1904 / 141 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 17 Jun 1904 18:00:01 GMT) scan diff

Overyssel und Limburg gut; in Nordholland ziemlich gut und in Groningen und Utrecht mäßig. Auf Sandboden ist der Stand in Gelderland, Drenthe, Friesland, Südholland, Oestlich⸗Nordbrabant und Overyssel gut, in Groningen, Nordholland, Westlich⸗ Nordbrabant und Limburg ziemlich gut, in Utrecht mäßig. In den Tälern und auch auf Moorboden steht der Hafer in Drenthe sehr gut, in Groningen, Friesland und Overyssel gut und in Utrecht ziemlich gut. Die Sommergerste steht in Südholland gut, in GFroningen dagegen mäßig. Der Stand der Bohnen ist im all⸗ emeinen zufriedenstellend. Er ist auf Lehmboden sehr gut in See⸗ land, Groningen, Friesland und Overyssel, gut in Südholland und Westlich⸗Nordbrabant, mäßig in Utrecht. Auch bei Erbsen ist der Stand im allgemeinen günstig. Auf Lehm⸗ boden ist er in Groningen sehr gut, in Seeland, Südholland, Gelder⸗ land, Friesland, Westlich⸗Nordbrabant und Oberyssel gut, in Nord⸗ holland ziemlich gut und in Utrecht mäßig. Auf Sandboden stehen die Erbsen in Groningen sehr gut, in Suͤdholland, Gelderland, Fries⸗ land, Nordbrabant und Limburg gut und in Nordholland ziemlich gut. In Tälern und auf Moorboden ist der Stand sehr gut, in Over⸗ yssel, Utrecht und Südholland gut. Flachs steht im allgemeinen nicht ungünstig, obschon der Flachsbrand in einigen Provinzen ziemlich stark auftritt und das Gewächs in Friesland durch Nacht⸗ fröste gelitten hat. nfolge der schlechten Ernteergebnisse in den beiden letzten Jahren sind Zuckerrüben weniger angebaut worden als in 1903 und 1902, in Seeland wenigstens ein Drittel weniger als im vorigen Jahre. Der Stand ist für den Augenblick günstig, obschon aus verschiedenen Gegenden über Insektenfraß, der zum Umpflügen Anlaß gab, Klagen laut werden. In Seeland, Groningen, Südholland, Friesland und Westlich⸗ Nordbrabant ist der Stand gut, in Gelderland, Utrecht, Overyssel iud Limburg ziemlich gut, in Nordholland dagegen nur mäßig. Eß⸗ kartoffeln wurden in diesem Jahre bedeutend mehr angebaut als in den früheren Jahren, da hierzu sowohl die hohen Kartoffel⸗ preise im 1 Jahre Anlaß gaben, als auch die Einschrän⸗ ung der Anbauflächen für Zuckerrüben. Der Stand der Kartoffeln st im allgemeinen nicht ungünstig. An einzelnen Stellen, an denen ie Kartoffeln infolge Wurmfraßes nicht aufgegangen waren, sind uckerrüben gepflanzt worden. Auf Lehmboden ist der Stand sehr gut i Friesland und Overyssel, gut in Südholland, Seeland, Gelderland nd Nordbrabant, ziemlich gut in Utrecht. Auf Sandboden ist der Stand sehr gut in Overyssel, gut in Südholland, Gelderland und Utrecht. Zichorien, die vornehmlich in Friesland angebaut werden, und Zwiebeln stehen gut. 1 IFnfolge der günstigen Witterung im Frühjahre konnte das Vieh sehr früh auf die Weide getrieben werden. ie Wiesen versprechen einen reichlichen Ertrag. Die Berichte lauten bezüglich der Heuernte „gut“ bis „ausgezeichnet“. Ddie Berichte über den Stand des Klees lauten günstig. Die Aussichten auf die Fruchternte sind im allgemeinen günstig. Die Aepfelbäume haben prächtig geblüht und versprechen überall einen reichlichen Ertrag. Der der Birn bäume dagegen hat trotz reicher Blüte den gehegten Erwartungen nicht entsprochen. Augenscheinlich haben die Blüten durch Regen und Nachtfröste im Mai gelitten. In Nordbrabant und Limburg sind die Aussichten gut, in Westland, der Betuwe, Peseah Utrecht ziemlich gut und in einzelnen Teilen der rovinz Südholland mäßig. Urteile über die voraussichtlichen Ernte⸗ ergebnisse der Pflaumen lauten verschieden. Im Westland, Utrecht, Betuwe und Süd⸗Beveland ist der Stand sehr gut, in der Bangert ziemlich gut und bei Ysselmonde sehr mäßig. In der Betuwe haben die Maikirschen durch Nachtfröste gelitten sodaß die Ernte nur mäßig ausfallen wird. In Limburg ist der Stand ziemlich gut, in Südholland sehr gut. Die Aussichten auf den Ertrag der Pfirsiche und Aprikosen lauten durchweg sehr gut; nur bei Ysselmonde ist der Stand sehr schlecht. Johannisbeeren ver⸗ sprechen einen guten Ertrag, das Gleiche gilt von Stachelbeeren. Die Himbeeren haben durch Wurmfraß gelitten, im übrigen lauten die Berichte ziemlich günstig. Die Erdbeeren versprechen überall einen Sre. Ertrag; auch der Stand der Nüsse verspricht guten Ertrag. Die Gartengewächse stehen allenthalben zur Zufriedenheit.

Theater und Musik.

Bellealliancetheater.

Das Tegernseer Bauerntheater, das vor Jahren ch

uns zu Gaste war, eröffnete fefter im Bellealliancetheater eine Reihe von Vorstellungen mit der Aufführung einer Burleske von Richard Manz „Der kleine Kürassier“. Die Fabel des Stücks ist nicht eben neu u. a. kommt sie auch in der Operette „Madame Sherry“ vor —, sie beruht darauf, daß ein flotter Kunstjünger, in diesem Falle ein Maler, nach Hause berichtet hat, er sei seit Jahren glücklich verheiratet, während er noch Junggeselle ist. Die plötzlich angesagte Ankunft seiner Eltern nötigt ihn, nun mit Hilfe einiger Freunde den braven Leuten eine Komödie vorzuspielen, an die sie zunächst glauben, bis sich die Täuschung schließlich ohne ernstere Verwickelungen heraus⸗ stellt und die allgemeine Versöhnung erfolgt. Auch die drollige Figur des „Amerikaseppl“, die Hauptperson einer früher von den bäuerlichen Darstellern aufgeführten Posse, spielt in diesem Stücke die Rolle des Spaßmachers. Gesang und Schuhplattltänze geben neben dem oberbayverischen Dialekt die Lokalfarbe. Gespielt wurde mit jener Frische, die stets bei den Tegernseern wohltuend berührte. Den Abend beschloß ein einaktiger Scherz „Die Automatenalm“ be⸗ titelt, der ebenfalls Richard Manz, den Leiter der Truppe, zum Verfasser hat und viel Heiterkeit erweckte.

Im Königlichen Opernhause gelangt morgen, Sonnabend, „Fidelio“, Oper in zwei Akten von L. van Beethoven, zur Auf⸗ führung; die Damen Dietrich, Reinl, die Herren Bachmann, Möd⸗ linger, Nebe, Philipp und Sommer sind in den Hauptrollen beschäftigt. Kapellmeister von Strauß dirigiert. Zu Beginn wird die Ouvertüre „Leonore Nr. 3 gespielt.

Im Neuen Königlichen Operntheater findet morgen die Erstaufführung der neuen Operette „Der Herr Professor“ von Bsla von Ujj statt. Das Werk ist vom Oberregisseur Berthold Glesinger in Szene gesetzt. Kapellmeister Arthur Peisker hat die musikalische Leitung übernommen. 1“

Mannigfaltiges.

Berlin, den 17. Juni 1904.

In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten nahm vor Eintritt in die Tagesordnung der Stadtverordnete Cassel das Wort, um einige Bemerkungen zu der kürzlich von dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Großen Berliner Straßenbahn in den Zeitungen veröffentlichten Erklärung zu machen. Im übrigen waren die Ver⸗ handlungen der Sitzung im allgemeinen von untergeordneter Bedeutung. Der vom Magistrat beantragte Verkauf des Sportparkgeländes in Friedenau wurde abgelehnt, weil man einen noch höheren Preis zu er⸗ zielen gedenkt; dagegen wurde der Magistrat ermächtigt, das Gelände zu einem Maadestpreise von 2 850 000 zu verkaufen. Ferner wurde eine Vorlage des Magistrats, 5000 für eine Studienreise des Stadtbaurats Krause nach Amerika zur Verfügung zu stellen, angenommen, gleichzeitig aber ein An⸗ trag Buchow einem Ausschusse überwiesen, der dahin ging, noch 5000 zu bewilligen, um dem Stadtbaurat Krause noch eine jüngere Hilfskraft beizugeben. Zum Schluß stand eine Interpellation der Stadtvv. Antrick und Genossen auf der Tagesordnung, die sich auf eine Erklärung des Stadtrats Fischbeck bezog, daß meipefce im städtischen Arbeitshause zur Aufbesserung der Verpflegung daselbst ver⸗ wendet werden. Die von dem Stadtv. Borgmann dagegen erhobenen Bedenken wegen Gefährdung des Etatsrechts der Stadtverordneten entkräftete der Oberbürgermeister Kirschner durch den Hinweis darauf, daß es sich dabei gar nicht um Ersparnisse an barem Gelde, sondern um solche an Mittagsportionen handele, die durch Abmeldung von Arbeitshäuslern nicht zur Verwendung gelangen. Der Frage⸗ steller erklärte darauf die Anfrage für erledigt.

Ddiee dritte Jahresversammlung der Gutenberg⸗Gesellschaft findet am Sonntag nach dem Johannigfest, den 26. Juni 1904, Vor⸗ mittags 11 Uhr, im Stadthause zu Mainz statt, mit der durch die Satzung bestimmten regelmäßigen Tagesordnung. Den Festvortrag wird Professor Dr. R. Kautzsch (Darmstadt) über die graphischen 16

1u“

Künste am Mittelrhein zur Zeit Gutenbergs halten. 5

Homburg v. d. H., 16. Juni. (W. T. B.) Heute vormittag 10 ¼ Uhr trafen auf der Saalburg Seine Majestät der Kaiser mittels Automobils und Ihre Majestät die Kaiserin zu Wagen sowie die Damen und Herren des Gefolges ein. Zum Empfange waren u. a. erschienen der Minister der geistlichen ꝛc. Angelegenheiten Dr. Studt und der Oberbürgermeister Ritter von Marx. Die Majestäten besichtigten zunächst unter Führung des Geheimen Baurats Jacobi den rekon⸗ struierten Mithrastempel und dann eingehend die im altrömischen Stil erbaute Doppeltribüne beim Start und Ziel des „Gordon⸗ Bennett⸗Rennens.“ Der Herzog von Ratibor und der Freiherr von Brandenstein übernahmen hier die Führung. Alsdann be⸗ gaben sich die Majestäten in die Saalburg und sahen hier die vom Bildhauer Götz ausgeführten Statuen der römischen Kaiser Hadrian und Alexander Severus, die vor dem Portal des Sacellums aufgestellt sind. Sodann besichtigten die Majestäten die in der Waffenhalle angebrachte Gedenk⸗ tafel für Theodor Mommsen mit der Büste des Gelehrten. Tafel und Büste sind ebenfalls vom Bildhauer Götz, den Seine Majestät heute zum Professor ernannte. Bei der Besichtigung waren zwei Söhne Mommsens zugegen. Die Majestäten begaben Sich darauf auf den Wall des Lagers, wo bei der Porta decumana einige nach⸗ gebildete alte römische Wurfgeschütze aufgestellt waren, die vom Grafen von Zeppelin als Geschenk für die Saalburg seitens der „Gesellschaft für lothringische Geschichte und Altertumskunde in Metz“ übergeben wurden. ie e⸗ schütze wurden durch den Major Schramm vom Sächsischen Artillerieregiment Nr. 12 praktisch vorgeführt; es wurden Pfeile und Kugeln abgeschossen. Schließlich nahm Seine Majestät aus den Händen des Verlegers der „Allgemeinen Automobilzeitung“ Braunbeck ein Prachtexemplar des offiziellen Führers für das Rennen entgegen. Hierauf fuhren Ihre Majestäten nach Homburg zurück.

Homburg v. d. Höhe, 16. Juni. (W. T. B.) Abends zwischen 6 und 7 Uhr wurde in der Nähe von Dornholzhausen an der Karlsbrücke das von der Saalburg mit großer Geschwindigkeit an⸗ kommende Automobil des Berliner Hoteliers Uhl aus der Brückenkurve ins Feld geschleudert. Uhl und ein zweiter In sasse wurden erheblich verletzt.

Saalburg, 17. Juni. (W. T. B.) Pünktlich um 7 Uhr früh begann, durch Trompetenfanfaren angezeigt, das Gordon⸗Bennett⸗ Automobilrennen. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, Allerhöchstwelche von dem Herzog von Ratibor empfangen und in die Kaiserliche Loge geleitet worden waren, beobachteten mit großem Interesse den Start, dem auch Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz Heinrich, der Prinz Friedrich Leopold, die Erbprinzessin von Sachsen⸗Meiningen sowie der Prinz und die Prinzessin Friedrich Carl von Hessen beiwohnten.

(W. T. B.) An den Folgen

„Usingen (Taunus), 17. Juni. eines Automobilunfalles, der sich gestern nachmittag zutrug, ist der Baron Leitenberger aus Wien heute früh in dem hiesigen Krankenhause gestorben. Baron Leitenberger verunglückte mit seinem Automobil, in welchem sich auch seine Gemahlin befand, an einer steilen Kurve bei Grävenwiebach. Das Automobil fuhr in einen Chausseegraben und überschlug sich. Der Baron und seine Gemahlin wurden schwer und der Chauffeur sehr schwer verletzt.

Bochum, 16. Juni. (W. T. B.) Auf Schacht 6 d „Konstantin“ sind drei Festoin dafzecha⸗h verf hnd worden. Einer ist mit gebrochenen Beinen zu Tage geförde et die beiden anderen sind noch nicht geborgen; sie sind vermutlich bänt,

Wien, 17. Juni. (W. T. B.) Der Gouverneur der Bohe kredit⸗Anstalt, ehemalige Generalintendant der Hoftheater, Freih n⸗ von Bezeecny ist heute gestorben. enr

St. Petersburg, 17. Juni. (W. T. B.) Di Minsk wurde durch ein großes Feuer heimgesucht, das 8 den Snds an drei Stellen ausbrach und sehr bedeutenden Schaden anrichtete.

New York, 16. Juni. (W. T. B.) Fast 600 Fahrgäste dem durch Brand zerstörten Dampfer „General Cgüste wh (vgl. Nr. 140 d. Bl.) werden noch vermißt. 530 Leichen sind bis zum Abend geborgen worden, davon sind 409 festgestellt. Ueber den Hergang bei dem Brandunglück soll eine eingehende Untersuchung angestellt werden. Von der Besatzung des Schiffes ist nur ein Mann (ein Steward) umgekommen: die anderen befinden sich in Haft. Es wird erzählt, die Rettungz⸗ gürtel nicht erreichbar angebracht und überdies ein Teil von ihnen alt und unbrauchbar gewesen sei. Dem Kapitän wird vorgeworfen, da er nicht sofort auf die nächste Uferstelle zugesteuert habe. Wastz 1 eigentlich zugetragen hat, ist schwer festzustellen, da von den Ueber⸗ lebenden viele immer noch wie von Sinnen sind. Uebereinstimmend wird berichtet, daß eine plötzliche Panik ausbrach und ein allgemeinet Drängen nach dem hinteren Teile des Schiffes folgte. Infolge dessen zerbrachen die Relings und viele stürzten ohne Rettungsgürtel ins Wasser. Da viele unter den Frauen und Kindern nicht englisch ver⸗ standen, wurde die Verwirrung noch größer. Im mittleren Leil der Oststadt ist kaum eine deutsche Familie, die durch das Unglück nicht einen Angehörigen verloren hat. Der Präsident Roosevelt hat dem in tiefe Trauer versetzten Pastor Haas und der St. Markus⸗ Gemeinde telegraphisch sein herzliches Beileid ausgesprochen.

New York, 16. Juni. (W. T. B.) Nach einem Telegramm aus Santiago de Cuba hat dort ein Wirbelsturm gewüttet, der von heftigen Regengüssen begleitet war. Gegen hundert Menschen werden bisher als getötet angegeben. Großer Schaden wurde angerichtet. Infolge Zerstörung der Wasserleitung herrscht Wassermangel.

New York, 17. Juni. (W. T. B.) Bei dem aus Anlaß des Deutschen Kriegertages veranstalteten Schützenfest hielt am Donnerstag der deutsche Botschafter Freiherr Speck von Stern⸗ burg eine Rede, in der er ausführte, der Anblick der Veteranen rufe mächtige Erinnerungen wach an die hehren Gestalten des großen Kaisers und seines großen Paladins Bismarck, deren Taten den Geist der Zusammengehörigkeit aller Deutschen wachgerufen hätten. Kaiser Wilhelm I. ruhe jetzt unter dem Heldenlorbeer; aber Gott habe Deutschland ein neues Rüstzeug gegeben: Kaiser Wilhelm II. habe das Erbe Seiner Väter treu gewahrt. Der Redner bemerkte dann, Seine Majestät der Kaiser Wilhelm habe ihn beauftragt, dem Nationalen Schützenbund einen deutschen Schützenadler zu überreichen, der die Brust des jeweiligen Präsidenten schmücken solle. Auf Befehl seines Kaiserlichen Herrn lege er dem prsidenten Kröger das Symbol an. Der Präsident Kröger er⸗ uchte hierauf den Botschafter, Seiner Majestät den tiefgefühlten Dank der deutsch⸗amerikanischen Schützen zu übermitteln, und brachte ein begeistert aufgenommenes dreifaches Hoch auf Seine Majestät den Kaiser Wilhelm aus.

Tanger, 16. Juni. (W. T. B.) Nach einer Meldung der „Agence Havas“ hat der Dampfer „Brake“ der Oldenburg⸗ Portugiesischen Dampfschiffsreederei unweit Mazagran Schiffbruch gelitten und ist verloren. Zwölf Personen sind 1dAA“

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Dresden, 17. Juni. (W. T. B.) Seine Majestät der König hat eine ruhige Nacht gehabt, das Befinden ist deshalb heute recht befriedigend. Seine Majestät unternahm am gestrigen Nachmittag wieder eine Wagenfahrt.

Paris, 17. Juni. (W. T. B.) Der Justizminister gab infolge einer von dem Gouverneur von Französisch⸗Wes⸗⸗ afrika an den Pariser Oberstaatsanwalt gerichteten Depesche den Auftrag, den ehemaligen Generaladministrator Girard zu verhaften. Girard ist beschuldigt, daß er einen Neger, der bei ihm als Dolmetscher angestellt war, er⸗ mordet oder seine Ermordung veranlaßt habe. Girard leugnet entschieden und behauptet, das Opfer der Rachsucht der Ein⸗ geborenen zu sein. Er wird nach Saint Louis (Senegal) ge⸗ bracht, wo die Untersuchung dieser Angelegenheit vorgenommen werden wird. F.““

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten und

g Feiten Beilage.)

Theater.

Königliche Schauspiele. Sonnabend: Opern⸗ haus. 130. Vorstellung. Fidelio. Oper in 2 Akten von Ludwig van Beethoven. Text nach dem Fran⸗ zösischen von Ferdinand Treitschke. 2 Beginn: Duvertüre „Leonore“ (Nr. 3). Anfang 7 ½ Uhr.

Neues Operntheater. Unter Leitung des Di⸗ rektors: Gastspiel des José 21ree e en 28. Vorstellung. Zum ersten Male: Der Herr Professor. Operette in 3 Akten von Victor Léon. Musik von Béela von Ujj. In Szene gesetzt vom Oberregisseur Berthold Glesinger. Dirigent: Kapell⸗ meister Arthur Peisker. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonntag: Opernhaus. 131. Vorstellung. Undine. Romantische Zauberoper in 4 Akten von Albert Lortzing. Text nach Fouqués Erzählung frei be⸗

arbeitet. Anfang 7 ½ Uhr. Neues Operntheater. Nachmittags 3 Uhr: Zu ledermaus. Komische

halben Preisen: Die Operette in 3 Akten nach Meilhacs und Halévys von C. Haffner und

Reveillon“. Bearbeitet R. Genée. Musik von Johann Strauß. Abends 7 ½ Uhr: 29. Vorstellung. Der Herr Professor. Operette in 3 Akten von Victor Léon. Musik von Böéla von Ujj.

Deutsches Theater. Sonnabend: Die ver⸗ sunkene Glocke. Anfang 7 ½ Uhr.

Gastspiel von

der Elfen.

Fritzchen. mann

Abends 8 Uhr:

Fritzchen.

Abends 7 ½ Uhr: Rose Bernd. Montag: Monna Vanna. Zeclhlesr Garten.

Berliner Theater. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Manzelle Nitouche.

Sonntag, Abends 8 Uhr: Mamzelle Nitouche.

Montag, Abends 8 Uhr: Mamzelle Nitouche.

Dienstag, Abends 8 Uhr: Der jüngste Leutnant.

Schillertheater. o. (Morwi her⸗

Große Oper in 4 Akten von G. Verdi. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Das Nachtlager in Granada. Abends 8 Uhr: Oberon, König

Montag, Abends 82Uhr: Der Freischütz.

N. (Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Morituri. (Teja. Das Ewig⸗Männliche.) Von Her⸗ Sudermann.

Sßentn.. Nachmittags 3 Uhr:

Das Ewig⸗Männliche.)

Montag, Abends 8 Uhr: Morituri. Das Ewig⸗Männliche.) Im Garten täglich: Großes Militärkonzert.

Rosenmontag.

bunten Rock. Dienstag: Maria Theresia.

(Wallnertheater.)

Abends 8 Uhr: Der Troubadour.

Sonnabend, will er sich machen. einrich Bötel.

Sonnabend, Abends 8 Uhr:

alm.

Pauline. Zentraltheater. Sonnabend,

Fritzchen. (Teja.

Morituri. (Teja. Königlicher Hofschauspieler. Sabinerinnen.

von Schönthan.

Theater des Westens. Kantstr. 12. Bahnhof

der ( Sonnabend, Abends 8 Uhr: u volkstümlichen Preisen: Alt⸗Heidelberg. Sonntag, Nachmittags 2 ½ Uhr: Zu volkstümlichen

Preisen: Alt⸗Heidelberg. Abends 8 Uhr: Im

Montag, Abends 8 Uhr: Im bunten Rock.

Neues Theater. Sonnabend: Einen Jux Sonntag: Einen Jux will er sich machen. Residenztheater. (Direktion: Die 300 Tage. keim). L'enfant du Miracle.) Schwank in 3 Akten von aul Gavault und R. Charey. Deutsch von Alfred

Sonntag und folgende Tage: Die 300 Tage.

Gastspiel von Josefine Dora vn Emil Richard, er Schwank in 4 Akten von Franz

Sonntag: Der Raub der Sabinerinnen.

Bellealliancetheater. (Unter der Direktion von Jean Kren und Alfred Schönfeld vom Thaliatheater,) Sonnabend, Abends 7 ½ Uhr: Gastspiel der Original⸗ Tegernseer. Der kleine Kürassier. Hierauf: Die Automaten⸗Alm. (Schuhplattler Zither⸗ vorträge.)

Im Sommergarten: Um 6 Uhr: Konzert von Curt Goldmann.

Familiennachrichten. Verlobt: Frl. Gabriele Weber mit Hrn. Gerichts⸗ aseger Alfred Hagen (Gera).

Verehelicht: Hr. Rittergutsbesitzer Herbert von Feeee mit Frl. Wanda von Baehr (Woeter⸗

8

S. Lautenburg.)

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Hans von Klitzing (Diedersdorf bei Vietz).

Verantwortlicher Redakteur Dr. Tyrol in Charlottenburg. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin. Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags Anstalt, Berlin SM., Wilhelmstraße Nr. 32.

Acht Beilagen

Abends 8 Uhr:

Raub der

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eiger und Königlich Pr 1

Berlin, Freitag, den 17. Juni

Qualität

gering

mittel Verkaufte

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

Menge

niedrigster

höchster

niedrigster höchster niedrigster höchster Doppelzentner

Landsberg a. Breslau.. Hirschberg i. Ratibor. Göttingen Selbern. . . e““ 14“] Langenau i. Wrttbg. öö“; Chäateau⸗Salins

Kaufbeuren.. Langenau i. Wr

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Golbab Landsberg a. W. Kottbus Wongrowitz. Breslau... Hirschberg i. Schl. eee“ Göttingen Geldern.

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Goldapb.. Landsberg a. W.. Kottbus ... 1 Breslau 8 Hirschberg i. Schl. 1“ Göttingen. ee“ 6“ Döbeln. H Langenau i. Wrttbg.. Zö1““ 6 . Chateau⸗Salins. . . 8

Bemerkungen.

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Wei zen. 17,00 17,60 18,70 18,00 16,50 17 80 17,20 17,00

17,00 18,10 18,70 18,10 16,50 18,10 17,20

16,50 17,00 17,10

88 16,00 17,50 16,20 16,80 16,00 16,00 17,00 17,00 16,00 16,40

Kernen (enthülster Spelz, Dinkel, Fesen).

16,80 16 80 e 17,20 17,20 17,60 17,60

Roggen. 13,00 13,50 8es 12,60 12,45 12 30 12,50 12,90 13,20 13,60 14,90 13 60

17,10 17,50

16,00 17,80 16,20 16,90

13,50 12,60 12,45 12,40 13,00 13,40 13,60 15,20 13,60 12,60 12,70 13,25 13,25

8 8

Gerste.

13,50 12,10 12,20 12 60 13,20 12,50 13,50 11,70 12,20 14,00 15,00 14,00 14,00

Hafer. 13,20 14,00 13,00 13,20 13,80 11,90 12,20 12,60 12,80 E- 13,00 12.30 12,70 13,50 13,50 11,40 12 40 11,80

13,00

12,20 12,40 12 80

13,30 14,90 12,60 12,50 13,00 14,00

12,10 12,00 12,30

13,30 14,60 12,60 12,40 13,00 13,60

13,50 12,30 13,50 14,00 12,20 15,00

12,00 11,90 12,00 11,70 14,00 14,00 13,50

14,00 13 00 13,80 12,50 13 00 13 40 12,70 14,00 12.40 12,20

14 00

13,20

13 20 11,50 12,40 12,30 13,00 11.40 11,80 12,40 13,75

11,90 12,40 88 13,75 V 14,00

13,00 13,50

.—

en Staatsanzeiger.

Am vori m vorigen am Markttage

Markttage (Spalte 1) Durch⸗ nach überschläglicher schnitts⸗ S Feng verkauft Doppelzentner (Preis unbekannt)

Verkaufs⸗ preis

für 1 Doppel⸗ zentner

wert

858 890

0 SS. 00. 80 8

99 985

13,10 13,60

12,50 13,20

13,57 12,00

12,40 13,75

““

Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswert auf volle Mark abgerundet mitgeteilt. Der Durchschnittspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet.

Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende Preis nicht vorgekommen ist, ein Punkt (.) in den letzten sechs Spalten, daß entsprechender Bericht fehlt.

Deutscher Reichstag. 99 Sitzung vom 16. Juni 1904. 1 Uhr. Auf der Tagesordnung steht zunächst die im Wortlaut

bereits mitgeteilte Interpellation der Abgg. Auer und

Genossen über den dem preußischen Abgeordnetenhause vor⸗ gelegten Gesetzentwurf, betreffend die Erschwerung des Ver⸗ tragsbruchs landwirtschaftlicher Arbeiter und des Gesindes. .

Ueber den Anfang der Sitzung wurde in der gestrigen Nummer des Blattes berichtet.

Abg. Stadthagen (Soz.) fortfahrend: Der EFeetee ver⸗ stößt ferner auch gegen das Strafgesetzbuch. Das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb bezieht sich sowohl auf gewerbliche wie andere Arbeiter. Das Wesentliche ist aber für mich, daß das Bürgerliche Gesetzbuch die Rechtsverhältnisse der ländlichen Arbeiter klar und erschöpfend geregelt hat. Die ländlichen Arbeitex sollen Sklaven sein, und der Abg. von Oldenburg hat vor einiger Zeit ganz offen esagt, daß er Arbeiter entlassen habe, weil sie seiner politischen Richtung nicht angehören. Auch der Abg. Gamp hat der herzlosen Ausbeutung von Menschen durch Menschen das Wort geredet. Die Vogelfrei⸗ erklärung, die Stellung auf die Fsa. Liste, verstößt gegen die gute Sitte. Zur Ehre des früheren Abg. Freiherrn von Stumm muß ich daran erinnern, daß er in Fällen der schwarzen Liste die Schadlos⸗ haltungspflicht anerkannt hat. Der preußische Gesetzentwurf ist derselbe Verstoß gegen die gute Sitte. Der Justizminister berief sich auf das Kammergericht. Ach Gott, man kann einen Strafsenat des Kammer⸗ gerichts so zusammensetzen, daß er sogar die Aufhebung der Reichs⸗ verfassung für legal erklärt. Aus dem Buche des früheren Ministers Bosse wissen wir ja, wie Bismarck über „zuverlässige“ Richter dachte. 1873 hat der Reichstag, auch das Zentrum, einen Gesetzentwurf über den Kontraktbruch der gewerblichen und ländlichen Arbeiter abgelehnt. Damals war man also der Meinung, daß dieser Gegenstand zur Kompetenz des Reiches gehört. 1899 hat der Minister von Miquel denselben Standpunkt vertreten, und der Landwirtschaftsminister von

ammerstein stimmte ihm zu. Ein paar Jahre später kommt das Ibgeordnetenhaus und beantragt nun einen Gesetzentwurf gegen die ländlichen Arbeiter. Die Regierung sagt dann: wenn Sie es wollen, so machen wir es. Interessant ist, daß selbst der Abg: Oertel seinerzeit sich für die Gleichstellung der länd⸗ lichen mit den gewerblichen Arbeitern in der Versicherungs⸗ gesetzgebung erklärte, um der Landflucht zu begegnen. Gedenkt nun der Reichskanzler etwas dagegen 8 machen, daß preußische Minister Schritte tun, die geeignet sind, die Reicheverfafsung und die bestehende Gesellschaftsordnung zu untergraben, sodaß die ländlichen Arbeiter Heloten und Sklaven werden müssen? Wird er dem Feldzu gegen die Reichsgesetzgebung Einhalt tun? Am meisten e mi

b

die jetzige Haltung des Zentrums. 1854 lebten die beiden Reichens⸗ perger noch, und sie lehnten das über den Kontraktbruch der Arbeiter ab. Die Abgg. Herold und Klose dagegen erklären sich jetzt für einen solchen Einbruch in die Reichsgesetzgebung. Sie spannen den Bogen so scharf, daß Sie Arbeiter geradezu aufreizen zu Gewalt⸗ tätigkeiten gegen diejenigen, die Kontrakte ausarbeiten wie die Land⸗ wirtschaftskammern, die einem die Schamröte ins Gesicht treiben müssen. Das sind Wucher⸗, Ausbeutungs⸗ und Hungerlohnverträge. Der ländliche Arbeiter ist heute schon rechtlos; er hat kein Gewerbe⸗ gericht. Sucht er bei den gewöhnlichen Gerichten Recht, so kann er verhungern, bis ihm Recht gesprochen wird. Redner zitiert ver⸗ schiedene Fälle, die beweisen sollen, daß kranke Arbeiter von ihren Arbeitgebern um ihren Lohn geprellt werden, und fährt dann fort: Solche Fälle machen es begreiflich, wenn die Arbeiter sich selbst ihr Recht verschaffen. Ein Gutsbesitzer hat einem Mädchen den Lohn sechs Jahre vorenthalten und dann den Verjährungseinwand erhoben. Dieser Kerl, dieser Betrüger, Ausbeuter, Auswucherer würde den Schutz des preußischen Gesetzes genießen; das ist die Absicht dieses Entwurfs. Der Arbeiter soll als Vieh behandelt werden. Wie widrig heuchlerisch ist es, wenn außerhalb dieses Hauses von Treu und Glauben gegenüber den ländlichen Arbeitern gesprochen wird; der Großgrundbesitzer ist es, der in den meisten Fällen den Kontrakt bricht. Wenn einem mißhandelten kranken Mädchen von einer anderen Arbeiterin geraten wird, doch nicht in den Dienst des barbarischen Dienstherrn zurückzukehren, so kann diese nach dem Entwurf bestraft werden. Dieselben Groß⸗ grundbesitzer, die die Arbeiter unreife, grüne Jungen nennen, haben auch gesagt, man müsse der Bestie den Zaum anlegen. Dieser Gesetz⸗ entwurf ist ein bewußter Einbruch in die Reichsgesetzgebung. Das Deutsche Reich ist nicht allein für den Besitzenden da, sondern auch für den Arbeiter. Es muß gegen den Versuch protestiert werden, aus Deutschen Leibeigene zu schneiden. Hoffentlich wird jener Gesetz⸗ entwurf verscharrt werden wie seinerzeit das „Zuchthausgesetz“. Was gedenkt der Reichskanzler zu tun, um diesem Angriff gegen jedes Menschenrecht entgegenzutreten?

Darauf nimmt zur Beantwortung der Interpellation das Wort der

Staatssekretär des Reichsjustigamts Dr. Nieberding:

Meine Herren! Die Herren Interpellanten haben in ihrer Inter⸗ pellation die Behauptung aufgestellt, daß bestimmte Reichsgesetze, die die Interpellation namhaft macht, verletzt seien durch einen im preußischen Landtage eingebrachten Gesetzentwurf. Ich werde auf die Darlegungen, die zur Bekräftigung dieser Behauptung der Herr Ver⸗ treter der Interpellation gegeben hat, des näheren weiterhin ein⸗ gehen ohne dabei die Uebertreibungen zu⸗ berühren, deren er sich nach

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meiner Meinung schuldig gemacht hat, ohne auch auf die Spitzen und Persönlichkeiten einzugehen, deren er sich gegenüber dem preußischen Richterstande und gegenüber denjenigen Herren Ministern schuldig gemacht hat, welche die Verantwortung für den Gesetzentwurf, zu tragen haben. Wenn er ins⸗ besondere gesagt hat, daß die preußischen Minister mit dem Be⸗ wußtsein, einen Einbruch in das Reichsrecht zu tun, diesen Gesetzent⸗ wurf eingebracht hätten, so richtet sich dieser Vorwurf nach meiner Meinung in den Augen des hohen Hauses von selbst. (Lebhafter Beifall. Oh! bei den Sozialdemokraten) Das Richtigste ist es nach dem Gefühle des hohen Hauses, wie ich es empfinde, wenn ich den Vorwurf als nicht gesprochen ansehe. (Sehr richtig!)

Dann haben die Herren Interpellanten aber an die Behauptung von der Verletzung gewisser Bestimmungen des Reichsrechts eine Ausführung geknüpft, die nicht mehr rechtlicher Natur ist. Sie haben im zweiten Teile ihrer Interpellation und ich möchte nach der Anordnung, die sie ihrer Interpellation gegeben haben, sagen: in dem wichtigsten Teil gewisse Betrachtungen angestellt über die wirtschaftliche Natur des im preußischen Abgeordnetenhause eingebrachten Gesetzentwurfs, über die Folgen, welche er insbesondere für die Arbeiterwelt haben kann und haben wird und diese sind natürlich nach der Meinung der Herren Interpellanten ungünstige.

Der Herr Reichskanzler geht von der Ansicht aus, daß, wenn er die Beantwortung der Interpellation übernommen hat, er die Beantwortung nur übernehmen konnte in den Grenzen seiner verfassungsmäßigen Berechtigung. Ein Urteil über den Inhalt eines in einem einzelnen Bundesstaate ein⸗ gebrachten Gesetzentwurfs, insbesondere darüber, ob dieser Gefetz⸗ entwurf in seinen Bestimmungen zweckmäßig ist, welchen Interessen er fördersam, welchen er nachteilig ist, steht an und für sich dem Herrn Reichskanzler in diesem hohen Hause nicht zu. (Sehr richtig! rechts.) Darüber wird die preußische Staats⸗ regierung und auch der Herr Reichskanzler als Ministerpräsident Preußens im preußischen Landtage Rede zu stehen Gelegenheit habem.: hier im Hause aber muß er jedes Eingehen auf Gesichtspunkcte sich, versagen, die nicht mit der Frage zusammenhängen: ist die vußi 8 Regierung berechtigt, diesen Gesetzentwurf im Landtage diazoein gen 8 Verletzt er in der Tat Reichsrecht? Ist der Herr Reio, zkanzler ver⸗