1903 / 183 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 06 Aug 1903 18:00:01 GMT) scan diff

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rat im Ministerium für Handel und Gewerbe Dr. Neul

v. Köhler, Oberlt. im 1. Ostasiat. Inf. Regt. (bisherige Gliede⸗ rung), im Kolberg. Gren. Regt. Graf Gneisenau (2. Pomm.) Nr. 9.

Trondhjem, an Bord S. M. Jacht „Hohenzollern“, 1. August. Schladitz, Lt. im Inf. Regt. Prinz Moritz von Anhalt⸗ Peffar (5. Pomm.) Nr. 42, aus dem Heere ausgeschieden und im 1. Ostasiat. Inf. Regt. der Ostasiat. Besatzungsbrig. angestellt. Schmolke, Lt. im 1. Ostasiat. Inf. Regt., mit dem 1. Oktober d. J. in das 2. Ostasiat. Inf. Regt. versetzt.

Eö“ Im Beurlaubtenstande. Mo, an Bord S. M. Jacht „Hohenzollern“ 28. Juli. Würfler, Hauptm. der Res. des Pion. Bats. von Rauch (Brandenburg.) Nr. 3, mit der gesetzlichen Pension unter Erteilung der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform, v. Platen, Lt. der Res. des Gardefüs. Regts., mit der gesetzlichen Pension, der bewilligt.

Beamte der Militärverwaltung.

Durch Verfügung des Kriegsministeriums.

Bartholdy, Peters, Intend. Räte von den Korpsintend. des VIII. bezw. XVII. Armeekorps, zum 1. Januar 1904 gegenseitig versetzt. Müller, Roßarzt vom 2. Gardeulan. Regt., auf seinen Antrag zum 1. August 1903 mit Pension in den Ruhe⸗ stand versett. Ihm, Schaefer, Frösewitte, Kriewitz, Hinkel, Rodewald, Weichsel, Nowicki, Fischer, Kopezynski, Weber, Meyer, Dr. Springer, Stenz, Unterapotheker des Beurlaubtenstandes, zu Oberapothekern befördert. Sievers, Dörlam, Hunrath, Ehlinger, Sachse, Bauer, Strensch, Dr. Silber, Ebermaier, Wilski, Oberapotheker des Beurlaubtenstandes, der Abschied bewilligt.

21. Juli. Dr. Herbert, v Hilfslehrer am Kadettenhause in Köslin, zum Oberlehrer des Kadettenkorps ernannt. Dietrich, Oberzahlmstr. vom 1. Bat. Niederschles. Fußart. Regts. Nr. 5, auf seinen Antrag zum 1. Oktober 1903 mit Pension in den Ruhestand versetzt.

Die Garn. Bauwarte: Biagini in Schwerin, zum Garn. Baubeamten in Posen II, Langjahr in Posen II, zum Garn. Bau⸗ beamten in Allenstein, Drescher in Küstrin, zum Garn. Baubeamten in Schwerin, versetzt.

22. Juli. Köster, Sinzingr, Intend. Räte von den Korps⸗ intend. des X. bezw. XVIII. Armeekorps, gegenseitig versetzt. Radecker, Oberzahlmstr. vom 1. Bat. 6. Rhein. Inf. Regts. Nr. 68, auf zum 1. August 1903 mit Pension in den Ruhestand versetzt.

25. Juli. Hohn, Garn. Bauinsp. in Mannheim, zum 1. Ja⸗ nuar 1904 als technischer Hilfsarbeiter zur Intend. XIV. Armee⸗ korps versetzt. Die zum 1. Oktober 1903 verfügte Versetzung des⸗ selben nach Jüterbog sowie des Garn. Bauinsp. Ludwig in Jüterbog als technischer Hilfsarbeiter zur Intend. VIII. Armeekorps ist auf⸗ ehoben. Giese, Zahlmstr. vom 1. Bat 4. Bad. Inf. Regts. Prinz

en Nr. 112, auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand versetzt.

28. Juli. Weber, Krüger, Groneweg, Bester, Becker, Glusa, Zahlmstr. Aspiranten, zu Zahlmeistern beim IX. bezw. I., VII., I., XVIII. und XV. Armeekorps ernannt.

29. Juli. Boldt, Oberzahlmstr. vom Füs. Bat. 3. Garde⸗ Regts. z. F., auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand versetzt.

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Abgereist: Seine Excellenz der Staatssekretär des Reichsjustizamts

Dr. Nieberding, mit Urlaub;

Seine Excellenz der Chefpräsident der Oberrechnungs⸗ kammer und des meehöfs⸗ des Deutschen Reichs, Wirk⸗ liche Geheime Rat Magdeburg, mit Urlaub.

Angekommen:

der Ministerialdirektor, Wirkliche Geheime Oberregierungs⸗ haus,

vom Urlaub.

MNicchtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 6. August.

Der Königliche Gesandte in Stuttgart, Wirkliche Geheime Rat Graf von Plessen⸗Cronstern hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. rend der Dauer desselben werden die Geschäfte der Gesandtschaft von dem Legations⸗ sekretär von Buch geführt.

Der Bevollmächtigte zum Bundesrat, Großherzoglich olden⸗ burgische Geheime Staatsrat Bucholtz ist von Berlin

Baden. 8 G“ Hoheiten der Großherzog un

Königli Großherzogin sind in der Nacht zum 4. d. M. von St. Moritz wieder in Karlsruhe eingetroffen.

Deutsche Kolonien. 8

Im Anschluß an seinen in Nr. 167 des „Reichs⸗ und Staatsanzeigers“ vom 18. Juli veröffentlichten icht über ne Reise von Mbua⸗Besimbo nach Bertua berichtet der ter der Südkamerun⸗Grenzexrpedition, Hauptmann Engel⸗ hardt, aus Jaunde unter dem 13. M. b8 Deutschen Kolonialblatt⸗ zufolge:

. Den n 2 te ich Route nteroffiz der Freiherrn der

mir (1898) im des —7 Süden zu uchen Long zu der ven werden lrem Abmarsch von

898.

bv

Karte auf diesem Weg uͤber Kangel. an dem die Expedition am Kadei litt und der ihr oft hatte, war auch in Bertua nicht abzuhelfen ge⸗ onnten bei ihrer Furcht vor den Trägerdiensten im Urwaldgebiet nur unter An⸗ gewungen werden; dies wollte ich

on Stein soweit als möglich, dem Jong

nicht vergehen zu lassen. Indessen hatte ich vom Sultan Diba erfahren, daß vier bis sechs Tage westlich von Gamana am Long bereits eine von einem Weißen besetzte Faktorei sei, wo ich Träger bis Jaunde anwerben zu können hoffte. Wie ich vorausschicken will, bewahrheitete sich diese Nachricht nicht. Zunächst half ich mir damit, daß ich durch die Träger der Expedition einen Teil der Lasten drei Tagemärsche weit nach Tumbo voraustragen und dort unter Bewachung von Soldaten niederlegen ließ, während die Träger nach Gamana zurückgingen.

Am 19. Januar konnte ich, nachdem ich eine für die Längen⸗ bestimmung hinreichende Anzahl von Mondhöhen beobachtet hatte, von Gamana aufbrechen. Nach etwa dreistündigem Marsch wurde Salang, das letzte von Baia bewohnte Dorf, passiert und bald darauf die Grenze zwischen Savanne und Urwald, die hier zugleich die Grenze des Sultanats Bertua ist, überschritten. Das Dorf Gurgo am Dyu, wo ich lagerte, liegt bereits im Urwald; die Bewohner, Gokum, stehen nur in ganz losem Abhängig⸗ keitsverhältnis zu Bertua. Die Grenze zwischen dem Handel des Congobeckens und der Haussa einerseits, der Kam erunküste andererseits läuft hier durch. Neben den Stoffen und Perlen, die die Gesellschaft Südkamerun und die französischen Konzessionsgesellschaften in den Handel bringen, neben Haussagewändern und den von den Haussa eingeführten, außerordentlich beliebten matten, fettig glänzenden und opalisierenden Perlen, die in Lagos abgeschliffen werden, sah ich hier zum ersten Male die langen Haumesser und die Vorderlader, die von der Batangaküste her in den Handel gebracht werden, in den Händen der Eingeborenen.

Ein neunstündiger Marsch durch unbewohnten Urwald brachte die Expedition von dem bis nahe der Graslandgrenze vorgeschobenen Posten Gurgo nach dem neu angelegten Gokumdorfe Koen und damit in das Gokumland hinein. Die Bewohner, die zum ersten Male einen Weißen sahen, zeigten sich im Anfang zwar etwas scheu, nahmen mich aber sehr freundlich auf und brachten reichlich die bei meinen Jaundeleuten so beliebten Planten und soviel Hühner und Ziegen, daß Abends jeder meiner Leute ein Stück Fleisch im Topfe hatte. Auf dem Weitermarsch begleiteten mich der Häuptling und seine Leute bis zum nächsten Dorfe, wo ich Ziegen und Körbe voll Hühner in Empfang nehmen mußte, um nach einigem Aufenthalt, vom neuen Ortsschulzen und seinen Getreuen begleitet, weiter zu ziehen. So blieb das im allgemeinen, bis ich den Long erreichte.

Mehr noch als bisher bereitete das Durchschreiten der breiten, sumpfigen Flußbetten Aufenthalt. Ueber einige der hier in den Dume entwässernden Flüsse, z. B. über den etwa 350 m breiten Benumamo, waren von den Eingeborenen Brücken gebaut, die uns aber wenig Erleichterung gewährten. Seiltänzerische Gewandtheit war er⸗ forderlich, um auf den einzelnen aneinander gestoßenen Baum⸗ stämmen, die oft halb im Wasser lagen, über die Sümpfe zu balancieren, und fast jeder von uns hat bei diesen Passagen ein unfreiwilliges Moorbad genommen. Am schwierigsten war der Ueber⸗ gang über diese Brücken für die Träger des von mir mitgeführten Universalinstruments, das in zwei Doppellasten verpackt war. Dank der Geschicklichkeit der Träger und der Aufmerksamkeit und raschen Heilfeleistung der das Instrument begleitenden Soldaten ist es nie allen gelassen worden und unversehrt in Jaunde eingetroffen.

Ungefähr drei Stunden von Tumbo, wo ich meinen ermüdeten Leuten einen Rasttag gönnte (22. Januar), wurde der Dume durch⸗ schritten. Sein etwa 400 m breites Bett war mit Raphien be⸗ standen, die, einzeln oder in Gruppen vereinigt, kleine Inseln bildeten, zwischen denen der Fluß in vielen größeren und kleineren Armen langsam dahinstromte. Während der Regenzeiten wird der Fluß ein kaum zu eggerendes Hindernit sein, da damals, nahe dem Ende der Trockenzeit, die Durchschnittstiefe etwa 1,20 m betrug. In Tumbo, wo die Expedition vom alten Häuptling Jemsang überaus freundlich aufgenommen und mit Geschenken an Schafen, Ziegen und Hühnern überhäuft wurde, war ich besonders der Gegenstand der Neugierde der Ein⸗ geborenen. Von allen Seiten kamen die Gokum herbeigeströmt, um den Weißen zu sehen, und 400 bis 500 Männer saßen den ganzen Tag über um mich herum, mein Tun und Lassen beobachtend und leise Bemerkungen hierüber tauschend. Trotz ihres großen Interesses für mich haben mich übrigens die Leute nicht belästigt und sich recht an⸗ ständig betragen.

Der alte Häuptling S bat mich, noch einige Tage bei ihm zu bleiben, damit er und sein Volk den weißen Mann besser kennen lernten. 8 habe es sehr bedauert, daß ich, um rechtzeitig zu den Mondbeobachtungen nach Jaunde zu kommen, der Einladung des Gokumchefs, die später auch von verschiedenen Makahäuptlingen wiederholt wurde, nicht folgen konnte. Bei mehrtägigem Auf⸗ enthalt wären die Eingeborenen vertrauter geworden, und ich hätte umfangreichere und gründlichere Nachrichten über Land und Leute, die A und besonders die wichtige Kautschukgewinnung

ringen können, als mir dies bei meinem raschen Dur marsch möglich geworden ist. Wenn sich die Eingeborenen auch freundlich und entgegenkommend zeigten, so erfüllten sie doch meine Fragen, besonders wenn sie sich um den Gummihandel drehten, mit Mißtrauen, und ich bin sicher, daß ich oft kräftig, angelogen worden bin.

Mit dem Ueberschreiten des Kyandu trat die Exbedition in das Makaland ein, das längs meiner Route sich etwas dichter als das Gokumgebiet bewohnt zeigte und stattliche Dörfer aufwies. Auch wurde das Land offener; Grasflächen wechselten mit Busch und hoch⸗ stämmigem Wald; die Oelpalme trat immer zahlreicher auf und

ildete zuweilen Haine; oft begleiteten ausgedehnte Bananen⸗ pflanzungen den Weg, der streckenweise breit ausgehauen war. Leider wurden auch die Sumpfpassagen und Brückenübergänge, je näher wir dem Long kamen, desto häufiger und zeitraubender; besonders der Uebergang über den 600 m breiten Jangambue, einen rechten debenlns des Long, dem die in den letzten Tagen überschrittenen Wasserläufe zugehen, steht mir noch unangenehm in der Erinnerung.

Der Verkehr mit den Eingeborenen, der sich im östlichen Teile des Gokumgebietes oft der Zeichensprache bedienen Pußte. wurde hier dadurch erleichtert, daß das meinen Soldaten und Trägern geläu Jaunde von inzelnen Leuten gesprochen wurde. Als h am 27. Ja⸗ nuar den Long überschreiten wollte, sollte das hisher gute Verhältnis zu den Eingeborenen eine kleine Trübung erleiden. Die Bewohner von Koeng, wo der Uebergang stattfinden sollte, hatten ihre Kanuds versenkt und konnten erst dadurch, ich etra 20 von ihnen fest⸗ nehmen ließ, veranlaßt werden, die F herauszugeben.

Um das alte Verhältnis mit den Maka wieder herzustellen, blieb ich am 27. am diesscitigen Ufer und feierte in Mune 1 der Dorfleute, die mich am anderen Tage wie bisher eiteten, Kaisers Geburtstag. Bei Malen bewerkstelligte die ition am 28. und 29 Januar den Uebergang über den Long. In Kanus, die nur ein hbis zwei Mann und ebensoviele Lasten faßten und bei der ge⸗

Bawegung umschlugen, wurde der eiwa 20 m breite Long und der sich an seinem linken Ufer anschließende, von vielen Wasser⸗ adein 22 Raphtasumpf durchqauert, ein Manöver, zu dem ein Kanu drei den Hin⸗ und Rückfahrt gere brauchte.

Die Mwele, die hier der Long von den Maka trennt, Uesen bei dem Erscheinen der Exvpedition IöA in das Lager und auch am en Morgen Hilfsträger. Sie standen bereits in Beziehung zu dem Militärposten bei nach ihrer Angabe fünf bis sechs Tage von bier entfernt sollte.

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Am nächsten Morgen, 29. Januar, stellte sich ims ein s nnter

ein, der mir einen zeigte, den brraheg Oberleutnant von

1 Bene von dem ausgestellt war. Der en, in dessen Dorf vom m 31. Januar ge sich, wie der größte Teil

man bei der Expedit en. ca

Jaunde hatte ich mich der vor⸗ sch auf diesem von den Mmele te als auf

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zu kommen das vom Januat

Märschen von Osten nach Westen durchschritten wurde, ist längs der Route dichter bevölkert als das Makaland, doch fehlen hier dessen stattliche Dörfer. Der landschaftliche Charakter verändert sich nur wenig; aus dem welligen Gelände erheben sich ab und zu niedrige

Hügel, wie der Ebodimo und der Tumbo, streckenweise über⸗ wiegen die Grasflächen bei weitem die Waldbestände, dann wieder herrschen diese vor; die Uebergänge zwischen beiden bilden Buschwald und Parkland, dem hier Oelpalmen und mächtige Woll⸗ bäume ein charakteristisches Aussehen geben. Der Long zeigt an der Uebergangsstelle ein überaus reizvolles landschaftliches Bild, das leb⸗ haft an den Spreewald erinnert. Schön bewaldete Inseln füllen das breite Bett und lassen nur schmale Kanäle für die dunkelbraune Flut frei. An der Grenze des Mwele⸗ und Esumlandes bog der nach dem Simekoa führende, nunmehr 8 bis 10 m breit ausgehauene

eg, der bisher westliche Richtung gehabt hatte, scharf nach Norden um. Durch stark gewelltes Grasland, dessen Charakter dem der Tafel⸗ länder (Uhehe) östlich des Nyassa glich, führte er leicht bergan bis zur

Wasserscheide zwischen Long und Sananga.

Nach Ueberschreitung des bereits dem Sananga zufließenden Soele wurde am 3. Februar der Posten, der auf beherrschender Höhe an der Stelle angelegt ist, wo sich früher das Hauptdorf des Esum⸗ chefs Simekoa oder Si befand, erreicht.

Für den Weitermarsch nach Jaunde wählte ich von den drei Wegen, die nach Angabe des Postenleiters, Unteroffiziers Bauer nach Jaunde führten, den mittleren mit der Absicht, diesen Weg nach ein bis zwei Tagemärschen zu verlassen und auf die südliche Route über⸗ zugehen, was sich leider später als nicht durchführbar herausstellte. So kam es, daß ich fast denselben Weg ging und aufnahm, auf dem 1897 Oberleutnant von Carnap und 1898 Oberleutnant Dominik gereist waren. Immerhin wird meine Routenaufnahme, die sich auch auf astronomisch bestimmte Positionen stützt, einiges Neue bieten.

„Das südwestliche Esumland ist teils sehr stark gewellt, teils hügelig und wechselnd mit Gras und Wald bestanden; charakte⸗ ristisch für die Landschaft sind die einzelnen Gneiskuppen, wie der Ebalebum, Nsia, Bana, die aus dem Laterit herausragen. Sie sind wohl dieselben Bildungen wie im ostafrikanischen Schutzgebiet der Masasi, Mayeye ꝛc. nördlich des Rovuma. Weiterhin gegen Westen wird das Land flacher. Von der großen Straße Ngoko —Jaunde aus, auf die ich bei Elanti traf, sieht man das Plateau in langem Rücken nach Südwesten zum Sananga abfallen, bis Gruppen von Hügeln und Bergen den Blick begrenzen. Die Bewachsung wechselt auch hier, im allgemeinen aber herrschen Grasland und Savanne vor. Im Esumgebiet habe von der Bevölkerung nicht viel gesehen, da die meisten Dörfer seitab von dem 6 bis 10 m breit ausgehauenen und e. gehaltenen Regierungswege liegen. Als ich am ersten Marschtage bei Mamensala, einem Halbbruder Simekoas, lagerte,

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kam auch Kunimanga, der Onkel des Oberhäuptlings, mich zu be-

grüßen, und wo immer ich ein Dorf berührte, bin ich freundlich empfangen worden.

Am 9. Februar Morgens traf ich auf der Station Jaunde ein. Den 36stündigen Marsch hatte die Expedition in wenig über vier Tagen zurückgelegt: eine glänzende Leistung der Träger, die der Expedition seit 1 ½ Jahren dienten.

Der ungarische Ministerpräsident Graf Kh. vary ist gestern abend, wie „W. T. B.“ erfährt, zur Audienz bei dem Kaiser von Budapest nach Ischl abgereist. 1b

In der parlamentarischen kommission erklärte gestern der Polizeichef von Budapest

Rudnay, daß er ganz überrascht gewesen sei, als die B⸗

stechungsaffäre ans Tageslicht gekommen sei. Dienes habe er erst am anderen mißbilligt; auf seine Veranlassun den Journalisten

Die Abreise

1 8 habe Graf Szapary an egyi nach Berlin telegraphiert, er möge

Dienes so lange f thalten, bis dessen Verhaftung möglich wäre. 8

Doch sei Dienes durch die in Berlin durch das Wolffsche Bureau zur Veröffentlichung gelangten Budapester Telegramme gewarnt worden und rechtzeitig amcgtahen, Die Meldung, daß Dienes sich in der Schweiz aufhalte, bewahrheite sich nicht. Rudnay fügte hinzu, er habe die Flucht Dienes’ weder unterstützt noch verhindert; zu letzterem vorgelegen.

Wie die „Politische Wunsch der ungarischen Regierung das Auswärtigen den österreichis Auslande telegraphische Weisungen erteilt, die sofortige Ver⸗ haftung und Auslieferung von Martin Dienes zu veranlassen. 1 Die Kinder des Königs von Serbien sind gestern nachmittag auf der Reise von St. Petersburg nach Belgrad

1

Untersuchungs⸗

Tage erfahren; er habe dieselbe

abe damals noch kein Rechtsgrund

erfährt, hat auf Ministerium des „ungarischen Vertretern im

in Wien eingetroffen und von dem Bruder des Königs, dem

Prinzen Arsen farazegr iewitsch, und den Mitgliedern der serbischen Gesandtschaft begrüßt worden.

Großbritannien und Irland.

Das Oberhaus genehmigte gestern, wie „W. T. B.“ berichtet, die dritte Lefung des Unterrichtsgesetzes für London.

Im Unterhause erklärte gestern in Beantwortung von über 12 2 2 I g n a d., der rem Ba eenen reter Englands in worden, die britische Regietung sei der ingenen nicht aus aeee gg Srna cdenesee⸗ cnergisch F die Vorlage aus. rache verschi⸗ ale t egrley beantragte ein Amendement, durch dag das Nerget der Einfuhr von Prämtenzucker auf Zuckerwaren aus Prämienzucker aus. dehnt werden soölle. Der Ritchie hob hervor, daß olche Waren aus Ländern, die der Brüsseler Konvention heigetreten eien, nicht eingeführt werden könnten, und wie er glaube, liege nicht die x2— Wahrscheinlichkeit vor, daß andere Länder so Waren England importierten. Sollte dies werde die Schritte tun, um es zu Debatte das —, K mit 156 Nach I.

abgelehnt. agerer weiterer Debatte, die Rerern binzog. die Bill, betreffend die

en, die in our, dem

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an acht Kapellen, die a ner . he. Herasen E 5 ie S a t. ie 1 rigen . Cieersgriafecee s Gen. o*n. 9 2 ist, 1 t. alle Eee mit A derjenigen einer hebeneenc die re Saäkularisierung anfechten .“ Die „Tribuna“ 2 von dem neuen Pa in den

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lefern seien. der darauf fort 1 efenn e vrsssener 8

des

Regierungen seine Wahl mitteile. Die Krönun 8

Papstes ist endgültig auf den 9. d. M. in der St. etzt. che Festgesett. Rom erscheinenden Blätter melden, richtete ber Ministerpräsident Zanardelli an die Präfekten nach⸗

olgendes Telegramm:

„Der neue Papst hat uns seine Wahl nicht mitgeteilt; ich be⸗

achrichtige Sie daher, daß die Staatsbeamten an den kirchlichen . Anlaß di

geiern, die au

dieser Wahl stattfinden werden, nicht teilnehmen

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in Malaga ist es gestern, wie „W. T. B.“ meldet, zu FEI vor einem Privathause gekommen, an dem ein Transparent mit der Inschrift „Es lebe der Papst⸗ önig!“ angebracht war. Eine Volksmenge warf unter Hochrufen auf Italien und Garibaldi und Schmährufen gegen den Papst die Fenster des Hauses ein. Der Präfekt veranlaßte die Be⸗ eitigung des Transparents und ließ die Menge auseinander⸗

Wie die „Schweizerische Depeschenagentur“ vernimmt,

würden die vom schweizerischen Bundesrat bezeichneten

Bevollmächtigten für die Handelsvertragsverhand⸗ lungen Ende September in Tätigkeit treten können. Es handele sich zunächst um die Verhandlungen mit Deutsch⸗ land allein. Der Ort der Verhandlungen sei noch nicht genau bestimmt.

Türkei.

Das Wiener „Telegr.⸗Korresp.⸗Bureau“ meldet, nach An⸗ gaben der Pforte seien in den Wilajets Monastir und Uesküb 16 neue Banden aufgetaucht. In den Kreisen Eripalanka und Osmanie im Wilajet Uesküb sowie in dem Kreise Perlepe und anderen Orten des Wilajets Monastir hätten neue Kämpfe mit Banden stattgefunden. Die Banden setzten durch Morde, Plünderungen un Brandstiftungen die mohammedanische Land⸗ bevölkerung in Schrecken und versuchten, die bulgarische Land⸗ bevölkerung zum Anschlusse an die Banden zu zwingen. Die Pforte habe hierüber genaue Mitteilungen an die öster⸗ reichisch⸗ungarische und die russische Botschaft S Am 4. d. M. hätten im Nildizpalast ein au zerordentlicher Ministerrat und militärische Beratungen stattgefunden. Die Pforte habe einen Teil der Truppen des Korps Omer Ruschdi Paschas nach den beiden oben genannten Wilajets beordert. Der bulgarische Exarch sei während des Minister⸗ rats nach dem Yildizpalast berufen worden, wo ihn der Groß⸗ vezier aufgefordert habe, auf die von den Komitees irre⸗

eleitete Bevölkerung in der Richtung einzuwirken, daß sie die

affen niederlege, da sonst eine energische Niederwerfung Platz greifen müsse, unter der auch Unschuldige leiden würden. Der Frarch habe mit einem Hinweis auf die Schwierigkeit seiner Stellung geantwortet. v111“

1 Statistik und Volkswirtschaft.

Die Fideikommisse in Preußen im Jahre 1901.

Nach der neuesten Feststellung des Zu⸗ und Abganges sowie des Bestandes an Fideikommissen war in Preußen am Jahresschlusse 1901, wie die „Stat. Korr.“ mitteilt, eine Fideikommißfläche von 2192445,4 ha oder 6,29 v. H. des Gesamtumfanges des Staates, darunter ein Waldbestand von 1 005 949,7 ha, d. i. 2,89 v. H. der Staatsfläche, 12,16 v. H. der ganzen Waldfläche im Staate und 45,88 v. H. der Gesamtfideikommißfläche, vorhanden, während der Grundsteuerreinertrag der Fideikommisse 26 887 940,94

2 6,01 v. 2 desjenigen der gesamten Staatsfläche, aus⸗ machte. Von Ende 1895 ersten Erhebungsjahre) bis dahin 1901 nahm die Fideikommißfläche überhauvpt um 90 420,5 ha oder 4,30 v. H., die Fideikommißwaldfläche um 33 691,0 ha, d. i. 3.47 v. H., und der Grundsteuerreinertrag der gesamten Fideikommißfläche um 1 231 831,51 4,80 v. H. zu. Insbesondere der Bestand am Jahresschlusse 1900 erhielt im Berichtsjahre einen Zuwachs von insgesamt 15 226,8 ha oder 0,70 v. an ommißfläche, von 5959,5 ha, d. i. 0,60 v. H., an Fideikomm und von 211 595,46 0,79 v. 8 an Grundsteuerreinertrag. Im Jahresdurchschnitt 1895 bis 1901 betrug die Zunahme bei der Fideikommißfläche überhaupt ebenfalls 0,70 v. H., bei den Fidei⸗ kommißwaldungen dagegen mit 0,57 v. H. und beim Grundsteuer⸗ reinertrage mit 0,78 v. H. etwas weniger als im Jahre 1901. Nähme man nun an, daß die fideikommissarisch gebundene Fläche scch fernerbin in demselben Verhältnisse wie in dem aume von nde 1895 bis dabin 1901, also 552- jährlich um 0,70 aufs Hundert, vergrößert und anderseits die im Jahre 1899 fes estellte Gesamtfläche des Stäaates sich nicht oder wenigstens nicht wesentlich verändert, so würde der Anteil der iß⸗ an der St äche vom Jahre 1901 ab gerechnet von 6,29 Hundertteilen auf 1 Hundertteile in etwa 1 ² Jahren 51 5 66 8 124 8 2„

2,55 .⸗ 64 81 210☚ steigen. dnahme des Fideik⸗ ißbesitzes ist demnach, FöSeee den samtstaat in Jahrzehnten 2₰

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Hierbei tritt namentlich die Ausdehnung des Fideikommißbesitzes in Schlesien und Hohenzollern, wo der Anteil der Fideikommiß⸗ an der Gesamtfläche mehr als doppelt (in den Regierungsbezirken Oppeln mit 19,66 und Stralsund mit 20,70 v. H. sogar mehr als dreimal) so groß wie im Steaatsdurchschnitte ist, sowie die Bedeutung der Fideikommisse für die Erhaltung eines größeren Wald⸗ bestandes hervor. Während die gesamten Waldungen im Staate nur 23,72 v. H. also kaum ein Viertel seiner Fläche ausmachen, gehen mit Ausnahme von Schleswig⸗Holstein die Fideikommißforsten in allen Provinzen über diesen Durchschnitt größtenteils sehr er⸗ heblich hinaus. 1

In 12 Fällen wurden im Berichtsjahre neue Fideikommisse gegründet und in 46 Fällen ältere erweitert, woraus sich ein Gesamtzugang von 22 739,8 ha, darunter 11 901,5 ha Wald, mit 262 964,55 Grundsteuerreinertrag ergab, dem ein durch eine Fidei⸗ kommißauflösung (im Regierungsbezirk Potsdam) sowie durch Ver⸗ kleinerung von 54 Fideikommissen herbeigeführter Abgang von insgesamt 7513,0 ha, davon 5942,0 ha Wald, mit 51 369,09 Grundsteuerreinertrag gegenüberstand. Die Gesamtzahl der Fidei⸗ kommisse bezifferte sich am Ende des Berichtsjahres auf 1133.

Zur Arbeiterbewegung.

Der Ausstand der Feilenhauer in Berlin (vgl. Nr. 174 d. Bl.) gestaltet sich, wie die „Deutsche Warte“ mitteilt, zu einem fast allgemeinen. Zu bemerken ist, daß die Arbeitgeber in ihrer ab⸗ lehnenden Antwort an das Einigungsamt geltend machen, nur dann in Verhandlungen eintreten zu können, wenn für ganz Deutschland die Tarifgemeinschaft in Frage komme.

Im Verlaufe des Ausstandes der Maurer in Dortmund (gl. Nr. 167 d. Bl.) haben, nach der „Rh. Westf. Ztg.“, vier Innungsmeister am Dienstag beschlessen, den von den christlichen Verbänden geforderten Lohn von 46 zu bewilligen und vom 1. April nächsten Jahres ab einen Stundenlohn von 50 zu zahlen. Gestern und heute sollte der Innungs⸗ und Gesellenausschuß durch eine all⸗ gemeine Maurerversammlung die endgültigen Beschlüsse fassen.

Kunst und Wissenschaft.

Unter den Problemen, welche die Erdgeschichte uns aufgibt, ist das Eiszeitphänomen eines der anziehendsten. Neuerdings ist wieder eine Anzahl von Männern der Wissenschaft an dieses Problem herangetreten, deren Veröffentlichungen der Zeitschrift „Die Gnosis“ zu interessanten Ausführungen Anlaß geben. Das Interesse üf erklärt durch die Sache. Die Geschichte der Erde, mit der das Geschick des Menschen unlösbar verknüpft ist, gewinnt noch erhöhtes Interesse dadurch, daß sie gleich der Menschheitsgeschichte von Revolutionen heimgesucht worden ist, von scharf gekennzeichneten Kälteperioden, die den glatten Entwickelungsgang die allmähliche Abkühlung unterbrochen haben. Die letzte dieser Eiszeiten, die den ganzen Erdball betroffen hat, ist allbekannt durch die erratischen Blöcke, die ihre gewaltigen Gletscher in der norddeutschen Tiefebene hinterlassen haben; aber noch aus einer früheren Zeit liegen Spuren einer allge⸗ meinen Vereisung vor, aus der Karbonzeit, jener Periode, die uns die mächtigen Steinkohlenflötze hinterlassen hat, und aus noch älterer Vergangenheit scheinen Anzeichen einer Silureiszeit vorhanden zu sein.

Das ist in den gröbsten Grundzügen das Problem, wie es uns vorliegt. Alle Versuche, die zu einer Erklärung gemacht worden sind, hier aufzuzählen und zu kennzeichnen, ist unmöglich. Nur so viel sei hervorgehoben, daß sich zwei Gruppen unterscheiden lassen: die einen nehmen astronomische, die andern irdische Vorgänge als Ursachen an. Unter der ersten Art ist wabl die bekannteste die Krollsche Hypothese: durch die Exzentrizität der Erdbahn und die dabei eintretende Richtungs⸗ änderung der Erdachse treffen, wenn diese Aenderung ihr Maximum erreicht, die eine Erdhälfte jahrtausend lange Sommer, die andere ebenso lange Wintereiszeiten. Abgesehen davon, daß eine gleichzeitige Vereisung der ganzen Erdoberfläche nach dieser Annahme unmöglich wäre, hat der angegebene Vorgang eine weit kürzere Periode, als mit dem Material der Erdgeschichte vereinbar ist. Das ist der Haupt⸗ grund, warum man diese Theorie aufgegeben hat.

Von den Hypothesen der zweiten Art sei nur eine der neuesten hervorgehoben, die von den bekannten Celebesforschern, den Vettern Sarragin, berrührt. Danach soll gesteigerte Vulkantätigkeit einen größeren Kohlensäurereichtum der Atmosphäre bedingt haben, und durch gesteigerte Absorption dadurch die Wärmewirkung der Sonnenstrahlen vermindert worden sein. Es wird sich schwerlich gegen die Möglichkeit einer solchen Annahme etwas sagen lassen. Ünmöglich ist sie nicht. Aber sie scheint auch das kann ein großes Verdienst sein dem Problem nur eine andere Fassung ge⸗ geben zu haben. An die Stelle der Frage: Was verursachte die Eis⸗ zeiten? ist die Frage: Was verursachte die erhöhte Vulkantätigkeit? getreten.

Von dem Gedanken ausgehend, daß nur die Auffindung not⸗ wendiger Zusammenhänge dem Problem eine letzte Lösung geben könne, ber Ernst Fischer in der Schrift „Eiszeittheorie“ (Heidelberg 1903, Carl Winters Universitätsbuchhandlung) eine astronomische Fowoth⸗se zu entwickeln versucht. Unter der Voraussetzung, daß die Sonnenbahn eine Ellipse ist, muß infolge des zweiten Kepplerschen Gesetzes die Geschwindigkeit der Sonne an den verschiedenen Stellen ihrer Bahn eine verschiedene sein. Da wir uns den tenraum nicht matersefrei vorstellen können, müssen wir bei der Bewegung der Sonne eine Reibung im umgebenden Medium annehmen, eine Reibung, die mit der Geschwindigkeit zunehmen muß. Bei erhöhter Reibung müßte die Sonne erwärmen, bei verminderter relativ ab⸗ kühlen. Die Rückwirkung solcher Abkühlung muß auf der Erde als Eiszeit in Erscheinung treten. Die die Sonnen⸗ bahn eine Ellipfe ist, hält Fischer 2— 3 det, daß bei keiner anderen Bewegungsart infolge dabei unvermeidlicher Unregel⸗ —65 ein Planetensystem, wie ecs nun einmal vor⸗

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Land⸗ und Forftwirtschaft.

men für die Verbreitung der freiwilligen Alters⸗ msbeaerhteseeceenng 8 den Fsacedicen Kreisen.

des Deutschen Landwirtschafts⸗ E,

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gegenüber dieser Versicherungsart ist fortgesetzt für Aufklärung über die wohltätigen Einrichtungen des obigen Gesetzes Sorge zu tragen. Insonderheit sind die landwirtschaftlichen Verwaltungen und Ver⸗ tretungen aufzufordern, zur Benutzung dieser Versicherung anzu⸗ regen und vor allem durch Belehrung in den landwirtschaftlichen Unterrichtsanstalten und Fortbildungsschulen, durch Vorträge und durch Verbreitung populärer Schriften über die obige Versicherung Aufklärung über die im Interesse des einzelnen Versicherten wie im Interesse der Allgemeinheit gebotenen Vorteile in schaffen. Sollten auch diese Bemühungen in den nächsten Jahren keinen wesentlichen Erfolg haben, so würde die Einführung der Zwangsversicherung für die betreffenden Kreise in Erwägung zu ziehen sein.

Ernteaussichten und Getreidehandel in Rußland

Der Kaiserliche Konsul in Helsingfors berichtet unterm 25. v. M Nach einem Bericht der finnländischen Landwirtschaftsverwaltung vom 15. Juli d. J. steht der Roggen in Nylands⸗Län, St. Michels⸗ Län und Tavastehus⸗Län sowie in denjenigen Teilen von Abo⸗ und Björneborgs⸗Län, Kuopio⸗Län und Wasa⸗Län, welche altes Saatkorn verwandt haben, gut. Dagegen läßt er in denjenigen Strichen der letztgenannten drei Läne zu wünschen übrig, welche im Herbst neues Saatkorn ausgesät haben. Namentlich ist dies im Tale des Kumo⸗Elf, der Gegend von Hörne⸗ borg, der Fall. Im südlichen Teil von Uleaborgs⸗Län steht der Roggen ebenfalls wenig dicht und gibt keine sichere Aussicht auf Saatkorn für die nächste Bestellung; im nördlichen Teil erscheinen die Aussichten noch unsicherer. Die Gerste steht in Nylands⸗Län stellenweise nicht genügend dicht, außerdem hat sich hier das spät gesäete ausländische Saatkorn noch wenig entwickelt. Auch in Abo⸗ und Björneborgs⸗Län wird über die geringe Dichtigkeit dieser Getreideart geklagt, doch erwartet man eine zeitige Ernte. In Wiborgs⸗Län hofft man gleichfalls auf eine frühe Ernte; es werden aber stellenweise Klagen über Unkraut laut. In St. Michels⸗Län, Uleäborgs⸗Län, Kuopio⸗Län und in Tavastehus⸗Län steht die Gerste im allgemeinen gut. In Wasa⸗ Län ist sie durchschnittlich kurz im Halm und nicht dicht genug; namentlich trifft dies für die großen Strecken zu, welche einheimisches Saatkorn verwandt haben.

Der Hafer steht in Abo⸗ und Björneborgs⸗Län kurz im Halm und wenig dicht, teilweise mit viel Unkraut. In Tavastehus⸗Län hat er sich, soweit nicht finnländisches Saatkorn verwandt worden ist, gut entwickelt, doch wird beim ausländischen Hafer über Unkraut ge⸗ klagt. In den übrigen sechs Gouvernements gleicht der Stand des Hafers dem der Gerste.

Das Kaiserliche Konsulat in am Don berichtet unterm 25. v. M.: 1 1

Die große, nur durch einige Gewitterregen unferbrochene Hi der letzten Wochen hat zwar das Reifen des Getreides beschleunigt andererseits aber bewirkt, daß die Entwickelung der Körner zurück geblieben ist. Besonders beim Weizen sind die scheinbar großen Aehren wenig bekornt, das Korn selbst außerdem von geringerer Qualität. Das Stroh ist im allgemeinen kurz. Mit dem Schnitt des Getreides hat man überall begonnen. Soweit sich bis jetzt über⸗ sehen läßt, dürfte Weizen in der Winter⸗ und Sommerfrucht eine Mittelernte ergeben, während die Ernte des Winter, und Sommer⸗ roggens, wie verlautet, unter mittel ausgefallen ist. Für Gerste wird auf eine gute Ernte gerechnet. Der Donfluß bildet in diesem Jahr hinsichtlich des Ernteausfalls insofern eine Scheidelinie, als nördlich desselben die Aussichten geringer sind als im Süden. Für Leinsaat wird überall mit einem unbefriedigenden Ergebnis gerechnet.

Das Getreidegeschäft verlief in Rostow und in Noworossysk in den letzten Wochen verhältnismäßig ruhig. Größere Nachfrage zeigte sich nur für Gerste vom Auslande. Die Preise sin durchweg zurück⸗

gegangen. 1 b s wurden für das zehnpudige Tschetwert notiert: am 24. Juli d. J. gegen am 23. Juni d. J. in Rostow am Don: Winterweizen 8,25 bis 8,50 Rbl. 8,70 Rbl. Feehe s

r . 585 Eöö“” 8 . 99 5 5,85

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Rostow

Gerste Leinsaat mit Bei⸗ mischung anderer Oelsaaten und 4 % ““ 1 y11I in Noworossysk: Winterweizen 6,50 bis Üalhehhmüe . . . 30 nthmmtkt6 8 Gersie Leinsaat (mit 6 % Beimischung an⸗ derer Oelsaaten und 4 % Erde) 10,— 10,20 1250 18,.—, Die Ie judren betrugen: nach Rostow im Mai d. 8. alten Stils) in allen Getreidearten 9,7 Millionen Pud, darunter LLelten 5,4, gen 2,5, Gerste 1,6 Millionen Pud; nach Noworossysk vom 3—2 68 30. Juni d. J. (alten Stils) 21,9 Millionen ud reide aller . 4 Ausgeführt wurden: von Rostow seit Eröffnung der Schiff⸗ fahrt bis zum⸗21. Juli d. J. 46,5 Millionen Pud „darunter Weizen 23,5, Roggen 11,3, se 10 Millionen Pud; von Snessn 1. 12₰ ,, Juni d. J. (alten 6) 23.4 hen er 4 d9 Lager —b2, H am 14. Juni d. J. 8,7 Millionen

Getreide, darunter Weizen 4.2, 21,6 Millionen ; in Noworossysk am 14. d.

44 Millionen Pud darunter Weizen 3, Roggen

5,3 Millionen Die Frachtsätze werden wärtig, wie folgt, notiert:

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