“
Adjutanten bei der 11. Inf. Brig. den Oberlt. Haack des 12. Inf. Regts. Prinz Arnulf, kommandiert zum Generalstab; zu versetzen: gegenfeitig die Zeuglts. Zacherl des Art. Depots Germersheim und Noll des Art. Hepots Fürth; zu kommandieren: den Hauptm. Bucher, Komp. Chef im 2. Inf. Regt. Kronprinz, zum Bekleidungsamt I. Armeekorps; zu charakterisieren: als Oberstlt. den Major z. D. Lauten bacher, Kommandeur des Landw. Bezirks Erlangen; zur Disp. zu stellen: den Hauptm. a. D. Wülfert; am 13. d. M. den Fahnenjunker, Unteroff. Jägerhuberdes 1. Fußart. Regts. vakant Bothmer zum Fähnr. zu befördern; im Beurlaubtenstande: den Abschied zu bewilligen: am 10. d. M. dem Oberlt. Molenaar (1 München) von der Landw. Inf. 2. Aufgebots, am 13. d. M. den Lts. Egert von der Res. des 21. Inf. Regts., Deicke von der Res. des 23. Inf. Regts., diesem behufs Ueberführung zum Sanitätspersonal, und Knote von der Res. des 3. Feldart. Regts. Königin⸗Mutter, Karcher (Kaiserslautern) von der Kav. und Kröber (1 München) von der Feldart., beide von der Landw. 1. Aufgebots, den Oberlts. Stöhsel (Sweibrücken) und Nusch (Landau), dann dem Lt. Frhrn. v. Rummel (I München), diese von der Land. Inf. 2. Aufgebots; b. bei den Beamten der Militärver⸗ waltung: am 28. v. M. mit Pension in den erbetenen Ruhe⸗ stand treten zu lassen: die Rechnungsräte Wittmann, Intend. Se⸗ kretär bei der Intend. II. Armeekorps, diesen zum 1. September d. J., und Schütz, Lazarettoberinsp. beim Garn. Lazarett München, den Garn. Verw. Kontrolleur Reinthaler der Garn. Verw. Landau; am 7. d. M. zu ernennen: zum Reichsmilitärgerichtsrat (Bayerischer Senat) den Oberkriegsgerichtsrat Lang beim Generalkommando III. Armeekorps, zum Kriegsgerichtsrat bei der 8. In⸗ fanteriebrigdde den Millitärgerichtspraktikanten Schneider; zu versetzen: die Kriegsgerichtsräte Gerstner von der 1. Div. zum Generalkommando I. Armeekorps und Wolffhügel von der 8. IJnf. Brig. zur 1. Div.; zu befördern: Generalkommando III. Armeekorps den Kriegsgerichtsrat Deybeck beim Generalkommando I. Armeekorps; zu verleihen: den Rang der Klasse III der Beamten der Militärverwaltung den Oberkriegsgerichts⸗ räten Moser und Maver beim Generalkommando II. Armeekorps, den Rang der Klasse IV der Beamten der Militärverwaltung dem Kriegsgerichtsrat Zahler bei der 2. Div.
Am 6. d. M.: nachgenannte Zöglinge der 6. Klasse des Kadetten⸗ korps zu Fähnrichen ernannt: die Fahnenkadetten Meiser im 1. Inf. Regt. König, Niedermayr im 2. Ulan. Regt. König, Schönhärl im Eisenbahnbat, Schneidhuber im 1. Fußart. Regt. vakant Bothmer, Frhrn. v. Lamezan im 1. Schweren Reiterregt. Prinz Karl von Bayern, v. Oelhafen im 2. Feldart. Regt. Horn, Köppel im 3. Pion. Bat.,, Moosmair im 9. Inf. Wrede, Spindler im 5. Inf. Regt. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, Körber im 2. Inf. Regt. Kronprinz, Spruner v. Mertz im 11. Feldart. Regt., Schmetzer im 3. JçJnf. Regt. Prinz Karl von Bayern, Keller im 3. Feldart. Regt. Königin⸗ Mutter, Brendel im 1. Jägerbat, Semmelmann im 2. FJnf. Regt. Kronprinz, Ritter v. Gietl im 4. Chev. Regt. König, Baumeister im 17. Inf. Regt. Orff, Kaufmann im 2. Fußart. Regt., Wolf im 6. Chev. Regt. Prinz Albrecht von Preußen, Dirr im 4. Inf. Regt. König Wilhelm von Württemberg.
Königlich Sächsische Armee. Offiziere, Fähnriche usw. rungen und Versetzungen. Im aktiven Heere. 8 v. Einsiedel (Haubold), Oberlt. im 1. Jägerbat. Nr. 12, Versetzung als Komp. Chef in das 4. Inf. Regt. Nr. 103, zum Hauptm., vorläufig ohne Patent, Roth, Lt. im 5. Inf. Regt. Kronprinz Nr. 104, zum Oberlt., — befördert. Kleeberg, Lt. im 4. Inf. Regt. Nr 103, vom 25. Juli d. J. ab auf ein Jahr ohne Gehalt beurlaubt. Im Beurlaubtenstande. 13. Juli. Scholl, Lt. der Res. der 3. (K. S.) Komp. des Königl. preuß. Telegraphenbats. Nr. 1, Burckhardt, Lt. der Landw. Jäger 1. Aufgebots des Landw. Be⸗ zirks II Dresden, Reuther, Lt. der Landw. Feldart. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Leipzig, — zu Obexlts., Fischer, Oberlt. des Landw. Trains 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Leipzig, zum Hauptm., — befördert. Wittig, Lt. der Landw. Kav. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Leipzig, zu den Offizieren der Res. des 2. Ulan. Regts. Nr. 18 versetzt. Die Vizefeldwebel beziehungsweise Vizewachtmeister: Distelbarth des Landw. Bezirks Zittau, zum Lt. der Res. des 3. Inf. Regts. Nr. 102 Prinz⸗Regent Luitpold von Bayern, Krause des Landw. Bezirks Meißen, zum Lt. der Res. des Schützen. (Füs.) Regts. Prinz Georg Nr. 108, Böttcher des Landw. Bezirks Döbeln, zum Lt. der Res. des 10. Inf. Regts. Nr. 134, Kopp des Landw. Bezirks II Dresden, zum Lt. der Res. des 1. Feldart. Regts. Nr. 12, Büttner des Landw. Bezirks II Dresden, zum Lt. der Res. des 6. Feld⸗ art. Regts. Nr. 68, Siegel des Landw. Bezirks Döbeln, Funk des Landw. Bezirks Freiberg, Nol lau des Landw. Bezirks Leipzig, — zu Lts. der Landw. Inf. 1. Aufgebots, Praetorius des Landw. Bezirks I1 Dresden, zum Lt. der Landw. Feldart. 1. Aufgebots, Kühne des II Dresden, zum Lt. des Landw. Trains 1. Aufgebots, — befördert. Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. 13. Juli. Oppe, Hauptm. und Komp. Chef im 4. Inf. Regt. Nr. 103, mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis zum Tragen der Regts. Uniform ausgeschieden. Im Beurlaubtenstande. 13. Juli. Traun, Lt. der Res. des Gardereiterregts., wegen überkommener Feld⸗ und Garnison⸗ dienstunfähigkeit, Müller, Hauptm. der Landw. Jaf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Chemnitz, Volkmann, Hauptm. der Landw. Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Leipzig, — der Abschied be⸗ willigt. Lofing, Oberlt. der Landw. Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Schneeberg, wegen überkommerner Feld⸗ und Garnisondienst⸗ unfähigkeit mit der gesetzlichen Pension ausgeschieden. Dörken, Wäntig, Wendtland, Oberlts. der Landw. Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Leipzig, Lissner, Lt. der Landw. Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Leipzig, v. Ziegesar, Hauptm. der Landw. Jäger 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Leipzig, mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des 1. Jägerbats. Nr. 12, Sack, Oberlt. der Landw. Kav. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Leipzig, Zickmantel, Hauptm. der Landw. Feldart. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Leipzig, Grimm, Oberlt. der Landw. Feldart. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Zwickau, Kettner, Lt. der Landw. Pioniere 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Leipzig, — behufs Ueberführung zum Landsturm 2. Aufgebots der Abschied bewilligt. 1G Im Sanitatskorps. 13. Juli. Dr. Langbein, Unter⸗ arzt deim 6. Inf. Regt. Nr. 105 König Wilhelm II. von Württem⸗ berg, Dr. Kluge, Unterarzt beim 4. Feldart. Regt. Nr. 48, Dr. Bellmann, Unterarzt der Res. im Landw. Bezirk Chemnitz, Dr. Thies, Unterarzt der Res. im Landw. Bezirk Leipzig, — zu Assist. Aerzten befördert. Eckhard, Assist. Arzt beim 15. Inf. Regt. Nr. 181, scheidet behufs Uebertritts zur Kaiserlichen Schutztruppe für Kamerun mit dem 6. August d. J. aus dem * er. aus. r. Zeitlmann, Stabsarzt der Res. im Landw. Bezirk Glauchau, behufs Ueberführung zum Landsturm 2. Aufgebots,
r. Hofmann, Stabsarzt der Landw. 1. Aufgebots im Landw. Bezirk Leipzig, — diesen beiden mit der Erlaubnis zum Tragen der
isherigen Uniform, Dr. Popitz, Dr. Hampel, Dr. Fritsche, Oberärzte der Landw. 2. Aufgebots im Landw. Bezirk Leipzig, behufs Ueberführung zum Landsturm 2. Aufgebots, — der Abschied bewilligt.
Beamte der Militärverwaltung.
Durch Verfügung des Kriegsministeriums. 12. Juli. Kultzscher, Registrator bei der Zentralabteil. des Generalstabes, der mtstitel expedierender Sekretär verliehen. . 13. Juli. Schaaf, Unterapotheker der Res. im Landw. Bezirk Glauchau, zum Oberapotheker des Beurlaubtenstandes befördert.
Kaiserliche Schutztruppen.
Schutztruppe für Südwestafrika. Durch Verfügung des Reichskanzlers (Oberkommando der Schutztruppen). Kaboth, Zahlmstr. Aspir., mit dem 28. Juni 1905 zum Zahlmstr.
zum Oberkriegsgerichtsrat beim
8 8
scheidet mit dem 31. Juli
Kriegsgerichtssekretär, JIun gagerich der Königl. preuß. Militär⸗ 8
ernannt. Tiedt, i 1905 behufs Rücktritts in den Dienst
justizverwaltung aus der Schutztruppe aus.
8
Preußen. Berlin, 18. Juli.
Die Verkehrseinnahmen deutscher Eisenbahnen für Juni 1905 betrugen nach der im Reichseisenbahnamt aufgestellten Uebersicht:
in gegen, ba⸗ (mehr, weniger ganzen im ganzen auf 1 km ℳ ℳ ℳ ℳꝛ; Proz.
für alle Bahnen im Monat Juni 1905: Personen⸗ 63 853 312 1 365] 12029879 + 237 + 21,01.
verkehr 102 289 604 2 189 122 028 615 - 1,— 0,05
Güter⸗ verkehr für die Bahnen mit dem Rechnungsjahre April — März in der 8 vom 1. April 1905 bis
Ende Juni 1905: Personen⸗ V g verkehr 144 151 3741 3 542 10359839 4+ 195 + 5,83 Güter— V
verkehr .[283 819 576] 6 820 16318045 + 253 + 3,85
für die Bahnen mit dem Rechnungsjahre Januar — Dezember in der Zeit vom 1. Januar 1905 bis Ende Juni 1905: Personen⸗ Y Ghe 37 828 934 6 330] —2 1 058 397 + 137/ + 2,21 üter⸗ verkehr 70 331 594 11 493 + 1 791 914 + 224 + 1,99 Die Gesamtlänge der Bahnen betrug 47 999,35 km, gegen das Vorjahr + 812,63 km. Bei den Mehreinnahmen aus dem Personenverkehr im Juni kommt in Betracht, daß das Pfingstfest 1905 in den Monat Juni, 1904 in den Monat Mai fiel. Der Rückgang
im Güterverkehr findet ebenso in der Lage der Feiertage seine Begründung. 8 “
Der Kaiserliche Gesandte in Bern, Wirkliche Geheime Rat von Bülow ist von kurzem Urlaub auf seinen Posten zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder übernommen.
Der Großherzoglich mecklenburgische Gesandte von Oertzen hat Berlin verlassen.
Der hanseatische Gesandte Dr. Klügmann hat Berlin verlassen. Während der Dauer seiner Abwesenheit führt die Königlich bayerische Gesandtschaft die Geschäfte der hanseatischen Gesandtschgsere⸗ 8
Der Königlich rumätesch⸗ Gesandte Dr. Beldiman hat Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit führt der Legationssekretär Bilciuresco die Geschäfte der Gesandtschaft.
Der Königlich dänische Gesandte von Hegermann⸗ Lindencrone hat Berlin verlassen. Während seiner Ab⸗ wesenheit führt der Legationssekretär Graf von Brockenhuus⸗ Schack die Geschäfte der Gesandtschaft.
Der Fürstlich bulgarische diplomatische Agent, General⸗ major Nikhyphoroff hat Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit führt der Zweite Sekretär Georg J. Groueff die Geschäfte der diplomatischen Vertretung. ““
Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Loreley“ am 15. Juli in Piräus eingetroffen. 1 S. M. S. „Falke“ ist am 15. Juli in Esquimault
eingetroffen und geht morgen von dort nach Vancouver in See.
S. M. S. „Hansa“ ist mit dem Zweiten Admiral des Kreuzergeschwaders am 16. Juli in Kiukiang eingetroffen und geht heute von dort nach Hankau. .
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8 “ “
5 Bayern.
Bis gestern 6 Uhr Abends waren laut „W. T. B.“ von 159 Wahlergebnissen 154 bekannt. Danach stellen sich die Parteien im Landtage folgendermaßen: Zentrum 102 (+ 18), Sozialdemokraten 12 (+ 1), Demokraten 2 (+ 1), nieder⸗ bayerischer Bauernbund 3, Bund der Landwirte in der Pfalz und Oberfranken 4, konservative Bündler 10, Liberale 21. 5 noch fehlende Mandate fallen auf die Wahlkreise Neustadt a. H. (bisher 2 Liberale) und Landstuhl (bisher 3 Liberale), woselbst mehrere Wahlgänge nötig sind.
8 Sachsen⸗Coburg⸗Gotha.
Am Freitag begannen in Gotha die Abschiedsfeier⸗ lichkeiten zu Ehren Seiner Durchlaucht des Erb⸗ prinzen zu Hohenlohe⸗Langenburg, des Regenten des
Herzogtums. An diesem Tage verabschiedete sich Seine Durchlaucht, wie die „Coburger Zeitung“ berichtet, nach⸗ mittags 4 Uhr von der Beamtenschaft. Im Sitzungssaale des Friedrichstals hatten sich hierzu die Mitglieder des Herzog⸗ Uichen Staatsministeriums, des Land⸗ und der Amts⸗ gerichte sowie Abordnungen der übrigen Staatsbeamten, Geist⸗ liche, Lehrer, Forstbeamte und andere eingefunden. Dem Regenten wurde eine Dankadresse überreicht, für die er mit herzlichen Worten dankte und sich alsdann verabschiedete. — Am Abend fand eine Abschiedsfeier im Offizierkasino statt, die das hiesige Offizierkorps dem Regenten veranstaltete.
Am Sonnabendvormittag 11 Uhr empfing Seine Durch⸗ laucht den Ausschuß des Landtags des Herzogtums Gotha. Der Präsident Liebetrau hielt eine Ansprache. Der Regent antwortete in längerer Rede, dankte für die Anerkennung seiner Bemühungen dem Gothaer Lande und der Gothaer Bevölkerung, der er von Herzen zugetan sei; ferner dankte er dem Landtag für seine treue Mitarbeit und bat, Seiner Königlichen Hoheit
dem Herzog das gleiche Vertrauen entgegenzubringen.
rung gegenüber behaupten sollen.
Am Nachmittag fand die feierliche Einweihung des auf der Veste Wachsenburg neuerbauten Hohenloheturmes in Gegenwart des Regenten, Seiner Durchlaucht des Erb⸗ prinzen von JeEe1“ und Ihrer König⸗ lichen Hoheit der Erbprinzessin sowie zahlreicher geladener Gäste und einer großen Zahl von Besuchern aus der ganzen Umgegend statt. Der Kammerherr von Haeseler begrüßte das Regenten⸗ paar im Namen des Turmbaukomitees am äußeren Burgtor. h inneren Burghof hielt der Landtagspräsident,
berbürgermeister Liebetrau eine Ansprache, auf die der Regent mit warmen Worten dankte. Er sprach seinen innigsten und herzlichsten Dank aus an alle, die zum Bau des Turmes beigetragen hätten, und verband damit die Bitte, auch in Zukunft dessen zu gedenken, dessen Namen der Turm trage und der der Anwesenden stets in treuer An⸗ hänglichkeit bis an sein Lebensende gedenken werde.
Schwarzburg⸗Sondershausen.
Die Huldigungsfeier zum 25 jährigen Re⸗ gierungsjubiläum Seiner Durchlaucht des Fürsten Karl Günther von Schwarzburg⸗Sondershausen begann, wie „W. T. B.“ berichtet, gestern vormittag um 9 ½ Uhr auf dem Marktplatze zu Sondershausen in Gegen⸗ wart Ihrer Durchlauchten des Fürsten, der Fürstin und des Prinzen Leopold. Sie gipfelte in der Enthüllung des vom Lande als Jubiläumsgeschenk dargebrachten Brunnendenkmals. Die Festrede hielt der Oberbürger⸗ meister Bielfeld-Arnstadt. Seine Durchlaucht gab das Fichen zum Fallen der Fülla Der Oberbürgermeister Rösler⸗
ondershausen nahm das Denkmal namens der Stadt in Empfang und brachte ein Hoch auf den Fürsten aus. Nach einem Festhymnus erfolgte die Besichtigung des Denkmals unter Führung seines Schöpfers, des Professors Eberlein. Darauf be⸗
ann die E“ des Landes vor dem Fürstenpaar,
as eine Rundfahrt durch die festlich geschmückte Stadt unter⸗ nahm. Der Fürst erhielt von Ihren Majestäten dem Kaiser und König, dem König von Sachsen und anderen Fürstlichkeiten aus Anlaß seines Regierungsjubiläums herzliche Glückwunsch⸗ schreiben. Der Fürst stiftete eine Jubiläumsmedaille und machte eine Stiftung in Höhe von 50 000 ℳ für den Bau einer höheren Töchterschule und eine Stiftung in ungefähr gleichem Betrage zum Besten von Vereinen, Beamten und Veteranen. Ferner wurden alle bis zum gestrigen Tage wegen Uebertretungen verhängten Haft⸗ und Geldstrafen bis zu einem
Monat bzw. 100 ℳ erlassen.
esterreich⸗Ungarn.
Der leitende Ausschuß der ungarischen Koalition hat, wie „W. T. B.“ erfährt, beschlossen, heute eine Prokla⸗
mation zu erlassen, in der die autonomen Komitatsbehörden
über die Anschauung der Koalition belehrt werden sollen, sowie darüber, welche Haltung sie den Maßregeln der Regie⸗
Großbritannien und Irland. 1 Der Premierminister Balfour hat eine Versammlung der konservativen Partei einberufen, die, wie der „Standard“ an amtlicher Stelle erfährt, die
hat. sitzung sei in Aussicht genommen.
In der gestrigen Sitzung des Unterhauses erklärte, wie „W. T. B.“ berichtet, auf eine Anfrage der Staatssekretär für Indien Brodrick, die englische Regierung sei in der Lage gewesen, den Absichten der indischen Regierung hinsichtlich gewisser Aenderungen an dem Heeresorganisationsplane beizupflichten, ohne die Grundzüge des Planes zu berühren. Infolge der Anordnungen des Sprechers über das Verfahren, das bei der Beratung der Anträge, be⸗ treffkend Neueinteilung der Wahlkreise, einzuschlagen sei, erklärte der Premierminister unter lebhaftem Beifall der Opposition, daß er die Anträge zurückziehen werde. Er deutete jedoch an, daß er in der nächsten Session ein Gesetz darüber einzubringen gedenke. Der Unterstaatssekretär des Aeußern Earl of Percy erklärte auf eine Anfrage, die englische Regierung sei von der marokkanischen Regierung eingeladen worden, an der Konferenz teilzunehmen. Die englische Regierung habe darauf unter Vorbehalt einer befriedigenden Festsetzung über hrazranm, Zeit und Ort der Konferenz ihre Geneigtheit, an den Verhandlungen teil⸗ zunehmen, zu erkennen gegeben. Der Abg. Leng fragte an, ob einer der Punkte, auf Grund deren Deutschland und Frankreich übereinkamen, an der Marokkokonferenz teilzunehmen, nämlich wirtschaftliche Freiheit ohne jede Ungleichheit die „offene Tür“ für den fremden Handel be⸗ deute und ob demgemäß die englische Regierung eine Revision des englisch⸗französischen Abkommens vorschlagen werde insoweit, als dieses Abkommen für Frankreich nach dreißig Jahren ein Handelsmonopol in Marokko schaffe. Der Unterstaatssekretär Earl of Percy er⸗ widerte, von einer Revision der englisch⸗französischen Erklä⸗ rung, die keinerlei solche Bestimmung enthalte, wie Leng aus⸗ geführt habe, könne keine Rede sein. Bei der Beratung der Fremdenbill brachte die Regierung einen Antrag ein, nach dem der Mangel an Mitteln zum Lebensunterhalt kein Grund sein soll, einen Fremden auszuschließen, der nach England nur einwandern will, um zu vermeiden, daß er aus religiösen oder politischen Gründen oder wegen politischer Vergehen verfolgt oder um einer Verfolgung wegen religiöser Ueberzeugungen zu entgehen, bestraft werde. Der Antrag wurde angenommen, nachdem alle Redner dafür eingetreten waren, daß für Flüchtlinge, die aus politischen oder religiösen Gründen in
England eine Zuflucht suchen, das Asylrecht aufrechterhalten bleibe.
Frankreich.
Dem „W. T. B.“ zufolge ist das englische Ge⸗ schwader gestern nachmittag von Brest in See gegangen. Eine große Menschenmenge wohnte der Abfahrt bei.
Wie „W. T. B.“ erfährt, wird das französische Nordgeschwader am 7. August in Cowes eintreffen und am 14. August nach Frankreich zurückkehren. Der fran⸗ zösische Admiral wird mit 80 Offizieren und einer Anzahl Matrosen London, Portsmouth und Windsor besuchen
Rußland.
Die Regierung veröffentlicht im „Regierungsboten“ eine Bekanntmachung, in der es heißt:
Die russischen Arbeiter der Eisenbahnwerkstätten in Tiflis, gegen 1000 Mann, waren seit Beginn der Unruhen in der Stadt das Ziel der systematischen Verfolgungen der Agi⸗ tatoren. Am 14. d. M. wurde ein feiges Attentat auf die Arbeiter unternommen, die sich widersetzten und noch den Machenschaften der Revolutionäre Widerstand entgegenstellten. Um 8 Uhr Morgens erkrankten 20 Arbeiter, die zuerst von dem für sie bereiteten Tee genommen hatten, unter Zeichen von Vergiftung. Zehn von ihnen starben sofort, während fünf andere noch ernstlich und die übrigen Ftef gsensse schwer krank darniederliegen. In dem Teekessel wurde Arsenik gefunden. 8
agentur“ werden zur Ableistung ihrer Wehrpflicht in
Besprechung der Geschäftsordnung für den Rest der Session und der Frage der Neueinteilung der Wahlkreise zum Zweck Weder eine Auflösung des Unterhauses noch eine Herbst⸗
Keaft trat, bestand bekanntlich, abgesehen von den Bestimmungen des
Nach einer Meldung der „St. Petersburger Telegraphen⸗ em Jahre 475 246 Mann einberufen.
die 8 Kommandant der Festung Warschau, General⸗
major Plehwe ist laut „W. T. B.“ zum Kommandeur des
XIII. Armeekorps ernannt worden. .
Das Bureau des Semstwokongresses in Moskau hat dem Generalgouverneur erklärt, der Kongreß verletze nicht das Gesetz, sondern verfolge Zwecke, die dem Kaiserlichen Erlaß entsprächen. Der Generalgouverneur antwortete, die Polizei habe ohne sein Wissen die Sitzung schließen wollen, er werde sich jedoch in St. Petersburg dafür verwenden, daß der Kongreß gestattet werde. b
Vom 14. bis 16. Juli fand in Finnland ein Kongreß von Vertretern der Berufsverbände statt, in dem be⸗ chlossen wurde, alle demokratischen Elemente zu mobilisieren ur Veranstaltung von Massenkundgebungen gegen
ulygins Plan einer Reichsduma wie überhaupt gegen jede Volksvertretung, die nicht auf dem allgemeinen Stimm⸗ recht ohne Unterschied der Nationalität und der Konfession eruht. per Kapitän Wilhelms, der Kommandant der Flotten⸗ halbequipage in Reval, erklärt amtlich, daß auf dem Kreuzer Minin“ im Gegensatz zu den Meldungen russischer und aus⸗ ländischer Blätter Unruhen und Kundgebungen der Matrosen infolge schlechter Nahrung nicht stattgefunden hätten. Wie der „Königsberger Hartungschen Zeitung“ von zu⸗ perlaͤfiger Seite gemeldet wird, wurde vorgestern in Sessau in Kurland der Kirchenvorsteher Baron Bistram von Auf⸗ rührernerschossen. Der Baron Hahn⸗-⸗Platen wurde durch den Müller Wikone gerettet, der selbst einen Schuß in den Unterleib erhielt. Der Fürst Lieven, der Adelsmarschall von Kurland, reiste sofort nach St. Petersburg, um energische Maßnahmen gegenüber der Untätigkeit der Administration
durchzusetzen. d Dänemark.
Der Deutsche Kronprinz und die Kronprinzessin statteten gestern, wie „W. T. B.“ aus Aarhus meldet, dem Prinzen und der Prinzessin Christian von Dänemark auf Schloß Marselisborg einen Besuch ab.
Asien.
Nach einer Meldung der „St. Petersburger Telegraphen⸗ Agentur“ telegraphierte der General Linewitsch unter dem 5. Jult 8 8 liegt kein Bericht über einen Zusammenstoß mit dem Feinde vor. Am 14. Juli wurden zwei Torpedoboote auf der Fahrt nach der Amerikabucht gesichtet. Mehrere Torpedoboote sind in der Olga⸗ bai angekommen.
Unter dem 16. Juli telegraphierte der General, daß er in der Nacht vom 14. zum 15. Juli die Nachricht empfangen habe, die Japaner hätten Naibutschi an der Südostküste Sachalins beschossen.
Wie der „Standard“ aus Schanghai meldet, haben die Japaner in Kors akowsk vollständiges Material für eine 125 Meilen lange Feldbahn sowie 3000 Kulis gelandet. Die Gesamtstärke der japanischen Streitkräfte in Sachalin betrage 14 000 Mann aller Waffengattungen. — ”8 Befehl des Kaisers wird sich der Prinz Tsai⸗tsu mit sechs Vizepräsidenten der verschiedenen Behörden ins Ausland begeben, um fremde politische Systeme zu studieren.
’— Afrika.
Muley Omar, ein Bruder des Sultans, ist, wie „W. T. B.“ erfährt, von Fez nach Marrakesch abgereist, um die Steuern einzutreiben.
Aus Anlaß des französischen Nationalfestes hielt der französische Gesandte Taillandier einen privaten Empfang ab, zu dem alle hier weilenden Franzosen erschienen waren. Obwohl sonst keine Einladungen ergangen waren, sprach auch der Stab des englischen Gefundten Lowther vor und überbrachte Glückwünsche, ebenso der deutsche Gesandte Graf Tattenbach.
Nr. 28 des „Zentralblatts für das Deutsche Reich“, herausgegeben im Reichsamt des Innern, vom 14. Jult, hat folgenden Inhalt: 1) Konsulatwesen: Ernennungen; — Erequaturerteilung. — 2) Bankwesen: Status der deutschen Notenbanken Ende Juni 1905. — 3) Zoll⸗ und Steuerwesen: Veredelungsverkehr mit Reis, Tapioka und Arrowroot; — Bestellung eines Stationskontrolleurs. — 4) Polizeiwesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiet.
8 v“
Statistik und Volkswirtschaft.
Unfallversicherung in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Bevor in Deutschland die reichsgesetzliche Unfallversicherung in
Haftpflichtgesetzes, hbei Unfällen nur dann ein Anspruch des Arbeiters oder der Hinterbliebenen auf Gewährung von Entschädigung, wenn dieser Anspruch auf zivilrechtliche Bestimmungen begründet werden konnte. Dies war im allgemeinen nur dann der Fall, wenn ein Verschulden des Unternehmers, sei es bei eigenen Anordnungen, sei es bei der Wahl seiner Angestellten, vorlag. Das Verschulden eines Arbeits⸗ kollegen gewährte wohl einen praktisch wertlosen Anspruch gegen diesen, aber nicht einen Anspruch gegen den Unternehmer, und wenn ein eigenes Verschulden des verletzten Arbeiters Tö vorlag, fiel der Anspruch überhaupt fort. Das Unfallversicherungsgesetz ge⸗ währt jetzt bei jedem Betriebsunfall volle Entschädigung, und zwar owohl dann, wenn den Unternehmer keine Schuld trifft, als auch ann, wenn der verletzte Arbeiter selbst den Unfall durch eigenes Ver⸗ schulden, auch durch grobe Fahrlässigkeit, herbeigeführt hat. Nur senn de Verletzung absichtlich herbeigeführt war, fällt der An⸗ ruch fort.
In den Vereinigten Staaten von Amerika kesteht nun genau der Zustand, der vor dem Erlaß des Unfallversicherungsgesetzes in Deutsch⸗ land bestand, d. h. der verletzte Arbeiter kann nur dann von dem Unternehmer Entschädigung fordern, wenn er ihm ein Verschulden nachweist. Tatsächlich ist dieser Nachweis nur in Ausnahmefällen möglich und muß dann gewöhnlich durch ein kostspieliges Prozeßver⸗ fahren verfolgt werden. Im allgemeinen bleibt also der verletzte Arbeiter ohne Entschädigung, es sei denn, daß er sich selbst freiwillig versichert hat oder daß der Unternehmer es für ihn tut.
Der Staat Maryland hat nun vor drei Jahren den ersten chüchternen Schritt auf dem Wege der Zwangsversicherung gemacht. llein der Versuch mußte vach kurzer Dauer (Juli 1902 bis April 1904) aufgegeben werden, weil der höchste Gerichtshof des Staates in
Bulletin des Arbeitsamtes in Washington enthält einige nähere An⸗
Baltimore das Gesetz für C“ erklärte. Das neueste
gaben über die Bestimmungen und die Wirksamkeit des Gesetzes, die o von allgemei Interesse sind ““ 8
Danach beschränkte sich, wie wir der „Sozialkorrespondenz“ ent⸗ nehmen, das Gesetz auf Bergwerke, Steinbrüche, Eisen⸗ und Straßen⸗ bahnen und kommunale Hoch⸗ und Tiefbauten. In diesen Betrieben sollte der Unternehmer für alle Unfälle der Arbeiter haftpflichtig sein, wenn der Unfall durch Nachlässigkeit eines Arbeitskollegen veranlaßt war, und der Anspruch sollte auch durch die eigene Schuld des Ver⸗ letzten nicht ausgeschlossen werden. Von diesen Verpflichtungen konnte sich aber jeder Unternehmer befreien, indem er monatliche Zah⸗ lungen in eine staatliche Versicherungskasse leistete. Der Beitrag betrug jährlich 3 Doll. für jeden Angestellten bei der Eisen⸗ bahn, 1,80 Doll. für jeden Bergwerksarbeiter und 60 Cents für jeden Straßenbahnarbeiter. Die Hälfte des Betrages konnte den Arbeitern am Lohne gekürzt werden. Von den Bestimmungen des Gesetzes waren auch diejenigen Unternehmer befreit, die den Nachweis führten, daß sie selbst noch günstigere Entschädigungsbedingungen für ihre Arbeiter geschaffen hätten. Die einzige Leistung der Kasse war die, daß den Erben jedes bei einem Betriebsunfall getöteten Arbeiters eine einmalige Summe von 1000 Doll. ausgezahlt wurde. Bei sonstigen Unfällen wurde keinerlei Entschädigung gewährt. Im Vergleich mit der deutschen staatlichen Unfallversicherung waren also die Leistungen der Kasse ganz geringfügig. Es ist bezeichnend, daß auch dieser geringe Fortschritt wieder rückgängig gemacht werden mußte Für den Staat Maryland steht es nunmehr fest, daß eine staatliche Versicherungs⸗ gesetzgebung unmöglich ist. Nur durch ein allgemeines Gesetz der Vereinigten Staaten könnte Abhilfe geschaffen werden. Das ist aber für absehbare Zeit ausgeschlossen. 1
Der erwähnten Kasse sind während ihres Bestehens im ganzen 9 Gesellschaften beigetreten, die zusammen etwas mehr als 5300 Doll. einzahlten. Es traten 5 tödliche Unfälle ein, für die 5000 Doll. zu zahlen waren, die Verwaltungskosten betrugen 300 Doll., b die Kasse bei ihrer Auflösung keine nennenswerten Bestände aufwies. Nach Angabe der Geschäftsführer hätten die Erben der Getöteten nur in einem Falle begründete Aussicht gehabt, sich auf Grund des Zivil⸗ rechts eine Entschäͤdigung zu erstreiten, in den übrigen Fällen wären sie voraussichlich leer ausgegangen. 1 u“
Es ist eigentümlich, daß die „Unions“, d. h. die amerikanischen Gewerkschaften, nicht darauf dringen, daß die Unternehmer ihre Leute „freiwillig“ versichern. Eine derartige Bestimmung im Kollektiv⸗ arbeitsvertrag wäre gesetzlich in keiner Weise anfechtbar und würde, wenn allgemein durchgeführt, wohl die Betriebskosten etwas erhöhen, aber nicht die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmungen beeinträchtigen.
8
11“
Zur Arbeiterbewegung.
In Meerane haben, nach einer von „W. T. B.“ übermittelten Meldung dortiger Blätter, die Arbeiter der Färberei Vorne⸗ mann u. Batky, zusammen 700, heute die Arbeit niedergelegt, weil ihre Forderungen auf Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitezeit nicht bewilligt wurden. Auch in Glauchau haben, wie von dort gemeldet wird, gestern die Färbereiarbeiter beschlossen, in den Ausstand zu treten.
Aus Stuttgart wird der „Frkf. Ztg.“ berichtet: Die General⸗ versammlung des Verbandes Württembergischer Eisenbahn⸗
beamten faßte eine Resolution, in der die Hoffnung ausgesprochen wird, daß tunlichst bald für das gesamte Arbeiterpersonal der Eisen⸗ bahnverwaltung, nicht allein für dasjenige der Werkstätten, nach dem in Preußen und Baden geschaffenen Vorgang Arbeiterausschüsse gebildet werden. Eine Erhöhung der Lohnsätze in Verbindung mit einer anderweiten, speziell auch die älteren Arbeiter mehr als bisher berücksichtigenden Lohnregulierung wurde als wünschenswert erklärt, ebenso eine Verkürzung der Arbeitszeit.
In Basel ist, wie der „Berner Bund“ meldet, ein Ausstand der Schlosser, der vierzehn Wochen gedauert hat, jetzt auf Grund von Verhandlungen zwischen Meistern und Gesellen vor dem Einigungs⸗ amt beigelegt worden.
In Algier fand, wie der „Rh.⸗Westf. Ztg.“ telegraphiert wird, am Sonnabend in der Arbeiterbörse eine Versammlung statt, bei der 35 Arbeitersyndikate durch Delegierte vertreten waren. Nach längeren Beratungen wurde die Proklamation des allgemeinen Aus⸗
standes beschlossen. 8
Kunst und Wissenschaft.
Der IX. Internationalen Kunstausstellung zu München 1905 wurden zwei Bildnisse Seiner Königlichen Hoheit des Prinz⸗Regenten Luitpold von Professor Franz Stuck nach⸗ träglich noch eingefügt. Beide Porträts stellen den Regenten in der Tracht des Hubertus⸗Ritterordens dar.
Die Internationale kriminalistische Vereinigung wird, wie bereits kurz mitgeteilt wurde, zwischen dem 11. und 15. Sep⸗ tember d. J. ihren X. internationalen Kongreß in Hamburg abhalten. Das Programm der diesjährigen Tagung enthält folgende Vorträge: Professor Dr. Prins, „Die Schwierigkeiten des Straf⸗ problems in der Gegenwart; Professor van Hamel⸗Amsterdam, „Die Rehabilitation und die internationale Kriminalstatistik“; Regierungs⸗ assessor Dr. Lindenau vom Polizeipräsidium in Berlin und Dr. Hopff, Rat bei der Polizeibehörde in Hamburg, „Das internationale Ver⸗ brechertum und seine Bekämpfung“; Professor Dr. von Liszt: „Die Behandlung der vermindert Zurechnungsfähigen“. Während der Kongreßtage finden Besichtigungen der Gefängnis⸗ und Korrektions⸗ anstalten in Fuhlsbüttel, des gesicherten Hauses für geisteskranke Verbrecher, ferner Besichtigungen des Kriminalmuseums und des Asyls für Obdachlose statt. Schließlich wird auch den Kongreßteilnehmern durch die Polizeibehörde Gelegenheit ge⸗ boten werden, die berüchtigten Kaschemmen und Verbrecher⸗ keller zu besichtigen. Der Hamburger Senat wird die Teil⸗ nehmer am 12. September im Rathause empfangen, während der Ortsausschuß die Kongreßteilnehmer zu einem Mittagsmahl im Zoolo⸗ gischen Garten auf Donnerstag, den 14. September, eingeladen hat. Am 15. September findet eine Elbfahrt auf Einladung der Hamburg⸗ Amerika⸗Linie statt. Alle Anfragen sind an den Sekretär des Orts⸗ ausschusses, Rechtsanwalt Dr. Bintz, Hamburg, Börsenbrücke 2, zu richten. en;
Land⸗ und Forstwirtschaft.
Ernteaussichten in Rußland.
Das Kaiserliche Konsulat in Helsingfors berichtet unterm 27. v. M.: Die amtlichen Berichte über den Stand der Saaten in Finnland und die Aussichten für die diesjährige Ernte sind jetzt unter dem Datum von Mitte Juni für Abo⸗Björneborgs⸗Län, Wasa⸗Län und Uleäborgs⸗Län veröffentlicht worden.
Diesen Bexichten zufolge sind die Wintersaaten, Roggen und Weizen, im Abo⸗Björneborgs⸗Län im vergangenen Herbst gut und dicht aufgegangen und sehen mit Ausnahme eines kleineren Distrikts vielversprechend aus. Man erwartet bei fortgesetzt günstiger Witterung einen mittelmäßigen oder besseren Ertrag. Ungefähr das Gleiche gilt für Wasa⸗Län. Im Uleaborgs⸗Län sind die Roggensaaten zwar auch gut durch den Winter gekommen und zeigen ein befriedigendes Aus⸗ sehen, sie stehen aber infolge langdauernder Trockenheit jetzt etwas weniger dicht. 1
Die Frühjahrssaaten, Gerste und Hafer, haben zwar im Abo⸗Björneborgs⸗Län unter trockener Witterung zu leiden gehabt, in⸗ dessen hofft man trotzdem auf eine mittelmäßige Ernte, wenn das Wetter günstig wird. Im Wasa⸗Län erfolgte die Aussaat bei
ünstigem Wetter und ist fast überall beendet. Mangel an Saatkorn at sich nur an einer Stelle geringerer Ausdehnung bemerkbar gemacht. Auch im Uleäborgs⸗Län ist bei günstigem Wetter, und ohne daß es an Saatkorn fehlte, ausgesät worden. 8 8
Für Kartoffeln hat es in keinem der erwähnten Läne an Aus⸗ saatgut gefehlt. Im Uleaborgs⸗Län hat man mit dem Setzen der Kartoffeln Mitte Mai begonnen, in den beiden anderen Länen ist die
Arbeit bereits beendet. In allen drei Länen war die Witterung günstig.
Der Kaiserliche Konsul in Moskau berichtet unterm 29. v. M.: Zeitungsnachrichten zufolge ist der ganze Mai und auch bisher der Juni im allgemeinen für die Saaten viel zu heiß und trocken gewesen. Dies trifft insbesondere für den zentralrussischen Rayon zu, wo seit Anfang Mai nur während weniger Tage geringe Regen niedergegangen sind. Infolge dieser Witterungsver⸗ hältnisse kann, der durchschnittliche Stand der Saaten für alle Ge⸗ treidearten höchstens befriedigend genannt werden, wobei für Winter⸗ getreide eine beinahe mittlere Ernte, für Sommergetreide eine solche über Mittel in Aussicht genommen werden kann.
Der Winterweizen verspricht durchschnittlich einen nahezu mittleren Ertrag. In den Gouvernements Rjäsan, Tambow, Pensa und in einzelnen Teilen der Gouvernements Tula, Woronesch, Saratow wird der Ertrag voraussichtlich unter Mittel bleiben, in einzelnen Kreisen der Gouvernements Rjäsan, Tambow und Woronesch wird er wahrscheinlich sogar geradezu schlecht sein. In den übrigen Gouvernements des Konsulatsbezirks steht der Winterweizen befriedigend. Der Roggen verspricht durch⸗ schnittlich einen Ertrag über Mittel. In den Gouvernements Samara, Wjatka, Pensa, Rjäsan und in der Mehrzahl der Kreise von Tambow, Wladimir, Saratow und Woronesch dürfte die Roggenernte unbefriedigend, stellenweise sogar schlecht aus⸗ fallen. Der Sommerweizen steht im allgemeinen be⸗ friedigend und verspricht einen Ertrag über Mittel. In den Gouvernements Perm und Ufa steht er gut, im größten Teile von Samara, Woronesch, Pensa und Tambow sowie in einzelnen Kreisen der Gouvernements Saratow und Simbirsk dagegen unbe⸗ friedigend. Der Hafer verspricht gleichfalls im ganzen einen Ertrag über Mittel. Im größeren Teile der Gouvernements Perm, Ufa, Kasan und beinahe im ganzen Gouvernement Jaroslaw, auch in Teilen des Goupernements Wladimir steht er gut. Unbefriedigend und stellenweise schlecht dagegen sind die Aussichten in Rjäsan, Tambow Woronesch, teilweise auch in Pensa, Saratow, Samara. Auch die Gerste zeigt im allgemeinen einen befriedigenden Stand und ver⸗ spricht einen Ertrag über Mittel. In Perm sind die Aussichten gut. Unbefriedigend sind sie nur im Gouvernement Samara und in der Mehrzahl der Kreise von Woronesch und Saratow.
Seit dem 23. d. M. hat sich in Moskau und im Zentralrayon die Witterung nicht erheblich geändert; die niedergegangenen Gewitter⸗ regen haben einige Abkühlung gebracht, aber keine ausreichende Feuchtig⸗ keit, die den Saaten dringend Not tut.
Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗ maßregeln.
Teheran, 17. Juli. (W. T. B.) Auf einigen Inseln im Persischen Golf ist die indische Pest aufgetreten. Der Dampferverkehr zwischen Buschir und Bahrein ist zeitweilig eingestellt und eine Quarantäne angeordnet worden.
Verkehrsanstalten.
Nächste Postverbindung nach Swakopmund und Lüderitzbucht für Briefsendungen mit englischem Dampfer über Kapstadt, ab Southampton am 22. Juli, in Kapstadt am 8. August, von da weiter mit nächster Gelegenheit. Letzte Beförderungen am 21. Juli ab Cöln 6,1 Nachmittags, ab Oberhausen 7,24 Nachmittags, ab Berlin Schlesischer Bahnhof 11,23 Vormittags. Die nächste Swakopmund, Abgang am 2. Juli, ist zu erwarten am 23. Juli.
Die seit 40 Jahren bestehende Reederei „Anglo⸗Belgian Prince Line“ hat in ihren Betrieb zwei neue Dampfer „Prince Léopold“ und „Prince Charles“ eingestellt. Beide sind in Schott⸗ land gebaut, nur für den Gütertransport eingerichtet und haben eine Tragfähigkeit von je 700 t. Sie verkehren zweimal wöchentlich zwischen Brüssel und London und benutzen die Wasserstraße: Brüssel⸗ Kanal — Pugel —Antwerpen. In Antwerpen haben sie keinen Aufent⸗ halt. Die Fahrten von Brüssel finden Dienstags und Sonnabends die von London Mittwochs und Sonnabends statt und dauern ungefähr 30 Stunden. Für den Hinweg dienen als Fracht: Kartoffeln, Ge⸗ müse, Früchte, Glas und Kurzwaren, für die Rückfahrt in erster Linie Bier, dann Whisky, Kaffee und andere Kolonialwaren. Mangel an Fracht ist nie vorhanden. (Bericht des Kaiserlichen Konsulats in
Theater und Musik.
“ Neues Königliches Operntheater.
Der Spielopernzyklus wurde gestern mit einer gelungenen Auf⸗ führung von Rossinis komischer Oper „Der Barbier von Sevilla“ fortgesetzt. Die sorgsame Einstudierung, die feinsinnige musikalische Leitung sowie das flotte Zusammenspiel machten ch bei dieser Vorstellung angenehm bemerkbar. Namentlich verdient die sehr dezente Orchesterbegleitung besondere Anerkennung. Den größten Erfolg erzielte Fräulein Else Norden, die die Partie der Rosine in frischer, launig⸗graziöser Weise sang. Ihre leicht ansprechende, zarte Kopfstimme erreicht mühelos eine bedeutende Höhe und zeigt im Ziergesang eine große Fertigkeit. In der als Einlage im dritten Akt gesungenen „Nachtigallenarie“ von Maffé kamen die Vorzüge ihrer wohlgeschulten Stimme ganz besonders zur Geltung und trugen ihr den rauschenden Beifall des gut besuchten Hauses ein. Ihr Partner, Herr Siewert (Almaviva), stand ihr an Kehl⸗ fertigkeit zwar nach, auch versagten bei ihm manche Töne, trotzdem wurde er seiner Aufgabe im allgemeinen gerecht. Herr Leonhardt war ein recht tüchtiger Figaro, ebenso boten die Herren vom Scheidt (Bartholo) und Lohfing (Basilio) sehr annehmbare Leistungen. Vor⸗ nehmlich trat der letztgenannte mit seiner schönen, kraftvollen Baß⸗ stimme und dem maßvoll⸗komischen Spiel hervor. Der Leiter der Aufführung, der Großherzogliche Oberregisseur Gura, konnte mit dem Erfolg zufrieden sein.
In der Morwitz.Oper im Schillertheater 0. Pht am Freitag zum ersten Male „Die verkaufte Braut“, komische Oper in drei Akten von Friedrich Smetana, mit den Damen Margarete Franken⸗ stein, Marta Schereschewsky, Julie Raddatz und den Herren Bruno ehb. Clemens Schmidek, Ludwig Frank, Theo Ravpen und Georg Runsky in den Hauptrollen in Szene. Die Regie führt Adolf Carlhof, Dirigent ist Joseph Wolf. 8
Für die zehn großen Philharmonischen Konzerte in der kommenden Saison unter Professor Arthur Nikischs Leitung sind u. a. folgende größere symphonische Werke zur erstmaligen Aufführung in Auesicht genommen: Sinfonietta von Mar Reger, „Eine Symphonie“ (III1) von Alexander Secriabine und die Symphonie⸗ phantasie „Am Thuner See“ von Felir Dräseke. ö1“
Mannigfaltiges.
Berlin, den 18. Juli 1905.
Ueber die Witterung im Monat Juni 1905 berichtet das Königliche Meteorologische Institut auf Grund der angestellten Beobach⸗ tungen folgendes: Wie schon der Mai als letzter Frühlingsmonat zu warm gewesen ist, so war es in erhöhtem Maße der eben vergangene erste Sommermonat. Zwar brachte auch er um die Pfingstzeit eine Reihe kühler Tage; jedoch lag vorher und nachher die Temperatur meist über der normalen, sodaß sich allenthalben für den Juni ein zu hohes Monatsmittel ergab. Den größten Wärmeüberschuß hatte Ostpreußen mit 3°, während er Bʒ betrug. Ledig⸗ lich nach der Niederschlagsmenge beurteilt, war der Juni fast überall