8 1“ 11““
ihrer Art, die es jemals auf der Erde gegeben hat und geben wird. Sie hat sich nicht bloß durch den Vorgang selbst, sondern auch durch ihre Folgen unvertilgbar in das Gedächtnis der Mensch⸗ heit eingegraben. Denn was der Flut entronnen, hatte die Gefahren der neuen Ordnung der Dinge zu bestehen, von der in großen Zügen schon die Rede gewesen ist. Fortan he; sich die Menschen vor den Unbilden der Witterung Lchüten. ohnungen bauen, Kleidung bereiten, Vorräte sammeln. Ihr Verhältnis zu den Tieren wurde notgedrungen ein anderes wie bisher. Was sich den neuen An⸗ forderungen des Lebens nicht anpassen konnte, wurde auf natür⸗ lichem Wege ausgeschieden. Jedenfalls ist die neugeschaffene Ordnung der Dinge als der letzte, dauerndste und vollkommenste Zu⸗ stand irdischen Lebens anzusehen. Alle vorangegangenen Perioden haben ihn vorbereitet, und seine Dauer ist deshalb verbürgt, weil er unter der Herrschaft der Sonnenwärme steht, die viel langsamer ab⸗ nimmt, als die Erdwärme es getan hat. Für den letzten dürfen wir den Zustand halten, weil unsere heutigen Kenntnisse uns nicht anzu⸗ nehmen erlauben, daß eine neue Katastrophe ihn beenden werde; eine neue Regenkatastrophe ist jedenfalls ausgeschlossen. So wird der Zu⸗ stand wohl dauern, bis dereinst die Wärmequelle „Sonne’“ erkaltet und alles Leben dem Tode preisgegeben wird.
Zum Schluß versuchte der Vortragende sich noch an der schweren Aufgabe einer Bestimmung des Zeitpunktes, zu dem die Sintflut ein⸗ getreten ist. Er verfuhr dabei nach einer in der Mathematik zuweilen angewandten Methode, indem er eine obere Grenze suchte, in der das Ereignis frühestens, und eine untere, in der es spätestens eingetreten sein könne. Je mehr es gelingt, die eine Grenze der andern zu nähern, um so geringer ist die Unsicherheit der Bestimmung. Die Sintflut bildete den Uebergang zum Diluvium, der Periode der Eiszeiten. Die obere Grenze wird gegebenenfalls also der Beginn des Diluviums sein, während die untere durch eine Untersuchung zu bestimmen ist, wie lange die Menschheit etwa eine Tradition aus der Urzeit bewahren kann. Bei der Bestimmung der oberen Grenze stellen sich bis jetzt unvereinbare Gegensätze vesiscten den Geologen und den Physikern heraus. Die Geologen urteilen zumeist auf Grund der Dicke der abgelagerten Schichten und kommen dabei zu hohem Alter der Erdbildungsperiode. Gegen diesen Maßstab aber verwahren sich die Fcer und halten ihn für unsicher, weil nicht zu erweisen sei, daß zu allen Erdperioden gleiche Zeiten zur Ablagerung gleich dicker Schichten notwendig gewesen sind. Die Physiker folgern ihrerseits aus ihrer Kenntnis des Tempos, in dem die Sonne ihre Wärme abgibt, daß die Sonne so lange Zeit nicht als Wärmespender existiert haben kann, wie die Geologen ihr zuschreiben. Das Erzebnis dieser Kontroverse ist, daß die Physiker die Zeiten, während deren Leben auf der Erde existiert haben mag, auf ¼ der eologischen Schätzungen herabsetzen. Lord Kelvin schätzt die Zeit, während der die Sonne als leuchtender Stern besteht, auf 50 — 100 Millionen Jahre höchstens, auf 20 Millionen Jahre die Existenz der Erde, auf 5—6 Millionen Jahre die noch kommende Zeit der Erde. Benutzt man dies aus vorstehenden Schätzungen eines Physikers sich ergebende Verhältnis zu den geologischen Schätzungen zum Zweck einer vorsichtigen Bestimmung der hier gesuchten Zahl, so wäre der nach Professor Hans Meyers „mäßiger Schätzung“ als 30 000 Jahre vor der Gegenwart sich ergebende Beginn der Epoche der Eiszeiten auf 8 — 10 000 Jahre zu reduzieren, mithin auf diese Zeit vor der Gegenwart die obere Grenze der Sintflut anzusetzen.
Für die Bestimmung der unteren Grenze sind die frühesten Zeiten maßgebend, von denen wir halbwegs sichere Kunde besitzen, d. i. für Aegypten etwa 5000, für das Euphrattal etwa 4000 vor unserer
eitrechnung. Allein die astronomische Angabe des Gilgamesche⸗
pos über den Wendepunkt der Sonne nötigt dazu, das nicht semitischer, sondern sumerischer Herkunft zu erachtende Epos auf 5650 vor Chr. anzusetzen. Und die in Höhlen der Dordogne entdeckten Tierzeichnungen aus der jüngeren Steinzeit sowie Inschriftentafeln der älteren Steinzeit aus Thessalien recht⸗ fertigen die Behauptung, daß die hieraus sich ergebende Kultur die Menschen dieser Epoche wohl befähigt haben kann, eine lange, Gene⸗ rationen alte Ueberlieferung zu bewahren. Auf diesem Wege gelangen wir also zu etwa 7000 Jahren vor der Gegenwart als untere Grenze für die Zeit des Eintritts der Sintflut. Als eine Bestätigung dieser Schätzung darf gelten, daß für Trombelli sich durch bloße sprachliche Ab⸗ leitung das Alter der Sprache und also auch das Alter der Menschheit als 30 000 50 000 Jahre ergibt. Es würde hieraus folgen, daß um die Feit der Sintflut herum die Menschheit alt genug war, um den
rdkreis bevölkert zu haben und daß ihre Sprachen wohl auch schon ein genügend entwickeltes Werkzeug bildeten, um Mitteilungen der nächsten Generation zu überliefern.
In der Diskussion, die sich an den sehr beifällig aufgenommenen Vortrag schloß, erhob Dr. von Zahn den Einwand, es sei doch merkwürdig, 8. über die nach Meinung des Vortragenden ältere Sint⸗ flut sich Ueberlieferungen erhalten haben sollen, während Erinnerungen an die jüngeren Eiszeiten fehlten. Dr. Riem bestritt letzteres unter Hinweis auf die Edda, die solche Erinnerungen in Menge enthalte. Dr. Baschin kann nicht an die ungeheuren Niederschlagsmengen und die behaupteten Wirkungen glauben, da im gesättigten Zustande 1 cbm Luft nur 50 g, 10 000 chm, d. i. eine Luftsäule von 10 000 m, über einen Quadratmeter erst 500 kg enthalten, die den Boden erst in
öhe von einem halben Meter bedecken. Geheimrat Hellmann ist dagegen der Ansicht, daß schon unausgesetzte Regen von wenigen Tagen zur Hervorbringung großer mechanischer Wirkungen genügen. Geheimrat Penk bemängelt die Annahme, da während der Tertiärzeit überall auf der Erde ein gleichmäßiges Klima geherrscht habe. Es lassen ch Wüstenbildungen während dieser Epoche nachweisen, auch habe Spanien ein ganz be⸗ sonders heißes Klima gehabt. Dr. Riem will seine Behauptung nur für die letzte Zeit des Tertiär verstanden sehen. Geheimrat Penk meint, Spuren von der Wirkung einer solchen Unmasse herabstürzenden Wassers müßten sich an Abspülungen von den Bergen zeigen, ihm seien Spuren solcher Art indessen nicht bekannt. Er folgert daraus die Wahrscheinlichkeit der Fluten als lokale Erscheinungen. Geheim⸗ rat Hellmann führt Beispiele uralter Ueberlieferungen gerade auf meteorologischem Gebiet an, u. a. ist ein bestimmter Wettekaberglaube als 7000 Jahre alt nachweisbar. 8 “ 8 — 88 8 “
Wie das „Dresdner Journal“ meldet, sind mit Genehmigung Seiner Majestät des Königs von Sachsen der Architekt, Professor Friedrich Thiersch und der Bildhauer, Professor Joseph Floß⸗ mann in München sowie der Maler, Professor Max Liebermann in Berlin zu Mitgliedern der Akademie der bildenden Künste in Dresden ernannt worden. 8
. Land⸗ und Forstwirtschaft. Weizeneinfuhr Marseilles.
Nach den Wochenübersichten des in Marseille erscheinenden „Sémaphore“ hat die Weizeneinfuhr Marseilles auf dem Seewege
betragen: in der Zeit vom 15. bis zum 20. April d. J.. . 114 796 dz 8 109 231 „
davon aus Rußland . . .. April d. J. 65 418
in der Zeit vom 22. bis zum 27. n in der Zeit vom 29. April bis zum 4. Mai d. 34 235 „
i8
davon aus Rußland 3 8
davon aus Rußland. 88 19 621
in der Zeit vom 5. bis zum 11. Mai d. J.. 87 367 davon aus Rußland b 73 936
In den Marseiller Docks und Entrepots befanden sich i d. J. 87 990 dz.
Verkehrsanstalten.
Der Weltpostkongreß hat vorgestern seine letzte Sitzun gehalten. Zum Sitz des nächsten Kongresses ist, „W. T. B.“ bne. Madrid gewählt worden. Die Unterzeichnung der Kongreßakte wird am 26 d. M. erfolgen. ““ 1 11““
8
1““
(ESettatistik und Volkswirtschaft. Von deutschen Fischern und von Mannschaften deutscher Schiffe gefangene und im April 1906 an Land gebrachte Fische, Robben, Wal⸗ und andere Seetiere, sowie davon gewonnene
Erzeugnisse.
Seetiere
und davon Nordseegebiet gewonnene Erzeugnisse
Ostseegebiet
kg Stück ℳ I. Fische.
50 281 31 038 mittel.. 76 281 38 237 klein .. .. 20 865
V. Garhtte. und Weiß. linge... Isländer.. Kabliau, 9 mittel und ö“ Isländer..
kg Stück ℳ
Schellfisch, groß
95 520 198 508
27 786
12 958 143 726 6 672 16 587
769 487 115 828
50 343 1 213 685 53 095 64 209
02 ᷑
10 721 38 904
27 551 98 842
1l 1I
ohne nähere Bezeich⸗ Knurrhahn.. Petermann .. öETTI““ Lengfisch... Haifisch.. Katfisch.. Rotzungen.. Stör ee 8 eezungen, mittel u. Iei Steinbutt, groß und mittel... klein. ohne nähere Bezeich⸗ nung.. Tarbutt, groß und mittel “ Kleiß Lachs aller Art “ tint Maifisch ... Barsch und Rotbarsch (Begilt).. Kaulbarsch .. Brassen (Blei) Scharben und kleine Rot⸗ zungen... Schleie... Heringe Sprotten (Breitlinge) Aal Aalquappen. Seegranat.. Seeteufel.. Seehasen... Makrelen... Dorsch.. lundern... ornhecht .. Keerforellen 1.
ötz Schnäpel... Goldbutt... Weißfisch (Giester).. Verschiedene Fische (Ge⸗ mengfische)
zusammen
22 —₰½ S= 90 d0
13 709 57
36 363 5 985 941
6 277 53 747 202 10 604
11 603 7 522
252 037 125
290 158 43 292 6 614 43 078 89 253 90
8 547
3 434 2 780
1
020 ₰ — — & α
“ EBII I bit EkIs⸗
16 088 8 045
7 560 4 564
1091
2625 — 3 295 785 3 680 290
349 881 3 364 800 11 258 — 36 910
1 200
270 740 611 900 1 440
5 720
73 248 119 225
RüIiIIiIIEIIEI
507 23 312
38 758 805
8 155 260
138
31 258 4 428 217
der. 5 121
13 560 842 865 II. Schaltiere.
19 164 17 728 5 307 964 687/8 197 272 269 746
Garnelen (Granaten, Krabben) ..
Hummer ..
Langusten...
Seekrebse...
Taschenkrebse.
Austern ..
Muscheln usw. zusammen
3 —
107
43 434 16 22
68 — 3 522 2 750 75 165 224 55 209 47 137 III. Andere Seetiere.
- 1c29 210
— 76ß 210
IV. Erzeugnisse von Seetieren. 1 800
807 54 390
111““
Seehunde... zusammen
Salzheringe. 8 8
rogen.. Fischmllch S
zusammen 329 337 hierzu III.. — 1 II 165 224 5 I. 144 428 217 zus. =IV [4 922 778 Nord⸗ u. Ostä... seegebiet
Gesamt⸗ b 8 wert 8 1 212 763 6
Anmerkung: Die Angaben von Altona stehen Berlin, 21. Mai 1906.
vs69 46 418
116 756 212 443 138
52 277 210
47 137 842 865
942 489 270 274
60
168 269 746
270 274
8 197 272 0188 197 272
1“ 1
Zur Arbeiterbewegung. neber die am 21. d. M. in Berlin abgehaltene Sitzung des Vor⸗ standes und des b der Hauptstelle Deutscher Arbeit⸗ geberverbände (vpgl. Nr. 120 d. Bl.) wird ausführlicher folgendes mitgeteilt: Die unter dem Vorsitz des Hüttenbesitzers Vopelius, Mit⸗ glied des Herrenhauses, abgehaltene Sitzung gab besonders Veranlass ung zu einer eingehenden Aussprache über die zum Teil noch andauernden Ausstandsbewegungen und Aussperrungen während des laufenden Jahres Was die Bewegung der Formerund Gießereiarbeiter anlangt, so billigten die Organe der Hauptstelle völlig die bisher in die Wege geleiteten Maßnahmen, die darauf abzielen, die im Kampfe befind⸗ lichen Bezirksverbände des Gesamtverbandes Deutscher Metall⸗ industrieller in diesem Kampfe zu unterstützen. Des weiteren be⸗ zogen sich die Verhandlungen auf den Ausstand der Berg⸗ arbeiter im mitteldeutschen Braunkohlenbezirk. An der Hand des tatsächlichen Materials wurde nachgewiesen, daß die Unter⸗ nehmer bis an die Grenze, über die hinauszugehen ihnen nicht zu⸗ zumuten ist, Entgegenkommen gezeigt haben und daß die Forderungen der Arbeiter, wie der ganze Verlauf der Bewegung und das Verhalten der Streikenden gezeigt hat, nicht in erster Linie auf die Er⸗
der Organisation hinauslaufen. Mit Rücksicht hierauf und auf 8. Umstand, daß die erst vor Jahresfrist gesetzlich eingeführten Arbeiter⸗ ausschüsse während dieses Streiks durch die Arbeiterorganisation voll⸗ ständig bei Seite geschoben worden sind, beschlossen Vorstand und Ausschuß der Hauptstelle mit Einstimmigkeit, den vom Streik betroffenen Arbeit⸗ gebern die Hilfe der Hauptstelle in vollem Umfange zukommen zu lassen. Die Geschäftsführung erstattete ferner Bericht über die Verhandlungen zur Durchführung der Streikklausel innerhalb der Textil⸗ industrie und die Einsetzung eines Schiedsgerichts hierzu, ferner über die Begründung des Schutzverbandes gegen Streik⸗ schäden. Aus dem Geschäftsberichte ging weiter der rege schriftliche und persönliche Verkehr zwischen der Geschäftsführung und den Mitgliedern hervor; in einer großen Anzahl von Fällen wurde überdies die Mitwirkung der Hauptstelle bei der Begründung neuer Verbände in allen Teilen des Reichs in Anspruch genommen. Im Laufe der Debatte wurde übrigens darauf hin⸗ gewiesen, wie die Organisation der Hauptstelle und ihre Satzungen im Auslande bereits mehrfach Nachahmung gesunden haben. Die übrigen Gegenstände der Tagesordnung waren interner Natur.
Eine außerordentlich zahlreich besuchte Versammlung der Berliner Lithographen und Steindrucker . der Wost Ztg.“ zufolge, am Dienstagabend Stellung zur allgemeinen Aussperrung in ihrem Berufe. Im ganzen Deutschen Reiche seien nur 2800 von der Kündigung betroffen worden, davon in Berlin rund 700, und sechs Berliner Ringfirmen hätten eine Aus⸗ sperrung verweigert. In der angenommenen Erklärung wurde gegen die Aussperrung Verwahrung eingelegt und die Persanneihen verpflichtet, treu zum Senefelder⸗Bunde (vgl. weiter unten unter Leipzig) zu halten. Weiter wurde erklärt, die Arbeit nicht früher wieder aufnehmen zu wollen, als bis folgende Forderungen zugestanden sind: „Anerkennung der §§ 616 und 619 des Bürgerlichen Gesetz⸗ buchs, Anerkennung des Bundesnachweises, einer Lohnerhöhung von
10 v. H. aller Lohnsätze unter 30 ℳ und einer solchen von 5 v. H. über 30 ℳ die Woche usw.“ solche n H
Die ausständigen Metallarbeiter in Seee erklärten sich, wie „W. T. B.“ meldet, in einer am Mittwoch abgehaltenen Versammlung auf Grund der Berichte ihrer Kommission bereit, die Forseenmng des Mindestlohnes fallen zu lassen, und beauftragten die
ommission insbesondere wegen einer Lohnaufbesserung für Hilfsarbeiter mit den Arbeitgebern weiter zu verhandeln. Die übrigen Vorschläge der Arbeitgeber wurden mit wenigen Aenderungen angenommen.
Zwischen den Metallindustriellen und Metallarbeitern Braunschweigs ist, der „Braunschweigischen Landeszeitung“ zufolge, eine vollständige Einigung erzielt worden.
In Posen ist, wie die „Frkf. Ztg.“ erfährt, der Ausstand im Baugewerbe (vgl. Nr. 115 d. Bl.) beendet. Es wurde ein zwei⸗ jähriger Lohnvertrag festgesetzt.
Die Arbeiter der Schuhwarenindustrie in Zweibrücken verlangen, wie der „Köln. Zig“ gemeldet wird, 10 % Lohnerhöhung, für Ueberstunden einen Zuschlag von 25 % und Beendigung der Arbeits⸗ zeit an Sonnabenden um 5 ½ Uhr bei voller Lohnzahlung. Die Arbeit⸗ geber weigern bn. mit den Vertretern der Organisation der Arbeiter zu verhandeln, sie sind aber bereit, die zehnstündige Arbeitszeit unter Wegfall der Eßpausen zu bewilligen; die Lohnerhöhung lehnen sie ab. Die Fabrikanten sind bereit, falls die Arbeiter auf ihren weiter sehfaden Forderungen bestehen, ihre Fabriken bis auf weiteres zu Bei einem Ausstand kommen 700 — 800 Schuharbeiter in
rage.
Vor einigen Wochen haben in Leipzig mehrtägige Tarif⸗ verhandlungen zwischen den Vertretern der Arbeitgeber dund Ge⸗ hilfen im Steindruck⸗ und Lithographengewerbe statt⸗ eeden. die jedoch ergebnislos verliefen. Die von den Gehilfen ge⸗ orderte Arbeitszeit von 8 Stunden für Lithographen und 9 Stunden für Steindrucker wurde von den Arbeitgebern im allgemeinen zugestanden und nur für einige Bezirke, wo noch erbeblich länger (10 und 11 Stunden) gearbeitet wird, wünschten die Arbeitgeber, diesen Firmen Phasgen⸗ Zeit zu geben, da eine plötzliche Verkürzung um teilweise
is zu 20 % einzelne Firmen schwer hätte schädigen können. Die Gehilfenvertreter erklärten darauf die Verhandlungen für abgebrochen, mit dem gleichzeitigen Hinweis, sie würden 2enenn von Ort zu Ort gegen die einzelnen Firmen vorgehen. Man hat darauf in Breslau, Hannover, Saalfeld, Bremen usw. Teilausstände begonnen. Diesem Beginnen gegenüber ist, wie die „Köln. Ztg.“ berichtet, der Schutz⸗ verband deutscher Steindruckereibesitzer gexgründet worden, dem die größten Firmen Deutschlands sofort unter Zeich⸗ nung eines mehr als eine Million betragenden Garantie⸗ fonds beigetreten sind. Nachdem die Gehilfen die bedingungs⸗ lose Wiederaufnahme der Arbeit an allen vom Ausstand betroffenen Orten abgelehnt haben, hat der Schutzverband die Aus⸗ sperrung aller im Deutschen Senefelder⸗Bund vereinigten Lithographen und Steindrucker ausgesprochen, die am 2. Juni d. J. in Kraft tritt, wenn nicht bis dahin die Gehilfenschaft zur bedingungslosen Wieder⸗ aufnahme der Arbeit in allen von dem Auestande betroffenen Be⸗ zirken bereit ist. Von der Aussperrung werden etwa 5000 Litho⸗ graphen und Steindrucker betroffen.
Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗ maßregeln.
Oesterreich. Laut Rundschreiben der K. K. Seebehörde in Triest werden wegen Auftretens der Bubonenpest in Penang die Herkünfte aus diesem Hafen bis auf weiteres den Bestimmungen des Rund⸗ G der erwähnten Behörde vom 12. August 1904 entsprechend ehandelt. Vergl. „R.⸗Anz.“ vom 1. Dezember 1904, Nr. 283.
Schweden. Die schwedische Regierung hat am 10. d. M. Port Elisabeth
für pestfrei erklärt. (Vergl. „R.⸗Anz.“ vom 5. August v. J⸗
MNiederländisch⸗Indien. 8 „Niach einer Verordnung des Generalgouverneurs von Nieder⸗ ländisch⸗Indien vom 23. April d. J. ist wegen Ausbruchs der Pest
die Quarantäne gegen Brisbane (Australien) verhängt worden. 6
Kaiserliches Statistisches Amt.
van der Borght.
langung wirtschaftlicher Vorteile, sondern auf die Stärkung der Macht
11“X“
Stand der Tierseuchen in Defe. (Nach den vom K. K. österreichischen Ministerium des Innern veröffentlichten Ausweisen.)
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am 14. Mai 1906.
Maul⸗ und Klauen⸗
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Rotlauf der Schweine
Bläschen⸗ ausschlag
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der verseuchten Orte:
——
derösterreich Vhagstereich
Salzburg Steiermark.
Finnland . * 8.
Tirol Vorarlbeg....
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Bukowina. . Dalmatien...
Stand der Tierseuchen in Ungarn am 9. Mai 1906. 8 Nach den wöchentlichen Ausweisen des Königlich ungarischen Ackerbauministeriums.)
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Rotlauf der Schweine
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Blattern
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Handel und Gewerbe.
n im Reichsamt des Innern usammengestellten Nachrichten für Handel und Industrie“.)
Großbritannien.
he Imperial Tariff for 1906, enthaltend den Zoll⸗ mmif nbst 1er Gesetzen und Verordnungen über die Wareneinfuhr und ⸗lagerung sowie über die Warenaus⸗ und durchfuhr, ist im Ver⸗ lage von Eyre and Spottiswoode, London, East Harding Street, E. C. erschienen und zum Preise von 2 Schill. 6 Pee. zu beziehen.
Der Zuckerhandel in Smyrna in den beiden 8 letzten Jahren. 88 1 hü
Im Jahre 1904 wurden nach Smyrna aus Triest an er⸗ vs lm Ueber verschiedener Art eingeführt: 83 200 Sack oder 7480 000 kg und aus Rußland an Krystallsandzucker 54 875 Sack oder 5 560 000 kg. Im ganzen gingen daher an Zucker in Smyrna im Jahre 1904: 138 075 Sack oder 13 040 000 kg ein. Der Preis für den Zucker war auf dem Smyrnaer Markt im Jahre 1904, wie 1 Anfang Juli zahlte man für österreichischen Zucker 30 Franken fü 100 kg und für russischen 27 Franken für 100 kg. Im März 1904 begann der Preis für Zucker zu steigen und Ende März betrug diese Steigerung schon 3 Franken. Sodann stieg der Preis immer weiter und erreichte am Ende des Jahres die Höhe von 39 Franken für 100 kg russischen und 42 Franken für 100 kg österreichischen Zucker.
Im Laufe des Jabres 1905 gestaltete sich die Zuckereinfuhr nach
Smyrna in nachstehender Weise: an österreichischem Zucker verschiedener Qualität wurden 63 000 Sack oder 5 670 000 kg und an österreichischem Kristallsandzucker 32 500 Sack oder 3 300 000 kg und aus Rußland an Krystallsandzucker 25 500 Sack oder 2 600 000 kg eingeführt. Demnach sind im Jahre 1905 nach Smprna im ganzen 121 000 Sack oder 11 570 000 kg Zucker eingeführt worden. Die Preise für Zucker waren im Jahre 1905 zu Anfang des Jahres 43 Franken für russischen und 46 Franken für österreichischen Zucker (für 100 kg). Sodann fingen diese Preise zu fallen an und betrugen im Juni 38 Franken für russischen und 41 Franken für österreichischen. Zu Ende des Jahres erreichte diese Ermäßigung 11 Franken für die eine sowie für die andere Ware. Smyrna wird außerdem auch noch französischer Zucker eingeführt, jedoch von geringer Qualität und in anz geringen Mengen . 1 1gns Emprna geht der Zucker nach dem Innern des Landes fast ausschließlich in die Gegenden des Wilajets Aidin. (Nach einem Be⸗ richt des russischen Generalkonsuls in Smyrna, veröffentlicht im Wjestnik Finanzow.)
Cinfuhr von Zucker während des Jahres 905.
Die Gesamteinfuhr an Zucker nach Beirut betrug im Jahre 1905 55 677 ½ - 8s 5b 804 ½ dz im Jahre 1904 und weist somit gegen das Vorjahr eine bedeutende Abnahme auf. Diese ist teilweise wohl auf den Umstand zurückzuführen, daß am Jahresschluß die Lager in Beirut vollständig geräumt waren, weil Rußland, welches Land mit den Verschiffungen neuer Produktion bereits im September beginnt, für die Kampagne 1905/06 2he nicht als Verkäufer aufgetreten ist, und weil Oesterreich⸗Ungarn seine Verschiffungen neuer Produktion erst im November aufgenommen hat. Für sich allein bietet dieser Umstand jedoch keine genügende Erklärung für die Abnahme, und es muß daher als feststehend betrachtet werden, daß der Konsum durch den bohen Preisstand 8. Jahresbeginn bis zur neuen Ernte eine erhebliche Einbuße erlitten hat. — 8 1c Fishuhs enungen drücken sich in folgenden Ziffern deutlich aus: höchster Stand . 50 Fr. für Concassés, 40 Fr. für Krystalle, neue Ernte 82 „ „ 2 EE“ Ie
Die Gesamteinfuhr zergliedert sich in folgende Sorten: 1905 1904
25 000 dz 40 000 dz krvystallisierter Zucker in Säcken von 106 ½ und 100 kg,
26 000 dz 30 000 dz Concassés in Säcken von 84 kg,
4 700 dz 4 800 dz 2, 3 und 5 kg⸗Brote sowie Würfelzucker in Kisten von 50 und 100 kg mit folgenden
Ursprungsländern:
30 000 dz aus Oesterreich⸗Ungarn gegen 31 000 im Jahre 1904, 14 500 dz „ Rußland 1““ 40 000 4 „ 1904, 4 700 dz „ Sn 8 3 800 „ „ 1904, 4 000 dz „ Belgien, 1.“ 2 500 dz „ Aegypten. b . iffern zeigen zunächst eine bedeutende Abnahme der Ein⸗ Dese Zilem ea 805 dz gegen 40 000 dz im Vorjahr). Der Grund hierfür liegt in der bereits oben erwähnten Tatsache, daß Rußland infolge der politischen und ökonomischen Wirren für die neue Ernte überhaupt nicht als Verkäufer aufgetreten ist, sodaß in den Monaten August bis Dezember kein einziger Sack russischen uckers eingeführt wurde. 1 3 Mit vefübit mune geht Hand in Hand die Abnahme der Ein⸗ fuhr von Krystallzucker, welche Qualität im Vorjahre ausschließlich von Rußland importiert worden war, und zwar 8 bis 10 Fr. für 100 kg billiger als Concassés. Auch die diesjährige Einfuhr von Rußland umfaßt ausschließlich Krystallzucker; sie hörte aber bereits im Sommer auf, und es mußte diese Qualität dann von Oesterreich⸗ Ungarn (etwa 8000 dz) und Belgien (etwa 2500 dz) bezogen
Frankreich gebracht, nur ein Viertel kam aus Oesterreich⸗Ungarn.
9 14 9³ 673 150 365.
spannung der Konsum in Beirut sich wieder mehr dem Concassé zu⸗
wandte. b Der Konsum in Concassés ist aus diesem Grunde auch nur wenig zurückgegangen, um etwa 4000 d2; die Einfuhr von Concassé aus den einzelnen Ursprungsländern dürfte sich, wie folgt, vertelene: 21 000 dz aus Oesterreich⸗Un 8 323285 “ 2 500
zusammen 26 000 d2. - Brin- und Würfelzucker wurde wie im Vorjahre hauptsächlich aus
Aegypten, Belgien,
Letzteres Land steht mit seiner Einfuhr von 221 000 dz Concassés, ..“““ 8 000 „ Krvstallzucker, 8 8 1⁰00 Brotzucker, “ v“ zusammen 20 000 dz, wieder an der Spitze der den Artikel einführenden Länder, und da es für das laufende Jahr bis zum August noch ganz bedeutende Lieferungskontrakte hat, sowohl in Concassés als auch in Krystallen, da ferner Rußland vor der nächsten Kampagne kaum wieder exportfähig sein dürfte, so wird zweifelsohne Oesterreich⸗Ungarn im laufenden Jahre seine Einfuhr nach Beirut noch bedeutend vergrößern. Nur in Krystallen wird ihm seit einiger Zeit von Belgien erfolgreiche Konkurrenz vFs. Neg. 9 Ferne von letzterem Lande sich um etwa 1 Fr pro 100 kg billiger stellen. 8 Die Preise ee . anfangs März in Franken für den Doppel⸗ zentner cif. Beirut mit 2 % Skonto: Concassés . 30 l bis 33¼ Fr. je nach Marke, “ Kerystalle. . 29 „ 29 ⅞ „ in Oesterreich⸗Ungarn, ¹ .„. 65 3t „ in Belgien, Brote und Würfel 35 „ 8 B Eine Einfuhr von Zucker aus Deutschland ist auch für das Jahr 1905 nicht zu verzeichnen. (Nach einem Bericht des Kaiserlichen Konsulats in Beirut)
“
Einfuhr von Eisen⸗ und Stahlwaren nach Brasilien.
Der Wert der Einfuhr von Eisen⸗ und Stahlwaren nach Brasilien betrug in den Jahren 1902 bis 1904 an Bord vor der Ausschiffung 28 353, 29 872 und 33 796 Kontos de Reis (1 Konto im Durchschnitt der Jahre 1902 bis 1904 = 1000 bis 1044 ℳ) Der Anteil Deutschlands stieg in denselben Jahren von 7183 auf 8728, der Großbritanniens von 13 179 auf 13 306 und der Belgiens von 2312 auf 6558 Kontos, während der Wert der Einfuhr aus den Ver⸗ einigten Staaten von 8an S- en der des französischen Im⸗
rts von 1577 auf 1309 Kontos zurückging. d Auf die wichtigsten Häfen verteilte sich die Einfuhr 1904, wie folgt: Rio de Janeiro und Santos (Säo Paulo) nahmen für 12 539 und 5956 Kontos auf, zusammen 55 %, die Amazonashäfen
aré (2549 Kontos) und Manaos (1786 Kontos) zusammen 13 %, üers (2493 Kontos) und Bahia (1464 Kontos) zusammen 12 % und die Südhäfen Rio Grande do Sul und Porto Alegre zu⸗ sammen 8 %. Die kleineren E des Südens und nordwärts bis an den Amazonas werden no I. erheblichen Teile von Rio aus
Eisen⸗ und Stahlwaren versorgt.
9 Hauptartikel der Klasse ist Eisenbahnschienen und Zubehör, wovon 1904 für 6913 Kontos kamen, und zwar für 4100 Kontos aus Belgien, für 1388 Kontos aus Großbritannien und für 1179 Kontos aus Deutschland. Belgien hat in Schienen seine Ein⸗ fuhr 1902 bis 1904 mehr als verdreifacht, während die Anteile Groß⸗ britanniens, der Vereinigten Staaten und Frankreichs sehr erheblich abnahmen. Nur Deutschland zeigt gegenüber dem bei niedrigster
reisstellung fast überwindlichen Wettbewerb Belgiens in den⸗ elben Jahren eine 1903 sogar vorübergehend ganz bedeutende Importzunahme, und die brasilianische Zentralbahn bezieht zur Zeit 10 000 t schwere Schienen aus Deutschland. Der Wert des Imports an Achsen, Rädern und Zubehör für Eisenbahnwagen war nach starken Schwankungen während der vorausgegangenen Jahre 1904 auf 1381 Kontos zurückgegangen; dementsprechend zeigt der Anteil Großbritanniens 1902 bis 1904 einen Rückgang von 781 auf 561, der Deutschlands von 434 auf 212 und der der Vereinigten Staaten von 251 auf 100 Kontos, dagegen ist die Einfuhr Belgiens aus den vorstehend angegebenen Gründen in denselben Jahren von 148 auf 501 Kontos gestiegen. An Stahl⸗ und Eisendraht wurde 1904 für 3834 Kontos eingeführt, für 2081 Kontos aus Deutschland, für 1313 aus den Vereinigten Staaten und für 300 Kontos aus Großbritannien. Der deutsche Import ist seit 1902 um 440 Kontos gestiegen, während der nordamerikanische um 170 Kontos zurückging, indessen wurde Diutschland in Stacheldraht von den Vereinigten Staaten so gut wie vollständig verdrängt. Wellblech und verzinktes Eisenblech kam 1904 für 1332 Kontos, für 1068 aus Großbritannien und für 166 aus Peelggeg dessen Anteil sich seit 1902 verdreifacht hat. Weißblech in Waren oder Platten ging im Jahre 1904 für 2818 Kontos ein, allein aus England für 2447 Kontos, doch zeigt der deutsche Anteil (215 Kontos) eine ständige und erhebliche Zunahme gegenüber den Vorjahren. Die Position Klammern, Nägel, Schrauben, Baumaterialien für Häuser, Telephon⸗ pfosten usw. hatte bei einem 1902 bis 1904 von 2442 auf 3870 Kontos gestiegenen Einfuhrwert eine dem deutschen Handel wenig günstige Entwicklung: während der Anteil Großbritanniens von 778 auf 1334, der Belgiens von 361 auf 1250, der Frankreichs von 113 auf 182 Kontos gestiegen ist, und selbst Portugal seinen Platz in Klein⸗ eisenwaren behauptet hat, ging der deutsche Import von 825 auf 719 und der der Vereinigten Staaten von 216 auf 159 Kontos zurück. Röhren und Verbindungsstücke kamen 1904 nur zum Werte
mit 1472 Kontos weitaus an der Spitze, Deutschland hat mit 383 Kontos seine Stellung behauptet, während der französische Import (109 Kontos) ebenso wie der belgische (350 Kontos) eine Ab⸗ nahme zeigt. Die Vereinigten Staaten beginnen in Brasilien erst mit diesem Artikel, haben aber ihren Anteil (118 Kontos) gegen 1902. verdoppelt. Der Sammelposten „nicht besonders aufgeführte Waren aus Eisen und Stahl“, der besonders auch die meist aus den Ver⸗ einigten Staaten und aus England kommenden landwirtschaftlichen Geräte, nicht aber Maschinen umfaßt, bewertete sich 1902 bis 1904 auf 5799, 5953 und 7601 Kontos; der Anteil Großbritanniens stieg von 2853 auf 3474, der Deutschlands von 1796 auf 2617 Kontos, indessen haben auch Frankreich (477 bis 576 Kontos) und die Ver⸗ einigten Staaten (289 bis 435 Kontos) ihre Position verbessert.
Nach den Anschreibungen des Zollamts in Rio de Janeiro, die sich im Gegensatze zur Bundesstatistik auf verzollte Ware beziehen, zeigte die Einfuhr nach Brasilien im Jahre 1904 folgendes Bild: In Haken, Schlössern, Schnallen, Tür⸗, und Kastenbeschlägen 147 Kontos) standen Großbritannien (43 Kontos) und Deutschland 39 Kontos) an der Spitze; der Rest verteilte sich auf Frankreich 27 v Portugal und Belgien. Die Einfuhr von Klammern, Schrauben, Nägeln (besonders Schienennägel) und dergl. (1086 Kontos) weist wieder eine sehr starke Zunahme gegen die Vorjahre auf; Großbritannien war mit 471 und Belgien mit 466 Kontos beteiligt; Deutschlands Import, der von 1900 bis 1903 von 111 auf 35 Kontos gefallen war, erreichte 116 Kontos. Auch die Ein⸗ fuhr von Röhren (549 Kontos) hat sich 1904 gegen 1901 fast ver⸗ doppelt, für 324 Kontos kamen aus Großbritannien, für 187 Kontos aus Belgien und für 27 Kontos aus 1 der Import dürfte weiterhin erheblich zunehmen, da in Brasilien jetzt eiserne Gas⸗ usw. Röhren die im Inland hergestellten Bleiröhren mehr und mehr er⸗ setzen. Drahtgewebe (806 Kontos) gingen zu fast gleichen Werten aus Deutschland (293 Kontos), Großbritannien (287 Kontos) und Belgien (224 Kontos), Platten aus galvanisiertem Eisenblech (601 Kontos) sowie Weißbleche (381 Kontos) zum allergrößten Teil aus Großbritannien ein. An nicht besonders aufgeführten Waren aus Stahl und Eisen sind im Jahre 1904 für 4472 Kontos in Brasilien eingeführt worden; Deutschland stand in diesem Posten mit 1728 Kontos an der Spitze, indessen zeigt sein Anteil ebenso wie der englische (1314 Kontos) keinen Fortschritt gegen die Vorjahre, während die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten rasch auf 610 Kontos ge⸗ stiegen ist. 1 Waren aus Eisen und Stahl unterliegen fast durchgehends Zollsätzen, welche 50 % des Wertes darstellen sollen, indessen ist der in Gold zu zahlende Teil der Zölle seit Anfang 1906 von 25 auf 35 %, für Hufnägel, Schrauben, Nägel, Stifte und Nieten sowie für alle nicht besonders aufgeführte Waren aus Guß⸗ und Schmiede⸗ eisen bezw. für den Bau von Häusern, Schiffen, Brüchen usw. sogar auf 50 % erhöht worden. Die brasilianische Industrie, die durch letztere Maßnahme unterstützt werden soll, stellt bis jetzt besonders sösgende Artikel her: Drahtstifte (ein Import nach Mittelbrasilien wird als ausgeschlossen bezeichnet und soll nur noch nach den Nord⸗ staaten möglich sein), kleinere Schrauben, Drahtgewebe, gegossene Waren (Säulen, Kandelaber, Laternen⸗ usw. Pfähle, Treppengeländer usw.), jedoch ist allmähliche Ausdehnung der Inlandserzeugung wahr scheinlich, und bei der Einfuhr dürfte sich der Wettbewerb der Ver einigten Staaten bald mehr als bisher fühlbar machen. (Bericht des Kaiserlichen Generalkonsulats in Rio de Janeiro.)
„Ein⸗ und Ausfuhr Aegyptens im ersten Viertel⸗ Zucker⸗Ein⸗ br n ghe
ie Einfuhr von rohem und raffiniertem Zucker nach Aegypten vetcsd in den funn, drei Monaten 1906: 12 651 483 kg im Werte von 148 880 QE. gegen 9 697 995 kg im Werte von 122 862 £ E. im ersten Vierteljahr 1905. Die Einfuhrmenge ist demnach gegen das Vorjahr um 2 953 488 kg und der Einfuhrwert um 26 018 L2LE. ge⸗ stiegen. Die Ausfuhr von Rohrzucker aus Aegypten erreichte in den Monaten Januar / März 1906 eine Menge von 39 092 ägyptische Kantar (1 Kantar = 44,928 kg) und einen Wert von 16 260 LE., während in demselben Zeitraum 1905: 300 942 Kantar im Werte von 174 383 &E. exportiert wurden. Die Ausfuhr hat sich also ganz er⸗ heblich vermindert. (Bulletin Mensuel du- Commerce Extérieur
de l'Egypte.)
Ruhrrevier Oberschlesisches Revier Anzahl der Wagen 22 666 6 56
257 am 24. Mai 1906. 8
Gestellt.. Nicht gestellt
Gestellt.. Nicht gestellt
61
Nachweisung SSl und nicht gestellte Wagen für die in den
direktionsbezirken Magdeburg, Halle und ne Uürfurt belegenen Kohlengruben.
Es wurden Wagen, auf 10 t berechnet,
gestellt nicht gestellt
3974 2 4012 10 4049 4008 4085
3983 4098 4164 4144 3971 4080 4156 3995 52719
4055 3940
1 906 Monat
Sonntag
O0OœSUmE†ed
8 ““ Sonntag
üsec er 1906 Durchschnit ür 8n rbeitstag (1898
Die Reform des Patentrechtes bildete den Gegenstand det Erörterung 1 einer öffentlichen Versammlung, die der nat onalliberale Verein zu Montagabend nach den Sophiensälen in Berlin einberufen hatte. Die Zuhörerschaft setzte sich zu einem bedeutenden Teile . Chemikern, Ingenieuren und Technikern zusammen, die dem *s e der technisch industriellen Beamten angehöͤren. Der Referent Dr. Alexander⸗Katz behandelte in gründlicher Weise das Interrfse das die deutsche Industrie an einer Reform des geltenden Patentrechtes habe, vermied es jedoch, die Frage des Eigentums⸗ rechtes der technischen Angestellten an den von ihnen herrührenden Erfindungen zu erörtern. Hier setzten die Diskussionsredner aus NR Kreisen der technischen Angestellten ein, die ausführten, daß sich technischen Beamten der Industrie in ihrer Eigenschaft als Erfinder ihren Arbeitgebern gegenüber nach der gegenwärtigen Rechtsauffassung in einer rechtlichen Hörigkeit befänden. Dieser Zustand, der
werden, aber zu Preisen, welche nur um 2 bis 3 Fr. hinter dem 9 6 Preis · MeFfiaten sodaß angesichts dieser geringen Preis⸗
8
1114“
von 2452 Kontos; Großbritannien stand, wie in den Vorjabren,
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den Angestellten die Erfinderehre und fast ausnahmslos auch