Das Mitglied des Herrenhauses, Kammerherr von Brand ist am 11. d. M. in Lauchstädt (Neumark) gestorben.
Im Neuen Königlichen Operntheater findet morgen, Dienstag, eine Wiederholung der „Fledermaus“ statt. Die Besetzung ist die bekannte. Am Mittwoch bleibt das Theater geschlossen.
Die beiden Schillertheater haben den Mitgliedern des Internationalen Frauenkongresses für Mittwoch (den 15. Juni, Abends) mehrere hundert Eintrittskarten zur Verfügung gestellt. Die Direktion legt Wert darauf, den Mitgliedern des Frauenkongresses davon Kenntnis zu geben, weil es in dem Führer, den der Vorstand allen Teilnehmern am Internationalen Frauenkongreß überreicht hat, irrtümlich nicht bemerkt ist.
Die Tegernseer werden gelegentlich ihres Gastspiels im Bellealliancetheater diejenigen Stücke ihres Spielplans auf⸗ führen, die sich während ihrer diesjährigen Tournee des größten Lacherfolgs zu erfreuen hatten Den Anfang macht „Der kleine Kürassier“, eine übermütige Posse; zum Schluß folgt der originelle einaktige Scherz „Die Automatenalm“, nach einer Idee aus den Berliner „Lustigen Blättern“. Von „Kam'rad Lehmann“, mit Guido Thielscher in der Titelrolle, finden nur noch vier Vorstellungen statt.
Das Nationaltheater am Weinbergsweg, das seine forten am 1. September mit einer Aufführung der Oper „Die Hochzeit des Figaro“ eröffnet, ladet durch Säulenanschläge zu einem unpersönlichen Abonnement für 40 bezw. 20 Vorstellungen vom 18. ab ein. Der Beginn des Abonnements ist hinausgeschoben worden, um durch Einftudierung mehrfacher Opern⸗ werke den Abonnenten von vornherein ein abwechselungsreiches Re⸗ pertoir zu bieten. Anmeldungen werden im Bureau des Theaters, Weinbergsweg 12a — 13 b, und in den Verkaufshäusern von A. Wert⸗ heim WTöö Die näheren Bestimmungen sind in den großen Plakaten Mittwochs und Sonnabends an den Anschlagssäulen enthalten. W
Berlin, den 18. Juni 1904.
Der gestrige erste Tag der diesjährigen Ruderregatta des Berliner Regattavereins auf dem Langen See bei Grünau war von prächtigem Sommerwetter begünstigt. Die großen Tribünen des Vereins, die Lokale, die Ufer, die verankerten und reich geschmückten Zillen, Dampfer und Boote waren von vielen Tausenden besetzt. An den Rennen beteiligten sich 35 hiesige und auswärtige Vereine mit einer größeren Zahl von Booten als je. — Nach dem „zweiten Vierer’ (Sieger „Wiking“⸗Berlin) und dem „Junior⸗Vierer“ (Sieger „Union R.⸗K.“⸗Berlin) kam, wie „W. T. B.“ meldet, gegen 4 ½ Uhr von Berlin her die Kaiserliche Dampf⸗ jacht „Alexandria: in Sicht. Brausende Hochrufe empfingen sie. An Bord befanden sich Ihre Majestäten der Kaiser, die Kaiserin, die Hofdamen Fräulein von Gersdorff und Gräfin zu Rantzau, der Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg, der Hofmarschall Graf von Zedlitz und Trützschler, der Generaladjutant von Plessen, der Generalmajor Graf von Hohenau, der Flügeladjutant Graf von Schmettow, der Stabsarzt Dr. Niedner, der Vizeoberzeremonienmeister Kammerherr von dem Knesebeck, die Admirale Staatsminister von Tirpitz, Freiherr von Senden⸗Bibran und Hollmann, der Minister der geistlichen ꝛc. Angelegenheiten Dr. Studt und der Geheime Ober⸗ regierungsrat von Valentini. Die Jacht „Alexandria“ legte am Kaiserpavillon an; der Präsident des Regattaausschusses, Geheime Kommerzienrat Büxenstein, Herr Aßmann vom Ausschuß und der Landrat begaben sich an Bord, während die Musik die Nationalhymne spielte. Ihre Kaiserlichen und Königlichen Majestäten beobachteten nunmehr den „zweiten Einer“ (Sieger Berliner R.⸗K. „Spreehort“) und den Zweiten Junior⸗Vierer“ (Sieger Ruderriege des A. T.⸗V. „Arminia“⸗
eerlin). Zu dem nun folgenden „Kaiser⸗Vierer“ um den von Seiner Majestät dem Kaiser Friedrich gestifteten silbernen Pokal fuhr die „Alexandria“ unter den begrüßenden Zurufen der Menschenmassen zum Start und begleitete von hier die neun am Rennen teil⸗ nehmenden Boote. Wegen Kollision erfolgte ein neuer Start. B. R.⸗K LE gewann den Preis, Zweiter wurde R.⸗G. „Victoria“⸗Berlin, Dritter der Spindlersfelder Ruderverein. Der „Berliner Ruderklub“, der den Preis zwei Jahre lang gehalten hatte, erzielte diesmal keinen Erfolg. Nach dem „zweiten Achter“ (Sieger R.⸗K. „Vineta“⸗Potsdam) folgte das Rennen um den Wanderpreis Seiner Majestät des Kaisers für akade⸗ mische Vierer, offen für immatrikulierte Mitglieder der akademischen Vereine. Es starteten 7 Boote. Das Rennen gewann, wie im vorigen Jahre, der Akad. Ruder⸗ und Ballspielverein Han⸗ nover, Zweiter wurde die Ruderriege des A. T.⸗V. „Arminia“⸗Berlin, Dritter der Akademische Ruderklub⸗Berlin. Ihre Majestäten ließen Sich dann, wie immer, die Siegermannschaften der Kaiserpreise an Bord vorstellen, richteten freundliche Worte an sie und händigten ihnen die Preise aus. — Unter stürmischen Hurras kehrte dann die Kaiserjacht nach ö zurück.
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1“ 8 1.“ Anläßlich des Internationalen Frauenkongresses veranstaltet der kunstgewerbliche Frauenverein „Bienenkorb“, der unter dem Protektorat Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Friedrich Leopold von Preuf⸗ steht und dem Bunde deutscher Frauenvereine angehört, eine künstlerische Ausstellung in seinen Verkaufsräumen (Lützowstraße 75). Was die Frauen auch auf kunstgewerblichem Ge⸗ biet zu leisten vermögen, das soll in dieser Ausstellung den Besuchern vor Augen geführt werden.
Theater. önigliche Schauspiele. Dienstag: Opern⸗
aus. 127. Vorstellung. Der Evangelimann. üsikalisches Schauspiel in 2 Aufzügen, nach einer von Dr. Leopold Florian Meißner erzählten wahren Begebenheit, von Wilhelm Kienzl. Anfang 7 ½ Uhr. eues Operntheater. Unter Leitung des Di⸗ rektors: Gastspiel des José Ferenczy⸗Ensembles. 25. Vorstellung. Die Fledermaus. Komische Operette in 3 Akten nach Meilhacs und Halévys „Reveillon“. Bearbeitet von C. Haffner und R. Genée. Musik von Johann Strauß. In Szene esetzt von J. Ferenczy. Dirigent: Kapellmeister iegfried Moritz. Anfang 7 ½ Uhr. Mittwoch: Opernhaus und Neues Operntheater geschlossen. Ein Billettverkauf findet nicht statt.
Deutsches Theater. Dienstag: Rose Bernd.
Anfang 7 ½ Uhr. Mittwoch: Der Meister. onnerstag: Die Weber.
Berliner Theater. Dienstag, Abends 8 Uhr: Mamzelle Nitouche.
Mittwoch, Abends 8 Uhr: Mamzelle Nitouche.
Donnerstag, Abends 8 Uhr: Mamzelle Nitouche.
Freitag, Abends 8 Uhr: Mamzelle Nitouche.
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Wolzogen. Mittwoch,
Blatt.
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Schillertheater. o. (Wallnertheater.) Dienstag, Abends 8 Uhr: Ein unbeschriebenes Blatt. Lustspiel in 3 Aufzügen von Ernst von
Abends — Hierauf: Der eingebildete Kranke. Donnerstag, Abends 8 Uhr: Ein unbeschriebenes
N. (Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.)
Abends 8 Uhr: 1
Lustspiel in 3 Aufzügen von Gustav Davis. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Das grobe Hemd. Donnerstag, Abends 8 Uhr: Das Heiratsunest. Im Garten täglich: Großes Militärkonzert.
Theater des Westens. Kantstr. 12. Bahnhof oologischer Garten. D. 1“ m bunten Rock. Lustspiel in 3 Akten von Franz von Schönthan und Freiherrn von Schlicht.
Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend: Im bunten RNock.
Neues Thenter. will er sich machen. Am 16. Mittwoch: Einen Jugx will er sich machen.
Donnerstag: Einen Jux will er sich machen.
Eine besondere Anziehungskraft des morgen, Dienstag, im Garten des Reichskanzlerpalais bei der Gräfin von Bülow zum Besten des Frauenhilfs⸗Vereins an den deutschen See⸗ küsten stattfindenden Wohltätigkeitsfestes wird die unter dem v der Frau Elly von Siemens stehende Vergnügungsabteilung
ilden. Die Direktion des Passagetheaters hat sich in den Dienst der guten Sache gestellt und wird durch ihre Artisten von 6—7 Uhr Abends ein ebenso reichhaltiges wie originelles Programm zur Aus⸗ führung bringen lassen. Die National Phonograph Company wird ihren Edison⸗Phonographen vorführen. Durch freundliches Ent⸗ gegenkommen des Direktors Dr. Heck vom Segsogischen Garten ist ferner die berühmte Schlittenhundfamilie der Deutschen Südpolarexpedition ausgestellt, von welcher einige ungg Hunde zum Verkauf bezw. zur Versteigerung gelangen sollen. Bei den ver⸗ schiedenen Erfrischungsabteilungen sind Damen der Gesellschoft tätig. Für die musikalische Unterhaltung der Gäste sorgen außer verschiedenen Militärkapellen eine italienische Mandolinen⸗ und Gitarrentruppe und das „Berliner Liederquartett“ (Dirigent: Rudolf Fiering), das im Berliner Sängerwettstreit am 4. d. M. den ersten Preis davon⸗ trug. Das Konzert beginnt um 5 Uhr. Nach dessen Schluß, gegen 8 ½ Uhr, findet ein Souper an kleinen Tischen statt. (Das Kuvert mit Tischwein 10 ℳ) Eintrittskarten zu 3 ℳ, für Kinder 1 ℳ, sind bei den Vorstandsdamen des Vereins sowie zum ermäßigten Preise von 2 ℳ im Warenhaus für Armee und Marine (Neustädtische Kirchstraße 4/5) und im Warenhaus für deutsche Beamte (Bunsen⸗ straße 2) zu haben.
Das Krankentransportwesen in Berlin und seinen Vororten soll jetzt einer Neugestaltung unterzogen wekden. Der Verband für erste Hilfe (Sanitätswachen, Unfallstationen und Rettungswachen) hat zu diesem Zweck eine Kommission gebildet, in der unter dem Vor⸗
t des Direktors Max Schlesinger, die Herren Professor George Meyer, Sanitätsrat Alexander, Kommerzienrat Emil Jacob, Direktor B. Knob⸗ lauch, Stadtrat Kalisch, Polizeileutnant von Carnap und andere sach⸗ verständige Personen tätig sind. Die Bauart der Wagen, die Ausbildung des Begleitpersonals und der Fahrtarif sind Gegen⸗ stände der Beratung. Es soll durch Verbilligung der Transportpreise auch dem weniger bemittelten Publikum die Inanspruchnahme der Wagen ermöglicht werden. Vor allem aber ist der Desinfektion der Wagen die größte Sorgfalt zuzuwenden. Es steht fest, daß zur Zeit noch Tausende von Personen, insbesondere auch Kinder, mit an⸗ steckenden Krankheiten in Droschken, elektrischen Bahnen und in sonst ungeeigneter Weise in die Krankenhäuser gebracht werden und daß unter diesen Umständen Leben und Gesundheit der Einwohner Berlins durch die Ansteckungsgefahr ständig bedroht sind. Wenn die gewerblichen Transportunternehmer, die jetzt den Kranken⸗ transport durchführen, dem gemeinnützigen Unternehmen gegenüber das wünschenswerte Entgegenkommen bekunden, dürften die Arbeiten des Verbandes dem gewünschten Ziele bald entgegengeführt werden.
8
Der Preußi Beamtenverein in Hannover, Lebens⸗ versicherungsverein a. G. für deutsche Beamte seinschließlich der Geist⸗ lichen, Lehrer, Rechtsanwälte, der geprüften Architekten und Ingenieure, Redakteure, Aerzte, Zahnärzte, Thierärzte und Apotheker sowie der Privatbeamten), hielt am 10. Juni seine XXVII. ordentliche General⸗ versammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht heben wir hervor, daß der Versicherungsbestand Ende 1903 sich auf 67 746 Policen über 243 948 950 ℳ Kapital und 685 407,80 ℳ jährliche Rente stellte und im Geschäftsjahre 1903 einen reinen Zuwachs von 3325 Policen über 15 074 600 ℳ Kapital und 94 730,80 ℳ jährliche Rente zeigte. Die Prämienreserve stieg von 61 394 011 ℳ 50 ₰ auf 67 565 593 ℳ 90 ₰. Die wirkliche Sterblichkeit ist um 52,43 % hinter der erwartungs⸗ mäßigen zurückgeblieben, sodaß die Ausgabe für Sterbefälle nur 1 525 850 ℳ betrug, während man auf eine Ausgabe von 3 207 398 ℳ Flaßt sein mußte. Die Verwaltungskosten betrugen für jede 1000 ℳ Versicherungskapital nur 85 ₰. In Prozenten der Prämieneinnahme stellten sie sich auf nur 2,05 %, in Prozenten der Prämien⸗ und Zinseneinnahme auf nur 1,58 %. Diesen großen Ersparungen ent⸗ sprach die Höhe des Ueberschusses im Betrage von 2 606 796 ℳ 24 ₰. Die Jahresrechnung schließt in Soll und Haben mit 80 623 467 ℳ 61 ₰ ab.
Am 21. Mai d. J. konnten die Herbergen zur Heimat auf ihr fünfzigjähriges Bestehen zurückblickeen. Clemens Theodor Seen- Staatsrechtslehrer in Bonn, ein Enkel des Wandsbeker
oten, ein intimer Freund Wicherns, gründete, wie wir der Zeit⸗ schrift der Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen „Concordia“ entnehmen, am 21. Mai 1854 in Bonn die erste „Herberge zur Heimat“. In der Nähe des Bahnhofs ward ein massipes, dreistöckiges Haus errichtet, in dem Gast⸗ und Vereins⸗ zimmer, die Wohnung der Hauseltern und Schlafräume der wandernden Gesellen sowie ein Betsaal vorhanden waren. Ein Bruder aus dem Rauhen Hause zog als Hausvater ein. Bei der Einweihung hielt Perthes die Weiherede, der ehrwürdige Ernst Moritz Arndt nahm unter den Geladenen den Ehrenplatz ein. Der Besuch übertraf alle Erwartungen; im ersten Monat über⸗ nachteten 161 Gesellen, in zehn Monaten waren es schon 1200. Bald wurde das Haus zu klein, 1883 wurde ein neues, größeres errichtet; aus den 22 Betten des ersten sind 86 geworden. Schuldenfrei steht das Haus da, und 21 000 Wandernde sind im letzten Jahre dort ein⸗ gekehrt. — Diese Herberge zur Heimat wurde das Vorbild für alle späteren; mit Wort und Schrift wirkte Perthes für diese Sache. Zuerst langsam, dann immer schneller vermehrte sich die Zahl der Herbergen zur Heimat. Gegenwärtig bestehen im Deutschen Reiche ihrer 462 mit etwa 19 000 Betten, die im Jahre 1902 insgesamt in 4 498 815 Schlafnächten an Wanderer vermietet wurden. Das sind ewaltige die eine Fülle praktischen Christentums und eg Fürsorge in sich schließen. Denn diese sämtlichen Herbergen
22
8 Uhr: Der Geizige.
Dienstag, Abends 8 Uhr:
Das Heiratsuest.
in 4 Akten von Kneisel.
Schulz, Emil Albes.)
Dienstag, Abends 8 Uhr: Freitag: Papageno.
Dienstag: Einen Jux 4 Akten. Juni:
Zwei
Gastspiel Tegernseer. Kürassier.
Freitag: Einen Jux will er sich machen. Sonnabend: Einen Jux will er sich machen.
Residenztheater. (Direktion: S. Lautenburg) —
Die 300 Tage. (L'enfant du Miracle.) Schwank in 3 Akten von Paul Gavault und R. Charey. Deutsch von Alfred
alm. Mittwoch und folgende Tage: Die 300 Tage.
Bentraltheater. Dienstag, Abends 8 Uhr: Gastspiel von Grete Gallus. Papageno. Schwank
Mittwoch (in erster Besetzung): Die Geisha. (Mia Werber, Henni Wildner, Rudolf Ander, Carl
Donnerstag: Der Raub der Sabinerinnen.
Bellealliancetheater. (Unter der Direktion von Jean Kren und Alfred Schönfeld vom Thaliatheater.) Dienstag, Abends 7 ½ Uhr: Kam’'rad Lehmann. Große Ausstattungsposse mit 9851 und Tanz in (Guido Thielscher in der Tie der Original⸗ Novitäten:
Hierauf: Die Automaten⸗Alm.
sind von der Inneren Mission gegründet und werden von ihr unterhalten, und der Geist evangelischen Christentums waltet i ihnen. Das will einmal sagen, daß jeder ordentliche Durchreis⸗
willkommen ist, vom Hausvater freundlich aufgenommen, dur
Rat und unentgeltlichen Arbeitsnachweis unterstützt wird, daß keinean
Ausbeutung oder Nötigung, etwas zu verzehren oder zu trinken, stat⸗ findet. Zum andern wird aber auch keine Liederlichkeit und Zutht, losigkeit geduldet, jeder Betrunkene wird abgewiesen, Schnaps f gänzlich ausgeschlossen, dagegen wird Bier in geringen Quantitäten neben Milch, Kaffee, Limonaden und ähnlichem geboten, auch für gute Trinkwasser ist Sorge getragen. Karten⸗ und Würfelspiel sind verboten Lärm und Unordnung wird nicht geduldet. Dagegen besteht bei jede Herberge eine Sparkasse, in der der Hausvater auf Wunsch die Er⸗ sparnisse seiner Gäste verwahrt und gewissenhaft verwaltet. Welchen Umfang der Arbeitsnachweis angenommen hat, mag daraus ersehen werden, daß im Jahre 1902 109 306 Herbergsgäste in Arbeit gebracht wurden. Aber der Kern dieser Arbeit ist, wie bei allen Bestrebungan der Inneren Mission, die religiöse Pflege. Jeden Morgen und Abem findet eine kurze Andacht statt, an welcher sich die Hauseltern und
das Personal beteiligen und an der auch die Gäste größtenteilz
teilnehmen. Zwang besteht nicht, ebensowenig bei den ausgedehntern Sonntagsandachten um 10 Ühr, bei welchen auch Gesang mit Harmoniumbegleitung üblich ist. Zur Ehre der Gäste sei gesagt daß der weitaus größere Teil daran teilnimmt und daß irgend, welche Störungen kaum vorkommen. So wird ohne jede aufdring liche Propaganda der Geist eines christlich⸗deutschen Hauses ge pflegt. Der Deutsche Herbergsverband mit dem Si6 in Bethel h Bielefeld gibt seit zwanzig Jahren eine Fachzeit
„Der Wanderer“. Welcher Segen von den Herbergen zur Heimat in den fünfzig Jahren ihres Bestehens ausgegangen ist, kann man er ermessen, wenn man sich die Zustände vergegenwärtigt, die vor ihre Gründung in den Gast⸗ und Logierhcusern herrschten. Schan
Wichern hatte 1844 Bilder aus dem Treiben dieser Herbergen auf.
gedeckt. Am 28. und 29. Juni d. J. wird in Bonn ein Jubelfit gefeiert werden.
Die 37. Hauptversammlung des „Harzvereins fir
Geschichte und Altertumskunde“ findet in den Tagen von
4. bis 6. Juli d. J. in Hettstedt a. Harz statt. Anmeldungen zu Teilnahme werden spätestens bis zum 25. Juni an den Professe Franz in Hettstedt am Harz erbeten.
8 Emden, 13. Juni. (W. T. B.)
Zentralvereins für Hebung der deutschen
Kanalschiffahrt (vgl. Nr. 136 d. Bl.) wurde an
Bei dem Festmable des Fluß⸗ und
eine Ma⸗
jestät den Kaiser ein Huldigungstelegramm abgesandt, au
welches folgende telegraphische Antwort einging:
„Potsdam, 12. Juni, 12 Uhr 56 Nachmittags
Seine Majestät der Kaiser und König haben mich zu beauftrage geruht, der Wanderversammlung des Zentralvereins für Hebung da deutschen Fluß⸗ und Kanalschiffahrt für den freundlichen Gruß Ala⸗ höchstihren Dank auszusprechen, und lassen Seine Majestät den B⸗ ratungen des Zentralvereins und seinen Arbeiten, die von Allerhöcht, denselben mit besonderem Interesse begleitet werden, einen gutn Erfolg wünschen. “ von Lucanus.“
Lemberg, 11. Juni. (W. T. B.) Die Stadt Turka z von einer Feuersbrunst heimgesucht worden, durch die bis gege Abend 200 Häuser zerstört wurden.
Bastia (Korsika), 11. Juni. (W. T. B.) Von dem hiestze
Schwurgericht wurde heute der deutsche Untertan Tiemann
der des Raubmordes an dem Deutschen Mevyer in Ajacecie angeklagt war, freigesprochen. Die Verhandlung dauerte vie
Tage. Die Bevölkerung veranstaltete Kundgebungen für Tiemann.
Madrid, 12. Juni. (W. T. B.) In der Kirche zu Paizat Provinz Orense, platzte eine Bombe und richtete bedeutende Vo⸗ wüstungen an. Drei Verhaftungen wurden vorgenommen.
Bombay, 11. Juni. (W. T. B.) Der Monsun ist pläötz
lich eingetreten.
“
Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.
Bern, 13. Juni. (W. T. B.) Der Bundesrat wähhe den bisherigen schweizerischen Gesandten in Wien Dr. Ä. Claparède zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister beim Deutschen Reich un beim Königreich Bayern.
1“““
(Fortsetzung des Amtlichen und Nichtamtlichen in der Erfem Zweiten und Dritten Beilage.)
—— —— —
Im Sommergarten: Von 6 Uhr ab: Konzen von Max Schmidt. Am 16. Juni: Translateurkonzert.
Familiennachrichten.
Verlobt: Frl. Magdalena Beling mit Hrn. Artz⸗ Baron de Lorne de Saint⸗Ange (Berlin).
Geboren: Eine Tochter: Hrn. Hauptmam von Bötticher (Insterburg). — Hrn. 9 Engel (Ober⸗Glogau). — Hrn. Rittmen Johanssen (Hannover). — Hrn. Oberleutnant Ha von Viereck (Berlin).
Gestorben: Hr. Oskar von Haine (Cunnersde i. Riesengeb.) — Hr. Gewerbeassessor Dr. Fm Westphal (Berlin).
1 Verantwortlicher Redakteur Dr. Tyrol in Charlottenburg.
Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlus Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 22
Neun Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage). (1320,
telrolle.)
Der kleine
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Berlin, Montag, den 13. Juni
Berichte von deutschen Fruchtmärkten.
Qualität
gering
mittel gut Verkaufte
Gezahlt
er Preis für 1 Doppelzentner
Menge
niedrigster ℳ
höchster ℳ
niedrigster höchster niedrigster höchster Doppelzentner
ℳ ℳ ℳ ℳ
Verkaufs⸗
Durchschnitts⸗ preis .
für 1 Doppel⸗ zentner
Am vorigen Markttage
Durch⸗ schnitts⸗ preis
dem
Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staatsanzeiger.
Außerdem wurden am Markttage (Spalte 9) nach überschläglicher verkauft Doppelzentner (Preis unbekannt)
chrift heraut.
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Kernen (enthülster Spelz, Dinkel, Fesen). 16,50 16,80 17,00 17,40
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Gerste. 14,20 13,50
13,00 13,00 13,75 13,50 13,20 13,80 12,80
12,50 14,53 14,50 12,60 13,80 12,64 12,40
12,60 12,40 12,50 12,60 14,00 14,50 12,20
12,90 12,80 13,75 13,50 13,10 13,60 12,70
12,50 14,53 14,50 12,60 13,80 12,38 12,40
12,40 12,40 12,50 12,40 13,00 14,50 12,00
13,00
14,75 13,50 12,13
12,90 12,40 14,00 13,50
14,20
11,88 12,13
12,70 — be 12,70
— 12,30 13,00 13,50 12,60 13,20
11,
9 98
9595 88 S
909 90. 9
Egn.
d0
S. 599S 8 gv99
— &S