Theater und Musik.
Nationaltheater. Maillarts reizvolle komische Oper „Das
EFremiten“ ging gestern unter lebhafter Anteilnohme des Publikums in Szene. Die liebenswürdige Laune und zierliche Anmut der Musik, verrät, kam in be⸗
die in ihrer Eigenart die französische Herkamft merkenswertem Maßstabe eigentlich nur Saccurs zur Geltung.
jungen Bäuerin Rose Friquet mit lebhafter Natürlichkeit,
eine zärtliche Empfindun die Wirkung ihrer auch gesanglich wurde dadurch kräftig gesteigert. Mitwirkenden zu gefallen. Remy Marsano verkörperte, gabe des Knechtes Sylvain dient keine uneingeschränkte er Darstellung zu sehr hinter der, sanglichen Ausgestaltung seiner Rolle zurückblieb. und Etelka Rado konnten in der zufrieden stellen. währten Kapellmeisters Erben, urchführte. Die herzlichen Beifall.
ließ kalt; dur Ernst Anerkennung, da
Im Deutschen Theater wird morgen nachmittag „Don „Maskerade“ „Die Brüder von „Schusselchen“, „Helden“ „Wilhelm Tell“ mit Albert Heine als Sommerstorff als Tell gegeben, welche Aufführung am Sonnabend und nächsten Sonntagabend wiederholt wird.
Im Berliner Theater gehört die kommende spielt morgen, am Mittwoch und den Leon in „Web’ dem, der lügt!“, am Montag nstag und Freitag „Jüdin von Toledo“, am Sonnabend und nächsten
Carlos“, nächsten Sonntagnachmitta Abendvorstellung geht morgen das Schauspiel Bernhard“, Montag und Mittwoch „Oedipus“ und Donnerstag die Komödie Freitag wird, neueinstudiert, Geßler und Otto
Kainz⸗Gastspiel; der Künstler Montag, den 27. d. M. und Donnerstag den Franz in den „Räubern“, Die den König in der Sonntagabend den König in „Richard II.“
Das Lessingtheater bringt in nächster Woche Wiederholungen außer morgen abend noch am Montag, Mittwoch, Sonnabend und nächstfolgenden Sonntagabend; Dienstag Freitag „Traumulus“; als Nach⸗ mittagsvorstellung ist für morgen (neu einstudiert) „Es lebe das Sonntag „Rosenmontag’ angesetzt. Im Schillertheater O. (Wallnertheater) wird mittag, sowie nächsten Sonntagabend „Fuhrmann Henschel“, morge . gegeben. Am Montag
von „Elga“ Donnerstag, 1 ndn wird der „Biberpelz“ aufgeführt,
Leben“, für nächstfolgenden
Donnerstag „Krieg im Frieden“ Die Kreuzelschreiber“, Dienstag
Herren Söhne“ gegeben, Sonnabend
nächs Sonntagnachmittag ist
— s Schillertheater N.
abend und am
werden „Di und
steins Lager“ und
und Leo Stein statt; dieses Stück wird Montag, Sonnabend wiederholt. Dienstag, Mittwoch „Medea“ mit Maria Pospischil als Gast in der nächsten Sonntagabend: „Die Kreuzelschreiber“. Im Theater des Westens wird „Die
wiederholt. „Die abend auf dem Spielplan. Nicolaus Rothmühl mittag wird „Der Zigeunerbaron“, „Martha“, am Sonnabendnachmittag (als Friedrich von Homburg“ aufgeführt.
Im Nationalt
nächsten
Dienstag: „Der Troubadour“; „La Traviata“; Sonnabend: d. M.: „Figaros Hochzeit“. Im Neuen Theater geht allabendlich Shakes nachtstraum“ in
„Die Hugenotten“;
8 eneo Szene.
am Montag, den 27. März, statt.
Im Lustspielhause bleibt auch in der kommenden Woche „Der von Gustav Kadelburg auf dem Spielplan. Am
Familientag“
in der Die gewandte Künstlerin spielte die Rolle der
mit fröhlicher Schelmerei freundlich mischte; tadellos durchgeführten Rolle Weniger vermochten die Der Dragoner Belamy, wie auch Haberfelder
doch etwas charakteristisch gefärbten,
Partie des reichen Pächterpaares Die Orchesterleitung lag in den Händen des be⸗ der mit Geschmack seine Aufgabe aufmerksamen Zuhörer spendeten den Darstellern
„Wallensteins Tod“. „Die Haubenlerche“ (Friedrich Wilhelmstädtisches Theater) bringt morgen und nächsten Sonntagnachmittag „Wallen⸗ „Die Piecolomini“, Abends findet die erste Auf⸗ führung des Schwanks „Die Herren Söhne“ von Oskar Walther
und Freitag w Titelrolle gegeben,
Liebesfestung“ morgen sowie am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und nächsten Sonntagabend neugierigen Frauen“ erscheinen Montag und Sonn⸗ Für Dienstag ist ein Gastspiel von in der „Afrikanerin“ angesetzt. Sonntagnachmittag Schülervorstellung) „Prinz
Heater finden in nächster Woche folgende Vor⸗ stellungen statt: Montag und Freitag: „Das Glöckche Mittwoch: „Undine“; Sonntag, den 26.
geht all li peares „Sommer⸗ . 1* in 8 Die nächste Aufführung von Richard Beer⸗ Hofmanns fünfaktigem Trauerspiel „Der Graf von Charolais“ findet
Glöckchen des malig in Szene gehen. Alexander als Canibel nachmittag geht Ibsens rolle in Szene.
Im Thalia⸗Theater —e „Der Kilometerfresser“
Leistung Alma
in der sich
Komödie „Die Rote“
übrigen „Rote geht „Deborah“ in Szene.
ihn Wieder⸗ elder ver⸗ Künstler in
die 88 . asyl“ morgen sowie
der dargestellt.
Fritz Birrenkoven
nächste
Hauptprobe für Als 8 — . Dienstag in Szene. Am
gegeben.
Liszt. Solisten: Kgl.
Fischer, das verstärkte stein: II. Beethoven⸗Abend Beethoven⸗Saal: Konzert Detresku Woiku (Viol.); Max Behrens (Klav.) und Dienstag:
Woche dem
Schelle. Verne;
abend von Henriette Klavierabend von Adela
Mitw.: Helene Petterson morgen nach⸗ frein: 6
(Tenor), Mitw.: „Die Für angesetzt.
Freitag Liederabend
des Herrn M. Grünberg; (Dirigent:
Donnerstag und
b Eisenach: wird 8
Kammersängerin E. Hamlin, Prof. Johannes Orchester. — Sonnabend:
Hedwig Kirsch; Beethoven⸗Saal:
„Vier Kantaten“
dem Philharmonischen Orchester
Morgen nach⸗ 8
Albu
n des Eremiten“; Donnerstag:
übernommen hatte. Hebbels
nächsten Sonntag findet die bereits angekündigte Mittagsvorstellung statt, in der „Eine Abrechnung“ von Gustav Wied,
von Clara Viebig und „Der Außenseiter“
Im Residenztheater bleibt „Hôtel Pompadour“ mit Richard andauernd auf dem Spielplan. „Nora“ mit Hermine Körner in der Titel⸗
geht am Montag der zum 50. Male in Szene. nachmittag wird „Charleys Tante“ gegeben.
Im Bellealliancetheater wird morgen abend die zum ersten Male wiederholt.
Im Kleinen Theater wird Maxim Gorkis Drama „Ein Nacht⸗ am Donnerstag und Sonnabend nächster Woche Am Freitag wird Dr. Ludwig Wüllner den Herodes in Oscar Wildes einaktiger Tragödie „Salome“ spielen. Bahrs neues Schauspiel „Sanna“ wird Sonntag wiederholt. Am Montag und „Angele“, vorher „Der Bär“ aufgeführt.
ermann Wolff kündigt für die e an:
Die Konzertdirektion H Woche folgende Konzert (Mittags 12 Uhr) Sternscher Gesangverein (Leitung: die „Legende von der heiligen Elisabeth“ von Franz Liszt. — Montag: Philbarmonie: Sterns Oskar Fried), „Die Legende von der heiligen Elisabeth“ von Franz Sängerin
Dehmlow, Prof. Johannes Messchaert. Ravoth, Charrier, Schünemann und Philharmonische
ingakademie: i Saal Bechstein: II. Konzert von Alfred Wittenberg (Viol.) Mitw.: Paula Weinbaum
Singakademie: Populärer liederabend von Helene Staegemann, Gro 7 sängerin; Theatersaal der Kgl. Hochs Vereins zur Förderung der Jankö⸗Bestrebungen, Vortragsabend auf der neuen Klaviatur Paul von Jankös von Hans Friedri Sopran). — Koloratursopran) und Hans Emge Carlotta Stubenrauch Liederabend von Emmy von Linst von Lula Mysz⸗Gmeiner. Konzert von Harold Ketelbey (Viol.), Singakademie: Schülervortragsabend des Konservatoriums Klindworth⸗ Scharwenka mit dem Streichorchester der Philharmonie: Philharmonischer Chor Professor Siegfried Ochs), zum Besten der on Mitteln zur Erhaltung von Joh. F von Joh. Seb. Bach, Mitw.: Kgl. Rückbeil⸗Hiller, Martha Stapelfeldt, Messchaert, das verstärkte Philharmonische Saal Bechstein: Klavierabend IV. Klavierabend von Konrad An⸗ sorge; Singakademie: Konzert von Herman Sandby (Violoncello) mit A. Scharrer).
stein: Konzert von Eva Lewis (
Mannigfaltiges. Berlin, den 18. März 1905..
Zum Besten der „Hebbel⸗ Stiftung“ wiederholte Eugen gestern im Saal der Gesellschaft der Freunde die Rezitation von Hebbels dramatischen Fragment „Moloch“, das Zeit im Saal Bechstein zum ersten Male vorgetragen hat. Um den Hörern ein eingehenderes Verständnis und eine vollere Würdigung der Dichtung zu ermöglichen, wurde der Rezitation ein einleitender Vortrag voran⸗ geschickt, den der Universitätsprofessor Dr. „Moloch“ religionsphilosophische Drama des Dichters dem Redner Veranlassung zu kritischen Bemerkungen über religionsphilosophische allgemeinen, um dann auf das Hebbelsche Fragment im besonderen
ied, „Die Bäuerin⸗ von Richard Jaffé erst⸗
Morgen
erfolgreiche Morgen dem Moloch⸗F die glühende Pariser erläuterungen Nachmittags d siebenzehn
Hermann am Dienstag und nächsten Mittwoch wird Hartlebens
„Pandora“),
Gebiet“, technischen
Sonntag: Philharmonie: der
Oskar Fried), er Gesangverein (Leitung: dem Werk Emmy Destinn, Hertha Soloquartett: die Damen Rintelen, Orgel: Walther Orchester; Saal Bech⸗ Capet⸗Quartetts aus Paris; Anni Bremer (Ees.) Sonatenabend von Darier (Viol.) —
Stoffe.
des des
S. M. Thema Ges.); Beethoven⸗Saal: Klavier⸗
Mittwoch: Saal Bechstein: Volks. herzogl. Mecklenburg. Kammer⸗ ule: Zwecks Gründung eines
Münnich, Donnerstag: Saal Bech⸗ (Viol.); Singakademie: erhältlich. ngen; Philharmonie: Populärer — Freitag: Saal Bechstein: Mitw.: Amalie Waibel (Ges.; Sternwarte
Anstalt unter Leitung
Aufbringung Seb. Bachs Geburtshaus in George Mond gezeigt.
von
ohlenwand
e
er vor einiger Avellino
Richard M. Meyer
gab als das bedeutendste
Dichtungen im
☛—
Theater.
Deutsches Theuter. Sonntag, Nachmittags 1 ½ Uhr: Don Carlos. — Abends 7 ½ Uhr: Die Brüder von St. Bernhard.
Montag, Abends 7 ½ Uhr: Schusselchen.
Dienstag, Abends 7 ½ Uhr: Oedipus.
Berliner Theater. Sonntag: Gaftspiel von Josef Kainz. Weh' dem, der lügt! Anfang
7 ½ Uhr. 8 Montag: Gastspiel von Die Die
Räuber. Weh’
Kainz.
Josef
Dienstag: Gastspiel von Josef
Jüdin von Toledo. “”
Mittwoch: Gastspiel von Josef Kainz. dem, der lügt!
Kainz.
Lessingtheater. Sonntag, Nachmittags 2 ½ Uhr: Neueinstudiert: Es lebe das Leben. — Abends 8 Uhr: Elga.
Montag: Elga. Anfang 8 Uhr.
Dienstag: Der Biberpelz. Anfang 7 ½ Uhr.
Schillertheater. 0. (Wallnertheater.)
Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Fuhrmann Henschel. Schauspiel in 5 Akten von Gerhard Hauptmann. — Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Luftspiel in Akten von G. von Moser und Fr. von Schoͤnthan. Montag, Abends 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Dienstag, Abends 8 Uhr: Die Herren Söhne. N. (Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) onntag, Nachmittags 3 Uhr: Wallensteins Lager. In 1 Akt von Friedrich von Schiller. — Die Piccolomini. In 5 Akten von Friedrich von Schiller. — Abends 8 Uhr: Zum ersten Male! Die Herren Söhne. Volksstück in 3 Akten von Oskar Walther und Leo Stein. Montag, Abends 8 Uhr: Die Herren Söhne. Dienstag, Abends 8 Uhr: Medea. (Medea: Maria Pospischtl.)
Theater des Wenlens. (Kantstraße 12. Bahn⸗ hof Zoologischer Garten.) Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen; D. r. Zigeunerbaron. 1 4½ Uhr: Die x—3
ontag: Die neugierigen Fru .
Dienstag (bei aufgehobenem Abonn. ment): Fast⸗ spiel von Nikolaus Kothmühl. Die Arikauerin.
Mittwoch: Die Liebesfestung.
Donnerstag (22. Vorstellung im Abonnement): Die Liebesfestung.
Freitag (22. Liebesfestung.
Vorstellung im Abonnement): Die
Nationalthenter. (Direktion: Huge Becker. Weinbergsweg Sonntag, Nachmittags: Die Fledermaus. — Abends: Undine.
Montag: Das Glöckchen des Eremiten.
Dienstag: Der Troubadour.
Mittwoch: Undine.
Donnerstag: La Traviata.
Freitag: Das Glöckchen des Eremiten.
Sonnabend: Die Hugenotten.
Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: La Traviata. Abends 7 ½ Uhr: Figaros Hochzeit.
Nenes Theater. Sonntag: Ein Sommer⸗ nachtstraum.
Montag bis Sonnabend: Ein Sommernachts⸗ traum.
Lustspielhaus. (Friedrichstraße 238.) Sonn⸗ tag, Abends 8 Uhr: Der Familientag.
Montag und folgende Tage, Abends 8 Uhr: Der Familientag. 2à&
Residenztheater. (Direktion:Richardlexander.) Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Nora. — Abends 8 Uhr: Hotel Pompadour. Schwank in 3 Akten von Anthony Mars und Leon Panrof. Deutsch von M. Schönau.
Montag und folgende Tage: Hotel Pompadour.
Thaliatheater. (Dresdener Straße 72,73. Di⸗ rektion: Kren u. Schönfeld.) Sonntag, Nachmittags 3 ⅛ Uhr: Zu halben Preisen: Charleys Tante. (Guido Thielscher in der Titelrolle.) — Abends 7 ½ Uhr: Der Kilometerfresser. Schwank in 3 Akten von Curt Kraatz. (Verfasser vom „Hoch⸗ tourist“.)
Montag: Zum 50. Male: Der Kilometer⸗ fresser.
Bentraltheater. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen: Der Zigeunerbaron. Operette in 3 Akten von Johann Strauß. — Abends 7 ½ Uhr: Die Juxheirat. Operette in 3 Akten von Julius
auer. Musik von Franz Lehär.
Montag und folgende Tage: Die Juxheirat.
28
Sonnabend, Nachmittags 4 Uhr:
Kater. — Abends: Die Juxheirat.
Bellealliancetheater. (Bellealliancestraße 7/8 Direktion: Kren u. Schönfeld.) Sonntag, Nach⸗ mittags 3 Uhr: Zu kleinen Preisen: Deborah. (Paula Clär, als Gast.) — Abends 8 Uhr: Die Rote. Sensationskomödie aus dem Pariser Nacht⸗ leben in 6 Bildern.
Montag und folgende Tage, Abends 8 Uhr: Rote.
Die
Trianontheater. (Georgenstraße, zwischen Friedrich⸗ und Universitätsstraße.) Sonntag, Nach⸗ mittags: Die glückliche Gilberte. — Abends: Das Abenteuer des Herrn Malezieux. — Die Brieftasche. — Ein peinlicher Zwischenfall.
Montag und folgende Tage: Das Abenteuer des Herrn Malezieux. — Die Brieftasche. — Ein peinlicher Zwischenfall.
Konzerte.
Singakademie. Montag, Abends 8 Uhr:
Sonatenabend von Max Behrens (Klavier) und J. S. M. Darier (Violine).
Philharmonie. Sonntag, Mittags 12 Uhr: Sterascher Gesangverein (Leitung: Oskar Fried). Hauptprobe für „Die Legende von der heiligen Elisabeth“ von Franz Liszt.
Montag, Abends 7 ½ ÜUhr: Sternschen Gesangvereins Fried). „Die Legende von der heiligen Elisabeth“ von Franz Liszt. Solisten: Königliche Hofopernsaängerin Emmy Destinn, Hertha Dehmlow, Professor Johannes Messchaert. Soloquartett: die Damen Ravoth, Charrier. 1gr Orgel: Walther
ischer. as verstärkte ilha nische PüSer.. Philharmonisch
Aufführung des (Leitung: Sskar
Saal Bechstein. Sonntag, Abends 8 Uhr: Soiree von Sven Scholander.
Montag, Abends 3 Uhr: II. Beethoven⸗Abend des Capet⸗Quartetts.
(Gesang) und
Beethoven-Saal. Montag,
Konzert von Anni Bremer Petresku Woiku (Violine).
u gingen dramatischen Bruchftüce vorauf, Jahre merkwürdige Tatsache hingewiesen, daß im Gegensatz zu allen Tragödien Hebbels dies 2 8 r wirkungen jeigt; es wurde dabei auf Klopstock, Goethe („Prometheus“,
ra
und sein „Kreuz an der Ostsee“ hingedeutet. . dem Vortrage mit gespannter Aufmerksamkeit, die sich auch während der anschließenden?
„Im wissenschaftlichen Theater der mit farbigen Bildern ausgestattete Vortrag
te Errungenschaften Schwierigkeiten, unerwartet sowie am Dienstag, Mittwoch, Freitag und Am Montag und Donnerstag wird der mit Momentbildern des Afrikareisenden C. G. der Wildnis“ gehalten. Donath über Röntgenstrahlen und am Sonnabend über die radioaktiven
„Die Kunst der Rokokozeit morgen, 7
Savignyplatz stattfindenden XII. 2² Charlottenburg bildet, ist letzten Menzel⸗Abends. Anna von Pilgrim, Kavpellmeister zusammengesetzt, sich für den Abend zur Rezitation übernommen, Karten zu 0,50 ℳ (einige numerierte Reihen zu 1 ℳ) sind in allen Charlottenburger Buchhandlungen sowie im Verein zur Förderung der Kunst (Albrechtstraße 11) sowie im Dürerhaus (Kronenstraße 18)
Vortrags um 7 Uhr: „Die Bewohnbarkeit der Welten“. Abends 9 Uhr, wird der Direktor Archenhold über die Frage sprechen: „Wie finden unsere Schiffe ihren Wer 1 Vorträge sind öffentlich und mit zahkreichen Lichtbildern ausgestattet. Mit dem großen Fernrohr werden abwechselnd die der „Jupiter“, der nur noch kurze
Gleiwitz, 17. März. (W. T. B.)
Oberschlesische Wanderer“ mer ute verschüttet; zwei siad erletzungen zu Tage gebracht worden.
Rom, 17. März.
in Benevent und Neapel Erdstöße verspürt, die jedoch keinen Schaden anrichteten.
mittag 2 Uhr 4 Minuten ein wellenfö⸗ spürt, das mehrere Sekunden dauerte. “
(Fortsetzung des Amtlichen und Nichtamtlichen in der Zweiten, Dritten und Vierten Beilage.)
Der gestiefelte
überzugehen. In ihm verarbeitete der Dichter den Gedanken, da Stifter einer neuen Religion an der seines Werkes zu Grunde gehen müsse: in seinem „Brand“ vertritt. tragenden der Wille des Menschen, sich auszudeh Dieser „Wille zur Macht“, wie ihn Nietzsche nennt, birgt s Keim zu einem tragischen Geschick d Ausdruck „Pantragik“ geprägt, da er allen Wesen Diese Gedanken entwich
der wachsenden Macht und Größe ein Gedanke, den auch Ibsen wird vom Vor⸗ nen, herangezogen. on den ihn wurde der gemeinsam sein soll. Feinheit an
Zu weiterer Begründung
in sich, und für
elte der Vortragende mit großer
Füeeen. in dem auch noch ein anderes ethisches Motid,
Den Inhalts⸗ die Entstehung des Entwurf den Dichter weiteren, wurde auf die ns übrigen erk allein deutliche Spuren fremder Ein⸗
aterlandsliebe, verwertet wurde.
Einzelheiten über dessen
beschaäͤftigte. Des
bbe, Gutzkow, besonders aber auf Zacharias Werner —, Die Hörer folgten
ezitation ungeschwächt erhielt.
„Urania“ wird der „Der Simplon und sein gewaltige Werk, das Zusammenarbeiten aller der modernen Zeit, die großen die auch bei Beherrschung aller technischen Märn entstanden, vor Augen führt, morgen Sonnabend wiederholt.
das
Schillings illustrierte Vortrag „Tierleben in — Im Hörsaal spricht am Montag Dr.
ze die, wie schon mitgeteilt, das 4 im Reformgymnasium am olkskunstabends der Stadt issermaßen die Fortsetzung des Kammermusiktrio, aus Künstlern wie Fritz Otto und Meinhard Böhme sowie Eva Pilchowska und Eugen Brieger haben Verfügung gestellt. Dr. G. Manz hat die Dr. Fritz den einleitenden Vortrag.
Abends
ger
Ein
Das Thema des morgen, Nachmittags 5 Uhr, auf der Treptower
Sonne“, des Am Montag,
stattfindenden Vortrags lautet: „Die
Weg über den Ozean?“ Alle drei — Sonne, die „Venus“, eit zu beobachten ist, und der
Bei klarem Wetter bleibt das Institut schon in der
letzten Hälfte des Monats bis 11 Uhr geöffnet, vom 1. April bis 30. September bis 12 Uhr
nachts.
Durch Umfallen einer wurden, wie der heute nachmittag vier Berg⸗ tot, die anderen beiden mit schweren
in der „Konkordiagrube“
meldet,
(W. T. B.) Heute nachmittag wurden auch
17. März. Hier wurde heute nach⸗
(W. T. B.) örmiges Erdbeben ver⸗
Ersten,
Birkus Schumann. Sonntag, Nachmittags 3 ½ Uhr und Abends 7 ½ Uhr: Zwei große außer⸗ ordentliche Galavorstellungen. In beiden Vor⸗ stellungen, Nachmittags und Abends: Eine absolute Sehenswürdigkeit: Thompsons wunderbar dressierte Elefanten. U. a.: Elefanten als musi⸗ kalische Clowns. Elefanten als Akrobaten. Der Barbier, urkomische Szene, dargestellt von Elefanten. Marvyv, der Saltomortale schlagende Elefant ꝛc. In hbeiden Vorstellungen: Sämtliche Spezialitäten, Clowns und Auguste sowie Direktor Albert Schumanns neueste Originaldressuren. Nach⸗ mittags zum Schluß: Die große Ausstattungs⸗ pantomime mit militärischen Evolutionen, Kaskaden⸗ ritten, prächtigen Aufzügen ꝛc.: Marocco. Nach⸗ mittags auf allen Plätzen ohne Ausnahme ein Kind frei. Um 9 ½ Uhr: Die größte Prachtausstattungs⸗ vantomime der Gegenwart: Eine Nordlandsreife. Märchenhaft schöne Ausstattung mit feenbaften Licht⸗ ꝛc. Effekten. 400 Mitwirkende. Zwei Musikkorps.
Montag: Galasportvorstellung. Thompsons Wunderelefanten. Eine Nordlandsreise.
——xxxxRnnnnvnvngnens Familiennachrichten.
Verlobt: Frl. Aennie von Wallenberg mit Leutnant Günther von Schenckendorff (Breslau). — Frl. Agnes von Paczensky und Tenczin mit Hrn. Domänenpächter Heinrich Jouanne (Ober⸗ Rosen, Kr. Strehlen — Czermin, Kr. Pleschen).
Geboren: Ein Sohn: Hrn. Hauptmann Grafen
Pfeil (Chemnitz). — Hrn. Wirkl. Legationsrat von Kries (Berlin). — Hrn. Landrat Gustav Adolph von Halem (Schwetz). — Hrn. Landrat von Starck (Hörde i. W.). — Eine Tochter: Hrn. Hauptmann Carl von Schell (Berlin).
Gestorben: Hr. Major Luis Gerding (Mainz). — Hr. Hauptmann Johannes Denek⸗ (Inster⸗ burg). — Fr. Kommerzienrat Minna Gotk⸗ alk, eb. Dyrenfurth (z. Zt. Berlin). — Anna
aronesse von Ostheim (Berlin).
Verantwortlicher Redakteur Dr. Tyrol in Charlottenburg. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin. Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.
Zehn Beilagen
8
zum § 67.
Deutschen Reichsanze
Berlin, Sonnabend, den 18. März
—
Verhandlung über die Untersuchung der Beschwerden der Bergarbeiter auf der Zeche ver. Dahlhauser Tiefbau.
Verhandelt den 25. Februar 1905 zu Dahlhausen (Ruhr) im Amtsgebäude.
Anwesend:
Die Mitglieder der Untersuchungskommissi Geheimer Bergrat Pöppinghaus,
Bergrat Schornstein, 88 Landrat Florschütz.
Seitens der Zechenverwaltungt:; 1 Bergassessor a. D. Randebrock, Betriebsführer Fischer.
Als Belegschaftsvertreter: a. Wilhelm Thurm! aa,
— — aus Baak, b. Ludwig Jaeger 1 c. Aug. Böhler aus Hörsterholz bei 4) Als Zeugen: — 8. 5) Assistent Müller, als Protokollführer. 1“
Im Amtsgebäude zu Dahlhausen (Ruhr) begann heute die obengenannte, von den Herren Ministern für Handel und Ge⸗ werbe und des Innern berufene Kommission die Untersuchung der auf der Zeche ver. Dahlhauser Tiefbau angeblich vor⸗ handenen Mißstände.
Als Vertreter der Zechenverwaltung und der Belegschaft waren die obenbezeichneten Personen erschienen. Die Vertreter der Belegschaft gaben an, daß sie in der Belegschaftsversamm⸗ lung vom 11. Januar 1905 gewählt seien. 8
Sie seien, und zwar: 8 “
33 Jahre alt und seit 2. November 1904 auf der Zeche beschäftigt,
26 Jahre alt und seit 2. Juli 1904 auf der Zeche beschäftigt,
35 Jahre alt und seit 5. April 1904 auf der Zeche beschäftigt. 6
Belegschaftsvertreter sind Reichsangehörige.
Die Legitimation der Vertreter der Zeche ist amtlich ekannt. Der Vorsitzende der Kommission erläuterte zunächst die Rechte der Parteivertreter. Er wies darauf hin, daß es den⸗ selben zustehe, durch den Vorsitzenden an die Zeugen Fragen stelen zu lassen. Ueber die Zulässigkeit der einzelnen Fragen entscheide die Kommission. Ferner wurde bekannt gegeben, daß auch der Antrag gestellt werden dürfe, einen Zeugen unter Ausschluß der Parteivertreter zu vernehmen, falls begründeter Weise angenommen werden müßte, daß der Zeuge in Gegen⸗ wart derselben mit der Wahrheit zurückhalten werde.
Nach Vernehmung eines jeden Zeugen würde sodann den Parteivertretern Gelegenheit gegeben werden, Fragen zur Ver⸗ nehmung zu stellen und sich uͤber die Aussage zu äußern.
Zur Untersuchung ständen jedoch nur Beschwerden, welche für die Zeit nach dem 1. Januar 1901 erhoben werden könnten und zunächst nur die, welche von der Siebener⸗Kommission bei dem Königlichen Oberbergamt Dortmund geltend gemacht seien.
Sache der Kommission sei es, darüber zu entscheiden, ob etwa solche andere Anträge, die alsbaldige Erledigung im Ver⸗ fahren finden könnten, zugelassen werden sollten, und ob die Untersuchung auch auf andere Beschwerdepunkte ausgedehnt werden sollte. Ausgeschlossen von der Untersuchung seien solche Beschwerden, die gerichtlich bezw. strafrechtlich anhängig oder entschieden seien. Die Verhandlung trage polizeilichen Charakter und sei keine öffentliche.
Der Kommission stehe aber das Recht zu, auch andere Personen, welche nicht zu den Vertretern der Zeche oder Beleg⸗ schaft gehörten, zuzulassen, wenn dieselben berechtigte Inter⸗ essen hierfür nachweisen könnten. 1
Der Vorsitzende machte sodann den Zechenvertretern die Beschwerdepunkte im einzelnen bekannt mit dem Bemerken, daß es der Verwaltung anheimgestellt werde, Gegenbeweise zu stelen. Sodann wurden die Belegschaftsvertreter aufgefordert, sich über etwaige allgemeine Mißstände, die auf der Zeche be⸗ ständen, zu äußern. 1
Als 1. Gegenstand der angeblich auf der Zeche Dahl⸗ hauser Tiefbau herrschenden allgemeinen Mißstände hebt der Delegierte Aug. Böhler die bisherige Zusammensetzung des Vorstands der Unterstützungskasse heror.
Es wird als ein Mißstand empfunden, daß die Mitglieder der Kommission zur Verwaltung der Unterstützungskasse nicht in geheimer Wahl durch die Belegschaftsmitglieder gewählt werden, und daß die gewährten Unterstützungen der Belegschaft nicht bekannt gegeben werden. 8 11“n
Die jetzigen Kommissionsmitglieder befinden sich in dieser
Stellung schon seit langen Jahren. Dieselben sind nicht durch Wahl seitens der Belegschaft, sondern durch Ernennung seiten
der Betriebsverwaltung in ihre Stellung berufen. Dieselben genießen nicht das allgemeine Vertrauen der Belegschaft ob⸗ gleich die Belegschaftsvertreter spezielle Klagen über ihre Tätig⸗ keit nicht führen können. 1 8
Der Betriebsführer Fischer entgegnete folgendess;
Die Mitglieder der Verwaltung der Unterstützungskasse bestehen seit mehreren Jahren aus dem Zimmerhauer Weber, Hauer Winkelhardt und Reparaturhauer Bleck, sowie aus
Beamten der Zeche, einem Fahrsteiger und 3 Reviersteigern.
Dieselben führen sämtlich ihr Amt als Ehrenamt ohne jegliche Vergütung. Klagen über ungerechte Verteilung der Unter⸗ stützungen oder schlechte Verwaltung der Kasse sind mir nicht bekannt geworden. 1 “
Besondere Satzungen bestehen für dies kasse nicht. 8 8
Bergassessor Randebrock erklärt folgendes: 1
Die Unterstützungskasse besteht schon seit vielen Jahren
ind ist hier so oder ähnlich eingerichtet wie auf vielen zhechen des Oberbergamtsbezirks. Die Beamten haben keinerlei Anspruch auf irgendwelche Unterstuüͤtzung aus dieser Kasse. Weil dieselben keinerlei Interesse an der Kasse haben, halten wir die Zusammensetzung der Kom⸗ mission aus 4 Beamten und 3 Arbeitern für durchaus
Unterstützungs⸗
gerechtfertigt. Nach meiner Ansicht sind die 3 Bergleute in die Kommission gewählt worden, um bei Eingang der Unter⸗ stützungsanträge die Beduürftigkeit und Würdigkeit der Antrag⸗ steller möglichst zuverlässig ermitteln zu können.
Der Belegschaftsvertreter Aug. Böhler betont, daß die hier auf der Zeche Dahlhauser Tiefbau bestehende Art der Berufung der Kommissionsmitglieder auf den Nachbarzechen nicht bestehe, daß vielmehr auf den Nachbarzechen Friedlicher Nachbar, Baaker Mulde und Hasenwinkel die Kommissions⸗ mitglieder in geheimer Wahl der Belegschaftsmitglieder ge⸗ wählt würden. “
Der Belegschaftsvertreter Jäger bemerkt noch, daß die Verteilung der Unterstützungen in Wirklichkeit nach den Ent⸗ schlüssen der Beamten erfolge und die Arbeitervertreter durch die Beamten beeinflußt würden. “
Bergrat Schornstein erklärt, daß die Behauptung des Arbeitervertreters bezgl. der Wahl der Arbeitervertreter in den Vorstand der Unterstützungskasse in geheimer Wahl in der vorgebrachten Weise nicht zutreffend sei. Auf der Zeche Friedlicher Nachbar und Baaker Mulde würden zu den Konmissionssitzungen nur 2 Arbeiter als Ver⸗ trauensmänner zugezogen, die Auskunft über die Antragsteller erteilen sollten, jedoch nicht mit abzustimmen hätten. 1
Der Belegschaftsvertreter Böhler erklärt, daß auf der ebenfalls zu den Stinnesschen Zechen gehörenden Hech⸗ Hasen⸗ winkel jedenfalls die von ihm vorerwähnte, geheime Wahl stattgefunden habe. Er habe angenommen, daß dieser Wahl⸗ modus auch auf der Stinnesschen Zeche Friedlicher Nachbar — Baaker Mulde bestehe.
Die Belegschaftsvertreter heben als weiteren Mißstand auf der Zeche Dahlhauser Tiefbau die hohen Kosten der Deputat⸗ kohlen hervor. Dieselben betrügen 4,00 ℳ pro Wagen Förder⸗ kohlen und 600 ℳ pro Wagen Stückkohlen, während auf den umliegenden Zechen erheblich weniger, 2,50 — 3,50 ℳ füͤr Förderkohlen bezahlt würden. Der Zechenvertreter Bergassessor Randebrock erklärt olgendes: Die angegebenen Zahlen von 4,00 ℳ und 6,00 ℳ für die Deputatkohlen sind richtig. Der durchschnittliche Selbstkostenpreis beträgt etwa 8,00 ℳ pro Tonne, d. i. 4,00 ℳ pro Wagen Kohle. Der Belegschaft steht es außerdem frei, für ihren Hausbedarf Briketts ebenfalls zum Preise von 8,00 ℳ pro Tonne zu beziehen. Der Verkaufspreis für 1 Tonne Briketts beträgt etwa 13,00 ℳ
Nach den Angaben des Bergrats Schornstein schwanken die Preise für Deputatkohlen auf den Zechen des Bergreviers Hattingen zwischen 2,50 ℳ und 5,00 ℳ pro Wagen Kohlen.
Die Belegschaftsvertreter führen ferner Klage über die zu hohe Zahl der genullten Wagen und ungerechtfertigtes Streichen derselben und führen als Zeugen den Hauer Wilh. Kruse und den Tagelöhner Carl Witthüͤser und den Tages⸗ arbeiter Nicolaus Utter an.
Der Zechenvertreter bestreitet, daß das Wagennullen auf der Zeche Dahlhauser Tiefbau, sowohl wegen unreiner Förde⸗ rung, als wie wegen Mindermaßes in üͤbergroßem Umfange und vor allem ohne Berechtigung erfolge.
Mach der vom Bergrat Schornstein vorgelegten amtlichen St
geförderten Wagen 2345 Wagen, d. i. 0,80 Prozent der Förderung, wegen Mindermaßes oder unreiner Förderung ge⸗ strichen worden.
In den einzelnen Monaten schwankt die Zahl der ge⸗ strichenen Wagen von 0,30 Prozent der Gesamtförderung im Monat Januar und 1,23 Prozent im Monat Mai.
Die größte Anzahl der im Jahre 1904 vor einem Arbeits⸗
nullt worden. Hier sind im Monat Juli von 683 Wagen 33 gestrichen worden. Auf dieser Arbeit ist in diesem Monat 4,78 ℳ pro Schicht verdient worden.
Die Belegschaftsvertreter empfinden als weiteren Mißstand auf der Zeche Dahlhauser Tiefbau die Verwendung von hölzernen Pflocknummern zum Bezeichnen der Wagen. Sie erklären: Es ist vorgekommen, daß Pflocknummern vom Wagen gefallen sind, und auf diese Weise die Wagen der Belegschaft verloren gegangen sind. Wir möchten den Antrag stellen, die Bezeichnung der Arbeitsnummern an den Wagen mittels Kreide anbringen zu dürfen.
Der Betriebsführer gibt an: 3
Früher wurden auf der Zeche Dahlhauser Tiefbau die Nummern mittelst Kreide an die Wagenwände geschrieben. Bei meinem Dienstantritt im vorigen Jahre habe ich die Ein⸗ richtung der hölzernen Pflöcke, welche oben in die gefüllten
Verbesserung gegen die frühere Einrichtung, weil dieselbe eine doppelte Kontrolle über die geförderten Wagen gibt. Diese geschieht einmal durch die Aufzeichnung auf die Kohlentafel und zweitens durch die Zahr der gesammelten Pflöcke.
Allgemein wird nach Angabe der Belegschaftsvertreter über großen Holzmangel in der Grube geklagt.
Wenn von den Arbeitern bei dem Betriebsführer hiervon bislang keine Anzeige gemacht sei, so liege das daran, daß sich die Arbeiter scheuen, durch diese Anzeige dem Steiger Un⸗ annehmlichkeiten zu bereiten. ö“ 8—
Der Betriebsführer Fischer bestreitet das Vorhandensein von Holzmangel in der Grube und betont, daß ihm eine dies⸗ bezügliche Klage nicht zu Ohren gekommen sei. e
Die Belegschaftsvertreter heben als weiteren Mißstand auf Zeche Dahlhauser Tiefbau den Zustand der Waschkaue hervor. Es tropfe namentlich an kalten Tagen derartig stark von der Bedachung herunter, daß ein großer Teil der Kleider durch⸗ näßt werde. 11
Bergassessor Randebrock entgegnet: Wenn der angeführte Uebelstand besteht, was ich vorläufig bestreiten muß, so soll demselben baldigst abgeholfen werden. Diese Bedachung ist im Jahre 1903 neu hergestellt, und habe ich nie etwas von dem erwähnten Uebelstande gehört. Wenn ein solcher vorliegt, so kann dieses meines Erachtens nur auf Kondensation der Wasser⸗
dämpfe durch die Außentemperatur an dem Wellblechdache zurückgeführt werden 1““
atistik (Anlage A und B) sind im Jahre 1904 von 291 402
punkte in einem Monat genullten Wagen ist auf dem Streb⸗ pfeiler in Finefrau, welcher die Kohlennummer 44 hatte, ge⸗
Wagen gesteckt werden, getroffen. Ich betrachte dieses als eine
Als weiteren Gegenstand allgemeiner Klage der Belegschaft führen die Delegierten die Anrechnur g zu hoher Beträge für diejenigen Gezähestücke, welche nicht unentgeltlich verabfolgt werden, an.
Der Betriebsführer Fischer überreicht eine Liste der Gezähe⸗ preise pro 1904 (Anlage C) und erklärt, daß die in derselben aufgeführten Preise die ungefähren Selbstkosten (Anlieferungs⸗ kosten und allgemeine Kosten) darstellten. Die Anlieferungs⸗ kosten für diese Gezähe seien in letzter Fei fast durchweg ge⸗ fallen. Dementsprechend seien auch die zezähepreise für 1905 gegen das Vorjahr ermäßigt worden. (Anlage D.) Die in Anrechnung gebrachten Preise wuͤrden alljährlich durch Aushang zur Kenntnis der Belegschaft gebracht.
Die Belegschaftsvertreter erklären weiter:
In den Monaten November und Dezember v. J. wurden fast all⸗ täglich sowohl bei Beginn der Morgenschicht als der Nachmittag⸗ schicht eine Anzahl von Kameraden aus der Bel⸗ gschaft ausgesucht, welche sonst unter Tage beschäftigt wurden, zur Arbeit über Tage. Die Leute waren hierauf nicht vorbereitet und daher mit der für die Arbeit über Tage erforderlichen Kleidung nicht versehen. Es wird beantragt, den Leuten Tags vorher möglichst Nachricht zu geben, damit sie sich einrichten können. 8
Der Betriebsführer Fischer gibt zu, daß es mehrfach vor⸗ gekommen ist, daß Leute der unterirdisch beschäftigten Beleg⸗ schaft uͤber Tage beschäftigt worden sind, ohne daß dieselben vorher benachrichtigt worden sind. Dieses habe darin seinen Grund gehabt, daß wegen Erkrankung und Feierns von To ges⸗ arbeitern ein Mangel an Tagesarbeitern entstanden wäre. Hierzu sei gekommen, daß verschiedene Arbeiten über Tage, wie Neubauten und Anschuͤttungen eine größere Anzahl von Arbeitern vorübergehend benötigt hätten. Aus der Arbeiter⸗ zeitung habe er zuerst erfahren, daß über diese vorübergehende Beschäftigung von Grubenarbeitern über Tage, ohne deren vor⸗ herige Benachrichtigung, geklagt wurde. Er habe damals sofort Veranlassung genommen, dem Obersteiger und den Revier⸗ steigern Anweisung zu geben, daß fortan den Arbeitern Tags vorher von ihrer Beschäftigung über Tage Kenntnis zu geben sei. Seines Wissens ist die Weisung seitdem stets beobachtet worden.
Die Belegschaftsvertreter führen weiter darüber Klage, daß in den letzten Monaten des vorigen Jahres und auch in dem Monat Januar d. J. eine große Anzahl Arbeiter, namentlich aus dem Revier des Steigers Eckhardt, außer⸗ ordentlich niedrige Löhne verdient haben. Zum Nachweis hier⸗ für werden 14 Lohnbücher für Kohlenhauer vorgelegt.
Nach diesen Büchern betrugen die Löhne in den Monaten November und Dezember v. J. durchschnittlich über 4 ℳ pro Schicht. Im Monat Januar d. J. waren in den wenigen Schichten bis zum Ausbruch des Streiks niedrigere Löhne verdient. Der niedrigste Lohn betrug 3,37 ℳ
Auf Veranlassung der Siebenerkommission waren dem Oberbergamt 5 Lohnbücher aus den Jahren 1903 und 190 vorgelegt worden. Die in denselben verzeichneten Löhne schwanken zwischen 2,80 ℳ und 3,88 ℳ pro Schicht (An lage E).
Am wenigsten von den Inhabern dieser 5 Lohnbucher hat der fälschlich in dem Lohnbuch als Hauer verzeichnete Ab nehmer Stanislaus Tomczak mit 2,80 ℳ pro Schicht ver⸗ dient. Den höchsten Lohn verdiente der Schlepper Jos Schwarz mit 3,88 ℳ
Bemerkt wird noch, daß es sich bei diesen 5 Lohnbüchern nur um Schlepper und 1 Invaliden (Förderaufseher), aber nicht um Hauer handelt.
Der Zechenvertreter erklärt, daß die Löhne von Dahl hauser Tiefbau nicht als niedrig bezeichnet werden könnten G vielmehr zu den höchsten des Bezirks gehörten.
Nach den amtlichen vorgelegten Lohnlisten des Revier beamten (Anlage F) betrugen die Durchschnittslöhne der ge samten Belegschaft der Zeche Dahlhauser Tiefbau im Jahr 1903 3,70 ͤ, im Jahre 1904 3,89 ℳ pro Schicht. De Durchschnittslohn der Gesamtbelegschaft des Bergrevier Hattingen betrug:
pro 1903 1904
3,68 ℳ Schicht. Aug. Böhler gibt noch die Erklärung ab, daß er die au Veranlassung der Siebenerkommission dem Oberbergamt ein gereichte, mit seinem Namen unterzeichnete Beschwerde nicht kenne, er dieselbe auch nicht unterschrieben habe. Was den Inhalt dieser Eingabe betreffe, so sei er mit den Ausführungen über die Unterstützungskasse auf der Zeche Dahlhauser Tiefbau bekannt. 8 Diese Ausführungen deckten sich mit seiner Ansicht. Im übrigen hat diese Angelegenheit bereits in einem früheren Abschnitte der heutigen Verhandlung ihre Erledigung gefunden. Der Restinhalt der vorerwähnten Eingabe bezieht sich auf angebliche Mißstände auf der Zeche Eiberg. 8 v. g. u.
Louis Jäger. Wilh. Thurm. Emil Fischer. v. w. o.
Florschütz. Pöppinghaus. Schornstein.
Mlüller, Protokollführer.
pro
Aug. Böhler.
8
Fortgesetzt am 28. Februar 1905 im Amtshause zu Dahl⸗ hausen (Ruhr). Anwesend: 1) Die Mitglieder der Untersuchungskommission: Geh. Bergrat Pöppinghaus, Bergrat Schornstein, Landrat Florschütz. Seitens der Zechenverwaltung: Bergassessor a. D. Randebrock, Betriebsführer Fischer. Als Belegschaftsvertreter Wilhelm Thurm, .Aug. Böhler,
Ludwig Jaeger.