Dumcke, Franz, i. Fa. Julius Dumcke, Vors. d. Vereins der Großdestill. Ostdeutschlands, Königsberg i. Pr.; Eis enmann, Generalkonsul, Berlin; „Ertheiler, A., i. Fa. Vollrath & Nürnberg; Eulenburg, i. Fa. Max Eulenburg, Kaufmann, Hamburg; Fastrich, Heinr., Kaufmann, Duisburg; “ 8 Fett jr., Heinrich, Spritfabrikant, Mainz; 8 G E., Professor, Berlin; Flimm, Jos., Teilhaber der Firma C. H. Flimm, Essigfabrikant, Cöln⸗Ehrenfeld; Florian, Carl, Direktor der Dampfkornbrennerei und Preßhefefabriken, A.⸗G. (zugleich als Vertreter des Verbandes deutscher Preßhefefabrikanten), Wandsbek; Friedländer, Max, Vorsitzender des Vereins der 1.“ und Branntweininteressenten Oberschlesiens, ppeln; Gamp, Wirklicher Geheimer Ober⸗Regierungsrat, M. d. R., erlin; Geest, Hugo, Präsident des Zentralverbandes deutscher Kaufleute und Gewerbetreibender, Leipzig; 8 von Graß, Rittergutsbesitzer, Klanin bei Groß⸗Starsin in Westpreußen; Guttmann, Albrecht, Rentner, Charlottenburg; vb 128b8 z I 81 der Firmen E. Hauth in un aß & Keller in La 1 ebeac ngenmargen, Essigfabrik, Helfft, Edmund, i. Fa. N. Helfft & Co. Kommerzienrat, Berlin; 8 6b Dr. Paul Hermann, Inh. der Firma Dr. J. Perl & Co.,
Cie., Likörfabrik,
Gleiwitz;
Schmidt, Friedrich Adolf, Vorsitzender der Drogisten⸗ vereinig., Frankfurt a. M.;
Schmidt, Amtsrat, Löhme bei Seefeld i. d. M.; Schulz, Max, Landtagsabgeordneter, Vorsitzender des deutscher Spiritus⸗ und Spirituosen⸗Interessenten, Berlin;
Schütte, Cöln a. Rh.; Schweickhardt, Heinrich, i. Fa. Gebr. Schweickl Br98,h M. d. 18 S
eifert, Geschäftsführer der Einkaufsgesell s Konsumvereine, bee- LL Seiffert, Jakob, i. Fa. Jakob Stück Nachfl., Brannt⸗ hein. und. Hanau; r. Simonsohn, i. Fa. Reinhard Schertz, 2 “ Berlin; B 8 u““ inner, Robert, Kommerzienrat, Generaldirektor der Gesellschaft für Brauerei, Spiritus und Preßhefefabrikation vorm. G. Sinner, Grünwinkel i. Bad.;
„Stein, Gustav, Teilhaber der Firma G. & L. Stein, Präsident des Vereins der Großdestillateure und Branntwein⸗ von Elsaß⸗Lothringen, Schiltigheim b. Straßburg
Stern, J., Geschäftsführer der trale für Spiritus⸗ verwertung, Berlin; v
Stern, Hermann, Teilhaber der Firma Hermann Löb⸗ Stern & Co., Weinhandlung, Mannheim;
Sternenberg, Eugen, Mitinhaber der Firma Sternenberg
Direktor der Firma Ferdinand Mühlens,
Schäffer, P., i. Fa. J. Krebs Nachfl., Großdestillateur,
von unten, steht: „statt der im Oktober 1901 abgebra 52,1 Mill. Liter’“ — — es muß heißen: 25,1. — Es jsß nur ein Druckfehler. 1u“ “ Vorsitzender: Wir treten Punkt I des Fragebogens: Bezeichnung, Sitz, Organisation des Kartells. Geschäftsführer der Zentrale für Spiritusverwertun Bourzutschky⸗Berlin: Meine Herren, ich möchte dem für diese Frage vorliegenden Material, soweit es sich auf die Händler bezieht, soweit also die Händler innerhalb des Syn⸗ dikats Anstellung gefunden haben, einige erläuternde Worte hinzufügen. 1 Es ist hier ganz richtig bemerkt, daß ein Teil Handels durch die Zentrale seine “ verloren 1 und daß ein Teil des Zwischenhandels in dem Syndikat keinen Raum mehr fand. Es ist das der Teil, der sich in der Hauptsache mit dem Börsengeschäft befaßte. Das Kommissions⸗ geschäft, die Makler, alle die Händler, die nicht direkt mit in stehen, sind allerdings durch das ndekommen des Syndikats überflüssig gen W dadurch ausgeschaltet. “ Man könnte aber vielleicht annehmen nach dem Wortlaut der hier vorliegt, daß auch ein Teil der Warenhändler durch Bildung der Zentrale ausgeschaltet wäre. Das ist nur ganz vereinzelt der Fall. Die Zentrale hat seinerzeit, als sie im Werden war, mit sämtlichen Händlern, mit welchen sie in Verbindung trat — und sie hat alle Händler aufgefordert — bis auf wenige Ausnahmen abgeschlossen. Es sind, soweit meine Erinnerung reicht, nur zwei Händler gewesen, bei denen die Verhandlungen nicht zu einem Resultat geführt haben.
in die Tagesordnung ein.
Chemische Fabrik, Berlin; Hertzer, Otto, i. Fa. Hertzer & Teichmüller, Vorsitzender der Vereinigung Nordhäuser Kornbranntweinfubrikanten, Nordhausen; Herwig, i. Fa. C. W. Herwig, Spritfabrik, Hamburg;
7 — 7 9;
Hesse, Carl, M. d. A. und des Hannoverschen in⸗
1 ziallandtags, Verden a. Aller; 86— 88 8 Hirschfeld, Leopold, Likörfabrikant, Thorn;
8 88 T. “ Vorsitzender
eins zur Wahrung der Interessen der chemi stri
Deutschlands, Berlin; Hoppenhaus, Wilhelm, Brennereibesitzer, Haan; Sünlich, Karl Albert, i. Fa. C. T. Hünlich, Spritfabri
Wikiher. . F T. Hünlich, Spritfabrik,
Juraske, Joseph, Vorsitzender des Vereins der Destilla⸗ eure für Dresden und Umgegend, Dresden;
1 Kann, Moritz, i. Fa. J. Kann Söhne, Branntwein⸗ Spirituslikörfabrikant, Gießen; Kantorowicz, Josef, i. Fa. Hartwig Kantorowicz, Vor⸗
“ 8 Posener 1“ der Destillateure, Posen;
Kantorowicz, Wilhelm, Direktor der Ostdeut it⸗
abrik G. m. b. H., Berlin; “ b Kaul, Prokurist der Firma C. A. F. Kahl
fabrik, Berlin; 8 8e
Kisker, Alexander, Spritfabrikant, Lippstadt i. Westf.;
8 r, S 1 4 stf.;
Koepke, Generalsekretär des Verbandes deutscher Spiritus⸗
nd Spirituoseninteressenten, Berlin; “
Krapp, Richard, Geschäftsführer des Vereins der
und Umgegend, Leipzig⸗Gohlis;
reuzberg, Ernst, i. Fa. Ludger 2 ikõ ik
Aachen se F ger Jonen, Likörfabrik,
Kühne, Wilhelm, i. Fa. Carl Kühne, Essi ik, Berlin;
. n, — „Essigfabrik, Berlin;
Lehment, T., i. Fa. Fritz Lehment, Spritfabrik, Kiel;
Lehment, Ernst, Kaufmann, Rostock; “ Dr., Professor, Freiburg i. Ba..;
Lippmann, i. F. Lippmann & Biernbaum, Amtli Mischstelle, Ludwigshafen a. Rhein; 6 Loescher, Gutsbesitzer, Neuhof b. Pritzwalk; Lohs 1n Gustav, Kommerzienrat, Vorsitzender des Ver⸗ bandes deutscher Parfümeriefabrikanten, Berlin; b 8 sänrer feiner Parfümerien), Berlin; Lorenz, eschäftsführer der Einkaufsgen deutscher Konsumvereine, Hamburg; 8ö B“ 8, ec he Sacrau b. Gogolin i. Schl.; ann, Louis, Vorsitzender des Verb scher
Lackfabrikanten, Berlin; veee
Mertz, Julius, Vorsitzender des Verbandes
Essigfabrikanten, Heilbronn;
Dr. Metzger, Sigmund, i. Fa. Metzger & Böhm
8 “ deutscher K Karabern.
olkenbuhr, Reichstagsab b
bei Berlen⸗ chstagsabgeordneter, Schöneberg
Müller, N., Brennereibesitzer und Vorstand des Vereins
der Kornbrennereibesitzer und der Preßhefefabrikanten Deutsch⸗ lands, Stahlenhaus zu Hochdahl, Bez. Düsseldorf;
von Oppenfeld, Rittergutsbesi Reinfe
Heens eh. gutsbesitzer, Reinfeld, Kreis
Patschke, Rudolf, i.
Großdestillateur, Danzig;
„Philipp, Alwin, i. Likörfabrik, Berlin;
Gans Edler Herr zu Putlitz, baac ee i. Prignitz; Riel, Richard, Mitglied der Handelsk g Handelskammer Berlin, Dr. Salzmann, Vorsitzender des Deuts v er⸗ Sah. Se sitz es Deutschen Apotheker⸗ Saeuberlich, A., Amtsrat, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Spiritus⸗Verwertungsgenossenschaft in der Provinz S se Grövosg ie Aase gsgenossenschaft in der Provinz Sachsen, Saeuberlich, Inhaber der Firma Kretzs Schmi ween— h F retzschmar & Schmidt, Schacht, Heinrich, Vertreter des Vereins der Destillat von Hamburg und Umgegend, Hamburg; . Schaefer, Richard, Preßhefebrennereibesitzer,
5
und
Sprit⸗
Fa. Gustav Springer Nachfl., Fa. Julius Schlomann Nachfl.,
Rittergutsbesitzer,
des
Hamburg;
Schäffer, Hermann, Vorsitzender des Destillateurvereins,
& Quincke, Essigfabrik, Cöln⸗Deutz; Sueskind, W., Oekonomierat, Gutspächter u. Vorstands⸗ mitglied der Bayr. Landwirtschaftsbank, München; Sultan, Adolf, Spritfabrik, Inhaber W. Sultan, Berlin; 8 “ Sh enn8 . hiheh Kaufmann, Graudenz; nderberg⸗ recht, H., Likö ikant, Rhei e Ih g ht. ikörfabrikant, Rheinberg „Untucht, Richard, Geschäftsführer der Spiritusverwertung, Berlin; Dr. Voelcker, Regierungsrat a. D., Düsseldorskf; Vogelsberger, Geschäftsführer der südwestdeutschen Spirttas⸗GC. MMMaft. G. m. b. H., Aschaffenburg; r. Vosberg⸗Rekow, Geschäftsführer des Vereins deutscher Melassespiritusfabrikanten, Berlin; Dr. Wagner, Adolph, Geh. Regierungsrat, Universitäts⸗ prafeset. .. ph, Geh. Reg gsrat, Universitäts⸗ Weinberg, Neustettin; Wendorff, Landesökonomierat, Mühlbur Modli⸗ cemt⸗ d Ifeens 8 ühlburg b. Modli⸗ C. Witthöft, Stadtrat a. D., Inh. d. Fa. C. Witt⸗ höft, Wein⸗ und Spirituosenhandlung, d9. ebc 8* 3 Wrede, Julius, Fabrikbesitzer, Peine i. Hannover; 1 Zander, Julius, Vorsitzender des Vereins der nieder⸗ rheinischen Wein⸗ und Spirituosenhändler, Düsseldorf; Zwiklitz, Viktor, Direktor der Breslauer Spritfabrik A. G., Breslau. 166“
Ihr Ausbleiben haben entschuldigt:
Botzenhart, Oekonomierat, Heidhausen bei München; Deister, jun., Prokurist der Firma Friedri is Likörfabrik, Gau⸗Algesheim; 8 u“ Dr. Engelhorn, Inhaber der Firma C. F. Boehringer & Söhne, chemische Fabrik, Mannheim⸗Waldhof; Kreißle, Eugen, Spirituosenfabrikant, Augsburg; Lachmann, Julius, Vorsitzender des Vereins der Spiritusinteressenten der Hamburger Börse, Hamburg; Lindgens & Söhne, Fabriken für emische Blei⸗ Zinkprodukte, Mülheim a. Khoe. u. E. Müller, Generaldirektor der Vereinigten Cöln⸗Rott⸗ e ehe Berlin; 1 W Schinckel, Max, Mitinhaber der No sche
Haat h e rddeutschen Bank, von Tiedemann⸗Seeheim, Major a. D. Ritter⸗ gutsbesitzer, Berlin; 5 Wilkening, treter des Hannover.
Vorsitzender: Es ist uns hier Material vo ü 1— der: 2 rgelegt für die kontradikorischen Verhandlungen in der . zusammengestellt von der Zentrale für Spiritusverwertung G. m. b. H. zu Berlin. In dieser Zusammenstellung sind Snng. 8ö8 und Unstimmigkeiten, zu deren Berichtigung err Direktor Stern vor Eintritt in die Tages Wort erbittet. Geschäftsführer der Zentrale für Spiri . r Ze piritusverwertun 8 8 Stern⸗Berlin: Meine Herren, ich bitte ih Sden Exeme plaren der Aufstellung, betr. den „Unterschied zwischen dem Erlös aus der gesamten Verwertung und dem an die Mit⸗ glieder des Verwertungsverbandes ausgezahlten Jahresdurch⸗ schnittserlöse“, die Ihnen zugegangen sind, zwei Fehler zu berichtigen. Das eine ist, daß die Worte „Mehrerlös aus Be⸗ ständen gegen Inventurwert“ auf die falsche Zeile gekommen sind, sie gehören zu den ℳ 2,72, die im Jahre 1902/03 aufgeführt sind, also eine Zeile höher. Der zweite Druckfehler befindet sich am Sch D 2 hlusse bei der eeg Eere Da steht: „Ausgaben für Rektifikations⸗ mie 8 iri ision“ 1
— und Rohspiritusrevision“. Es muß heißen „Pro⸗
Darf ich noch einen offensichtlichen Druckf
ehler im Material der Regierung feststellen? (Vorsi : bitte sehr!) 3 v“ Auf
Zentrale für
Eduard, Brennereibesitzer und Likörfabrikant,
Ludwig, i. Fa. Krauel & Wilkening, Ver⸗ Vereins deutscher Melassespiritusfabrikanten,
Seite 7 des von
Breslau;
1“ 1“ 8
jeder einzelne
der Regierung überreichten schlossen hat. Dieser Umstand erfordert aber eine sehr stren
Materials für die kontradiktorischen Verhandlungen, Zeile 4 Kontrolle.
Der eine der Händler hat sich später der Zentrale angeschlosse der andere Händler stellte die “ man 85 1 räume abmieten solle. Er wollte sich aber vollständige Aktions⸗ freiheit, auch gegen die Zentrale vorbehalten. Diese Be⸗ dingungen sind selbstverständlich abgelehnt worden. b Im übrigen aber haben die Händler in der Provinz, die sich bisher mit der wirklichen Ware beschäftigt haben, den Kontrakt mit der Zentrale gemacht. Bei Beginn der Zentrale waren etwa 198 Händler, mit denen Verträge abgeschlossen sind. Es ist mir kein Fall bekannt, daß die Verhandlungen — außer mit den beiden Genannten — gescheitert sind. Die Zentrale hat auch während ihres Bestehens nicht etwa Wert darauf gelegt, dieses Händlertum auszuschalten. Der Beweis für das Gegenteil wird dadurch erbracht, daß heute noch 202 Händler für die Zentrale tätig sind, und daß der Umfang des Geschäfts dieser Händler, welcher ungefähr 40 % des gesamten Spiritusumsatzes bedeutet, nicht zurück⸗ gegangen b Wenn ich darauf noch eingehen darf, daß in dem Beri des Herrn Wilhelm E iegn⸗ das vrsnach tum wäre in seiner wirtschaftlichen Stellung völlig degradiert worden, so ist das eine Behauptung, die hier aufgestellt worden ist, aber ein Beweis dafür ist nicht angetreten worden. Ich veeac, “ veranlaßt hat, diese Be⸗ uptung aufzustellen ocke des Vorsi I 8 8 ( — Vorsitzenden); ich behaupte 6 Vorsitzender: Möchten Sie nicht diesen Teil der Frage nachher besprechen? Das ist die Einwirkung auf den Handel. Es handelt sich jetzt nur darum, wie weit die Händler in der Organisation berücksichtigt sind. Geschäftsführer der Zentrale für Spiritusverwertung Bourzutschky⸗Berlin: Dann darf ich darauf später zurück⸗ kommen.
Direktor der Ostdeutschen Spritfabrik Wilhelm Kantorowicz⸗Berlin (zur Geschäftsordnung): Ich hätte dem Herrn Vorredner auf seine Ausführungen verschiedenes zu erwidern. Aber ich finde, daß der Herr Vorredner nicht zu Nr. I des Fragebogens gesprochen hat. Wenn der Herr Vorsitzende es gestattet, dann will ich sofort erwidern. Gestattet mir der Herr Vorsitzende das nicht, dann werde ich warten, bis der Punkt der Tagesordnung an die Reihe kommt, zu dem der Herr Vorredner gesprochen hat.
8 Vorsitzender: Ich habe eben schon gesagt, daß der Vorredner über den Rahmen der Frage I hinausgehen wollte, und habe gebeten, daß er das verschieben möchte, bis wir später zu den Einwirkungen auf den Handel kommen. Ich möchte auch Herrn Kantorowicz bitten, seine Erwiderung bis dahin zu verschieben. Sie werden dann selbstverständlich⸗ reichlich Gelegenheit haben, Ihre Antwort zu geben. Direktor Wilhelm Kantorowicz⸗Berlin: Dann werde ich solange warten. Regierungsrat a. D. Dr. Organisation der statten.
Nach dem vorliegenden Material gibt es offenbar zwei Kategorien von Händlern, die eine Kategorie, welche den Verkehr zwischen Spirituserzeugern und den Spritfabriken, und die andere Kategorie, welche den eigentlichen Detail⸗ handel, den Absatz an die letzte Kundschaft, vermittelt. Ich möchte nun fragen: in welcher Weise ist der Handel organisiert? „Bei anderen Kartellen, wie wir z. B. aus den kontra⸗ diktorischen Verhandlungen über den Stahlwerksverband und den Börsenverein der Buchhändler ersehen haben, sind be⸗ stimmte Händlerorganisationen geschaffen worden in der Weise, daß die Händler für bestimmte Bezirke zu einem Kartell oder zu Preisvereinbarungen zusammentreten und daß diesen Händlern von dem Kartell ein bestimmter Bezirk zugewiesen wird, in welchem sie nun die Preise und die Verkaufsbe⸗ dingungen einhalten müssen. Sie dürfen allerdings auch nach anderen Bezirken verkaufen, aber sie sind dann verpflichtet die Verkaufsbedingungen und die Preise, die für diese anderen Bezirke gelten, ebenfalls einzuhalten.
Bei der Spirituszentrale ist das, soviel ich weiß, nich der Fall. Die Organisation ist in der Weise geregelt, daß Händler einen besonderen Vertrag abge
dr. Völcker-Düsseldorf: Zur Händler möchte ich mir eine Anfrage ge⸗
1““
. daß es genau richtig ist — ungefähr mit 30 Brennereibesitzern
Es fragt sich nun, aus welchem Grunde man nicht zu dieser Organisation geschritten ist, wie sie sich doch bei anderen Verbänden als recht zweckmäßig erwiesen hat und wodurch es möglich gewesen ist, eine große Mißstimmung in Händler⸗ kreisen zu verhindern. Man hat es ja bei den Verhandlungen, die mit dem Stahlwerksverbande stattgefunden haben, gesehen, daß sich die Händler, welche naturgemäß den Syndikaten un⸗ sympathisch gegenüberstehen, freundlich über den Verband aus⸗ gesprochen haben, und gerade das bessere Verhältnis, das zwischen den Händlern und dem Verbande der Eisenindustrie bestanden hat, ist meiner Ansicht nach lediglich eben auf diese Art der Organisation zurückzuführen.
Kaufmann Max Eulenburg⸗Hamburg: Ich möchte dem ersten Herrn Redner erwidern, daß der Hamburger Händler⸗ stand ganz und gar mit leeren Händen hervorgegangen ist. Das ganze Geschäft mit den landwirtschaftlichen Spiritus⸗ produzenten ist seit Begründung der Zentrale vollständig ver⸗ nichtet worden und null geworden.
Allerdings sind unsere Verhältnisse in Hamburg andere gewesen, als diejenigen der preußischen oder norddeutschen Händler, die vielleicht in ein Vertragsverhältnis mit der Zen⸗ trale treten konnten, denn sie haben sich dem mehr als be⸗ schränkten Verdienste, den Provisionen, die die Zentrale ihnen gewährt, fügen können, weil ihre Beziehungen zu den Brennerei⸗ besitzern mannigfacher waren, als unsere in Hamburg. Unsere Beziehungen in Hamburg zu den landwirtschaftlichen Brennerei⸗ besitzern beschränkten sich ausschließlich auf den Artikel Spiritus. Sobald dieser Artikel Spiritus aufhörte, existierten weiter keine Beziehungen. Es war absolut unmöglich, für eine Pro⸗ vision von 20, 30, ich will sogar sagen 40 ₰ — ich weiß offen gestanden nicht, wie viel Maximal⸗ und wie viel Minimal⸗ beträge die Zentrale gewährt hat, aber mehr als ½ ℳ wird es wohl nicht gewesen sein — in Berücksichtigung aller Hand⸗ lungsunkosten, aller der Risikos, die damit verbunden waren, ein Geschäft zu machen.
Es hatte seit dem Anschluß Hamburgs an den Zollverein das Bestreben in Hamburg sich immer weiter ausgebreitet, direkte Fühlung mit den landwirtschaftlichen Brennereibesitzern zu bekommen, weil die Hälfte unseres ganzen Absatzes sich von jenem Zeitpunkte ab innerhalb der Zollgrenzen bewegte. Ich selbst habe manches dazu getan und auch sehr viele direkte Beziehungen zu den Brennereibesitzern in den für uns günstig gelegenen Produktionsgebieten wie in Pommern, Westpreußen, Ostpreußen, Mecklenburg, Lauenburg, Holstein erreicht. Nit dem Moment der Begründung der Zentrale hörte das ganz auf. Es ist mir auch damals nicht gelungen, irgendwie in ein Vertragsverhältnis mit der Zentrale zu kommen. Sie hat mich eigentlich sogar im Laufe des ersten und zweiten Jahres, wenn ich mich bemühte, mit Opfern das Geschäft noch fortzusetzen, mehr zurückgewiesen als mich dazu er⸗ muntert.
Wie groß das Geschäft in Hamburg mit den Brennerei⸗ besitzern der Provinzen an der Ostsee gewesen ist, dafür habe ich einen klassischen Zeugen hier, das ist Herr von Graß, der mir das bestätigen wird, wie stetig mein Geschäft mit den westpreußischen Brennereibesitzern war und wie es sich immer mehr ausbreitete. Es bekam einen großen Stoß zu der Zeit, als unter der Leitung des Herrn von Graß der erste in Deutschland begründete Spiritusverband, ich glaube der Ver⸗
band westpreußischer Brennereibesitzer, begründet wurde. Da begann man bereits Hamburg ganz stiefmütterlich zu behandeln und suchte mit immer größeren Opfern den Absatz von Danzig direkt nach dem Rhein zu leiten; aber immerhin bestand das Geschäft und ich selbst habe sogar — ich will nicht sagen,
in dieser Provinz und mit einer großen Zahl von Händlern Verbindung gehabt.
Das ist alles von dem Tage an, wo die Zentrale ins Leben trat, vernichtet worden. Ich möchte mich also, was Hamburg betrifft, gegen die Behauptung wenden, daß der Händlerstand irgendwie berücksichtigt worden wäre. Das Ge⸗ schäft mit den landwirtschaftlichen Brennern ist seitdem fast Null geworden; für die gegenwärtige Brennkampagne habe ich auf direktem Wege nur das Produkt von zwei Brennereien in Händen, nämlich dasjenige der Fürstlich von Bismarck⸗ schen Brennerei in Friedrichsruh und dasjenige einer Brennerei in Mecklenburg. Die erstere hat gleich nach Begründung des Syndikates bis zum Jahre 1908 mit mir abgeschlossen, weil der inzwischen verstorbene Fürst dem Syndikat fern bleiben wollte.
Likörfabrikant Underberg⸗Albrecht, Rheinberg: Meine Herren, Herr Direktor Bourzutschky hat vorher ausgeführt, daß vor Bildung des Kartells 198 Händler bestanden, daß diese mit Ausnahme von zweien dem Kartell sich ange⸗ schlossen hätten und daß gegenwärtig 202 Händler beständen. Die Tatsache kann ich nicht bestreiten, und will ich auch nicht bestreiten. Ich möchte mir aber erlauben, an Herrn Bourzutschky die Frage zu richten, welche Provisionen heute den Händlern bezahlt werden und welche Provisionen die Händler vor Bildung des Kartells bezogen.
Geschäftsführer Bourzutschky⸗Berlin: Ja, meine Herren, wenn ich auf die letzten Worte antworte, welche Provisionen die Händler heute beziehen und welche sie vorher bezogen haben, so ist das außerordentlich verschieden. Ich gebe zu, daß für eine Provision, wie sie die Zentrale in der Höhe von 30 bis 40 ₰ gibt, nicht alles das zu leisten ist, was früher die Händler in Hamburg beispielsweise geleistet haben. Diese Ansprüche werden aber auch von der Zentrale nicht mehr an die Händler gestellt. Es wird von dem Händler verlangt, daß er die Fässer stellt, um den Spiritus abzuliefern, daß er die Vorschüsse, sofern solche früher gegeben sind, in dem bisherigen Umfange weiter gibt. Es wird von ihm ver⸗ langt, daß er die Abrechnung für die Brennerei an die Zentrale macht und sie dahin weiter gibt, wohin die Zentrale die Ware disponiert. Früher hatte der Händler den Einkauf zu be⸗ wirken, er hatte die Fässer zu stellen, er hatte die Bassinwagen zu stellen, er hatte, wie beispielsweise in Hamburg, die Ver⸗
frachtungen per See vorzunehmen und für dies alles die Kosten
zu tragen. Ein großer Teil dieses Risikos schied bei der
Zentrale aus, und dementsprechend war naturgemäß auch die
Entschädigung in den Fällen, wo der Händler weniger Ver⸗
pflichtungen übernimmt, tatsächlich eine geringere als früher
der Nutzen war, den der Händler bei dem Handel mit Spiritus
gehabt hat.
Anders liegen die Verhältnisse in einem großen Teile
von Deutschland, wo der Handel früher die Jahresproduktion
der Brennereien abgeschlossen hat, zu einem beliebigen Unter⸗
geld unter Berliner Notiz und in vielen Fällen diesen ge⸗
machten Abschluß, so wie er war, einfach übertrug auf eine
Spritfabrik. Diese Spritfabrik stellte dann die Fässer, sie
stellte die Bassinwagen, die Preise übernahm sie genau so,
wie sie von dem Händler vorgeschlagen waren, kurz und gut,
der Händler hat sich zum Teil auch von dem Risiko, welches
in dem Abschluß lag, befreit. In solchen Fällen war die
Entschädigung, die der Händler früher hatte, d. h. also die
Differenz des Preises, zu dem er einkaufte und weiter ver⸗
kaufte, natürlicherweise geringer. Ich weiß zahlreiche Fälle, in denen die Zentrale mit ihrer Entschädigung von 30 bis 40 ₰ mehr bezahlt, als der Händler bei gleichen Leistungen früher vereinnahmt hat. Ich habe schon betont, daß in Aus⸗
nahmefällen, wo früher Mehrleistungen vorlagen, die Ent⸗ schädigung der Zentrale natürlich heute nicht so hoch ist, wie der Nutzen, den der Händler früher gehabt hat.
Ich möchte eine Bemerkung des Herrn Underberg⸗Albrecht richtig stellen, da ich glaube, daß er meine Worte nicht so aufgefaßt hat, wie ich sie gedeutet wünschen möchte. Ich habe gesagt, daß die Zentrale mit allen Händlern, welche sich gemeldet haben, Abschlüsse gemacht hat, bis auf zwei. Bei zweien ist das nicht gelungen. Im übrigen will ich nicht behaupten, daß die Zentrale seinerzeit mit allen Händlern in Unterhandlung getreten ist. Es gab eine Anzahl von Händlern, die sich überhaupt nicht meldeten, resp. die von vornherein erklärten, daß sie nicht die Absicht hätten, mit der Zentrale zu kontrahieren. Selbstverständlich sind diese Ausnahmen nicht berücksichtigt. Diese Händler konnte ja die Zentrale nicht beschäftigen, denn, wenn prinzipieller Widerstand vorhanden ist, so nützt es auch nichts, etwa durch die Entlohnung zu versuchen, diese Herren zu gewinnen.
Ich möchte behaupten, daß die Entlohnung eine derartige gewesen ist, daß wegen zu geringer Provisionszahlung nicht ein Händler fern geblieben ist.
Vorsitzender: Meine Herren, ich möchté glauben, daß die Ausführungen der sachverständigen Herren, die zu der Frage I gesprochen haben, über den Rahmen der Frage 1 eigentlich hinausgegangen sind, und muß nochmals an die folgenden Herren Redner die Bitte richten, sich möglichst an das Thema zu halten. Alle diese Dinge werden wir nachher, wenn wir die Einwirkungen auf den Handel besprechen, noch einmal ganz eingehend erörtern müssen. Ich bitte also, das zurückzuhalten, bis wir an diese Frage kommen.
Rittergutsbesitzer von Graß⸗Klanin: Meine Herren, ich habe nur eine ganz kurze Bemerkung zu machen. Herr Eulenburg hat an mein Zeugnis appelliert. Ich bedauere aber beim besten Willen Herrn Eulenburg nur das Zeugnis geben zu können, daß ich persönlich mehrere Jahre mit ihm in Geschäftsverbindung gestanden habe, daß er meinen Spiritus abgenommen hat und daß das Geschäft ein gegen⸗ seitig angenehmes gewesen ist. Von irgend welcher weiteren Kenntnisnahme meinerseits bedauere ich aber hier kein Zeugnis ablegen zu können.
Direktor Wilhelm Kantorowicz⸗Berlin: Meine Herren, ich habe mich nochmals zum Wort gemeldet, weil ich eben sehe, daß die Verhandlungen hartnäckig bei dem Thema der Händler bleiben, sodaß ich fürchte, daß, wenn ich hernach komme, das Interesse an der Sache verloren gegangen ist. Ich erlaube mir also, wenn der Vorsitzende nicht förmlichen Einspruch dagegen erhebt, auf die Ausführungen des Herrn Bourzutschky zu erwidern — — —
Vorsitzender (einfallend): Meine Herren, ich möchte Ihnen ganz gewiß nicht hinderlich sein. Aber ich glaube wirklich, nachdem ich eben die Bitte ausgesprochen habe, damit zu warten, bis wir an den Punkt kommen, ist es kaum möglich, daß ich jetzt gestatten kann, daß noch jemand auf die Sache eingeht. Sie werden reichlich Gelegenheit haben, Herr Kantorowicz, diese Dinge zu behandeln bei der Frage, die später gestellt ist, und bei der wir die Angelegenheit ganz eingehend erörtern müssen. Können Sie es nicht so einrichten, daß Sie es nachher sagen?
Kaufmann Eulenburg⸗Hamburg: Ich möchte meine Verwunderung darüber aussprechen, daß der Herr Vorredner, ich glaube Herr Bourzutschky, sagt; der Handel wäre berück⸗ sichtigt worden; demgegenüber möͤchte ich konstatieren, daß ich das Gefühl habe und daß auch das Gefühl in Hamburg fast allgemein verbreitet ist, daß ein direkt händlerfeindliches Element bei Begründung der Zentrale vorherrschte, und dieser Grundsatz ist auch in zahlreichen Versammlungen der Brennerei⸗ besitzer direkt ausgesprochen worden mit den Worten, daß es sich darum handle, den Handel als solchen auszuschalten. Ich wundere mich eigentlich, daß Herr Bourzutschky vorhin sagte, der Handel wäre berücksichtigt worden, weil eben dieser Grundsatz allgemein ausgesprochen wurde, und ich möchte deswegen konstatieren, daß wir in Hamburg der Ansicht sind: der Handel ist nicht berücksichtigt worden und sollte auch gar nicht berücksichtigt werden.
Geschäftsführer der Zentrale für Spiritusverwertung Untucht⸗Berlin: Meine Herren, es ist noch die Frage des Herrn Regierungsrats Dr. Völker zu beantworten, weshalb die Händler nicht eine Organisation gebildet haben und weshalb die Zentrale auf eine solche Organisierung nicht hingewirkt hat.
Ich glaube, es muß zunächst aufgeklärt werden, welche Kategorie von Händlern hier in Betracht kommt. Wir haben zu unterscheiden zwischen den Händlern, welche die Vermittelung des Rohspiritus zwischen Brennerei und Spritfabrik bewirken, und denjenigen, welche die Waren — Rohspiritus, Sprit,
Alkohol, denaturierten Branntwein — einkaufen, um sie weiter zu veräußern, teils in verarbeitetem Zustande, teils — beim Detailverkauf — in unverarbeitetem Zustande. Diese letzteren, die Zwischenhändler, scheiden bei der Frage I vollkommen aus. Wir haben es hier nur mit dem reinen Kommissions⸗ und Provisionsgeschäft der Händler zwischen Produzenten und in der Hauptsache Rektifikateuren zu tun. Hier handelt es sich, wie Sie gehört haben, nur um ca. 200 Personen. Die Zentrale hatte bei der Gründung keine Veranlassung, dafür zu sorgen, daß diese 200 Händler zu einer Organisation zusammentraten. Sie konnte mit ihnen einfach kontrahieren, indem sie mit jedem derselben einzeln einen Kontrakt machte. Auch lagen die Verhältnisse in der Regel verschieden. Der eine der Herren wollte dieses und der andere jenes berück⸗ sichtigt haben. — Wenn die Frage noch weiter eingehend behandelt werden soll, dann wäre es vielleicht am zweck⸗ mäßigsten, wenn einer der Herren, die dieses Händlertum vertreten, zu der Frage das Wort nimmt, ob für ihn eine Veranlassung vorlag, gegenüber der Zentrale in eine Organisation einzutreten. Vorsitzender: Das Wort wird zu Frage I nicht
weiter verlangt. Wünscht der Herr Referent das Wort?
(Wird verneint.) Dann können wir die Frage I verlassen
und zu Frage II übergehen.
8 Zahl der Mitglieder und der Betriebe. Art und Menge der swyndizierten Erzeugnisse. Außenstehende Betriebe nach Zahl und Menge der Erzeugnisse.
Darüber liegen, soviel ich weiß, auch gedruckte Mit⸗ teilungen vor.
Das Wort ist bis jetzt nicht verlangt worden. Geschäftsführer Bourzutschky⸗Berlin: Es ist ja sch hervorgehoben, daß das Material ziemlich detailliert vorliegt. Ich kann es also, wenn ich mich an den Wortlaut des Frage⸗ bogens halten will, nur insoweit vervollständigen, als ich die Anzahl der Brennereien, welche sich dem Kartell angeschlossen haben, hier bekannt gebe.
Für das Jahr 1904/05 liegen genaue Mitteilungen seitens des Statistischen Amts nicht vor. Ich muß also auf das Jahr 1903/04 zurückgreifen. In diesem Jahre waren ins⸗ gesamt im Deutschen Reiche im Betriebe 66 031 Brennereien, von diesen sind der Zentrale angeschlossen 3903 Brennereien. Es sind also außenstehend 62 128.
Wenn ich auf die Kategorien der Brennereien eingehe, so möchte ich zunächst die hauptsächlichsten, die wichtigsten Betriebe, die Kartoffelbrennereien, und zwar gewerbliche und landwirt⸗ schaftliche, vorweg nehmen. Von dieser Kategorie waren im Jahre 1903/04 insgesamt 6081 im Betriebe. Der Zentrale lieferten davon 3825 Brennereien.
Getreidebrennereien, auch wieder landwirtschaftliche und gewerbliche zusammengegriffen, waren 9722 insgesamt im Betriebe; der Zentrale waren 53 angeschlossen.
Melassebrennereien existierten 29. Die Zentrale erhält von 24 derselben das Produkt geliefert.
Aus anderen Stoffen stellten 39 Brennereien Spiritus her; die Zentrale empfing von einer das Produkt.
Die größte Gruppe, die 50 160 Materialbrennereien, lieferten samt und sonders an Außenstehende. Die Zentrale hatte hiervon keinen Bezug.
Die Quanten, welche in Frage kommen, sind in den vorliegenden Druckschriften angegeben. Ein genaueres Material könnte ich auch darüber nicht geben, weil die Gruppierung eine sehr, sehr schwierige ist. Inwieweit die Zentrale von den einzelnen Gruppen den Spiritus empfängt, ergibt sich ungefähr aus den genannten Zahlen.
Ich komme nun auf die Anzahl der Spritfabriken. Es ist schon in dem schriftlichen Material hervorgehoben worden, daß die Zentrale mit 100 Gesellschaftern in Verbindung steht, welche 107 Fabriken besitzen. Auch wieder im Jahre 1903/04, in dem letzten, dessen genaue Statistik vorliegt, waren ins⸗ gesamt im Reiche 137 Reinigungsanstalten im Betriebe. Die Außenstehenden sind also an der Sypiritusreinigung mit 30 Betrieben beteiligt. Größere Betriebe sind in Berlin, in Dresden, in Tornesch, in Peine und in München. Die übrigen Fabriken verteilen sich auf das ganze Reich und ent⸗ halten Betriebe im Umfange von je circa ½ Million Liter Sprit.
8 Referent Regierungsrat Albert: Ich möchte zu Nr. II einige Fragen an die Herren Vertreter des Kartells richten, und zwar bezüglich der syndizierten Erzeugnisse. Soviel ich weiß, ist von der Syndizierung ausgenommen: der häusliche Bedarf, der örtliche Kleinverkehr und der Selbstverbrauch der Spritfabriken.
Ich möchte um nähere Angaben bitten, was unter häus⸗ lichem Bedarf usw. verstanden wird und welchen Umfang der Verbrauch innerhalb dieses Rahmens angenommen hat.
Geschäftsführer Bourzutschky⸗Berlin: Meine Herren, wie sonst, hat das Syndikat auch hier versucht, die alten Ge⸗ wohnheiten zu berücksichtigen, es hat mit den Gepflogenheiten der Brennereien gerechnet, den benachbarten Krügern Spiritus zu liefern, den denaturierten Spiritus, soweit er in der Wirt⸗ schaft benötigt wird, von der eigenen Produktion zurückzuhalten, sowie den eigenen Schnittern Branntwein zu liefern. Das Syndikat hat in den Verträgen die Verpflichtung übernommen, den einzelnen Brennereien, welche gezwungen sind, das gesamte Produkt dem Syndikat zu liefern, solche Mengen freizugeben.
Ueber den Umfang dieses Absatzes dürften vielleicht falsche Vorstellungen vorliegen. Es beziffert sich die auf diese Weise von den Brennereien zurückdehaltene Menge insgesamt auf 3 ½ Millionen Liter pro Jahr. In diesen 3 ½ Millionen sind auch die Quanten enthalten, welche die betreffenden Brennereien früher an benachbarte Betriebe abgegeben haben. Natürlich dreht es sich nur um kleine Abnehmer, um Wirte, um Krüger auf dem Lande, und es spielt dies Geschäft in einzelnen Landesteilen eine Rolle, in anderen kommt es gar nicht in Betracht. In Ostpreußen, auch in Teilen von Schlesien werden größere Mengen zurückvehalten Einzelne Brenn
1.“