1905 / 123 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 25 May 1905 18:00:01 GMT) scan diff

8 8 8 8

Koe Paul), Hemisch, Bönow, Härnack, Barkow Feeiness (Hanl) Beckers, Schwineköper, Walkhoff,

den Bau der Kamerunbahn ein. Es handle sich darum, die Transport⸗ iengesel in schaftsj 2/0: 8 1899 kosten zu verbilligen und damit den zu erleichtern. Auch 2* eeeeeeeeeeeeee aus militärischen Gründen sei die Bahn notwendig, weil es gegen⸗ ahl der Schulden (An⸗ wärtig sehr schwer sei, Militär in das Innere des Landes hineinzu⸗ Ghlchoften leihen, Obliga⸗ werfen. Es sei möglich, daß die mohammedanischen Häuptlinge der tionen, Hypo⸗ 8 Haussastaaten 100 000 Mann auf die Beine bringen. Es theken) innes Aktienkapitl summe müßten deshalb rechtzeitig Vorkehrungen getroffen werden, 8— 2. um einem Aufstande vorzubeugen, der für die deutsche 84 „v. H. der mit einem 1 den Herrschaft die allerbedenklichsten Folgen haben könnte. Der Redner be⸗ über⸗ des ge⸗ solchen Velnft in über⸗ p 5 über⸗ schäftigt sich dann noch mit den Vorteilen, die die Kamerungesellschaft baupt samten abschließenden Hundert. haupt des haupt auf Grund dieser Vorlage zu erwarten hat. Millio⸗ Kapi⸗ Gesellschaften teilen des Millio⸗ esam Milli. berech⸗ Abg. Ledebour (Sor.): Daß Eisenbahnen nützlich sind, auch nen, tal. SMällienen tien, nen seten. onen, kigten in Kamerun, ist ganz zweifellos. Wenn wir gegen diese Vorlage sind, Mark vermb⸗ Mark apitals Mark ten Mark Kapitals so geschieht es, weil den Kapitalisten ganz unberechtigte Vor⸗ gens I1 teile in den Schoß geworfen werden, und weil die Landverteilung an die Gesellschaft bedenkliche Nachteile für die Kolonie haben würde. Die Kapitalisten, die den Vorteil haben, müssen auch das ganze Risiko tragen. Diese Vorlage bürdet aber den Reichssteuerzahlern nahezu das ganze Risiko auf. Ich will mit dem Vorredner nicht darüber streiten, ob es 100 000 Mann oder weniger sind, die die Häuptlinge der Haussa⸗ länder auf die Beine bringen können. Soviel steht fest, daß wir den Spekulanten nicht die Handhabe bieten sollten, die Eingeborenen auszubeuten und Aufstände hervorzurufen. Es ist auch von Missio⸗ nären darauf hingewiesen, daß die Landzuweisung in der Art, wie sie ausgeführt werden soll, einen Aufruhr herbeiführen muß. Wir stehen also vor der Möglichkeit eines Aufstandes, gegen den der Hereroaufstand das reine Kinderspiel wäre. Also selbst vom Stand⸗ 9 hörgen . hie des Perehertt aus müßte 8 öah; 88 Forloge b5 Ver 9912 ich zurückzuziehen. Nachmittags um 5 Uhr stand der Feind ommen. Vorteilhafter wäre es immerhin noch, wenn das Reich selbst 2 rre 8 E1ö ben Lang hngereäüche 12* sahecn 98 Pegfin, das 17 Meilen westlich von Fakumen liegt FB Eanee. a.nnchh Frscheinung der Vorlage Büchsenmacher vom 2. Bat. Gren. Regts. König Friebrich . Zelgehe Zolltarifs genommen werden. Das Haus sell diesen Im übrigen ist die Lage mit Ausn me kleiner Zusammen⸗ Fedentch die E die dos Reich u“ Ufr Aehern (4. Ostpreuß) Nr. 5, zum Oberbüchsenmacher bei der Gewehrfa Tarifentwurf sowie die Motivierung auf Grund des gesetzgeberischen stöße unverändert. 6 nahme des ganzen Risikos auf das Reich. Dazu kommen die Privilegien, in Danzig, mit dem 1. April d. J. Militärversuchs⸗ Initiativrechts der Abgeordneten als eingereichten Gesetzentwurf des ie den Gesellschaften durch Landkonzessionen und durch das 11. Mai. Jantzon, Bureauhilfsarbeiter beim Militärren Antrogstellers betrachten und an den volkswirtschaftlichen und Finanz⸗ Vorzugsrecht beim Bau neuer Bahnen eingeräumt werden. Die amt, zum Materialienberwalter mit dem 1. WI1“ ausschuß mit der Weisung leiten, daß diese die notwendigen Aende⸗ vorbehaltenen Landkonzessionen berechnet der Vorredner in ihrem E’ 8 rungen am Zolltarif vornehmen mögen, sodaß dieser als Werte zu niedrig und in der Kommission hat ein Mitglied Königlich Sächsische Armee. felbständiger ungarischer autonomer Zolltarif den Interessen sogar davon nur die Häͤlfte gerechnet. Für eine solche Lappalie Offiziere, Fähnriche usw. Abschiedsbewilligungen. des Landes entsprechend hergestellt werde. würde es sich gar nicht lohnen, die Kosten der Ausmessung durch gktiven Heere. 18. Mai. Demiani, Oberlt. im 1. Jäger⸗ Simonyi Semadams in der öö es erhotalichen Landmesser zu verwenden. Tatsächlich ist aber das Wertobjekt für die Nr. 12, mst Pension der Abschied bewilligt. Verbreitung der auf Auswan Frungfrohn be. Gesellschaft erheblich größer. Denn, abgesehen davon, daß die Scs HGrttaan tte! be Ankündigungen und Abschaffung der Institution der Auswanderungs⸗ Gesellschaft auf diesem Lande Plantagen anlegen kann, wird sie M ilitärjustit e Matt Huckart bevollmächtigten eingebracht. Auf Vorschlag des Präsidenten beschloß auch in der Lage sein, das Land an den Endpunkten und den übrigen Durch Allerhoͤchsten Beschluß. 8“ 1. & 88 das Haus, daß beide Anträge in der heutigen Sitzung begründet Stationen als Bauland zu boben Preisen später wieder zu verkaufen. Oberjustizrat, Oberkriegsgerichtsrat beim Gericht des XII. (1. K. S.) werden sollen. G Wir sind überhaupt prinzipielle Gegner der Landüberweisungen, weil,

nischen Regierungen, müßten diese auf die Vereinigten Staaten hören, wenn letztere es verlangen. Sie sollten ihr Haus in Ordnung halten, um den Anlaß für gerechtfertigte Klagen Europas zu vermeiden. Die Vereinigten Staaten dürften ebenso billiger Weise beanspruchen, bei den neuen Fragen, dee sich im fernen Osten erhoben haben, gehört zu werden alz Besitzer der Pbilippinen und auf Grund ihres wachsenden Handeks in Ostasien. Hinsichtlich der Meldungen über ungerechtfertigte Bes lagnahme amerikanischen Eigen⸗ tums in Venezuela erklärte Taft, die Regierung wart⸗ nur auf das Wiederzusammentreten des Kongresses, um die Tatsachen seiner Beratung zu unterbreiten.

Afien.

Amtlich wird unter dem gestrigen Datum aus Tokie gemeldet: Am Nachmittag des 21. Mai griffen ein Bataillon russischer Infanterie und sechs Schwadronen Kavallerie die nördliche Anhöhe von Chinyangpao, 10 Meilen nördlich von Weiyuanpaomen, an, wurden aber zurückgeschlagen. Am Morgen des 22. Mai gingen ein Bataillon Infanterie und drei Abteilungen Kavallerie auf den Straßen von Kirin und Taolu gegen Chienchentzu vor. Eine Kompagnie In⸗ fanterie erreichte die Anhöhe westlich vom Dorf. Wir trieben zuruck. Die feindliche Kavallexrie auf dem rechten Ufer des Liaoho begann am Morgen des 22. Mai

Heinrich Stourm, gehoren am 8. Juni 1882 zu Metz, früher . im Kürassierregiment Nr. 4, am 20. Mai im Lazarett zu Teschke, Düsterdich, Schmidt, Brunotte, Peiser, Unter⸗ 8 8

Kalkfontein an Malaria gestorben ist. apotheker des Beurlaubtenstandes, zu Oberapothekern befördert.

Freikenbaum, Dr. Schlicht, Dr. Troplowitz, Pauli, Dr.

audenheimer, iis ö 8.

Nerker, Dr. Setzer, Finck, Katsch, Oberapotheker .

ZRerssenstanbe, Feftweer. Oberveterinär der Gardelandw. Oesterreich⸗Ungarn.

2 2-1. dI Hee ega - Oberveterinär der Res. Nach Meldung des „Ungarischen gh. 8 Schweceh, Stange, Festungsbauwart der Fortifikation Danzig, dponder Bureaus, emyfing ah, n die Stunden wahrte 8 Fesl b auwart rn 18 85 2 15, , 878 8 8 Mran r Pger Rechnunzsrat, Provjantamtsdirektor in Karls⸗ Der Graf Andrassy entwickelte gemäß den letzten Beschlüssen

auf des leitenden Ausschusses das Programm der Koalition, auf Grund

n he, auf seinen Antrag zum 1. Auzust 1905 mit Penfion in den 1 der zuhte aufd versetzt. Diosegi, Oberapotheker des Beurlaubtenstandes, dessen eine Kabinettsbildung aus den Reihen der Mehrheit er⸗

Faber, H der Gardelandw. 1. Aufgebots (Karlsruhe), folgen könnte. Die Audienz ergan Besserung bes gegen⸗

der Abschied bewilligt. sätztichen Standpunktes in der Armeefrage eingetreten ist.

1 Mai. üg Referendar von der Intend. 1“ 4 88 b E1“

. 8 L11““ der Korpsintend. des Lage ist unverändert f be“

VII. Armeekorps, zum etatsmäß. Militärintend. Afsessor ernannt. gewesen. Graf Andrassy verließ gestern nachmirtag Blnd. Durch Verfügung des Generalkommandos. Oberzahl⸗ wird dem leitenden Ausschuß uͤber den Verlauf der Audienz 1 8 verf berichten. Das Kabinett Tisza muß, da über seine Ersetzung

eis id Zablmeister: a. versetzt: Quidde von der 2. Abteil. m Kal 5 2 r seine Ersetze 1“ Regts. Nr. 40, zum 3. Bat. 4. Thüring. Inf. bisher kein endgültiger Beschluß gefaßt ist, die interimistische brachte Kossuth

Regts. Nr. 72; b. infolge Versetzung zugeteilt: 8chz 83 Geschäftsführung noch kurze Zeit fortsetzen. 2., Abteil. Altmärk. Feldart. Regts. Nr. 40, Kusian der 2. Ahteil. Im unge n Abgeoꝛbteke le Mansfelder Feldart. Regts. Nr. 75. Frreer dem 8, Bat. 4. Groß⸗ einen Antrag, betreffend Ausarbeitung eines selbständigen herzogl. Hess. Inf. Regts. (Prinz Carl) j. 10. Mai. autonomen ungarischen Zolltarifs, ein. Zu diesem Zweck Durch Vexfügung der Fetgengmeisteren N 8 soll, W. T. B.“ zufolge, der 1903 von dem damaligen Handelsminister 8 Zolltarif für daꝛ öͤsterreichisch⸗ungarische

eines selbständigen autonomen un⸗

Der dividendenzahlenden Gesellschaften des Ge⸗ Dividenden⸗

Rein⸗ V Rein⸗ ge⸗ ver⸗ winn lust

Kapitalvermögen Ueberschuß

Provinzen.

a = Geschäftsjahr 1902,03

b = Geschäftsjahr 1899/1900

Reservefonds Ge⸗ samtes Aktien⸗ über⸗ V v. H. kapital haupt Amfen tals

davon dividen⸗ denzah⸗ lende in Hundert⸗

teilen

v. H des bezugs⸗

Millionen Mark

8,02 8,25 5,10 197,12 237,75 13,52 11,93 12,75

39,36 31,5 35,89 35,1 16,59 17,2 12,12 15,0 619,21 22,4 448,01 18,5 47,27 28.8 42,99 30,3 23,39 15,5 22,61 16,9 10,40 14,5 10 50 18,5 108,88 21,5 84,76 18,0 87,20 25,2 62,49 19,6 26,83 28,8 20,42 25,6 124,34 36,2 93,41 31,5 197,79 23,7 153,95 21,5 159,09 32,8 112,66 ꝑ23,9 301,45 18,2 203,48 14,4

9,84 8,38 10,21 8,89 408,53 377,51 15,10 12,05 17,51 14,74 6,88 5,38 58,36 52,86 43,86 37,15 12,13 8,76 39,79 34,03 107,81 94,21 76,83 85,86 219,75

115,06 93,89 86,23 71,71

2360,19 2048,42

148,84

130,02

132,95

119,34 65,04 51,42

448,69

418,53

301,88

281 98

8 81,08 22

26

111 ,94 262,55 726,46 622,09 408,75 384,75 1440 04 1212,78 204,24 3,27 0,01

6622,42 1026,61 5768,59 944 06

Ostpreußen

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Westpreußen

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-111,95 97,82 93,78 92,24 48,49 44,07

328,97 383,79 253,05 241,35 58,11 62,04 180,54 198,27 578,37 569,97 348,57 354,55 1115,41 1051,83

Brandenburg

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Pommern Posen Schlesien. Sachsen Schleswig⸗Holstein. Hannover. Westfalen Hessen⸗Nassau.

Rheinland

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beide Abteilungen

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Die Schlußberichte über die gestrigen Sitzungen des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Zweiten und Dritten Beilage.

In der heutigen (192.) Sitzung des Reichstags, welcher der Staatssekretär des Innern, Staatsminister Tr.

00 28 8 00 222. 00 100 00 0 —2 00 2 2 2 2200 00 2

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Staat 1902/03 1899/1900

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Armeekorps, Hauptm. der Res. a. D., infolge Ernennung zum Reichs⸗ wenn einmal das Reich sich Kolonien angeeignet hat, wo nur Ein⸗

geborenenkulturen möglich sind, die Eingeborenen nicht zu Hörigen von Plantagengesellschaften gemacht, sondern als selbständige Landbebauer herangezogen werden sollten.

Bei Schluß des Blattes spricht der Redner weiter.

militärgerichtsrat aus dem Königl. sächs. Militärjustizdienst unterm

11. Mai d. J. entlassen.

ichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 25. Mai.

Majestät der Kaiser und ETE11“ önigli Schloß zu Wiesbaden die

eute vormittag im Königlichen Schloß zu ‚den

seune an. des Chefs des Zivilkabinetts, Wirklichen Geheimen

Rats Dr. von Lucanus und des Chefs des Militärkabinetts

Grafen von Hülsen⸗Haeseler entgegen. 8

Seine

““ v“ s iner Plenar⸗ Der Bundesrat versammelte sich heute zu einer Ple a sitzung; vorher hielten der Ausschuß für Rechnungswesen sowie die vereinigten Ausschüsse für Rechnungswesen und für Elsaß⸗Lothringen Sitzungen. 1 vee“ biF

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. Svberhe auf der Reise nach der ostafrikanischen Station am 23. Mai in Colombo (Ceylon)

eingetroffen und geht am 28. Mai von

F’ .

dort nach Port Mahé (Seychellen) in See.

S. M. S. „Jaguar“ ist am 23. Mai in Nanking ein⸗ getroffen. 8

S. M. Flußkanonenboot „Vorwärts“ ist am 23. Mai in Hankau eingetroffen.

S. M. Flußkanonenboot „Vaterland“ ist gestern von Tschinkiang (Jangtse) nach Nanking abgegangen. B

S. M. S. „Panther“ ist am 23. Mai in Port of Spain I118* gr. 8 8 1 t nach (Trinidad) eingetroffen und geht am 5. Juni von dor Grenada (Kleine Antillen) in See.

S. M. S. „Bremen“ geht heute von Newport News (Virginia) nach Port au Prince (Haiti) in See.

8 8

In der Zweiten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs⸗

und Staatsanzeigers“ werden im Kaiserlichen Statistischen

Amt zusammengestellte Nachrichten über den Saaten⸗

stand im Deutschen Reiche um die Mitte des Monats Mai 1905 veröffentlicht.

Das Befinden Ihrer Majestät st, „W. T. B.“ zufolge,

„—.

daher nicht mehr aus⸗

Wiesbaden, 25. Mai. Das V der Kaiserin und Königin ist, andauernd günstig; Berichte werden gegeben.

Bayern. fand gestern nachmittag die Taufe de Seiner Königlichen Hoheit de

statt. Der Prinz erhielt, „W. T. B.; zufolge, die Namen Albrecht Luitpold Ferdinand Mi jgael. Taufpate war der Prinz Albert von Belgien. Die kirchliche

Handlung vollzog der Erzbischof Dr. von Stein.

In München jüngsten Sohnes Prinzen Rupprecht

Hamburg.

Die Bürgerschaft bezann gestern die Beratung der Senat vorlage, betreffend Aenderung des Wahlrechts 1 Für nerschaft. Die Bürgerschaftsmitglieder waren, wie „W. T, B. Bürr, dost vollzahlig er Wienen, die für das Publikum bestunmten veibf besetzt. Nachrem der Senator O’Swald bie Vorlage bearündet üns mebrere Redner für, andere gegen sie gesprochen hatten

1 I! 48 4 f 1 1“ wurde die Weiterber kung auf Montag vertagt.

Tentsche Kolonien. zSb . G st⸗ Ein Telegramm aus Windhuk in T“ afrika berichtet, dem „W. T. B.“ zufolge, daß der Reite

1

V

1 1

Regelung des Eisenbahnwesens Folge gegeben werde. n . Defizit aufweisen sollten, müßte dem durch anderweite Festsetzung der Einfuhr⸗ zölle oder durch eine Aenderung des Steuersystems be⸗ beiden Fällen müsse aber die Regierung bestrebt sein, dafür zu sorgen, daß der Handel so wenig wie

Taft erklärte weiter, der Präsident daß die Vereinigten Staaten bei der

Vorschlags, einen Zoll von seide zu erheben und die Seide lizber genießt, aufzuheben. den Vorschlag als notwendig für die Erhaltung der von Lyon; andere führen aus, daß er dem Pariser Handel schaden und einen Bruch der Handelsbeziehungen mit der herbeiführen würde.

Freitag vertagt.

23. Mai: Als eine unserer Abteilungen am 21. Mai gegen die Station Tschantufu vorrückte, wurde sie von feindlichem Gewehrfeuer aus den

Angriff vorging, räumten die Japaner die Schützengräben.

8 In der gestrigen Parlamentssitzung gab der Minister des Aeußern

Paschitsch, das Kabineit zu halten, vergeblich gewesen; der Paschits Auflösung der Skupschtina

u“ 1

8

Frankreilihbtbt.. 1 Die Deputiertenkammer begann gestern die Beratung bes 2 ½ Franct auf ausländische Roh⸗ Zollfreiheit, die die ostasiatische Mehrere Redner verteidigen Seidenindustrie

Schweiz und Japan

Die Weiterberatung des Vorschlags wurde auf

Der General Linewitsch telegraphierte unter dem

Schützengräben auf den Höhen im Rorden der Station empfangen. Als unsere Abteilung zum

In Warschau schleuderte, wie „W. . B.⸗ meldet, in der Nacht zu Mittwoch ein unbekannter Mann gegge den Polizei⸗ chef von Stedize, während dieser auf der Veranda des Russischen Klubs saß, eine Bombe und verletzte ihn schwer. Drei andere Personen erlitten leichtere Verletzungen. Der Urheber des Anschlags ist entkommen. In derselben Nacht entstand eine große Straßenschlägerei, bei der zwanzig Personen tödlich verwundet wurden. Nach einer Meldung der „St. Petersb. Telegr.⸗Agentur“ sei die Schlägerei dadurch entstanden, daß der bessere Teil der jüdischen Be⸗ völkerung das arbeitsscheue jüdische Gesindel, durch das sie sich kompromittiert fühlten, habe ausrotten wollen.

Wie dieselbe Agentur aus Baku meldet, wurde dort der Gouverneur Fürst Nakaschidze gestern durch eine Bombe getötet, ebenso ein Kosakenoffizier der zufällig am Ort des Attentats vorbeiging.

Rumäni

in Bäantwortung einer Anfrage eine a über den türkisch⸗ rumänischen Zwischenfall ab. Er führte, n as meldet, aus, der Konflikt sei nicht durch sondern durch einen Beamten, Befehle der Pforte in Widerspruch setzte. sodann eine Darstellung des Konflikts und die der Irade des Sultans der rumänischen

bei der Beilegung des Zwischenfalls gewährt. Diese Rechte sind: das Recht, Gottesdienste in rumänischer

K. K. Telegr. Korresp.⸗Bur.“ die türkische Regierung bervorgerufen, der sich mit einem Der Minister gab führte die Rechte an, die de Bevölkerurg in der Türkei

wie das „Wiener

Sprache zu zelebrieren, das Recht der Errichtung rumänischer Schulen mit eigenen Schulinspektoren und Lehrern, da Konstituierung von Gemeinden unter eigenen Bürgermeistera und das Recht der Entsendung von Delegierten in die V 1s Wilajets. Der Minister wies darauf hin, daß die erzielten Erfolge der Vereinigung aller Kräfte des Landes zu danken seien, und zollte der Haltung der Presse sowie den Parteien des Parlaments, sowohl der Mojorität als der Opposition, votes Lob. Zum Schlusse sagte der Minister, Rumänien sei dem Sultan Dank schuldig für das an den Tag gelegte Wohlwellen gegenüber der treuen Bevölkerung rumänischer Nationalität, und er dankte endlich den Großmächten. die eine große Sache unterstützt hätten. Die Erklärung des Ministers

wurde mit begeisterten Kundgebungen aufs

Serbien. 8 Wie das „Wiener K. K. Telegr.⸗Korresp.⸗Bureau“ aus Belgrad meldet, seien die Versuche des Ministerpräsidenten gewesen; König habe daher in die gewilligt. Amerika. Der Kriegssekretär Taft gab n 1 Columbus (Ohio) im republikanischen Konvent hielt, wie T. B.“ weldet, dem Vertrauen Ausdruck, daß Kongreß der Forderung des Volkes nach einer staatlichen

in einer Rede, die er in

die Einnahmen ferner ein

nn Wenn

gegnet werden. In möglich beunruhigt werde Roosevelt bestehe darauf, 8 aat Regelung von Streitfragen zwischen anderen Völkern ein⸗ greifen müßten, sobald die Monroedoctrin in Frage komme. Wenn die Vercinigten S wortlich würden für die Haltung der

mittel⸗ und südamerika⸗

das Recht der

Verwaltungsräte der

Graf von Posadowsky⸗Wehner und der Staatssekretär des Reichsjustizamts Dr. Nieberding beiwohnten, wurde zunächst eine Reihe von Petitionen, die von der Petitionskommission als nicht geeignet zur Erörterung im Plenum erachtet worden sind, ohne Debatte für erledigt erklärt. 8 Es folgte die zweite Lesung des Gesetzentwurfs, be⸗ treffend die Uebernahme einer Reichsgarantie für die Kamerun⸗Eisenbahn“ von Duala nach den Manen⸗ guba⸗Bergen. Die Budgetkommission hat nach eir⸗ gehender Beratung die Vorlage, die den 11 Millionen Reihe B des Gesellschaftskapitals von 17 Millionen eine 3 proz. Ver⸗ aeng und die Einlösung der ausgelosten Anteile mit 120 garantiert, mit großer Mehrheit angenommen, da⸗ gegen die gleichzeitig vorgelegte Bau⸗ und Betriedskonzession fürdie Leenclaesesdaznaesel he mehreren Punkten abgeändert. So soll im § 4, der die Festsetzung der Personen⸗ und Güter⸗ tarife für die ersten 5 Jahre na der Betriebseröffnung der Gesellschaft überläßt und sodann bestimmt, daß nach Ablauf dieser Zeit dem Kanzler die Normierung von Höchstsätzen frei⸗ steht, auch die Festsetzung der Mindestsätze der Aufsichts⸗ behörde vorbehalten bleiben. Im §8, der für die Gesellschaft weitergehende Vorzugsrechte für die Fortsetzung der Bahn und für den Bau einer Hafenanlage am Ausgangspunkt der Bahn statuiert, sind diese Vorzugsrechte von der Kommission, wie folgt, formuliert worden: Vorkonzession zum Weiterbau oder jum Bau von Anschluß⸗ bahnen dürfen nur nach Anhörung der Kameruneisenbahngesel⸗ schaft bewilligt werden und bedürfen der Genehmigung durch den Icha 8o Bahnbau durch das Reich oder die Kolonie finde vorstehende Bestimmungen keine Anwendung. 1 Die Gesellschaft hat ein Vorzugsrecht für den Bau einer Hafen⸗ anlage am Ausgangspunkte der Bahn mit der Maßgabe, daß die zu schaffende Hafenanlage, soweit sie nicht für die Zwecke der Eisenbahn erfordert wird, dem öffentlichen Verkehr freizugeben ist Etwaige Zweifel über die Benutzung entscheidet der Reichskanzla. Im § 11 sind die Landgerechtsame der Gesellschaft, wie olgt, gestaltet worden: fela ve Gesellschaft ist berechtigt, sich längs der Bahn Land naqʒ Maßzabe folgender Bestimmungen anzueignen: Ein zu beida Seiten der Bahn sich je zwei Kilometer ausdehnender Streifen Land ist in Blocks von je 2 km Tiefe und Breite einzuteilen Innerhalb der Hälfte dieser Blocks, die so auszuwählen sind daß die drei Blocks an den Berübrungsseiten der ausgewählter Blocks frei bleiben, hat die Gesellschaft das Recht, sich die jenigen Grundstücke anzueignen, die sich entweder kraft einez privaten oder öffentlich rechtlichen Titels im Eigentum des Schuß⸗ gebietes befinden, oder als herrenlos seinem Aneignungsrect unterstehen. Der Reichskanzler ist befugt, Abänderungen in da Abgrenzung der zur Bodenzuteilung an die Gesellschaft bestimmtm Blocks zu genehmigen. Die Gesellschaft. soll ferner berechtigt sein, im Umkreise von 50 km vom Endpunkt der Bahn von iht selbst auszuwählende Ländereien bis zu einem Flächeninhalt voꝛ 10 000 ha, unter denselben Voraussetzungen innerhalb 15 Jahren vc der Konzessionserteilung sich anzueignen. Die Aufsichte behörde ba die Fristen zu bestimmen, innerhalb welcher bei Verlust der Land⸗ gerechtsame die Kultivierung der Landblöcke begonnen werden muß. (Letztere Bestimmung ist Zusatz der Kommission)

der

der

Staaten Europa gegenüber verant⸗

Dem § 12, der der Gesellschaft noch besondere Bergwerke⸗ gerechtsame (Ueberweisung bis zu 80 000 ha Land . ausschließlichen Aufsuchung und Gewinnung von Mineralien) verleiht, ist bezüglich des Beginns der Schürfung ein gleichat Vorbehalt hinzugesetzt worden. 8

Wn n LPle Lattmann und Raab (wirtsch. Vgg⸗ ist beantragt den Eingang des § 11, wie folgt, zu fassen:

„Die Gesellschaft ist berechtigt, sich längs der Bahn, nachden die Juweisung von ausreichenden Reservaten nach Ver⸗ handlung mit den Eingeborenen an diese erfolgt ist, na Maßgabe folgender Bestimmungen Land anzueignen usw.

Die Kommission hat außerdem folgende Resolution

ngenommen:

8 „den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, zur Prüfunz der Rechte und ker Pflichten und der bisherigen Tatigkeit der Land⸗aund. Berh⸗ werksgesellschaften in Kamerun eine Kommission zu berufen, welcher vom Reichstag zu wählende Mitglierer des Reichstags un⸗ koloniale Sachverständige zuzuziehen sind. Der Herr Resche kanzle wird ersucht, den Bericht der Kommission den gesetzgebenden Körper⸗ schaften mit Vorschlägen zur Beseitigung etwaiger Mißstände me zuteilen.“

Zum § 1 des Konzessionsentwurfs weist der .“ Abg. Schwarze Lippstadt (Zentr., sehr schwer verständlich zunächst die Vorwürfe zurück, die der „Reichsbote“ dem Zentrii in bezug auf diese Vorlage gemacht habe, und tritt dann su

Statistik und Volkswirtschaft.

Das Geschäftsergebnis der Aktiengesellschaften in den

preußischen Landesteilen für 1902/03 und 1899/1900. Unsere bisherigen Ausführungen über die Aktiengesellschaften in Preußen bezogen sich auf die Kapitals⸗ ¹) sowie die Gewerbegruppen ²) und beschränkten sich auf das Geschäftsjahr 1902/03. Heute sind wir in der Lage, mit der Darstellung der Verteilung der Gesellschaften auf die einzelnen Gebiete der Monarchie vergleichsweise die Mitteilung einiger Ergebnisse der Statistik für 1899/1900 zu verbinden.

Was zunächst die Veränderungen im Bestande der Gesellschaften und ihres Aktienkapitals betrifft, so gerieten von den für 1899/1900 ermittelten Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien bis 1902/03 36 mit 49,89 Millionen Mark Aktienkapital in Konkurs; 125 mit 73,87 Mill. Mark traten in Liquidation oder lösten sich ohne eine solche auf; 9 mit 2,73 Mill. Mark wurden in Gesellschaften mit beschränkter Haftung umgewandelt; 25 mit 78,99 Mill. Mark gingen durch Fusion in anderen Gesellschaften auf; eine mit 0,26 Mill. Mark verlegte ihren Sitz nach einem anderen Bundes⸗ staate, und 3 mit 1,35 Mill. Mark veröffentlichten bisher für 1902/03 keine Bilanz, sodaß also für dieses Jahr ins⸗ gesamt 199 Aktiengesellschaften mit 207,09 Mill. Mark Aktienkapital in Fortfall kommen und somit 2245 mit 5561,50 Mill. Mark verbleiben. Hierzu kommen 301 neugegründete Gesellschaften mit 406,04 Mill. Mark und 8 mit 5,36 Mill. Mark schon früher bestehende, die ihren Sitz nach Preußen verlegten. Danach ergibt sich für 1902/03 ein Bestand von 2554 Aktiengesellschaften mit 5972,90 Mill. Mark Aktienkapital. Letzteres beträgt aber tatsächlich 6622,42 Mill. Mark, sodaß sich also der Ueberschuß der Kapitalserhöhungen über die Herab⸗ setzungen bei den alten Gesellschaften auf 649,52 Mill. Mark beläuft. Es hat demgemäß die Zahl der Aktiengesellschaften um 4,5 v. H., das Aktienkapital um 14,8 v. H. zugenommen. Wenngleich sich auch der Reservesonds, der andere Teil des Kapitalvermögens, um 8,7 v. H. vermehrt hat, ist doch im Vermögensbestande eine Verschlechterung eingetteten, da die Schulden um 35,2 v. H. gestiegen sind, und sich nfolgedessen die Kapitalverschuldung überhaupt um 3,6 Hundertteile vergrößert hat. Der Reservefonds ist im Verhältnis zum Kapital kleiner geworden. Dies wird wohl mehr auf die Neugründungen und Kapitalserhöhungen, denen kein oder nur ein geringer Reservefonds gegenübersteht, als auf den wirtschaftlichen Niedergang seit Mitte 1900 zurückzuführen süin. Letzterer zeigt sich vor allem in dem um ein starkes Sechstel verkleinerten Reingewinn und in dem fast um das Doppelte gestiegenen Reinverluste aller mit einem solchen ab⸗ schließenden Gesellschaften, sodaß auch der Mehrgewinn im Verhältnis zum gesamten Aktienkapital bedeutend gesunken ist. Außerdem hat sich das dividendenberechtigte Akrienkapital, das absolut gewachsen ist, im Verhältnis zum übrigen erheblich verringert, ebenso der Dividenden⸗ prozentsatz.

Was nun die Aktiengesellschaften in den einzelnen Landesteilen anlangt, so stand im Jahre 1902/03 hinsichtlich ihrer Anzahl Rhein⸗ land obenan; es folgt der Stadtkreis Berlin, welcher binsichtlich des Aktienkapitals die Rheinprovinz bedeutend übertrifft. Abgesehen von Hohenzollern, bat Posen die wenigsten Gesellschaften und das geringste Kapital. Während in letzterer Provinz und in Hessen⸗Nassau seit 1899,/1900 die Zahl der Gesellschaften dieselbe geblieben ist, ist sie in Brandenburg und Pommern gesunken, in den übrigen Provinzen aber gestiegen. Das Aktienkapital zeigt überall eine Erhöhung, und zwar um rund 312 Mill. Mark in Berlin, um 227 im Rheinland und um 104 in Westfalen. Auch bei dem Reservefonds bemerken wir in allen Landesteilen außer in Hessen⸗Nassau absolut eine Vermehrung, im Verhältnis zum Aktienkapital aber eine solche nur in Brandenburg, Pommern, Posen, Schlesien, Sachsen, Schleswig⸗ Holstein und Hannover, sonst eine Verminderung. Die stärkste Verschul⸗ dung weisen 1902 die Aktiengesellschaften in Hannover, Hessen⸗Nassau und Ostpreußen auf. In Ostpreußen ist sie seit 1899/1900, in welchem Jahre diese Provinz hier die erste Stelle behauptete, erheblich zu⸗ rückgegangen, noch mehr in Posen, in geringerem Maße in Branden⸗ burg und Pommern. Die Folgen des wirtschaftlichen Niedergangs von 1900 finden wir in allen Provinzen. So ist überall der Mehr⸗ gewinn im Verhältnis zum gesamten Aktienkapital gesunken, ebenso das dividendenberechtigte Kapital mit Ausnahme desjenigen von Brandenburg, wo keine Veränderung eingetreten ist und seine Verzinsung.

Aus diesen Ausführungen dürfte noch mehr als aus den früheren

die Bedeutung der Akziengesellschaftsstatistik namentlich für die Be⸗

I“ der wirtschaftlichen Lage in den einzelnen Jahren hervor⸗ hen.

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Eine stark besuchte Mitgliederversammlung der Berliner Stukkateure (vgl. Nr. 118 d. Bl.) gab, der „Voss. Ztg.“ zufolge, gestern abend dem zwischen den beiderseitigen Kommissionen vor dem Einigungsamt abgeschlossenen Tarifvertrag ihre Zustimmung. Die Arbeit sollte heute wieder aufgenommen werden.

Der Arbeitgeberverband der Zigarettenindustrie in Dresden, dem 24 Fabriken angehören, macht, wie die „Voss. Ztg.“ erfährt, bekannt, er werde sämtlichen zum Tabakarbeiterverband ge⸗ hörigen Arbeitern und Arbeiterinnen, die sich nicht bereit erklären, aus dem Verbande bis zum 27. Mai auszutreten, an diesem Tage kündigen.

In Leipzig beschloß, demselben Blatte zufolge, der Bau⸗ arbeitgeberverband, auf sämtlichen Bauten die Arbeit ruhen zu lassen, falls die Bauhilfsarbeiter die über eine Anzahl Bauten verhängte Sperre nicht ufheben. Betroffen würden gegen 6000 Arbeiter (vgl. Nr. 119 d. Bl.).

In Nürnberg sind, wie die „Frkf. Ztg.“ meldet, da die Bäcker⸗ meister die über die bisberigen Zugeständnisse hinausgehenden For⸗ derungen der Gesellen ablehnten, gestern 200 300 Bäckergehilfen in den Ausstand getreten.

In Mannheim haben nach demselben Blatte die zwischen den Brauereien und der Brauerorganisation geführten Tarif⸗ verhandlungen zu einer Einigung geführt. Am Dienstag wurde vor dem Gewerbegericht der Lohntarif unterschrieben.

Zur Lohnbewegung der Maurer in Heilbronn (vgl. Nr. 121 d. Bl.) erfährt die „Frkf. Ztg.“, daß in einer am Dienstag ab⸗ gehaltenen Versammlung mit den Arbeitgebern ein Uebereinkommen dahin getroffen wurde, daß der Stundenlohn durchweg um 2 erhöht wird und sich nun zwischen 38 und 44 bewegt. Im nächsten Jahre soll eine weitere Erhöhung um 2 A folgen.

Aus Troppau wird dem „W. T. T.“ telegraphiert: Die Arbeiter der Brückenbauanstalt der Witkowitzer Eisen⸗ werke, ungefähr 600 Mann, sind in den Ausstand getreten. Sie forderten eine Lohnaufbesserung von 25 %. Die eingeleiteten Unter⸗ handlungen scheiterten.

Der Ausstand der Gasarbeiter in Budapest (vgl. Nr. 122 d. Bl.) wurde, wie der „Frkf. Ztg.“ telegraphiert wird, durch Be⸗ willigung der Forderung der Arbeiter gütlich beigelegt.

Wie dem „W. T. B.“ aus Stockholm gemeldet wird, hat der ehemalige Minister des Aeußern von Lagerheim seine Vermitte⸗ lung im Baugewerbekonflikt (vgl. Nr. 118 d. Bl.) angeboten. In einer von ihm einberufenen Versammlung der Arbeitgeber und Arbeiter einigte man sich dahin, daß neue Verhandlungen aufgenommen werden sollen. Zum Ausstand der dortigen Straßenreiniger (vgl. Nr. 122 d. Bl.) erfährt dasselbe Bureau, daß sich gestern morgen eine Menge Freiwillige zu den Straßenreinigungsarbeiten meldete, darunter jüngere und ältere Studenten, Schiffskapitäne sowie auch weibliche Studierende und weibliche Bureauangestellte. Einem Studenten, der einen Wasserwagen führte, folgte eine vierhundert Köpfe zäblende Volksmenge, die später von der Polizei zerstreut wurde.

Die Eisenbahnarbeiter auf den Linien Madrid Sara⸗ gossa und Madrid —Alicante sind, dem „W. T. B.“ zufolge, wegen Herabsetzung der Löhne in den Ausstand getreten.

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Kunst und Wissenschaft.

In der Pfingstwoche findet in Danzig der XV. Deutsche Geographentag statt. Am ersten Beratungstag (13. Juni) steht als Thema „Die deutsche Südpolarexped'ition“ auf der Tagesordnung, zu dem u. a. auch der Professor Dr. von Drygalski sprechen wird. Ferner wird das Thema „Schulgeographie“ behandelt werden. Am zweiten Tage wird über „Vulkanismus“ und über „Morphologie der Küsten und Dünenbildung“, am dritten über „Landeskunde Westpreußens und des Nachbargebiets“ verhandelt. Als Ausflüge sind geplant eine Fahrt durch das Weichsel⸗ tal von der russischen Grenze bis ins Mündungsgebiet und Touren auf die Nehrung, die Elbinger Höhen, zum Oberländischen Kanal und nach den Radauneseen. Mit der Tagung ist eine geographische Aus⸗ stellung verbunden. Anmeldungen sind an den Generalsekrelär des Ortsausschusses, Professor von Bockelmann, Danzig, Langgasse 56, zu

Der Staatshaushalt und die Finanzen Preußens, unter Benutzung amtlicher Quellen bearbeitet von O. Schwarz und Dr. jur. G. Strutz, Geheimen Oberfinanzräten und vortragenden Räten im Finanzministerium. Lieferung 4—10: Band I: Die Ueberschußverwaltungen, 7. Buch: Die Eisenbahnverwaltung, 8. und 9. Buch: Die direkten und die indirekten Steuern; Band II. Die Zuschußverwaltungen, 2. und 3. Buch: Landwirtschaftliche Verwaltung und Gestütverwaltung, 4ü. Buch: Handels⸗ und Gewerbe⸗ verwaltung, 5. Buch: Bauverwaltung, 6. Buch: Ministerium des Innern, 7. Buch: Kleinere Etats (Staatsministerium Zeughaus. Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten, Ober⸗

)) Vergl. Nr. 10 des „Reichs⸗ und Staatsanzeigers“ vom 12. Ja⸗ nuar 1905. ²) Desgl. Nr. 57 vom 7. März 19059. 1b

rechnungskammer, Geheimes Zivilkabinett, Staatsarchive, General⸗

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ordenskommission, Gesetzsammlungsamt, Reichs⸗ und Staatsanzeiger),. 8. Buch: Finanzministerium, 9. Buch: Justizverwaltung; Band III: Dotationen und allgemeine Finanzverwaltung usw., 1. Buch: Oeffentliche Schuld, 2. Buch: Die beiden Häuser des Landtags, 3. Buch: Allgemeine Finanzverwaltung, mit einem Anhang: Formelle Ordnung des Staatshaushalts, Nach⸗ träge, Sachregister. Berlin, J. Guttentag, Varllagsbuch⸗ handlung. Bei der eingehenden Besprechung der Lieferungen 1 bis 3 dieses umfangreichen Werkes, die vom ersten, den Ueber⸗ schußverwaltungen“, d. h. denjenigen Verwaltungszweigen, die dazu bestimmt sind, der Staatskasse Reinerträge zuzuführen, gewidmeten Bande Buch 1 bis 6, die Domänen⸗ und Forstverwaltung, die Berg⸗,

ütten-, Salinen⸗ und Bernsteinverwaltung, die Seehandlung, die Lotterie⸗ und die Münzverwaltung behandelnd, und vom zweiten, die „Zuschußverwaltungen“ darstellenden Bande das von der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinalverwaltung handelnde Buch 1 enthielten, haben wir den hohen Wert eines Werkes betont, das ein erschöpfen⸗ des Bild von der finanziellen Bedeutung und Entwicklung der einzelnen Zweige der Staatsverwaltung bietet. Inzwischen sind die eingangs aufgeführten weiteren Teile des Werkes erschienen, das nunmehr abgeschlossen vorliegt. Es ist nach den bei Aus⸗ arbeitung der ersten Läeferungen beobachteten, seinerzeit aus⸗ führlich mitgeteilten Gesichtspunkten fortgesetzt und so ein Werk zustande gekommen, das geeignet ist, für weitere Kreise das Material für das Verständnis und eine zutreffende Beurteilung der Finanzen des preußischen Staats und seiner Finanzverwaltung zu geben. Die Verfasser haben ihre schwierige Aufgabe in verhältnis⸗ mäͤßig kurzer Zeit geradezu glänzend gelöst. Das Werk enthält eine Art Kommentar zum preußischen Staatshaushaltsetat, und die Dar⸗ stellung folgt deshalb auch der Anordnung des Etats, sodaß derjenige, der sich nur mit einem einzelnen Zweige der Staatsverwaltung be⸗ fassen will, die für ihn in Betracht kommenden Angaben vollständig in dem betreffenden Bande zusammengestellt findet. Im übrigen er⸗ leichtert auch ein ausführliches Sachregister das Zurechtfinden in dem Werke, soweit einzelne Gegenstände nicht an der Stelle behandelt sind, an der sie der Leser sucht. Fin derartiger Kommentar, für jedes Budget wertvoll, ist für den preußischen Staatshaushalt um so mehr ein Bedürfnis, weil die Anordnung des Etats im Laufe der Zeiten vielfache Aenderungen erfahren hat und viele Posten in Umfang und Bedeutung durch Ge⸗ setzes⸗ und Organisationsänderungen, Gebietserwerbungen usw. beein⸗ flußt worden sind, die berücksichtigt werden müssen, wenn man sich zurecht finden soll. Deshalb ist auch jedem Buche eine Darstellung der geschichtlichen Entwicklung des betreffenden Verwaltungszweiges vorauegeschickt, die in jeder Hinsicht von großem Werte ist und ebenso wie der im dritten Bande enthaltene zusammen⸗ fassende Rückblick über die gesamte Finanzverwaltung ersehen läßt, welche bedeutenden Leistungen auch auf finanziellem Gebiete Preußen im Laufe der letzten 50 Jahre zu machen hatte. Es ist nicht möglich, hier auf den reichen Inhalt der einzelnen Bände auch nur im allgemeinen einzugehen, doch möchten wir auf den im dritten Bande enthaltenen Abschnitt über die finanziellen Beziehungen Preußens zum Reiche aufmerksam machen. Diese Ausführungen sind auch für diejenigen beachtenswert, welche die Auffassung des Verfassers (Gebeimen Oberfinanzrats Schwarz), daß die Matrikularbeiträge allerdings in verbesserter Form auch für die Zukunft aufrecht zu erhalten sind, nicht teilen wollen. Schließlich sei noch hervorgehoben, daß die zahlreichen und umfassenden, den einzelnen Büchern als Anlagen beigegebenen statistischen Tabellen ein reichhaltiges Material enthalten, das nicht auf die Finanzver⸗ waltung besckränkt ist, sondern auch über verschiedene andere für die Verwaltung wichtige Gegenstände Aufschluß gibt, z. B. über die Scheidung der Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis, die Zahl und Frequenz der Lehranstalten, den Umfang des Personen⸗ und Güterverkehrs usw. Wird das Werk von Zeit zu Zeit durch Nach⸗ träge ergänzt, so wird es um so mehr dauernden Wert behalten als einzelne Teile von ihm, wie z. B. die geschichtlichen Ausführungen, ohnehin nicht veralten können.

Monatsschrift für Kriminalpsychologie und Straf⸗ rechtsreform, unter ständiger Mitwirkung von Dr. Alfred Kloß, Staatsanwaltschaftsrat in Halle a. S., Dr. Karl von Lilienthal, ord. Prosessor der Rechte in Heidelberg, und Dr. Franz von Liszt, ord. Professor der Rechte in Berlin, herausgegeben von Professor Dr. med. Gustav Aschaffenburg in Cöln a. I. Jahrgang (April 1904 bis März 1905). VIII und 804 Seiten. Heidelberg, Karl Winters Universitätsbuchhandlung. Preis 20 Die An⸗ schauungen von Recht und Unrecht, von dem Wesen des Verbrechens und der Natur des Verbrechers, von den Wirkungen der Strafe auf den Einzelnen und die Gesamtheit haben im Laufe der Jahre erhebliche Wandlungen erfahren. Allenthalben sind neue Fragen aufgetaucht, die der Beantwortung noch harren, Ge⸗ danken, die erst noch ausreifen müssen, bevor sie nutzbringend ver⸗ wertet werden können. Immer mehr drängt sich die Notwendigkeit hervor, die Prophylaxre des Verbrechens auszubilden, die Jugendlichen zu schützen, den dauernden Rückfall zu verhindern. Die Umgrenzung des Begriffs der verminderten Zurechnungsfähigkeit und mehr noch die Schwierigkeit der Lösung der Frage, in welcher Weise der Staat sie behandeln, ihre Gefährlichkeit beseitigen kann, nimmt in wachsenden

Evb. RMh.