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Kunst und Wissenschaft.
Die Königliche Akademie der Wissenschaften hielt am 8. Juni unter dem Vorsitz ihres Sekretars Herrn Diels eine Gesamt⸗ sitzung ab. Herr Helmert gab eine zweite Mitteilung über die Reduktion der auf der physischen Erdoberfläche beob⸗ achten Schwerebeschleunigungen auf ein gemeinsames Niveau. Die übliche Reduktion aufs Meeresniveau mit der nor⸗ malen Höhenreduktion wird empirisch sowie theoretisch aus der Gleichgewichtstheorie der Erdkruste begründet; dagegen erweist die neuerdings vorgeschlagene Reduktion auf ein die sten Berge überragendes Niveau als unzweckmäßig. — Die Ge⸗ hntefademie genehmigte die Aufnahme der in der philosophisch⸗ üstorischen Klasse am 11. Juni von Herrn Conze vorgelegte Abhand⸗ lung des Herrn Professors Gelzer in Jena: Pergamon unter Byzantinern und Osmanen in die Abhandlungen. Auf Ver⸗ anlassung der Verwaltung der “ Museen hat es der Verfasser unternommen, die Geschichte der Stadt Pergamon in bpzantinischer und osmanischer Zeit aus den Quellen darzustellen, um so einen Anhalt zu bieten auch für das Verständnis der bei den preußischen Aus⸗ ungen bekannt gewordenen Ruinen und Funde der bezeichneten de. — Der Vorsitzende legte folgende, soeben erschienene Bände akademischer Publikationen vor: Commentaria in Aristotelem Graeca. Vol. 14. Pars 3. Ioannis Philoponi (Michaelis Ephesii) in libros de generatione animalium commentaria ed. Michael Hayduck. Berolini, G. Reimer. — Wilhelm von Humboldts Gesammelte Schriften. Bd. I. Werke. Hrsg. von Albert Leitz⸗ mann. Bd. 1. 1785 — 1795 und Bd. 10. Politische Denk⸗ schriften. Hrsg. von Bruno Gebhardt. Bd. 1. 1802 —1810. eerlin, B. Behr; ferner das mit Unterstützung der Akademie er⸗ schienene Werk: W. Michaelsen, Die geographische Verbreitung der Oligochaeten. Berlin, R. Friedländer u. Sohn. — Herr Schmoller überreichte das Werk des korrespondierenden Mitgliedes Herrn Emile Levasseur: Bibliographie de l'histoire des classes ouvrières en France jusqu'en 1789. Paris 1903.
Die physikalisch⸗mathematische Klasse hat zu wissen⸗ schaftlichen Unternehmungen bewilligt: Herrn Landolt zur Bearbeitung einer dritten Ausgabe seiner „Physikalisch⸗chemischen Tabellen“ als zweite und letzte Rate 3000 ℳ; Herrn Professor Dr. Friedrich Dahl in Berlin zur Ketoeh un der Spinnenfauna Deutschlands 500 ℳ; Herrn Professor Dr. Norbert Herz in Wien zur Bearbeitung eines Sternkatalogs für die Zone — 6° bis — 100 als letzte Rate 1500 ℳ; Herrn Urofeslor Dr. Gustav Klemm in Darmstadt zu einer geologischen Untersuchung des Tessintals 8 Nufenenpaß und Bellinzona 500 ℳ; Herrn Professor 4 Robert Lauterborn in Heidelberg zu Untersuchungen über die Tier⸗ und Pflanzenwelt des Rheins 1200 ℳ; Herren Professor Dr. Karl Runge und Dr. Julius Precht in Hannover zu Unter⸗ suchungen über das Spektrum des Radiums 500 ℳ; Herrn Professor Dr. Julius Scheiner in Potsdam zu Untersuchungen über die Temperatur der Sonnenphotosphäre 980 ℳ; Herrn Professor Dr. Adolf Schmidt in Potsdam zur weiteren Herausgabe der von ihm bearbeiteten älteren erdmagnetischen Beobachtungen 1250 ℳ; Her Professor Dr. Robert Sommer in Gießen zur Fortführung seiner Untersuchungen über Ausdrucks⸗ -u 500 ℳ; Herrn Dr. Ferdinand von Wolff in Berlin zum Abschluß seiner geologisch⸗petrographischen Untersuchung des Bozener Quarzporphyrgebiets 1150 ℳ
Die philosophisch⸗historische Klasse zunächst für ihre eigenen Unternehmungen:
r Fortführung der Arbeiten an schriften der antiken Medizin 4000 ℳ; Herrn Koser ur Fortführung der Herausgabe der Politischen Korre⸗ B Friedrichs des Großen 6000 ℳ; Herrn Mommsen zur
ortführung der Herausgabe des Codex Theodosianus 1200 ℳ; — von Wilamowitz⸗Moellendorff zur Fortführung der Sammlung der griechischen Inschriften 5000 ℳ; für die Bearbeitung des Thesaurus linguae Latinae über den etatsmäßigen Beitrag von 5000 ℳ hinaus noch 1000 ℳ und zur Bearbeitung der hieroglyphischen Inschriften der griechisch⸗römischen Epoche für das Wörterbuch der ägyptischen Sprache 1500 ℳ; endlich für besondere wissenschaftliche Unterneh⸗ mungen Herrn Bibliothekar Dr. Oskar Mann in Berlin als dritte und letzte Rate für seine Reise nach Vorderasien zum Studium der kurdisch⸗neupersischen Dialekte 3000 ℳ; Herrn Dr. Max Reich in Berlin als Reiseunterstützung zum Zwecke der Fortsehung seiner Unter⸗ suchung der handschriftlich erhaltenen Briefe des Erasufus 1800 ℳ;
rofessor Dr. Ferdinand Tönnies in Eutin zur Aus⸗
ũ 2- Untersuchungen als zweite Rate 800 ℳ Akademie hat das auswärtige Mitglied der phpsikalisch⸗ chen Klasse Herrn Karl Gegenbaur in Heidelberg am
hat bewilligt — Herrn Diels einem Katalog der Hand⸗
weiter
14. i und das korrespondierende Mitglied derselben Klasse Herrn
Luigi C
“
Rector magnificus der Technischen Hochschule in Berlin für 1903/1904 ist, wie „W. T. B.“ meldet, der Mathe⸗ matiker Professor Dr. Georg Hettner gewählt worden.
Land⸗ und Forfrwirtschaft. 8
„ Die Landwirtschaftskammer für die öö ver⸗ anstaltet in Verbin mit dem Märkis Obst⸗ und Gartenbau⸗ verein vom 10. bis 13. Dkrober d. J. in Berlin eine SeeeES aeee einem Obstmarkt. Abbaltung der Auebstellung der Minister der geiftlichen ꝛc. Angelegen⸗ heiten der Landwirtschaftskammer die goßs Westhalle im Lanhes⸗. am Lehrter Bahnhof zur Verfü eestellt. An⸗
die Ausstellu an den ührer in der
rtschaftskammer, Herru Berlin NW. 52, Werftstraße 9,
zu richten.
rovpvinzial⸗
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onnabend,
antrag.
Mont⸗ Tabinerinnen.
abend:
Schillertheater. 0. (Wallnertheater) , m
Uhr: Berlin, wie 4
burg. Sonnabend eux.)
Sonntag und
Vom 1. Juli ab wird das Höchstgewicht der zwischen den Postverwaltungen Deutschlands und der Vereinigten Staaten von Amerika zum Austausche kommenden Post⸗ pakete von 5 auf 2 kg herabgesetzt. Die Gebühr für diese Sen⸗ dungen beträgt nach allen Orten der Vereinigten Staaten 1 ℳ 40 . Persts ühber 2 kg werden von Bremen oder Hamburg aus als Post⸗ achtstücke durch Spediteure befördert und unterliegen folgendem Tarif: A. Nach New York, Brooklyn, Hoboken und Jersey⸗Cit über 2 bis 3 kg . . . . 2 ℳ B. nach den Orten über 2 bis 3 kg.. V
4“” Nähere Auskunft erteilen die Postanstalten.
Anfang Juli erscheint eine neue Nummer des Postblatts, das eine „Beilage zum Reichsanzeiger“ bildet, aber auch für sh baschen werden kann. In dem Postblatt, das im Reichspostamt zusammengestellt wird, sind die wichtigsten Versendungsbedingungen und Tarife für Postsendungen aller Art sowie für Telegramme enthalten. Auf die seit dem Erscheinen der vorangegangenen Nummer (Anfang April) eingetretenen Aenderungen wird in der neuen Nummer durch be⸗ sonderen Druck (Schrägschrift) hingewiesen. Das Postblatt kann auch neben anderen, umfangreicheren Hilfsmitteln für den Verkehr mit der Post und Telegraphie (Postbücher, Post⸗ und Telegraphennachrichten für das Publikum usw.) mit Vorteil benutzt werden, weil es diese bis auf die neueste Zeit ergänzt. Der Bezugspreis des Postblatts be⸗ trägt für das ganze Jahr 40 ₰, für die einzelne Nummer 10 ₰; Besteslungen werden von den Postanstalten entgegengenommen.
London, 26. Juni. Blättermeldungen zufolge ist der Plan zum Bau eines Firth of Forth⸗Clyde⸗Kanals für Schiffe jeder Größe durch ein kapitalkräftiges Syndikat festgestellt worden. Die Kosten werden auf 10 Millionen Pfund veranschlagt.
Theater und Musik.
Thaliatheater.
Das „Sächsische Volkstheater“ brachte gestern als zweite Novität „Das Alter“, eine Kleinstadtkomödie in drei Aufzügen von Paul Quensel, zur Aufführung. Auch diese Komödie zählt, wie das erstaufgeführte Schauspiel, zu den Dialekrstücken. Der Verfasser läßt die Handlung in einem thüringer Waldstädtchen vor sich gehen; mit behaglicher Breite weiß er die Gemütlichkeit abgeschlossenen klein⸗ städtischen Lebens zu schildern, und seine Schilderung gewinnt durch die dialektische Eigenart der Sprechweise noch an Humor. Der Arbeit liegt 5 ein sinniger Gedanke zu Grunde. Dem greisen Stadtmusikus Lindner geht es in seinem engen Kreise wie vielen Kunstgrößen; er weiß nicht zu rechter Zeit vom Schauplatz seiner Tärigkeit abzutreten; er ahnt nichts vom Nachlassen seiner Kräfte und Leistungen, destomehr merken aber seine lieben Mitbürger davon. Der alte Herr soll aühe abgehen; dadurch, daß sein Sohn zu seinem Nachfolger erwählt wird, gewinnt die Komödie einen freundlichen, versöhnenden Abschluß. Da⸗ zwischen liegt Kampf auf allen Seiten. So sehr der Vater sich sträubt, seinen Posten zu verlassen, ebenso sehr zögert der Sohn, die Stelle einzunehmen. Er versteht sich erst dazu, nachdem der kluge und beredte Freund des Musikantenheims, Kantor Schubert, dem Künstler in goldenen Worten nahe gelegt hat, daß es schöner ei, im Kleinen groß zu sein, als im Großen klein. Es fallen noch viele herzliche und gemütvolle Worte, auch zur Verteidigung der stillen Freuden des Bürgerhauses, und die in ihrer Art helfen, eine anheimelnde Stimmung zu verbreiten. Daneben machen sich wieder Scenen breit, die nur auf eine derbkomische Wirkung abzielen; aber für die humoristische Schilderung der Freuden und Leiden des Stadt⸗ musikanten und seiner Lehrlinge gebietet der Verfasser nicht gerade über eine umfangreiche Farbenstalg; zumeist beschränkt sich hier seine Erfindung auf die detaillierte Ausmalung heftiger Scheltausbrüche des cholerischen alten Herrn, die sich ebenso durch Natürlichkeit wie Grob⸗ körnigkeit der Redewendungen auszeichnen. Es war eine hausbacken derbe aber gesunde Kost, die dem Publikum geboten wurde, und die Zu⸗ schauer fanden lebhaften Gefallen an dieser Mischung von Wehmut, Gemüt⸗ lichkeit und derbem Humor. Die Hauptrolle war wieder Herrn Engelhardt zugeteilt, und er stellte die Kampflust und Frohlaunigkeit des fröh⸗ lichen alten Musikers mit einfachen Mitteln äußerst wirkungsvoll dar. Der alte Kantor Schubert, den Herr Fischer⸗Achten gab, glich zwar mehr einem Pfarrherrn, aber das verschlug wenig bei der Vor⸗ trefflichkeit seines Spiels. Die Darsteller des Alters waren denen der Jugend gestern überhaupt überlegen, was auch
rau Steinberg als Frau Stadtmusildirektor Lindner bewies; and lebhafte Anerkennung für die schlichte Art, mit
rr Landa in der Partie des jungen Lindner nicht recht befriedigen. Unter der steifen und nüchternen Haltung vermißte man die Herzlichkeit der Empfindung, die den Eltern wie der Braut gegenüber zu Tage treten müßte. Fräulein Fernando zerrte die Rolle der an sich schon über⸗ trieben und unsympathisch Großstädterin durch ihr Spiel auf ein Niveau herab, auf das wirklich künstlerische Leistungen nicht hinabsinken dürfen. Recht munter und frisch wurden dagegen Musikerlehrlinge gespielt. 3 ir.
In den beiden Schillertheatern sinden am Sonntag keine Nachmittagsvorstellungen mehr statt. Sonntag Abends wird im Schillertheater 0. (Wallnertheater) das Volksstück „Berlin, wie es weint und lacht“ von Kalisch, im Schillertheater F. (Friebrich⸗ Wilhelmstädtisches Theater) der Schwank „Der Raub der Sabinerinnen“
die drei
28
Montag, Abends 8 Uhr: weint und lacht. N. (Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) — Abschied vom Regiment. Ein Heirats⸗ Sonntag, Abends 8 Uhr: Tabinerinnen
Abends 8 Uhr:
100 000 Taler.
3 Akten von D. Kalisch. Anf Fvbe⸗ An Sonntag Ais Heibelberg.
ontag 100 000 Taler. Im — A 1— .
nesdenntheater. Dhchnon Ehbwmnd kacten⸗
von Franz von Schönthan und Paul von Schönthan gegeben.
Berlin, wie es
des S stadtk 8 Uhr.
8 Uhr: Der grüne Kakadu.
Der Raub der Der Raub dber
1 Theaters. osse mit Tanz in des Bayerwaldtheaters.
Der iterfranzl von mergarten: Konzert.
Verlobt: Fr.
ee en ge een.
2 in 1 At von ehasenen Otto Ia9-
ee die guten, freundlichen Worte zur Verteidigung ihrer eng umgrengzten häuslichen Freuden sprach. Dagegen konnte He
Thaliatheater. Dresdener Straße 72/73. Sonn⸗
abend: Zum ersten Male in Berlin: Gaftspiel slcher Volkstheaters. Das Alter. Klein⸗ in 3 Akten von P. Quensel. Anfang
Sonntag: Dieselbe Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Zentraltheater. Sonnabend: Pick und Pocket.
8 8 7 ½ Uhr. Theater des Westens. Kantstraße 12. Sonn⸗ Ae Ensemblegastspiel vdeeean
Bellealliancetheater. Sonnabend: Gastspiel
Familiennachrichten.
von (Malmo — Zarnekow
11“
Mannigfaltiges.
Kiel, 25. Juni. (W. T. B.) Die heutige Wettfah
bein 8-7S eh. va⸗ 1 — Nordnordet
asse Va, Rennjachten, 1. 8 renpreis der Stadt tan „Mathilde IV“*, — Klasse Vb, Rennjachten, 1. Preis „Niagara“, 3. Preis „Puck⸗; . ist Einspruch erhoben, weil der Besitzer der Jatt „Windspiel II“ nicht selbst gesteuert hatte. Der Einspruch R noch unentschieden. Klasse V, Kreuzerjachten, 1. Prc „Tomkyle“, 2. Preis „Toni IV“; Klasse VI, Rennjachten 1. Preis „Emma I1“, 2. Preis „ at⸗, 3. Preis „Calypso’¹ Klasse VI, Kreuzerjachten, 1. Preis Ulla“. Ulla“ starten allein. Ergebnis der heutigen Regatta der Jachten der Sonder klasse des Kaiserlichen Jachtklubs und des Norddeutschen Regattavereins. Start 12 Uhr; Wind: Nordnordost. 1. Preiz. „Wannsee“, 2. Preis „Benjamin“, 3. Preis „Lunula“, 4. Prei „Tilly“. Die Jachten „Isis“ und „Carly“ gaben auf.
Kiel, 26. Juni. (W. T. B.) Zur heutigen Regatta des Kaiserlichen Jachtklubs auf der Kieler Föhrde waren 86 Jachten gemeldet, die in neun Abteilungen starteten. In der ersten M. teilung 10 Uhr 5 Minuten starteten „Orion’, „Navahoe“ und „Komet“, in der zweiten um 10 Uhr 10 Minuten „Meteor⸗ „Hamburg“ und „Idung“. Es herrschte Flaute, so daß die Segel⸗ bahn abgekürzt werden . Seine Majestät der Kaiser befand Sf an Bord des „Meteor“. ort waren ferner als Gäste des Kaisen anwesend: Seine Königliche Hoheit der Prinz Heinrich von Preußen Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Oldenburg, der amerikanische Botschafter Charlemagne Tower und der amerikanis Marineattaché, Korvpettenkapitän Potts. Sämtliche großen Jachten wurden von Torpedobooten an den Start geschleppt. Zahlreiche Begleitdampfer und ausländische Lustjachten begleiteten die Regatta. Frankfurt a. M., 26. Juni. In Offenbach kam es in der letzten Nacht, wie der „Frankfurter Zeitung“ von dort ge meldet wird, anläßlich der Stichwahl, in der der bishensge Vertreter des Wahlkreises Ulrich (Soz.) gegen den Nationa liberalen Dr. Becker unterlag, zu erheblichen Ruhe⸗ störungen. Die Herrenstraße, in der sich das Zentrumkasino befindet, war von einer johlenden Menschenmenge angefült diese konnte erst nach Mitternacht von einem starken Schutzmannt. aufgebot, das wiederholt mit der blanken Waffe vorgehen mußte, jer⸗ streut werden. Dr. Becker erhielt einen Schlag mit einem Stock auf den Kopf und konnte nur unter polizeilichem Schutze seinen Heimweg antreten. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.
„Windspiel II“*, 2 gegen die letztere Preisva
Leipzig, 25. Juni. (W. T. B.) Seit heute vormittag 11 Uhr stehen die Mühle, die Tischlerei und die Bäckerei des Konsumvereinz Leipzig⸗Plagwitz in Flammen; auch ein benachbartes Fabrib⸗ gebäude soll von dem Feuer, das noch im Wachsen ist, bereits er⸗ griffen sein. Soweit bisher bekannt ist, sind Menschen nicht ver⸗ nnglacer Die Entstehungsursache des Brandes ist noch nicht fes⸗ gestellt.
Plauen, 26. Juni. Wie dem „Vogtländischen Anzeiger“ aus Hof gemeldet wird, kam es gestern abend dort nach Verkündigung des Wahlergebnisses zu Ausschreitungen. Die Schutzleute wurden mit Ziegelsteinen beworfen, so daß zur Unterstützung der Polijei Gendarmerie und Feuerwehr herangezogen werden mußten. Secht Personen, meist junge Burschen, wurden verhaftet.
Erlau (Ungarn), 26. Juni. heftiges Erdbeben verspürt; es erfolgten vier Stöße. Mehrere Häuser der Vorstadt stürzten ein und fast sämmtliche Häuser der Stadt sind beschädigt. Unter den Einwohnern herrscht Panik.
Nach Schluß der Redaktion AIngenanasse Depeschen.
St. Petersburg, 26. Juni. (W. T. B.) Der Kaiser hat die Bittgesuche von 79 Finnländern, die sich 1902 der Aushebungsbehör e nicht gestellt hatten, ihnen gegenwärtig di Erfüllung der Wehrpflicht zu gestatten, genehmigt und ihnen Straflosigkeit gewährt. Gleichzeitig hat der Kaiser dem General gouverneur von Finnland anheimgestellt, alle Wehrpflichtigen die sich 1902 nicht stellten und ihre Handlungsweise auf richtig bereuen, straflos ausgehen zu lassen und sie ebenso, wie die erwähnten Bittsteller, vnnlttelkar der Miliz zuzuzählen.
Belgrad, 26. Juni. (W. T. B.) Am heutigen diyle matischen Empfang nahmen nur der österreichisch⸗ungarisch und der russische Gesandte teil. Nach der gestern a folgten Notifizierung und Einsetzung der Königlichen Re ierung nahm heute früh der österreichisch⸗ungarische
esandte offiziell die Beziehungen auf.
New York, 26. Juni. (W. T. B.) Der „New Nelk Herald“ meldet aus Bogota: Am Sonnabend ist Vele zum Präsidenten des columbischen Senats gewäh worden. Er ist ein entschiedener Gegner des Paname kanalvertrags.
1 ür.
(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)
indorff mit Hrn. Privatdozenten Dr. lius von Braun (Göttingen).
Verehelicht: Hr. Rittmeister Victor Baron Digegs von Monteton mit Frl. Natalie Wachs 8 ruhe). — Hr. Pfarrer Karl Cramer mit
——2 Lange (Merxleben bei Langen alpe⸗
lin). Geboren: Ein Sohn: 1 W. Hartms ( Osteraienburg bl dra 14 — 8. beramtmann P. Eloner (Zechelwitz bei
à. DH..)
Gestorhen: Hr. r emer. Gottlob Weikes Eesaniph ₰ Fr. 122* Gaenaae — zewoki, von -* — nette B n von Ropp⸗ * von Man⸗ teuffel (Mitau, Kurl.).
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ersten Male:
—
Verantwortlicher Redakteur 89 Dr. Tyrol in Dr. hennn,e Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin. der Norddeu ves, e,gee. . erage zen Acht Beilagen * (einschließlich Börsen⸗Beilage).
2 Preis „Susanna II“, 3. Preis „Henry l 8ö
Heute früh 6 Uhr wurde hier ein
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Marktort
zum Deutschen Neichsanz
Berlin, Freitag, den 26. Juni
—““
Qualität
mittel
gut
Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner
niedrigster ℳ
höchster ℳ
niedrigster ℳ
höchster ℳ
niedrigster ℳ
höchster ℳ
Verkaufte Menge
Doppelzentner
Verkaufs⸗ preis
eiger und Königlich Preußis
Außerdem wurden am Markttage (Spalte 1) nach überschläglicher Schätzung verkau dem Doppelzentne (Preis unbekannt)
Am vorigen Markttage
Durch⸗ schnitts⸗ preis
ℳ ℳ ℳ.
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11,80 11,90
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14,20 16,40 14,60
ee wird auf volle Doppelzentner un ten für Preise hat die Bedeutung,
14,30 14,50 15,20 16,40 15,80 16,00 15,00 18,00
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18,00 17,00
11,70 12,20
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12,20 11,20 14,10 14,00 14,00
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12,80 13,40 12,80 14,30 14,50 13,10
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15,00
.
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12,50 12,70 14,40 12,50 13,76
14,22 14,40 15,50
18 6.
tgerundeten Zabl 4. Nee ep e. Ee ges daz ensgerdecen Harsa sedit
Statistik und Volkswirtschaft. Die einkommensteuerpflichtige Bevölkerung Preußens
ischen
1892 und 190
Nachdem ein Jahrzehnt der Wirksamkeit der großen preu Steuerreform verstrichen ist, hat der Oberregierungsrat Georg Evert, Eeetfüischen Bureaus, eine
Bearbeitung der statistischen Resultate * we volkswirtschaftlichen „Sozialstatistische Streif⸗ zur Staatsein⸗ im vierten Heft des schen Statistischen uliches Bild von
Mitglied des Königlichen chaftliche wegung ist, die zu —] -22 n. üge dur aterialien E. in Preußen von 1892 bis
in diesem Zeitraum unter Erkenntnis unserer
unter dem Titel
42. Jahrgangs der „Zeitschrift des Königlich preußi
1.
nommen,
Veranlagung
1901
Burdaus“ veröffentlichte Darstellung gibt ein ans
der bedeutenden Zunahme der einkommensteuerpflichtigen Bevölkerung und Einkommens in diesem Zeitraum. Verfasser in seinen Vorbemerkungen über das Veranla und nach 1s. daß 8— in näher zu beziffernden Anteil an rme eingeschätzten Einkommens nicht auf Rechnung steigender Wohlha
27. inschätzung zu setzen ha 8
genauerer Ein . refengencge dssafenee milnter optimistischen Beur
ng, welche die Er mehtflezemweranlageng bubber hier b
Hinweis nicht überflüssig.
Nach der Personenstandsaufnahme, die der Eins voraufgeht, stieg die Bevölkerung Preußen
29 895 224 auf 34 056 414 Köpfe. staatsrechtlichen Gründen i. J wegen bezw. 20 581 002. verblieb m. eine an sich einkommensteuerpflichtige 900 ℳ Ein t. Z. 1901. Sie machte im Jahre 1892 39,54 % von der Gesamtbevölkerung aus. Anteil langsam, von 1898 etwaßz don 1892 bis 1901 eine Steigerung von 8a, . g tg en Aeczc —en en wirtschaftlt rakter en Ziffern 8 zweierlei B gering⸗ Ausdehnung der mit ℳ angescyten Schicht und desbalb die Frage 1 wi tums steuerpflicht
owohl auf dem platten
bel
als 900 ℳ d. Gr
e le auf 1172 ₰ℳ
.1892 6832, eines 900 ℳ nicht übersteigenden
cnkommenstewerpfiichtigen
ukunft
t, und angesichts
Freilich betont der ungsverfahren vor nen gewissen, nicht rung der Zensiten — des
hervorgetretenen
6 von 1 en
Seererfet Seent drns, semner
Einkommens 20 945 227
e der preußischen Ein⸗ gefunden haben, ist dieser
alljährli hrns gör —
Einschluß der An
kerung mit Ar
65 Köpfen i. J. 1892 und 13 466 236 len von 8 9431 p goi ercfe 88 sis an der gesamten 0 %, von da ab bis den folgenden in den Städten hat sich auf 48,90 %, auf dem
29,92 % Von 1
eller bis auf 34,42 % und Jahren auf 35,70, 37,59 und 39,54 %
0 W er88 nng.
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heit, neben
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ein ernte
„ Eink. weit über diese Grenze hinau i. J. 1901 nur 60,66 % der einer Haushaltung mit mehr
346 ℳ Naturallohn, 2 — 75 ℳ Zinsen und Tilgung des Bauka
ohnung, bestehend aus Stube, Kammer, Hausflur, um und 283 ℳ Gewinn aus der eigenen Wirtschaft
und auch die Einkünfte einer Pferdeknechts⸗ Die Ermittelungen für Pommern ergaben teils
geräumigem Stall) und und Viehhaltung waren, familie auf mehr als 1000 ℳ berechnct. 185 Güter aus allen Landkreisen der noch höhere, teils annähernd gleiche Sätze. Sie beziehen si Haushaltungen, bei denen au jüngerer Familienange — halben Tag
u leisten hat, und beruhen allerdin⸗ rbeitgeber; da sie aber sehr ins einzelne gehe Uebereinstimmung zeigen, auch durch die schriftl See —— zu hoch angese 22 seewöhnlicher Tagearbeiter durch Verdienst der Frau oder c oft genug zu
900 ℳ, und das Einkommen che Zuschüsse in der Regel
Wenn gleichwohl z. B. in Bevölkerung Vorstände oder Angebörige als 900 ℳ Einkommen sein sollen, so ris der Veranlagungskom⸗
der un
en werden.
33, öriger, in . lang auch die auf Angaben n und eine r — ichen Verträge jederzeit
dürfen sie, wie Evert meint, wohl nicht
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der
75 ℳ sonstige Leistungen des Arbeitgebers pitals für eine Bodenraum und
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Ebenso gelangten in den Städten die
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d die Ziffern g. die
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nter Stelle mit mit 59, 78 % (1892: 8 89 812 45,73 %), Barmen 1 mit 518 1 1 :44,08 %), zehnter Stelle G amtbevölkerung. üdte (48,95 mehr als 900 ℳ bre 1901 Kiel mit 4 (1892: .—
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4
wenn man die im preußi⸗ mehr als 900 ℳ beteiligte auf den in den Steuerlisten der Gesamtbevölkerung. der mit einem solchen siven für die Großstädte ie stehen des ganzen
1901 verhältn 7,46 % (i. seiner Gesamtbevölkerung, 19 erst 32,60 %), Essen mit 75, mit 72,94 ½ burg mit 70, 4 olgen
11,62 % rankfurt a. 5 6 % %o),
mit 75,55 % 57,63 %),
298,992:
1.9. 9.
Berlin
1892 2 Fnhs von . ¹ „ 9 (1892 refeld harlotten⸗ weiterem Abstande (1892: 43,48 0⁄%), 60,66 % (1892: 47,11 %), Hannover m mit 56, 74 % 1892 nur 34,82 %), 2 öln . ltona mit 51,47 % (1892: 47,17 %) und an Iberseld mit 49, 31 % (1892: 38,95 %0) seiner
der Durchschnittsziffer der
8, Aachen mit 41,57 % 1 Lmüster de 2
mit sch 2%0).
Ausdehnung
10
1892: der Land · einigen ergeben
vööNB
2 8 0); Staats 88. a), UEr 31,89 % (1892: Ur:
9) er⸗
nicht nur für den neunjährigen Zeitraum von 1892 bis 1901 auf⸗ LB-EvE — der mit — von mehr als 900 ℳ eingeschätzten Bevölkerung, sondern auch schon von einem Jahre zum anderen oder d in kurzen Zeiträumen so bedeutende Sprünge nach aufwärts, daß man persucht wird, sie meh durch eine Aenderung der Einschätzungspraxis als durch eine wirkliche Steigeru des inkommens zu erklären So findet man z. B. in Dü 1 von 1900 8 1901 einen Sprun von 58,68 auf 75,55 %, in eld in den Jahren 1899 bis 190 von 39,99 auf 49,31 %. eegen in der Schwesterstadt Barmen in eelben Zeit nur von 50,72 auf 52,56 %, ferner in Crefeld in den be Jahren 1898 bis 1901 von 41,29 auf 72,94 % usw. Indessen deutet eine so schnelle Aufwärtsbewegung, der übrigens auch zeitweilige Rückgänge, wie in den ersten Jahren in Stettin, Elberfeld, Dort⸗ mund, Essen, Crefeld, und selbst dauernde, wie in en , stehen, nicht ohne weiteres auf größere „ lität.“ Sie kann voll⸗ ändig darauf beruhen, 8 zu der betre X &Æy tat⸗ debtich breite Massen in ein Einkommen von mehr als ℳ ein⸗- erückt sind. Da bei einem großen Teil insbesondere der Arbeiter⸗ öͤlkerung das Einkommen unweit dieser Grenze liegen wird, kann ein geringes Steigen oder Sinken des durchschnittlichen Tagelohn einen bedeutenden an der Steuerpflt bagn n kurzer über jene Grenze ,—2,— — auch unter sie — — 5 een. — —+ Statistik au nd der lungen Steuer zu — sagen t üe für eine schärfer, n für eine milder ng. 8 des vom 24. Juni 1891 werden für jedes nicht s Familienmitglied unter 14 von dem
der Maßgabe, bei V. mitgliedern dieser Art auf jeden 8 Stufe stattfindet. Ferner ist bei der Veranlagung gestattet, keit der Steuer chaftliche Verhältnisse in
ichtigen mäßigung der im
S — des § 19, kann 11“ die völlige I. J. ich 8eren e ils Ia Jabre 1 w. 18 hat jeder Anf bei die betressenden Votausschungen also nicht auf milderer e der Gint Aber die cbenfalls ununt ’ 19, die in das Ermessen der ast das Wierfache der ur deutet jedenfalls auf das von „ bei den
Praris zeigt übrigens nicht 8 ö warten niedriger .—* 1892 auf die
48 533, 1901 28