1903 / 255 p. 27 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 29 Oct 1903 18:00:01 GMT) scan diff

nimmt. Wenn ich mich in seine Lage versetze, so würde ich eine ganz entgegengesetzte Politik 22 Meine Herren, wir kämpfen auch nicht gegen die großen Papierhändler, jeder von uns hat das Recht zu verlangen, daß die Einkaufsstelle ihm den Händler anweist, den er will. Wir halten uns eine rein sachverständige zum Einkauf unseres Papiers.

Dringend wünschen wir Frieden, meine Herren, und bitten Sie, die kleinen Nadelstiche zu vergessen, die Ihnen vielleicht erteilt worden sind; ich stehe ihnen, wie gesagt, ganz fern und bitte Sie, in Zukunft ein 11 Verhältnis zu der Ein⸗ kaufsstelle zu pflegen. Wenn hier Zahlen angeführt sind, meine Herren, so sind die ja scheinbar ich kann es nicht kontrollieren sehr gravierend für unsere Einkaufsstelle. So liegt die Sache nicht. Ich weiß es von ganz großen Verlegern, die angefragt haben, die zur Kontrolle 8 Kontrakte der Ein⸗ kaufsstelle zugeschickt haben. Unser Direktor hat gesagt: Ihr Kontrakt ist ausgezeichnet, bleiben Sie ruhig dabei; dann sieht

das so aus, als ob die Einkaufsstelle übergangen wäre, aber⸗

das glaube ich doch kaum, daß einer von unseren großen Ver⸗ legern, der sich dabei beteiligt hat, die Einkaufsstelle übergehen wird. In meinem eigenen Hause wird fast nichts gekauft, was nicht von der Einkaufsstelle begutachtet worden ih. Ich kümmere mich gar nicht mehr darum, ich habe meinen Beamten, der es vermittelt, und so wird der Papiereinkauf kontrolliert. Es ist eine reine Sachverständigeninstanz. Aus der Welt zu schaffen ist sie ja doch nicht mehr. Meine Herren, die Einkaufsstelle besteht, wir nehmen ganz geringe Prozente, von dem was wir begutachten, sie besteht so, daß ihre Existenz außer jeder Frage steht. Also ich meine, warum wollen Sie sich mit dieser vorhandenen Instanz nicht einigen und Frieden schaffen? Es sind doch höchst unerquickliche Verhältnisse, wenn zwei so große Instanzen wie Einkaufsstelle und Verkaufsstelle sich ewig bekriegen. Ich möchte dazu bemerken ich stehe mit 1 Ansicht allerdings ziemlich allein —: ich halte die ganze Verkaufsstelle oder das Syndikat, wie es hier genannt wird, gar nicht für ein Syndikat in dem Sinne wie das Kohlensyndikat, das Eisensyndikat, das Petro⸗ leumsyndikat usw. und zwar deswegen, weil es sich nicht um ein Rohprodukt handelt, sondern um ein Fabrikat. Für mich ist es ausgeschlossen, daß im Papier erfolgreich Eyndikate durchgeführt werden. Das einzige, das sie mal können, ist ja, daß sie unter gewissen Verhältnissen vorübergehend bei steigender Konjunktur eine sehr große Beunruhigung auf den Markt bringen können; aber das wird sich auch wieder ausgleichen durch neue Fabriken, durch den Uebergang bestehender Fabriken zur Fabrikation von Druckpapier usw. Also ich sehe in dem Syndikat nichts weiter als eine Verkaufsstelle, die ich für einen sehr glücklichen Gedanken halte und, wenn ich Papierfabrikant wäre, würde ich vielleicht allerdings würde ich es mir reiflich überlegen auch dazu beitreten. Es ist eine Ver⸗ einigung, die sch zusammentut, um den Mißbrauch im Papier⸗ handel, von dem ich auch anerkenne, daß er bestanden hat, aus der Welt zu schaffen. Aber dringend bitten wir Sie, nicht mehr ein feindliches Element in der Einkaufsstelle zu sehen, sondern eine berechtigte Koalition von Zeitungsverlegern, die gerade so gut das Recht haben, ihre Interessen zu ver⸗ treten, wie Sie ja auch das Recht haben was ich unbedingt anerkenne ihre gemeinsamen Interessen zu vertreten.

Verleger Dr. Faber⸗Magdeburg: Meine Herren! Zu den Ausführungen des Herrn Direktors Reuther möchte ich richtig⸗ stellend bemerken, daß es auf falscher Berichterstattung zu be⸗ ruhen scheint, wenn er sagte, daß der frühere Direktor seinerzeit Gesellschafter anzuwerben bemüht war, nachdem die Papier⸗ einkaufsstelle auf den Plan getreten war. Das ist ja auch rechtlich vollständig ausgeschlossen. Die Gesellschafter mußten erst da sein und dann konnte die Gesellschaft m. b. H. ins Leben treten.

Zu den Artikeln der Presse hat Herr Trowitzsch bereits Stellung genommen. Ich bin auch nicht unterrichtet, inwieweit diese Artikel von dem damaligen Syndikus ausgingen, jeden falls möchte ich zurückweisen, daß die Einkaufostelle und ihr Syndikus in dieser Beziehung irgend wie identifiziert werden, wie Sie (zu Herrn Reuther) es vorhin taten. Wir haben, so⸗ bald die sehr beunruhigenden Zustände, die damals durch das Verhältnis unseres Syndikus zum Syndikat, dem Verband deutscher Papierfabriken, entstanden, beseitigt waren, einen anderen Herrn angestellt, und es ist dessen erstes Bestreben ge⸗ wesen, daß er eine vollständig ruhige und sachliche Prüfung unserer beiderseitigen Beziehungen herbeiführte und eine Ver⸗ ständigung anbahnte. Und Sie werden selbst bemerkt haben, daß seit jener Zeit diese Preßartikel vollständig verschwunden 22 Ich will durchaus anerkennen, daß diese Artikel nicht den

iderseitigen Beziehungen dienten und uns nicht förderlich ge⸗ wesen sind. Das lag aber an der 228 des Syndikus und nicht an der Papiereinkaufostelle als solcher.

Daß gerade eine Zahl kleiner Verleger aus den Rei der Gesellschafter zu umsseren Kunden gehört, ist an sich für uns ein Beweis für die Güte und für die Notwendigkeit dieser Einrichtung. Die Zahl der Bezieher bewegt sich in langsam aufsteigender Richtung, und es ist gerade der Wunsch gewesen u seits, den mittleren und kleineren Zeitungsverlegern, wie das Herr Kollege Trowitzsch bereits auoführte, einen sach⸗ —, Beirat beim eeen zur Seite zu stellen. Sie selber zugeben, seitens der Papierfabriken beim Verkauf selbstwverständlich die höchsten Preise erstrebt werden und daß wir dagegen einen sachverständigen Berater haben müssen, um zu —— was ist hier der angemessene Preis. Wie auch 8 Trowitzsch bereits ausgeführt hat, hat die ostelle gerade dahin gewirkt, daß übertriebene

rungen an die Fabrikanten unsererseits sallen gelassen sind. Wir sind als mhtachverständen Llvw arze nur

von dem einen Bestreben geleitet, 44 1.2 em⸗ ,— und mit allen erlaubten Mitteln Fabrikanten zu cken. Wenn uns nun der Mapiersachverständige, wie cs

jetzt der Fall ist, sagt: es ist nicht billig, um ½ weiter zu drücken, Sie können den Prerz ruhig —, so ist das ine Wirkung, die meiner Meinung nach beiderseitigen

eine eresse li 8 ., mir dann noch im een darauf hinzuweisen,

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Verbandsfabriken Zeitungspapier zu verkaufen. Ich möchte dies immerhin doch als eine Unterbindung der Konkurrenz hier mitteilen. Es ist ja das selbstverständlich eine seng⸗ hrer eigenen Erwägung und der Macht, in der Sie sich befinden oder zu r8 en glauben, wenn Sie es tun; für klug und angebracht halte ich es aber nicht.

Ich muß auch noch darauf zurückkommen, daß Herr Direktor Reuther sagte, daß die durchaus unzulänglichen Mittel der Papiereinkaufsstelle es ihm unmöglich gemacht hätten, seinerzeit Geschäfte mit der hchereatensssene zu machen auf eigene Rechnung. Das ist seinerzeit überhaupt valständig aus⸗ geschlossen gewesen. Der Syndikus unserer Einkaufsstelle hatte ein direktes Verbot seitens des Aufsichtsrats, überhaupt Geschäfte auf eigene Rechnung zu machen. Also die Mittel der Papier⸗ einkaufsstelle hafteten Ihnen ja nicht für Ihre Verkäufe, sondern direkt der Bezieher, der auch angegeben wurde. Das hat sich ja seitdem etwas geändert. Jedenfalls trifft es für die damalige Zeit nicht zu und für Druckpapier auch heute noch nicht. Die Mittel der Papiereinkaufsstelle sind vollständig hinreichend gewesen, um selbst diese bitteren Erfahrungen, die der Vorstand hat machen müssen, ruhig und kaltblütig zu ertragen und das zu 8 und zu bleiben, was sie war: eine immer mehr sich ausbreitende sachverständige Beratungsstelle für unsere Einkäufe.

Direktor Reuther⸗Berlin: Meine Herren! Ich begrüße es mit Freude, daß die Herren Verleger uns die Hand über ihre Einkaufsstelle hinweg oder durch ihre Einkaufsstelle zu einem gedeihlichen Auskommen reichen wollen. Ich habe von vorn⸗ herein den Standpunkt eingenommen und auch in unserer Ver⸗ waltung verteidigt, daß, wenn es irgendwie möglich sei, man die Einrichtung nicht ganz umgehen oder zurückdrängen, sondern in den Fällen, wo es überhaupt ohne Zurücksetzung unserer Großhändler denkbar ist, die Vermittlung der Einkaufsstelle an⸗ nehmen solle. Es ist aber nicht richtig, was Herr Dr. Faber eben sagte, daß die Einkaufsstelle nur Provisionsgeschäfte mache. Es hat sich bei der ersten Begegnung mit dem Direktor der Einkaufsstelle gleich herausgestellt, daß nur eigene Geschäfte ge⸗ macht werden sollten. Wir sollten an die Einkaufsstelle und die Einkaufsstelle würde uns den Betrag der Rechnung, nachdem sie ihn selber vom Verleger empfangen hätte, einsenden. Also rechtlich lag das Risiko für uns immer nur in der Einkaufs⸗ stelle und niemals beim Verleger. Es ist uns ferner die Be⸗ dingung gestellt worden, daß die Einkaufsstelle, weil sie zu dem⸗ selben Preise, wie sie einkauft, das Papier weiter verkauft, wir die Existenz der Einkaufsstelle durch Zahlung einer bestimmten Provision hochhalten sollten. Also, meine Herren, ein ganz verkehrtes Verhältnis! Es ist in einem Falle vorgekommen, daß, als wir den Abschluß direkt mit dem Verleger machten, dieser Verleger uns sagte: Nun habe ich noch eine Bitte: geben Sie der Einkaufsstelle, der ich mit angehöre, doch wenigstens % Provision von den Fakturenbeträgen ab. Wir haben uns dann schließlich auch dazu bequemt, wenigstens % zu zahlen. Von Anfang an und das war der Hauptwiderstand, den wir der Verbindung entgegensetzen mußten —, standen wir auf dem Standpunkt, daß die Einrichtung, die die Verleger zu ihrem Nutzen geschaffen haben, nur von ihnen zu Pezahlen sei, und daß wir bei dem Verlangen, Vorzugspreisé gegen alle Händler gestellt zu erhalten, nicht obendrein auch noch die Pro⸗ vision zum Bestehen der Einrichtung zahlen könnten. Ja, meine Herren, solches Verlangen ist bis in die letzte Zeit an uns gestellt worden! Ich habe mit dem jetzigen Direktor, kurz nachdem er die Geschäfte übernommen hatte, eine eingehende Unterredung gehabt, und es war schon wegen eines großen Abschlusses mit einem Verleger eine Einigung erzielt. Da geschah etwas, wovor ich den Direktor gewarnt hatte. Ich hatte ihm gesagt: „Verlassen Sie sich nicht auf Zahlen, die von Ihrem Vorgänger in den Büchern stehen; gehen Sie selbst hin und suchen Sie ganz genau festzustellen, wo Bedarf vorliegt, in welcher Weise er vorliegt, und dann bringen Sie mir feste Ordres. Wir verkaufen keinem Großhändler etwas aufs Blaue hin, sondern nur gegen sofortige Spezifikation, ich kann Ihnen auch nicht anders verkaufen.“ Er aber ging hin und erließ ein Rundschreiben an alle kleineren Verleger, worin er sagte, er stütze sich auf sehr umfangreiche und billige Einkäufe, er rate jetzt zuzugreifen, die Konjunktur wäre ausgezeichnet zum Einkauf und er biete den billigen Preis von 20,50 frei irgend einem Orte in Thüringen an. Nun, meine Herren, als wir diese von unseren Kunden, unseren Verlegern, zu Dutzenden eingeschickten Rundschreiben sahen, habe ich nicht davon den Eindruck ge⸗ winnen können, daß durch den neuen Direktor ein Umschwung in der Gesinnung der Einkaufostelle eingetreten sei Im Gegen⸗ teil, die ltnisse sind hiernach dieselben geblieben wie sie waren; man schädigt uns und man schädigt den Zwischenhandel, und zwar den cenhandel noch mehr als uns. Wir hiernach die Verbindung mit der Einkaufsstelle sofort wieder ab. Hierin liegt doch auch ein Beweis dafür, daß das Syndikat den legitimen Zwischenhandel, mit dem es Hand in Hand geht, überall zu schützen sucht. Denn wie soll ein Händler den Preis von 21 ½ und 22 bezahlen können, wenn er mit der Ein⸗ kaufsstelle konkurrieren muß und wenn diese zum Selbstkostpreis das Geschäft zu machen in der Lage ist und noch obendrein die Provision vom Snndikat bezahlt erhält! Soll es zwischen uns und der Einkaufostelle zu einer Verständigung kommen, und ich bin der letzte, der ewige Feindschaft schwört, so kann dies nur geschehen, wenn die Einkaufostelle ihre Grundsätze

24 erwähne nur noch einen Vorfall. Der erste Direktor wurde Anfang des Jahres 1901 in einer Aufsichtsratositzung, zu der er gelade nwar, een seiner geheimen Denkschrift an die Verleger zur Rede g t, und da hat er uns auosdrücklich gesagt ob es wahr ist oder nicht, ich bin von der Wahr⸗

ben keit nicht überzeugt gewesen —, daß

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Referent Regierungsrat Dr. Voelcker: Meine Herren! Aus den mneresemten Darlegungen der Herren Trowitzsch und Dr. Faber haben wir ersehen, daß die Einkaufsstelle eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist, und ferner ersehen daß sie eine große wirtschaftliche Bedeutung besitzt, sich auch mit dem Einkauf von anderen Papieren befaßt, und endlich daß sie gleichzeitig eine beratende Tätigkeit ausübt. Ich möchte in Anregung bringen, daß vielleicht, ebenso wie das Druckpapier⸗ syndikat uns seine Satzungen zur Verfügung gestellt hat zur Veröffentlichung im Protokoll, die Herren uns die Satzungen der Einkmf esele zur Veröffentlichung im Protokoll zur Ver⸗ fügung stellen.

Verleger Trowitzsch⸗Frankfurt a. O.: Um auf daz letztere gleich einzugehen: ich bin natürlich nicht kompetent, dies zuzusagen, aber Herr Dr. Faber ist Vorsitzender des Aufsichts⸗ rats und wird diesen Wunsch jedenfalls in der nächsten Sitzung vortragen.

Meine Herren, nun haben wir die Einkaufsstelle nicht für uns allein gegründet wir sind, glaube ich, einige 40 sondern wir stellen sie jedermann zur Verfügung als beratende Instanz, namentlich den kleinen Verlegern, die viel mehr leiden ils wir. Die Einkaufsstelle ist ein Ausfluß des Vereins deutscher der überhaupt dazu gegründet ist die Interessen der deutschen Zeitungsverleger nach außen zu vertreten. Wenn nun da in der Form viclleicht ungeschickt ich weiß es nicht, ich bin nicht so bewandert mit den Gebräuchen des Papierhandels vorgegangen ist, so ist es doch der Tat⸗ sache nach ganz dasselbe, ob die Einkaufsstelle die Provision be⸗

belehren —, oder ob der Verband sie in Rechnung stellt und sie zum Preise zuschlägt. Daß wir natürlich nicht jeden umsonst haben fragen lassen können, das ist ausgeschlasen bei dem Umfang, den die Sache immer mehr annimmt. Wir haben immer größere Unkosten mit der Zeit, die wir nicht aus unserer Dasche tragen wollen und auch nicht tragen können. Es scheint sich also nur um eine Form zu handeln, wenn ich Herrn Direktor Reuther richtig verstanden habe, daß in ungeschickter Weise der Verband von dem früheren Direktor gebeten worden ist, einen Aufschlag zu machen, der einfach im Preise zum Ausdruck kommen mußte. Daß Sie ihn aus der Tasche nicht bezahlen sollen, versteht sich von selbst. Vielleicht wäre es ge⸗ schickter gewesen, daß, wie es bei mir geschieht, die Einkaufsstelle ihre eigene Liquidation einreicht. Das ist genau dasselbe. Ich finde die Form ungeschickt, kann aber in der Sache nichts Be⸗ denkliches sehen.

Papiergroßhändler Wilhelm Flinsch⸗Frankfurta. M.: Meine Herren! Ein so abgesagter persönlicher Feind ich von dem Rauchen bin, so nehme ich doch gern die Friedenspfeife an, die Herr Trowitzsch dem Verbande angeboten hat. Ich begrüße seine Worte um so freudiger, als sie einen Standpunkt ein⸗ nehmen, der jedenfalls ein sehr gerechter ist; indem er den Papierfabrikanten das Recht zugesteht, einen Verein zu gründen zur Wahrung ihrer Interessen, wie er es für sich in Anspruch nimmt, daß die Zeitungsverleger einen Verein zur Wahrung ihrer Interessen gegründet haben bzw. eine Einkaufsstelle. Es steht das freilich im Widerspruch zu den Ausführungen, die mich unangenehm berührt haben, die in großer Schärfe ge⸗ fallen sind seitens des Vorsitzenden des Verlegervereins, Herrn Dr. Jaenecke, der leider heute nicht da ist. Ich spreche nicht gern in jemandes Abwesenheit über ihn, möchte das Vor⸗ stehende und Nachfolgende aber hier doch nicht ungesagt lassen. Herr Dr. Jaenecke hat eigentlich den Fabrikanten das Recht verweigert, ihre Interessen in einem Verbande zu vertreten, hat sich auch sehr darüber aufgeregt, daß der Verband für die Unkosten, die ihm natürlicherweise erwachsen, einen gewissen Satz erheben muß von seinen Mitgliedern, der nicht völlig 2 % auf den Umsatz ausmachen wird. Wenn das unberechtigt ist, dann ist es natürlich auch unberechtigt, daß die Einkaufesstelle eine Provision erhebt. Aber ich finde das eine so berechtigt wie das andere, nur müssen in dem Falle, wo die Einkaufs⸗ stelle ihre Kunden bedienen will, die Kunden die Provision bezahlen, gerade so, wie in unferem Falle die Fabriken die Unkosten zu tragen haben. Meiner Ansicht nach fällt aber da⸗ mit eine Verteuerung nicht zusammen, sondern der Preis muß so gestellt sein, daß die Provision, gerade so wie es früher bei einem Agenten war, der Provision bekam, mit in dem Preis einbegriffen ist.

Etwas eigentümlich hat es mich berührt, daß als ein Grund zur Errichtung der Einkaufsstelle angeführt wurde, daß die Zeitungsverleger, die Herren Drucker und Verleger, eine so große Unkenntnis von Papier besitzen sollen. Ja, meine Herren, ich verkaufe jetzt seit ungefähr fünfzig Jahren Zeitungs⸗ druckpapier und ich habe immer gesunden, daß die Herren

erade in dem Artikel außerordentlich gut zu Hause waren.

as ist wenigstens bei uns im Süden und Westen der Fal, und ohne 5 Licht unter den Scheffel stellen zu wollen, glaube ich doch, daß die Herren im Norden eben so gewitzigt sind wie bei uns auch. Also das kann ich nicht so recht verstehen. Ich meine auch, die haben genügend in ihrer Ver⸗ einigung oder sonstwie Gelegenheit, daß einer den andern fragen kann: von wem kaufst du gut und billig? So habe ich ch immer aufgefaßt, und es ist mir nie aufgefallen, daß die Herren über Preis und Qualitäten und was sonst damit zusammen⸗ nas so wenig unterrichtet gewesen seien, daß sie jemanden an⸗ ellen müßten, der ihnen das Erforderliche erst begreiflich macht.

Dr. Faber⸗Magdeburg: Meine Herren! Ich glaube, können die frühere Geschäftslettung auf sich N. ruhen lassen.

1 ochte 442 eine Bemerkung, daß die Mitg unserer Gesellschaft der x4—2—17 se heute ihre eere noch nicht aufgegeben in, doch erwidern, daß die ren Zeitungen alle seinerzeit zum großen Teil. wie das Syndikat in die nung trat, sich durch v

jo ckt hatten und deshalb gar in der Lage waren, der inkaufsstelle ihre Lief Hu übertragen,

wir aber, sobald wir frei sein werden, Ein IrEA 8 aue dessich eae

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sonders in Rechnung stellt ich bitte mich sonst darüber zu

abnahm.

E kommen und annehmbare Offerten akzep⸗ tieren. Aus diesem Grunde wird es nicht so ohne weiteres wirtschaftlich unbegründet sein, seitens der Papiereinkaufsstelle bdan den Papierfabriken eine entsprechende Provision event. zu ordern. Ueber die Manipulationen, die Herr Direktor Reuther an⸗ führte, daß den kleineren Verlegern so sehr billige Offerten emacht sind, ließe sich selbstverständlich sprechen; wenn die erren die Güte gehabt hätten, sich beschwerdeführend an uns zu wenden, und ihre Gründe dargelegt hätten, würde wahr⸗ cheinlich sofort Remedur eingetreten sein; denn wir haben selbst⸗ verständlich nicht den Wunsch, den legitimen Zwischenhandel in irgend einer Weise zu schädigen; das liegt uns voll⸗ ständig fern.

Se Flinsch meinte sodann, daß Herr Dr. Jaenecke in heftiger Weise sich gegen die Berechtigung des Verbandes aus⸗ esprochen hätte. Da muß Herr Dr. Jaenecke von Heren Flinsch entschieden mißverstanden worden sein. Er meinte wohl nur, daß an sich, allgemein betrachtet, ein Syndikat auf Fabrikate ein nicht zu rechtfertigendes Ding sei, daß ein Syndikat auf Rohstoffe etwas anderes wäre. Das ist, wenn ich mich recht erinnere, die Ansicht von Dr. Jaenecke gewesen. Er hat sich nicht darüber groß aufgeregt, daß die Syndikatskosten in Höhe von 2 % etwa auf den Preis geschlagen würden, sondern er hat nur die Tatsache festgestellt, daß das Bestehen des Syndikats in dieser Richtung verteuernd auf den Preis einwirkt. So waren seine Ausführungen, die durch Herrn Direktor Reuther eine gewisse Einschränkung erfuhren durch die Behauptung über die Ersparnis der Agentenprovision usw.

Warum die Papiereinkaufsstelle notwendig geworden sei, ist Herrn Flinsch nicht ganz klar. Ich muß da doch aber sagen: Es sind verschiedene unter uns, auch meine Firma rechnet sich zu negh. die Jahrzehnte lang, ein Menschenalter hindurch mit einer Firma in Verbindung gestanden haben im vollsten Ver⸗ trauen, wie Sie es von uns fordern, und dann nach Jahren dahinter kamen, daß diese Fabrik uns die horrendesten Preise

Ich meine, dieser eine Fall beweist zur Genüge die Notwendigkeit einer Papiereinkaufsstelle, eines sachversärvigen Beraters für uns. Es kommt aber noch ein anderer Fall hinzu, wo nämlich Verleger für ihre Zeitschriften und für andere Sachen holzfreies Papier benutzen, wo es durchaus nicht notwendig ist, ein absolut holzfreies Papier zu verwenden. In dieser Richtung hat gerade die Papiereinkaufsstelle außerordentlich segiüerrech gewirkt, daß sie dem Betreffeuden gesagt hat: Du brauchst kein holzfreies Papier zu verwenden. Meine Herren, Sie werden einsehen, daß solche Fälle schon hinreichend die Notwendigkeit einer Papiereinkaufsstelle und eines sachver⸗ ständigen Beraters für uns illustrieren.

Zeitungsverleger Trowitzsch⸗Frankfurt a. O.: Ich möchte mich nur noch mit wenigen Worten gegen Herrn Flinsch wenden und die mangelhaften Kenntnisse der norddeutschen Verleger etwas illustrieren. Wenn Herr Flinsch zu einem Verleger und ich kenne auch sehr viele süddeutsche hinkommt, dann machen sie gewiß alle ausnahmslos ein schlaues Gesicht, wie ich es auch machte, wenn zu mir früher ein Papierhändler kam; aber, meine Herren, wie es im Innern aussieht, davon ahnen Sie nichts! (Heiterkeit.) Wir haben ja von der Papier⸗ fabrikation keine Ahnung. Zu mir kam zwanzig Jahre lang Herr X. ich will ihn hier nicht nennen —, er bekommt eine Zigarre angeboten, wir sprechen über alles Mögliche, und schließlich kommen wir auf den Abschluß. Gestern habe ich ganz genau dieselben Reden gehört, die damals Herns k. hielt: von mangelnder Kohle, furchtbarer Hausse, bevorstehenden Streiks usw.

mir war dabei so dumm, als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum —, schließlich kamen wir dann auf den Abschluß zu sprechen. Da sagte ich: Wollen Sie nachmittag die Güte haben wiederzukommen; ich ließ mir inzwischen die Kor⸗ respondenz geben, aus den einlaufenden Offerten orientierte ich mich, und wir machten dann den Abschluß. Es war mir immer ein greulicher Tag (Heiterkeit); denn ohne Kenntnis der Papier 2 einen solchen Abschluß, der doch immer von einiger Zedeutung ist, zu machen, ist wirklich für einen Menschen, der senst bestrebt ist, seine Fhechen gegen sein Haus erfüllen, eine sehr angenehme Aufgabe. Ich glaube, Herr Flinsch, wenn Sie tiefer in die Seelen Ihrer Freunde eindringen, werden Sie 1 daß da eine ebenso große Leere herrscht in bezug auf ie Papierkenntnis wie bei mir und vielen meiner Kollegen.

Nun möchte ich noch betreffs des Herrn Dr. Jaenecke, der zu seinem großen Bedauern verhindert ist, heute hier zu sein, etwas bemerken. Ich kenne Ansicht ganz genau und möchte dem widersprechen, daß er sich irgendwie gegen das Kartell scharf ausgesprochen hat; schon deswegen hat er, kann er es nicht getan haben, weil er es, wie ich auch, für un gefährlich hält. Wir stehen beide auf dem Standpunkte, daß es eine große Beunruhigung vorübergehend mal auf dem Papier⸗ —ö ann und in Zeiten der Hausse hervorrufen wird; aber neue Papierfabriken Herr Leonhardt hat ja auch

st ausgeführt, daß das Damoklesschwert stets über ihrem

upte sZchahe werden immer wieder kommen und den reis auf ein vernünftiges Maß zurückführen. 8. muß also entschieden im Sinne meines Freundes Dr. Jaenecke den Aus⸗ ührungen widersprechen; er hat sich niemals in diesem Sinne

9., 7 een das Suyndikat ausgesprochen, wie es hier dargestellt wor t.

Verleger Dr. Faber⸗Magdeburg: Mein Herr Kollege Trow 192 —5 als er Auffassung über 8” Un n rlichkeit des Svndikats vortrug, daß er mit dieser Ane t allein stünde; er hat eben nun einen en seiner Einsamkeit e. unseren Vorsitzenden Herrn Dr. Jaenecke.

halte es doch für meine Pflicht, nicht unausgesprochen zu

wir anderen Verleger im allgemeinen eine durchaus

aben. Es ist Gefährlichkeit des

—2 ür uns dadurch gegeben, daß das vorübergehende rke Anziehen der se immerhin lane .ene dauern kann, um mittlere und kleine Eristenzen den Verlegern zu vsülede oder ühber den Haufen zu werfen. orsitzender: Das wird nicht weiter verlangt. Dann darf ich annehmen, die Diskussion zum letzten Satz der 10 erledigt ist.

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Verbande der Druckpapierfabrikanten in keinerlei Beziehungen, und Sie dürfen 4 auf ein ganz unparteiisches Urteil rechnen. Ich werde mich so kurz wie möglich fassen infolge der vor⸗ geschrittenen Zeit und berichte zunächst, daß wir im Verein deutscher Zellstoffabrikanten ein Rundschreiben an sämtliche Mitglieder gerichtet haben über die Frage, welchen Einfluß der Verband deutscher Druckpapierfabrikanten auf die Gestaltung der Rohstoffpreise ausgeübt hat und welche Bestrebungen des Verbandes und welche Einwirkungen in dieser Richtung be⸗ merkbar geworden sind. Sämtliche uns zugegangenen Antworten stimmen darin überein, daß der Verband bisher keinerlei Ein⸗ wirkungen auf die Zellstoffpreise ausgeübt hat, daß nichtsdesto⸗ weniger aber in gewissem Sinne eine segensreiche Einwirkung dadurch stattgefunden hat, daß der Verband das Sinken der Druckpapierpreise unter ein bestimmtes Niveau vermieden hat und k8s den Ruin kleiner Fabriken auszuschließen wußte. Die Lieferanten sind ja natürlich in strenger Abhängigkeit von dem Bestehen solcher Werke, und Sie wissen ja, daß erst in ee Zeit solche Riesenunternehmungen wie Kohlmühle Millionen haben hinsrßn sehen, wodurch besonders die Lieferanten sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Das ist Tatsache, daß der Druckpapierverband auf die Stabilität der Preise insofern eingewirkt hat, daß ein Sinken unter die Herstellungskosten nicht stattgefunden hat. Und das ist den ellstoffabrikanten natürlich zugute gekommen. Wir haben als ellstoffabrikanten keinerlei Preiserhöhung erreicht, im Gegen⸗ teil ist der Preis des Zellstoffs der denkbar niedrigste. Er ist bis unter die Selbstkosten heruntergegangen.

Wir haben vom Verein deutscher Zellstoffabrikanten mit großer Aufmerlsamkeit die Entwickelung des Verbandes beob⸗ achten müssen, weil wir nicht recht wußten, ob er nicht selbst eine schädigende Wirkung ausüben könnte. Die Vorteile habe ich berührt. Die Hauptnachteile, die uns aus dem Verbande hätten erwachsen können, liegen einmal in der Produktions⸗ einschränkungsgefahr solcher Verbände für die Lieferanten. Wir haben aber jetzt schon das Resultat, das wir erwartet haben, daß eine Gefahr durch die Einschränkung der Produktion für den Absatz von Zellstoffen nicht vorhanden ist, da die Druck⸗ papiermaschinen nur rentabel sind, wenn sie so stark wie möglich heschäftigt werden und infolgedessen der Druckpapierfabrikant das, was er durch Einschränkung an Ausfall hat, bestrebt sein muß, durch andere Papiere zu ersetzen. Das ist in jeder Be⸗ ziehung eingetreten, sodaß hierin keinerlei Gefahr für den Verein deutscher Felstofeae eingetreten isst.

Die zweite Möglichkeit liegt in der Zukunft, wie dies auch seitens der Verleger ausgeführt wurde. Es würde in unserem Falle die Frage zu erwägen sein: kann, wenn der Verband weiter besteht, der Fall eintreten, daß die Herren sich zum Einkauf zusammenschließen, sodaß dadurch auf die Gestaltung der Zelltoffpreise ein wesentlicher Einfluß ausgeübt würde? Diese Gefahr muß nach sachverständigem Ermessen als unmöglich bezeichnet werden, weil einerseits die Druckpapier⸗ fabrikanten zum Teil selbst Hersteller ihrer Rohstoffe sind und daher mit den Verhältnissen Fühlung haben, andererseits die Qualitätsfrage für die Druckpapiermaschinen eine sehr bedeutende Rolle spielt. Wir haben bei dem Verbande der deutschen Holzsio fabrikanten gesehen, wie dadurch, daß den Papier⸗ fabrikanten willkürlich teilweise Rohmaterial zugesandt wurde, welches seiner Provenienz die einzelnen Papierfabriken nicht brauchen konnten, in der Tat ein Nachteil für die Papier⸗ fabrikanten entstanden ist. Ein unverhältnismäßig größerer Nachteil würde entstehen, wenn dem Druckpapierfabrikanten von einer Verkaufsstelle, also einem ganz bestimmten Punkte aus, ein Zellstoff zugewiesen werden würde, welchen er nicht ge⸗ brauchen könnte. Die Druckpapiermaschinen sind Schnellzufer, maschinen und der Papierwerkführer würde es sich einfach verbitten, wenn ihm ein Rohstoff zur Verfügung gestellt würde, der nicht durchaus für die Maschine geeignet wäre. Es ist also technisch auch in dieser Beziehung für die Zukunft na⸗ unserer Meinung nichts zu befürchten, und wir haben au andererseits die gleiche Hoffnung wie die Herren Verleger, da der Verband gerade dadurch segensreich wirken wird, daß er eine Stabilität in den Preisen herbeiführt. Das würde auch für die deutsche Zellstoffindustrie die allergrößte Bedeutung haben.

Und nun muß ich mich noch mit einer 2,— des Herrn Dr. Jaenecke beschäftigen. Ich will hier in keiner Weise näher auf die Zollfrage eingehen, aber da Herr Dr. Jaenecke gewissermaßen im Sinne des Verbandes sprach als er sagte: vor allen Dingen müssen wir auch die Papierproduktion dagegen schützen, daß kein erhöhter Holzstoffzoll erhoben wird, so glaube ich mich als 2 beichnen u müssen, hier auch ein Wort dazu zu sagen. r Holstoffzoll, der heute 1 beträgt ich kann ja nur von dem bestehenden Zoll sprechen —, ist eine solche Notwendigkeit für die gesamte deutsche ierindustrie, daß der Fortfall desselben zu einem Ruin des größten Teiles der ierindu rren würde. Die Herren Verleger, die zur Zeit der Zollver zungen die aufrührenden Zeitungsartikel aus erster Hond bekommen haben, werden sich nicht vorstellen können, welche Bedeutung der Holzstoffzoll für die Zellstoff⸗ fabrikation hat. kann Ihnen heute n, daß eine Industrie aus land zu verschwinden beginnt, welche für unseren deutschen Wald die allergr. Bedeutung gehabt 8 es ist dies die deutsche Natronzellstoffindustrie. Sie wissen, daß man aus Kiefernholz einerseits nur einen Braunholzschleifstoff machen kann, welcher für Zeitungodruck nicht in Frage kommt, und daß die einzige lichkeit, das Kiefernholz die enormen Bestände der deutse sten zu verwerten, darin bestand, indem man es m. oder mit Sulfat verkochte. Wir Deutschen waren die ersten, die, allerdings nach einem englisch Verfahren, die Zellulosefabrikation in Deutschland eingefü

id eine dieser deutse Natronzellsto und 1he nef chasen 8 heute 2 der Bildflä⸗ verschwunden.

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und dort finden wir diese Natronzellstoffabriken in geschickter Weise zu Verbänden sesenmeaeeschlasbn Nun müssen wir uns fragen, wodurch diese Länder produktionsfähig geblieben sind? Die Antwort lautet, es stehen ihnen neben billigem Holz unerschöpfliche Wasserkräfte zur Verfügung, welche uns ehlen, und dieser Umstand ist allein von solcher Bedeutung, damit schon der billigere Fabrikationspreis erklärt sein würde. Aber weiter: gewisse rechnen mit Holz⸗ preisen, von denen Sie sich kaum ein Bild machen können. Meine Ferren, ich bin selbst ins Ausland gegangen, um mich persönlich zu überzeugen, und habe gefunden, daß man die nur im Auslande Z Riesensägemühlen, für deren Ab⸗ 85 derg Absatz mangelt, mit Zellstoffabriken verbindet, in enen die ganzen Holzabfälle auf Elevatoren in die Zellulose⸗ fabriken befördert werden. Dort werden die Abfälle verkocht, und die Zellstoffabrik zahlt pro 100 kg erzeugten Zellstoff einen minimalen Preis, der in einem mir Fefehe⸗ gewordenen Falle wenig über 1 betrug. Meine Herren, um 100 kg Zellulose zu machen, braucht man ungefähr 1 rm Holz. Wenn Sie sich nun vergegenwärtigen, daß in Deutschland schon der Kiefernholzpreis 6 bis 7 pro Raummeter beträgt, dann werden Sie den Vorsprung, den solche Fabriken gegen uns haben, erkennen können und werden 1.⸗ müssen, daß ein Schutz von 1 nichts weniger als ein Prohibitivzoll sein kann. Wir gehen nicht ins Weite mit unseren Forderungen, sondern haben die Verdoppelung des Zolles beantragt, wie Ihnen allen bekannt sein wird, und ich wollte diese Frage nur kurz erwähnen. Meine Herren, was nun den deutschen Papiermarkt betrifft, so möchte ich eins hervorheben. Ich glaube, daß es für ihn kein Segen sein kann, wenn das Ausland nach Deutschland kommt und uns Druckpapier und Rohstoffe liefert. Wir werden nicht nur abhängig vom Auslande, sondern würden auch nur vorübergehend in den Genuß billigerer Preise gelangen. In Amerika treffen wir nicht die weise Politik, die der Verband deutscher Druckpapierfabrikanten verfolgt, daß er die Produktion, die ins Ausland geht, unter Augen behält, sondern die Ameri⸗ kaner bilden ihre Trusts in der Weise, daß sie sagen: wir halten einen Preis im Inlande, der unsere Erzeugungskosten nebst einem gewissen Gewinn deckt; mit der Ueberproduktion könnt ihr Fabrikanten machen, was ihr wollt. Die Folge davon ist, daß die Leute mit ihrer Produktion mit en die markweise unter unsere Frbeugüngslofen heruntergehen, nach Deutschland kommen und dann ebenso schnell wieder verschwinden, wenn sie im eigenen Lande einen Aufschwung oder nur genügenden Absatz haben. Heute kann ich z. B. unsere Produkte zeitweise bis zu 2 unter den eigenen Erzeugungskosten aus dem Auslande beziehen. Sie können daraus ersehen, daß die Frage eine durch⸗ aus ernste ist, und ich wollte nur aussprechen, daß es kein Segen sein kann, weder für den deutschen Papierfabrikanten noch für den Papierkonsumenten, wenn wir solchen Schwankungen aus⸗ gesetzt sind. fasse mein Urteil vom Standpunkt der Zellstoff⸗ fabrikation dahin zusammen, daß der Verband der Druckpapier⸗ fabrikanten bisher keinen merklichen Einfluß auf die 5 toff⸗ preislage ausgeübt hat, daß indirekt höchstens eine Wirkung im günstigen Sinne angenommen werden kann, indem er das Sinken der Verkaufspreise unter die Herstellungskosten und da- mit das scrundegehen kleinerer Werke verhindert hat, und daß wahrscheinlich eine Stabilität der Zellulosepreise worden wäre, wenn die ausländische Konkurrenz dies bisher nicht gemacht hätte. - Vorsitzender: Bis jetzt ist das Wort zu Frage 11 nicht weiter verlangt. Herr ensh hat das Wort. Papiergroßhändler Mensch, in Firma R. L. Schultze⸗

arbeitung kommt. (Zuruf: Zwanzig.) Hin und wieder. Vorsitzender: Wird das Wort noch gewünscht? Das ist nicht der Fall. Dann darf ich annehmen, daß die Frage 11 Anlaß zu weiterer Diskussion nicht bietet. ir gehen über zu Frage 12: Hat das Snyndikat einen Einfluß ausgeübt: ä.. auf die Konzentration der Betriebe durch Aus- schaltung minder leistunge ähiger Betriebe? 4 b. auf die Konzentration der Betriebe durch Zusammen⸗

2 prozesses dienenden Betriebe in einer Hand? Dazu hat Herr Reuther das Wort.

Direktor Reuther⸗Berlin: Ich kann darauf nur mie nein antworten. Das Snndikat stützt sich lediglich auf de Verkauf der Produkte und hat auf die Herstellung derselben fast gar keinen Einfluß. Wir haben eine Auoschaltung von 1 rentierenden Fabriken auf Kosten des Suyndikats nicht vor⸗ genommen, auch hätten wir sie nicht vornehmen können, weil uns daran die deutschen Verleger hindern. Die deutschen Ver leger sind in ihren Ansprüchen an Formate so vielseitig, und ihre alsmn Druckmaschinen in kleineren Druckereien sind immer noch mit so vielen veralteten Schnellpressen versehen, daß es unbedingt notwendig ist, unsere kleinen ken mit ihren chmalen, langsam laufenden Papierma in Betrieb zu

der verschiedenen Stadien des 2— in unseren Fabriken auch nicht möglich. ie eine Papierfahrik muß alle Rohstoffe kaufen, eine andere erzeugt sich den Holzstoff zum Teil selbst und eine dritte betreibt so große Holzschleifereien und selbst eine Zellstoffabrik, sodaß sie ganz unabhängig vom Einkauf der Rohstoffe Vorsitzender: In gewissem Zusamme mit dieser Frage die Bestrebungen der Zei „event. sälps süüen mn Krrichten. scn steht der Wunsch bei den Herren, darüber eine Bemerkung zu machen? Das ist nicht der „N darf ich annehmen, daß Ihnen das, was darüber

58nj das Sondikat & und

Fe. See, eeew nten bereits erläuteri habe

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ka geworden.

Berlin: Ich wollte nur konstatieren, daß Zellulose zur Fabrika⸗ . tion von Druckpapier im Verhältnis von 15 zu 100 % zur Ver-⸗

fassen der verschiedenen Stadien des Produktions⸗- b