1905 / 101 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 29 Apr 1905 18:00:01 GMT) scan diff

Stabsarzt im Inf. Regt. Kaiser Wilhelm, König von Preußen Nr. 120, zum Bats. Arzt im Gren. Regt. Königin Olga Nr. 119, Dr. Helber, überzähl. Stabsarzt im Feldart. Regt. König Karl Nr. 13, zum Bats. Arzt im 4. Inf. Regt. Nr. 122 Kaiser Franz Joseph von Oesterreich, SS Ungarn.

Befördert: die Assist. Aerzte: Dr. Taute im 4. Inf. Regt. Nr. 122 Kaiser Franz Joseph von Oesterreich, König von Ungarn, zum Oberarzt mit einem Patent vom 16. März 1905, Dr. Uebel⸗ messer im Inf. Regt. Kaiser Friedrich, König von Preußen Nr. 125, zum überzähl. Oberarzt mit einem Patent vom 16. März 1905, Dr. Graf der Res. vom Landw. Bezirk Ulm, zum Oberarzt mit einem Patent vom 16. März 1905; Dr. Haug, Dr. Günzler, Unterärzte der Res. vom Landw. Bezirk Stuttgart, zu Assist. Aerzten.

Nr. 17 des „Zentralblatts für das Deutsche Reich“, herausgegeben im Reichsamt des Innern, vom 28. April, hat folgenden

Inhalt: 1) Finanzwesen: Nachtrag zur Nachweisung der Einnahmen des Reichs vom 1. April 1904 bis Ende März 1905. 2) Konsulat⸗ wesen: Ernennung; Entlassung; Exequaturerteilung. 3) Maß⸗ und Gewichtswesen: Bekanntmachung über Prüfungen und Beglaubi⸗ gungen durch die Elektrischen Prüfämter. 4) Militärwesen: Bekannt⸗ machung, betreffend Ausführungsbestimmungen über die Gewährung von Beihilfen an Kriegsteilnehmer. 5) Polizeiwesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiet.

Land⸗ und Forstwirtschaft.

Ueber den Stand der Kulturen in der Zentralschweiz schreibt die „Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift“ unterm 16. April: Nach ziemlich strengem Winter hat der Frühling, der immer ersehnte, seinen Einzug gehalten. Die Vegetation ist so weit erstarkt, daß die Grasnutzung diese Woche allgemein eröffnet wird,

nnachdem schon letzte Woche von einzelnen damit Ein besonders früher Lenz ist's nun gerade nicht, a allzufrühen Frühlinge wegen später erscheinender,

hemmender und die Obstbaumblüten

nicht gar gerne. Die Wintersaaten zu wünschen und die Frühjahrsarbeiten getreideansaaten, Kartoffelpflanzungen ꝛc. sind durch

g man sivdene en G oft zerstörender noch e lbe S das vngasht.

Wetter im März und Anfang April stark verzögert worden.

Düngung der Wiesen mit Mist und Kunstdünger war da

Witterung günstig, die Feuchtigkeit löst die P

bringt sie also zur besten Wirkung. Die Obstb

schönen Knospenansatz und ein günstiger „Blühet“ kann und

„Alle landr

Produkte finden zu guten bis hohen Preisen Absatz, und so e t.

gute Aussichten auf den Herbst eröffnen.

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sich heute für die Landwirte eine hoffnungsvolle Zukunf

Berichte von deutschen Fruchtmärkten.

Qualität

mittel gut Verkaufte

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

Menge

niedrigster

höchster *

niedrigster höchster niedrigster höchster Dovppelzentner

Am vorigen Markttage

Durch⸗ schnitts⸗ preis

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Gerste. 12,60 12,60 12,90 12,90 13,80 13,80 14,40 14,40 15,00 15,00 15,50 15,50

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Bemerkungen. Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswert auf volle Mark abgerundet mitgeteilt. Der Durchschnittspreis wird aus den unabgerundeten 32h Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende Preis nicht vorgekommen ist,

Punkt (.) in den letzten sechs Spalten, daß entsprechender? erich

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗ maßregeln.

Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankbeiten.

„Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts“, Nr. 17 he vom 27. April 1905.)

Pest.

Aegypten. In der Zeit vom 8. bis 15. April sind 2 neue und 2 Todesfälle an der Pest im Bezirk Tukh der Provinz Kal iubieh zur Anzeige gekommen.

Aden. Vom 25. bis 31. März sind an der Pest 33 Personen erkrankt (und 32 gestorben), vom 1. bis 7. April 11 (10).

Britisch⸗Ostindien. Während der am 1. April abgelaufenen Woche sind in der Präsidentschaft Bombay 3951 neue Er⸗ krankungen (und 3056 Todesfälle) an der Pest zur Anzeige gelangt, davon 793 (692) in der Stadt Bombay, 171 (151) im Stadt⸗ und Hafengebiet von Karachi, 3 (3) im Hafen von Broach und 60 (955) im Stadt⸗ und Hafengebiet von Bhavnagar.

Mauritius. Vom 3. Februar bis zum 9. März wurden auf der Insel 17 neue Erkrankungen und 11 Todesfälle an der Pest fest⸗

lt. 8 1 gestl, tisch, Südafrika⸗ In der Kapkolonie sind vom 11. bi. 18. März 2 neue Pesterkrankungen aus East London und 1 aus Port Elizabeth gemeldet worden.

Argentinien. Zeitungsnachrichten mfolge sind Mitte März zn der Hafenstadt San Nicolas (Prov. Buenos Aires) 3 Personen unter pestverdächtigen Erscheinungen erkrankt und 2 davon gestorben; auch wurden tote Ratten im Hafenviertel gefunden.

Chile. Zufolge einer Mitteilung vom 16. März sind in Antofagasta sowie in Chanaral (Prov. Atacama) mehrere Pest⸗ fälle festgestellt worden; auch in Jquique soll die Pest aufgetreten sein.

Queensland. Vom 4. bis 18. März wurden im Staate zwei neue Pestfälle gemeldet, und zwar am 6. März bei einem chinesischen Fruchthändler, welcher am Tage darauf starb, und am 9. März bei einem jungen Menschen, in dessen Wohnung kurz vorher eine pestkranke Ratte gefunden war. 1

Neu⸗Süd⸗Wales. In Sydney ist am 16. März ein Pestfall festgestellt worden, dagegen sind aus dem Norden des Staates keine Neuerkrankungen mehr gemeldet. Der Erkrankte in Sydney war in einem Frucht⸗ und Getreidespeicher am Darling Harbour beschäftigt, in dessen Umgebung seit Anfang dieses Jahres 42 pestkranke Ratten

gefunden worden sind. Pest und Cholera.

Britisch⸗Ostindien. In Kalkutta starben in der Woche vom 19. bis 25. März 570 Personen an der Pest und 68 an der

Cholera. Cholera.

Rußland. Am 14. April wurde von neuem amtlich bekannt emacht, daß innerhalb der Reichsgrenzen seit dem 24. Februar d. J. Feme Choleraerkrankungen vorgekommen sind, und daß gegenteilige Gerüchte, z. B. auf dem Dorfe Bataisk (im donischen Heeresgebiet), aus Tflis u. a. O., lediglich durch das Auftreten akuter Magen⸗ katarrhe veranlaßt worden seien, welche bei einer bakteriologischen Untersuchung des Darminhalts sich nicht als Cholerafälle erwiesen

ben. he Pocken.

Deutsches Reich. In der Woche vom 16. bis 22. April sind

insgesamt 11 Pockenerkrankungen gemeldet und zwar 1 auf der Domäne Flemendorf (Kr. Franzburg, Reg.⸗Bez. Stralsund) bei einer russischen Feldarbeiterin, 1 in Urwies (Gem. Piding, B.⸗A. Berchtes⸗ gaden, Oberbayern) bei einem italienischen Ziegelarbeiter, 1 in Simbach am Inn (B.⸗A. Pfarrkirchen, Niederbayern) bei einer aus Oesterreich zugereisten Person, 4 auf dem Rittergute Groß⸗Daber⸗ kow (bei oldegk, Mecklenburg⸗Strelitz) bei landwirtschaftlichen Arbeitern, 1l auf dem Rittergute Großfurra (Schwarzburg⸗Sonders⸗ hausen) bei einem aus Rußland zugereisten Kinde, je 1 in Aman⸗ weiler (Landkr. Metz) bei einem italienischen Arbeiter, in Ste⸗ Marie⸗aux⸗Chones (Landkr. Metz) bei einer Person, deren Er⸗ krankung auf Pockenfälle in einem französischen Grenzorte zurück⸗ zuführen ist, und in Befey (Landkr. Metz). Der für die Vorwoche aus Meggen (Gem. Göttlishofen, O⸗A. Wangen, Württemberg) als pockenkrank gemeldete Italiener ist der Krankheit erlegen.

Großbritannien. Unter der Mannschaft des am 18. März von Buenos Aires in Southampton angekommenen Dampfers „Nile“ der Royal⸗Mail⸗Steam⸗Packet Company sind 15 Pockenfälle festgestellt, nachdem ein zur Heimbeförderung in Buenos Aires an Bord gebrachter Seemann unterwegs an den Pocken verstorben war. Die pockenkranken Mannschaften, von denen 4 erst in der am 15. April abgelaufenen Woche entdeckt worden sind, wurden in das Isolierhospitalschiff des Hafens gebracht; 2 waren bis zum 15. April der Seuche erlegen.

Mauritius. Seit dem 25. Februar sind bis Mitte März in boft Louis und in einem der ländlichen Bezirke der Insel einige

ockenfälle vorgekommen.

Argentinien. Seit Mitte Januar sind in Bahia Blanca die Pocken boftig aufgetreten und haben täglich etwa einen Todesfall verursacht. Au typhöse Fieber sind dort zufolge einer Mitteilung von Mitte März häufier als sonst vorgekommen, was auf ungünstige Trinkwasserverhältnisse zurückgeführt wird.

Fleckfieber.

„Oesterreich. Nach den beim Ministerium des Innern in der

Ff vom 20. März bis 9. April eingelaufenen Anzeigen wurden in

alizien weitere 529 Erkrankungen an Fleckfieber festgestellt; von

8 tesen entfielen 2 auf Lemberg. die übrigen auf kleine Ortschaften in verschiedenen politischen Bezirken.

1j Ruß land. Zufolge einer am 19. April veröffentlichten amt⸗

ichen Mitteilung ist das Fleckfieber in der Stadt Wladimir als er⸗

loschen anzusehen.

Denguefieber

„Queensland. Zeitungsnachrichten zufolge soll während der im g- d. J. abgelaufenen warmen Jahreszeit etwa ein Drittel der 6 Einwo nerschaft von Brisbane am Denguesieber gelitten aben, und sollen merkliche Verkehrsstörungen dadurch herbeigeführt

worden sein. . Verschiedene Krankheiten. b

Pocken. Moszkau, Paris, St. Petersbur s skau, „St. g je 2, Warschau 3 Felkutte 7 Todesfälle; Paris 29, St. Petersburg 15, Warschau Wien enhäuser) 3 Erkrankungen; Varizellen: New York 149, 82 21. Erkrankungen; Fleckfieber: Moskau 6, St. Petersburg . Endesfälle: St. Petersburg 8, Warschau (Krankenhäuser) kankerankungen; Rückfallfieber: St. Petersburg 22 Er⸗ Schlemngen; Genickstarre: Beuthen 6, Reg.⸗Bez. Liegnitz, Fe Lwig, Stade je 2, New York 131 Todesfälle; Berlin 2, Reg⸗⸗ e egnitz 2, Schleswig 3, Stade 2, New York 189, Wien 2 Er⸗ Nürnbegen; epidemische Ohrspeicheldrüsenentzündung: Ber 9 Pieeovenha en 100, Wien 34 Erkrankungen; Influenza: s 16” 8 ünchen, Budapest je 2, Kopenhagen 4, London, Moskau Faaen. New PYork 15, Paris 3, Rom 6 Todesfälle; Kopen⸗ Schie 106 Erkrankungen; Lungenentzündung: Reg.⸗Bez. swig 74, Nürnberg 30 Erkrankungen; Krebs: Altona d, En 44 Todesfälle; Ankylostomiasis: Reg.⸗Bez. Arnsberg 8 9 rankungen. Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenen starb 1886 häsern und Röteln (Durchschnitt aller deutschen Berichtsorte Berlin 32 125 %0): in Borbeck Erkrankungen wurden gemeldet in Werlin 22, Breslau 35, in den Reg.⸗Bez. Königsberg 125, Trier 135, 5 8 206, in Nürnberg 44, Hamburg 48, Budapest 186, 8 penhagen 147, New York 470, Paris 240, St. Petersburg 102, ,30, Wien 481; desgl. an Diphtherie und Krupp n 4,27 %): in Stettin Erkrankungen wurden ge⸗ 88 B“ Berlin 29, im Reg⸗Bez. Düsseldorf 139, in Ham⸗ dag „Budapest 37, FFeitsgeie 51, Kopenhagen 17, London 85,

9 8 ktew Pork 317, Paris 66, St. Petersburg 49, Stockholm 38, Wien 90;

j desgl. an Keuchhusten: in Kiel Erkrankungen kamen zur Anzeige

im Reg.⸗Bez. Schleswig 51, in New York 104, Wien 35; ferner wurden Erkrankungen gemeldet an Scharlach in Berlin 27, Ham⸗ burg 24, Budapest 70, v 20, London 290, New York 224, Paris 84, St. Petersburg 48, Stockholm 42, Wien 56; desgl. an Typhus in New York 45, Paris 25, St. Petersburg 194.

Zur Bekämpfung der Genickstarre weist der Dezernent für das Gesundheitswesen beim Königlichen Polizeipräsidium in Berlin, Regierungs⸗ und Medizinalrat Dr. Nesemann auf ein Merk⸗ blatt hin, das unter Mitwirkung des Geheimen Obermedizinalrats, Professors Dr. Kirchner für den Regierungsbezirk Oppeln soeben auf⸗ gestellt worden ist und folgende Vorschriften und Angaben enthält:

1) Die epidemische Genickstarre ist eine ansteckende Krankheit, die durch das Eindringen eines belebten, unsichtbaren Krankheitskeimes, des sogenannten Meningococcus intracellularis, entsteht. -2) Die Krankheit beginnt in der Regel plötzlich mit Fieber (meist Schüttelfrost), wütenden Kopfschmerzen, Unbesinnlichkeit und häufig mit Erbrechen. Hierzu tritt in der Regel eine eigentümliche Starre in der Muskulatur des Nackens, des Rückens, der Beine und der Arme. In einer nicht geringen Zahl von Fällen tritt schon nach wenigen Tagen der Tod ein.

3) Die Ansteckung wird in der Regel durch den Nasen⸗ oder Rachenschleim der an Genickstarre erkrankten Personen bewirkt. Auch gesunde Personen aus der nächsten Umgebung der Kranken und solche, die mit diesen Personen in Berührung kommen, können die Erreger der Krankheit im Nasen⸗ oder mit sich führen und hierdurch zur Weiterverbreitung der Krankheit beitragen.

4) Enge, überfüllte und schlecht gelüftete Wohnungen begünstigen die Verbreitung der Krankheit. Arssnn. * B M. e. v⸗n.⸗ 8

5) Die Schutzmaßregeln zu ihrer Verhütung sind: Schleunige Anzeige jedes Falles von Genickstarre und Fber verdächtigen Er⸗ krankung bei der Polizeibehörde. Strenge Absonderung der Er⸗ krankten und der der Genickstarre verdächtigen Personen, oder ihre Ueberführung in ein Pee Krankenhaus, falls genügende Absonderung in ihrer Wohnung nicht möglich, oder für aus⸗ reichende Pflege nicht Frlorgt ist. Der Transport der Kranken zum Krankenhaus darf nicht in Droschken oder anderem öffentlichen Fuhrwerk erfolgen. Läßt sich dies in Notfällen nicht ver⸗ meiden, so sind die benutzten Fuhrwerke nach dem Gebrauch nach Anweisung des Kreisarztes zu desinfizieren. Die Entlassung der Kranken aus dem Krankenhause soll nur nach Ablauf der Ansteckungs⸗ gefahr erfolgen. Vor der Entlassung sind ihre Kleider zu desinfizieren und die Kranken durch Bäder zu reinigen.

Die Desinfektion der Wohnungist sofort nach Ueberführung der Kranken in ein Krankenhaus bezw. nach Ablauf der Krankheit vorzunehmen.

Gesunde Schulkinder, die mit den Erkrankten in demselben Hause wohnen, sind von der Schule fernzuhalten, bis der Kreisarzt den Schulbesuch wieder für zulässig erklärt. rs Hercmhegs mn

Die Angehörigen der Erkrankten verringern die Gefahr der Erkrankung für sich und die mit ihnen in Berührung kommenden Personen durch peinlichste Sauberkeit, namentlich der Hände, und durch desinfizierende Ausspülungen des Halses und der Nase. Hierzu gash sich 8 B. schwache Lösungen von Menthol, Wasserstoffsuper⸗ oxyd u. dergl.

Für die Pflege Genickstarrekranker sind folgende Vor⸗ schriften zu beachten:

1) Die mit der Pflege der Kranken betrauten Personen haben sich der Pflege anderer Kranker tunlichst zu enthalten.

2) Pas Pflegepersonal soll waschbare Oberkleider bezw. möglichst roße Schürzen tragen. Es soll behufs Vermeidung der Ansteckung

ch bei der Krankenpflege so stellen, daß es von den Schleimbläschen, die die Kranken beim Sprechen, Husten und Niesen von sich verbreiten, nicht getroffen werde. 1

3) Im Krankenzimmer soll das zum Reinigen der Hände Er⸗ forderliche (Waschschüssel, Lysollösung, Handtücher) stets bereitstehen.

4) Die Abgänge der Kranken (Speichel, Auswurf, Gurgelwasser) sind sofort zu desinfizieren.

5) Es ist für regelmäßige Desinfektion der von den Kranken be⸗ nutzten Taschentücher sowie Leib⸗ und Bettwäsche zu sorgen.

6) Dasselbe gilt von den Eß⸗ und Trinkgeräten, bevor sie aus dem Krankenzimmer entfernt werden.

7) Nahrungs⸗ und Genußmittel, die für andere bestimmt sind, dürfen im Krankenzimmer nicht aufbewahrt werden.

8) Vor dem jedesmaligen Verlassen der Krankenzimmer sollen die Pfleger sich Gesicht und Hände sorgfältig desinfizieren und Hals und Nase mit einem desinfizierenden Mundwasser ausspülen.

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Der internationale Gesundheitsrat in Alexandrien hat für Fer. künfte von YJamnagar (Halbinsel Khatiawar) das est⸗ reglement in den ägyptischen Häfen in Kraft gesetzt.

Handel und Gewerbe.

Der Runderlaß des französischen Generalzolldirektors an die Zollämter vom 21. Januar d. J, betreffend die Stempelung von ausländischen goldenen oder silbernen Bijou⸗ teriewaren usw. („Reichsanzeiger“ Nr. 75 vom 28. März d. J., nichtamtlicher Teil, Handel und Gewerbe), gilt einer neueren Auskunft der französischen Generalzolldirektion zufolge nur für doublierte und plattierte Bijouteriewaren, dagegen nicht für Waren, die auf anderem Wege, insbesondere im galvanoplastischen oder einem sonstigen elektrochemischen Verfahren, vergoldet oder ver⸗ silbert worden sind. Waren der letzteren Art können vielmehr nach wie vor, auch ohne mit dem Stempel des Fabrikanten versehen zu sein, nach Frankreich eingeführt werden und müssen nur den Stempel eingeprägt erhalten, bevor sie auf französischem Boden in Handel und Verkehr gebracht werden.

Als Doublé⸗Bijouteriewaren im Sinne der Bestimmungen vom 21. Januar d. J. sind auch Uhren und Uhrengehäuse aus Doublé zu betrachten.

Der Runderlaß vom 21. Januar d. J. gilt auch für Algerien, nicht aber für die Regentschaft Tunis oder für die sonstigen französischen Schutzgebiete und Kolonien.

(Aus den im Reichsamt des Innern zusammengestellten „Nachrichten für Handel und Industrie“.

Winke für den Export nach Montenegro.

Um mit Montenegro arbeiten zu können, ist es unerläßlich, einen tüchtigen Agenten an Ort und Stelle zu haben, der die zahlungs⸗ fähigen Kaufleute kennt. Wenn man mit einem unkbekannten Kunden zu tun hat, so ist es ratsam, von ihm einen Vorschuß zu verlangen, der den Zoll und die Transportspesen deckt, die Ware aber nur gegen Bezahlung des v auszuhändigen. Wichtig ist es, auch den Wünschen der montenegrinischen Kundschaft bezüglich der Verpackung Rechnung zu tragen, die Fakturen in serbo⸗ kroatischer Sprache auszustellen und für die Sendungen stets die billigsten Routen zu wählen. Wenn der Agent ehrlich ist, das Land und dessen Sitten kennt, ist ein nutzbringendes Geschäft v einlich, ohne einen solchen Agenten aber ganz unmöglich. (Handels⸗Museum,

““ Japan.

Außerordentliche Zölle und Verbrauchssteuern. Durch ein Gesetz, Nr. 1 vom 31. Dezember 1904, durch welches das Gesetz Nr. 3 vom 31. März 1904, betreffend die Kriegssteuern, abgeändert wird, sind zum Zwecke der Beschaffung der Mittel für die durch die außerordentliche Lage erforderlichen Ausgaben hauptsächlich die

Grund⸗, Gewerbe⸗ und Ein nsteuer, die Steuer auf alkoholische

Getränke, die 1. usw. erhöht worden. Bei den Einfuhrzöllen sind neue Zuschläge vorgesehen, die im allgemeinen 5 bis 10 v. H. des Werts bei fast sämtlichen, durch Vertrag nicht gebundenen Positionen des Generaltarifs betragen, soweit sie nicht schon durch das alte Kriegssteuergesetz betroffen waren. Höher ist der Zuschlag bésonders bei

von Geweben (15 bis 20 v. H.).

wollenen und 10 v. fuhrzoll auf Kokons (10 v. H.) und auf Reis (15 v. H.).

Die Bestimmungen über die Verbrauchssteuer auf andere als wollene Webewaren sind am 1. Februar 1905 in Kraft getreten,

werden.

ü Alusschreibungen. Ausnutzung von Wasserkraft in Spanien. Hermenegildo Gorria*) hat auf Antrag der Direcciön general de Cbros püúblicas in Madrid die Konzession erhalten, dem Rio Segre an

anliegenden Ortschaften zu entnehmen. (Gaceta de Madrid.)

soll am 22. Mai 1905, 11 Uhr, von der Direccion

Der erfolgreiche Bewer ertragschluß mit den Arbeiten zu beginnen. Die Verdingungs⸗ unterlagen können bei den genannten Verwaltungen eingesehen werden.

Niederlande. Eine Lieferung von Garnituren für Eisenbahnwagenkasten (garnituur voor de kasten van spoor-

Ministerie van Kolonien in ˙8 Gravenhage zur Vergebung gestellt werden. Das bestek (Nr. 392) liegt im genannten Ministertan ftell

courant.)

Der Bau der Oberleitung fürdie elektrische Straßen⸗ bahn in Utrecht soll vergeben werden. Angebote Saneg die Stadtverwaltung bis zum 5. Mai 1905 entgegen. Die Verdingungs⸗ unterlagen sind gegen Zahlung von 5 Fr. im Stadtsekretariat er⸗ hältlich. (Moniteur des Intérêts Matériels.)

Zwangsversteigerungen.

Beim Königlichen Amtsgericht I Berlin stand da Grundstück Soldiner Straße 96, dem Schlossermeister Ferd. Briese gehörig, zur Versteigerung. 6,34 a. Nutzungswert 7380 Mit dem Gebot von 38 000 bar und 80 000 Hypotheken blieb der Privatier Hermann Neisser, Kaiserin Augustastraße 81, Meistbietender.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Kols an der Ruhr und in Oberschlesien.

zeitig gestellt keine Wagen. In Oberschlesien sind am 27. d. M. gestellt 5979, nicht recht⸗ zeitig gestellt keine Wagen.

Die Berliner Maschinenbau⸗Aktiengesellschaft vor⸗ mals L. Schwartzkopff hat bei Hörup,Sonderburg auf der Insel Alsen Strandländereien erworben, um daselbst An⸗ lagen zur Erprobung ihrer Torpedos zu errichten. Der Torpedoversuchsstand, den die Gesellschaft zur Zeit in Düsternbrook

aus, da seit seiner Anlage die Tragweite der Torpedos auf das Fünf⸗ g gesteigert worden it auch bringt die lebhafte Verkehrsentwicke⸗ ung im sich. Mit der Verlegung der Station nach Hörup wird der Kieler Grund⸗ besitz der Gesellschaft verfügbar werden.

Vom oberschlesischen Eisenmarkt berichtet die „Schles. Ztg.“ u. a.: Die Feiertagswoche hat keine nennenswerten Merkmale der Ruhepause aufzuweisen gehabt, denn nicht nur die Betriebstätigkeit d. allseits am 25. d. M. wieder gleichmäßig ein, sondern auch der Abruf seitens der Fne und Fabriken hat fast ohne Unterbrechung angehalten. Die Kauflust hat, obwohl die Abschlüsse für das zweite Vierteljahr im üblichen Bedarfsumfange gebucht sind, weiter angehalten, und es sind auch wieder vielfach Zusatzkäufe in Handelseisen bewirkt worden. In der Preisrichtung haben sich keine Aenderungen vollzogen; eine Besserung in den Erlösen ist bei der letzten Verkaufsfrei .* für einen Teil des inländischen Aösehgebiete eingetreten. Für Schweiß⸗ eisen sind die Preise wesentlich bessere als im Vorjahre. Die Werks⸗ lager sind von Handelseisensorten geräumt, und auch die Händlerläger sind in manchen Sorten noch nicht in der üblichen Weise ausgestattet. Die Grob⸗ und Feineisenstrecken haben einen außergewöhnlich guten Beschäftigungsstand aufzuweisen, während die Mittelstrecken im Durch⸗ schnitt nur über einen mittelmäßigen, aber ausreichenden Arbeitsstand verfügen. Besonders flott ist die Besetzung der Bandeisenwalzwerke. Die Anforderungen in Baueisen haben einen beträchtlichen Aufschwung angenommen: insbesondere werden Materialien für den Waggon⸗, Brücken⸗, Konstruktions⸗ und Schiffsbau bestellt. Der Schienenmarkt ist nach wie vor lebhaft; die Abrufungen sind namentlich in den letzten zwei Wochen flott vor sich gegangen. Die Preislage ist fest. Auf dem Trägermarkte ist der Geschäftsverkehr der zunehmenden Bau⸗ tätigkeit entsprechend flott. Obgleich die Leistungsfähigkeit der Trägerwerke sehr gewachsen ist, und die Abladungen umfangreicher sind als im Vorjahre, so ist andererseits der Auftragsbestand durch den lebhafteren inländischen Verbrauch in letzter Zeit noch etwas ge⸗ wachsen. Die Abnehmer klagen über zu lange Lieferfristen. Auf dem Walzröhrenmarkt ist nach der auf dem gesamten Röhrenmarkt ein⸗ getretenen Preisfestigung stärkerer Bedarf hervorgetreten; besonders eilig erweisen sich die Gasrohrbestellungen. Auch die Ausfuhr in Röhren hat sich gehoben. Der Verkehr auf dem Grobblechmarkt entwickelte sich weiter gut; der Arbeitsbestand ist recht ansehnlich, und auch der Preisstand ist durch die Zentralisierung des Verkaufs auf eine verhältnismäßig befriedigende Höhe ge⸗ bracht worden, besonders, da es sich um v Qualitäts⸗ grobblechlieferungen bei den letztmonatigen Verkäufen handelte. In Feinblechen sind sowohl Fabrik⸗ wie Handelssorten flott in Ab⸗ ladung. Die Werke halten auf lohnende Preise. Die Lieferfristen lauten auf drei bis vier Wochen. Der Drahtmarkt liegt befriedigend. Der Roheisenmarkt bewegt sich in lebhaften Grenzen. Der Abruf der geschlossenen Mengen erfolgt glatt, und meist wird auf längere Zeit hinaus Verladeauftrag erteilt, um vor Knappheit gesichert zu sein. Die Nachfrage nach Gießereiroheisen ist aubedg0sbeses lebhaft bei festen Preisen.

Die gestrige Garnbörse war, laut Meldung des „W. T. B.“ aus Leipzig, ziemlich gut besucht. Die Spinner sind im allgemeinen noch gut beschäftigt, haben deshalb keine Veranlassung, die Preise herahlusehen; andererseits hoffen die Weber billiger anzukommen, halten daher mit Käufen zurück. Die Umsätze beschränken si infolge⸗ Fhen N kleinere Posten zur Befriedigung des augen licklichen

edarfs.

Laut Meldung des „W. T. B.“ betrugen die Nettoeinnahmen der Canadischen Pacificeisenbahn im Monat März 1905: 1 182 827 Dollars (331 972 Dollars mehr als i. V.). 1 London, 28. April. (W. T. B) Das Direktorium der Nobel Dynamit Trust Company schlägt vor, für das mit dem

*), Ueber den Wohnsitz dürfte die genannte Behörde Auskunft geben können. 1

aphischen Apparaten (15. v. H.), Lebens⸗ mitteln, mit Ausnahme der frischen Eier, (15. v. H.) und einer Reihe

Neu eingeführt wird, außer dem Salzmonopol, u. a. eine Ver⸗ brauchssteuer auf Webewaren mit 15. v. H. des Verkaufspreises bei H. bei allen anderen Webewaren sowie ein Ein⸗

während die über die Einfuhrzölle erst nach 6 Monaten wirksam

zwei Stellen Wasser zur Erzeugung von elektrischer Energie für 1 Zwecke der Straßenbahn Lorida⸗Puigcerda und der Beleuchtung der

Der Bau einer Markthalle in Tarrasa (Spanien) 8 general de Administracién in Madrid und gleichzeitig von dem Ayuntamiento constitucional de Tarrasa zur Vergebung gestellt

werden. Anschlag: 314 020,95 Bietungskaution: 15 701,04 er hat binnen Monatsfrist nach

wegrijtuigen) soll am 17. Mai 1905, Mittags 12 Uhr, im

und kann auch durch die Buchhandlung Mart. Nijhoff daselbst zum Preise von 5,50 Gulden bezogen werden. (Nederlandsche 18

An der Ruhr sind am 28. d. M. gestellt 19 956, nicht recht.

bei Kiel besitzt, reicht für die gegenwärtigen Bedürfnisse nicht mehr

eler Hafen Störungen im Betrieb der Versuchsstation mit

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