1905 / 103 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 02 May 1905 18:00:01 GMT) scan diff

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Ddie von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 18

des Reichsgesetzblatts enthält unter

Nr. 3128 den Zusatzvertrag zum Handels⸗, Zoll⸗ und

Schiffahrtsvertrage zwischen Deutschland und Rumänien vom Al. Oktober 1893, vom 8. Oktober/ 25. September 1904. Berlin W., den 2. Mai 1905.

8 Kaiserliches Postzeitungsamt. 8

Schwartz.

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 19 des Veich«gölrge s enthält unter

Nr. 3129 das Gesetz, betreffend die Kontrolle des Reichs⸗ haushalts, des Landeshaushalts von Elsaß⸗Lothringen und des Haushalts der Schutzgebiete, vom 21. April 1905; und unter

Nr. 3130 das Gesetz, betreffend Aufhebung des § 42 Nr. 6 des Reichsbeamtengesetzes vom 31. März 1873, vom 22. April 1905. ““

Berlin W., den 2. Mai 1905.

Kaiserliches Postzeitungsamt. Schwartz.

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Realgymnasialdirektor Dr. Steinbart in Duisburg

den Charakter als Geheimer Regierungsrat zu verleihen sowie infolge der von der Stadtverordnetenversammlung zu Crefeld getroffenen Wahl den bisherigen Ersten Buͤrgermeister der Stadt Halberstadt, Oberbürgermeister Dr. jur. Adalbert Oehler als Bürgermeister der Stadt Crefeld für die gesetz⸗ liche Amtsdauer von 12 Jahren zu bestätigen und ihm zugleich den Titel „Oberbürgermeister“ auch für das neue Amt bei⸗

1““ W16“

Ministerium für Handel und Gewerbe.

Dem Hofklempnermeister Ferdinand Albert Ludwig Thielemann in Berlin ist die Staatsmedaille für gewerb⸗ liche Leistungen in Silber und der Firma Martin u. Piltzing, Hofbildgießer in Berlin, dieselbe Medaille in Bronze verliehen

Tagesordnung für die am 25. Mai 1905 stattfindende Sitzung des Bezirkseisenbahnrats Frankfurt a. M.

I. Geschäftliche Mitteilungen. II. Neue Anträge: 8 1) Vorlage der Königlichen Eisenbahndirektion, betreffend An⸗ nahme von Gütersendungen mit durchgehenden Frachtbriefen nach Spanien und Portugal. 8 8 2) Antrag des Herrn Bürgermeisters Kraus in Hersfeld auf Her⸗ stellung einer verdeckten Ein⸗ und Ausladehalle auf Bahnhof Hersfeld. 3) Fahrplanänderungen im Sommer 1905 und Winter 1905/06. Frankfurt a. M., den 27. April 1905. Königliche Eisenbahndirektion. 1“

Thomé.

Personalveränderungen. Königlich Preußische Armee.

Offiziere, Fähnriche usw. Ernennungen, 1 rungen und Versetzungen. Im aktiven Heere. Messina, un Bord S. M. Jacht „Hohenzollern, 24. April. Brauns, Major und Bats. Kommandeur im 4. Schles. Inf. Regt. Nr. 157, vom 1. Mai d. J. ab zur Feldzeugmeisterei kommandiert. v. Kern, Hauptm. und Lehrer an der Kriegsschule in Glogau, als Komp. Chef in das 4. Schles. Inf. Regt. Nr. 157, Kuhl, Hauptm. und Komp. Chef im Inf. Regt. Herzog Ferdinand von Braunschweig (8. Westfäl.) Nr. 57, als Lehrer zur Kriegsschule in Glogau, Brunzlow, Oberlt. im Niederrhein. Füs. Regt. Nr. 39, unter Beförderung zum Hauptm., vorläufig ohne Patent, als Komp. Chef in das Inf. Regt. Herzog Ferdinand von Braunschweig (8. Westfäl.) Nr. 57, versetzt. p. Detten, Lt. im Inf. Regt. Herwarth von Bittenfeld (1. Westfäl.) Nr. 13, kommandiert zur Dienstleistung beim 1. Seebat., Schade, Lt. im Anhalt. Inf. Regt. Nr. 93, kommandiert zur Dienstleistung beim 2. Seebat., aus dem Heere ausgeschieden und in der Marineinf.,

im 1. Seebat., letzterer im 2. Seebat. an⸗

Stampe, Lt. im Inf. Regt. Graf Tauentzien von

(3. Brandenburg.) Nr. 20, zum 1. Seebataillon,

rens, Lt. im 1. Nassau. Inf. Regt. Nr. 87, zum 2. Seebat.,

zur Dienstleistung kommandiert. Schreiner, Lt. a. D.

(II Cassel), zuletzt im Inf. Regt. Herzog Ferdinand von Braun⸗

schweig (8. Westfäl.) Nr. 57, mit Patent vom 17. Januar 1896 als

Lt. der Res. des Inf. Regts. von Horn (3. Rhein.) Nr. 29 ange⸗

stellt und vom 1. Mai d. J. ab auf ein Jahr zur Dienstleistung

bei diesem Regt. mit der Maßgabe kommandiert, daß während

dieser Dienstleistung sein Patent als vom 17. April 1896 datiert an⸗ zusehen ist.

Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. Messina, an Bord S. M. Jacht „Hohenzollern“, 24. April. v. Barby,

Major a. D., zuletzt Bats. Kommandeur im Gren. Regt. König Friedrich III. (2. Schles.) Nr. 11, auf sein Eesuch mit seiner Pension ünd der Erlaubnis zum ferneren Tragen der Uniform des Königin Augusta Gardegren. Regts. Nr. 4 zur Disp. gestellt.

Im Beurlaubtenstande. Messina, an Bord S. M. Jacht „Hohenzollern“, 24 April. Noß, Lt. der Landw. Fußart. 1. Auf⸗ gebots (Schrimm), der Abschied mit der gesetzlichen Pension bewilligt.

Im Sanitätskorps. Messina, an Bord S. M. Jacht „Hohenzollern“, 24. April. Dr. Bassenge, Oberstabsarzt a. D.,

zuletzt Regts. Arzt des Hus. Regts. Landgraf Friedrich II. von Hessen⸗ Homburg (2. Kurhess.) Nr. 14, auf sein Gesuch, unter Wegfall der Aussicht auf Anstellung im Zivildienst, mit seiner Pension und der Erlaubnis zum ferneren Tragen der Uniform der Sanitätsoffiziere zur Disp. gestellt.

Beförde⸗

Angekommen:

Seine Erzellenz der Rheinbaben, vom Urlaub aus Baden⸗Baden.

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Die „Wiener Zeitung“ veröffentlicht ein Handschreiben es

Staats⸗ und Finanzminister Freiherr

erlegen sind. In der Alexanderstraße wurde eine Bombe ge⸗

Nichtamtliches Deutsches Reich b Preußen. Berlin, 2. Mai⸗ 8 Ihre Kaiserlichen und Königlichen Majestäten sind gestern nachmittag um 512 Uhr an Bord der Jacht „Hohenzollern“ von Bari nach Venedig in See gegangen

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Thetis“ am 29. April in Amoy, S. M. Flußkanonenboot „Vorwärts“ an demselben Tage in Hankau eingetroffen.

S. M. S. „Sperber“ ist am 30. April in Schanghai angekommen und geht am 3. Mai von dort nach Hongkong in See.

Der Transport

S. M. S.

der abgelösten Besatzung „Condor“ ist mit

ig von dem Reichspostdampfer

„Seydlitz“ auf der Heimreise gestern in Melbourne einge⸗

troffen und setzt heute die Reise nach Adelaide fort.

V“ Seine Majestät der König ist heute vormittag, wie „W. T. B.“ meldet, von Dresden nach Wien abgereist.

Deutsche Kolonien.

Nach einem Telegramm aus Windhuk in Deutsch⸗Süd⸗ westafrika ist, wie „W. T. B.“ berichtet, nachträglich ge⸗ meldet worden, daß im Gefecht bei Sandmund am 2. April auch der Reiter Ferdinand Rietzke, geb. am 1. September 1877 zu Angerapp, früher im Ulanenregt. Nr. 8, und im Gefecht an einer Vley östlich des Elefantenflusses, süd⸗ lich von Kowise⸗Kolk, am 7. April noch der Gefreite Gustav Könnecke, geboren am 4. Februar 1884 zu Kerstlingerode, früher im Infanterieregt. Nr. 75, gefallen ist. Gefreiter Alois Rieger, geboren am 7. Mai 1884 zu Neisse, früher im Feldartillerieregt. Nr. 21, ist am 21. April im Lazarett zu Koes an Typhus gestorben.

SPDesterreich⸗Ungarn.

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Kaisers an den Eisenbahnminister Dr. von Wittek, das dessen Versetzung in den Ruhestand genehmigt unter dem Ausdrucke voller Anerkennung und wärmsten Dankes für die vieljährige, aufopfernde und ver⸗ dienstvolle Tätigkeit, die mit der Geschichte des öster⸗ reichischen Eisenbahnwesens stets ehrenvoll verknüpft sein werde. In einem Handschreiben an den Minister⸗ präsidenten wird der Sektionschef im Eisenbahnministerium Ludwig Wrba mit der Leitung des Eisenbahn⸗ ministeriums betraut.

Der Minister des Auswärtigen Graf Goluchowski ist

gestern von Venedig wieder in Wien eingetroffen.

Frrankreich.

Die Generalräte sind gestern, wie „W. T. B.“ er⸗ fährt, ohne Zwischenfälle eröffnet worden. Einige von ihnen faßten Beschlüsse zu Gunsten der Trennung von Kirche und Staat. In Marseille wurde die Sitzung wegen der Mai⸗ feier aufgehoben.

Der Untersuchungsrichter Chenebenoit hat die Unter⸗ suchung in der Verschwörungsangelegenheit Tamburini endgültig geschlossen. Die Angeschuldigten sind dem Zucht⸗ polizeigericht überwiesen worden und werden sich wegen Ver⸗ schwörungsumtrieben und wegen von Kriegs⸗ material zu verantworten haben. 3

Rußland.

Auch der gestrige Feiertag ist, wie dem „W. T. B.“ ge⸗ meldet wird, in St. Petersburg vollständig ruhig ver⸗ laufen. Das Eingreifen der Polizeireserven war nirgends notwendig.

Nach einer Meldung der „St. Petersburger Telegraphen⸗ Agentur“ fand gestern früh in einer Wohnung des Hauses Nr. 16 der Straße „7. Kompagnie des Regiments Ismailowsky“ bei der Herstellung von Sprenggeschossen eine Explosion statt. Von den Mietern der Wohnung wurde einer leicht, der andere schwer verletzt. Eine Untersuchung ist eingeleitet worden.

In Warschau zog gestern nachmittag, wie „W. T. B.“ berichtet, eine aus 5 Arbeitern mit ihren Familien bestehenbe Menge mit 5 roten Fahnen unter Absingung revolutionärer Lieder nach dem Witkowskyplatz. Man ließ sie dort Aufstellung nehmen. Später traf eine Gardeulanen ein, die die Menge passieren ließ.

ie Ulanen blieben an den Häusern halten. Als hiernach Infanterie von der Marchalkowskastraße her anrückte, griffen die Ulanen die Menge an, und die Infanterie schoß auf sie. Die Menge machte Kehrt, die Infanterie fuhr aber fort zu feuern. Es wurden im ganzen 2 Salven und 40 ein⸗ zelne Schüsse abgegeben. Die Sanitätswache zählte 31 Tote und 15 Verwundete. Die Polizei schaffte außerdem 60 Tote und Verwundete fort, nahm 50 Verhaftungen vor und konfiszierte 2 Fahnen. In der Jerusalemstraße fand eben⸗ falls ein Zusammenstoß zwischen den Truppen und einer Volksmenge statt. Letztere gab Feuer, wurde aber durch Patrouillen zerstreut. Ein Polizeibeamter und 20 Arbeiter wurden verwundet, 25 Arbeiter getötet. Auch dort wurden mehrere rote Fahnen von der Polizei entfernt. Um 9 Uhr Abends wurde eine Bombe gegenüber dem Wiener Bahnhofe in eine vorüberreitende Patrouille geschleudert. Drei Kosaken und ein Schutzmann wurden schwer verletzt, außerdem sechs Passanten, darunter drei Frauen. Durch Schüsse, die die Truppen dabei abgaben, wurden ebenfalls mehrere Personen verwundet. Bei einem Zusammenstoß an anderer Stelle töteten Husaren vier Personen. Abends drang eine Volksmenge in eine Kronbranntweinniederlage in der Vorstadt Praga ein. Darauf gaben Truppen zwei Salven ab, wobei vier Personen getötet wurden. Zwei Soldaten wurden verwundet.

In Lodz kam es am Sonntag ebenfalls zu Zusammen⸗ stößen der Menge mit Patrouillen; dabei wurden mehrere Personen verwundet, von denen zwei ihren Wunden

tötet wurden. Gestern verließen die Arbeiter früh die Fabriken; viele Fabriken wurden darauf geschlossen. Der Straßenbahn⸗ verkehr wurde Vormittags eingestellt. Die Zahl der aus⸗ ständigen Arbeiter beläuft sich auf 75 000.

In Kalisch wurde vorgestern während einer Kirchen⸗ prozession eine Kundgebung versucht. Die Menge stürzte sich auf die Polizei und die Gendarmen, entwaffnete und insultierte sie. Eine Dragonerpatrouille wurde mit Stein⸗ würfen und Schüssen empfangen. Durch die Schüsse der Dragoner wurde eine Frau getötet. Um die Menge zu zer⸗ streuen, mußte eine ganze Schwadron aufgeboten werden.

In Minsk verlief der Sonntag im allgemeinen ruhig. Abends erfolgte beim Polizeiamt eine Explosion. Aus der Volksmenge wurde auf die feuernden Kosaken geschossen, doch wurde die Ruhe bald wieder hergestellt.

In der Kathedrale zu Baku, in der der General⸗ gouverneur und der revidierende Senator Kaminski an⸗ wesend waren, entstand, als der Ruf: „Nieder mit der Selbst⸗ herrschaft!“ erschallte und Proklamationen umherflatterten, eine Panik. Das Publikum drängte dem Ausgang zu, beruhigte sich aber bald. Die Polizei verhaftete einen Zögling der Marineschule, der zugab, die Proklamationen geworfen zu haben. b

Der bisherige Chef des Kabinetts des Ministers d Aeußern Barons de Favereau, Ritter van der Elst, ist, dem „W. T. B.“ zufolge, an Stelle des verstorbenen Barons Lambermont zum Generalsekretär des Ministeriums des Aeußern ernannt worden.

Schweden und Norwegen.

Der Kronprinz⸗Regent hatte gestern in Christiania, wie dem „W. T. B.“ gemeldet wird, zahlreiche Unterredungen mit höheren Militärpersonen und dem Präsidenten des Storthings Berner. Der Kronprinz⸗Regent wird heute abend wieder von Christiania abreisen.

Die Budgetkommission des Storthing befürwortete ein⸗ stimmig die Annahme des Gesetzentwurfs, betreffend die Aufnahme einer neuen Staatsanleihe im Betrage von vierzig Millionen w1.“

Dänemark.

In einer gestern in Store Hedinge abgehaltenen öffent⸗ lichen Versammlung sagte, wie „W. T. B.“ meldet, der Ver⸗ kehrsminister Hoegsbro: was kürzlich, besonders während der letzten Ministerkrisis, geschehen sei, habe in ihm die Ueber⸗ Fugung erweckt, es werde nicht dazu kommen, daß die Befestigung Kopenhagens bei der endgültigen Ordnung des Verteidigungswesens Dänemarks die Basis der Verteidigung bilden werde.

Amerika.

Der Präsident Quintana eröffnete gestern, wie „W. T. B.“ berichtet, die Tagung des argentinischen Kongresses mit der Verlesung einer Botschaft, in der er erklärt, er werde sich über allen Parteien halten. Der Präsident bespricht dann ausführ⸗ lich die Umsturzbewegung im vergangenen Februar, die die öffent⸗ liche Meinungeinstimmig verurteilt habe. Der Belagerungszustand werde nicht länger aufrechterhalten werden. Es heißt dann weiter in der Botschaft: Die Regierung werde der Kammer Wahl⸗ reformen und eine Regelung der Arbeiterfrage zur Prüfung vorlegen. Besonders beschäftige die firarhiekle Lage die vollziehende Gewalt. Die Stadt Buenos Aires befinde sich in blühender Lage. Die Einnahmen der Post⸗ und Tele⸗ graphenverwaltung ergäben für das Finanzjahr 1904 einen Ueberschuß von 931 000 Pesos. Die Pecleheagen zu sämt⸗ lichen Nationen seien vorzüglich. Der Präsident erklärte so⸗ dann: Die Regierung werde einen Gesetzentwurf, betreffend die fortschreitende Verringerung der Zölle und der Stempelsteuer, vorlegen. Diese Verringerung werde 5 500 000 Pesos Gold und ungefähr 2 Millionen Pesos Papier ausmachen. Die Regierung wolle ferner im nächsten Jahre einen Gesetzentwurf, betreffend die vollständige Ab⸗ schaffung der Ausfuhrzölle, einreichen und werde hoffentlich in der Lage sein, einen Gesetzentwurf, be⸗ betreffend die endgültige Festlegung des Währungs⸗ systems, vorzulegen. Die Regierung sei damit be⸗ schäftigt, den Konversionsfonds wiederherzustellen, der gegen⸗ wärtig 7 710 545 Pesos Gold betrage. Sie werde diesen Fonds, von dem ein Teil für Zwecke der Bewaffnung innerhalb drei Jahren ausgegeben worden sei, zu seiner alten Höhe bringen. Der Fonds von 30 Millionen Pesos werde völlig wiederhergestellt werden und als Sicherheit für das vor dem Konversionsgesetz ausgegebene Papiergeld dienen. Die Verhandlungen ließen auf eine Konversion der aus⸗ wärtigen Schuld unter günstigen Bedingungen hoffen. Diese Schuld habe am 31. Dezember 1904 375 772 667 Pesos Gold betragen. Das Finanzjahr 1904 schließe mit einem Ueberschuß von 27 027 306 Pesos Papier ab. Die schwebende Schuld sei am Ende des Monats auf 2 421 883 Pesos Papier und 238 262 Pesos Gold verringert gewesen. Am 27. April habe sich im 2z2e 9 eine Reserve von 1 399 003 Pesos Papier und 756 883 os Gold befunden. Die Gesandt⸗ schaft in London besitze die notwendigen Fonds für den Dienst des Julicoupons und einen Teil des Oktobercoupons. Der Präsident hebt ferner die günstige wirtschaftliche Lage hervor; 560 000 Schüler hätten die staatlichen und die Privatschulen besucht. Er werde einen Gesetzentwurf ein⸗ reichen, um die Militärdienstzeit zu beschränken. Weiter erklärte er es für dringend nötig, Torpedoboote, Torpedobootszerstörer und Panzerschiffe für der Rio de la Plata und für die Küstenverteidigung anzuschaffen. Der Präsident empfiehlt dem Parlament, einen Flottenplan zu genehmigen, der für die Er⸗ neuerung und stetige Vermehrung der Flotte innerhalb der Grenzen des Budgets sorge, und fügte inzu: „Auch wenn keine Gefahr uns bedroht, müssen wir die Vorherrschaft in Südamerika behalten. Argentinien muß notwendigerweise eine Seemacht sein.“ Die Einwanderung im Jahre 1904 habe 199888, die Auswanderung 105360 Personen betragen. Die letzte Weizen⸗, Flachs⸗ und Maisernte habe 7900 000 t ergeben, was gegenüber der vorjährigen Ernte eine Vermehrung von einer Million bedeute. Es werde ein Entwurf ausgearbeitet, der die Fabrikation der Butter, deren Ausfuhr stetig im Wachsen begriffen sei, regeln solle. 15 Goldminengesellschaften seien in der letzten Zeit gegründet worden. Im Betrieb seien 19 950 km Eisenbahn, weitere 2462 km seien im Bau, und für 7400 km. sei die Genehmigung erteilt. 9 Häfen befänden sich im Bau; der Hafen von Belgrano sei dem Handel bereits eröffnet und

worfen, die jedoch nicht viel Schaden anrichtete. Die Dra⸗ goner gaben auf das Haus, wohin sich der Bombenwerfer geflüchtet hatte, eine Salve ab, durch die drei Personen ge⸗ G

trage zur Hebung der günstigen wirtschaftlichen Lage Argen⸗ tiniens bei. 1“

als 10 Stunden 1

Viertel

11.“

Nr. 17 der „Veröffentlichungen des Kaiserlichen

Gesundbeitsamts⸗ vom 27. April 1905 hat folgenden Inhalt:

eitweilige Maßregeln gegen ansteckende Krankheiten. Desgl. gegen Pest. 3e Desgl. gegen Cholera. Desgl. gegen Pocken. Gesetzgebung usw. (Deutsches Reich.) Eisenbahnverkehrsordnung. Zigarrenarbeiter ꝛc. Viehseuchennachrichten. (Preußen.) Schafräude. (Berlin.) Futtermittel. Heilgehilfen. (Reg.⸗Bez. Hannover.) Schlacht⸗ vieh⸗ und Fleischbeschau. (Hessen.) Fleischbeschauftatistik. Vieh⸗ pulver. Schafherden. (Braunschweig.) Tierische Ansteckungs⸗ stoffe. Ansteckende Krankheiten. (Hamburg.) Genickstarre. (Spanien und Mexiko.) Freie Berufsarten. (Britisch⸗ Südafrika. Transvaalkolonie.) Heilpersonal, Arzneien ꝛc. (Canada) Viehseuchen. Tierseuchen im Deutschen Reiche, 15. April. Desgl. in Italien, 4. Vierteljahr 1204. Desgl. in Belgien, 1901 u. 1902. Desgl. in der Türkei, Jan. bis März. Zeitweilige Maßregeln gegen Tierseuchen. (Deutsches Reich,

reuß. Reg.⸗Bez. Koblenz, Kärnten, Aegypten, Kapkolonie) Ver⸗ von gesetzgebenden Körperschaften. (Deutsches Reich.) Zulassung von Oberrealschülern zu den ärztlichen Prüfungen. Preußen.) Staatshaushaltsetat für 1905 (Schluß). Vermischtes. (Preußen, Hessen, Oesterreich, Rußland.) Geheimmittel. (Eng⸗ land.) Bericht der oberen Gesundheitsbehörde, 1902/03. Geschenk⸗ liste. Wochentabelle über die Sterbefälle in deutschen Orten mit 40 000 und mehr Einwohnern. Desgleichen in größeren Städten des Auslandes. Erkrankungen. in Krankenhäusern deutscher Groß⸗ städte. Desgleichen in deutschen Stadt⸗ und Landbezirken. Witterung. Beilage: Gerichtliche Entscheidungen auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundheitspflege (Kurpfuscher, Kurpfuscherei).

Pelorglae Räar Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten.

8 Statistik und Volkswirtschaft.

Die Arbeitszeit der in der deutschen Industrie beschäftigten Fabrikarbeiterinnen.

Nachdem wir in Nr. 94 des „Reichs⸗ und Staatsanzeigers“ vom 19. April d. J. einen Ueberblick über den Umfang der Frauenarbeit in der deutschen Industrie gegeben haben, lassen wir heute einige Mitteilungen über die tägliche rbeitszeit der über 16 Jahre alten deutschen Fabrikarbeiterinnen folgen, denen wieder das im Jahre 1902 durch Untersuchungen der Gewerbeinspektoren gewonnene, im Reichsamt des Innern bearbeitete und vor kurzem unter dem Titel „Die Arbeitszeit der Fabrikarbeiterinnen“ (R. von Deckers Verlag, Berlin) veröffent⸗ lichte Material zu Grunde liegt.

Insgesamt beschäftigten in Deutschland am 1. Oktober 1902, an welchem die Erhebungen stattfanden, in den einzelnen Industriezweigen 38 706 Betriebe 813 560 Arbeiterinnen über 16 Jahre, von denen nicht weniger als 348 538 oder 42,9 % in der Textilindustrie tätig waren. Von diesen Betrieben hatten eine Arbeitszeit von 9 Stunden oder weniger: 6768 Betriebe (17,5 0%2), mit 86 191 Arbeiterinnen (10,6 % der Gesamtzahl der Fabrikarbeiterinnen), von mehr als 9 bis 10 Stunden: 18 267 Betriebe (47,2 %) mit 347 814 Arbeiterinnen (42,7 %), also insgesamt von 10 Stunden oder weniger: 25 035 Betriebe (64,7 %) mit 434 005 Arbeiterinnen (53,3 %). Mehr als 10 Stunden betrug dagegen die Arbeitszeit in 14 053 Betrieben (36,3°. 0) mit 379 555 Arbeiterinnen (46,7 %). Hiernach beschäftigten nahezu zwei Drittel (64,7 %) aller in Betracht kommenden Anlagen ihre erwachsenen Arbeiterinnen nur 10 Stunden oder noch kürzere Zeit; jedoch entfielen auf diese Betriebe nur 53,3 %, somit nicht viel mehr als die Hälfte sämtlicher Arbeiterinnen. Dagegen wurden 46,7 % der Arbeiterinnen in 36,3 % der gezählten Fabriken länger als 10 Stunden beschäftigt. Von den 379 555 Arbeiterinnen, die am 1. Oktober länger als 10 Stunden tätig waren, entfallen allein auf die Textilindustrie nahe⸗ zu zwei Drittel, nämlich 246 765, d. s. 65 %. Hinter dieser Zahl bleiben die für die übrigen Gruppen ermittelten Ziffern weit zurück. In der an zweiter Stelle stehenden Industrie der Nahrungs⸗ und Genußmittel sinkt die Zahl der länger beschäftigten Arbeiterinnen bereits auf 40 111, d. s. 0,6 % aller weiblichen Arbeitskräfte Insgesamt entfallen auf die beiden genannten Industriegruppen 75,6 %, mithin mehr als drei derjenigen Arbeiterinnen, für die eine mehr als

Ostündige Beschäftigungsdauer ermittelt worden ist, während der Rest sich auf die üdrigen Gewerbegruppen verteilt. Die Herabsetzung der Beschäftigungsdauer erwachsener Arbeiterinnen auf höchstens 10 Stunden war in den poly⸗ graphischen Gewerben bhereits fast ganz (nämlich für 96,5 % der in diesen beschäftigten Arbeiterinnen) durchgeführt; auch in der Gewerbe⸗ gruppe „Maschinen, Werkzeuge, Instrumente und Appa⸗ rate“, in der Lederindustrie und der chemischen Industrie waren über drei Viertel der Arbeiterinnen 10 Stunden oder weniger beschäftigt; in den übrigen Gruppen mit Ausnahme der Textil⸗ industrie waren drei Viertel bis etwa zwei Drittel der Arbeiterinnen länzstens 10 Stunden tätig. In der Textilindustrie dagegen überwog bei weitem die Zahl der in längerer Arbeitszeit be⸗ schästigten; nur 29,2 %, also erheblich weniger als ein Drittel der Textilarbeiterinnen hatten eine Arbeitszeit von höchstens 10 Stunden,

während für 70,8 % eine längere Arbeitsdauer ermittelt wurde, wenn auch die gesetzlich zulässige Höchstzahl von vollen 11 Stunden nur selten erreicht wurde.

In längstens neunstündiger Arbeitsdauer waren von allen Arbesterinnen, auf die sich die Erhebungen erstreckt haben, nur etwa ein Zehntel, nämlich 86 191, d. s. 10,6 %, tätig. Erheblich über dem Reichsdurchschnitt steht vor allem die für die polvgraphischen Gewerbe ermittelte Zahl; in dieser Industriegruppe, in der die Verkürzung der Arbeitszeit unter das gesetzlich zugelassene Höchstmaß bei weitem die größte Verbreitung gewonnen hat, wurden über die

älfte (51,8 %) der Arbeiterinnen nicht länger als 9 Stunden eschäftigt. Dann folgt die Gruppe „Bergbau, Hütten⸗ und Salinenwesen, Torfgräberei“ mit 24,7 % der Arbeiterinnen, die Gruppe der Bekleidungs⸗ und Reinigungsgewerbe mit 19,2 %, die 5 mit 18,7 % und die Gruppe „Maschinen, Werkzeuge, nstrumente und Apparate“ mit 17,6 % Die übrigen Industrien weichen vom Reichsdurchschnitt nur unerheblich ab; allein die Textil⸗ industrie weist auch bier besonders ungünstige Ziffern auf, in der eine 9 Stunden nicht überschreitende Arbeitsdauer nur für 2 % der Arbeiterinnen festgestellt werden konnte.

Inwieweit die am 1. Oktober 1902 ermittelten Zahlen über die Dauer der täglichen Arbeitszeit in den einzelnen Gewerbegruppen für die Zeit der Saison oder soweit die berücksichtigten Anlagen am Erhebungstage unter dem Einfluß der Saison standen für die Zeit des ruhigeren Geschäftsganges der Abänderung bedürfen, läßt sich auf Grund der vorliegenden Berichte jiffernmäßig nicht feststellen. Mit Sicherheit kann nur so viel gesagt werden, daß weitaus der größte Teil der Saison⸗ und Kampagneindustrien außerhalb der Saison mit einer Arbeitszeit von höchstens 10 Stunden auskommt, während innerhalb der Saison oder Kampagne fast durch⸗ weg volle 11 Stunden gearbeitet wird. Am stärksten ist der Einfluß der Saison auf die Beschäftigungsdauer in der Nahrungs⸗ und Genuß⸗ mittelindustrie und in den Bekleidungs. und Reinigungsgewerben. In der Industrie der Nahrungs⸗ und Genußmittel stand am Er⸗ hebungstage (1. Oktober) ein Teil der für den Weihnachtsbedarf arbeitenden Betriebe (Konditorwaren⸗, Schokolade⸗, Zuckerwaren⸗ fabriken) bereits im Zeichen der Saison, dagegen waren andere An⸗ lagen, so besonders die Obst⸗ und Gemüsekonservenfabriken, zum größten Teil bereits in die stille Geschäftszeit ü Was das Bekleidungs⸗ und Reinigungsgewerbe betrifft, so wird man annehmen dürfen, daß in den wichtigsten Gewerbe⸗ arten, namentlich in der Konfektionsindustrie, die Saison bereits begonnen, aber noch nicht ihre volle Höhe erreicht batte. In der Industrie der Steine und Erden ist in einzelnen wichtigen Bewerbearten, besonders in den Ziegeleien, die Sommerkampagne von ausschlaggebender Bedeutung, sodaß in dieser Industriegruppe eine

Arbeitszeit von mehr als 10 Stunden in weit größerem Umfange fest⸗ gestellt worden wäre, wenn die Erhebungen im Sommer stattgefunden hätten. In erheblicherem Umfange, wenn auch wesentlich geringer als in den bisher genannten Industrien, wird endlich noch die Arbeitszeit in der Textilindustrie durch die Saison beeinflußt.

In bezug auf die tägliche Mittagspause geht aus den Be⸗ richten der Gewerbeaufsichtsbeamten hervor, daß von den insgesamt gezählten 38 706 Betrieben mit 813 560 Arbeiterinnen beinahe die Hälfte, nämlich 18 330 Anlagen (47,3 %) mit 351 030 Arbeiterinnen (43,2 %) eine Mittagspause von mehr als 1 Stunde hatten. Die große Mehrzahl dieser Betriebe unterbrach Mittags die Arbeit nicht länger als 1 ½ Stunden; eine längere Ruhepause wurde nur für 4,3 % der Ar⸗ beiterinnen ermittelt. Auch hinsichtlich einer längeren Mittagspause stehen die polygraphischen Gewerbe wiederum am günstigsten da: 50,6 % aller in diesen Industriezweigen beschäftigten Arbeiterinnen hatten eine Mittagspause von über 1 bis 1 ½ Stunden und 21,4 % sogar eine Ruhezeit von über 1 ½ bis 2 Stunden. In der Textilindustrie hatten 41,7 % der Arbeiterinnen eine Mittags⸗ paufe von über 1 bis 1 ½ Stunden und 1 % eine solche von über 1 ¼ is 2 Stunden. Eine Pause von mehr als 1 stündiger Dauer wurde in nennenswertem Umfange nur in den polvygraphischen Gewerben ermittelt, in denen mehr als 1 aller Arbeiterinnen eine Ruhezeit von so langer Dauer genossen.

Aus den Feststellungen der Fabrikinspektoren ist weiter ersichtlich, daß für die Bemessung der Mittagspause die örtlichen Verhältnisse von größtem Einflusse sind. Man findet Pausen von mehr als ein⸗ stündiger Dauer besonders dort, wo die Mehrzahl der Arbeiter über Mittag die Betriebsstätte verläßt und von der Fabrik bis zur Wohnung einen weiten Weg zurückzulegen hat. Wenn jedoch die Arbeiter wie es auf dem Lande meist der Fall ist in der Nähe, der Fahrik wohnen, so übersteigt die Mittagspause in der Regel nicht die gesetzlich vor⸗ geschriebene Mindestdauer von einer Stunde. Aber auch in den Städten, besonders in den Großstädten findet sich häufig nur die einstündige Mittagspause, da hier die Entfernungen der Arbeiter⸗ wohnstätten von den Fabriken vielfach zu große sind, als daß selbst eine längere Mittagspause den Arbeiterinnen ein Aufsuchen ihrer Häuslichkeit ermöglichen könnte. In Fällen, in denen die örtlichen Verhältnisse die Arbeiter dazu zwingen, ihr Mittagsmahl außerhalb der eigenen Häuslichkeit einzunehmen, ist den Arbeitern vor allem an einer möglichst frühzeitigen Beendigung der Fabrikarbeit gelegen. Mehr⸗ fach ist daher bei den höheren Verwaltungsbehörden die Verkürzung der

vorgeschriebenen Mittagspause auf †½ oder 4 Stunde beantragt worden. sie,

Derartigen Anträgen ist vielfach unter der Bedingung stattgegeben worden, daß die tägliche Arbeitszeit 9 Stunden nicht überschreiten dürfe. So wurde z. B. in Berlin in 460 Betrieben (etwa 10 %0) mit 9100 Arbeiterinnen (etwa 14 009) bei höchstens neunstündiger Arbeitsdauer eine nur halbstündige Mittagspause eingehalten.

Ferner ist aus den Berichten der Aufsichtsbeamten hervorzuheben, daß zahlreiche Arbeiterinnen, die ein Hauswesen zu besorgen hatten, von dem ihnen auf Grund der Gewerbeordnung 137. Abs. 4) zu⸗ stehenden Recht Gebrauch machten und eine 1 ½ stündige Mittagspause von den Arbeitgebern forderten. 8

Was den weiteren Punkt, auf den die Gewerbeaufsichtsbeamten bei ihren Erhebungen ihr Augenmerk zu richten hatten, nämlich den Arbeitsschluß am Sonnabend und an den Vorabenden der Festtage betrifft, so hat die Erhebung ergeben, daß nur wenige Betriebe die Arbeiterinnen am Sonnabend und an den Vorabenden der Festtage vor 5 ½ Uhr Nachmittags entlassen Vollständige statistische Nachweisungen hierüber liegen freilich nicht vor, weil die Aufsichts⸗ beamten nur zum Teil ziffernmäßige Angaben über den früheren Arbeitsschluß gemacht haben. Immerhin umfassen die Nachweisungen über den Arbeitsschluß am Sonnabend und an den Vorabenden der Festtage 51 % aller gezählten Fabriken und 52,3 % sämtlicher Arbeiterinnen. Sie ermöglichen somit trotz ihrer Unvollständigkeit ein ziemlich sicheres Urteil über den Zeit⸗ punkt des Arbeitsschlusses im allgemeinen. Von den berücksichtigten

Arbeiterinnen hatten nur etwa ein Viertel (26,4 %) an den betreffenden Eitz 8 der geistlichen während der Minister des erschienen war. erwähnten nisters der

Tagen einen früheren als den gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsschluß, während für 73,6 % der Arbeiterinnen die Beschäftigung erst zur gesetzlich geforderten Stunde, um 5 ½ Uhr Nachmittags, aufhörte. Aus vielen Bezirken, auch aus solchen, in denen im allgemeinen ein früherer Arbeitsschluß an den hier in Rede stehenden Tagen nicht stattfindet, wird jedoch berichtet, daß an den Tagen vor hohen Festen, also vor Ostern, Pfingsten und Weihnachten, dennoch in einer größeren Zahl von Fabriken die Arbeiterinnen schon erheblich früher entlassen werden.

Oertliche Verhältnisse und Gepflogenheiten haben mehr als etwa die Eigenart einzelner Gewerbszweige zu der Einführung eines früheren Arbeitsschlusses an den Tagen vor Sonn⸗ und Festtagen geführt. Große Entfernungen der Arbeiterwohnungen von den Fabriken wirken vor allem auf einen früheren Arbeitsschluß hin. Ein erheblicher Teil der vor 5 ½ Uhr schließenden Betriebe versucht übrigens den aus dem früheren Arbeitsschlus an den betreffenden Tagen entstehenden Zeit⸗ ausfall wieder auszugleichen. Häufig fällt z. B. an jenen Tagen die sonst übliche Nachmittagspause aus, auch wird die Mittagspause gekürzt und an Sonnabenden früher mit der Arbeit begonnen. 8

Der Spar⸗, Konsum⸗ und Bau⸗Verein der Fabrik⸗ genossenschaft von P. C. Turck Wwe. in Lüdenscheid hat sich, wie die „Sozialkorrespondenz“ berichtet, im Laufe von 40 Jahren kräftig entwickelt. Die Mitgliederzahl ist von 93 auf 846 gestiegen, die 440 226 Guthaben aufweisen, während das Gesamtvermögen der Gesellschaft in Wohnhäusern usw. noch besonders 471 442 be⸗ trägt. Der Konsumverein machte im letzten Betriebsjahr einen Umsatz von 136 067 und zahlte 10 % Rückvergütung. Es ist vielleicht nicht uninteressant, zu erfahren, daß beim 5 Abschluß 135 Mit⸗ glieder ein Guthaben bis 30 ℳ, 114 von 30 75 ℳ, 139 von 75 bis 150 ℳ, 167 von 150 300 ℳ, 73 von 300 450 ℳ, 48 von 450 600 ℳ, 62 von 600 900 ℳ, 48 von 900 1500 ℳ, 26 von 1500 —- 2100 ℳ, 11 von 2100 3000 ℳ, 9 von 3000 4000 ℳ, 7 von 4000 —- 5000 und ebenfalls 7 Mitglieder ein Guthaben von

Zur Arbeiterbewegung.

In einer am Sonntag in Cöln von den vereinigten Gehilfen⸗ verbänden der Sattler einberufenen öffentlichen Versammlung der Sattlergehilfen wurde, wie die „Köln. Ztg.“ mitteilt, mit dem Ausdruck lebhafter Mißbilligung die auf die Forderung der Gehilfen eingegangene Antwort der Sattlerinnung entgegengenommen. Die Versammlung beschloß einstimmig, daß alle auf Ge⸗ schirr oder bei Innungsmeistern beschäftigten Sattlergehilfen am 1. Mai die Kündigung einreichen sollten. Die Kutscher der dortigen Taxameterfahrgesellschaft sind am Sonntagmorgen wegen Lohnforderungen teilweise in den Ausstand getreten. Nur etwa die Hälfte von ihnen war angefahren. Es haben zwischen den Ausständigen und der Tarameterfahrgesellschaft Ver⸗ handlungen stattgefunden. Nach Bewilligung aller übrigen Forde⸗ rungen handelt es sich jetzt nur noch um die Bewilligung der Lohn⸗

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In Basel legten die Schreiner die Arbeit nieder. mit Ausnahme wen nkreich

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In Wien beschlossen, wie portkutscher in vier

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T. B.“ meldet, am Sonntag abgehaltenen Versamm⸗ Transportarbeiter de in fast allen Betrieben die Arbeit eingestellt und zum Anschluß gezwungen. Gewalttaten, f rümmerten den Inhalt. Demonstrations zug nach bewilligten sofort die gestern, nach einem T

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Madrid (vgl. Nr. 102 d. Bl.) ndet angesehen.

in Chicago (vgl. Nr. 102 sei dort die Nachricht eingegang en Ausständigen Gelegenh m 10. Mai eine Petition zu daß Fuhrleute, die dem Ausstand nicht ange⸗ mit Schüssen

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Kunst und Wissenschaft.

In den Räumen der am Sonntagmittag der wie die mit ihm verbundene Röntgen⸗Vereinigu ntdeckung der Röntge wohnten Vertreter des ꝛc. Angelegenheiten sowie des

besonderem Interesse gestaltet en ersten Arbeitstag abschloß und ein getreue Röntgenverfahrens gab.

In Weimar fand Shakespeares Geburtstag verbundene

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Hofmannsth bei Shakespear

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Stand der Tierseuchen in Ungarn am 19. April 1905.

Ausweisen des Königlich ungarischen Ackerbauministeriums.)

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späten Osterfestes wegen ver⸗ Deutschen ner Königlichen Hoheit de, Professor Dr. A. Brandl⸗ und Gäste und er⸗ Bild von dem Wachstum der sellschaft gab. Den Festvortrag Die Könige und

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Portugal. eine im Diario do Govern Ministeriums des Innern buco und B (Vergl. „R

0 Nr. 93 veröffentlichte Ver⸗ 25. April d. J. ahia für rein von Beulen⸗ ust und vom 8. Dezember

Mai. (W. T. B.)

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