1904 / 234 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 04 Oct 1904 18:00:01 GMT) scan diff

bei der Werft zu Wilhelmshaven beauftragt Lauten berger, Freg. Kapitän z. D., Vorstand der Hauptstelle für das Wohlfahrtswesen der Arbeiter bei der Werft zu Wilhelmshaven, zum Bibliothekar beim Marine⸗ zum Geschwaderingen. Div. Ge⸗

Kommando der Marinestation der Nordsee, Stiegel, stabsingen. von der Werft zu Danzig, des 2. Geschwaders, Springer, Marinestabsingen., Ingen. der 2. Werftdiv., zum Geschwaderingen. des 1. schwaders, Otto, Marinestabsingen. von der 2. Werftdiv., zum Div.

Ingen. der 2. Werftdiv., Dr. Frentzel⸗Beyme, Manrineoberstabs⸗

arzt vom Stabe S. M. S. „Wittelsbach“, unter Belassung in diesem

Dienstverhältnis zum Geschwaderarzt des 1. Geschwaders, Dr. Frey⸗

madl, Marineoberstabsarzt vom Stabe S. M. S. „Kaiser Friedrich III.“, unter Belassung in diesem Dienstverhältnis zum Ge⸗ schwaderarzt des 2. Geschwaders, ernannt.

Zu Lts. zur See befördert: die Fähnriche zur See: Saalwächter, Gartmann, Berger,

de, Beitzen (Richard), Spangenberg, Lenzner, Wisotzki, iedrich), Kiep, Maltzahn, Conrad, assmann (Siegfried),

Ledeboer, Waitz, Paul, Frhr. Callisen, Müller (Adolf), Graeve (Walter),

evyer ( Franssen, Zander, Rohrbeck,

Georg), Magnus, Fritz, v. Mossner, Jansen,

Billerbeck, Bode, Sohnke, Jenetzky, Wickel, v. Zastrow, Gaertner, Korte, Vollheim, Schlüter, Weddigen,

Paul), Ganzel, Rasch, Wolff (Richard), Andrée, Johon, Schmeidler, Bertenburg, Schneider (Rudolf),

oenicke, Andersen, Siemens, Hoppe, Ottmer,

iegandt, Zores, Heinemann, Remy, Schwarz (Erik), Eberhard, Henoumont, Matthias, Löwe, Harnisch, Seydel, Fink, Metger, Coulmann, Heeseler, Lemmer, Nott, Schwerdtfeger, Wieblitz, Doll⸗ mann, Quaet⸗Faslem, Lerche, Schramm, Dangel, George (Gottfried), Reichert, Schultz, Ehrlich (Her⸗ bert), Anschütz, Klasing, Rottländer, Heck, Thierfelder, Gr. v. Schweinitz u. Krain Frhr. v. Kauder (Hans Her⸗ mann), Zangemeister, Franz, Jess, Me ißner, Schulten, Schroeter, Werner, Lauenstein, Asm ussen, Capelle, Hermann (Peter), Rücker, Hoyermann, Hilgen⸗ dorff, Kölle, Görges, Schwonder, v. Bomhard, Laß⸗ mann, Faige, Brandes, Mathy (Karl), Lisch, Kuntze, Otte, Busch, v. Goessel, Schreyer (Ottomar), von Bredow, Meyer (Paul), v. Petersenn, Koehler (Walther), Francke, v. Hase, v. Pelken, Neubauer, Magnus Gr. v. Platen zu Hallermund, Heilmann, Adam (Hans), Bauck, Becker (Max), Fischler Gr. v. Treuberg, Fischer, Mohr (Paul), Meyer (Heinrich), Pungs (Fritz), Kar⸗ lowa, Eucken⸗Addenhausen, Gr. v. Harbuwal gen. Cha⸗

maré und Beyer.

b Abschiedsbewilligungen. Jagdhaus Rominten, 25. September. v. Grumme, Kapitän zur See und diensttuender Flügeladjutant Seiner Majestät des Kaisers und Königs, in Ge⸗ nehmigung seines Abschiedsgesuchs von dieser Stellung enthoben und mit der gesetzlichen Pension zur Disp. gestellt. ““ 8

8

Angekommen:

Seine Erzellenz der Unterstaatssekretär im Ministerium für Handel und Gewerkbe, Wirkliche Geheime Rat D. Loh⸗ mann, vom Urlaub; 1

Seine Erzellenz der Ministerialdirektor im Ministerium der 5fenihen Arbeiten, Wirkliche Geheime Rat Schröder, vom Urlaub;

1 der Unterstaatssekretär im Staatsministerium Freiherr von Seckendorff, vom Urlaub;

der Ministerialdirektor im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Kir chhoff, aus dem rheinisch⸗westfälischen Industriebezirk. 86

8

Nichtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 4. Oktober.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. Flußkanonen⸗ „Tsingtau“ am 29. September in Wuchow eingetroffen. S. M. S. „Seeadler“ ist am 1. Oktober von Tsingtau in See gegangen und gestern in Schanghai eingetroffen.

S. M. S. „Tiger“ ist am 1. Oktober in Wusung ein⸗ Fegöffen und an demselben Tage von dort nach Tsingtau in See gegangen. (GZNF81IuA Flußkanonenboot „Vaterland“ ist am 2. Oktober in Hankau am Nangtse eingetroffen und geht am 8. Oktober von dort nach Nanking.

boot

Deutsche Kolonien.

„MNach einer Meldung des Etappenkommandos Okahandja haben, wie „W. T. B.“ berichtet, der Oberstleutnant Mülllr und der Oberleutnant Streccius am 30. September mit dem Dampfer „Henriette“ die Heimreise angetreten.

8— Großbritannien und Irland. Der Minister des Aeußern Marquis of Lansdowne

empfing gestern, wie „W. T. B.“ erfährt, im Auswärtigen Amt den russischen Botschafter Grafen Benckendorff. 3 Der Premierminister Balfour hielt gestern abend im Klub der schottischen Konservativen zu Edinburg eine Rede, in der er folgendes erklärte: 8 Er könne nicht Führer der Partei bleiben, falls diese den Pro⸗ tektionismus, durch den einige Industrien gefördert, andere dagegen ge⸗ schädigt würden, in ihr aufnehmen sollte. Dagegen sei er dafür, daß man fremde Waren mit Zöllen belege, wo dies wünschens⸗ wert erscheine, um den englischen Staatsmännern zu ermöglichen, auf einer für England günstigen Basis mit den fremden Ländern zu ver⸗ handeln. Auf diese Weise könne das Inland in die Lage kommen, seinen Zolltarif so zu gestalten, daß der freie Güteraustausch zwischen den verschiedenen Ländern des Gesamtreichs eine Förderung erfahre. Das Verhältnis zwischen dem Mutterlande und den

Orb, . . Assmann (Kurt), Wikte, voTippelskirch (ulrich), Iüleman von CFnet), Stohwasser (Hans), Neumann, Bahrfeldt, Beyersdorff, Oldenburg, Dette, Loening, v. Türcke, Hanne, Mildenberger,

ckerlin, Rebensburg, Pohle (Richard), Collmann, Höring,

en Isässer, Frhr. v. Fircks, Moraht (Robert), Schmidt r

—6 Thomsen Theodor), Frobenius, Krueger (Bernhard), Gerlach,

Köhler (HSang), Wrede, Berke, Merks, Schröder (Erich), Wolff

handlung Nationen, nächsten Winter dem kürzlich versprochen,

zur Fortsetzung des segensreichen Werkes der Konferenz von 1899 ein⸗ zuladen. In genommene Resolntion, das nicht nahme liegen dürfe, während

Klarheit scha en könne. Die konservative Partei, auch die außerhalb der Partei Stehenden, sollten zu einer Politik halten, die dahin gehe, die Kolonien zur Teilnahme an einer derartigen Konferenz aufzu⸗ fordern. So könnten die zerstreuten Fragmente des gewaltigen Reiches mehr und mehr zu Gliedern einer Familie gemacht werden.

Frankreich.

Der Ministerrat beschloß gestern, wie „W. T. B.“

berichtet, das Parlament zum 18. d. M. einzuberufen.

Der General Debatisse ist zum Kommandierenden des

II. Armeekorps und der General Tremeau zum Komman⸗ dierenden des XII. Armeekorps ernannt worden.

Offiziös wird gemeldet, daß der Minister des Aeußern Delcassé und der spanische Botschafter Leön y Castillo gestern nachmittag eine Besprechung gehabt hätten, um die noch schwebenden Punkte des zwischen Frankreich und Spanienzu treffenden Abkommens über Marokkozuregeln. Neben diesem Uebereinkommen, zu dem man möglichst bald durch gegenseitige Zugeständnisse, betreffend die geographische Ausdehnung und die Ausführungsbestimmungen, zu gelangen hoffe, seien noch gewisse Einzelheiten zu regeln, insbesondere die Frage, inwieweit und in welcher Form dieses Ueber⸗ einkommen, das keinerlei parlamentarischer Ratifikation be⸗ dürfe, veröffentlicht werden solle. Ferner wird berichtet, daß der französische Gesandte in Marokko Saint⸗René Taillandier und der Befehlshaber der Truppen in Südalgerien General Liaudey in Paris eingetroffen seien, um mit dem Minister Delcassé die von dem General Liaudey vorgenommene Besetzung einzelner Punkte an der algerisch⸗marokkanischen Grenze zu besprechen. Man halte im Interesse der Sicherheit Algeriens die Besetzung gewisser Punkte für unerläßlich, die die Straße beherrschten, auf der oft französische Truppenabteilungen von Räuberbanden über⸗ fallen würden. Die Besetzung könne jedoch gemäß den seiner⸗ zeit zwischen Frankreich und Marokko festgesetzten Bestimmungen von Truppen des Sultans von Marokko unter französischer Leitung vorgenommen werden. Man glaube, daß der marokkanische Minister des Aeußern in dieser Hinsicht keine Schwierigkeiten machen werde. ““

Die parlamentarische Kommission zur Unter⸗ suchung der Zustände in der französischen Marine besichtigte gestern Arsenal und Werft von Toulon. Der Unterdirektor Salvayre erklärte der Kommission, es herrsche keine Disziplin im Arsenal. Er könne teilweise nicht mehr arbeiten lassen, ohne daß die Werkführer Beleidigungen und

Tätlichkeiten ausgesetzt seien.

1 Spanien.

Die Deputiertenkammer hat gestern, wie „W. T. B.“ berichtet, Romero Robledo zum Präsidenten wieder⸗ gewählt.

Das Befinden Salmerons hat sich so gebessert, daß er demnächst von Saragossa nach Madrid zurückkehren wird.

Schweiz.

Der bernische Große Rat beschloß einstimmig, gemäß dem Antrage der Regierung, auf die Durchführung des Rückkaufs der bernischen Oberlandbahnen zu ver⸗

ö1ö1Xqmpp““

Der Fürst Ferdinand nahm, dem „W. T. B.“ zufolge, gestern in Sofia an einer Festlichkeit teil, die der russische diplomatische Agent Bachmetjew aus Anlaß der Fertig⸗ stellung des dort zu errichtenden Denkmals des Kaisers Alexander II. von Rußland gab. In einem Trink⸗ spruche drückte der Fürst den Wunsch aus, der Freudentag möge bald anbrechen, an dem das schöne Denkmal der Dankbarkeit des bulgarischen Volks für den heldenmütigen Zaren und Befreier werde enthüllt werdben. 8

G b Dänemark.

Der Reichstag ist gestern, wie wieder eröffnet worden. Beide Häuser, Folketing wie Landsting, wählten ihr Präsidium wieder. Heute legte der Finanzminister Hage dem Folketing den Budget⸗ entwurf für das am 1. April beginnende Finanzjahr 1905/06 vor. Die Einnahmen werden auf 79,6 Millionen Kronen, die Ausgaben auf 79,5 Millionen Kronen veranschlagt, sodaß der Entwurf einen Ueberschuß von etwa 100 000 Kronen aufweist. Der Ueberschuß der Staatseisenbahnen wird auf 4 Millionen Kronen, die direkten Steuern werden auf 13,8 Millionen Kronen (1 ½ Millionen Kronen mehr als im Vorjahre), die indirekten Steuern auf 56,2 Millionen Kronen (1,3 Millionen mehr als im Vorjahre) veranschlagt. Hur⸗ Arbeiteraltersunter⸗ stützung trägt der Staat 3 Millionen Kronen, zu Arbeiter⸗ krankenkassen 1 ½ Millionen Kronen bei. Das Budget des Kriegsministeriums ist 2 ½ Millionen Kronen niedriger als im Vorjahre, da 1905 keine größeren Manöver abgehalten werden sollen und der Ankauf der neuen Feldgeschütze nun⸗ mehr abgeschlossen ist. Das Budget des Marine⸗ ministeriums ist ungefähr unverändert. Dänemark nimmt an dem internationalen Eisenbahnkongreß in Washington 1905 teil. Der Titel „Telegraphen und Staatstelephon“ ist zum ersten Mal im Budget mit einem Ueberschuß ausgeworfen.

„W. T. B.“ meldet,

Amerika.

Der Staatssekretär Hay hielt gestern, wie „W. T. B.“ meldet, bei der Eröffnung des Interparlamentarischen Friedenskongresses in Boston eine Ansprache namens der Regierung der Vereinigten Staaten, in der er sagte: Die Regierung heiße die erschienenen Vertreter herzlich will⸗ kommen; sie teile vollkommen die Absichten, um derentwillen sie zu⸗ sammengetreten seien. Sie werde auch weiterhin dafür eintreten, soweit es durchführbar sei, den Grundsatz schiedsgerichtlicher Entscheidung in solchen Fragen zur Verwirklichung zu bringen, die nicht auf dem Wege diplomatischer Unterhandlung geschlichtet werden könnten. Der Präͤsident prüfe gegenwärtig die Frage der Unter⸗ über Schiedsverträge mit denjenigen europäischen die solche wünschten, und hoffe, die Verträge im Senat vorlegen zu können. Der Präsident habe die Nationen zu einer zweiten Haager Konferenz

von dem Kongreß früher an⸗ wonach alles Privateigentum zur See, unter den Begriff Konterbande falle, „der Beschlag⸗ oder Zerstörung durch kriegführende Mächte nicht unter⸗ habe es der Präsident nicht für rätlich gehalten, verflossenen Sommers die Aufmerksamkeit der

bezug auf eine

des

roßen Kolonien habe sich so helaltfr. daß nur eine freie Kon⸗ erenz Englands mit den selbständigen Kolonien und Indien

Mächte auf diese Angelegenheit zu lenken,

““ 1

deutung für den beklagenswerten Kampf in Ostasien würde beurteil werden; doch hoffe er ernstlich, daß der Friede nicht lange hinaus geschoben werden möge, und vertraue zuversichtlich darauf, daß er a einem nicht fernen Zeitpunkt die Nationen werde auffordern können dem Gegenstande ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden.

Aus Montevideo wird dem „W. T. B.“ gemeldet, daß der Präsident Battle, angesichts des Einspruchs eines Teils der Aufständischen gegen die von ihrem Führer Munoz ang nommenen Friedensbedingungen, einen neuen Waffenstillstang bewilligt habe, um die Besprechungen über die definitiven Friedensbedingungen zu beenden.

Asien.

Aus Mukden vom gestrigen Tage wird dem „Reuterschen Bureau“ mitgeteilt, die Japaner, die im Westen von Mukden tätig seien, bedienten sich in weitgehendem Maße der

Kavallerie sei diesen Banden gegenüber sehr stark; die Pferde b fänden sich in bester Verfassung, und die Wege Di Russen seien ostwärts tätig; zwischen den Vorposten fänden kleine Gefechte statt; sonst sei die Lage unverändert.

Das japanische Marinedepartement meldet, daß am 20. September ein zur Beseitigung von Seeminen ver⸗ wendeter russischer Dampfer im Hafeneingang von Por1 Arthur auf eine Mine gestoßen und gesunken sei.

Dem „Reuterschen Bureau“ wird ferner aus Tschifn telegraphiert, während des letzten Sturmes auf Port Arthur hätten die Japaner wiederholt den für die Russen sehr wichtigen Hohen Hügel angegriffen; am 22. September hätten sie die Stellung genommen, indem sie die steilen Berg⸗ hänge erklommen hätten. Da der Versuch, die Stellung zurückzuerobern, äußerst gewagt gewesen sei, habe der General Stössel keinen Befehl dazu erteilen wollen sondern habe Freiwillige aufgerufen. Jeder, an den die Frage ergangen sei, sei bereit gewesen, worauf Freiwilliger ausgewählt worden sei. Die Mannschaften und auch die Offiziere hätten Handgranaten genommen, und es ser ihnen nach einem verzweifelten Kampfe gelungen, die Japaner aus allen Positionen zu vertreiben. Die Russen bezifferten den Verlust der Japaner an den vier Tagen des Sturmes auf 10 000 Mann. Der General Stössel habe eine Prokla⸗ mation erlassen, in der er seinem Danke an Gott und die heldenmütige Garnison für die Zurückweisung des Sturmes Ausdruck gebe.

Wie „Bösmanns Telegraphisches Burecau“ aus Eydt⸗ kuhnen meldet, sind über 700 Japaner, darunter 299 Frauen und 24 Kinder, die sich in Sibirien aufgehalten hatten und wegen des Krieges zwischen Rußland und Japan ausgewiesen wurden, gestern an der deutsch⸗russischen Grenze angekommen und in Konsul in Bremen Nößler 11. d. M. würden weitere 115 Japaner erwartet. Die Flüchtlinge würden am 20. d. M. von Bremen aus mit dem Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Willehad“ die Heimreise nach Japan antreten.

8 Afrika.

Dem ‚„Reuterschen Bureau“ wird aus Aden gemeldet der Mullah habe Ogaden geplündert, wobei 800 Ein⸗ wohner getötet und eine beträchtliche Menge von Kameelen und Schafen erbeutet worden seien; ferner heiße es, der Mullah habe kürzlich eine große Anzahl Gewehre erhalten.

übernommen worden. An aus Rußland ausgewiesene

Nr. 78 des „Zentralblatts der Bauverwaltung“, heraus⸗ gegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 28. S. 1904, hat folgenden Inhalt: Die Entwickelung des . baues (Schluß). Die Verwendung und Bewährung von Lärchen⸗ holz zu Bauzwecken. Vermischtes: Wettbewerb um Entwürfe für ein Sparkassengebäude in Jägerndorf. Konushahn mit Sicherung und Nachdichtung des Kükens. Einflußlinie für den Kämpferdruck des

eZ 5

Nr. 79 vom 1. Oktober hat folgenden Inhalt: Amtliches: Dienst⸗ nachrichten. Nichtamtliches: Neuere Wohn⸗ und Gelüichesz Wie⸗ 1 Stuttgart. (Fortsetzung.) Wettbewerb für eine Straßenbrücke über den Rhein zwischen Ruhrort und Homberg. (Fortsetzung.) Ver⸗ mischtes: Oskar Appelius †. Vorträge im Berliner Kunstgewerbe⸗ museum. Gründungen mit Fallstämpfeln und Fallbohrern. 5 Zeichengerät zum Ablesen und Aufzeichnen von Winkeln⸗ ente.

1 Statistik und Volkswirtschaft. Arbeiterzahl, Arbeitslöhne und Arbeitsleist beim preußischen Bergbau im Jahre 1903,9en

Nach den Ergebnissen der vierteljährlich in den Bergbaubezirken Preußens angestellten amtlichen Erhebungen über die 2 Febeten Arbeitslöhne und erzielten Arbeitsleistungen war die mittlere . ahl der beschäftigten Arbeiter einschließlich der zeitweilig wegen Krankheit oder aus anderen Ursachen feiernden, aber ausschließ⸗ lich der Beamten und sonstigen dauernd zur Aufsicht verwendeten brse (Teanleber. ObeFnen, ꝛc.) im Jahre 1903 folgen in Klammern sei die abe d ) 1 se gcch ngabe der Zunahme seit dem Vor 256 (+ 6 612) unterirdisch beschäftigte eigentliche Bergarbeiter 106 757 (+ 5 374) sonstige unterirdisch deschästigte Arbeiter. 111 405 (+ 4 294) über Tage beschäftigte Arbeiter, ausschließlich der 16 094 (+ 527) Hacghen chn wüihe aates

448 ugendliche männliche Arbeiter unter 16 ren, 6147 (¼ 150) weibliche Arbeiter, insgesamt 497 293 (+ 3 16 957) Arbeiter. Von dieser schafts⸗ listen ergebenden Gesamtzahl entfielen les de vos den rebessebeft

Arbeiter

988 auf den Steinkohlenbergbau in Oberschlesien. 82 213 (+ 3 034) in Niederschlesien 24 553 (+ 492) des Oberbergamtsbezirks

. 248 120 8 11 577)

Dortmund .. .. (staatl.) bei Saarbrücken. 43 811 (+ 1 775) 13 178 (+ 88

8 bei Aachen.. Braunkohlenbergbau des 8 33 016 ( 660 Steinsalzberghau osese amtsbezirks. 5 901 298 Kupferschieferbergbau alle 14 591 109) staatlichen Erzbergbau am Oberharz. 3 145 25) siegen⸗nassauischen Erzbergbau 1“ 17 058 (— 244) sonstigen rechtsrheinischen Erzbergbau 7 580 (4 11) linksrheinischen Erzbergbau . . . . .4127 9) oder auf den preußischen Steinkohlenbergbau überhaupt 411 875 8. 8e 695), auf den Braunkohlenbergbau 33 016 (— 660), auf den rzbergbau 31 910 (— 267), auf den Kupferschieferbergbau 14 591 (— 109) und auf den Steinsalzbergbau 5901 (+ 298) Arbeiter. Die Gesamtzahl der im preußischen Bergbau beschäftigten Ar⸗

da der Schritt von zwei

und möglicherweise auch von anderen Mächten hinsichtlich seiner Be⸗

beiter, die im Jahre 1902 infolge der starken Depression 1 , unter der auch der deutsche Bergbau noch litt, um 2230 war, ist

also im Jahre 1903 wieder erheblich gestiegen; 16 957 Arbeiter der erfolgten V bau (in allen bag nigt auch ni⸗

ist. Auch die Zahl erfuhr eine 150. beiterinnen allein der

im Vorjahre) 3 de Als. in igm gig größte Verminderung der Arbeiterzahl aufweisende

Braunkohlenbergbau 767 (+ 46), während beim ganzen staatlichen

Herg an. be chiefer und beim Steinsalzbergbau weibliche Arbeits⸗

düfrcz der jugendlichen Arbeiter unter 16 Jahren (ins⸗

gesamt

Tschuntschusenbanden zu Kundschafterzwecken. Die russische des Oberbergamtsbezirks Bonn einige Bedeutung.

beschäftigt: t nur 1 8 doden kohlenbergbau im Oberbergamtsbezirk Breslau (728) statt.

rbeiter ist 1 eS letzten Krise vorausgegangenen Jahren des Aufschwungs fast ver⸗

doppelt hatte, i die nicht nur eine

8 preußischen Bergbau gezahlt: eine Anzahl

Wirballen vom japanischen

heater.

es wurden im ganzen mehr eingestellt als im Vorjahre. Doch hatten an ermehrung der Belegschaften nur der Steinkohlenberg⸗ fünf Bezirken) und der Steinsalzbergbau Anteil, während Braunkohlen⸗, Kupferschiefer⸗ und Erzbergbau eine weitere, wenn sehr bedeutende Verminderung der Belegschaften eingetreten der jugendlichen männlichen Arbeiter unter 16 Jahren Zunahme um 517, und die der Arbeiterinnen stieg um den in den Belegschaftslisten nachgewiesenen 6147 Ar⸗ (einschließlich derjenigen unter 16 Jahren) beschäftigte Steinkohlenbergbau in Oberschlesien 4457 (d. s. 85 mehr derjenige in Niederschlesien 363 (+. 11), der die

Von

beim Steinkohlenbergbau des Oberbergamtsbezirks Dortmund, wie schon in den Vorjahren, überhaupt nicht verwendet wurden.

rzbergbau (Aufbereitungsanstalten) lücdedeng⸗ CI“

Teil der jugendlichen männlichen Arbeiter wird über Tage röhe⸗ eine umgfangreiche Verwendung derselben unter Tage beim Mansfelder Kupferschieferbergbau (900) und beim

253) erreicht nur beim

Mit der erheblichen Vermehrung der im Bergbau beschäftigten auch die Summe der gezahlten Löhne, die sich in den

im Jahre 1902 aber infolge jener starken Depression, Abnahme der Arbeiterzahl, sondern auch eine Ver⸗ minderung der Löhne herbeigeführt hatte, um 36 104 679 zurück⸗ gegangen war, im Jahre 1903 wieder bedeutend estiegen. Die Gesamtsumme der im letzten Jahre gezahlten Nettolöhne (d. h. nach Abzug aller Nebenkosten, auch der persönlichen Versicherungsbeiträge) betrug 524 435 346 ℳ, das sind 41 444741 mehr als im Vorjahre, aber immerhin nur 5 340 062 mehr als im Jahre 1901, 14 914 247 mehr als im Jahre 1900, jedoch 243 350 015 mehr als im Jahre 1895. Es wurden nämlich an Löhnen im

gegenüber dem Vorjahre

+ 29 007 985 —+† 42 470 995 88 619 274 +X 46 745 272 + 71 592 242 + 9 574 185

1902. 482 990 605 36 104 679

111“ PX 41 444 741 In diesen neun Jahren sind insgesamt 3,809 Milliarden Mark als Löhne an die preußischen Bergarbeiter gezahlt worden. Besonders groß war die Steigerung von 1899 zu 1900, die 17 % betrug.

Auch der Jahresverdienst des einzelnen im preußischen Bergbau beschäftigten Arbeiters, der im Jahre 1900 am höchsten war, in den beiden folgenden Jahren aber bedeutend sank, ist 1903 wieder gestiegen; doch blieb der Gesantdurchschnitt immerhin noch um mehr als 80 hinter dem des Jahres 1900 zurück und erreichte auch die Lohnhöhe der Jabre 1901 und 1899 noch nicht ganz. Es ergibt sich auf den Kopf aller Arbeiter (einschließlich der jugendlichen und der weiblichen) ein reines Lohneinkommen von 1055 im Jahre 1903 gegen 1006, 1076, 1138, 1070, 1010, 964, 900 und 848 in den acht Vorjahren 1902 bis 1895 zurück. In den einzelnen Zweigen und Distrikten des Bergbaues stellten sich die durchschnittlichen Nettolöhne sämtlicher Bergarbester ohne die wirtschaftlichen Beihilfen in Gestalt von Ackerland, freier Wohnung und verschiedenen Deputaten,

3 8 Schichtverdienst Jahresverdienst 1901 1902 1903 1901 1902 1903

3,10 2,98 872 820 832 2,92 275 871 799 827 407 3,88 1224 1131 1205 3,54 3,60 1042 1053 1068 .3,78 3,79 1162 1119 1151

.3,06 2,98 928 889 905 3,81 3,599 1155 1066 1063

. 3,30 2,93 1001 865 894 8 . 2,28 *) 678 683 684 Siegen⸗Nassau 3,19 2,96 904 786 851 sonstiger rechtsrheinischer 2,87 2,78 813 783 796 lin ksrheinischer . 2,84 2,42 722 680 699.

Diese Zusammenstellung läßt ersehen, daß der Jahresverdienst eines Arbeiters im Jahre 1903 nur beim Salzberghau im Oberberg⸗ amtsbezirk Halle einen geringen Rückgang von 0,3 % erfahren hat; in allen anderen Bezirken ist er gestiegen, und zwar beim siegen⸗ nassauischen Erzbergbau um 8,3 %, beim Steinkohlenbergbau im Oberbergamtsbezirk Dortmund u⸗g 6,5 %, in Niederschlesien um 3,5 %, beim Mansfelder Kupferschieferbergbau um 3,4 %, beim Steinkohlenbergbau bei Aachen um 2,9, %, beim linksrheinischen Erz⸗ bergbau um 2,8 %, beim Braunkohlenbergbau im Oberbergamtsbezirk He e um 1,8 %, beim rechtsrheinischen Erzbergbau, ohne Siegen⸗

assau, um 1,7 %, beim Steinkohlenbergbau in Oberschlesien um 1,5 %, beim Saarbrücker Steinkohlenbergbau um 1,4 % und beim Erzbergbau am Oberharz um 0,1 %. Der Schichtlohn hat sich durchgängig gehoben, und zwar in einigen Bezirken mehr, in andeten weniger als der Jahresverdienst. Eine Erhöhung desselben um über 2 % trat ein: beim siegen⸗nassauischen Erzbergbau um 4,2 %, beim Mansfelder Kupferschieferbergbau um 3,2 %, beim rechtsrheinischen Erzbergbau, ohne Siegen⸗Nassau, um 3 % und beim Steinkohlenbergbau bei Aachen um 2,2 %.

Die mitgeteilten Zahlen geben das reine Jahres⸗ und Schichtlohn⸗ einkommen auf den Kopf der Belegschaften einschließlich der jugend⸗ lichen und aller weiblichen Arbeiter an. Für die große Mehrzahl der erwachsenen männlichen Arbeiter überstieg die Höhe des Nettolohnes diejenige dieses Gesamtdurchschnitts ganz erheblich. So betrug beim Steinkohlenbergbau im Oberbergamtsbezirk Dortmund, bei dem der Gesamtdurchschnitt der Löhne die Höhe von 1205 im Jahre oder 3,88 für 1 Schicht erreichte, der Reinverdienst der 123 629 unterirdisch beschäftigten eigentlichen Bergarbeiter durchschnittlich 1411 im Jahre oder 4,64 für 1 Schicht, der Reinverdienst der 7970 im Steinkohlenbergbau bei Aachen beschäftigten eigentlichen Bergarbeiter 1265 bezw. 4,26 ℳ, der 25 908 im staatlichen Steinkohlenbergbau bei Saarbrücken be⸗ schäftigten eigentlichen Bergarbeiter 1213 bezw. 4,12 ℳ, der Kohlen⸗ und Gesteinshauer in Oberschlesien 1153 bezw. 4,15 ℳ, in Nieder⸗ schlesien 981 bezw. 3,28 ℳ, der 10 052 beim Braunkohlenbergbau be⸗ schäftigten eigentlichen Bergarbeiter 1033 bezw. 3,42 ℳ, der 2578.

eim Steinsalzbergbau beschäftigten eigentlichen Bergarbeiter 1132 zw. 3,85 usw. Beim Erzbergbau ist der niedrigere Stand der Löhne darauf zurückzuführen, daß der Erzbergbau, namentlich am Ober⸗ harz und im linksrheinischen Bergrevier, in einer viel weniger gün⸗ stigen Lage als die übrigen Zweige des Bergbaues sich befindet, was auch aus der stetigen Verminderung der Zahl der beschäftigten Ar⸗ beiter hervorgeht. Fses 1 .

Zur Ermittelung des jährlichen Gesamteinkommens eines Berg⸗ arbeiters sind neben den vorerwähnten Nettolöhnen aber noch die wirtschaftlichen Beihilfen in Ansatz zu bringen, deren Wert

281 085 331 310 093 316 352 564 311 391 183 585 437 928 857 509 521 099 519 095 284

1895. 1896. 1897. 1898. 1899. 1900 . 1901.

Steinkohlenbergbau: Oberschlesien. 4 Niederschlesien . .. O.⸗B.⸗A.⸗Bez. Dortmund Saarbrücken 1“ b1111“

Braunkohlenbergbau: O.⸗B.⸗A.⸗Bez. Halle

Salzbergbau: O.⸗B.⸗A.⸗Bez. Halle

Erzbergbau: Mansfeld Oberharz

42n— 00 bl 0 00

bo bo bo bo bo SOsAw

sich nach teilweise 1903, wie folgt, stellt:

Steinkohlenbergbau in Ober⸗ Steinkohlenbergbau in Nieder⸗ Steinkohlenbergb. Grubenbeamten (einschließlich der ständigen Aufseher, Oberhauer,

Fahrhauer usw.) nicht mitberücksichtigt. Diese stellten sich in den einzelnen Zweigen und Revieren des Bergbaues, wie folgt:

beamten) ist beim Steinkohlenbergbau Preußens gegen das Vorjahr um 4 % gestiegen, nachdem sie in den vorausgegangenen Jahren fast ununterbrochen, 1902 noch um 1,8 % zurückgegangen war. Sie betrug im Jahre

In den wichtigsten Steinkohlenbezirken betrug die

1““ eschätzten Durchschnittszahlen auf

Braunkohlenbergbau . 9,8 Salzbergbau . . .. Erzbergbau a. Oberharz

1I“ i. Siegen⸗Nassau b. Aachen . 6,9 linksrhein. Erzbergbau.

In den vorstehenden Mitteilungen sind die Lohnverhältnisse der

schlesien.

schlesien .. .

Steinkohlenbergb. in Oberschlesien „Niederschlesien . . 11“ „O.⸗B.⸗A.⸗Bez. Dortmund

Ctern,⸗) bei Saarbrücken

ei Aachen.. Steinsalzbergb. ss O.⸗B.⸗A.⸗Bez. dane Kupferschieferbergb. staatl. Erzbergb. a. Oberharz siegen⸗nassauisch. Erzbergb. sonst. rechtsrhein. 8 G“ linksrheinischer .

Die Jahresleistung eines A

Braunkohlenbergb.

1888 1889 1890 1891 1892 1893

300,0 t,

289,3

275,4

262,1

253,4

LI

rug durchschnittliche Leistung auf 1 Schicht und 1 Arbeiter (bei Nichtberücksichtigung der Aufsichtsbeamten) 1903: in Oberschlesien 1,102 t (d. s. 1,4 % weniger als im Vorjahre und 12,9 % weniger als i. J. 1888), in Niederschlesien 0,666 t (d. s. 2,6 % mehr als im Vorjahre, aber 9,9 % weniger als i. J. 1888), im Bezirk Dortmund 0,839 t (d. s. 1,3 % mehr als im Vorjahre, aber 17,3 % weniger als i. J. 1888), in den staatlichen Steinkohlenbergwerken bei Saarbrücken 0,773 t (d. s. 0,9 % mehr als im Vorjahre, aber 12,8 % weniger als i. J. 1888). Die Zahl der von einem Arbeiter im Berichtsjahre durch⸗ schnittlich verfahrenen Schichten schwankte zwischen 279. (beim Steinkohlenbergbau in Oberschlesien) und 311 (beim Steinkohlen⸗ bergbau des Oberbergamtsbezirks Dortmund). Die Dauer der gewöhnlichen Schicht hat 1903 im großen und ganzen sowohl für die Arbeiter unter Tage, wie für diejenigen über Tage gegen das Vorjahr eine wesentliche Veränderung nicht erfahren. Sie übersteigt (einschließlich der Ein⸗ und Ausfahrt und der Ruhe⸗ pausen) beim Steinkohlenbergbau für die Mehrheit der unterirdischen Belegschaft 10 Stunden nicht. Nur in Oberschlesien hat noch ein großer Teil 12 stündige Schichten. Im Dortmunder Bezirk dauert die Schicht im allgemeinen 8 Stunden. Beim Braunkohlenbergbau beträgt die Schichtdauer auch für die Arbeiter unter Tage durch⸗ schnittlich 11,1 Stunden. Dies erklärt sich aus der geringen Tiefe der Gruben, die gestattet, daß die Bergleute zu den Frühstücks⸗ und Mittagspausen ausfahren. Ihre wirkliche Arbeitszeit beläuft sich beim Braunkohlenbergbau im allgemeinen noch nicht auf 10 Stunden. Beim Erzbergbau schwankt die Schichtdauer unter Tage zwischen 8,1 und 11,5 Stunden. .

Zur Arbeiterbewegung. Die Verweigerung der Sonntagsschlachtungen durch die Berliner Engrosschlächtergesellen (vergl. Nr. 228 d. Bl.) ist, wie die „Deutsche Warte“ mitteilt, nunmehr zur Tatsache geworden. Auf dem städtischen Schlachtviehhf wurden am Sonntagvor⸗ mittag nur 104 Schweine geschlachtet, während sonst Sonntags die Durchschnittszahl der geschlachteten Schweine weit über 1000 beträgt. Vor einigen Tagen hatten die Gesellen den Meistern angekündigt, daß sie die Sonntagsschlachtungen in Zu⸗ kunft einstellen, Sonntags nicht mehr kassieren und nach der Halle fahren würden. Die Aussperrung von Tischlergej ellen (vgl. Nr. 232 d. Bl.), die von den Angehörigen des Tischlereigewerbes und der Möbelindustrie in der vorigen Woche beschlossen wurde, ist, demselben Blatte zufolge, im Laufe des Montags in der Mehrzahl der Großbetriebe erfolgt, nachdem die Einigungsverhandlungen mit dem Holzarbeiterverband sich am letzten Sonnabend zerschlagen hatten. Eine Anzahl kleinerer Betriebe hatte sich von vornherein gegen eine

Arbeiteraussperrung erklärt. 1 In der Voraussetzung, daß die Arbeit auf den Kais in ordnete, wie

Marseille wieder aufgenommen werden wird, . „W. T. B.“ meldet, der Präͤfekt an, daß die Polizei ohne re aber energisch dafür sorge, daß die Freiheit der Arbeit geachtet werde. (Vgl. Nr. 233 d. Bl.)

Land⸗ und Forstwirtschaft.

I“ 8

Ernteergebnisse und Getreidehandel in Rußland.

Der Kaiserliche Konsul in Libau berichtet unterm 26. v. M.: Das Wintergetreide ist hier nunmehr überall und mit wenigen Ausnahmen unbeschädigt eingebracht worden. Das Druschergebnis scheint günstiger zu sein. Das Sommergetreide ist erst in ein⸗ zelnen Gegenden eingeerntet worden. Zum großen Teile liegt es ge⸗ schnitten auf den Feldern, hier und da steht es sogar noch auf dem Halm.

8 Es sind bereits scharfe Nachtfröste eingetreten, die für Kartoffeln, Obst und Gemüse recht schädlich waren. 1

Wo die Neubestellung der Felder schon erfolgen konnte, ist die Saat gut eingegrast. Wenigstens drei Viertel der Felder sind aber noch unbestellt.

Das Kaiserliche Generalkonsulat in Odessa berichtet unterm 26. v. M.: Das Wetter ist, wie im August v. J., so auch im Sep⸗ tember vorzugsweise trocken geblieben. Die Erntearbeiten sind hier⸗ durch sehr begünstigt gewesen, es macht sich aber jetzt für die Neu⸗ bestellung der Felder ein dringendes Bedürfnis nach Regen geltend. Bei der Trockenheit des Erdreichs hat in vielen Teilen des Amts⸗ bezirks mit dem Pflügen noch nicht begonnen werden können. In den letzten Tagen ist indessen verschiedentlich Regen gefallen, und es dürften die Bestellarbeiten nunmehr überall im Gange sein

Was die Ernte anlangt, so muß diese im Gouvernement Cherson als schlecht bezeichnet werden. Im Tiraspoler und Ananjewer Kreise muß man sogar von einer Mißernte sprechen. Im Durchschnitt hat die Dessjatine 5 bis 12 Pud ergeben. Im Gouvernement Bessarabien war die Kornernte infolge der anhaltenden Dürre im Sommer und Herbst äußerst gering. In den Kreisen Ismail, Akkermann, Benderi, Kischinew und Sorokki ist vollständiger Mißwachs zu verzeichnen. Befriedigend sieht es nur in Bjeltzi und Chotin aus. Im Gouvernement Jekaterinoslaw hat das trockene und heiße Wetter während der Reifezeit geschadet. Im allgemeinen stellt sich das Ernteergebnis jedoch auf über⸗ mittel. Der Winterweizen war in den Kreisen Mariugal, Alexandrowsk und Nowomoskowsk zum phößten Teile gut. Stellen⸗ weise wurden 100 120 Pud von der Dessjatine gewonnen. Auch die

zeichnet man eine Ernte „über mittel“. J reise 8 Jalta belief sich das Durchschnittserträgnis auf 70 —75 Pud per

Dessjatine. ö dem Sommerkorn, von dem Weizen, Hafer, Gerste und Mais unter mittel

ausgefallen sind. C sna⸗ 1 Dnjeprowsk und Teile des Kreises Berdiansk.

d. J. bis

geringer. Auch in Taurien ver⸗

auch infolge der Dürr⸗ i Im Kreise Eupatoria und

Weniger befriedigend verhält es sich mit dem

Eine Ausnahme hiervon machen nur der Kreis

Auf dem hiesigen Markte war die Nachfrage nach Brotgetreide

nicht so lebhaft, als es zu Anfang des Monats der Fall schien. Mit Rücksicht auf die Mißernte in man auf große Umsätze in Gerste gerechnet, aber auch diese sind einst⸗ weilen ausgeblieben. in Weizen etwas nachgelassen.

uttergetreide in Westeuropa hatte

Die Preise haben in allen Artikeln, besonders Die Getreidepreise sind z. Zt. . 109 110 Kop.) . 104 106 . 102 104 —. 98 —- 100 95 97 76 78 74 75 71 73 62 64 59 60 78 72 77 78 Leinsaat 146

In Oelkuchen ist die Marktlage

für das Pud bordfrei.

8

„X“

fest und steigend. Man 8

zahlt für: 1 8 b

Leinkuchen.

Rapskuchen. Kokoskuchen. Ravisonkuchen

Ravisonbauernkuchen.

Die Vorräte am hiesigen Platze betrugen am 14.

Weizen. ““ und zwar . 145 782 dz . 226 044

4 914

11e6“ 4 914 ECö'7722—

erschiedene Arten 14 652

Roggen.

Mais

Gerste

d. M.: 411 048 d

74 244 44 008 179 330 Hafer X“ 26 197 Leinsamen. 8 ““ 8 190

Die Verschiffungen beliefen sich in der Zeit vom 24. August 24. September d. J.: bei Weizen auf 3 Millionen Pud, bei Roggen auf ½ Million bei Gerste auf .. 2 Millionen C11“ Die Frachten stiegen ziemlich schnell von 7/6 auf 10 Schill., konnten sich aber nicht lange auf dieser Höhe halten. Gegenwärtig notiert man: 9,3 9,6 Schill. London, Hull, Ant⸗ werpen, Rotterdam, 9,9 Hamburg, Mittelmeer 8 Fr.

und

4—

Aussichten für die diesjährige Ernte in Merxiko.

Nach Angaben der Eisenbahnbeamten, welche die mexikanischen Linien befahren, liegen die Aussichten für die diesjährige Ernte in Mexiko günstig, und man erwartet infolgedessen ein starkes Anwachsen des Eisenbahnfrachtverkehrs. Insbesondere im Norden des Landes versprechen die Saaten einen außerordentlich reichen Ertrag; in vielen Gegenden, in welchen die Ernte mangels künstlicher v. rungsanlagen in der Regel gering ausfiel, werden die Felder infolge der starken Regenfälle eine große Ausbeute liefern, und in den Distrikten mit künstlicher Bewässerung sind die Zuleitungskanäle mit dem für die Entwickelung der Saaten notwendigen Wasser in reichem Maße angefüllt. Die Pflanzer in den Nordstaaten rechnen mit einem über⸗ reichen Ertrag der Mais⸗, Baumwoll⸗ und Bohnenfelder; da auch die letztjährige Ernte gut ausgefallen und ein großer Teil der Pro⸗ duktion aufgespeichert worden ist, werden in diesem Jahre außer⸗ ordentlich große Fruchtmengen zur Verfügung stehen. Den Mehr⸗ ertrag der diesjährigen Ernte dem Vorjahre gegenüber schätzt man auf 10 bis 25 %. Die beste Maisernte wird voraussichtlich im Staate Durango erzielt werden. Im Distrikt Laguna, wo in be⸗ trächtlicher Menge Baumwolle gepflanzt wird, ist der günstige Aus- fall der Ernte in erster Linie von den klimatischen Verhältnissen ab- hängig; bemerkt sei jedoch, daß das bebaute Areal in diesem Jahre eine nicht unbedeutende Zunahme erfahren hat. In Oaraca ist viel Regen niedergegangen, die Felder haben ein prächtiges Aussehen und dürften größere Erträge liefern als in den Vorjahren. (Nach EI Economista Mexicano.)

Washington, 3. Oktober. (W. T. B.) Laut dem Monats⸗ bericht der Abteilung für landwirtschaftliche Produkte betrug der Durchschnittsstand der Baumwolle am 1. d. M. 75,8 % gegen 84 % am 1. September d. J. 1

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗ maßregellnlnl.

Rußland.

Die russische Kommission zur Bekämpfung der Pestgefahr hat die Städte Baku und Ssaratow für choleraverseucht erklärt.

Italien.

Durch seesanitätspolizeiliche Verordnung vom 28. September d. J

sind die Herkünfte aus Smyrna den Bestimmungen der see sanitätspolizeilichen Verordnung Nr. 5 von 1902 unter worfen worden. (Vergl. „R.⸗Anz.“ vom 27. März 1902, Nr. 74.)

Sterblichkeit in der Schweiz infolge Trunksucht.

Das eidgenössische statistische Bureau veröffentlichte in diesem Sommer die Zusammenstellung der Sterbefälle in den 18 größten Schweizerstädten, bei denen Trunksucht als direkte oder mitwirkend Todesursache angegeben war. Bei einer Gesamtzahl von 9302 Todes fällen im Alter von 20 und mehr Jahren war dies der Fall be⸗ 547 Personen = 5,9 % aller Todesfälle im Alter von 20 und mehr Jahren. Berücksichtigt man nur die im Alter von 20 und mehr Jahren verstorbenen Männer, so starben von einer Gesamtzahl von 4598 465 10,1 % direkt oder indirekt an Trunksucht. Di meisten dieser Todesfälle erfolgten im Alter von 40 bis 59 Jahren (302 Fälle); eine ziemliche Anzahl er schon zwischen 20 und 39 Jahren. Alle Berufsarten s d ver treten, am meisten die Wirtschafts⸗ und Hotelangestellten. Sie weisen 47 Todesfälle infolge Trunksucht auf, ein im Vergleich zu anderen Berufen viel zu starkes Verhältnis. Die große Versuchung zum Alkoholgenuß, der die Kellner ausgesetzt sind, in Verbindung mit den hygienisch schlechten Verhältnissen ihres Gewerbes sind zweifellos die Ueache dieser traurigen Erscheinung. Es scheint, daß der Alkoholismus in der Schweiz seit etwa zehn Jahren ziemlich gleich geblieben ist; der Prozentsatz der Todesfälle infolge Trunksucht bleibt wenigstee jede Jahr fast der gleiche. Obwohl für Deutschland diese amtliche Statistik

Roggenernte war befriedigend; Hafer und Gerste lieferten im all⸗

*) Hinzu kommt Brotkornzulage, auf 1 Schickt 1901 11, 1902 5,

gemeinen einen Ertrag über mittel, stellenweise war das Ergebnis

noch nicht besteht, darf angenommen werden, daß hier die Zahlen kaum günstiger reden würden. 8 .“