1905 / 69 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 21 Mar 1905 18:00:01 GMT) scan diff

aufnahme mißt, kann daraus genau r. werden, welche Eigenschaften das Kabel im Betriebe der fertigen Anlage zeigen wird, in der es später verwandt wird, und die genannten Messungen können an Kabeln beliebiger Länge ausgeführt und für jede andere Länge umge⸗ rechnet werden, sodaß trotz der außerordentlichen Komplikation dem Ingenieur am Kabelwerk alle für die Wahl richtiger Kabeltypen und für die Berechnung von deren Verhalten in der Anlage nötigen Daten in die Hand gegeben werden können. Auch bei einem belasteten Kabel können die oben für das offene aufgeführten Erscheinungen auftreten. So z. B. eine Spannungszunahme von der Zentrale nach der Konsum⸗ stelle statt der sonst stets vorhandenen ahme und sogar auch eine Stromzunahme, sodaß von der Zentrale weniger Strom und weniger Spannung hineinzuschicken ist, als am Ende entnommen wird. Der Vor⸗ tragende besprach alle diese Eigenschaften an acht praktisch ausgeführten Kabeln für 10 000 Volt Spannung, über deren Verhalten er ausführliche und umfangreiche Rechnungen angestellt hat. Er teilte mit, daß er diese umfangreichen Studien mit der Absicht vorgenommen habe, in dem ihm unterstellten elektrotechnischen Institut der neuen Technischen Hochschule in Danzig ein Hochspannungslaboratorium einzurichten und dort die Ergebnisse der Rechnungen durch eingehende Messungen zu kontrollieren und viele sich daran anknüpfende Fragen von technischer Wichtigkeit zu untersuchen. Von der Staatsregierung sind für diese wichti en Untersuchungen reiche Mittel zur Verfügung gestellt word

8 Land⸗ und Forstwirtschaft.

Wien, 20. März. (W. T. B.) Gestern fand eine Ver sammlung von Interessenten aus landwirtschaftlichen Kreisen Deutschlands, Oesterreich⸗Ungarns und Spaniens statt, um sich über die geplante Gründung eines inter⸗ nationalen landwirtschaftlichen Instituts zu unter⸗ richten. Die Besprechung wurde durch den Vortrag des in Wien gerade

anwesenden Anregers dieser Idee David Lubin aus Californien eingeleitet. Auch Vertreter des vorbereitenden Komitees in Rom waren erschienen. In der Versammlung wurde die Initiative des Königs von Italien als für die Landwirtschaft segensreich anerkannt und der Grundsatz aufgestellt, daß die rein nationalen Inter⸗ essen nicht in den Kreis der internationalen Verhandlungen einbezogen werden sollten, sodaß die Aufgabe des Instituts lediglich auf die Be⸗ handlung der gemeinsamen Interessen aller Landwirte zu richten sei. In die zu bildende Körperschaft sollten Vertreter der wichtigsten land⸗ wirtschaftlichen Organisationen der einzelnen Staaten gewählt werden.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗ maßregeln.

Santiago de Chile, 20. März. (Meldung der „Agence Havas“.) Die Beulenpest, die schon seit dem vorigen Jahre in Jquique herrscht, breitet sich jetzt auch im Süden aus; heute sind in Valparaiso vier Pestfälle festgestellt worden. .“ .

Verkehrsanstalten.

Heft 3 des 12. Jahrgangs (1905) der „Zeitschrift für Klein⸗ bahnen“, herausgegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten Verlag von Julius Springer, Berlin), erschien mit folgendem Inhalt: Sstatistik der Kleinbahnen im Deutschen Reiche für das Jahr 1903. Gesetzgebung in Preußen: Allerhöchster Erlaß vom 30. Januar 1905, betr. die des Enteianungsrechts an die Kleinbahn Winsen H., zu Winsen a. L. zum Bau und Betriebe f; Erlaß des Ministers 1 13. Februar 1905, betr. Feuer⸗ schutzanlagen in Waldungen. Kleine Mitteilungen: Neuere Pro⸗ jekte, Vorarbeiten, Konzessionserteilungen, Betriebseröffnungen und Betriebsänderungen von Kleinbahnen; Lokalbahnwesen in Italien; Betriebsergebnisse der französischen Neben⸗ und Kleinbahnen im ersten Halbjahr der Jahre 1903 und 1904. Bücherschau, Zeitschriften⸗ chau. Mitteilungen des Vereins deutscher Straßenbahn⸗ und Klein⸗ bahn⸗Verwaltungen: Zur Mitgliederliste, Straßen⸗ und Kleinbahn⸗ Berufsgenossenschaft, Patentbericht (mit 5 Abbildungen), Auszüge aus Geschäftsberichten (Kleinbahn Vörde —Haspe, G. m. b. H.; Kleinbahn Steinhelle —-Medebach, G. m. b. H.; Erfurter elektrische Straßenbahn; Städtische Straßenbahn Oberhausen; Ruhr⸗Lippe⸗ Kleinbahnen, G. m. b. H. in Soest; Städtische Straßenbahn Darm⸗ stadt; Akt.⸗Ges. Dampfstraßenbahn Groß⸗Lichterfelde Seehof Teltow —Stahnsdorf; Städtische in Frankfurt a. M.; Städtische elektrische Straßenbahn in Bielefeld; Städtische Straßen⸗ bahn in Düsseldorf). Statistik der deutschen Kleinbahnen für den Monat Januar 1905.

Theater.

Königliche Schauspiele. Mittwoch: Opern⸗ haus. Mittags 12 Uhr: Symphoniematinee. Abends 7 ½ Uhr: Symphoniekonzert der König⸗ lichen Kapelle. Dirigent: Herr Kapellmeister Felir Ein Billettverkauf hierzu findet nicht

att.

Schauspielhaus: Geschlossen.

Donnerstag: Opernhaus. 77. Abonnements⸗ vorstellung. Die weiße Dame. Oper in 3 Akten von Eugêne Scribe. Deutsch von Friederike Ellmen⸗ reich. Musik von Frangois Adrien Beieldieu. (Herr K. Sommer, vom Königlichen Theater in Wiesbaden, als Gast.) Anfang 7 ½ Uhr.

Schauspielhaus. 1. Abonnementsvorstellung. Prinz Friedrich von Homburg. Schauspiel in 5 Auf⸗ zügen von Heinrich von Kleist. Anfang 7 ½ Uhr.

Schauspielhaus. Freitag: Götz von Berlichingen. Anfang 7 Uhr. Sonnabend: Prinz Friedrich von Homburg. Sonntag: Prinz Friedrich von Homburg.

Pospischil a. G Donnerstag, Freitag,

estung. Liebesfestung.

Liebesfestung. Sonnabend,

Der Prophet.

HDeutsches Theater. Mittwoch, Abends 7 Uhr: Schusselchen.

N. (Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Mittwoch, Abends 8 Uhr: Medea. 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. (Medea: Maria

Abende 8 Ubr: Die Herren Söhne. Abends 8 Uhr: Maria Pospischil a. G.)

Theater des Westens. (Kantstraße 12. Bahn⸗ hof Zoologischer Garten.) Mittwoch: Die Liebes⸗ f Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag (22. Vorstellung im Abonnement): Die

Freitag (22. Vorstellung im Abonnement): Die

Nachmittags 2 ½ Uhr: Preisen: Der Prinz von Homburg. Abends 7 ½ Uhr: Die neugierigen Frauen. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen: Martha. Abends 7 ½ Ubr: Die Liebesfestung. Montag: Gastspiel von Nikolaus Rothmühl.

Nationaltheater. (Direktion: Huge Becker. Weinbergsweg 12a 13 b.) Mittwoch: Undine. Donnerstag: La Traviata.

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Theater und Musik. Berliner Theater.

Joseph Kainz setzte gestern sein Gastspiel in der Rolle des Fehn Moor in Schillers „Räubern“ fort. Wer den Künstler vor ahren dieselbe Person verkorpern sah, wird eine noch vollendetere Kunstleistung feststellen können. Das jugendliche Feuer ist ungeschwächt, die Charakteristik ist aber noch vertieft und feiner abgetönt: so kamen in dem deargestellten Charakter die Leidenschaftlichkeit, die überlegte Bosheit und die Regungen des erwachenden Ge⸗ wissens zu gleich überzeugungsvoller Darstellung, und die Monologe gaben dem Künstler Gelegenheit, seine Charak⸗ terisierungskunst in ihrer ganzen analytischen Feinheit zu zeigen. Auch sprachlich ist Kain: von Jahr zu Jahr gereift; er ver⸗ schmäht es jetzt, seine virtuose Sprachbeherrschung, wie früher, ge⸗ legentlich in Schnellsprechkunststücken zu forcieren. Die anderen Dar⸗ steller gaben sich alle Mühe, neben ihrem Partner nicht allzusehr ab⸗ zufallen. Am besten gelang das Herrn L Allemand, der den alten Moor, und Herrn Mischte, der den Karl Moor spielte.

2

Im Theater des Westens kann infolge der Abonnements⸗ verpflichtungen der große Erfolg der Oper „Die neugierigen Frauen“ und der Operetie „Hie Liebesfestung“ nicht ausgenutzt werden. In⸗ folgedessen hat der Intendant Prasch mit dem Direktor Ferenczy ein Abkommen getroffen, nach welchem vom 14. April d. J. ab ein auf sechs Wochen berechnetes Gastspiel der ersten Kräfte des Theaters des Westens im Zentraltheater stattfindet.

Im Bellealliancetheater geht von heute, Dienstag, an wieder die Ausstattungsposse „Der beste Tip“ in Szene.

Die Richard agner⸗Gesellschaft für germanische Kunst und Kultur veranstaltet am Todestage Ludwigs van Beet⸗ hoven, Sonntag, den 26. März, Abends 8 Uhr, im Theatersaal der Königlichen Hochschule für Musik zu Ehren des Meisters einen „Beethoven⸗Abend“. Vorgetragen werden durch das Waldemar Meyer⸗Quartett u. a. die letzten Quartette des Lenfe Ton⸗ dichters (Op. 132 in A⸗Moll: „mit Dankgesang eines Genesenden an die Gottheit“, und Op. 135 in F⸗Dur: „Der schwergefaßte Entschluß: Muß es sein? Es muß sein!“) Billette zu 3, 2 und 1 sind außer beim Kastellan der Hochschule zu haben bei Bote u. Bock, A. Wertheim, Otto Roth (Immanuelkirchstraße 3), Amelang (Kantstraße 164) und P. Theelen (Eichhornstraße 2, hier für Mit⸗ glieder des „Richard Wagnervereins“ halbe Preise); ferner für Stu⸗ dierende (zu halben Preisen) in der Akademischen Lesehalle und auf dem Geschäftsamt der Richard Wagner⸗Gesellschaft (Potsdamer Sef. 121 g).

ür die Aufführung der Matthäus⸗Passion durch den Bach⸗ Verein in der Kaiser Wilhelm⸗Gedächtniskirche am 31. März, Abends 7 Uhr, wird die in Berlin noch nicht bekannte Robert Franzsche Bearbeitung benutzt. Jedoch ist sie durch Professor Reimann insofern geändert worden, als die anerkannt meisterhafte harmonische Ausgestaltung der Originalpartitur nicht dem viel angefochtenen Bläserquartett sondern der Orgel überwiesen worden ist. Dadurch wurde es ermöglicht, die originale Instrumentalbesetzung Bachs wieder in ihr altes Recht einzusetzen.

(Der Konzertbericht befindet sich in der Dritten Beilage.) 8 .“ 8

mMannigfaltiges.

.“

Berlin, den 21. März 1905.

„Im Verein für deutsches Kunstgewerbe in Berlin spricht morgen 8 Uhr Abends im Festsaale des Künstlerhauses, Bellevuestraße 3, der Direktor Dr. Peter Jessen über japanische eserHessset als eine Quelle der Anregung für Kunst und Kunst⸗ gewerbe.

Der Allgemeine Deutsche Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande veranstaltet am Sonnabend im Neuen Königlichen Operntheater zu Gunsten seiner Be⸗ strebungen ein „Frühlingsfest“. Der erste Teil bringt ein Konzert, in dem die ersten Künstler mitwirken, der zweite Teil die komische Oper „Die Nürnberger Puppe“ von Adam. Dann folgt ein Ball. Die Damen erscheinen in lichtem Frühlingskleid mit Hut, die Herren im Waffenrock bezw. Frack. Karten (im Vorverkauf zu 5 und 3 ℳ) sind bei Bote u. Bock und Wertheim zu haben.

11“

Der unter Leitung des „Vereins zur Förderung der Kunst⸗ am Sonntag im Reformgymnasium am Savignyplatz veranstaltet, 12. volkstümliche Kunstabend der Stadt Charlottenburg war der „Kunst der Rokokozeit“ in Vortrag, Dichtung un Musik gewidmet. Die Herren Dr. G. Fritz und Dr. Gustatz Manz führten den Vortrags⸗ bezw. Rezitationsteil in außerordentlic anregender Weise durch. ährend ersterer den Geist jener Zeit z beredten, klaren Worten schilderte, führte Dr. Manz in zahlreichen gutgewählten Beispielen (Molisre, Beaumarchais, Goethe, Hagedorn, Uz, Weiße, Gesner, E. von Kleist, Gellert, Gleim u. a.) in lebensvoller interessanter Wiederzabe das Zierliche und das Gravitätische der Dichtungen jener Epoche vor. Ein weiter Raum war im Programn naturgemäß auch der Musik zugewiesen. Einen auserlesenen Genuz bot zunächst die Violinistin Anna von Pilgrim, die in ihren feindurchdachten, temperamentvollen Vortragsweise, von Herrn Kapel⸗ meister Fritz Otto am Klavier begleitet, ein Andante von Tartin und Menuett von Mozart in künstlerischer Schönheit zu Geher brachte. Namentlich kam hierbei u. a. ihre weiche, große Kantilene, sowie die sichere und elegante Bogenführung wiederum zu beste Geltung. In der letzterwähnten Komposition wußte se namentlich deren anmutigen Charakter eindrucksvoll wiederzugeben. Auch in dem weiteren Zusammenspiel mit den Herren Böhme (Cello und Otto (Klavier) in dem „Ungarischen Trio“ von Haydn bewiee die geschätzte Künstlerin ihr bedeutendes Können, ebenso wie auch ihn Partner Vortreffliches leisteten. Den gesanglichen Teil des Abendz bestritten Fräulein Eva Pilchowska (Sopran) und Herr Eugen Brieger Bariton). „Die wohlgeschulte, klangvolle, wenn auch nicht besonders warme Stimme der bestens bekannten Sängerin kam in mwei „Bergeretten“ aus dem 18. Jahrhundert und bei dem in Ee⸗ meinschaft mit Herrn Brieger gesungenen Duett aus „Figarcs Hochzeit“ (Graf und Susanne) am besten zur Wirkung, während der Eindruck beispielsweise in der Arie der „Königin der Nacht“ info Ueberanstrengung der Stimmittel litt. Herr Brieger sang vf seinem weichen Bariton und der ihm eigenen Sicherheit u. a. Kom⸗ positionen von Mozart, Beethoven und Zumsteg unter allgemeinem Beifall, der auch den anderen Mitwirkenden reichlich gespendet wurde, sodaß sich die Triovereinigung sogar zu einer Wiederholung verstehen mußte. Der genußreiche Abend wurde nur durch das etwas zu reichhaltige Programm und die damit naturgemäß verbundene Ermüdung des Auditoriums einigermaßen beeinträchtigt.

Coburg, 21. März. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet, daß gestern nachmittag um 3 Uhr 40 Minuten beim Rangieren infolge falscher Weichenstellung bei der Haltestelle Rossach zwei offene Güterwagen einen falschen Lauf nahmen. Sie stießen mit der Ausrüstung des Fuges 595 a zusammen; hierbei wurde ein Hilfsweichensteller durch die zusammenprallenden Wagen eingepreßt und sofort getötet. Die Räumung des Haupt⸗ gleises dauerte bis 7 ¼ Uhr Abends.

St. Petersburg, 21. März. (W. T. B.) Nach amtlicher Meldung ist es für die Dauer des Krieges gestattet, Aerzte⸗ stellen mit Studenten der Medizin oder Hörerinnen medizinischer Frauenkurse zu besetzen und auch mit Diplomen von ausländischen Universitäten versehene Personen zuzulassen, falls diese ein Staatsexamen bestanden oder wenigstens zwei Jahre in Kranken⸗ häusern praktiziert haben. Ausländische Aerzte, die in russischen Dienst zu treten wänschen, müssen außer einer dahin gehenden Er⸗ klärung noch Zeugnisse über ihr Staatsexamen und ihre event. Praxi in Krankenhäusern an die Verwaltung des Obermedizinalinspektors einsenden. 8

Brockton (Massachusetts), 20. März. (W. T. B.) Durch eine Kesselexplosion entstand heute eine Feuersbrunst in der Groverschen Schuhfabrik. Bis jetzt sind im ganzen 60 Leichen von Verunglückten zu Tage gefördert worden. Die Zahl der Ver⸗ letzten beträgt 50. Ein Fabrikbeamter äußerte, daß möglicherweise hundert Personen ums Leben gekommen sind.

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(Fortsetzung des Amtlichen und Nichtamtlichen in der Ersten, 8 Zweiten und Dritten Beilage.) 8 8

7 ½¼ Uhr: Trauerspiel in t tourist“.)

fresser.

Medea. (Medea:

Bauer. Musik von Franz Lehär.

Abends: Die Juxheirat.

Zu kleinen

Direktion: Kren u.

Toledo. Trianontheater.

Abenteuer des Herrn

Der Kilometerfresser. 3 Akten von Curt Kraatz. (Verfasser vom „Hoch⸗

Donnerstag und folgende Tage: Der Kilometer⸗ Sonntag, Nachmittags 3 ½¼ Uhr: Charleys Taute.

Bentraltheater. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Die Juxheirat. Operette in 3 Akten von Julius

Donnerstäg und folgende Tage: Die Juxheirat. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Der Bettelstudent.

Belleallianretheater. (Bellealliancestraße 7/8.

Schönfeld.) Mittwoch und

folgende Tage, Abends 8 Uhr: Der beste Tip. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Die Jüdin von

(Georgenstraße, Friedrich⸗ und Universitätsstraße.) Mittwoch: Das Malezieux. Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Donnerstag und folgende Tage: Das Abenteuer

Schwank in Direktors Alb. Schumaunn. Großes Potpourri von Freiheitspferden. Mlle. Priami. Mons. Proserpi. Talep und Ramo. Miß Emmy. Mlle. Rohde. Die großartigen Spezialitäten Wund Mr. Ephraim Thompsons wunderbar dressierte Elefanten, worunter Marv, der einzig existierende Saltomortale schlagende Elefant. Zum Schluß: Zum 90. Male: Eine Nordlandsreise. Größtes Prachtausstattungsmanegenschaustück der Besonders hervorzuheben: Der weiße t.

Familiennachrichten.

Verlobt: Frl. Nora van der Wijck mit Hrn. Leutnant Bodo von Zitzewitz (Haag). Verehelicht: Hr. Martin von Hagen⸗Retzin mit Frl. Asta von Puttkamer (Lossin). in Sohn: Hrn. Rittmeister F. C.

Geboren: Ein von Reden (Potsdam). Hrn. Dr. jur. Karl Frhrn. von Richthofen (Kuhnern). Eine Tochter: Hrn. Hauptmann Walther von Meiß (Charlottenburg). Hrn. Hans Jochen Frhrn. von Maltzahn (Bergen).

Gestorben: Hr. Regierungspräsident a. D. Himly

zwischen Die

Frsteuttnmtage— zum Deutschen Neichsanzeiger und Königlich Preußischen S

v“

Berlin, Dienstag, den 21. März

8 8

8

Qualität

gering

gut Verkaufte

mittel

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

Menge

niedrigster

höchster

niedrigster, höchster niedrigster Doppelzentner

höchster 1

ℳ8

Verkaufs⸗

Am vorigen Markttage

Durch. schnitts⸗ preis 1]

Außerdem wurden am Markttage (Spalte 1) nach überschläglicher Schätzung verkauft Doppelzentner (Preis unbekannt)

Durchschnitts⸗ preis für 1 Doppel⸗ zentner

wert dem

Breslau . Strehlen i. Schl. EEETö11“ Löwenberg i. Schl. Oppeln.. 8 Neuß.

Geislingen. Babenhausen eriisen. Aalen i. Wrttbg. Giengen a. Brenz. Meßkirch.

111111.“

ee“ Strehlen i. Schl. Striegau. ö Grünberg i. Schl. Löwenberg i. Schl. ööööö1.“] Aalen i. Wrttbg.. Giengen a. Brenz

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Neuß F.

Aalen i. Wrttbg.. Giengen a. Brenz. . .

Die verkaufte Menge wird auf volle

Bemerkungen.

Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung,

Doppelzentner und der Verkaufswert auf volle Mark abgerundet mitget 1 * daß der betreffende Preis nicht vorgekommen ist, ein Punkt (.) in den

Weizen. 16,40 16,50 15,90 16,80 17 8 16,70 16,90 16,90 17,5 18,00 18,00

Spelz, Dinkel, Fesen).

19,40 19,80 ¼

19,40 19,40

19,70 19,70

22,00 22,00

19,60 19,60

17,00 16 80 17,20 17,20

16,00 15,90 16,40 17,00 16 70 17,50 Kernen (enthülster 19,00 19,20

19,60 21,60

18,80

12,80 13,50 13,40 13,60 13,00 13,40 13,50 14,60 15,40

12,60 13,30 13,40 13,40 13,00 13,40 13,50 14 60 15,40

12,50 13,20 13,10 13 20 12,70 13,30 13,20 14,10 14,10 14 80 15,12

12,40 12,80 13,10 13,00 12,70 13,30 13,20

15,40 15,60

Gerste.

15 30 16,00 15,80 15 50 15,00 18,80 a fer. 14 50 15 00 15,10 15,40 13,80 14,80 13,20 16 00

14,60 14,80 15,00 15,40 15,10 14,50 18,60

14,50 14.30 15,00 15,00 15,10 14,50 18,40

16,00 16 00 16,20 15,50 15,00 19,20

14,80 15,00 15 30 15,40 13,80 14,80 14 20 17,20

14,20 14,50 14,90 15,00 13,60 14,60

15,86

13,80 14,50 14,70 15,00 13,60 14,60

15 40

16,00 16,00 16,60 16,60

6 eilt. Der Darchschalttspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet.

16,00

16,71 17,69

19,35 19,20

22 20 19,51 18,72

12,54 13,00 13,23

14,36 15,02

14,60 13,83 15 85 16,32

830 977

letzten sechs Spalten, daß entspre hbender Bericht feblt. ““

Donnerstag, Abends 7 ½ Uhr: Helden. xT.retag, Abends 7 ½ Uhr: Neueinstudiert: Wilhelm ell.

Berliner Theater. Mittwoch: Gastspiel von

Felch Kainz. Weh’ dem, der lügt! Anfang br.

F Gastspiel von Josef Kainz. Die Räuber. Anfang 7 Uhr.

Freitag: Gastspiel von Josef Kainz. Die Jüdin von Toledo. Anfang 7 ½ Uhr.

Sonnabend: Gastspiel von Josef Kainz. Richard II. Anfang 7 ½ Uhr.

Fessingtheater. Mittwoch: Elga. Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Elga. Anfang 8 Uhr. Freitag: Traumulus. Ansang 7 ½ Uhr. 8 Schillertheater. o. (Wallnertheater.) Mittwoch, Abends 8 Uhr: Der Leibalte. Komödie in 3 Akten von Lothar Schmidt. Donnerstag, Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Freitag, Abends 8 Uhr: Die Herren Söhne.

Freitag: Das Glöckchen des Eremiten.

Sonnabend: Die Hugenotten.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: La Traviata. Abends 7 ½ Uhr: Figaros Hochzeit.

Neues Theater. Mittwoch: Ein Sommer⸗

nachtstraum. Donnerstag Ein Sommer⸗

nachtstraum.

Lnstspielhaus. (Friedrichstraße 236.) Mitt⸗ woch, Abends 8 Uhr: Der Familientag.

Donnerstag und folgende Tage, Abends § Uhr: Der Familientag.

Residenztheuter. (Direktion:Richard Alexander.) Mittwoch, Abends 8 Uhr: Hotel Pompadour. Schwank in 3 Akten von Anthony Mars und Leon Tanrof. Deutsch von M. Schönau.

Donnerstag und folgende Tage: Hotel Pom⸗

Der Hütten⸗

bis Sonnabend:

padour. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: besitzer.

Thaliathenter. (Dresdener Straße 72/73. Di⸗ rektion: Kren u. Schönfeld.) Mittwoch, Abends

des Herrn Malezieux. Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall.

Konzerte.

* * 2 Singakademie. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Populärer Volksliederabend von Helene

Staegemann, Großherzoglich mecklenburgischen Kammersängerin.

Saal Bechstein. Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr: Klavierabend von Adela Verne.

Königliche Hochschule, Theatersaal. Mitt⸗ woch, Abends 7 ½ Uhr: Zwecks Gründung eines Ver⸗ eins zur Förderung der Janko⸗Bestrebungen: Vor⸗ tragsabend auf der neuen Klaviatur Paul von Jankos von Hans Friedrich Münnich. Mit⸗ wirkung: Helene Petterson (Sopran).

Zirkus Schumann. Mittwoch, Abende präͤzise 7 ½ Uhr: Grande soirée 6questre. Elite⸗ programm. Besonders hervorzuheben: Die neuesten

Originalschul, und Freiheitsdressuren des

(Stade.) Hr. Geheimer Regierungsrat Wilhelm Zeidler (Minden i. W.). Hr. Geheimer Rat Movritz von Seyfried (Karlsruhe). Hr. Straf⸗ anstaltsdirektor, Major a. D. Ernst Zilligus (Berlin). Hr. Oberst a. D. Reinhold von Wickede (Güstrow). Hr. Geheimer Regierungs⸗ rat, Land⸗ und Klostersyndikus a. D. Posselt (Itzehoe). Hr. Sanitätsrat Robert Vogelreuter (Berlin). Fr. Oberleutnant Marie Eva von Britzke, geb. von Byern (Charlottenburg).

Verantwortlicher Redakteuir Dr. Tyrol in Charlotten burg

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Zwölf Beilagen (inschließlich Borsen⸗Beilage), sowie die Inhaltsangabe zu Nr. 6 des 88 lichen Anzeigers (einschließlich der unter Nr. 2 beröffentlichten Bekauntmachungen), betreffend Kommanditgesellschaften auf Aktien und Aktien⸗

gefellschaften, für die Woche vom 13. bis 18. März 1905. 8 ““ bb 141p“

““ v1111“ 88 8

Die Haftung des Tierhalters nach § 833 B. G.⸗B. Von Dr. Otto Georg Schwarz, Gerichtsassessor am Landgericht in Königsberg i. Pr. Karl Heymanns Verlag. Berlin. Preis 2 Die Ersatzpflicht des Tierhalters im Rechte des Bürger⸗ lichen Gesetzbuchs, zugleich ein Beitrag zur Lehre von der Kausalität im Rechtssinne. Von Dr. Fritz Litten⸗ Privatdozenten und Gerichtsassessor in Halle a. S. Verkag von Franz Vahlen, Berlin. Preis 3 Der Begriff des Dierhalters in §§ 833, 834 B. G.B. Zugleich eine Grundlegung der Lehre von der Tier⸗ haftung. Von Dr. jur. Ernst Hagelberg. Berlin, Verlag von Franz Vahlen. Preis 2,60 Der viel umstrittene § 833 gdes B. G.⸗B. bat bereits eine umfangreiche Literatur hervorgerufen. Ven den hier angezeigten neuesten Abhandlungen über ihn erschöpfen die beiden ersten zwar auch nicht das behandelte Problem in einer den Zweifel ausschließenden Weise, verdienen aber doch eingehende Be⸗ achtung, während die dritte weniger befriedigt. Die klar geschriebenen Arbeiten von Schwarz und Litten sind, von einigen rechtspolitischen Erwägungen abgesehen, rein dogmatisch; auf eine ausfuͤhrliche Füe. geschichtliche und »vergleichende Untersuchung haben beide Verfasser im Gegensatz zu Hagelberg. der im ersien Teil seiner Abbandlung auch eine Uebersicht über die historische Entwickelung der Tierhaftung ibt, verzichtet, und man wird sie kaum vermissen, da für die hier Peban delten Fragen im speziellen weder die deutschen noch die römischen Quellen einen Aufschluß zu bieten vermögen, unser Reichszvilrecht vielmehr hier ganz neue Wege wandelt. Die dogmatische Darstellung ist in den Abhandlungen von Schwarz und Litten umfassend; Recht⸗ sprechung und Literatur sind reichlich verwertet, ohne daß die Verfasser ihre eigenen Ansichten zurücktreten lieben. Bei der Abgrenzung des Tierhalterbegriffes fordert Schwarz dafür ein mit dem entsprechenden Willen verbundenes Haben des Tieres im eigenen Interesse und auf nicht bloß vorübergehende Dauer (s. S. 5, 14, 17, 23 f.). Die Frage des mittelbaren oder unmittelbaren Besitzes ist dafür als solche nicht ent⸗ scheidend, wie denn auch möglicherweise beide Besitzer neben einander nach § 833 haftbar sein können (s. S. Bet der Abgrenzung des als durch das Tier verursacht anzusehenden Schadens 1 auch Schwarz den heute immer mehr hervortretenden Gesichtspunlt des sogenannten adäquaten Kausalzusammenhanges (S. 58). Rechts⸗ politisch schließt er sich mit Entschiedenheit denjenigen an, die eine mildernde Revision des § 833 begehren. Litten beschäftigt zunächst eingehend mit der Kausalitätslehre und sucht

dann das für den 833 ermittelte Haftungsprinzip zur Klarlegung des streitigen Tierhalterbegriffs iu vree Indem er eine auch für die praklische Rechtsanwendung unmittelbar verwertbare Formel bietet, ebnet er einer einheitlichen (einschränkenden) Auslegung des § 833 den Weg. Diese Formel, nach der die Person des Ersatzpflichtigen, des Tierhalters, und die Grenzen heinet . ftrnd für jeden einzelnen Fall ermittelt werden sollen, lautet: 87 ge Gewalthaber des Tieres ist Tierhalter, von dessen Standpunkt aus auf Grund der (von ihm erkannten oder der) ex ante bei normaler Einsicht und Umsicht erkennbaren Bedingungen der sich als eine Realisierung der Tiergefahr darftellende Anfangserfolg T-41-e⸗ ursacht erscheint. Ergeben sich danach mehrere Tierhalter 1-1.es. juristischer Gradesnähe, so ist nur der juristisch Näͤchstsie e. Tierhaller. Hat jedoch der Gewalthbaber lediglich die vertragliche Pflicht der Aufsichtführung über das Tier, so haftet er überhaupt

dartut, daß er bei der

Führung der Aufsicht über das 1“ 1“

Tier die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet hat oder daß der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde. Anderenfalls haftet er bei der Realisierung einer Betriebs⸗ gefahr, die auf Grund der nur (von ihm erkannten oder der) von seinem Standpunkte aus ex ante normalerweise erkennbaren Bedingungen als adaquat verursacht erscheint, allein, im übrigen mit dem Tier⸗ halter als Gesamtschuldner“ (S. 131, 132). Als objektives Kriterium tritt nur die Notwendigkeit eines Gewaltverhältnisses des Halters über das Tier hinzu. Dieses Gewaltverhältnis kann sein: Eigentum ohne Besitz, Eigentum und Besitz, Besitz ohne Eigentum und Besitzdienerschaft. Mit dem Gewaltverhältnis endigt also die Tierhalterschaft und damit die Passiolegitimation für Ansprüche aus § 833. Nach den einschlägigen Vorschriften des B. G.⸗B. steht infolgedessen das Ende des Haftverhältnisses rechtlich ohne weiteres klar, hingegen verbleiben für den Einzelfall erheb⸗ liche Subsumtionsschwierigkeiten wegen der elastischen Fassung der in Frage kommenden Rechtsnormen G. B §§ 854, 856 859, 959, 960 des B. G.⸗B). Die Untersuchungen Littens gehen tief und müssen, obschon er auf die Aufstellung eines einheitlichen Tierbalterbegriffs verzichtet, als erhebliche Förderungen der Lehre gelten. Hagelberg gelangt zu anderen Schlüssen: Nicht das Prinzip der Hastung, sondern das Prinzip des aktiven Interesses soll entscheiden und dementsprechend als Tierhalter „der Unternehmer gelten, auf dessen Rechnung der Betrieb gebt“. Wie wenig dieses Ergebnis im Einzelfalle befriedigt, zeigt die Kasuistik S. 99 bis 103.

Dienstlaufbahn der preußischen Richter und Staatsanwälte. Bearbeitet im Bureau des Justizministeriums. Zweite Ausgabe. VIII und 170 S. Berlin, Karl Hevmanns Verlag. Kart. 2 Das jetzt in zweiter Ausgabe vorliegende Werk bringt auf Grund der im Justizministerium geführten Akten und Personal⸗ verzeichnisse die dienstliche Laufbahn der Richter und der Staatsanwälte hbei den preußischen Gerichten, bei den Gerichten der Furstentümer Waldeck und Pormont und in den von Preußen zu besetz nden Stellen bei den gemeinschaftlichen thüringischen Landgerichten und dem Oberlandesgericht in Jena, sowie der höheren Beamten des Justizministeriums und der als Gefängnisdirektoren angestellten früheren Gerichtsassessoren nach dem Stande vom 31. Januar 1905 zur Darstellung. Als Beginn der Dienstlaufbahn ist das Bestehen der großen Staatsprüfung angenommen. Bei denjenigen Beamten, die aus den im Jahre 1866 mit der preußischen Monarchie vereinigten Landesteilen in den preußischen Justizdienst übernommen sind und eine Prüfung als Gerichtsassessor nicht abgelegt haben, ist unter Voran⸗ schickung des ihnen beigelegten richterlichen Dienstalters in der Regel ihre letzte dienstliche Stellung in dem einverleibten Staate angegeben. Die Beamten sind in alphabetischer Ordnung aufgeführt.

Luise Hensel. Ein Lebensbild von Dr. Franz Binder. Freiburg i. Br., Herdersche Verlagshandlung, 1904. Zu den zartesten und innigsten Erscheinungen der deutschen christlichen Poesie nach Novalis und Schenkendorf gehören die Lieder von Luise Hansel. Als Tochter eines evangelischen Pfarrers zu Linum in der Mark Brandenburg 1798 geboren, trat sie 1818 zur katholischen Kirche über und starb 1876 zu Paderborn. Dr. F. Binder hat ein im Jahre 1884 de öffentlichtes Lebensbild der Dichterin jüngst in erweiterter neuer Auf;age erscheinen lassen. Unsere romantischen Dichter aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfreuen sich neuerdings des besonderen Interesses der Literaturfreunde. Es wird des⸗ halb arch das Lebensbild der diesem Dichterkreise so nahe⸗ stehenden Luise Hensel gegenwärtig erhöhte Beachtung finden.

Dichterin interessieren vor allem die Beziehungen

Sie sind für das innere Leben beider von größter Bedeutung geworden. In dem geistig angeregten Kreise, die der Berliner Staatsrat F. A. von Stägemann um sich ver⸗ sammelte, hatten sich L. Hensel und Cl. Brentano zusammengefunden. Diese pspchologisch interessante Periode im Leben der Dichterin, die mit ihrer Konversion abschloß, hat Binder besonders eingehend be⸗ handelt. In dem späteren reichhaltigen und wechselvollen Leben der Hensel tritt eine große Reihe bemerkenswerter Persönlichkeiten, die Witwe des Grafen Leopold von Stolberg, Dorothea Tieck, der Kardinal Melchior von Diepenbrock, die Fam ilie von Savigny u. A. auf. Mit warmer Liebe ist Luise vor allem ihrem Bruder, dem Berliner Historienmaler Wilhelm Hensel, dem Gatten von Fanny Mendelssohn, stets verbunden geblieben. Die Darstellung Binders ist feinsinnig und anmregend. Der katholische Standpunkt des Verfassers ist in keiner Wesise einseitig oder gar aufdrin lich betont. 8

Praktische Gemüsegärtnerei von Johannes Böttner, Chefredakteur des praktischen Ratgebers im Obst⸗ und Gartenbau. Vierte verbesserte und vermehrte Auflage. Mit 304 Abbildungen. Preis gebunden 4 % Verlag von Trowitzsch u. Sohn in Frankfurt a. d. Oder. Innerhalb kurzer Zeit ist abermals eine Neuauflage dieses beliebten und bewährten Buches notwendig geworden, die auf Grund der neuesten Erfahrungen in der Gemüsegärtnerei be⸗ arbeitet ist. Der Verfasser spricht erst im allgemeinen über den Boden, die Entwässerung und Bewässerung, die Umzäunung, den Kompost, die Geräte, die Wege, über Rigolen, Graben, Düngen, Gießen, Hacken, Samenbezug, Pflanzenanzucht in den Mistbeeten, Frühkultur im Freien, Ausdünnen, Verstopfen, Einteilung, Fruchtfolge, Abstände, Verrflanzen, Aufbewahrung und Samenzucht, Unkräuter, Pilze, Ungeziefer und Marktverkauf. Dann geht er ein auf die Kultur der einzelnen Gemüse: Wurzelgemüse, Zwiebeln, Kohl, Salate, Spinate, Blattstielgemüse, Hülsenfrüchte, Gurken, Küchengewürze, Frühkartoffeln, Dauergemüse (Rhabarber, Artischocken, Meerkodl, Spargel), Erdbeeren und Champignons. Alle einheimischen Gemüse sind behandelt. Ein ausführliches Nach⸗ schlageregister erleichtert die Benutzung des Buches. Der große Vorzug, der dem Buche nachgerühmt wird, ist seine wirklich praktische Brauchbarkeit. Der Verfaffer steht in der Praxis, kennt alle Methoden aus eigener Erfahrung und ist als Leiter des „praktischen Ratgebers“ seit dessen Begründung, d h. seit 19 Jabren, in der Lage, alle Wandlungen in der Praxis und Theorie zu verfolgen.

Aus dem reichen Inhalt der letzten Hefte der „Deutschen Alpenzeitung“ seien die Aufsätze „Winterbilder aus der Bauern⸗ stube des deutschen Südens“ von Marie Reinthaler, „Aus den Allgäuer Alpen“ (VI. und Schlußteil) von Th. Freiherr von Rotberg „Aus den Karnischen Alpen: Der Campanile di Val Montanaia⸗ von Paul Hübel, und „Aus dem Leben rumänischer Gebirgsbewohner von O. Ulscher hervorgehoben. Das Heft 24 ist als Kaukasus⸗ Sonderheft zu bezeichnen. Der treffliche Münchener Alpinist Hans Pfann schildert in ihm die „Erste Ueberschreitung des Uschba“. Diese von ihm mit seinen Kameraden Dr. Georg Leuchs und Ing. Distel ausgeführte Tour bedeutet in der alpinen Geschichte einen Triumph, und nicht leicht wird diese Leistung überboten werden können. Die zahlreichen Text⸗ und Vollbilder verleiben diesen Aufsätzen und damit dem letzten Hefte des 4. Jahrgangs einen erhöhten Reiz. i.

zu Clemens Brentano.