1905 / 64 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 15 Mar 1905 18:00:01 GMT) scan diff

h sur Hebung der wirtschaftlich Verhältnisse einzusetzen und diesem die 20 Millionen

und di zur Verfügung zu stellen, damit er Keliorationen vornimmt und

den Bau von Bahnen ins Leben ruft. Nach meiner Erfahrung sind auch gerade in dünn bevölkerten Landstrichen die Verwaltungsgeschäfte von äußerst geringem Umfange im Verhältnis zu dicht bevölkerten Industriegegenden. Die Minister haben zwar erklärt, daß sie hiermit kein Präjudiz schaffen wollen, aber solchen Dingen wohnt eine treibende Kraft inne. Gründen halte ich die Maßregel für unzweckmäßig und bin speziell

Aus allen diesen

Berichterstatter Abg. Dr. Brandt teilt noch mit, daß noch eine etition um Verlegung der Regierung von Gumbinnen nach Inster⸗ rg eingegangen sei, und beantragt, überweisen.

Abg. Gyßling (fr. Volksp.): Ich freue mich, in Herrn Rogalla von Bieberstein einen Bundesgenossen für den Masurischen Kanal zu Zu große Hoffnungen auf die

auch diese als Material zu

Errichtung einer Regierung ung der wirtschaftlichen Verhältnisse im Osten Es muß sich auch viel weniger um die Organisation selbst handeln als darum, die richtigen Personen zu finden, die in engster Fühlung mit der Bevölkerung bleiben wollen. Es wäre ja für einen Juristen sehr verlockend, auf die staatsrecht⸗ lichen Verhältnisse einzugehen, ob zur Errichtung dieser Regierung ein besonderes Gesetz notwendig ist oder nicht. Ich verweise auf die Ver⸗ handlungen über die Umwandlung der ehemaligen Landdrosteien des Königreiches Hannover in preußische Regierungsbezirke. wurde ““ daß die Regierungsbezirke durch Gesetz festgelegt

nd wenn

als Mittel für die Heb haben wir ja auch nicht.

von Regierungs⸗ Zustimmung gebeten wird. Memel wünscht dringend, bei Königsberg zu bleiben, und es wäre ss se Frage durch die Volksvertretung entscheiden zu lassen. Wenn nur die geringsten Bedenken obwalten, ob ein Gesetz not⸗ so sollte die Regierung den Weg des Gesetzes be⸗ Das Herrenhaus hat einmal in einer Resolution ein das Herrenhaus hat Interesse daran, da es sonst vor die Frage gestellt werden kann, we ganzen Etat able ob er nicht t haben, ein

wünschenswert, Abgrenzung

bezirken die Volksvertretung um

wendig ist, Gesetz dafür verlangt.

Etatsposition Deshalb bitte ich den Minister, zu erwägen, noch, auch nachdem wir die Etatsforderung bewillig Was die Zweckmäßigkeit betrifft, so meinen organisatorische in keiner Weise Aus dem Beschluß der präjudizielle

Gesetz vorlegen will.

andere Regierungsbezirke damit festlegen. Kommission olgerung ziehen. Die Wahl s hat sich zu einem großen Ort herausgebildet, der Beamten gern gehen werden. gierung nach Insterburg oder Tilsit verlegt würde, so schwerer Eingriff in die w s handelt sich jetzt um ein neues Regierungsgebäude Würde man der Stadt eine andere Kompensation Neubau unterlassen und die g. verlegen, welche freiwillig Triftige Gründe sprechen dafür, In Memel ist nie⸗ umbinnen zu kommen, und 5 Wenn Memel ist es dann gerechtfertigt, es Der Minister führt als Grund die ein⸗ altung des Gebietes an der russischen Grenze an. Dankbar müssen wir dafür sein,

Ich hoffe, daß die Regierung welche ihre Intentionen richtig

Allensteins 1 sehr schön ge⸗ legen ist und nach dem die Gumbinner Re wäre das ein Gumbinnens.

in Gumbinnen. geben können, Regierung nach Tilsit oder Insterbur dafür ein Gebäude angeboten haben. daß der Memeler Kreis bei Köni mals der Wunsch laut geworden, nach G diese Wünsche muß doch der bei Königsberg zu bleiben, nach Gumbinnen zu legen? heitliche Verw Das kann nicht

irtschaftlichen Verhältnisse

gsberg bleibt. Minister berücksichtigen.

kann tausschlaggebend sein. daß jetzt für Ostpreußen mehr geschieht. die richtigen Männer finden möge, ausführen können.

Abg. Graw⸗Allenstein (Zentr).: Zedlitz nicht einverstanden sein. Wenn die Regierung uns 20 lage zurückziehen.

Abg. Münsterberg

Ich kann mit dem Abg. von „Regiert müssen wir doch Millionen geben will, mag sie ihre Vor⸗

Nachdem die Frage nochmals geprüft und zugestimmt hat, für die Vorlage stimmen.

Wenn es sich darum handelt, ob die neue gegeben werden sollen, gebt beides! „die Regierung in Die hier vorhandenen Vorlage ausgesprochen. en, die Vorlage aber

1t (fr. Bgg.): kommission die meine Freunde

Abg. Kreth kkons.): 1 Regierung eingerichtet oder 20 Millionen in ostpreußischer Bescheidenhe wenn nur eins möglich ist, gebt die 20 Millionen Allenstein wird schon von selbst nachkommen. Ostpreußen aller Parteien haben sich für die Ich bitte dringend, die Petitionen abzulehn anzunehmen.

Damit schließt die Diskussion. mit großer Mehrheit bewilligt; die Petitionen werden der Regierung als Material überwiesen.

Schluß gegen 4 ½ Uhr. (Kleinere Etats und Etat

Die beiden Titel werden

Näͤchste Sitzung Mittwoch 11 Uhr.

Statistik und Volkswirtschaft.

Die bedingte Begnadigung in den deutschen E

Dem Reichstage ist eine die Zeit bis Ende 1904 sammenstellung, betreffend die Anwendun für die bedingte Begn worden (Drucks. des Reichstags, 11. ;50 Seiten), der wir die folgenden Mittei Seit der Einführung der bedingten B der Strafvollstreckung mit bis zum 31. Dezember 1904 in 80 830 die Zeit bis zum 31. im Jahre 6041 Fälle. genommen; 1904 ist sie auf 14 783 gestieg Für eine Berechnung der v bedingten Strafaufschubs fehlen diesem Zwecke müßte sein, gegenüber denen

umfassende Zu⸗ g der in den Einzelstaaten Vorschriften, unterbreitet

adigung geltenden Legisl.⸗Per., 1. Sess.

1903/1905, lungen entnehmen. egnadigung ist Verurteilten cht auf Begnadigung ewährt worden. gaben sich durchschnittlich ahl mit jedem Jahre zu⸗

die Aussetzun

Dezember 1898 er Seitdem hat die Z

erhältnismäßigen Häufigkeit des derlichen Unterlagen. nigen Verurteilten bekannt Strafaufschub möglich l, nicht entnommen werden. Betracht, daß in der Kriminal⸗ gegen Landesgesetze und alle U während auch bei Stra

die Zahl aller derje n die Gewährung vo Der Kriminalstatistik kann die Zah Neben anderen Umständen kommt in statistik die Vergehen unberücksichtigt bleiben, Strafaufschub gewährt wir mittelungen der Kriminalstatist Grund derselben die einzelnen bedingten Begnadigun den angedeuteten Umständen entspringen, w Staaten ungefähr in einer solchen Vergleichu die Zahl der Personen, denen 1899 der bedingte Strafaufs im Durchschnitt der Jahre 1899 bis 1902 Vergehen gegen Reichsge Auf je 100 verurteilt des bedingten Strafaufschubs in Sa Sachsen⸗Meiningen Lübeck 23, Schwarzburg⸗Rudolstadt

1) Die Ermitte cht 8

ebertretungen 1 ftaten dieser Art der Dagegen erscheint es angängig, die Er⸗ ik in der Weise zu benutzen, Staaten hinsichtlich der H

b äufigkeit der g verglichen werden.

Denn die Fehler, die aus erden sich für die einzelnen N ltend machen und daher bei störenden Einfluß haben. Setzt man bis 1904 im Durchschnitt eines Jahres Beziehung zu der Zahl der ¹) wegen Verbrechen oder Verurteilten, so ergibt sich e Jugendliche kommen Fälle chsen⸗Coburg. Gotha 39, Bremen Mecklenburg⸗Schwerin 24, Schaumburg-Lippe

demselben Maße ge

chub zuteil wurde, in

2 setze rechtskräftig folgendes:

lungen für die Jahre 1903 und 1

Bay Sachsen⸗Weimar ) 14, Braunschweig) 14, Sachsen

13, Anhalt 13, Sachsen⸗Altenburg²) 13, Elsaß⸗Lothringen 13, Württemberg 10, Oldenburg 10, Hessen 8, Schwarzburg⸗Sonders⸗ hausen 8. Auf je 100 verurteilte Erwachsene kommen Fälle des bedingten Strafaufschubs in Hamburg 4,4, Sachsen⸗Coburg.⸗Gotha 3,2, Schwarzburg Sondershaufen 3,1, Schaumburg⸗Lippe 2,4, Sachsen⸗ Weimar ²) 2,3, Mecklenburg⸗Schwerin 1,0, Baden 0,9, Bremen 0,9, Sachsen⸗Altenburg ²) 0,6, Elsaß⸗Lothringen 0,6, Bayern 0,5, Sachsen 0,5, Sachsen⸗Meiningen 0,5, Preußen 0,4, Schwarzburg Rudolstadt 0,4, Lübeck 0,3, Hessen 0,2, Braunschweig ²) 0,2, Anhalt 0,2, Lippe⸗ Detmold 0,2, Wuͤrttemberg 0,1, Oldenburg 0,1. Bei der Würdigung dieser Zahlen darf übrigens nicht unberücksichtigt bleiben, daß für Preußen die Fälle, in denen das Begnadigungsrecht dem Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten zusteht, keine Aufnahme gefunden haben.

Der Natur der Sache nach waren es überwiegend Männer, denen die Maßregel zugute kam (76 %, 1903: 77 %). Immerhin ist die Zahl der beteiligten Personen weiblichen Geschlechts (24 %, 1903: 23 %) höher, als sich gegenüber der allgemeinen Kriminalität, wie sie auf Grund der Kriminalstatistik für dieses Geschlecht ermittelt ist,)) erwarten läßt. Dem Grundsatze, die bedingte Begnadigung in erster Reihe jugendlichen Personen zu gewähren, ent⸗ spricht es, daß vier Fünftel aller Fälle (80 %, 1903: 82 %) Jugendliche betreffen. Im allgemeinen ist die Maßregel auf Personen beschränkt geblieben, die noch keine Freiheitsstrafe verbüßt hatten. Nur drei 1903 zwei Prozent aller Fälle betrafen solche Personen, die schon früher zu Freiheitsstrafe verurteilt worden waren.

Die strafbare Handlung, auf die sich die bedingte Be⸗ gnadigung bezog, war meistens (in 66 % 1903: 66 % aller Fälle) ein Vergehen; die übrigen Fälle verteilen sich mit 21. % (1993: 21 %) auf Verbrechen und mit 13 % (1903: 13 ) auf Uebertretungen.

Die Strafe, für die der Aufschub bewilligt wurde, war in der

Mehrzahl der Fälle (66 %, 1903: 66 %) von einem Amtsgericht

oder Schöffengericht erkannt worden. Ueberwiegend handelte es sich um Gefängnisstrafen (87 %, 1903: 86 %), seltener um Haft⸗ strafen (13 %, 1903: 14 %), nur ganz vereinzelt um Zuchthaus oder Festungshaft. Die Dauer der ausgesetzten Gefängnisstrafe betrug in etwa drei Fünfteln der Fälle (50 von 87, 1903: 52 von 86) eine Woche oder weniger. Die Zahl der Fälle, in denen diese Strafe einen Monat überfaieg, ist nur etwa ein Siebentel (13 von 87, 1903: 11 von 86) der Gesamtzahl. -

Die Bewährungsfrist war in der großen Mehrzahl der Fälle (76 %, 1903: 78 %) auf weniger als drei Jahre bemessen; nur bei 24 % (1903: 22 %) aller Fälle betrug sie drei Jahre oder mehr.

Endgültig erledigt sind bis zum 31. Dezember 1904 49 041 oder 60,7 % aller Fälle. Setzt man hiervon die Fälle (1235 oder 1,5 %) ab, die durch Tod oder Flucht des Verurteilten oder durch sonstige Umstände (insbesondere durch eine vor Ablauf der Bewährungsfrist erfolgte Amnestie) eine Erledigung gefunden haben, bei der die Frage, ob sich der Verurteilte be⸗ währt habe, unentschieden bleibt, dann verbleiben 47 806 Fälle (59,2 % der Gesamtzahl), hinsichtlich deren diese Frage sich beant⸗ worten läßt. Wird für je hundert solcher Fälle berechnet, wie viele von ihnen mit der endgültigen Begnadigung abgeschlossen haben, so zeigt die Höhe der fraglichen Verhältniszahl an, in welchem Umfange der Zweck der Einrichtung, eine Besserung des Verurteilten ohne Strafvollstreckung herbeizuführen, er⸗ reicht worden ist. Nach den bis zum Ende des Jahres 1904 vorliegenden Ermittelungen beträgt die Verhältniszahl der end⸗ gültigen Begnadigungen für alle Bundesstaaten zusammengenommen 76,6 %. Die Verhältniszahl der günstig erledigten Fälle wird jedoch, wenn die während der ersten Jahre nach Einführung der bedingten Begnadigung erledigten Fälle in die Berechnung einbezogen werden, durch den Umstand herabgedrückt, daß die Begnadigung immer erst nach dem Ablauf der Bewährungsfrist erfolgt, die Verwirkung der Begnadigung dagegen schon im Laufe der Frist sich deraus stellen kann. Zutreffender gestaltet sich das Ergebnis, wenn die ersten Jahre bis etwa 1899 ganz außer Betracht gelassen und für die spätere Zeit die Verhältniszahlen je nach den einzelnen Jahren ge⸗ sondert berechnet werden. Die Verhältniszahl betrug für die in den Jahren 1900, 1901, 1902, 1903 und 1904 erledigten Fälle 80,2 %, 81,0, 80,9, 78,8 und 78,5 %. Hiernach haben im Durchschnitt der letzten fünf Jahre nicht ganz vier Fünftel (79,9 %) der Fälle einen günstigen Ausgang gehabt. Auch diese Zahlen dürften jedoch hinter dem wirklichen Verhältnisse mit Rucksicht darauf etwas zurückbleiben, daß gerade in den letzten Jahren die Zahl der bewilligten Strafaus⸗ setzungen erheblich zugenommen hat.

b die Verhältniszahl der ungünstig erledigten Fälle (23,4 % aller bis Ende 1904 endgültig erledigten älle, 20,1 % nach dem Durchschnitte der letzten fünf Jahre) im Vergleiche mit den Wir⸗ kungen eines Vollzugs der Strafe für eine Fhe ünstige zu er⸗ achten sei, war bis vor kurzem nicht zu beurteilen. ist hierfür in den Ermittelungen der Reichskriminalstatistik“) über die Häufigkeit der Rückfälle eine Grundlage geboten. Im Rahmen dieser Ermittelungen wird nämlich jetzt festgestellt, in welchem Umfange Personen, die zum ersten Male wegen eines Verbrechens oder Ver⸗ gehens gegen Reichsgesetze verurteilt werden, sich später eine abermalige Verurteilung zuziehen. Diese Feststellungen er⸗ strecken sich auf die erstmals Verurteilten der Jahre 1894 bis 1899, somit auf sechs verschiedene Personenstände, von denen jeder einzelne mehr als eine viertel Million Personen umfaßt, und die Ergebnisse erscheinen zuverlässig, weil sie für die einzelnen Jahresbestände fast ganz übereinstimmen. Beschränkt man die Berechnungen auf einen Zeit⸗ raum, der dem Durchschnittsbetrage der bei der bedingten Begnadigung üblichen Bewährungsfrist ungefähr gleichkoemmt (etwa 3 ½ Jahre), so ergibt sich folgendes: Von den in den Jahren 1894 bis 1899 zum ersten Male wegen Verbrechen oder Vergehen gegen Reichsgesetze Ver⸗ urteilten (insgesamt 1 592 606 Personen) wurden von neuem verurteilt: a. bereits im Kalenderjahre der ersten Verurteilung 1,6 %, b. im darauf folgenden ersten Jahre 4,8 %, c. im darauf folgenden zweiten Jahre 3,7 %, d. im darauf folgenden dritten Jahre 2,9 %, mithin inner⸗ halb der Zeit von durchschnittlich 3 ½ Jahren 13,0 %. Der Prozentsatz der Rückfälle ist also geringer als die Verhältniszahl der ungünstig verlaufenden Fälle bei der bedingten Begnadigung. Allerdings sind die in Betracht kommenden Personenkreise bei letzterer und bei der Zählun der Kriminalstatistik nicht ganz nach gleichen Grundsätzen gebildet. Doch sind diese Verschiedenheiten nebensächlicher Art; und es erscheint um so unbedenklicher, die Ergebnisse zu vergleichen, als ein in der Sache be⸗ gründeter wichtiger Unterschied, nämlich der Umstand, daß in der Kriminalstatistik nur Rückfälle gezählt werden, der Strafaufschub aber auch lediglich wegen schlechter Führung widerrufen werden kann, praktisch ohne Bedeutung ist. Nach den in Preußen gemachten Er⸗ fahrungen ist nämlich die Zahl der Fälle, in denen ohne einen Rück⸗ fall der Widerruf nur wegen schlechter Führung erfolgt, gering, und sie wird durch die Zahl derjenigen Fälle, in denen trotz eines Rück⸗ falls wegen sonstiger guter Füͤhrung die Begnadigung ausgesprochen wird, vollständig ausgeglichen. Läßt sich hiernach zur Zeit wohl die Frage aufwerfen, inwieweit die bedingte Begnadigung einen besonders geeigneten Weg zur Verhütung von Rück⸗ fällen biete, so wird der Einrichtung doch in anderen Be⸗ ziehungen nach wie vor eine segensreiche Wirkung betzumessen sein. Namentlich bleibt die Tatsache bestehen, daß immerhin der weitaus größte Teil der bedingt Be⸗

281„²) In Sachsen⸗Weimar, Braunschweig und Sachsen⸗Altenburg ist die bedingte Begnadigung erst 1903 eingeführt worden. Für diese Staaten ist die Zahl der 1903 und 1904 bedingt Begnadigten zu der Zahl der 1902 Verurteilten in Beziehung gesetzt.

¹) Von den im Jahre 1902 wegen Verbrechen oder Vergehen segen Jteichsgesehe verurteilten Personen sind 15,8 % weiblichen Ge⸗ schlechts.

*) Statistik des Deutschen Reichs Neue Folge. Bd. 146 S. 23 ff., insbesondere S. 1 29, 30. 8 8 1

gnadigten sich bewährt hat und daß ihm gegenüber hauptsächlichste Zweck der Strafe erreicht werden kong ohne daß zum Vollzuge derselben geschritten zu wer brauchte. Dadurch sind nicht nur die Betroffenen vor 28 schweren Eingriff in ihre soziale Stellung und einer Beeinträchtz ihres Fortkommens bewahrt, sondern es sind auch dem Staate 1 unerhebliche Kosten erspart worden.

Hinsichtlich der endgültig erledigten Fälle liegen Ermitteln über die Umstände, unter denen die Aussetzung der St. vollstreckung erfolgt war, für die Jahre 1899 bis 190¼ Auf Grund dieser Ermittelungen ist die Verhältniszahl der gültigen Begnadigungen für verschiedene Gruppen von Fällen sonders berechnet worden. Jede dieser Gruppen ist unter Gesichtspunkte gebildet, daß in den in ihr begriffenen Fällen bestim Umstände gemeinsam sind. Je nachdem nun die Verhältniszahl

einer Gruppe den für die Gesamtheit der Fälle festgestellten;

übersteigt oder hinter ihm zurückbleibt, darf wenigstens in

Regel davon ausgegangen werden, daß die in Frage stehalt⸗

Umstände den Erfolg der Einrichtung steigern oder mindern.

Ergebnisse des Jahres 1904 bieten hiernach zu folgenden Bemerkunz

Anlaß. Weibliche Personen haben verhältnismäßig häufiger

endgültige Begnadigung erlangt als männliche. Die Verhältnien betkägt bei den ersteren 84 % (1903: 84 %), bei den letzteren 7† (1903: 77 %). Anderseits stellt sich das Verhältnis für erwachse

Personen etwas besser (81 %, 1903: 80 %) als für Ju gendliche (78

1903: 79 %). Für Personen, die vor der Bewilligung eines Sh

aufschubs schon eine Freiheitsstrafe verbüßt haben, ist

Verhältniszahl der endgültigen Begnadigungen wesentlich ungünst (38 %, 1903: 39 %) als für die noch unbestraften (79 %, 19 10 79 %), obwohl gerade bei jenen die Bewilligung nur ausnahmsn⸗

und nach eingehender Würdigung aller Umstände erfolgt.

die Ergebnisse mit Rücksicht auf die Art der strafbaxren Han lungen verglichen, so zeigen sich nur geringe Unterschiede. Die W hältniszahl der endgültigen Begnadigungen ist bei Verbrechen (74 1903: 78 %) und bei Vergehen (78 %, 1903: 77 %) etwas niedriger bei Uebertretungen (86 %, 1903: 87 %). Hier darf indessen ün außer⸗Betracht bleiben, daß für Uebertretungen die Bewährungst kürzer bemessen zu werden pflegt als für Verbrechen und Verge⸗h und daß die verminderte Dauer der Probezeit die Aussichten des 2. urteilten, zur Begnadigung zu gelangen, erhöht. Bei den Fällen, denen das Urteil von einem Amtsgericht oder einem Schöffengerse erlassen ist, und bei denjenigen, in welchen eine Strafkamg

oder ein Schwurgericht in erster Instanz erkannt hat,

die Ergebnisse ziemlich gleich (79 bezw. 76 %, 1903: 78 bezw. 7 Für die zu Haft Verurteilten ist die Verhältniszahl (86 %, 19 87 %) höher als für die zu Gefängnis Verurteilten (77 %, 19 77 %). Werden die Strafen, auf die in den erledigten Fäl erkannt war, hinsichtlich ihrer Dauer miteinander verglichen, so ze sich, daß der Erfolg der bedingten Begnadigung bei den kürzen Strafen sicherer ist als bei den längeren. Die Verhältniszahl!

endgültigen Begnadigungen betrug bei Gefängnisstrafen

einer Woche und weniger 79 % (1903: 78 %), bei den G fängnisstrafen von mehr als einer Woche bis zu einem Man 75 % (1903: 76 %), bei den Strafen von mehr als einem Mo bis zu sechs Monaten 70 bis 71 % (1903: 75 bis 76 %) und Gefängnisstrafen von mehr als sechs Monaten nur 58 % (1903: 610. Was endlich den Einfluß der Länge der Bewährungsfriste betrifft, so ist es unverkennbar, daß sich die Ergebnisse um so wenig günstig gestalten, je weiter die Probezeit ausgedehnt wird. Bei ei Frist von weniger als drei Jahren haben sich 81 % (1903: 807 der Verurteilten bewährt. Dagegen beträgt die Verhältniszahl!

einer Frist von drei Jahren oder mehr nur 60 % (1903: 71 %).

VVon den für die Vorjahre berechneten Verhältniszahlen weich die Ermittelungen für das Jahr 1904 im allgemeinen nur wenig Eine erheblichere Verminderung der endgültigen Begnadigungen Jahre 1904 ist nur zu beobachten bei den über 18 Jahre alte Verurteilten (81 % in 1904 gegen 80 % in 1903 und 87 % . 1899/1902), bei denjenigen, welche bereits Freiheitsstrafe verbüß hatten (38 % gegen 39 % in 1903 und 55 % in 1899/1902), bei de zu mehr als 6 Monaten Gefängnis Verurteilten (58 % gegen 61 in 1903 und 81 % in 1899/1902) und endlich bei denjenigen, der Bewährungsfrist auf 3 Jahre oder mehr festgesetzt worden n.

(60 % gegen 71 % in 1903 und 79 % in 1899/1902).

Die überseeische Auswanderung 1904.

2. Im Jahre 1904 sind nach Mitteilungen, die in dem eben 2 schienenen „Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reich (Jahrgang 1905 1) enthalten sind, über deutsche Häfen 241 114 Au wanderer befördert worden, und zwar 219 096 Fremde mf 22 018 Deutsche. Gegen das Jahr 1903 hat sowohl die deutsche ui die fremde Auswanderung, soweit sie über deutsche Häfen erfolgte abgenommen, nämlich um 5596, bezw. 49 131, insgesamt also im 54 727. Von den 241 114 Auswanderern gingen 133 681 über Bremer

107 433 über Hamburg ins Ausland.

Was die überseeische Auswanderung von Deutschen im einzelne betrifft, so wanderten, wie bemerkt, 22 018 Deutsche über deutst Häfen, weitere 5966 über fremde Häfen (darunter 4215 über Antwerpen 1454 über Rotterdam und Amsterdam) aus. Die Gesamtzahl der deutschen Auswanderer betrug also im Jahre 1904: 27 984 (1903: 36 310, 1907 32 098). An dieser Gesamtzahl sind als Auswanderungsgebiete beteiligt Posen (mit 3033 deutschen Auswanderern), Hannover, Bayern recht. des Rheins (mit je über 2000), Westpreußen, Brandenburg, Pommern Westfalen, Rheinland, Sachsen, Württemberg (mit je über 1000 Ihrem Beruf nach entfallen von den deutschen Auswanderern 10 60. auf Landwirtschaft (1903: 13 544), 8210 auf Industrie (190

11 841), 4044 auf Handels⸗ und Verkehrsgewerbe (4042).

Hinsichtlich der fremden, über Deutschland beförderten Au wanderung ist zu bemerken, daß das v. dazu Rußland (57 354), Ungarn (50 695), i⸗

mit 105 554 Auswanderern, Oesterrei weitem Abstand ferner Rumänien (1318), Italien (773) stellten.

„Als Reiseziel wählten gleichwie in früheren Jahren sowoll die deutschen als auch die fremden Auswanderer in überwiegender Zall die Vereinigten Staaten von Amerika. Es gingen dorthin von der 27 984 deutschen Auswanderern nicht weniger als 26 085, von der

219 096 fremden 185 454.

Zur genaueren Beurteilung der vorgenannten Nachweise über die überseeische Auswanderung hat das Kaiserliche Statistische Amt nun⸗ mehr zum ersten Male auch Nachweise über die überseeische Ein⸗ wanderung beigebracht. Sie sind zwar keineswe s vollständig, immerbit geben sie einen bemerkenswerten Anhalt. Na Mitteilungen, welche die Hamburg⸗Amerika⸗Linie, der Norddeutsche Lloyd und weitere vien

Dampferlinien über die von ihnen bewirkte Einwanderung machten, stellt⸗ sie sich im Jahre 1904 auf 97 853 Personen. Von ihnen kamer 91 372 aus Nordamerika, 724 aus Westindien und Mexiko, 2679 aus Südamerika, 2880 aus Afrika, 198 aus Ostasien. In bezug auf 97 406 Einwanderer ist noch weiter festgestellt, daß unter ihnen sic 84 798 Personen mit über 12 Jahren befanden, ferner 28 483 Kajüts⸗

passagiere, 56 315 Zwischendeckspassagiere.

In Lüttich, wo bekanntlich in diesem Jahre eine international Industrie⸗ und Gewerbeausstellung stattfindet, wird in den Tagen vom 7. bis 10. August ein Wohnungskongreß tagen, der die Fortsetzung der Reihe von Kongressen bildek, deren letzter vor drei Jahren in Düsseldorf abgehalten wurde. Der Kongreg wird von der belgischen Regierung patronisiert; an der Spitz⸗ des von der Regierung eingesetzten Komitees steht der frühen Kammerpräsident und einstmalige Finanzminister Beernaert. Vor⸗ sitzender des Organisationsausschusses ist der Generaldirekter des staatlichen Sparkassenwesens „Lepreux in Brüssel, General⸗ sekretär Professor E. Mahaim in Lüttich. Zur Unterstützung des Organisationskomitees in allen die Beteiligung Deutschlands an den nee⸗ betreffenden Angelegenheiten hat sich ein deutscher Landes⸗

gebildet, dem u. a. der inaktive Staatsminister Dr. Freihen

ausschu

von Berlepsch, der Professor Dr. Schmoller, der Oberbürgermeister

8*

1 8

Dr. Adickes und der Geheime Baurat Dr. Stübhen angehören. Durch Vermittelung dieses Ausschusses werden die Einladungen zur Beteili⸗ ung demnächst ergehen. Etwa gewünschte Auskunft erteilt der Pro⸗ Fessor Dr. H. Albrecht, Groß⸗Lichterfelde, Schillerstraße 11.

Zur Arbeiterbewegung.

In Düsseldorf sind, der „Rh.⸗Westf. Ztg.“ zufolge, die Schneidergehilfen in eine Lohnbewegung eingetreten. In dem der Arbeitgeberorganisation und dem Arbeitgeberverbande vorgelegten Tarife wird u. a. eine Festlegung der Löhne, Regelung des Lohns für Extra⸗ und Sonntagsarbeit sowie ein prozentualer Aufschlag für die Heimarbeiter gefordert.

Aus Aussig wird der „Voss. Ztg.“ telegraphiert, daß die Kohlenverlader des Elbhafens gestern nachmittag die Arbeit einstellten; sie forderten Entladung nur an Vormittagen. Die Aussig⸗ Teplitzer Bahn mußte Hunderte von Waggons unentladen vom Um⸗ schlagplatz zurückführen. b

In Wien veranstalteten gestern, wie „W. T. B.“ meldet, die ausgesperrten Tischlergehilfen im Bezirke Margarethen Kundgebungen. Abends wurde ein Angriff auf eine Tischler⸗ warenfabrik versucht. Die dagegen einschreitende Polizei wurde von der Menge, die etwa 3000 Mann stark war, mit Steinwürfen empfangen. Mehrere Wachleute wurden leicht verletzt. Schließlich wurde die Menge zerstreut. 32 Personen wurden verhaftet.

Aus Madrid wird dem „W. T. B.“ berichtet, daß dort Nach⸗ richten über Arbeiterbewegungen in Andalusien eingelaufen seien. An mehreren Orten sei es zu Ruhestöru ngen gekommen. Die städtischen Behörden hätten die Hilfe der Regierung angerufen, da sie nicht imstande seien, dem allgemeinen Notstand abzuhelfen.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗ maßregeln.

Schafräude in Preußen im Jahre 1904.

Im Jahre 1904 ist in Preußen von der Anordnung eines Heil⸗ verfahrens zur Tilgung der Schafräude in 16 Regierungsbezirken und 55 Kreisen Gebrauch gemacht worden. Es wurden einem solchen Verfahren insgesamt 249 Bestände mit 28 293 Schafen unterworfen.

Der Gesamterfolg der für die Schafräude vorgeschriebenen Tilgungs⸗ maßregeln muß im allgemeinen als zufriedenstellend bezeichnet werden. Namentlich ist auch im verflossenen Jahre ein merklicher Rückgang der Verbreitung der Seuche eingetreten. Dies ergibt sich nicht nur aus einem Vergleich der Zahlen mit denen des Jahres 1903, sondern auch aus der allgemeinen Seuchenstatistik. Denn während in den ersten drei Viertel⸗ jahren 1903 von der Seuche 137 Gemeinden mit 424 Gehöften neu

betroffen waren, sind diese Zahlen in demselben Zeitraum des Jahres

1904 auf 103 Gemeinden mit 273 Gehöften, also bei letzteren auf

etwa ³⅔ gesunken. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, daß die un⸗ gewöhnlich trockene Witterung des verflossenen Sommers für die

Tilgung der Schafräude sehr günstige Bedingungen geboten hatte.

Handel und Gewerbe. Durch eine im Diario do Governo Nr. 44, vom 23. Februar

d. J. veröffentlichte Königliche Verfügung vom 18. Februar wird der in Kraft stehende portugiesische Zolltarif durch folgende neue Position ergänzt:

„Arbeiten aus Papier, die nicht besonders erwähnt und auch in dem Warenverzeichnis zum Zolltarif nicht aufgeführt sind, Kilogramm 500 Reis.“ 1 b

Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Papier mit Relief⸗ ornamenten und ausgestanzten Spitzen, wie es zur Ausstattung von Blumensträußen und Kartonnagen gebraucht wird, und über dessen Klassifizierung fortwährend Meinungsverschiedenheiten zwischen den Importeuren und den Zollbeamten entstanden.

(Aus den im Reichsamt des Innern zusammengestellten „Nachrichten für Handel und Industrie“).

Canada.

Neue Zolltarifausgabe. Das canadische Zolldepartement in Ottawa hat unterm 1. Oktober 1904 eine neue Ausgabe des Zoll⸗ tarifs vom Jahre 1897 mit einem Anhang, der sämtliche Aenderungen und Ergänzungen bis zum obengenannten Zeitpunkt enthält, im Druck erscheinen lassen.

Die chinesische Gewerbeausstellung in Tientsin.

Im September v. J. ist auf Veranlassung des General⸗ gouverneurs YJüan Schih⸗kai am Nordboulevard der Tientsiner Chinesenstadt eine einheimische Gewerbeausstellung eröffnet worden, an deren Spitze der Direktor des in Tientsin begründeten „Zentralamtes für Industrie und Gewerbe“ (Kung⸗i⸗etsung⸗chü) und der Peyang⸗ Münze Taotai⸗Anwärter Chou Hsüeehsi, ein Sohn Chou⸗fu's, des bisherigen Gouverneurs von Fve; steht. Die Ausstellung ist in einem eigens dazu in europäischem Stil errichteten schmucken Gebäude untergebracht und für einen ersten Versuch dieser Art recht beachtens⸗ wert. In beträchtlicher Anzahl sind japanische Waren und Lehrmittel vertreten. Einer Notiz der Tientsiner japanisch⸗ chinesischen Zeitung „Jih⸗Jih⸗hsin⸗won“ vom 1. Oktober v. J. zufolge hat das japanische Handels⸗ und Landwirtschaftsministerium durch Vermittelung des japanischen Generalkonsuls in Tientsin der Ausstellung 64 Kolli Aus⸗ stellungsgegenstände überreichen lassen. . 8 1

Das Ausstellungsgebäude, von dessen Dache die chinesische Reichs⸗ flagge weht, enthält vier Säle, zwei im Erdgeschoß und zwei im ersten Stock, doch sind auch die Empfangszimmer für vornehme Be⸗ sucher und die mit Wandschränken versehenen beiden Treppenhäuser und Verbindungsgänge als Ausstellungsräume gedacht und zum Teil bereits zu diesem Zwecke verwendet. 1

Nach den Absichten der Leitung soll das Unternehmen sowohl zur Belehrung der Fabrikanten, Handwerker und Kaufleute wie auch zur Vermittelung zwischen Produzenten und Kaufleuten dienen. Daher ist der Eintrittspreis sehr gering bemessen, nämlich auf 1 Cent = 2 Pfennige. Die Räumlichkeiten sind, abgesehen von chinesischen Feiertagen, dem Publikum täglich von 9 bis 12 und, außer Sonntags, von 2 Uhr bis zum Eintritt der Dunkelheit geöffnet. Die Freitage sind ausschließlich für weibliche Besucher vorbehalten.

Bemerkenswert sind die ersten Versuche zu einer Erziehung des HPrüllgune⸗ Ueberall zeigen große Wandanschläge an, daß das be⸗

iebte Rauchen und Spucken untersagt ist, Stöcke und Schirme 8 in einer Garderobe abgegeben werden. Beim Eintritt erhält jeder Be⸗ sucher eine Kontrollmarke, die er am Ausgange wieder abzugeben hat. Zur Fatechgerbaltung der Ordnung steht an der Eingangstür ein inesischer Schutzmann. 1 Nüer, ehch ch alles mögliche: Teppiche, Pelzwaren, Rotlack, 6— Cloisonné, Silber⸗ und Messingwaren, Schreibutensilien, Tonfiguren, Seidenstoffe und Stickereien, Baumwollstoffe, Papier⸗ servietten, Brillenfutterale, Tabaks⸗ und Uhrtaschen wie sonstiger Gürtelschmuck, Hochzeitskleider, Bücher und Lehrschriften. Die in chinesischen Fabriken hergestellten Glaswaren lassen noch viel zu wünschen übrig. Unter den japanischen Waren fallen einige schöne Wandschirme und Satsuma⸗Vasen auf. Daneben finden sich auch einige von Tientsiner chinesischen Firmen ausgestellte englische und amerikanische Baumwollenstoffe, Tuche und Schirtings. 1

Saal 1v enthält eine recht interessante Ausstellung von Medi⸗ kamenten, Chemikalien, einheimischen Weinen, Früchten, Erzen und anderweitigen Bodenerzeugnissen neben japanischen Lehrmitteln und Bilderbogen für den Anschauungsunterricht in den Naturwissenschaften. Auch einige teils in. Psotingfu⸗ in Téchou hergestellte Säbel, Tornister und Pioniergeräte liegen aus.

An den han Gegenständen sind Papiertäfelchen angebracht, die Angaben über Herkunft, Preis und Verkäufer in chinesischer und englischer Sprache enthalten. Die meisten Sachen können auf Ver⸗

Schränken herausgenommen und auf dem Bureau gegen Barzahlung des ausgezeichneten Preises in Empfang genommen

ch den regelmäßig veröffentlichten Statistiken der Jih⸗Jih⸗ n war die Ausstellung besucht: im September von

langen aus den

2 462 Personen, 6 772 8

Infolge der Zunahme des Besuchs ist in jüngster Zeit eine Er⸗ weiterung des Unternehmens ins Auge gefaßt worden. rungsgrundsatze der möglichst umfangreichen Einziehung des Grund⸗ eigentums der Toten Hand zu Gunsten des Unterrichtswesens folgend, hat der Generalgouverneur die „Halle des Edelsteinkaisers“ (Yür⸗hu⸗ ang⸗ko), den ersten taoistischen Tempel der Stadt, von den Mönchen räumen lassen und einen Umbau in halbeuropäischem Stil für Aus⸗ Dem Vernehmen nach sind einem in der japanischen Niederlassung ansässigen japanischen Baugeschäft die Arbeiten übertragen worden. In den neuen Räumen soll eine Er⸗ weiterung der gegenwärtig im Saal IV des Ausstellungsgebäudes untergebrachten Zusammenstellung der Landesprodukte der Provinz „Belehrungsmuseum“ (Chiao⸗yü⸗p'in, ch'én lieh⸗kuan) führen soll. (Bericht des Kaiserlichen Konsulats in Tientsin.) 8 .

Dem Regie⸗

stellungszwecke angeordnet.

Ausschreibungen.

Oesterreich. Der 1 Martkinsberg, umfassend den Unter⸗ und Oberbau, die Hochbauten Ausnahme des großen Viaduktes nächst Zwettl soll noch in der ersten Märzhälfte zur Ausschreibung gelangen. Die Vergebung ist für die zweite Aprilhälfte zu gewärtigen.

Oeffentliche Anlagen in Bruck a. d. ̃M. (Steiermark). Die Bezirksvertretung bewilligte der Stadtgemeinde Bruck die Auf⸗ nahme eines Darlehns von 400 000 Kr. zur Erweiterung der Kraft⸗ und Lichtleitung des städtischen Elektrizitätswerkes und zur Deckung der Auslagen für die Installierung des Personen⸗ und Güterbahnhofes.

Oeffentliche Anlagen in Salzburg. Gemeinderats wird das städtische Elektrizitätswerk noch im Laufe dieses Jahres durch die Anlage des neuen Reinigerhauses, einer Ammoniakwäscherei sowie eines großen Kohlenschuppens vergrößert Auch das Rohrnetz wird einer Erweiterung unterzogen. diese Arbeiten ist ein Kredit von 150 000 Kr. bewilligt worden. Weiter wurde die Gaswerksdirektion mit den Vorerhebungen für den Bau (Oesterreichischer Zentral⸗Anzeiger

Lokalbahn Zwettl

und Brückenkonstruktion mit

Laut Beschlusses des

einer Wassergasanstalt beauftragt. für das öffentliche Lieferungswesen.)

Die Konzession für eine elektrische Straßenbahn in Bilbao (von der calle de Hurtado de Amézaga nach der plaza Circular) soll am 24. April 1905 von der Direccién general de Obras püblicas in Madrid erneut zur Vergebung gestellt werden. t such der Compaßia Vizcaina de Electricidad liegt bereits vor.

(Gaceta de Madrid.)

Die Ausführung und Einrichtung von Gebäulichkeiten auf dem Bahnhofe zu Utrecht für Zwecke von Eisenbahnwerkstätten und eniederlagen soll am 28. März 1905 von der Gesellschaft zum Betriebe der Staatsbahnen in Utrecht vergeben 285 500 Gulden.

Niederlande.

(Moniteur Matériels.) Brückenbau in Argentinien.

de Comunicaciên in folgender Landstra

Die Direccion General de Buenos Aires Verdingung enbrücken ermächtigt worden: über die und Claro.

30 811,93 Doll., 30 114,32 Doll., 18 438,25 Doll., 32 605 Doll. Die Eisenkonstruktionen sollen für sich besonders vergeben werden. (Boletin Republica Argentina.)

Barrancon,

Zwangsversteigerungen.

Beim Königlichen Amtsgericht I Berlin stand das Grund⸗ stück Brandenburgstraße 13, dem Bildhauer O. Beyrich ge⸗ Nutzungswert 8730 Mit dem Gebot von 133 720 50 bar blieb Kaufmann Leop. Zamory, Kottbuser Damm 100, Meistbietender.

Beim Koͤniglichen Amtsgericht II Berlin: 1 Gemarkung Friedrichsfelde, dem Klempnermeister Rudolf Marcus Mit dem Gebot von 30 000 bar blieb Bauunter⸗ nehmer R. Lange in Driesen Meistbietender. 86,96 a in Dall⸗ dorf, der Deutschen Bau⸗Bank. G. m. b. H. in Lig., hier ge⸗ Mit dem Gebot von 500 bar blieb Wwe. K. Wellstein in Enkenbach i. Pf. Meistbietende. 1 Schönhausen, der Frau Landwirt Werk, geb. Schönebeck, gehörig.

hörig, zur Versteigerung.

13,45 a in

hier gehörig.

Eingestellt:

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks

an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr sind am 14. d. M. gestellt 19 607, nicht

zeitig gestellt keine Wagen.

ung der Oberschles

n der gestrigen Aufsichtsratssi 9 as chaft wurde, laut Meldung

Eisenbahnbedarfs⸗Aktiengesell des „W. T. B.“ aus Berlin, die Bilanz pro 1904 vorgelegt. K. Bruttogewinn beträgt 3 595 323,73 (im Vorjahre 2 804 885,59). Es wurde beschlossen, Generalversammlung 1 915 849,42

auf Dienstag, Abschreibungen Vorjahre 1 672 858,14) Zuführung von 89 075,36 zum Reservefonds, der hiermit die Höhe von 2 ½ Millionen Mark erreicht, die Verteilung einer Dividende von 7 % (im Vorjahr 5 %) vorzuschlagen und 188 429,50 auf neue Nach der gleichen Meldung wurde der Be⸗ schäftigungsgrad auf allen Werken der Gesellschaft als sehr befriedigend

Der Aufsichtsrat des Aplerbecker Aktienvereins für Bergbau (Zeche Margarete) hat, laut Meldung des „W. T. G.“, in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, der am 29. April stattfindenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 8 % (gegen 4 % im Vorjahre) vorzuschlagen.

Wie der „Kölnischen Zeitung“ berichtet wird, verlief die am 13. d. M. in Düsseldorf abgehaltene Versammlung wegen An⸗ gliederung der Siemens⸗Martinwerke an den Stahl⸗ werksverband ergebnislos.

Zu der gestrigen außerordentlichen Generalversammlung des Eschweiler Bergwerks⸗Vereins, Pumpe bei Eschweiler, waren 6 430 200 Aktienkapital mit 21 434 Stimmen durch 16 Aktionäre vertreten. Die vom Aufsichtsrat und Vorstand beantragte Kapital⸗ erhöhung um 3 000 000 auf 18 000 000 wurde einstimmi mit einem Ausgahekurs

Rechnung vorzutragen.

nicht unter 200 % Demgemäß übernimmt ein Konsortium die neuen, mit deutschem Reichsstempel versehenen Aktien zum Kurse von 200 % netto abzüglich 4 % Stückzinsen p. a. bis zum 1. Juli d. J. und abzüglich des halben Schlußnotenstempels unter der Verpflichtung, dieselben den alten Aktionären zum Kurse von nicht über 205 % während einer Präklusivfrist von 14 Tagen zur Verfügung zu stellen, dergestalt, daß auf je nom. 6000 alte Aktien eine neue Aktie zu nom. 1200 entfallen. .

Ein Konsortium, bestehend aus der Sächsischen Bank in der Dresdner Bank in Dresden hausenschen Bankverein in Berlin, übernahm, laut Meldung des zehn Millionen 3 ½ % iger Leipziger Stadt⸗ öffentlichen

zum Beschlu

Uund dem A. Schaaff⸗ 11“

Subskription aufgelegt werden sollen. 8 In der am 14. d. M. abgehaltenen Aufsichtsratssitzung der

Draht⸗ und Kabelwerke in Meißen legte der Vorstand den Abschluß pro 1904 vor, und es wurde beschlossen, der für den 18. April d. J. einzuberufenden Generalversammlung nach Vornahme der Ab⸗ schreibungen die Verteilung einer Dividende von 11 % vorzuschlagen.

Laut Meldung des „W. T. B.“ betrugen die Einnahmen der Italienischen Mittelmeerbahn in der ersten Märzdekade im Hauptnetz weniger 213 159 Lire, im Ergänzungsnetz weniger 7008 Lire, zusammen weniger 220 167 Lire.

Wien, 14. März. (W. T. B.) Der Verwaltungsrat der Poldihütte beschloß, der am 31. d. M. stattfindenden General⸗ versammlung von dem Reingewinn von 608 805 Kronen die Ver⸗ teilung einer 6prozentigen Dividende vorzuschlagen.

New York, 14. März. (W. T. B.) Der Wert der in der vergangenen Woche ausgeführten Produkte betrug 10 990 000 Dollars gegen 11 420 000 Dollars in der Vorwoche.

Die Preisnotierungen vom Berliner Produktenmarkt sowie die vom Königlichen Polizeipräsidium ermittelten Marktpreise in Berlin befinden sich in der Börsenbeilage.

Berlin, 14. März. Wollauktion deutscher Schmutz⸗ wollen. Die Versteigerung deutscher Schmutzwollen, welche am 15. März Nachmittags beginnt, bringt 4800 Ztr. in 219 Losen zum Angebot, und stellen sich die Posten auf 1600 Ztr. pommersche, 200 Ztr. mecklenburgische, 1600 Ztr. märkische, 700 Ztr. preußische, 300 Ztr. posensche, 300 Ztr. schlesische und 100 Ztr. sächsische Wollen.

Kursberichte von den auswärtigen Fondsmärkten.

Hamburg, 14. März. (W. T. B.) (Schluß.) Gold in Barren: das Fherrn 2790 Br., 2784 Gd., Silber in Barren: das Kilogramm 80,65 Br., 80,15 Gd.

Wien, 15. März, Vorm. 10 Uhr 50 Min. (W. T. B.) Einh. 4 % Rente M.⸗N. vp. Arr. 100,40, Oesterr. 4 % Rente in Kr.⸗W. per ult. 100,50, Ungar. 4 % Goldrente 118,95, Ungar. 4 % Rente in Kr.⸗W. 98,40, Türkische Lose per M. d. M. 143,75, Buschtierader Eisenb.⸗Aktien Lit. B —,—, Nordwestbahnaktien Lit. B per ult. —,—, Oesterr. Staatsbahn per ult. 663,00, Südbahn⸗ gesellschaft 92,50, Wiener Bankverein 565,00, Kreditanstalt, Oesterr. per ult. 680,50, Kreditbank, Ung. allg. 796,50, Länderbank 468,50, Brüxer Kohlenbergwerk —,—, Montangesellschaft, Oesterr. Ap. 525,00, Deutsche Reichsbanknoten per uült. 117,30.

London, 14. März (W. T. B.) (Schluß.) 2 ¾ % Eg. Kons. 91 ½, Platzdiskont 2 ¼, Silber 27. Bankeingang 98 000 Pfd. Sterl. 1

Paris, 14. März. (W. T. B.) (Schluß.) 3 % Franz. Rente 100,42, Suezkanalaktien 4517. 3 8

Madrid, 14. März. (W. T. B.) Wechsel auf Paris 31,975.

Lissabon, 14. März. (W. T. B.) Goldagio 8.

New York, 14. März. (W. T. B.) (Schluß.) Die Börse er⸗ öffnete heute in schwächerer Haltung, da Verkäufe für Rechnung Londons der Spekulation Anlaß zu Gewinnrealisierungen gaben. Die von den Werten der Union⸗Pacific⸗, der Chicago, Milwaukee u. St. Paul⸗ und der New York Central u. Hudson⸗River⸗ Bahn ausgehende Festigkeit übertrug sich späterhin auch zum Teil auf andere Papiere des Eisenbahnaktienmarktes. Die Kurssteigerung in den erwähnten Aktien brachte man mit be⸗ stimmter auftretenden Gerüchten in Zusammenhang, nach den der Aktienbestand der zum Vanderbild⸗Netz gehörenden Bahnlinien in den Besitz zweier zu diesem Zweck gebildeter Gesellschaften übergehen soll. Die Werte der New York, Ontario u. Westernbahn stiegen um 2 % auf Gerüchte, daß die New York Centralbahn deabsichtige, diese Bahn in Pacht zu übernehmen. Bei Schluß der Börse war der Verkehr belebt, die Tendenz jedoch unregelmäßig. Aktienumsatz 1 380 000 Stück. Geld auf 24 Stunden Durchschnittszinsrate 2 ¾, do. Zinsrate für

letztes Darlehn des Tages 2 ¾, Wechsel auf London (60 Tage)

4,84,70, Cable Transfers 4,87,05, Silber Commercial Bars 58 ¼.

Tendenz für Geld: Leicht. „Rio de Janeiro, 14. März. (W. T. B.) Wechsel auf

London 13³¼⁄2.

Kursberichte von den auswärtigen Warenmärkten.

Magdeburg, 15. März. (W. T. B.) Zuckerbericht. Kornzucker 88 Grad o. S. 14,10 14,20. Nachprodukte 75 Grad o. S. 11,45 11,60. Stimmung: Ruhig. Brotraffinade I o. F. —,—. Kristallzucker I mit Sack —,—. Gem. Raffinade m. S. —,—. Gemahlene Melis m. S. —,—. Stimmung: Geschäftslos. Rohzucker I. Produkt Transito f. a. B. Hamburg März 28,90 Gd. 29,10 Br., —,— bez., April 29,00 Gd., 29,15 Br., —,— bez., Mal 29,25 Gd., 29,35 Br., —,— bez., August 29,40 Gd., 29,50 Br., —,— bez, Oktober⸗Dezember 23,15 Gd., 23,25 Br., —,— bez.

7

Stetig. Cöln, 14. März. (W. T. B.) Rüböl loko 50,00, Mai 49,50. Bremen, 14. März. (W. T. B.) (Börsenschlußbericht.)

Privatnotierungen. Schmalz. Ruhig. Loko, Tubs und Firkins 36 ¼,

Doppeleimer 37. Speck. Stetig. Kaffee. Ruhig. Offizielle

Notierung der Baumwollbörse. Baumwolle. Stetig. Upland middl.

loko 40 ½ ₰.

Hamburg, 14. März. (W. T. B.) Petroleum. Fest.

Standard white loko 5,80. 1 Hamburg, 15. März. (W. T. B.) Kaffee. (Vormittags⸗

bericht.) Good average Santos März 34 ½ Gd., Mai 34 ¾ Gd., Sep⸗

tember 35 ½ Gd., Dezember 36 Gd. Stetig. Zuckermarkt.

(Anfangsbericht.) Rübenrohzucker I. Produkt Basis 88 % Rende⸗

ment neue Usance frei an Bord Hamburg März 29,00, April

29,00, Mai 29,20, August 29,30, Oktober 23,60, Dezember 22,95.

Stetig.

London, 14. März. (W. T. B.) 96 % Javazucker

loko matt, 15 sh. 6 d. Verkäufer. Rübenrohzucker loko stetig.

14 sh. 4 ½ d. Wert. 85 1 London, 14. März. (W. T. B.) (Schluß.) Chile⸗

Kupfer 68 5½, für 3 Monate 69. Ruhig.

Liverpool, 14. März. (W. T. B.) Baumwolle. Umsatz:

10 000 B., davon für Spekulation und Export 1000 B. Tendenz:

Stetig. Amerikanische good ordinary Lieferungen: Stetig. März

4,14, März⸗April 4,14, April⸗Mai 4,15, Mai⸗Juni 4,17,

Juni⸗Juli 4,19, Juli⸗August 4,19, August⸗September 4,20,

September⸗Oktober 4,21, Oktober⸗November 4,22, November⸗

Dezember 4,23 d. 1 Manchester, 14. März. (W. T. B.) (Die Ziffern in

Klammern beziehen sich auf die Notierungen vom 10. d. M.)

20r Water courante Qualität 7 (7), 30r Water courante Qualität

7 § (7 ⁄1), 30r Water bessere Qualität (St), 32r Mock courant

Qualität 7 1 (7 ¾), 40r Mule gewöhnliche Qualität 8 ½ (&½⅛),

40r Medio Wilkinson 9 (9), 32r Warpecops Lees 8 (8),

36r Warpcops Rowland 8 689, 36r Warpecops Wellington 8 ¾

(8 ¾), 40r Double courante Qualität 9 ¼ (9 ⅛), 60r Doubl

courante Qualität 12 (12 2⁄1), 32r 116 vards aus 32r/46r 221 (218)

Tendenz: Fest. 1 14. März. (W. T. B.) (Schluß.) Roheisen

Stramm. Scots warrants 54 sh. 9 d. iddlesborough warrants

49 sb. 11 d. 8 n⸗ 14. März. (W. T. B.) (Schluß.) Rohꝛzucke

ruhig 88 % neue Kondition 36 ½ 36 ¾. Weißer Zucker behauptet

Nr. 3 für 100 kg März 40 ½, Mai⸗August 41 ¼, Juli⸗August 41 ½

Oktober⸗Januar 34 ⅞.

Amsterdam, 14. März. (W. T. B.) Java⸗Kaffe

good ordinarvy 32 ½. Bankazinn 83 .

Antwerpen, 14. März. (W. T. B.) Petroleum

Vereinigten Fabriken englischer Sicherheitszünder,

Raffiniertes Type weiß loko 18 ½ bez. Br., do. März 18 ½ Br.,

8