Kolonien.
ch⸗Südwestafrika wird, dem daß am 9. Juni bei Atis Gerhard von Versen, ge⸗ Lötzen, gefallen, der Ober⸗ oren am 4. August 1874 zu rden und der Reiter Jakob Juli 1883 zu Neuried, am Kalkfontein an Typhus ge⸗
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Kommerzienrat Gustav Goecke in Montwy, Kreis rakter als Geheimer Kommerzienrat, Louis Levin in Berlin und dem Kauf⸗ Charakter als
Aus Windhuk in Deuts „W. T. B.“ zufolge, berichtet, westlich von Schlip der Leutnant boren am 30. Dezember 1880 leutnant Hans Krüger, ge Straßburg leicht verwundet wo Proschberge 27. Juni im storben ist.
Hohensalza, den Cha
dem Kaufmann mann Benno Orenstein ebendaselbst den Kommerzienra
geboren a für Seine Kaiser⸗ zarett zu
nigliche Hof legt heute Erzherzog Joseph
igliche Hoheit den
iche und Kön ch die Trauer auf acht Ta
von Oesterreich schließlich den 21. d. M. — an.
Berlin, den 14. Juni 1905. eremonienmeister Eulenburg.
Oesterreich⸗Ungarn.
zufolge hat Prinz Philipp von auf einem Jagdausfluge in en Sturz über einen Baum⸗ chienbein erlitten, die er anfangs n jedoch gegenwärtig zwinge, das ch sei der Prinz behindert, an der Leopold von Hohenzollern teil⸗
dem „Fremdenblatt“ Sachsen⸗Coburg und Gotha der Nähe von Ebenthal dur stumpf eine Verletzung a nicht beachtet habe, die ih immer zu hüten. Leichenfeier für den Fürsten
Wie die „Neue Freie Presse“ Vorsitze des Barons Féj das neue ungarische Das Ministerium gespan Kristoffy, Staatssekretär Voeroe steller Andreas György, Obergespan Georg Ministerialrat Lanyi, das Honved major Bihar und das und Dalmatien Kovacivic. Féjérvary, der auch das führen wird, trägt außer inanzministerium, opovies unterstellt ist.
Frankreich.
Die Deputiertenkammer hat gestern, mit 305 gegen 177 Stimmen Artikel betreffend Trennung der Ki Nach diesem Artikel werden den zur Verfügung gestellt, und zwar den Jahre, den Erzbischöfen und darin die Obliegenheiten der Geistli Woh nungen geregelt. Der nationalistische der Kammer mit, daß er d itik zu interpellieren wünsche. Die radikale Linke der Deputiertenkamm dem Ministerpräsiden
legenheiten. an dem Gymnasium zu
st zum außerordentlichen Professor niversität zu Marburg
Ministerium der geistli Medizinalange
Oberlehrer Dr. Albert Brackmanni in der philosophischen Fakultät der 1 ernannt worden.
Am Schullehrerseminar Cramer aus Fritzlar und
am Schullehrerseminar in als ordentlicher Seminarlehrer angestellt worden.
meldet, wurde unter dem ls Ministerpräsidenten Ministerium folgendermaßen ge⸗ des Innern übernimmt der Ober⸗ Handelsministerium der ehemali s, das Ackerbauministerium der Schri das Unterrichtsministerium der das Justizministerium der j ministerium der General⸗ Ministerium für Kroatien, S Der Ministerpräsident Baron Ministerium am ch die Verantwortung für das das der Leitung des Staatssekretärs
érvary a
in Usingen der Pfarrer
Düren der Lehrer Helmonds
Ministerium der öffentlichen Arbeiten.
Bekanntmachung. “ d der durch Artikel III der Allerhöchsten Kon⸗ ber 1901 mir erteilten Ermächti⸗ der Kerkerbachbahn⸗Aktien⸗ ollendung und Inbetrieb⸗ von Heckholzhausen nach Rollbahn nach Lahr gesetzt ist, er Gesellschaft weiter bis
Auf Grun zessionsurkunde vom gung wird die gesellschaft
Hoflager
rist, welche
Bahnstrecke lingen mit einer ge eines begründeten Antrags d 1. Oktober 1905 verlängert. Berlin, den 9. Juni 1905.
8 Der Minister der öffent von Budde.
Hintermei
wie „W. T. B.“ be⸗ 12 des Gesetzentwicfs, vom Staat, angenommen. Geistlichen unentgeltliche Wohnungen Pfarrern und Vikaren auf fünf uf zwei Jahre; ferner werden chen für die Instandhaltung dieser
lichen Arbeiten.
Bischöfen a
Deputierte Archdeacon teilte dem Bureau
Tagesordnung i . von teil Bure ie Regierung über die auswärtige
am 21. Juni 1905, Vormittags Bromberg stattfindende 2 Bezirkseisenbahnrats für berg, Danzig un
Mitteilungen. Aufhebung des für russischen Zucker nach
er Mehl⸗ und Getreidetarife. Anhalten des Zuges 136 in Lindenau. Verlegung eines Zugpaars auf der Stre Abänderung des Fahrplans der Züge Königsberg —Labiau-—Tilsit. Einlegung eines Personen Insterburg.
1 11 Uhr, 3. (ordentliche) Sitzung des die Direktionsbezirke Brom⸗ d Königsberg.
er beauftragte ten Rouvier den Wun Beratung über die auswärtige die gegenwärtige Unsicherheit
ihren Präsidenten, der Gruppe auszusprechen, daß eine Politik erfolge, die den Zweck habe, zu zerstreuen.
Geschäftliche 28 r Neufahrwasser bestehenden billigen Tarifs.
Revision d
Rußland.
Wie die St. Petersburger „Telegr das Ministerium des Aus Der Präsident de Botschafter der Repub eine Privataudienz nach ugnis der unde ten Staate den persönlichen Wunsch des druck zu bringen, im Interesse stellung der Feindseli tragen. Der Botschafter ha Präsident gleichzeitig dense rung getan habe. Der Kais Vereinigten Staaten zu emp die Initiative übrigens bei den Rußland b Sympathie g nachdem er si falls geneigt sei, die Vertreter der Republi Kaiserlichen Regierun izielle Mitteilung übe n Washington dieser Mitteilung hat auf Allerhöchsten Befeh durch eine Note bena empfänglich für die von brachten Gefühle, Freundschaft Staaten gern ge Wertes, den der Präsident Roos mit den Ansichten des Kaisers, der die so wesentlich für das der ganzen Menschheit sei. kunft von russischen und japanis die die Aufgabe hätten, zu prüfen, den beiden Mächten möglich sei, zuarbeiten, so habe gegen einen derarti Wunsch danach ausdr Der bisherige G von Schwanebach, Oberverwaltung für betraut worden.
Der Entwurf Bulygins, betreffend die Schaffung einer Volksvertretung, schließt, wie „Nowosti“ zuver⸗ Israeliten von jeder Beteiligung an 3 . aus, weil es nicht folgerichtig sein wuürde, sie bei dem Bestehen die Rechte der Israeliten be⸗ schränkender Gesetze zur Ausü Mitarbeit in der Volksvertretung zuzulassen. Die Deputation zur Ueberreichung den Semstwomitgliedern gearbeiteten Petition ist gester gereist; sie wird vom Kaiser in Privataudienz
aphen⸗Agentur“ meldet, wärtigen mitgeteilt:
cke Tilsit — Gr. Brittanien. taaten hat den
909 und 910 der Strecke zugpaars auf der Strecke Thorn —
rschen und Insterburg. ecke Tilsit —Labiau —
r Vereinigten S lik am Kaiserlichen Hofe beauftragt, um um direkt an den Kaiser e der Freundschaft ußland gelangen zu lassen und Präsidenten Roosevelt zum Aus⸗ der ganzen Welt soviel als möglich keiten in Ostasien beizu⸗ efehl, hinzuzufügen, daß der lben Schritt bei der japanischen Regie⸗ er hat geruht, den Botschafter der fangen und mit Geneigtheit enten aufzunehmen, die efreundeten Mächten vollkommene Der Präsident Roosevelt hat, hatte, daß Japan gleich⸗ den Vorschlag anzunehmen, durch k in St. Petersburg und Tokio der wie der japanischen Regierung eine r diesen Gegenstand zugehen lassen, die veröffentlicht worden ist. In Beantwortung der Minister des Auswärtigen l den amerikanischen Botschafter richtigt, daß der Kaiser, sehr em Präsidenten zum Ausdruck ge⸗ Beweis der traditionellen den Vereinigten Bekundung des evelt, in völligem Einklang allgemeinen Beruhigung Wohl und den Fortschritt Was die etwaige Zu chen Bevollmächtigten betreffe, bis zu welchem Punkte es Friedensbedingungen aus⸗ serliche Regierung im Prinzip nichts gen Versuch einzuwenden, wenn Japan den
g eines neuen Zugpaars zwischen Ko Aochen Gefühl eines neuen Zugpaars auf der Str Königsberg. Anschluß des Schnellzugs 20 an Schnellzug D 22 und des Schnell⸗ zugs D 21 an den Schnell Anhalten der Züge D Halten sämtliche Späterlegung un
9 3 und D4 in Güldenboden. e in Allenstein Vorstadt. d Beschleunigung des Zugs 623. Aenderung der Abfahrtzeit eines Personenzugs au
den 2. Juni 1905. Königliche 1. aet tbits
r Personenzüg
der Strecke
Lees denae des Präsid
Bromberg,
efunden hat. ch alsbald überzeugt
Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 14. Juni.
Seine Majestät der Kaiser und König empfingen Geheimen Legationsrat Dr. Rosen und
gestern nachmittag den b taatssekretärs des Reichspostamts
nahmen den Vortrag des S
Kraetke entgegen.
vormittag börten
des Chefs des ülsen⸗Haeseler un heimen Rats Dr. von
sehen habe,
- Seine Majestät die Vorträge Militärkabinetts, Generalleutnants Grafen von d des Chefs des Zivilkabinetts, Wirklichen Lucanus und empfingen den nieder⸗ ländischen Gesandten Jonkheer van Tets van Goudriaan sowie die Meldung des Landgerichtsdirektors
ehilfe des Ackerbauministers, Geheimrat ist mit den Funktionen des Chefs der Landorganisation und Ackerbau
Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Condor“ am 22. Mai in Apia eingetroffen.
S. M. S. „Bremen“ ist am 10. Juni in Sanchez (Dominikanische Nepublik) angekommen und geht am 15. Juni St. Thomas zum Besatzungswechsel.
S. „Panther“ ist am 10. Juni vor Dominica eingetroffen und geht heute von dort eben⸗ homas zum Besatzu „Luchs“ ist am 1
ekommen und gestern von dort nach Wusung abgegangen. ist am 11. Juni von Nanking in dort ebenfalls nach
von dort na (Kleine Antillen) lässig erfährt, falls nach S der Volksvertretung au S. M Juni in Nanki . 8 bung des Wahlrechts oder gar S. M. S. „Jaguar“ Tschinkiang eingetroffen und gestern von ung abgegangen. ausreisende Kreuzergeschwader am 12. Juni
er in Moskau von und Stadthäuptern aus⸗
Ablösungstransport für i nach St. Petersburg ab⸗
ist mit dem Truppentransportdampfer in Hongkong angekommen und gestern Schanghai in See gegangen.
Der Rest der Ablösung für das Kreuzergeschwader ist mit dem Dampfer „Rhenania“ am 10. Juni von Hamburg in en, am 11. Juni in Rotterdam eingetroffen und 2 se nach Antwerpen fortgesetzt; Transport⸗ ist der Oberleutnant zur See Hertzer.
empfangen
von dort nach tenkammer führte,
. Beratung des Kriegsbudgets der ti aus: durch die neuen Aufwendungen, die für rden und deren Bewilligun werde, werde das italienische Heer, Selbstverleugnung bewundernswert sei, 1— gegen jede Eventualität gerüstet sei. die Einführun ja Kriegsminister n.
estrigen Sitzung der Deputier 3 .“ zufolge, bei der Kriegsminister Pedot das Heer gef nicht verweigern opferung und Se
See gegang
8 E das Land sicher estern die Rei as in seiner Auf⸗ so ausgestattet, — — Eine Vorlage, betreffend . zweijährigen Dienstzeit, hinzu, sei bereits ausgearbeitet. 8
Der König ist gestern vormittag, wie „W. T. B.“ meldet, wieder in Madrid eingetroffen und von der Bevölkerun stürmisch begrüßt worden. Heute vormittag fand unter Vorsit des Königs ein Ministerrat statt, der plötzlich zusammen⸗ berufen worden war. 8 “
Griechenland.
Als gestern der Ministerpräsident Delyannis das Ge⸗ bäude der Deputiertenkammer betrat, brachte ihm, wie „W. T. B.“ berichtet, ein Mann namens Gherakaris, ein berufsmäßiger Spieler, einen Messerstich in den Unterleib bei, dem der Ministerpräsident gestern abend erlegen ist. — Ueber den Vorgang wird noch gemeldet, 88 Gherakaris den Ministerpräsidenten, als er aus dem Wagen stieg, um in die Kammer einzutreten, ansprach, grüßte und ihm die Hand küßte. Dann zog er plötzlich das Messer und stieß es
elyannis in den Unterleib. Der 2 Nörder war wegen Tötung seiner eigenen Frau zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er erklärte bei der Verhaftung, er habe sich an Delyannis wegen der vor einiger Zeit von diesem herbeigeführten Schließung der Spielhäuser rächen wollen.
Die Minister hielten gestern abend eine Beratung ab. Der König, Allerhöchstwelcher von seinem Landaufenthalt nach Athen zurückgekehrt ist, betraute mit der Leitung des Ministeriums des Innern den Finanzminister Gonnarakis. Die Beerdigung des ermordeten Ministerpräsidenten, der auf Staatskosten bestattet wird, findet am Freitag statt.
Schweden und Norwegen.
Das Stockholmer Blatt „Post⸗och Inrikes Tidningar“ enthält, wie dem „W. T. B.“ gemeldet wird, ein Schreiben des Königs Oskar an den Präsidenten des norwegischen Storthing. Der König.⸗ erklärt darin:
Der Eid, den Norwegens König bei seinem Regierungsantritt abgelegt, mache es diesem zur Königlichen Pflicht, es nicht bei dem bewenden zu lassen, was der norwegische Staatsrat anläßlich der Weigerung des Königs, das Konsulategesetz zu sanktionieren, aus⸗ gesprochen habe. Der König habe mit dieser Sanktionsverweigerung nicht die Befugnis überschritten, die ihm auf Grund der Verfassung zukomme. Die Rücksicht auf die Union habe außerdem dem König zur Pflicht, gemacht, von diesem verfassungs⸗ mäßigen Rechte Gebrauch zu machen. Der König von Norwegen müsse stets den § 1 der norwegischen Verfassung vor Augen haben, der laute: „Das Königreich Norwegen ist ein freies, selbständiges, unteilbares und unabhängiges Reich, vereint mit Schweden unter einem 18 Ich fühle mich berechtigt, Respekt vor einem von Norwegens önig in Uebereinstimmung mit der Ver⸗ fassung gefaßten Beschlusse zu fordern. Die Machtmittel, die die Verfassung zur Disposition des norwegischen Königzs stellt, um ihn in den Stand zu setzen, nach seiner Ueberzeugung das Wohl des Landes zu fördern, sind nicht größer, als daß sie für die Königsmacht so bewahrt werden vag.; daß nicht eine gegen die Prinzipien der Verfassung streitende Kon⸗ stitutionspraxis eingeführt wird, was gemäß den ausdrücklichen Be⸗ stimmungen des § 112 nicht einmal durch Verfassungsänderung stattfinden kann. Eines der Hauptprinzipien der Verfassung, und zwar das wichtigste ist, daß Norwegen eine konstitutionelle Monarchie sein solle. Hiermit läßt sich aber nicht vereinigen, daß der König zu einem willenlosen Werkzeug in der Hand des Staatsrats herabsinkt. Sollten indessen die Mitglieder des Staatsrats durch ihre Weigerung gegenzuzeichnen die Durchführung eines Königlichen Beschlusses hindern koͤnnen, so würde der norwegische König von der Teilnahme an der Staatsgewalt abgeschnitten sein. Eine solche Situation würde für den König ebenso erniedrigend sein wie für Norwegen selbst nachteilig. Die Stellung des Königs als Monar der Vereinigten Reiche macht es ihm zur Pflicht, bei Beschlüssen in einem Reiche nicht Entscheidungen vorzugreifen, die auch sür das andere Reich Bedeutung haben. Die Pflicht des Königs in diesem Punkte sei unvereinbar mit der Ansicht, daß das eine Reich durch die Weigerung des Staatsrats gegenzuzeichnen oder durch ähnliches einen Königlichen Beschluß annullieren könne, durch den der König sich weigere, eine Entscheidung zu teeffen, die präjudizierend für das andere Reich oder der Union schäslich sei. Wenn man in Norwegen an der entgegengesetzten Auffassung festhalte, wenn das 1,ees e Volk das Recht verlange, den König zu zwingen, einen Be⸗ schluß zu fassen, der nach der Meinung des Königs seinen Pflichten als Unionskönig widerstreite, so könne dies nur dann durchgeführt werden, wenn der König der Union, und damit auch Schwedens, in seinen Entscheidungen gan; und gar von dem Willen des norwegischen Volkes, dessen Storthing und dessen Staatsrat abhängig werde. „Eine solche Stellung für die Königs⸗ macht muß ich als unvereinbar mit der durh die Reichsakte festgesetzten Vereinigung der Reiche bezeichnen. Mein Streben ist es stets gewesen, Norwegen den Platz innerhalb der Union zu geben, auf den es mit Recht Anspruch machen kann. Meine Königliche Pflicht gegen die Union gebot mir, selbst wenn es im Widerspruch mit der allgemeinen norwegischen Volks⸗ meinung geschehe, zu suchen, die rechtliche Grundlage der Union auf⸗ recht zu erhalten. Das Gesetz, worauf ich den Eid abgelegt, und die Rücce auf das Wohl der bereinigten Reiche, hat meinen Beschluß, betreffend die Entscheidung der Konsulatsfrage, bestimmt; aber die Antwort hierauf war nicht nur die Weigerung des norwegischen Staatzsrats gegenzuzeichnen, sondern zugleich das Abschiedsgesuch der Mitglieder des Staatsrats. Auf meine Erklärung, es sei mir klar daß jetzt keine andere Regierung gebildet werden könne, deshalb stimme ich den Abschiedsgesuchen der Staatsräte nicht zu, er⸗ klärte der Staatsrat drohend, daß der Norweger, der kei der Durch⸗ führung meines Beschlusses mitwirken würde, in demselben Augen⸗ blick ohne Vaterland sein würde. Ich wu de also vor die Situation gestellt, entweder selbst die Reichsakte brechen zu müssen, auf die i den Eid abgelegt habe, oder mich dem auszusetzen, da ohne Ratgeber dastehe. Hier gab es für mich keine ahl. Nachdem die Staatsräte im Storthing ihre Aemter niedergelegt hatten, hat auch das Storthing diesen Bruch der Verfassun gutgeheißen und durch eine revolutionäre Handlung erklärt, 8 der gesetzliche König Norwegens aufgehört habe zu regieren, sowie da die Union zwischen den vereinigten Reichen aufgelöst sei. Es steht jetzt Schweden und mir als Unionskönig zu, zu entscheiden, ob der An⸗ griff Norwegens auf die bestehende Union zur gesetzlichen Aufhebung der Union führen soll. Die Gegenwart und die Nachwelt moͤge zwischen mir und dem norwegischen Volke richten.“
Inder heutigen Sitzung des Storthing verlas der Präsident
Berner unter großer Aufmerksamkeit des Hauses das S chreiben des Königs Oscar. Auf Antrag Berners beschloß das Haus einstimmig und ohne Debatte, das Schreiben einem Sonder⸗ ausschuß zu überweisen. Hierauf setzte das Storthing die Ver⸗ handlungen aus, um den usammentritt des Sonderausschuss zu ermöglichen.
Aus allen Gegenden Norwegens laufen in Christiania Meldungen über Feierlichkeiten bei der Verlesung der Bekann machung des See in den Kirchen ein. In vielen Orte betonten die Prediger die freundlichen Gefühle Norwegens fü die bisherigen Unionsgenossen und für den betagten König. Zahlreiche Prediger verrichteten besondere Gebete für einen glücklichen Lebensabend König Oskars.
Bei dem Storthing und der Regierung find mehrere Hundert Telegramme aus allen Teilen des Landes
eingegangen, in zahlreich besue Versammlung angenommene Resolutionen übermitteln, in denen dem Storthing und der Regierung für ihr Eintreten für Rorwegens Recht und Selbständigkeit edankt und die Bereitwilligkeit ausgesprochen wird, jedes Bpfer zu bringen, das zur Durchführung der von dem Storthing und der Regierung getroffenen Maßnahmen gefordert werde.
Die sozialdemokratische Parteileitung in Stock⸗ holm hat gestern abend der Leitung der norwegischen Arbeiterpartei telegraphisch mitgeteilt, daß sie in einem Manifest an die schwedischen Arbeiter in voller Würdigung des Selbstbestimmungsrechts des norwegischen Volks eine friedliche Verständigung mit Norwegen fordern werde.
Der General Linewitsch hat, der St. Petersburger zufolge, dem Kaiser unter dem 12. Juni erichtet:
Truppen der japanischen Vorhut gingen am 9. Juni zum Angriff or. Eine Kolonne, bestehend aus Infanterie und Kavallerie, rückte mit Gebirgsartillerie und Revolverkanonen auf der Mandarinen⸗
straße heran. Eine andere Kolonne, aus Infanterie und Artillerie bestehend, ging im Tale östlich der Mandarinenstraße vor und besetzte die Hügel auf dem rechten Ufer des Kuohe im Dörfer Liauchuitschen und Handache.
Aus Tokio vom gestrigen Tage erfährt „W. T. B.“, amtlich werde gemeldet: 8
Eine aus gemischten Streitkräften bestehende russische Truppen⸗ abteilung machte am Sonntag in den Gegenden von Bingescheng, Erhschihlipao und Schufangtai Angriffe auf die Japaner, wurde aber überall zurückgeschlagen. Die entstandenen Verluste sind noch nicht festgestellt.
Bei Lloyds ist die Meldung eingetroffen, der russische Hilfskreuzer „Dniepr“ habe au der Höhe von Diamond Point in der Malakkastraße den holländischen Dampfer „Flores“ angehalten und ihm 41 chinesische Mannschaften und die Post vom englischen Dampfer „St. Kilda“, den der „Dniepr“ in der Chinesischen See aufgebracht und zum Sinken gebracht habe, weil er Konterbande an Bord gehabt, übergeben. Die europäischen Schiffsoffiziere und die Maschinisten des eng⸗
orden der
lischen Dampfers seien an Bord des „Dniepr“ zurückvehalten worden. 8 8 8 11“ 1.“ “ “
Statistik und Volkswirtschaft.
“
90
Dem soeben erschienenen zweiten „Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reichs“ entnehmen wir folgende Angaben:
Krankenversicherung im Jahre 1903.
“
1“M“
Zahl Mittglieder der 85
Kassen Durchschnit
des Jahres
Erkrankungsfälle it
m Erwerbsunfähigkeit
überhaupt 1 Mit⸗
Krankheitstage mit Krankengeld oder Behandlung
im Krankenhause auf ein auf ein überhaupt Mit⸗
überhaupt Mit⸗ glied glied alied ℳ ℳ
Krankheitskosten b Vermögen
auf ein
—
Gemeindekrankenversicherung 48 V 1 Ortskrankenkassen . 15o46 Betriebskrankenkassen. . . 55 2 Baukrankenkassen . . . . . 46
Innungskrankenkassen . . .. 667 1 1 7 Eingeschriebene Hilfskassen. . 1 436
384 136 1 865 458 1 108 719
10 691
14 448 586 9,64 85 915 680 17,27 59 166 971 22,99 489 787 29,76
3 906 725 16,93 16 249 304 18,32 664 624 15,98
172 949 79 372 145 80 210 012
144 704
3 016 193 15 716 859 1 818 174
6 924 531 36 599 777 19 927 583
167 640
1 577 763
6 276 993
252 311
— ene
—
SSSSSSS do0 n Oe l 02 o 0 C G. 0⸗ =81O08
Landesrechtliche Hilfskassen . 204
Zusammen —. 1903 23 221 1902 23 214
10 224 297 9 858 066
Im Jahre 1903 waren 23 271 Krankenkassen vorhanden, 57 mehr als im Vorjahre. Die Anzahl der Mitglieder im Durchschnitt des Jahres be⸗
trägt 10 224 297, der Zuwachs an Mitgliedern gegen das Vorjahr
rund 366 000. Das Wachstum trifft hauptsächlich wieder die Orts⸗ krankenkassen mit 278 000, auch Vorjahr einen Rü 82 000 an dem Wachstum teil, 13 000, die Gemeindekrankenversicherung mit 11 000; nur die Ein⸗ geschriebenen und die Landesrechtlichen gang auf, erstere von 16 000, letztere von 3000 Mitgliedern.
Die Zahl der Erkrankungsfälle stellt sich 1 Mitglied kommen 7,02 Krankheitstage, gewährt wurde.
Die ordentlichen Beiträge, Zuschüsse, derer für die Invalidenversicherung) darunter Beiträge (eins 193 541 940 ℳ
Die ordentlichen
durchschnittlich 0,37
(Zinsen,
Einnahmen
Ausgaben (Krankheitskosten,
beliefen sich auf osten 180 841 677 ℳ, welche sich verteilten auf: 8 ärztliche Behandlung 40 765 699 ℳ Arznei und sonstige Heilmittel 28 905 813 „ Krankengelder . . 79 113 677 Wöchnerinnenunterstützung .. 2 851 355 Sterbegelder... . 5 388 897 AMAnstaltsverpflegung. 23 658 831 Fürsorge für Rekonvaleszenten. EEbI11A1“X“ auf 15 kamen durchschnittlich 17,69 ℳ Krankheitskosten. ie
2,11 und
unternehmer, re meinde getragen; bei allen Kassen überhaupt ste
Mark entfielen.
Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebens⸗ Gund Futtermittel
betrugen im Monat Mai 1905 in Preußen nach der „Stat. Korr.“
. 171 (im April d. J. und im Mai 1904 169) ℳ, Roggen 146 (im April d. J. 139, im Mai 1904 131) ℳ, Hafer 145 (144 bezw. 127) ℳ, zum Kochen 234 (233 bezw. 227) ℳ, weiße . —nns ezw. Richtstroh . 38,5) ℳ, Heu 76,1 (77,9 bezw. 54,7) ℳ, Rindfleisch im Großhandel 1144 (1128 bezw. 1131) ℳ; im Klein⸗ handel für 1 kg: Rindfleisch von der Keule 1 46 (1,44 bezw. 1,43) ℳ, vom Bauche 1,24 (1,23 bezw. 1,22) ℳ, Schweinefleisch 1,51 (1,46 bezw. 1,28) ℳ, Kalbfleisch 1,47 (1,44 bezw. 1,46) ℳ, Hammelfleisch 1,43 (1,40 bezw 1,42) ℳ, inländischen geräucherten Speck 1,64 (1,60
für 1000 kg: Weizen Gerste 147 72 Erbsen ohnen 325 (328 bezw. 366) ℳ, Eßkartoffeln 63,6 (64,4 bezw. 55,2) ℳ, 45,5 (45,7 bezw.
(151 bezw. 134) ℳ, 281) ℳ, Linsen 385 (386
bezw. 1,51) ℳ, Eßbutter 2,37 (2,44 bezw. 2,30) ℳ, inlandlsches Schweine⸗
schmall 1,65 (1,64 bezw. 1,52) ℳℳ, Weizenmehl jur Speisebereitung
30 ₰ (wie im April d. J. und Mai 1904), Roggenmehl 25 (25) ₰;
für 1 Schock Eier 3,30 (3,41 bezw. 3,01) ℳ Vorstehende Marktpreise für inländisches C.
sprechen dem Durchschnitt aus den Preisen aller drei Sorten (gut,
mittel, gering) bezw. aus den Preisen für gute und geringe Ware oder ittelsorte in den 23 be⸗
aus dem Preise der allein gehandelten 1- deutendsten preußischen Marktorten, überall für sämtliche Markttage des Monats. — Außerdem kamen im Mai 1905 an ausländischem Getreide zu den nachbezeichneten Durchschnittepreisen in den Handel: Weizen, Roggen und Hafer in Aachen, je gute und mittlere Ware, zu 187 bezw. 166 und 156 ℳ, Weizen, Gerste und Hafer in Gleiwitz, je alle drei Sorten, zu 168 bezw. 143 und 138 ℳ, Weizen in Danzig, gute und mittlere Ware (unverzollt), zu 137 ℳ, Gerste und Hafer in Danzig, gute Ware (unverzollt), zu 115 und 111 ℳ% und in Osnabrück, je alle drei Sorten, zu 146 und 150 ℳ, Gerste in Hannover, geringe Ware, zu 131 ℳ und in Aachen, gute Sorte, zu 190 ℳ.
die Betriebskrankenkassen, die im ang von 5000 aufwiesen, nehmen diesmal mit ferner die Innungskrankenkassen mit
ilfskassen weisen einen Rück⸗
mit Erwerbsunfähigkeit auf 3 782 620 mit 71 726 598 Krankheitstagen; auf b chsch Erkrankungsfälle und für die Krankengeld oder Krankenanstaltspflege
1 Eintrittsgelder, Ersatzleistungen, sonstige Einnahmen abzüglich
8 betrugen 206 730 399 ℳ, chl. Zusatzbeiträge) und Eintrittsgelder
Ersatz⸗ leistungen, zurückgezahlte Beiträge und Eintrittsgelder, Verwaltungs⸗ ausgaben abzüglich derer für die Invalidenversicherung, sonstige Aus⸗ 199 898 723 ℳ, darunter Krankheits⸗
erxwaltungsausgaben abzüglich derer für die Inva⸗ lidenversicherung betrugen 11 826 331 ℳ, auf 1 Mitglied durchschnitt⸗ lich: bei den Ortskrankenkassen 1,79, bei den Innungskrankenkassen bei den Eingeschriebenen Hilfskassen 2,14 ℳ; bei den Be⸗ triebs-⸗ und Baukrankenkassen werden sie fast ganz von dem Betriebs⸗ der Gemeindekrankenversicherung — von der Ge⸗ 1 en sich die Ver⸗ waltungskosten auf 1 Mitglied daher nur auf 1,16 ℳ durchschnittlich.
Das Gesamtvermögen betrug 180,5 Millionen Mark (im Vorjahr 173,4), wovon auf die Ortskrankenkassen 79,4, die Betriebs⸗ krankenkassen 80,2 und die Eingeschriebenen Hilfskassen 15,7 Millionen
Getreide ent⸗
— 2182U8SI.2ö*
180 841 677 17,69 167 801 376 17,02
180 451 036 173 442 529.
71 726 598 67 377 057
SS8 05 —
S SS9SgNe SeboSNesneSDmeh
92
Die Preise für Weizen, Roggen und Hafer zeigen gegen den Vormonat vielfach Erhöhungen, die beim Weizen und Hafer meistens nur gering, beim Roggen dagegen recht erheblich sind. Die Preis⸗ steigerungen des Roggens betragen: in Aachen 10, in Kiel 9, in Görlitz, Stettin, Magdeburg, Halle a. S., Paderborn, Hanau und Neuß 8, in Königsberg i. Pr., Danzig, Posen, Gleiwitz, Frank⸗ furt a. und Stralsund 7, in Bromberg, Berlin und Cassel 6, in Breslau, Hannover und Osnabrück 5, in Köslin und Koblenz 4 ℳ%ℳ Die Preise der verschiedenen Fleischsorten sowie des inländischen geräucherten Specks und des inländischen Schweine⸗ schmalzes sind in der Aufwärtsbewegung verblieben. Beim Schweine⸗ fleisch insbesondere betragen die Erhöhungen: in Breslau und Neuß 20, in Königsberg i. Pr. 19, in Görlitz und Osnabrück 16, in Frank⸗ furt a. D. und Aachen 10, in Hanau 8, in Danzig, Posen und tettin 5, in Berlin 4 und in Trier 3 ₰.
Zur Arbeiterbewegung.
In mehreren Belgrader Fabriken sind die Arbeiter in Aus⸗ stand getreten. Sie verlangen, wie der „Voss. Ztg.“ gemeldet wird, Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit. Die Gast⸗ und Kaffeehauskellner schlossen sich den Ausständigen an. Man erwartet den Ausbruch eines allgemeinen Ausstandes. Es kam bereits wieder⸗ holt zu Zusammenstößen zwischen Hasf .. Arbeitswilligen, doch ohne ernste Folgen. 5
“
1“ Kunst und Wissenschaft.
8 Große Berliner Kunstausstellung.
VI.*)
Die Mänchener Luitpoldgruppe ist im großen und ganzen in jenem Saal (30, 31) untergebracht, der das Gegenstück zu dem Raum der Münchener Künstlergenossenschaft bildet, sodaß beide Gruppen mit größter Unparteilichkeit behandelt sind. Die Darbietungen der Luitpoldgruppe halten sich — vielleicht mag die gleichzeitige Münchener Ausstellung ihre Kraft dort mehr in Anspruch nehmen — auf einem Niveau, das in keiner Weise auf besondere künstlerische Bedeutsamkeit Anspruch erheben kann. Es sind einige wenige gute Leistungen darunter, der größte Teil der Bilder erreicht aber in seiner Qualität kaum eine mittlere Höhe. Unter den Landschaftern werden den Ber toüuristen die Bilder Fritz Baers interessieren, die exakt, aber eer. gemalte „Ruchenspitze im Ferwall“ (59) und die etwas unwahrscheinlich aus⸗ sehenden „Seeköpfe im Ferwall“ (60). Hans Bartels sandte eine effektvolle „Brandung“ (65) ein, bei der das Wasser mit seinem hoch aufspritzenden weißen Gischt besser gelungen ist als die von Seetang überzogenen Felsblöcke; weniger gut liegt ihm das historische Genre, er vermag uns den Vorgang, den er schildern will „Kapitän Alders schlägt die spanische Flotte am
Kap St. Vincent den 30. September 1681“‧ (64) nicht recht glaub⸗
haft zu machen. Fritz Behrendt geht in seinem „Wintertag“ (82) und „Märztag“ (83) auf den Spuren Dills, ohne diesen in der Wiedergabe des Wassers erreichen zu können. Die „Kühe im Walde“ (497) von Johann Holz lassen ziemlich gleichgültig. Erich Knithan erinnert in der Behandlung des Vordergrundes in seiner „lichten Ferne“ (666) ein wenig an die Art Heiders. Carl Küstner schildert in getragener Stimmung. einen „Sommertag’ (671) und Ernst Liebermann weiß durch die breite Behandlung von Weiß und Grün ein „Gehöft“ ( 02) wirksam darzustellen. Dagegen ist Karl O'lynch von Town in seinem „Birkenwäldchen⸗ (831) recht stumpf und auch Ludwig von Schlie bens „Frühlingslandschaft“ (946) wirkt flach, ebenso enttäuscht Otto Ubbelohde durch die allzu flüchtigen, im schlechten Sinn impressionistischenWeidenbäume“ (1104) und die „blumige Wiese“ (1105). Mit pompösen Szenen führt sich Her⸗ mann Urban ein. Harz⸗Encaustic nennt er die Technik, in der die Bilder gemalt sind. Sein „Felsentor im Meer“ (1111), eine effekt⸗ volle Phantasielandschaft, und ein Böcklinscher „Sommertag“ (1112 strahlen in bunter Farbenpracht; härter erscheint er dort, wo er si der wirklichen Welt mehr nähert, wie in den „Campagna⸗Seen (1113). dorträts und Studienköpfe sind nur spärlich vertreten. Christian Baer (58) arbeitet mit sehr billigen Effekten; Paul Nanens „Damenbildnis⸗ (816) ist bis auf die schlechten Hände äußerst geschmackvoll und flott gemalt. Ein wenig derbe, aber lebens⸗ wahr schildert Joseph Sailer seine Mutter (924), während R. Schuster⸗Woldau in einem gewollt stimmungsreichen Bilde „Sonette“ (967 a) übersentimentale Damen zeigt, von denen die eine durch einen grünlichen eint verunschönt wird. Ein solides Herrenbildnis sandte Walter Tor (1088) ein, der aber noch sympathischer in seinen Interieurs aus der Lentasch
*) Vergl. Nr. 97, 107, 115, 122 und 131 d. Bl.
(1090, 1091) ist, in denen sich ein kräftiges Wollen in schlichter Natürlichkeit zeigt. Ganz altmeisterlich tritt Carl Thoma Höffele in dem „Stilleben“ (1087) auf, schlichter, aber auch ein wenig lang⸗ weilig wirken Franzisca Bleichers „gelber Mohn“ (104) und „Aepfel“ (105);: ein äußerst fleißig gemalter „Königsfasan“ stammt von Rudolf Iö1“
Bei Adolf Heller ist es oft schwer zu entscheiden, ob es die alten Bilder sind, die er immer wieder auf die Ausstellungen fendet, oder ob er sich in seinen neuen so wiederbolt. as „Interieur’“ (396) und die „Gesangsstunde? (397) zeigen seine schon oft an ihm gerühmten koloristischen Vorzüge, die feinen Töne seiner Palette und saubere Zeichnung. Ein fremder Zug macht sich in dem Bilde der Schauspielerin „Centa Brés“ (398) bemerkbar, als ob auch auf Heller der Russe Somoff gewirkt habe. Die Münchener Malweise im konventionellen Sinne vertritt Carl Horns „vor dem Spiegel“ (505) und „in der Sofaecke“ (506); auch Curt Rügers Bilder (918) vermögen kaum Interesse zu erwecken, von großem Fleiß zeugt Alphons Springs „Fischerheim“ (1060). 5 1 8
Viele Besucher zieht stets A. Hoffmann⸗Vesten hofs homerische Schilderung „Orysseus; Heimkehr (493) an. In einem riesenhaften Gemach kauert erschreckt und entsetzt die nackte Schar der Mägde und starrt angstvoll auf den auf der Schwelle des Gemachs erscheinenden Oevsseus, der, blutbefleckt ein Bündel Stricke in der Hand, seines Amtes als Henker walten will. Trotz alledem hat das Bild etwas unwillkürlich Erheiterndes. Estrich und Wände nehmen den größten Teil der Bildfläche ein, an ihnen kleben in gänzlich unmotivierter Nacktheit die Figürchen der Mägde, und die robuste Gestalt des Odysseus hat zu viel vom Henker und zu wenig vom Helden. Was hier ungewollt erreicht ist, vermag Hans Kaeser in seinem humorlosen „Hochzeitsbild“ (1581) trotz allen Bemühens nicht zu erreichen, ungenügender ist diese reizende Ballade wohl nie illüstriert worden. Weit lebendiger packt Hans Lietzmann seine Themata an. „Die Kundschafter des Josua (708) sind die lustige Karikatur zweier Trauben essender Angehörigen des auserwählten Volkes, ernster ist er in seinem „Ganymed“, der auf blumiger, etwas hölzern gemalter Wiese steht. Philipp Schäfer hat sich von dem Reiz der Farbenschönheit alter Gobelins bestechen lassen und wählt nach ihnen seine Farben, doch sind seine beiden Pastelle Dithyramben“ und „Herbstfeier“ (931, 932) recht mittelmäßig gezeichnet. Ebenso hat Emil Ühl ein bestimmtes Farben⸗ schema sich ersonnen, dem aber weder in der „Anbetung“ (1107) 87 in der „Suche nach Obdach“ (1108) Schönheit nachzurühmen ist, au Wenzel Wirkner hat sich auf ein mystisches luftloses Dunkel kapriziert (1170)0. Ein paar schmucke Mädchen Paul Meyers (765), die einen Witwer in seinem öden Heim aufsuchen, sind no das Erfreulichste in dieser ganzen Bildergruppe, namentlich wenn man von dem „h. Franciscus“ (667) von Fritz Kunz kommt, der besser Mönch in Himbeersauce heißen sollte. Das gänzliche Versagen der Kräfte, wenn der Künstler etwas anderes als Landschaft oder Porträt sich zur Aufgabe wählt, ist vielleicht der deutlichste Beweis für das Mangelhafte der jetzigen Ausbildung des Malers. 1
In sehr geschmackvoller Anordnung präsentieren sich die kleinen Kabinetts, die zu beiden Seiten des Mittelsaales 6 neu eingerichtet sind. Kleinere Skulpturen haben dort zusammen mit Gemälden Aufstellung gefunden. Von den wenigen Akten der Ausstellung treffen wir dort Herrmann Fenner⸗ Behmers „Nach dem Bade“ (231) und „Am Morgen“ (232), die zwei glatt zemalte Schönen bei ihrer Toilette zeigen; in derselben einschmeichelnden Eleganz der Ausführung ist sein Genrebild der ‚schwierige Anfang“ (233), eine jange Französin, die beim Brief⸗ schreiben im Café sitzt. Auch als Landschafter lernen wir den Maler kennen in dem hübschen „Blick übers vö. Meer“ und dem weit schwächeren „Feierabend“ (234, 235). Von Ausländern ist hier vor allem Gari Melchers zu nennen. Sein „Brautpaar“ (742) hat freilich einen gesucht stupiden Ausdruck, frischer und an⸗ mutiger ist die „junge Mutter⸗ (743), während sein anderes dasselbe Sujet behandelnde Bild (744) weniger glücklich in der Farbe wirkt. Sorolla y Bastida, der von einer unverwüstlichen Frische des Kolorits ist, brachte die auf gelb abgestimmten „Fischerfrauen“ (1052), das anmutige Bildnis seiner Frau (1054) und ein etwas allzu flächenhaft komponiertes „Idyll“ (1053). Ein ethnographisches Triptyvchon, altperuanische Gräberfunde darstellend, war das Thema des in der Wahl seiner Stoffe stets auffallenden Hans Looschen (718); abgesehen von dem absonderlichen Gegenstand dieser Masken und Schädel, ist in der Farbe manches Gute zu ent⸗ decken. Drei „Interieurs“ brachte August von Brandis; zwei (119, 120) fallen auf durch den unglücklich gewählten Raum⸗ ausschnitt und eine Perspektive, die den Eindruck macht, als wäre das schlechte Objektiv eines Photographen hier an der Arbeit gewesen; freier und auch von besserer malerischer Qualität ist der Innenraum mit einer Figur (121). Friedrich Kallmorgen zeigt uns die „Elbe“ wie sie dann und wann zur Winterszeit beim Eistreiben im Glanz der untergehenden Sonne feurig rot auf⸗ leuchtet (562); weniger interessant ist die „Dreschmaschine“ (560) in ihrer etwas flauen Tönung. Carl Kappstein, der Schöpfer der feinen Monotypien, begegnet uns hier als Maler der äußerst zart empfundenen „Wasserjagd“ (580). Konrad Lessings bewährte Kraft zeigt sich in dem fest umrissenen „Gerolstein in der Eifel“ (694) und einer tüchtigen märkischen „Landschaft“ (695). Als Dunkelmaler, der schwere An⸗ forderungen an die Schärfe unserer Augen stellt, tritt Friedrich von Schennis in der „Campagnalandschaft“ (935) auf. Max Schlichting gibt einen sehr summarischen, ganz in Blau gehaltenen „Blick auf Paris vom Montmartre“.
Ein den Weidmann interessierendes Bild Richard Frieses gibt den „Kapitalhirsch, erlegt von Seiner Majestät dem Kaiser“ (263) wieder; in humoristischer Art schildert Friese dann den beschwer⸗ lichen Spaziergang der „Bärenfamilie“, die mit Mühe sich einen * durch den liefen Schnee bahnt. Der Norweger Lawik Haalan fandte eine Schar „Enten“ (340), die fleißig, aber auch trocken gemalt sind. Paul Harnischs „Hirte“ (375), ein koerekt gezeichneter Akt eines Zünglings mit einem Stier als Staffage, ist schon von früheren Aus⸗ stellungen bekannt, Hans Koberstein, der Maler novbellistischer Stoffe, ist diesmal weniger glücklich in seiner „Beichte“ (611).
Von den Porträts ist Richard Leh manns mit derben Kon⸗ trasten gemaltes „Bildnis der Frau Lilli Lehmann“ zu nennen, die äußerst exakt beobachtete „Alte Frau⸗ (791) Richard Müllers, das sorgfältig bis ins Detail ausgeführte Herrenbildnis Hugo Vogels san 9. und Richard Mauffs eine Unsumme von Mühe vr-. g
alt bezeugendes Atelierbild (738).
Land⸗ und Forstwirtschaft.
G 8 Uebersicht
üͤber die Ein⸗und Ausfuhr von Getreide und Kartoffeln in Antwerpen im Mai 1905. (Nach einem Bericht des Kaiserlichen Generalkonsuls in Antwerpen.) Eingeführt wurden: u“ Roggen: aus Deutschland MRiußland 5 Rumänien. der Türkei den Niederlanden Chili Bulgarien.
aus Deutschland. Argentinien Rumänien Rußlandd den Vereinigten Staaten Almerika. . .