1904 / 22 p. 27 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 26 Jan 1904 18:00:01 GMT) scan diff

8 8 tten, während gratulieren, daß er die 82 bekommen hat; denn gegenüber damals die Verbände, die Kartelle nicht hatten, währen

ise i egenwärtig die Macht bei den großen Verbänden liegt, die ö 88 den Staat mit seiner Zollgesetzgebung unterstützt werden.

Nun ist es aber ganz klar: je größer der Anteil an der Die Geschädigten sind die 8 Sh 8 c. Produktion ist, die man nach dem Auslande zu einem billigen aller Enden sind 18 auch G s 5 88 8 8 be Preise unter den Selbstkosten verkauft, man 1 1 den Inlandspreis höher stellen, um auf die Selbstkosten zu v 8 8 d. sh n 132323 kommen. Wenn Sie z. B. in einem Artikel Selbstkosten von weiter z bende venegier mahe Nrbelter deschttigt Si 1 ier ktiou exportieren, dann würden eben vi 8 80 ℳ. haben und Sie verkaufen ein Viertel der Produ r 1114“ slande, so müssen Sie im Inlande dann würden auch vie nehr t 1 111“ de woßien für die übrigen drei würden viele Werke in Tätigkeit gesetzt, b 1 Wiertel zu kommen, 84 ½ ℳ, und wenn Sie die Hälfte .“ Gee d han⸗ 8 verkaufen, so sind Sie genötigt, die andere Interesse der Gro industrie, Abnehmer, 65 . nan von 99 88 verkaufen, im Inlande kauf⸗ und exportkräftig 88 I 1 8 Ihre Selbstkosten“ zu decken. Also je mehr Sie billig Schutz der deutschen Industrie ist heute der 1 dächehkane h. 1.“ 9 . 8gG 8 G Meine Herren! Ich habe öhere Preise zu halten, und wenn ine r S nach den Auslande zu dem billigen mich zum Wort gemeldet, 8 auf 11“ 8 deis uem 70 verkansen missm Se im Juande 110h t Fentnen Bangttasfanaan haben konnien, eiiges u erwihem nehmen. Infolge dessen wird die Sache um so kritischer, heutig 8 dht Be e ee . . je grö Anteil des Auslandsversands an Ihrer Pro⸗ Geheimrat Wagner meint, h und igs⸗Industrien ruiniert werden, weil die Rohstoffe, nur ion i tiegene Ausfuhr von Halbzeug hat die feinerungs⸗I rui 1d hstoffe, nu 1eeit 1h PFeache dlo für die Weiterverarbeiter, durch Syndikate erhältlich, verteuert 86— I“ 1 88 ch für Sie verschlechtert. Syndikate seien eine Gefahr; die Auswüchse 86 y 8 89 e n. Herren, es ist hier gesagt worden, der Preis von seien durch die Verhandlungen festgestellt 10 ¹ 8 a 72 sei wohl nur ausnahmsweise einmal in letzter Zeit logischer Weise ein Artikel nach 169 1ö1ue““ 88 bei Exportverkäufen vorgekommen, lediglich weil die amerikanische müsse, so gingen wir E1““ . Konkurrenz auf den Markt gekommen sei. 6 Cnee g. ö“ ie S fete e sein ie Tatsache angeführt, daß auch im Jahre gl zu j 1 1 8 Uebceht⸗ Quantitäten exportiert gegenüber von Interesse sein, von nn b“ zfind und in der Generalversammlung von Differ⸗ Verfeinerungsindustrie zu hören, daß den Befürch 6 9 üi en⸗Dannenbaum hat bezüglich der amerikanischen Kon⸗ nationalökonomischen Studien die Sedegene b der Vorsitzende ausdrücklich ausgeführt, h. 116“ 1111“ 8 es 1.“ i gar nicht zu befürchten gewesen, so billig. ttikel, der vo F wirt. Hrhene e nicht G und er hat lediglich die von 5 Pf. bis 1 ℳ, exportieren die Fertigfabrikate über alle Ge

hat, auf die Produktion insofern einzuwirken, als es ihr mög⸗ lich wird, die Produktion dem Bedarf anzupassen, und zweitens dasjenige Syndikat, welches einen entschiedenen Einfluß aus⸗ üben kann auf die Ermäßigung der Selbstkosten. Die Er⸗ mäßigung der Selbstkosten bedeutet eine Minderung der Spannung zwischen den Kosten und den Verkaufspreisen, und je geringer diese, desto geringer sind die Verkaufspreise. Mit anderen Worten, hier würde es sich handeln um die Ver⸗ billigung der Produkte, und dies ist der eine Punkt, von dem ich behaupte, daß die Wirksamkeit ganz eminent im allgemeinen Interesse erfolgt.

Nun möchte ich mir erlauben, bei dieser Gelegenheit einige Schlaglichter auf die amerikanischen Verhältnisse zu werfen. Mit dem Herrn Geheimrat Wagner stimme ich darin überein, daß die exzeptionelle Konzentration von Kapital in wenigen Händen, wie sie sich in den Vereinigten Staaten vollzieht, ein Uebelstand ersten Ranges ist. Ich stimme voll⸗ ständig überein mit dem Herrn Geheimrat Kirdorf, daß es die weit vorzuziehende Form der Kartelle und Syndikate ist, wenn die individuelle Produktion erhalten wird. Aber in den Vereinigten Staaten ist die Entwickelung nach einer anderen Richtung gegangen. Da haben die Individuen aufgehört, sie sind in den Trusts verschwunden und zusammengefaßt. Die beiden hauptsächlichsten Punkte aber, die ich als Vorzüge der Kartelle im allgemeinen Interesse erblicke, die Einwirkung auf die Produktion und auf die Selbstkosten, sind jene Kartelle in hohem Maße geeignet, auszuüben. Nun wissen wir ja und es ist ja auch von Herrn Geheimrat Kirdorf hervor⸗ gehoben —, daß diese Kartelle oder Trusts bei ihrer Bildung durch ungeheure Ueberkapitalisierung mit außerordentlichen Mängeln behaftet sind; es sind um es geradezu aus⸗ zusprechen, wenn es auch zu kraß ist fast Schwindel⸗ geschäfte. Aber der Umstand, daß die common shares von 50 auf 10 und 11 gesunken sind am 10. November d. J.,

und Geschmacksfragen in Betracht, die ein Syndikat voll⸗ ständig ausschließen. Wenn also im allgemeinen eine Grenze durch erhöhten Aufwand von Arbeitslohn in der Verfeinerungsindustrie für die Spyndikate gezogen ist, so ist die Gefahr, daß alle Industrien in Syndikate ge⸗ zwängt würden, und die Schlußfolgerung der Förderung der sozialdemokratischen Bewegung durch diese Betriebsform meines Erachtens nicht nachgewiesen. Wenn Klage erhoben und Einschreiten gegen die Syndikate wegen der hohen Roh⸗ stoffpreise verlangt wird, so stelle ich fest, daß alle diese Ankläger ihrerseits Syndikaten angehören, und derselbe Vor⸗ wurf von ihren Abnehmern gegen sie erhoben wird. Was ist überhaupt Rohstoff? Rohstoff ist der Ausgangsstoff für die Fertigfabrikation; was für den einen Rohstoff, ist für den anderen Fertigfabrikat; wer Rohstoff und Fertigfabrikat er⸗ zeugt, genießt Vorteile, die ein Teilbetrieb nicht hat; wer Halbzeug kauft und grobe Handelsware als Produkt verkauft, kann gegen die Gesamtdarstellung vom Rohprodukt ab nicht konkurrieren, er muß neue Eristenzunterlagen suchen, muß sich höheren Aufgaben der Arbeitsveredelung zuwenden, oder geht zu Grunde.

Die Verfeinerungsindustrie zu fördern, um im Inlande die Rohstoffe abzusetzen, liegt im Interesse der Rohstoff⸗ syndikate, deren Aufgabe es ist, die Rohstoffe in der Form von Fertigfabrikaten zu exportieren.

Meine Herren, ich möchte mich den Ausführungen des Herrn Geheimen Kommerzienrats Kirdorf anschließen, daß wir über die Austragung der Differenzen, die hinter uns liegen, nicht den Zweck unseres Zusammenseins außer acht lassen und zusehen, wie die heutige Form der Syndikats⸗ gestaltung zu verbessern ist, um zu allgemein befriedigenden Resultaten zu kommen und den Mißständen, die zu Klagen geführt haben, abzuhelfen. Meine Herren, glauben Sie mir, daß die Leiter unserer großen Werke einsichtig und weitsichtig genug sind, die wahre Situation zu erkennen, und daß Arbeitsnot

Nun ist vielfach davon die Rede gewesen, daß die Fertigfabrikanten kaum in der Lage sind, sich zusammen⸗ zuschließen. Das ist namentlich sehr eingehend ausgeführt worden von meinem hochverehrten Herrn Kollegen Gerstein. Da möchte ich eins herausgreifen. Er hat sehr eingehende Ausführungen dahin gemacht, daß in vielen Gebieten der Fertigfabrikate eine mangelnde industrielle und kaufmännische Bildung dem Zusammenschluß entgegensteht. Ja, meine Herren, wenn diese Mängel in den betreffenden Industrie⸗ zweigen so verbreitet sind, daß sie in der Tat einem Zu⸗ sammenschluß entgegenstehen, dann müssen eben die Folg solcher eklatanter Mängel in unserm produktiven Leben ge⸗ tragen werden; aber ich bestreite, daß die übrigen Schwierig⸗ keiten nicht zu überwinden sind. Es ist ja doch auch noch gar nicht so lange her, um aus der Erinnerung vollständig zu verschwinden, daß wir eine Stabeisenvereinigung gehabt haben, unter deren Wirksamkeit die betreffenden Werke und ich sage nicht zu viel viele Millionen verdient haben. (Sehr richtig!) Meine Herren, ich selbst habe zehn Jahre an dem Zuckerkartell gearbeitet, und zehn Jahre vergeblich, bis es endlich zu stande kam, und alle die Gründe, die d gegen sprachen, haben sich während der zehn Jahre immer wieder aufgerollt, und schließlich gelang es, die Widerstände zu beheben. Ich glaube, bei einem ernstlichen Streben muß es möglich sein, auch die Fertigfabrikanten zu einem Zu⸗ sammenschluß zu bringen. Es gibt ja solche Verbände, aber noch nicht genug.

Meine Herren, ich schließe mit der Bemerkung, die ich schon Montag gemacht habe: nach meiner festen Ueberzeugung ich werde es ja nicht mehr erleben können nur die⸗ jenigen Industrien sich erhalten, die am besten und festesten organisiert sind, in dem Wettkampf auf dem Außenmarkte, und wer auf diesen Außenmarkt geht, muß angreifen. Nur der Angriff gibt den Sieg. Also wenn da mit niedrigen

landspreisen auf verschiedenen Gebieten unserer Industrie 1““ es ist allerdings richtig⸗ daß ““ Verbände die Preise im Inlande befestigt und gehalten wer en und nicht durch die freie Bewegung des Marktes fallen ge⸗ lassen werden; aber damit kommen wir doch immer v er auf das Thema und das ist das einzige, was mich in Ausführungen des Herrn Springmann sympathisch berü 9 hat, und worin er den Weg beschreitet, eine Besserung un

einen Ausgleich zu suchen —, nämlich auf das Thema: ein Syndikat, welches nicht auch die Ausfuhr beherrscht, ist für mich, wie Herr Springmann sagte, kein Syndikat. 1 Das ist es aber nicht allein, sondern die Syndikate müssen ausgebaut werden. Meine Herren, wie richtig und zutreffend das ist, daß gerade dadurch die Syndikate mangelhaft in ihrer Verfassung sind, daß sie die Ausfuhr nicht ö und daß dadurch gewisse Mißverhältnisse entstanden sind, 8 wird durch die schon stattgehabten Erörterungen über das Kohlen⸗ und Kokssyndikat belegt; denn dort sind diese Klagen lange nicht in der Schärfe hervorgetreten, wie sie hier hervor⸗ treten, wo das Auslandsgeschäft nicht in der geschlossenen Hand liegt, während bei den eben erwähnten Syndikaten der ganze Verkauf, auch der Auslandsverkauf, geschlossen ist, und, meine Herren, wo etwa noch kleine angebliche oder 11“ Schädigungen der einheimischen Industrie eintreten, werden diese sich eben auch dadurch beseitigen lassen, wenn wir einen Ausbau der Syndikate in gesunder Weise vornehmen. Näherer Ausführungen, wie gesagt, enthalte ich mich.

Herr Geheimrat Wagner hat dann in seinen Beden en auf die große Gefahr großer wirtschaftlicher Erschütterungen hingewiesen, die, wie wir ja gesehen haben, die Schaffung der amerikanischen Trusts herbeigeführt hat, und Herr Spring⸗ mann hat einen der Namen, der bei der Trustbewegung auch vielfach mit genannt wird, Carnegie, als Eideshelfer fůr seine Ausführungen in Anspruch genommen. Ja, meine Herren,

zwischen diesen Trusts,

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wir sollten doch das möchte ich gegenüber den Ausführungen des Springmann feststellen sehr vorsichtig sein in unserer Beurteilung des Urteils solcher Leute, die über Verhältnisse urteilen wollen, und ich glaube, wenn man 8 Buch von Carnegie vollständig hier zur Erörterung bräch 2 daß doch manches darin enthalten wäre, was für die ganze Stellungnahme des Herrn Springmann Peaabh günstig wirken würde. (Sehr richtig!) Die amerikanis 81 Trusts und ihre bedenklichen Erscheinungen sind doch gerade auf dem Boden unserer Industrie und unseres wirtschaftlichen Lebens unmöglich gemacht worden. Welcher Unterschied ist die reine Chß tcltt r 8 ideren Schaffung maßlose Zwischengewinne erzielt worden bad- eöera 82 I Vereinigung der Produzenten, bei deren Bildung für diejenigen, die diese Vereinigung mit riesiger Mühe und großen Opfern haben schaffen müssen, auch nicht ein Pfennig Zwischengewinn in die Erscheinung getreten ist! (Sehr richtig!) Wir haben bei uns in den voll aus⸗ gebauten Syndikaten und als solches kann ich wohl das Rheinisch⸗Westfälische Kohlensyndikat, wenn auch manches 8 ihm noch zu vervollkommnen ist, schon bezeichnen 1““ freie, festgeschlossene Vereinigung der Produzenten, wobei je 8 im Besitz seines Unternehmens bleibt und jeder nach Maßgabe der Beteiligung an den Vorteilen, die die Vereinigung schafft, seinen vollen Anteil genießt. Gerade die Erscheinungen, die die amerikanischen Trusts bilden, stehen meines Erachtens in schroffstem Gegensatz zu den Syndikatsbildungen unseres Vater⸗ landes. (Sehr richtig! und bravo!) Vorsitzender: Meine Herren! 3 Herr Geheimrat Wagner angeregt hat, sind noch emeldet die Herren Gothein, iethaus, Goecke, Zilliken, Kreutz, mann. Ich darf angesichts 1“ aussprechen, daß die einzelnen Herren beschränken; denn wir stehen noch der Einwirkung auf die Stabeisenindustrie; noch zum Worte gemeldet Herr Mannstädt. Bergrat Gothein⸗Breslau, M. die Blöcke

von 56 für Roheisen nur

Selbstkostenpreis vom Hasper Ich muß nun sagen, hier in Ansatz

kunft des Herrn Klöckner zutreffend sein mag, ees eer kein Durchschnittspreis ist, sondern daß die Konver tierungskosten im allgemeinen niedriger sind. Ich frage aber ist denn ein v elbstverständlicher? Wenn .85 steht er eben sehr wesentlich über den Selbstkosten, ich glaube, es gibt d 1b 1/ mit derartigen kolossalen Selbstkosten arbeiten.

sie tatsächlich wesentlich

im Westen 1z als im Westen, Aber Herrn Klöckner

angegebenen Zahlen.

ein, und da wird ihm auch bekannt sein,

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osten ganz andere sind. (Ahal und Heiterkeit.) Höher find sie nicht! eK.a2,ar-Arech solcher Werke gesehen, die Selbstkosten in jener Gegend nicht höher sind; in Hannover sind sie noch erheblich niedriger, und gesagt wird, daß bei den Werken,

ich, daß das wahr ist. Für der Saar die Rohblöcke her. einmal gelegentlich tisch und man sieht hinein; nachrichten, die wir bekommen, wenn Herr Röchling Preise von 82

es sind das aber nicht Husarer

exportiert hat,

Zu den Fragen, die zum Worte Klaus, Klein, Bueck, Molkenbuhr, Kantorowicz und Spring⸗ Reihe wohl die Bitte sich möglichst in ihren bei der Frage dazu ist außerdem

d. R.: Herr Klöckner (Vertreter der Firma Später) hat gesagt, daß bei .“ mi 7 - Werk hergestellt werden können. besser als Deutschland. daß der Konvertierungspreis, den er bringt, ein außerordentlich hoher ist, daß er ja

ür di ältnisse des Hasper Werkes nach Aus⸗ für die speziellen Verhältnisse des Hasp

von 56 ein natürlicher und der Roheisenpreis so hoch aa gen⸗ un in Deutschland sehr wenig Hochofenwerke, Mir sind ältnisse in S iß, daß dort, die Verhältnisse in Schlesien bekannt, und ich weiß, daß isenkosten noch verhältnismäßig viel höher stehen o“ geringer sind als die werden die Ver⸗ ältniss iers und Lothringens ganz genau bekannt hältnisse des Saarrevier h dcnc, gen , Seb Man rechnet im Saarrevier mit

ittli 8 Roheisens von 38 bis 40 durchschnittlichen Selbstkosten des Nohei Ich habe aus

daß wirklich in Ilsede wenn die ihr gI senen

ü s ür Roheisen 56 sind, so bestreite 89 g- stellen viele Werke von Es fliegt ja unsereinem auch eine vertrauliche Sache auf den Schreib⸗

sondern wohlbegründete, und sagt, daß sein Werk vorwiegend zu einem so kann ich ihm nur

Schuld auf die Uneinigkeit der deutschen Werke unter sich ge⸗ schoben. Nun ist mir andeutungsweise zu verstehen gegeben worden, ich wüßte nicht, daß Herr Dernburg, der diese Aeußerung gemacht habe, als Vorsitzender des Aufsichtsrats, da er Bankdirektor ist, vielleicht kein richtiges Urteil über die Verhältnisse sowohl des amerikanischen Marktes wie der Selbst⸗ kosten habe. Aber ich nehme an, daß es hier so ist, wie Bismarck einmal von Rothschild erzählte: als dieser gefragt wurde, was seine Meinung über Wolle sei, rief er einen Angestellten und sagte: „Herr Meyer, sagen Sie dem Herrn, was meine Ansicht über Wolle ist“. So wird wahrscheinlich Herr Direktor Dernburg auch seinen Herrn Meyer fragen: Herr Meyer, was ist meine Meinung über Roheisen, Halb⸗ zeug und über die amerikanische Konkurrenz? (Heiterkeit.) Denn daß er derartige Aeußerungen ohne seinen Herrn Meyer gemacht hat, erscheint mir ausgeschlossen. Also ich glaube, daß wir auf diese Aeußerung des Herrn Dernburg bezw. seines Herrn Meyer doch einiges Gewicht legen dürfen. Nun ist von Herrn Geheimrat Kirdorf ausgeführt worden, ja, wenn die Abnehmer sich zu Verbänden vereinigten, dann würde es eben eine Machtfrage sein, welcher von den Ver⸗ bänden der stärkere sei und dem anderen seine Bedingungen diktieren könne. Wir haben den Verband der Halbzeug⸗ abnehmer, und es hat sich herausgestellt, daß er total ohn⸗ mächtig gegenüber dem Halbzeugverband ist. Es ist ja auch ganz natürlich, daß hier die Machtfrage entscheidet. Ich frage mich aber bloß: ist es in der Ordnung, daß man die Mächtigeren von Staatswegen unterstützt mit den Zöllen, damit sie diesen Druck auf die Schwächeren, die Abnehmer, ausüben? (Rufe: Aha!) Das ist ja der kritische Punkt, um den kommen wir nicht herum, daß hier tatsächlich die Unter⸗ stützung der Mächtigere gegenüber dem Schwachen bekommt, sodaß er ihm um den Zoll höhere Preise diktieren kann. Das ist bei dem Roheisensyndikat der Fall, das ist bei dem Halbzeugverband der Fall, und das ist überall bei vielen anderen Verbänden genau dasselbe. Meine Herren, es haben mir hier selbst aus den Kreisen der anwesenden Roheisenproduzenten viele ganz offen zu⸗ gegeben, bei allgemeiner Zollfreiheit geht es keinem Lande (Widerspruch.) Sie mögen anderer Meinung sein; ich referiere bloß, was mir solche Herren gesagt haben. Es ist ja schon von verschiedenen Seiten die Gefahr der amerikanischen Konkurrenz als überschätzt hingestellt worden. Ich bin der Ueberzeugung, daß es kein Land gibt, „sdas Eisen billiger produzieren kann als Deutschland. Daß .ses natürlich auch in Deutschland Werke gibt, die unter ungünstigen Verhältnissen arbeiten, ist selbstverständlich; aber ebenso gibt es derartige Werke in anderen Ländern auch, und der bekannte Eisenhüttenmann Lürmann hat im „Stahl und Eisen“ einmal einen Artikel über die Selbstkosten amerikanischer Werke geschrieben und diesen mit den Worten geschlossen: bei Selbstkosten in dieser Höhe brauchen wir die amerikanische renz nicht zu fürchten. 8 Steen wenn es dazu kommen sollte, daß Eng⸗ land Eisenzölle einführte, dann würde es auch zu deren inter⸗ nationaler Regelung kommen müssen, und wir in Deutschland würden uns von einer solchen internationalen Regelung unmöglich ausschließen können; denn England mit seinen Kolonien ist weitaus der bedeutendste Abnehmer deutschen Eisens, und wenn wir uns davon ausschlössen und Differential⸗ zölle gegen uns errichtet würden, so würden wir uns dabei auf das furchtbarste in das eigene Fleisch schneiden. Wir müßten in solchem Falle auf die Eisenkonvention eingehen, und das wäre zu unserem eigenen Vorteil. Da würden mit der Zeit wohl wieder natürliche Verhältnisse kommen, und da würden die jetzigen Streitigkeiten zwischen Kartellen und Ab⸗ nehmern wohl aus der Welt kommen. 8 8 Herr Geheimrat Kirdorf sagt, in den Jahren nach 187 n⸗ sei diese Erbitterung nicht vorhanden gewesen, trotzdem eine noch größere Depression da war. Das beruht eben darauf, daß damals irgend ein derartiger Druck von der einen auf

die andere Seite nicht ausgeübt wer

biete der Welt, sind also Rohstoffabnehmer von den Syndikaten; wir haben nun auf den verschiedensten Märkten gefunden, daß überall im Inlande die Produktion teuerer verkauft wird als im Export. Ich habe in allen Ländern gefunden, daß man sich in den verschiedensten Produktionszweigen zu Vereinigungen zusammenschließt, um die Konkurrenzkämpfe im Inlande zu beseitigen, damit die inländische Industrie gekräftigt werde und kampffähig bleibe auf dem Weltmarkte. Meine Herren, die Syndikate sind keine deutsche Erfindung, dieselben sind uns aufgedrängt und bilden eine Verteidigungsstellung für die deutsche Industrie. Wir sind genötigt, wenn wir 168 nicht gegenseitig durch die Konkurrenz unfähig machen wollen, auf dem Weltmarkt zu kämpfen, uns zu verständigen. Nun ist es ja verständlich, wenn die Abnehmer den Syndikatlieferanten sagen: ihr liefert mir das Rohprodukt viel zu teuer. Bei diesen Preisen können wir nicht bestehen. Ich glaube, diese Gegensatz zwischen Produzent und Konsument, der stets vor⸗ handen gewesen, kann durch die Syndikate nicht beseitigt werden, und der Stärkere benutzt seine Macht. Auf die Syndikate zurückkommend, bezweckten dieselben zunächst die Anpassung der Produktion an den Verbrauch, und es ist nicht, wie vielfach behauptet, lediglich eine Preisverteuerung dem Abnehmer gegenüber der Zweck, s ondern es soll sich in erster Linie um ökonomische und wirtschaftliche Vorteile handeln, die durch die Syndikate wahrgenommen werden können. Durch die Syndftals⸗ bildung und ihre Ausgestaltung ist es möglich gewesen, eine ve teilung herbeizuführen, durch die Syndikatsbildung ist es g ich, durch gemeinsamen Einkauf des Rohstoffes Vorteile zu sichern, das Kreditwesen zu verbessern und das Geschäftsrisiko zu ver⸗ teilen. Vor allen Dingen hat die Beseitigung der gegen⸗ seitigen Konkurrenz uns in die Möglichkeit versetzt, unseren Arbeitern Arbeit aus dem Auslande herbeizuholen. Es wurde hier gesagt, die Arbeit, die hereingeholt ist, besteuert 6 inländische Erzeugung; sie ist zu billigeren Preisen, ig war, beschafft worden. Wir machen nicht die Preise auf 1 Weltmarkt, sondern sie werden uns dort diktiert. Ich möchte für viele Veredelungsindustrien feststellen, daß, wenn 5 keinen Export hätten, die inländische Ware teurer wer en würde. Gerade dadurch, daß wir Export haben, sind wir 8 der Lage, billige Massenfabrikation einzuführen und eine . täglicher Gebrauchsartikel mit großem Konsum für die 2 Massen des Volkes so billig herzustellen. Meine Herren, wenn wir die Arbeit nicht zu den billigen Preisen 88 Ausland hereinholten, dann würden sie eben andere Fe den Preisen liefern. Nun ist ein offenkundiger 8 in der Syndikatsorganisation für die Rohstoffe nicht das ge land mitsyndiziert ist. Diese Kraftvergeudung muß beseh werden, und wir haben bereits gehört, daß Verhandlungen Gang sind, um der deutschen Industrie die Meßepreise bgs dadurch zu erzielen sind, zum Nutzen der inländischen In uj 8 zu erhalten, sei es nun zu deren besserer Rentabilität, seinn, um die Möglichkeit zu schaffen, den Abnehmern im In g- die Rohstoffe zu verbilligen. Es ist ferner anerkannt 5 daß die Organisation eine Lücke hat, insofern der Egvor Fertigfabrikaten nicht durch die Rohstoffsyndikate gesanh wird, durch Exportvergütung. Nun ist weiter die 1 1 ausgesprochen, durch die Bindung der Rohmateria 8 1 Kartelle werde die gesamte Veredelungsindustrie ab hag oder beeinflußt und werde daher auch in der Zukunft svn 19 werden müssen. Ein großer Artikel der Veredelungsindinng der etwa 25 000 Arbeiter beschäftigt, die gestanzten emal s Küchengeschirre, versucht seit drei Jahren den Zusammlan 89 zu einem gemeinsamen Verkaufe; derselbe ist bei 8 Dncl mühungen nicht gelungen. Die Verschiedenheit der f ü täten, die Beziehungen der Fabrikanten zur Kundschoft, g, Beobachtung der Geschmacksrichtung usw. sind Peeas 5 die einer größeren Vereinigung entgegenstehen. Aehn 6 folglose Versuche sind mir in der Textilindustrie h ec nge man wird behaupten können, eine große Anzahl Verfein 1 fabrikate lasse sich nicht syndizieren; je weiter die gen geht, um so höher wird der Arbeitslohn, um so wirkt der Rohstoffpreis, um

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so mehr kommen Qualitäta 1 I“ a 8

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sowie besondere Druckverhältnisse auf dem inländischen Markte die Notwendigkeit geschaffen haben, große Mengen Material

in das Ausland zu exportieren, um wieder zu geregelten Ver⸗ hältnissen zu kommen. Die Verkäufe waren notwendig, um die deutsche Arbeiterschaft mit Arbeit zu versorgen, daher der Vorwurf ungerecht, daß diese Sorge nur auf seiten der An⸗ kläger vorhanden gewesen. Es sind hier wiederholt kriegerische Vergleiche gebraucht worden, und da sei es mir gestattet zu sagen: es gibt nicht allein Siege und Niederlagen auf den Schlachtfeldern und im Reiche der Ideen, es gibt auch Siege und Niederlagen in den wirtschaftlichen Kämpfen zu erleben, wir wollen daher suchen, was uns eint; wir werden uns zu⸗ sammenfinden in dem Ziel, das jede Arbeit im kleinen wie im großen vor Augen haben soll: die Größe des Vaterlandes; so werden wir zu guten Resultaten kommen. Lassen Sie uns sammeln unter Führung der Herren, welche gemeinsam mit uns zum Ausbau der Syndikate zu wirken bereit sind, zur Förderung der Verfeinerungsindustrie, zur Hebung der Aus⸗ fuhr, und damit wir unserer Arbeiterschaft gute Löhne sichern; die bisher unverkürzten Löhne waren bei dem allgemeinen Pessimismus der letzten Jahre nur möglich durch den Erfolg der erheblich gesteigerten Ausfuhr.

Klein⸗Düsseldorf: Meine Herren! der Herr Geheim⸗ rat Wagner hat den Handelskammerbericht von Düsseldorf angeführt. Ich bin in der Lage, einige Belege dafür zu er⸗ bringen, wie weit die Feinblechwerke von Seiten der Mitglieder des Halbzeugverbandes geschädigt worden sind durch den billigen Platinenverkauf in das Ausland. Ein großer Teil des Halbzeugs geht nach Belgien und England. Nun werden in Belgien viele Feinbleche von deutschen Halbzeugen her⸗ gestellt, und sollen dort jetzt sogar die aus deutschen Halb⸗ zeugen hergestellten Bleche die Bezeichnung „made in Germany“ tragen. Es wird das aber noch näher untersucht werden. In Wales habe ich Bleche gesehen, die aus deutschem Halbzeug hergestellt waren; diese Bleche gingen in das Sieger⸗ land, um dort weiter verarbeitet zu werden. Ich wollte das nur sagen, weil Herr Geheimrat Kirdorf heute morgen meinte, er glaube nicht, daß viel Halbzeug in Konkurrenz mit Fertig⸗ fabrikaten käme. Ich meine, die 600 000 t, von denen Herr Geheimrat Kirdorf heute morgen anführte, daß sie als Halb⸗ zeug ins Ausland gingen, die könnten wir auch im Inlande verarbeiten. Ich hoffe, daß der neue Verband in Zukunft derartige Fälle nicht mehr zuläßt.

Generalsekretär Bueck⸗Berlin: Ich hatte mich zum Worte gemeldet, um einige Bemerkungen in bezug auf die Aus⸗ führungen des Herrn Geheimrats Prof. Wagner zu machen. Ich werde meinen Vorsatz streng einhalten und werde daher auch der Versuchung widerstehen, auf die Ausfügrungen des Herrn Bergrats Gothein zu antworten, was mir schwer wird; denn nach meiner Empfindung hat Herr Gothein in allen seinen Reden nicht so viele Angriffspunkte gegeben wie in seiner letzten. Ich bin weit davon entfernt, auf alle Ausführungen des Herrn Prof. Wagner einzugehen, sondern will nur eine Bemerkung zu der Frage machen, die hier im Vordergrund steht, ob die Kartelle dem Gemeinwohl nützen oder ihm schädlich sind.

Meine Herren, nach unserer Wirtschaftsordnung und unserm jetzigen Staatsrecht hat meines Erachtens ein jeder, soweit er sich an die bestehende Gesetzgebung hält, das Recht, zu produzieren, so viel er will, und daraus geht das weitere Recht hervor, daß er seine Produkte absetzen kann, wo und wie er will. Wenn das die Rechte des einzelnen Produzenten sind, so muß das auch das Recht der Vereinigung einzelner sein, und nicht die Ausübung dieses Rechts, sondern die Be⸗ schränkung dieses Rechts würde uns dem sozialdemokratischen Ziel näher führen. Nun kommt es das gebe ich zu auf die Form an, in der sich die Vereinigung der Industriellen vollzieht. Diese Formen müssen in meinen Augen hauptsächlich zwei Ziele verfolgen, abgesehen von den Zielen, die hier schon bezeichnet worden sind, namentlich was der Herr Geheimrat Kirdorf an die erste Stelle gerückt hat, die Regelung der Ausfuhr. Nach meiner Ansicht ist das das vollendetste

zinslich, von 98 auf

Länder werden sie eine außerordentliche Gefahr bringen.

vollendeten Formen. den Vertretern der Syndikate und Kartelle selbst in aus⸗ giebigster Weise hervorgehoben worden. Ich erinnere daran, daß am Montag früh die Verhandlungen eröffnet wurden von dem Herrn Kommerzienrat Weyland mit der Bemerkung, daß sein Kartell nicht fertig sei und Mängel habe, und in ganz ähnlicher Weise sind solche Erklärungen abgegeben worden vom Herrn Kommerzienrat Kirdorf⸗Aachen. Ich bin fest davon überzeugt, daß, wenn diese Erklärungen und Darlegungen über die Unzulänglichkeit der betreffenden Kartelle, über die wir hier verhandeln, von der anderen Seite gewürdigt worden wären, wie sie es verdienen, dann vieles aus unseren Ver⸗ handlungen hätte ausscheiden können. Meine Herren, es ist hier von dem Herrn Kommerzienrat Claus schon hervorgehoben worden, daß, wie ich es aus⸗ drücken möchte, alle Syndikate Kinder der Not gewesen sind. Sie wurden gebildet, um einem verlustbringenden Zustand in einem bestimmten Produktionsgebiete ein Ende zu bereiten; das war der Anlaß zu der Bildung unserer Kartelle. Nun wird Herr Geheimrat Wagner vielleicht die Güte haben, mir zuzugestehen, daß jede Produktion nicht haltbar ist, wenn sie nur die Verluste abgewendet hat. Eine Produktion, die nicht auch Gewinne bringt, muß untergehen. Da sind die Kartelle endlich dazu übergegangen, nicht nur die Verluste auszumerzen, sondern in den von ihnen umfaßten Industrien auch die Geschäfte so zu leiten, daß Gewinne erzielt wurden. So haben die Kartelle durch ihre Tätigkeit zur Aufrechterhaltung der Produktion beigetragen. Sie werden es umsomehr nötig haben, diesen Teil ihrer Aufgabe zu erfüllen, je schwerer der Kampf der Industrien der produzierenden Länder auf dem heimischen Markte und auf dem Weltmarkte wird. Und, meine Herren, hierin erblicke ich den zweiten Punkt, auf dem die Tätigkeit der Kartelle von außerordentlichem Segen für das Gemeinwohl begleitet ist; denn unser ganzes Gemeinwohl ist in hohem Grade abhängig von dem Bestand unserer produk⸗ tiven Tätigkeit, denn nur dadurch können die Volksmassen ernährt werden.

Nun möchte ich auch auf die Exporte der Kartelle ein⸗ gehen. Ich habe mir erlaubt und das muß ich hier wiederholen —, am Montag darauf hinzuweisen, daß keiner, ich möchte fast sagen, aus Wollust zu verlustbringenden Preisen exportiert, sondern das wird nur ausgeführt der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe. Aber wenn Herr Springmann in fast dramatischem Aufbau geschildert hat seine moralische Verpflichtung dem Arbeiter gegenüber, so nehme ich für die Industrien, die hier für die Exporte angegriffen werden, in Anspruch, daß sie ebenso in moralischer Verpflich⸗

tung für ihre Arbeiter gehandelt haben, indem sie den Ar⸗

beitern Arbeit geschafft haben, die im anderen Falle Hundert⸗

tausenden gefehlt hätte. Wenn diese Exporte der Halbfabrikate

in so außerordentlichen Ziffern gewachsen sind den Exporten

der Fertigfabrikate gegenüber, so möchte ich glauben, daß das

darauf zurückzuführen ist, daß die Massen, die von den Halb⸗

zeugfabrikanten produziert werden, viel größer sind, also auch

verhältnismäßig in größeren Massen haben ausgeführt werden

müssen, als es bei den Fertigfabrikaten möglich ist.

Meine Herren, ich will mich auf diese beiden Punkte

beschränken, in denen ich glaube nachgewiesen zu haben, daß

die Vereinigung der Industriellen, die Vereinigung in den

verschiedenen Produktionszweigen im allgemeinen Interesse, im

Syndikat, die vollkommenste Vereinigung, die auch ein Recht 1 8

1A1“

daß die prefered shares, die mit 7 % verzinslich sind, von 50 auf 11 gefallen sind, daß die Bons, die mit 5 % ver⸗ 68 heruntergegangen sind, dieser Umstand erscheint auf den ersten Blick als eine Krisis schwerster Art; aber ich habe die Ueberzeugung, daß diese Krisis zur Gesundung der Kartelle beitragen wird, die, wenn sie über⸗ wunden wird, sie umsomehr stärkt, auch in der von mir be⸗ zeichneten Richtung zu wirken und in dieser Beziehung dem Gemeinwohl zu nützen; aber für die Industrien aller anderen Ich möchte hier die Bemerkung einflechten, daß unsere Syndikate noch weit entfernt sind in der Entwickelung zu den höheren Bei unseren Verhandlungen ist das von

Preisen gerechnet wird, dann sind es eben Angriffspreise, und die sind zu entschuldigen. Geheimer Kommerzienrat Kirdorf⸗Gelsenkirchen (zur Geschäftsordnung): Ich möchte den Antrag stellen auf Schlu der Diskussion über diesen Punkt. Ich bin der Ansicht, daß, wenn wir dazu kommen, über den Aufbau der Kartelle i allgemeinen Interesse, im Gesamtinteresse, hier unsere Meinungen auszutauschen, dann würde zwar über diese Frage viel größere Klärung geschaffen werden, wir sind jetzt aber in den Ver⸗ handlungen über Stabeisen bei Frage 8, und wenn wir so fortfahren in der Diskussion, dann ist es mir unverständlich, wie wir zu irgend einem Ergebnis unserer Verhandlungen bis morgen kommen sollen. Vorsitzender: Ich verstehe den Antrag dahin, daß die Diskussion über die von Herrn Geheimrat Wagner angeregten Fragen geschlossen werden soll, wobei es sich wohl von selbst versteht, daß für den Fall der Annahme des Schlußantrags Herr Professor Wagner selbst noch zum Worte kommt. Geheimer Regierungsrat, Professor Dr. Wagner (zur Geschäftsordnung): Ich möchte es doch als einen Irrtum be⸗ zeichnen, daß hier davon gesprochen wird, ich hätte „Fragen zur Anregung gebracht“, so gewissermaßen als ein Hors d'Oeuvre. Ich habe hier lediglich angeknüpft an die Debatte, die hier stattfand, und zwar hauptsächlich an die über das Verhältnis der Kartelle zu den Interessen der Ver⸗ braucher. Alles, was ich ausgeführt habe, bezog sich darauf. Auch was ich am Schlusse ausführte, knüpfte nur an die Ausführungen des Herrn Kommerzienrats Funcke an, der solche Schreckgespenster heraufbeschworen hatte. Ich habe kein fremdes Moment in die Diskussion hineingetragen. 1 Vorsitzender: Gewiß; aber es fragt sich nur, ob man einer Seite der Debatte einen so außerordentlichen Spielraum geben soll. Kommerzienrat Kantorowicz⸗Posen:

Ich meine, daß in Frage 10 der Einfluß der Kartelle auf die Handelskreise und alle von den Kartellen abhängigen Industrien eingezogen werde. Vorsitzender: Gewiß; aber wir haben beschlossen gehabt, diese Einwirkung zu begrenzen zunächst auf die Stabeisen⸗

industrie und die Bandeisenindustrie. Wenn wir bei Stab⸗ eisen alles besprechen wollen, so ist es unmöglich, die Dis⸗ kussion in Ordnung zu halten. Ich schlage vor, daß wir über den Antrag abstimmen. (Der Schlußantrag wird mit über wiegender Majorität angenommen.) Geheimer Regierungsrat, Professor Dr. Wagner (zur Ge⸗ schäftsordnung): Ich muß wirklich um Entschuldigung bitten, aber es ist mir beim besten Willen nicht möglich, jetzt noch auf die Materie einzugehen. Ich muß eine Vorlesung auf der Uni⸗ versität halten vor mehreren Hundert Studenten, auf die ich mich heute ohnehin nicht habe eingehend vorbereiten können. Es ist mir so ganz unmöglich, in der kurzen Spanne Zeit, die mir jetzt noch übrig bleibt, höchstens von 10 Minuten, auf die verschiedenen Bemerkungen einzugehen, die mir gegen⸗ über gemacht worden sind. Also ich müßte ganz verzichten, wenn es nicht möglich wäre, daß ich morgen vor der Tages⸗ ordnung noch das Wort zu einigen Gegenbemerkungen bekäme. Vorsitzender: Wenn die Versammlung damit einver⸗ standen ist, würde ich morgen früh vor der Tagesordnung Herrn Professor Dr. Wagner das Wort geben. Aber eine neue Diskussion darf sich nicht daran knüpfen. Die Ver sammlung scheint mit diesem Vorgehen einverstanden.

Wir können jetzt wieder zurückkehren zur Diskussion über die Frage, welchen Einfluß das Kartell auf die Stabeisen⸗ industrie ausgeübt hat.

Direktor Mannstädt⸗Kalk: Aus den bisherigen Ver⸗ handlungen über die Kartelle der Kohlen⸗ und Eisenindustr geht hervor, daß sich die Klagen über die einzelnen Kartelle, von dem für Kohlen beginnend und mit dem für Halbzeug schließend, fortwährend verstärkten. Ueber das Kohlensyndikat hörten wir wenig Klagen, desto mehr offene Anerkennung. Das Kokssyndikat wurde schon scharf angegriffen, die Klagen nahmen beim Roheisenkartell an Stärke erheblich zu, um beim Halbzeugsyndikat den Gipfel⸗

Interesse des Gemeinwohls erforderlich ist.

punkt zu erreichen.