglich der Wirkungen des Kohlensyndikats auf die anderen Industrien gesagt hat, damit eine solche Stimme nicht bloß aus dem Kohlensyndikate heraus kommt. Wenn Herr Ab⸗ geordneter Gothein sagt: „Die natürliche Preisbildung wird bei absteigender Konjunktur verhindert“, so hat er schon auf einen Zwischenruf von mir geantwortet, daß bei aufsteigender Konjunktur selbstverständlich das Gegenteil der Fall ist. Nun darf man doch die Bildung eines Syndikats hier in einer Kartellkommission nicht lediglich betrachten unter der Wirkung, die es bei absteigender Konjunktur gehabt hat, sondern wir müssen auch fragen, wie es bei aufsteigender Konjunktur ohne das Syndikat gewesen sein würde. Die Erfahrungen aus dem Anfange der siebziger Jahre hat Herr Geheimrat Kirdorf schon hervor⸗ gehoben. Aber auch in der Zeit der Kohlennot haben wir solche Steigerungen in anderen Ländern erlebt. Und was haben wir bei den Nichtsyndikatszechen bezüglich der Steigerung der Preise gesehen? Die Klagen gegen das Kohlensyndikat kommen -2 Teil namentlich auch wohl die in der „Kölnischen

olkszeitung“ von solchen Leuten her, die zunächst bei Nichtsyndikatszechen gekauft hatten und beim Kohlensyndikate prinzipiell nicht kaufen wollten. Nun kam die Zeit der Kohlen⸗ knappheit: Bei den nichtsyndizierten Zechen konnten sie jetzt nur zu exorbitanten Preisen ankommen und nun wollten sie bei dem Kohlensyndikate kaufen.

nichtsyndizierten Zechen, bei denen du früher Das können Sie einem kaufmännisch geleiteten Institute doch nicht übel nehmen. Ich habe hier aus der Zeitschrift „Stahl und Eisen“ einen Abdruck von Tabellen zur Preisbidung der Rohstoffe, die ich neulich mit meinem verehrten Freunde Dr. ing. Schrödter veröffentlicht habe, und die ich den hier gerne zur Verfügung stelle: in denselben ist die Steigerung der Rohstoffpreise in den kankurrierenden Ländern in graphischer Darstellung nachgewiesen. Da können Sie diese allgemeine Steigerung der Rohstoffpreise bei den Erzen, dem Roheisen und der Kohle sehen. Diese Tabelle wird Ihnen bestätigen, daß das Maßhalten auch den Jahren 1900 und 1901 bei dem Rheinisch⸗Westfälischen Kohlensyndikate durchaus stattgefunden hat. Und wenn man ich nun in Würdigung der allgemeinen wirtschaftlichen Ver⸗ ltnisse fragt: Wie hat das Kohlensyndikat von Anfang seines stehens an bis zu der heutigen absteigenden Konjunktur eewirkt? dann kann im Vergleiche mit den Preisen des uglandes sowie denen der 8 gar kein Zweifel darüber sein, daß diese Wirkungen ü bänüge gewesen sind, und daß wir viel ungünstigere linisse in der Industrie bei aufsteigender Konjunktur sowohl wie hei⸗ —,ê überwinden gehabt haben würden, wenn das Rheinisch⸗Westf Kohlensyndikat nicht bestanden hätte. Generaldirektor, Kommerzienrat Kirdorf⸗ Gelsenkirchen: Was die Anfrage des Herrn Grafen betrifft, so kann ich nur daß die Angabe der „Kölni⸗ Volkszeitung“ jedenfalls haltlos ist. We ja 1 von der Seite stets mit verfolgt werden. die Zeitung das Material nicht. Ich kann aber wiederholen, daß es alter

Brauch in der ni inisch⸗ lischen gewesen ist, auf Ich die nahme erwähnt, die eintrat Kontunktur Da will sich kein Abnehmer finden, da ist der 1

daß wir von Monat zu Monat verkauften. Am 1. M ist das t begründet worden, da dat

ekauft hast.

3 5 b des Herrn Bergrat Gothein zurückgreifen. Herr Gothein hat ausgeführt, daß das Syndikat die Abnehmer zu Jahresverträgen gezwungen habe. Es wäre mir sehr interessant, wenn Herr Bergrat Gothein einen Fell nachweisen könnte und wollte, wo wir die Abnehmer

u Wid haben nur den Wunsch gehabt, Jahresverträge ab⸗

diesen ei vnl Da hat das Syndikat in iesen einzelnen Fällen doch mit Recht gesagt: Geh zu den

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daß sie falls eine Aenderung in der Verwaltung einträte nicht an die Verträge gebunden sein sollten. ir haben aber von vornherein darauf aufmerksam gemacht das wird mir der Vorstand bestätigen —: ob ihr für ein Vierteljahr kommt oder für ein ganzes Jahr, das ist uns ganz egal, der Preis ändert sich nicht, denn der Preis steht einmal fest, und wie die anderen Werke von uns gekauft haben, so können wir auch Iür 8188 8e

Ich möchte dann noch eine Bemerkung machen, zu der mich Herr Dr. Beumer veranlaßt hat, hinsichtlich Tabellen die in der Zeitschrift „Stahl und Eisen“ durch Herrn Dr. Schrödter veröffentlicht sind. Da werden Sie die eigen⸗ tümliche Tatsache sehen, die mir überraschend gewesen ist, daß die Bewegung der Rohstoffe auch unter der jetzigen geschäftlichen Krise, die nicht allein auf unser Vaterland beschränkt ist, sondern auch auswärts sich zeigt, ziemlich stabil gewesen ist, gleichgültig, ob diese syndiziert sind oder nicht. Es wird also in etwas auch der Faktor der Produktionskosten mit in die Erscheinung treten. Es ist keine Frage, daß im Berg⸗ bau in der ganzen Welt die Produktionskosten ganz erheblich gestiegen sind. (Sehr richtig!) Der Hauptfaktor der Pro⸗ duktionskosten ist der Arbeitslohn. Dieser ist ganz enorm ge⸗ stiegen, aber die ganzen Betriebsverhältnisse überhaupt haben sich teurer gestaltet. Wollen sie das ausführlicher hören, dann würde ich an meinen anwesenden Kollegen und Freund Herrn Geheimrat Krabler appellieren, der Ihnen das näher ausführen kann. Die bergpolizeilichen Vorschriften, alles das ist be⸗ deutend verschärft. Also die Produktionskosten müssen doch ihren Einfluß üben. Ich führe das dafür an, daß man mit derjenigen Schätzung, die die Mehrheit oder die Ge⸗ samtheit im Kohlensyndikate für die Preisstellung vornimmt, doch wohl im ganzen das Richtige getroffen hat, denn sie bewegt sich in Uebereinstimmung mit derjenigen der Bergwerks⸗ industrien, die nicht syndiziert sind. Sie haben in Ober⸗ schlesien ebenfalls einen Verband, eine Kohlenkonvention. Da höre ich zu meinem Erstaunen, daß die Hüttenkohlen dieser Konvention nicht unterliegen, und daß dort dieselben Be⸗ schwerden von den einzelnen Konsumenten vorliegen. Warum gehen die Hüttenkohlen nicht herunter? Dort wird der Spieß

unterstellt werden, damit die Möglichkeit wäre, hier eine wirtschaftlichen Verhältnissen 2 ö Preisstellung zu bilden. Also ich sage: vor allen Dingen möchte ich davor warnen, einfach zu sagen, daß, wenn eine Preisstellung augenblicklich dem einzelnen nicht angemessen scheint, das ohne weiteres einer falschen Politik oder Maß⸗ nahme des Syndikats zuzuschreiben ist.

Bergrat Gothein⸗Breslau, M. d. R.: Herr Bergrat Graßmann hat den Wunsch geäußert, ich sollte ihm nach⸗ weisen, wo dieser Zwang für den einjährigen Abschluß statt⸗ gefunden habe. eine Herren, daß das nicht direkter Zwang ist, sondern ein indirekter, ich glaube, das haben Herr Bergrat Graßmann und Herr Generaldirektor Kirdorf selber zugegeben.

volles Jahr binden; will ein Werk seinen K den Ab⸗ Kohlenpreise fe agelt.“ mann hat selber daß 2— nur die

Ich habe eine Zuschrift. Da heißt es: „Man verlangt, daß die Käufer sich immer auf nur auf ein halbes Jahr kaufen, so lehnt man schluß ab. Das führt zu bösen Zuständen bei abflauender Konjunktur. Die Werke sind auf hohe Der Herr hat den Wunsch Wann! das stammt aus dem letzten Jahre, also ungefähr 2 3 Monaten ist das ieben worden. Herr worden sind, die meines Erachtens stätigen. Also es scheint daß der noch jetzt verweigert wird. ir haben in anderen und bei anderen Sondikaten kürzere Ahbschlüsse. „B. das Drahtstiftsundikat sich rühmt, daß cs

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umgekehrt, und es wird 9 sie sollen der Kohlenkonvention 9