Partei.
Ackerbau: Rechtsanwalt Draskowitsch.
v Serb 1“ Nach einer Meldung des Wiener „Telegr.⸗Korr.⸗Bureau hat das Kabinett Stojanowitsch seine Demission überreicht, da mit der Durchführung der Wahlen seine Mission beendet sei. Der König hat die Demission angenommen und das Präsidium der Skupschtina in den Konak berufen. Am Nachmittag unterzeichnete der König einen Ukas, betreffedd die Bildung einer endgültigen parlamen⸗ tarischen Regierung aus den Reihen der jungradikalen S ist das neue Kabinett folgendermaßen zu⸗ sammengesetzt: Präsidium und Kultus: Ljuba Stojano⸗ witsch; Aeußeres: Zujowitsch; Inneres: Pawicewitsch; Krieg: Oberst Antonitsch; Bauten: Todorowitsch; Finanzen: Dr. Markowitsch: Justiz: Advokat Pecitsch; its Außer den letzt⸗ genannten beiden Ministern waren alle übrigen schon Mitglieder
des alten Kabinetts.
Schweden und Norwegen.
Der König hatte, wie „W. T. B.“ erfährt, am 28. Juli, als ihm der Reichstagsbeschluß über die Unionsfrage vor⸗ gelegt wurde, beschlossen, dieser solle vorläufig nur ver⸗ anlassen, daß eine Abschrift des Reichstagsbeschlusses dem
norwegischen Präsidenten des Storthings zugestellt werde.
8
der Beschluß dem König
Staatsrat wurde
abgehaltenen 1 vorgelegt. Gleich⸗
Tage aufs neue
In einem dieser
Feitig mit der Vorlegung stellte der Justizminister Berg
em König anheim, zu beschließen, daß, wenn nach der neuen Wahl zum Storthing oder nach der Volksabstimmung von
seiten Norwegens das Verlangen nach Aufhebung der Reichs⸗
b
akte und Unionsauflösung ausgesprochen werde, sofort die Verhandlungen von der im Reichstagsschreiben genannten Art eingeleitet werden sollten. Der Vorschlag des Justizministers,
dem auch die übrigen Staatsratsmitglieder beitraten, fand
darauf die Zustimmung des Königs.
Der
Dem norwegischen Präsidenten des Storthing sollte hiervon Mitteilung gemacht werden.
Bei der Volksabstimmung in Norwegen wurden bis heute früh 9 Uhr 292 300 Stimmen mit „ja“ und 136 mit „nein“ abgegeben. In Christiania stimmten von 38 720 Stimm⸗ berechtigten 31 097 mit „ja“, 40 mit „nein“.
Amerika.
Nach einer Meldung des „Reuterschen Bureaus“ trafen die russischen und die japanischen Friedensbevoll⸗ mächtigten vorgestern vormittag um 9 ½ Uhr im Marine⸗ arsenal in Portsmouth ein. Die Sitzung wurde sogleich eröffnet und dann um 10 Uhr 40 Minuten vertagt. Minister Witte übergab die russische Antwort auf die Friedensbedingungen. Die japanischen Be⸗ vollmächtigten hielten darauf unter sich eine Sitzung ab, um ihre Entgegnung zu beraten. Sie stimmten dem Ersuchen Wittes zu, daß die japanische Antwort ebenso beschleunigt er⸗ ledigt werden solle, wie die russische gegeben worden sei, und versprachen, am Nachmittag oder den folgenden Tag um 3 Uhr die Antwort zu überreichen. Schließlich nahmen die Vertreter
beider Staaten um 3 Uhr Nachmittags die Sitzung wieder auf. In der Sitzung wurde, ohne daß ein Beschluß gefaßt
wurde, die Bestimmung besprochen, wonach der überwiegende Einfluß Japans von Rußland anerkannt werden solle. Die Sitzung wurde nach dem offiziellen Bericht um 7 Uhr ge⸗
schlossen 11““ ie „W. T. B.“ erfährt, verlautet, die russische Ant⸗ wort auf die japanischen Bedingungen prufe der Reihe
nach die Bedingungen und lege sodann die Ursachen und
Gründe für die Entscheidung dar, zu der man in jedem ein⸗ elnen Falle gelangt sei. Der Beweisführung gegen die ezahlung einer Entschädigung oder gegen eine Sedieisablretun liege die allgemeine Anschauung zu Grunde, daß Rußkand für den Krieg nicht verantwortlich sei und daß, da Rußland noch zur Fortsetzung des Kampfes vorbereitet sei und auch diese Konferenz nicht nachgesucht habe, nicht als ein besiegtes Land, das um Bedingungen bitte, an⸗ zusehen sei. Rußland wünsche nur den Frieden, wenn ein ehrenvoller Frieden möglich sei; es könne weder einwilligen, den Japanern Kriegskosten zu zahlen, noch Gebiet ab⸗ zutreten. Die Beweisführung laute ungefähr, wie folgt: Rußland sei nicht besiegt; es habe Schlappen erlitten, aber es sei nicht gezwungen, unter allen Umständen Frieden an⸗
zunehmen. Rußland wünsche den Frieden jetzt, wie immer und
wie es ihn gewünscht habe, bevor Japan die Feindselig⸗ keiten eröffnete. Daß Rußland den Krieg nicht herbeigesehnt oder gewuͤnscht habe, gehe daraus hervor, daß es weder in militäͤrischer Hinsicht, noch in der Verwaltung auf den Krieg vorbereitet gewesen sei. Gegen Rußland könne mit Recht vielleicht nur die eine Beschuldigung erhoben werden, die Gelegenheit gegeben zu haben, die Japan gesucht habe und auf die Japan seit 10 Jahren sich vorbereitet habe, nämlich Krieg mit Rußland anzufangen. Die Verantwortlichkeit für den Krieg ruhe auf Japan und nicht auf Rußland.
Nach einer weiteren Meldung des „Reuterschen Bureaus“ aus Caräcas ist der Präsident Castro wieder zurückgekehrt. Die venezolanische Regierung unterzeichnete einen mit Schneider u. Co. in Creuzot abgeschlossenen Vertrag, betreffend Lieferung von acht Feld⸗ und vier Gebirgsbatterien.
Asien. 8 Nach einer Meldung des „Reuterschen Bureaus“ aus
Tokio ist der ehemals russische Panzerkreuzer „Pallada“
im Hafen von Port Arthur wieder flott gemacht worden.
Der „St. Petersburger Telegraphenagentur“ wird aus Teheran unter dem gestrigen Datum telegraphiert, daß nach einer dort eingegangenen Meldung die Engländer an der Grenze zwischen Persien und Beludschistan eine rege Tätigkeit entwickelten. Sie planten allem Anschein nach, die strategisch wichtigen, gut bewässerten Punkte Laodis, Dusab und Mirdshiwa in Besitz zu nehmen. Den letzt⸗
enannten Punkt hätten sie bereits besetzt gehabt, ihn aber an Persien zurückgeben müssen. Es verlaute, die persische Re⸗ gierung wolle ihren angeblich käuflichen, die persischen Inter⸗ essen schädigenden Kommissar von dort abberufen. Die Eng⸗ länder hätten die Absicht, im Herbst in dem an Beludschistan grenzenden persischen Gebiet eine Telegraphenlinie zu errichten.
Nach einer Meldung der „St. Petersburger Telegraphen⸗ Agentur“ sind die Unruhen in Kerman in Persien unter⸗ drückt worden. —
Afrika.
Wie „W. T. B.“ meldet, besagt ein Brief aus Fez⸗ daß Graf Tattenbach den Gesandten Frankreichs und Englands zu Ehren am vergangenen Freitag ein Diner veranstaltet habe.
1 Parlamentarische Nachrichten.
Bei der Landtagsersatzwahl, die in dem die Land⸗ kreise Jauer, Bolkenhain und Landeshut umfeassenden 6. Wahlbezirk des Regierungsbezirks Liegnitz am 12. d. M.
wv hat, ist, nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Breslau, der Landesälteste von Webern⸗Hohenfriedberg (kons.) mit 238 Stimmen an Stelle des Rittergutsbesitzers und Landesältesten Freiherrn von Reicchegeh es2 50 (kons.), der sein Mandat niedergelegt hat, gewählt worden.
Statistik und Volkswirtschaft. achtvieh⸗ und Fleischbeschau im DeutschenReich. Zahl der im 2. Vierteljahr 1905 beschauten Schlachttiere. Zusammengestellt im Kaiserlichen Statistischen Amt.
Zahl der Tiere, an denen die Schlachtvieh⸗ und Fleischbeschau vorgenommen wurde
Pferde 18b V andere V Ochsen Einhufer
Landesteile d
8
Kälber rinet bis Schweine Schafe
3 Monate alt
Jung. Kühe V
3 533 2 420 10 664 10 247 3 418 2 478 12 798 6 182 3 393 8 285 5 228 1 566 8 763 23
I 1 888 8 170 1 441 Stadt Berlin . 2 893 18 932 Provinz Brandenburg. x 1 547 3 358 ommern.. b 406 430 chlesien. Sachsen. Schleswig⸗Holstein. Hannover. Westfalen ... Hessen⸗Nassau. Rheinland. . Hohenzollern. 1
312
Provinz Ostpreußen. Westpreußen.
DobOo bO O0d9d O⸗. =DSUDSb ☛ꝙ—22=2G
—
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16 901 13 620 117 126 31 714 26 100 12 978 23 721 25 807 7131 23 503 3 886 13 772
72 643 65 641 246 567 187 838 65 710 86 008 256 667 155 542 61 406 97 506 36 168 61 607 119 598 15 270 56 417 114 628 63 094 118 556 308 221 272 846 1 351
34 013 29 187 51 717 63 196 29 052 45 122 123 072 44 789 32 237 40 017
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36 362 19 451 12 333 11 986
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74 015 78 998
Bavern rechts des Rheins ... 28 340 12 701 Bavern links des Rheins. . . . 1 839 953
251 046 729 828 1 839 326
41 837 198 284 337 119 3 246 14 325 40 606
29 179 13 654
10 497 10 504 4 217 6 486 6 411 2 248
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Mecklenburg⸗Schwerin. 8 1 673
Sachsen⸗Weimar.. . 290
Mecklenburg⸗Strelitz. . Z.““ 87
Oldenburg. 584
Braunschweig... 2 284
Königreich Sachsen. Württemberg... Paäbein Hessen.
Sachsen⸗Meiningen. ““ 3 194 Seier . “ 25 332 Sachsen⸗Coburg⸗Gotha.. 8 2 126 Anhalt.8 , 1 721 Schwarzburg⸗Sondershausen. . 67 Schwarzburg⸗Rudolstadt.. 1mp““ 38 Waldeck .. .. 1“ 11 39 heuß ältere Linie . 8 101 Schaumburg⸗Lippe. “ 1“ 24 AMbek . “ L“ 209 Bremen . 1 912 1 808 Hamburg . . . . 721 1 71 Elsaß⸗Lothringen . . . . . . 4 828 75 Deutsches Reich. . 143 880 Dagegen im 1. Vierteljahr 1905 142 039 ö“ 4. 1904 152 860 145 682
125 046 112 663 111 732 128 553
19 696
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49 059 16 130 8 420
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377 725 37 132 2 625 123 871 268 049 9 541 20 168 48 690 111 360 9 838 2023 46 168 105 952 10 628 8 834 21 453 76 881 9 512 3 307 19 010% 23 816 1 198 2 160 7 060 19 772 . 2 342 334 2 756 3 650 5 22 1 695 . 366 11 466 2 90 1 275 2 732 1b 36 200 5 345 81 1 259 13 315 893 1 839 11 237 2 714 1 496 17 402 480 1 634 19 502 2 92 124 773 5 424 43 577 4 720 49 201 1 1 003 75 512 A“ 4 327 27 1 119 1 10 893 257 26 784 600h0 253 24 3 056 IIEA31X“ 7 157 779 7 20 531 3 144 71 551 39 754
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405 746 412 666 410 340 379 179
152 908 939 107 699, 1 785 136 957 1 762 44 223] 762.
Das Kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung hat in diesen Tagen ein umfangreiches Werk: Versicherungs⸗ statistik für 1902 über die unter Reichsaufsicht stehenden Unternehmungen herausgegeben. In dieser Veröffentlichung, die bei J. Guttentag, Verlagsbuchhandlung, G. m. b. H. in Berlin, er⸗ schienen ist, werden alle größeren deutschen privaten Versicherungs⸗ unternehmungen auf Grund amtlich gewonnenen Materials in um⸗ fassender Weise statistisch behandelt.
Die Anordnung des Stoffes ist unter Berücksichtigung der fünf Gruppen erfolgt, die in § 8 der Kaiserlichen Verordnung vom 23. De⸗ zember 1901, betreffend das Verfahren und den Geschäftsgang des Aufsichtsamts, aufgeführt sind. .
Der Hauptteil des Werkes umfaßt 384 Seiten und bietet sta⸗ tistische Tabellen im Anschluß an die dem Amt von den beaufsichtigten Unternehmungen gemachten Vorlagen. Sie beziehen sich auf den Versicherungsbestand Ende 1902 und dessen Bewegung innerhalb dieses Jahres, ferner auf die Betriebsrechnung und Bilanz für den Schluß des Berichtsjahres, und zwar getrennt nach deutschen allgemeinen Unternehmungen, Versicherungseinrichtungen größerer deutscher Berufs⸗ vereinigungen und ausländischen Gesellschaften.
Die Ergebnisse der einzelnen Tabellen sind in der 77 Seiten starken Einleitung summarisch dargestellt. Hier finden sich auch kurze geschichtliche Angaben über die Gründung einzelner Versicherungs⸗ unternehmungen und über die Zeit der Aufnahme des Geschäftsbetriebs in den einzelnen Versicherungszweigen.
Außerdem werden demnächst zugleich mit dem zur Veröffentlichung gelangenden Geschäftsbericht des Aufsichtsamts für 1904 die vor⸗ läufigen Ergebnisse des Betriebs der dem Amte unter⸗ stehenden größeren Versicherungsunternehmungen im Geschäftsjahre 1904 bekannt gegeben werden. Die Veröffent⸗ lichung einer vorläufigen Statistik will dem Uebelstande begegnen, daß infolge der notwendigen Prüfung der Senöb und der hieran sich anschließenden Verhandlungen die Bearbeitung und Ver⸗ öffentlichung einer endgültigen Statistik in der Regel nicht früher mbalich 8* wird als in dem zweiten Jahre, das auf das Berichts⸗ jahr folgt.
Verschuldung der ländlichen Freebeliter im Osten und 1.“ im Westen Preußens 1902. Wenn nach unseren bisherigen Ausführungen *) für den Gesamt⸗ staat die allgemeine Durchschnittsverschuldung der selbständigen Land⸗ wirte im Hauptberufe verhältnismäßig niedriger zum Ausdruck ge⸗ kommen ist, als man angesichts der bekannten ungünstigen Lage der Landwirtschaft vielfach erwartet haben wird, so beruht dies vorzugs⸗ weise auf der ausgleichenden Einwirkung, welche die zusammenfassende Behandlung einmal der unverschuldeten und der verschuldeten und sodann der „östlichen“ und der „westlichen“ Grundbesitzer auf die Gesamtver⸗ schuldungsziffer ausübt. 1“ 8
In ersterer Hinsicht sei darauf hingewiesen, wie bei der Dar⸗ stellung der gesamten ländlichen Verschuldung der nicht verschuldete Besitz natürlich nicht ausgeschieden werden darf. Will man aber auf die wirtschaftlichen Verhältnisse der Verschuldeten näher eingehen, so hat man auch bei der Berechnung von Durchschnitten nur die⸗ jenigen Grundeigentümer, welche überhaupt Schulden haben, zu be⸗ rücksichtigen, weil andernfalls die Lage der Verschuldeten zu günsti und die der Unverschuldeten zu unvorteilhaft erscheint. Deshalb
“) Nr. 7, 62 und 89 des „Reichs⸗ und Staatsanzeigers“.
werden später die Verschuldeten und die Schuldenfreien auch je unter sich behandelt werden.
Bei Gegenüberstellung des Ostens und Westens der Monarchie ergibt die nachfolgende Uebersicht, daß die Durchschnittsverschuldung in den östlichen Provinzen (Ost⸗ und Westpreußen, Brandenburg ein⸗ schließlich des Stadtkreises Berlin, Pommern, Posen und Schlesien) zusammen mit fast zwei Fünfteln des Werts des gesamten Brutto⸗ vermögens weit — und zwar um das Doppelte — höher ist als in der Gesamtheit der übrigen, westlichen, wo sie noch nicht ein Fünftel ausmacht. Es beträgt nämlich:
die Zahl der Grundeigentümer
v. H. in der Ein⸗
kommensgruppe
die Verschuldung Hundert⸗ teile des Gesamtvermögens
in der Einkommens⸗
Reinertrags⸗ über von ℳ über. gruppe von . ℳ klasse von haupt über über haupt über über
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900 bis bis 3000 900 bis bis 3000
1500 3000
1500 3000 11““ in den östlichen Provinzen insgesamt: 51 567 81,8 17,4 0,7 0,1 67 614 62,0 36,0 1 72 974 4 52 586 — 5
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in der Grundsteuer⸗
60 — 90
90 — 150 150 — 300 300 — 750 750 — 1500 1500 — 3000 5 533 3000 u. mehr 5 764 1, zusammen 271 858 41,
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rundbesitzer mit Haupterwerb aus Land⸗ oder Forstwirtschaft nicht ganz doppelt, in der untersten dagegen mehr als dreimal so hoch wie die westlichen überhaupt verschuldet. Besonders ungünstig steht im Osten die Reinertragsklasse von 1500 — 3000 ℳ mit einer allgemeinen Durch⸗ schnittsverschuldung von 54,5 Hundertteilen des Gesamtvermögens da. In einer Anzahl von Einkommensgruppen steigt sie noch weit über die Hälfte des letzteren hinaus, so vor allem bei den östlichen
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Eigentümern mit 1500 ℳ Grundsteuerreinertrag und darüber, soweit sie kein Einkommen von mehr als 3000 ℳ haben, bis auf über vier ünftel des gesamten Vermögenswerts. Bei den westlichen Grund⸗ esitzern dieser Gattung ist übrigens ebenfalls das Bild der Ver⸗
schuldung ein wenig erfreuliches. 8
Auch mit den Einkommensverhältnissen ist es im Osten viel schlechter als im Westen bestellt. In jenem haben etwas mehr als zwei Fnfte in diesem dagegen nur über ein Viertel der selbst⸗ ständigen Landwirte im Hauptberufe ein 900 ℳ nicht übersteigendes Reineinkommen. Anderseits sind die Besitzer mit Einkommen von mehr als 3000 ℳ in den westlichen Landesteilen erheblich zahlreicher
als in den östlichen vertreten.
Der allgemeine Verband der deutschen Erwerbs⸗ und Wirtschaftsgenossenschaften wird in diesem Jahre vom 4. bis 8. September in Westerland auf Solt tagen. Auch diesmal bietet die umfangreiche Tagesordnung eine ülle wichtiger und interessanter Fragen aus den verschiedensten Ge⸗ ieten des Genossenschaftswesens. 1 1
Von den alle Arten von Genossenschaften gemeinsam betreffenden Angelegenheiten sei zunächst ein Antrag erwähnt, der eine Frage zur Erörterung bringt, die für die weitesten kaufmännischen Kreise von Bedeutung sein dürfte: die Anforderungen, die an ein deutsches Scheckgesetz zu stellen sind. Ein Vortrag über die Erfahrungen mit dem Genossenschaftsgesetz in der neuen Fassung wird in genossen⸗ schaftlichen Kreisen lebhaftem Interesse begegnen. Ein Antrag behandelt die bei manchen Genossenschaften gebildeten Sterbekassen und be⸗ schäftigt sich mit der bereits während des vorjährigen Genossenschaftstags den Genossenschaften empfohlenen Volksversicherung. In einem weiteren Antrag wird der Uebergang von Genossenschaften zur Form der Aktiengesellschaft zur Sprache gebracht werden.
Bei den Spezialverhandlungen der Kreditgenossenschaften wird ein Antrag, der die Regelung des Wechselprotestes betrifft, Gegenstand weitgehenden Interesses sein. Weitere Anträge betreffen die Grundsätze für die Giroverbindlichkeiten, insbesondere ihre Behandlung in der Bilanz und ihr Verhältnis zum Betriebskapital, ferner die Annahme fremder Gelder gegen Schuldschein mit langer Kündigungsfrist, die Gewährung von Baugeldkrediten, sowie endlich die von den Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht einzuhaltende Mindesthöhe des Geschäftsanteils.
Den Konsumvereinen wird die Trennung des Lieferanten⸗ geschäfts vom eigenen Geschäft empfohlen werden. Ein Vortrag wird die Stellung der Handels⸗ und Handwerkskammern beleuchten, welche diese Organe in ihren Berichten den Konsumvereinen gegenüber ein⸗ nehmen. Außerdem wird über die Grundsätze für die Anstellung und Entlassung von Arbeitern bei Konsumvereinen sowie für die Divi⸗ dendenverteilung beraten werden. 1
Den Baugenossenschaften werden Leitsätze für die Stärkung des genossenschaftlichen Betriebskapitals gegeben werden. Ein Antrag bezweckt, durch Aufstellung der Vorbedingungen für die Er⸗ richtung von Baugenossenschaften vor übereilter Gründung nicht lebensfähiger Vereine zu warnen. Neben einer die Gliederung des Vorstands betreffenden Frage wird ferner ein Antrag zur Be⸗ schlußfassung kommen, der den Baugenossenschaften empfiehlt, keine Kreditgeschäfte zu treiben.
ie alljährlich, so erscheint auch diesmal gelegentlich des All⸗ emeinen Genossenschaftstags das „Jahrbuch des Allgemeinen Verbandes“ dessen statistische Zahlen den Nachweis einer nicht unerheblichen Steigerung des Geschäftsbetriebs der dem Allgemeinen Verbande angehörenden Genossenschaften erbringen. 8
Von den zur Zeit dem Allgemeinen Verbande angeschlossenen 962 Kreditgenossenschaften haben 908 zur Steatistik berichtet, die 523 419 Mitglieder aufweisen. Die Gesamtsumme der gewährten Kredite und Prolongationen betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 2 702 399 240 ℳ Das Gesamtbetriebskapital stellte sich zu Ende des Jahres 1904 auf 1 020 129 188 ℳ; hiervon entfielen auf das eigene Vermögen (Geschäftsguthaben und Reservefonds) 217 794 936 ℳ, auf fremde Gelder 802 334 252 ℳ 8 8
Von den dem Allgemeinen Verbande angeschlossenen 221 Konsum⸗ vereinen haben 252, die einen Stand von 255 916 Mitgliedern darstellen, zur Statistik berichtet. Diese hatten in 461 eigenen Lagern einen Verkaufserlös von 55 307 361 ℳ Das Gesamtbetriebs⸗ kapital betrug 10 192 916 ℳ und bestand aus 7 114 498 ℳ eigenem Vermögen und 3 078 418 ℳ aufgenommenen fremden Geldern. Der Reingewinn betrug 5 976 881 ℳ
ußerdem haben sich 112 Baugenossenschaften mit 43 357 Mitgliedern an der Statistik beteiligt. Seit der Errichtung dieser Genossenschaften wurden 3633 Häuser erbaut. Von diesen ent⸗ fallen auf das Jahr 1904 299 Häuser. Die Herstellungskosten be⸗ trugen 8 918 88s6 ℳ Dem eigenen Vermögen der Genossenschaften (Geschäftsguthaben und Reservefonds) in Höhe von 10 295 173 ℳ standen 67 756 486 ℳ fremde Gelder gegenüber, sodaß sich das Ge⸗ samtbetriebskapital auf 78 051 659 ℳ belief.
8
Zur Arbeiterbewegung.
Die am Sonnabend in Glauchau abgehaltene Versammlung der streikenden Färbereiarbeiter faßte, wie die „Glauchauer Ztg.“ berichtet, folgende Resolution: „Die Versammlung der Färberei⸗ und Appreturarbeiter und „arbeiterinnen erklärt, daß die von den Unternehmern gebotenen Zugeständnisse für sie keine zufriedenstellenden sind, daß sie aber bereik sind, unter den gegebenen Verhältnissen Frieden zu schlieen und die Arbeit am Dienstag, den 15. August, wieder auf⸗ zunehmen.“
. ur Lohnbewegung der Leipziger Gummiarbeiter erfährt die „Leipt. Ztg.“, daß die in der dortigen Gummiwarenfabrikation beschäftigten Arbeiter einen neuen Lohn⸗ und Arbeitstarif aufgestellt hätten. Die Tarifkommission, die aus der dortigen Leitung des Deutschen Holzarbeiterverbandes zusammengesetzt ist, hat den Tarif nunmehr den Fabrikanten mit einer Beantwortungsfrist bis zum 11. August vorgelegt. Am Freitag abend wurde die Antwort der Prbs pale in einer zahlreich besuchten Gehilfenversammlung be⸗ annt een Sie lautet dahin, daß die Arbeitgeber jede Unterhandlung mit dem Holzarbeiterverband als solchem grund⸗ sätzlich ablehnen, wohl aber bereit sind, mit ihren Arbeitern durch den Arbeitgeberverband (Verband der Gummiwarenfabriken) zu verhandeln und die Lohnfrage zu regeln unter der Voraussetzung, daß die Arheiter der Konkurrenzfabriken anderer Orte, namentlich Berlin, Cassel, Hamburg, Mannheim und Weißenfels, gleiche Verhandlungen einleiten und durchaus einheitliche Lohn⸗ und Arbeitsverhältnisse geschaffen werden, damit die Konkurrenzfähigkeit der Leipziger Gummiwarenindustrie nicht beeinträchtigt werde. Die Arbeiter sind mit dieser Antwort nicht zufrieden. Sie erklärten am Freitagabend, daß in anderen Orten höhere Löhne gezahlt würden, daß die Leipziger Fabrikanten infolge ihrer größeren Kapitalkräftigkeit die Konkurrenz der kleineren Fabriken jederzeit unmöglich machten und schon deshalb eine Lohnerhöhung eintreten lassen könnten, weil die Leipziger Gummiwarenfabriken regelmäßig sehr hohe Dividenden zahlten. Es wurde beschlossen, sofort in den einzelnen Betrieben durch Sonderkommissionen nochmals an die Prinzipale wegen Anerkennung des Gehilfentarifs heranzutreten und das Ergebnis in einer Versammlung, die am Sonnta abgehalten werden sollte, zu besprechen. Auf bindende Beschlüsse sollten sich diese Kommission ter keinen Umständen einlasse
Bauwesen.
Am Dienstag wird die neue Liebfrauenkirche in der Wrangel⸗ straße hierselbst feierlich geweiht werden. Das neue Gotteshaus, mit dessen Bau Mitte März 1904 begonnen wurde, weist den romanischen Stil auf; sein Grundriß hat eine Länge von 56 m, während die größte Breite etwas über 37 m beträgt. An der Vorderfassade, die aus Rüdersdorfer rauh e⸗
hauenen Kalksteinen besteht, durchsetzt mit dunklen Basalt⸗ steinen, während den Sockel rheinischer Basalt bildet, erheben sich zwei von Nebentürmen flankierte Haupttürme in einer Höhe von je 46 m. Die äußeren Architekturteile, aus Sand⸗ bezw. Tuffstein, find in sehr reicher Bildhauerarbeit ausgeführt. Die Wände und Gewölbe des Innern weisen Spritzputz in Sandsteinton auf; das Hochschiff ist tonnenartig gewölbt, die Kuppel halbkugelförmig, die Seitenschiffe sind mit Kreuzgewölben überdeckt. Zu Pfeilern und Säulen gelangte Sandstein zur Verwendung; die Sockel und Kapitäle wurden reich ausgearbeitet. Der Hochaltar ist mit einem auf vier hohen Marmorsäulen ruhenden Baldachin aus reich ornamentiertem, vergoldetem Eichenholz überbaut. Die auf sechs Marmorsäulen ruhende und mit Marmorfüllungen ausgelegte Kanzel weist Sandsteinfassungen und Sandsteintreppen auf. Auch die beiden Nebenaltäre sind aus Sandstein geformt. Der aus Schmiedeeisen bestehende Kronenleuchter ist reich mit elektrischem Licht ver⸗ sehen. Die Kirche wird mittels Dampfheizung erwärmt. — Der Entwurf des stattlichen Gotteshauses rührt vom Architekten Ludwig Becker aus Mainz her; die Bauleitung führte Architekt A. Kaufhold, Berlin; die Ausführung der gesamten Bauarbeiten lag in den Händen der Baufirma Boswau u. Knauer. Gleich nach der Einweihung wird die vor der neuen Kirche stehende Kapelle abgerissen und der Platz zu Gartenanlagen mit einer Mariensäule verwendet, während zu beiden Seiten Pfarr⸗ bezw. Mietshäuser, deren Stil dem Gotteshause angepaßt wird, errichtet werden.
Land⸗ und Forstwirtsch aft. Ernteergebnisse und Ernteaussichten in Italien. g3 Kaiserliche Generalkonsulat in Neapel berichtet unterm
Der Ausfall der Getreideernte in Süditalien und Sizilien wird im allgemeinen als befriedigend bezeichnet. In dem Bezirk von Bari war die Weizenernte reichlich, im übrigen ist eine Mittelernte erzielt. Dem Mais sind allenthalben die späten Regengüsse zu statten ge⸗ kommen, die andererseits dem Getreide schädlich waren.
Die Getreidepreise stellten sich für den Doppelzentner, wie folgt:
Harter Weizen . 26,20 bis 27,— Lire
Weicher Weizen.. . 24,— bis 25,50 L1X*“ 17,— 11111““ 16,50 bis 19,— 16*“ 17,50 bis 20,— „.
Die Aussichten für die Olivenernte sind durchweg umsomehr, als zu hoffen ist, daß die Oelfliege infolge Winters in diesem Jahre keinen Schaden anrichten wird.
Von der letztjährigen Ernte, die keineswegs bedeutend war, sind noch größere Mengen unverkauft; ein Weichen der Preise ist daher nicht unwahrscheinlich.
Auch die Mandelernte verspricht gut, in Bari vorzüglich zu werden. Man berechnet in letzterem Bezirke das mutmaßliche Er⸗ gebnis auf 150 000 und mehr Ballen. Die Preise für künftige Ware sind dementsprechend niedrig; es erfolgen Abschlüsse zu 116 Lire und weniger für je 100 kg. 8
Weniger günstig steht es mit der Haselnußernte.
Die künftige Frucht wird in Messina mit dem verhältnismäßig hohen Preis von 56 Lire für 100 kg bezahlt.
Die Entwicklung des Weins ist durchweg gut, in Sizilien und Kalabrien ausgezeichnet. Auch in Bari, wo infolge von Regengüssen die Peronospora besonders stark aufgetreten ist, sind die Aussichten neuerdings nicht schlecht. b Dagegen ist die Hoffnung auf größere Umsätze gering. So be⸗ sonders in Bari, wo schon von der letzten Ernte große Posten zu Destillationszwecken zu dem geringen Preise von 55 — 62 Cts. für das Hektoliter verkauft worden sind.
Der Ertrag der Bohnen ist ein mäßiger, sodaß die bedeutende Nachfrage nicht gedeckt werden konnte. Es wurden am 15. Juli d. J. für 100 kg 15 bis 15,25 Lire bezahlt.
Ueber die Aussichten der Agrumen⸗Ernte läßt sich zur Zeit ein abschließendes Urteil noch nicht gewinnen.
Die Zitronen⸗ und Orangenblüte ist in Sizilien günstig verlaufen, in Kalabrien läßt sie dagegen zu wünschen übrig.
Ernteaussichten und Getreidehandel in Bulgarien.
Der Kaiserliche Konsul in Varna berichtet unterm 4. d. M.:
Das trockene, von drückender Hitze begleitete Wetter, welches schon gegen Ende Juni d. J. Befürchtungen für die Weiterentwicklung der Sommersaaten aufkommen ließ, hat, abgesehen von vereinzelten schwachen Niederschlägen, die überdies nur strichweise erfolgten, den ganzen Berichtsmonat hindurch angehalten. Hierbei sind gerade die “ Getreideerzeugung wichtigsten Gegenden ohne Feuchtigkeit geblieben. 1 8
Sämtliche Getreidesorten zeigen in diesem Jahre infolge der nach den Regengüssen plötzlich eingetretenen heißen Witterung ein leichteres Hektolitergewicht.
Die Weizenernte wird voraussichtlich beträchtliche Mengen ab⸗ werfen. Der Winterweizen ist seiner Beschaffenheit nach etwas reiner und weniger verbrannt als im Vorjahre.
In Hartweizen wird ein Verlust von 20 % verzeichnet. Der Hafer scheint weniger gelitten zu haben und dürfte größere Erträge liefern wie im letzten Jahre. .
Die Gerstenernte ist schwach ausgefallen; das Ergebnis darin entspricht der Farbe und Güte nach nicht den gestellten Anforderungen.
Verschiedene Beurteilung findet Mais, der in der Dobrudscha unter der Trockenheit gelitten hat, auch in den Varna naheliegenden Haltestellen der Zentraleisenbahnlinie schlecht steht. Sollten in ab⸗ sehbarer Zeit Niederschläge nicht eintreten, so gilt die diesjährige Maisernte als verfehlt.
Bohnen, die größtenteils in der Baltschiker Umgebung angebaut werden, sind durch den Mangel an Regen verdorrt.
Auf dem Getreidemarkt bildete der Monat Juli d. J. den Ueber⸗ gang von der alten zur neuen Kampagne. Der verfügbare Rest aus der Ernte 1904 wurde ausgeführt; Zufuhren aus der diesjährigen Ernte kommen nur spärlich an. Zur Zeit beobachten die Exporteure mit einer gewissen Spannung die nächsten Witterungsaussichten.
An Raps sind bereits 5000 Tonnen in Varna angelangt, die meistens für Antwerpen gehandelt wurden. Der Durchschnittspreis des Rapses betrug 21,50 Fr. franko Bord für den Doppelzentner.
Ausgeführt wurden im Monat Juli 1905: nach Antwerpen. 1
„ Griechenland der Türkei. Triest. Italien. Aegypten. Rumänien. Belgien .. Griechenland
Belgien ö1 Feiban 8 elgien ..
2 2 2
sehr gute, des kalten
* 2* 2*
Weizen
Triest. Belgien.... nach der Türkei . 1“““ Griechenland. ..
2 Kaiserliche Konsulat in Rustschuk berichtet
17. d. .
Der Monat Juli d. J. war für die nordbulgarische Landwirt⸗ schaft ungleich günstiger als die vorangegangenen. Mit Ausnahme von 3 Regentagen, die jedoch zur rechten Zeit kamen, konnte P. der Landmann während des ganzen Berichtsmonats ununterbrochen
unterm
der Einbringung der Halmfrüchte widmen und sogar stellenweise schon mit dem Drusch beginnen. Soweit bisher bekannt, bleibt das Gewicht der einzelnen Fruchtarten gegen das Vorjahr zurück. Es wiegen: Weizen 75 — 76 kg (1904: 80 kg) Roggen 71 —72 kg (1904: 73 kg) Hafer 43 ½ — 44 kg (1904: 45 ½ kg) Gerste 61 ½ kg (1904: 62 ⅞ — 63 kg) Das Gewicht des Rapses beträgt 65 kg für das Der Stand des Maises ist im allgemeinen gut, und die auf die Ernte sind vorläufig günstig.
„Die Zufuhren waren im Juli d. J. gering, da der Landmann mit den Erntearbeiten beschäftigt war. Die Vorräte sind nahezu erschöpft.
„Ausgeführt wurden im Berichtsmonat aus sämtlichen Donau⸗ häfen: Weizen 1000 t, Mais 3 — 4000 t, Raps 7000 t.
Die Preise standen am 1. August d. J., wie folgt: Weizen 14 Fr. Gerste. Roggen. Mais. Raps .
für das Hektoliter.
toliter. ussichten
für den Doppelzentner.
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St. Petersburg, 12. August. (W. T. B.) Nach von der „Handels⸗ und Industriezeitung“ unterm 11. August veröffentlichten Angaben wird im europäischen Rußland eine sich dem Mittel nähernde Getreideernte erwartet. Wintergetreide verspricht eine Ernte etwas unter, Sommergetreide eine Ernte über mittel. Winterweizen wird im allgemeinen über mittel er⸗ wartet. Gut gestaltet sich die Ernte im Südwesten, in Zentralrußland, in Polen und teilweise im mittleren Ackerbaugebiet und auf der Krim⸗ halbinsel. Eine unbefriedigende, stellenweise schlechte Ernte erwartet man im Wolgagebiet und in den ackerbautreibenden Zentralgouvernements, im Dongebiet und an der Küste des Schwarzen Meeres. In den übrigen Teilen des Reichs verspricht Winterweizen eine befriedigende Ernte Sommerweizen verspricht eine mittlere Ernte, eine gute im Ural und im nördlichen Kaukasus sowie teilweise an der Kama, am Dnjepr, im Südwesten und in den südlichen Steppengouvernements. Eine unbefriedigende Sommerweizenernte erwartet man in den mittleren Wolgagouvernements, in einem großen Teile der zentralen Ackerbaugouvernements und im Süden von Bessarabien. Die übrige Sommerweizenernte verspricht, befriedigend zu werden. Die Roggen⸗ ernte dürfte unter mittel ausfallen, gut teilweise im Südwesten, am Dnjepr, in Polen und im Ural. Eine unbefriedigende Roggen⸗ ernte erwartet man in einem großen Teil des ackerbautreibenden Zentral⸗ und im Wolgagebiet, in dem Wjatka⸗ und im Dongebiet, sowie Fail. weise in den südlichen Steppengouvernements und im Südwestgebiet. In den übrigen Teilen des Reichs ist Roggen befriedigend. Die Aussichten der Hafer ernte sind über mittel. Gut gestalten sich die Aussichten im Osten und im Nordkaukasus, teilweise in Polen, am Dnjepr, im Südwestgebiete und in manchen Gegenden des süd⸗ lichen Steppenstrichs; unbefriedigend, stellenweise sogar schlecht an der mittleren Wolga, in den meisten zentralen Ackerbau⸗ gouvernements und teilweise in den Ostseeprovinzen. In den üͤbrigen Teilen des Reichs wird eine mittlere Haferernte er⸗ wartet. Gerste steht im allgemeinen über mittel. Gut sind die Aussichten an der Kama, im Ural, im Nordkaukasus, in der Krim, teilweise am Dnjepr, im Südwestgebiet, in Polen und stellenweise i nördlichen Steppenstrich: unbefriedigend, stellenweise schlecht an der mittleren Wolga, im südlichen Steppengebiet und im zentralen Ackerbaugebiet. In den übrigen Teilen des Reichs verspricht die Gerste eine befriedigende Ernte.
Verkehrsanstalten.
Nächste Postverbindungen nach Swakopmund und
Lüderitzbucht: 1) für Briefsendungen mit englischem Dampfer über Kap⸗ stadt, ab Southampton am 19. August, in Lüderitzbucht etwa am 9. September und in Swakopmund etwa am 12. September. Letzte Beförderungen am 18. August ab Cöln 6,4 Nachmittags, ab Ober⸗ hausen 7,24 Nachmittags, ab Berlin Schlesischer Bahnhof 11,23 Vor⸗ mittags;
2) für Briefsendungen mit besonderem Leitvermerk und für Pakete mit Woermann⸗Dampfer „Martha Ruß“ ab Ham⸗ burg am 18. August Nachmittags, in Swakopmund etwa am 17. Sep⸗ tember. Schluß in Hamburg am 18. August für Briefe 1,0 Nach⸗ mittags, für Pakete 11,0 Vormittags. Letzte Beförderung ab Berlin Lehrter Bahnhof für Briefe am 18. August 6,34 Vormittags, für Pakete am 17. August 11,82 Abends.
Die nächste Post aus Swakopmund, Abgang am 30. Juli, ist zu erwarten am 20. August. “
1 1 Theater und Musik.
Trianontheater.
Wie im Vorjahre mit der 150., wurde die neu beginnende Spielzeit am Sonnabend mit der 175. Wiederholung des Lust⸗ spiels „Die Notbrücke“ von Grésac und de Croisset eröffnet. Das Stück hat an Zugkraft inzwischen nichts verloren, wie aus dem gut besetzten Hause und der heiteren Stimmung des Publikums er⸗ sichtlich war. Der im Dialog vorherrschende frische Humor und das flotte Spiel aller Mitwirkenden verfehlten auch diesmal die Wirkung nicht und riefen lebhaften Beifall hervor. Die Hauptrolle (Jacqueline) war mit Fräulein Else von Ruttersheim neu besetzt. Sie stand der früheren Vertreterin derselben, Fräulein Fehdmer, keineswegs nach. Auch sie verbindet mit Anmut der Erscheinung ein graziöses, liebens⸗ würdiges Spiel und verfügt über ein ganz besonders modulations⸗ fähiges, ausdrucksvolles Organ. Ihre Partner, die Herren Juncker, mann (Roger) und Laurence (Bienaimé) sowie Fräulein Zademack (Helene) stellten auch diesmal wieder die Gestalten aus dem lebenslustigen Paris mit voller Hingabe dar. Erwähnung verdienen auch die Leistungen der Vertreter der Dienerschaft im Hause Jacquelines, des Fräuleins Steiner und des Herrn Werner, deren stummes Spiel von einer hinreißenden Komik war.
Im Neuen Königlichen Operntheater wird morgen (Dienstag) in der vorletzten „Carmen“⸗Aufführung Fräulein Lily Herking die Titelpartie singen. Die letzte Aufführung von „Carmen“ am Freitag wird sich dadurch besonders glanzvoll gestalten, daß neben Fr. Marg. Lieban⸗Groß, die zum ersten Male als „Carmen“ auf⸗
die Partie des José von Pietro Ferrari (Mailand) dar. estellt werden wird. — Am Mittwoch wird Frau Hindermann die beonore im „Troubadour“ wiederholen und für Donnerstag steht „Die Bohoͤme“ auf dem Spielplan. 8
Die Liste zur Eintragung der Abonnements für die bevorstehende Winterspielzeit des Theaters des Westens liegt jetzt im Bureau des Theaters aus. e
Im Neuen Theater wird die neue Spielzeit am nächsten Mittwoch mit Shakespeares „Sommernachtstraum“ eröffnet, der auch an den nächstfolgenden Abenden wiederholt wird. “
Das Residenztheater behmmß am Mittwoch, 16. August, seine zweite Spielzeit unter der Direktion Richard Alexanders mit dem Schwank „Eine Hochzeitsnacht“ von Kéroul und Barre.
Mannigfaltiges.
Passau, 14. August. (W. T. B.) Bei einer Bootfahrt, die gestern fünf Herren aus Regensburg unternahmen, kenterte das Boot, der „Donauzeitung“ zufolge, zwischen Passau und Engel⸗ hartszell. Vier der Insassen ertranken in der bo gehendse Donau, der fünfte liegt bewußtlos im Krankenhaus zu Engel artszell. Die Namen der Verunglückten sind noch nicht festgestellt.
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