— 2àuböbnenbeeeen
Tyheater und Mustk.
6 Berliner Theater.
— Maria Pospischil begann am Sonnabend ihr Gastspiel als Elektra und Iphigenie. Die Künstlerin gehört zu den Dar⸗ tellerinnen, deren wahre Heimat im Reich der hohen klassischen Kunst u suchen ist, in der sie die ganze Fülle ihrer Begabung auszuströmen
ermag. In Clara Ziegler stand wohl die letzte Froße Tragödin des monumentalen Deklamationsstils auf der deutschen Bühne. Einen Nach⸗ wuchs hat dieser Stil bis jetzt nicht erlebt. Vielleicht dann, wenn wieder einmal große phaͤnomenale Tonmittel zur Wiederbelebung drängen. Vorerst aber liegt uns Gegenwartsmenschen die Art und Weise einer Pospischil näher, weil in ihr der künstlerisch durch⸗ gebildete Vortrag so ganz dem innern Erleden weicht, daß es
em Hörer zumute ist, als vernähme er heute zum ersten Male die Geschichte vom unseligen Atridenhause, die ihm plötzlich menschlich so deutlich vor Augen tritt, wie er das bisher nur bei einem modernen Drama für möglich gehalten hätte. Der Typus verfeinert sich zur Individualität. Und unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, gesellt Maria Pospischil sich den Künstlern bei, die uns auch einen Sophokles ganz neu genießen lassen, weil sich für sie mit der Wiedergabe eines Werks wie „Elektra“ keine ein für alle Mal festgelegte Manier, keine unerschütterliche Tradition verbinden, sondern weil es ihr eigenes starkes künstlerisches Empfinden ist, das diesen Gestalten ihr Bübnenleben Urnkt Für den, der die „Elektra“ der Maria Pospischil gesehen, ist die Rede, daß man im antiken Drama nur mit großfen Umnrißlinien, mit andeutenden Gebärden arbeiten könne, daß die individuelle Beseelung ausgeschlossen sei ꝛc., einfach hinfällig ge⸗ worden. Maria Pospischil gibt nicht ein Gemälde der Leidenschaft in großen Zügen; jeder Nerv vibriert mit. Alle seeli⸗ chen Kräfte sind in steter Anspannung, und dadurch wird
i der Verkörperung — hier ist wirklich nur das Wort „Verkörperung“ am Platz — eine Folge von Nuancen erzielt, welche die grandiose Monotonie des Stoffes kaum zu gestatten scheint. Eine kurze Wechselrede zwischen Orest und den Frauen der Elektra ab⸗ gerechnet, verläßt Agamemnons Tochter während der Dauer der Tragödie nicht die Bühne. In dem Aufruhr wechselnder Affekte gibt es für sie keine Ruhepausen. Nur auf einen Gedanken ist alles Wünschen und Trachten gerichtet: auf Rache und Vergeltung. Aber welche Stufenleiter von Schmerz⸗, Zorn⸗ und Jubelausbrüchen steht der Künstlerin zu Gebot, von den leidvollen Klagen vor den Frauen, dem schneidenden Hohn, mit dem sie der Mutter begegnet, den inbrünstigen Bitten an die jugendliche Schwester, sich gleich ihr dem Rächeramt zu weihen, bis zu dem Ausbruch fanatischer Befriedigung am Schluß! Auch physisch stellte diese Durchführungsart an die Künstlerin die größte Aufgabe, die sie um so bewundernswürdiger löste, als ihr eine nicht unerhebliche Erkältung Hemmnisse bereitete. Nicht gering einzu⸗ shaen bleibt auch die große Beweglichteit des Spiels, die niemals die Ge⸗ etze plastischer Schönheit außer eachtung läßt, vielmehr in der Weise, wie hier ein Altar, dort eine Säule oder Palaststufe dazu dienen muß, statuarische Eindrücke zu vermitteln, das liebevolle Studium antiker Bildwerke bezeugt.
Aus der Gewitteratmosphäre der „Elektra“ führte noch am nämlichen Abend die Künstlerin in den heiligen Tempel⸗ bezirk der Goetheschen „Iphigenie“’. Es sind fast dieselben
schen, das gleiche Geschlecht, und doch welch andere
Dieser Gegensatz mußte sich besonders stark herausheben, weil die Darstellerin der Titelrolle den größtmöglichen Nachdruck auf das weibliche Gemütsleben legte, dieses, ohne doch der Hoheit der Priesterin etwas schuldig zu bleiben. — Sie gab die Iphigenie nicht als einen fertigen, sondern als einen werdenden Menschen. In diesem Sinne war schon der erste große Monolog gehalten. Aus ihm klang weniger ein „Stück Weltanschauung“ heraus, als eine Reihe von Betrachtungen, Erinnerungen, die wohl in innerem Zusammen⸗ hange stehen, aber dech das Ergebnis des Augenblicks zu sein scheinen. Welle ruft Welle, Stimmung schließt sich an Stimmung. Die zarte Innigkeit ist der Grundton von Maria Pospischils „Iphigenie’'. Den Schlußmonolog des 1. Aktes „Du hast Wolken, grädige Retterin...“ kann man wohl neoch in den Glanz größerer priesterlicher Weihe getaucht ver⸗ nehmen, aber kaum stärker beseelt von dem Ausdruck der reinen, tiefen Schwesterliebe, den die Pospischil dieser Stelle mitteilt. Aus dem Ensemble wären, was den ersten Abend anlangt, lobend zu erwähnen in der „Elektra“ Julie Serba als Chrysothemis und Josepha Flora als Klytämnestra. In der Ipbhigenie“ waren es hauptsöchlich der Orest Emanuel Stockhausens und der Thoas Richards v. Bischoff, die sich um ein vollwertiges Gesamtbild bemühten. Vielleicht könnte Herr Stockhausen zuweilen das allzu beschleunigte Sprechtempo seines Orest zügeln. Wenn er auch sicher ist, daß ein von den Furien Verfolgter nicht in schön abgemessener Rede seine Gefühle vortragen wird, so sollte der Realismus doch nie auf Kosten des gedanklichen Inhalts einsetzen. Bei Goethe vollends ist das am wenigsten angebracht. In dem nahezu ausverkauften Theater war auch die reifere Jugend stark vertreten. Die Anfangszeit 8 Uhr erwies sich für die Länge der Dramen als zu spät.
Am zweiten Abend ihres Gastspiels erschien Maria Pospischil als „Donna Diana“ in Moretos gleichnamiger Komödie. Mit aller Feinheit im Einzel⸗ wie im Zusammenspiel wurde dies geistvolle alte Lustspiel auf die Bühne gestellt. Die Titelheldin, eine spanische Abart des widerspenstigen englischen Käthchens, wurde mit leichter Anmut und liebenswürdiger Laune verkörpert, wobei stets die erforderliche Grandezza und stolze Würde der Prinzessin durchschimmerte. Wird doch in diesem höfischen Intrigenstück nicht mit Petrucchios schlagfertiger Derbheit gekämpft, sondern mit den Waffen der zierlichen Rede und des fein
eschliffenen Witzes. Die klassische Linie der Bewegung und ein eichtes Pathos der Rede wurden von der Künstlerin dabei immer —— auch wenn die Leidenschaftlichkeit des Gefühls die stolze
urückhaltung durchbrechen ließ. Dann lag ein zarter Glanz naiver Mädchenhaftigkeit über der Verwirrung und dem Schrecken, mit dem die jungfräuliche Donna Diana die unverstandenen Regungen ihres verliehten Herzens anstaunte. Auch die beftigen, realistisch ge⸗ färbten Ausbrüche verletzter Eitelkeit und verliebter Launenhaftigkeit wußte die vornehme Begabung der Darstellerin in den zierlichen Rahmen der spanischen Verskom ödie einzufügen. Die übrigen Rollen waren durch⸗ Frnais angemessen besetzt. Die Partie des Peren, der als Vertrauter der
rinzessin alle Figuren des Stücks am Fädchen hat, spielte Herr
Gotthardt mit frischer Laune. Herr Stury führte die Rolle des siegreichen Don Cesar etwas trocken durch; ihm stand der Weiberhaß nicht so natürlich zu Gesichte, wie der Donna Diana die Männer⸗ feindschaft. An Beifall fehlte es der geschmackoollen Aufführung während des ganzen Abends nicht; besonders die Hauptdarstellerin und Leiterin des Unternehmens, Frau Pospischil, wurde durch lebhafte Anerkennung ausgezeichnet. Schillertheater.
Die Morwitz⸗Oper begann am Sonnabend ihre vö mit Meyerbeers „Afrikanerin“. Die Aufführung dieser großen Oper bedeutete ein Wagestück, da ungewöhnlich hohe Ansprüche an die gesanglichen und instrumentalen Leistungen wie an die äußere Aus⸗ stattung gestellt werden müssen, um ein irgendwie zufriedenstellendes Gesamtergebnis herauszuarbeiten. Daß dies Ziel im Rahmen einer volkstümlichen Opernaufführung erreicht werden konnte, bedeutete keinen geringen Erfolg. Vor allen Dingen waren zwei hervorragende Rollen gut besetzt. Frau Margarete König sang die Titelheldin mit schöner Stimme, mit der an ihr gewohnten musikalischen Sicherheit und dramatischen Ausdrucksfülle. Stärker noch wirkte Herr Albert Fischan als Nelusco durch die außer⸗ ordentliche Kraft und Be veglichkeit seines schönen Baritons; diese strotzende, gesunde Fülle seines Organs erhob den Sänger ho
in der Gunst des Publikums; und unter diesem glänzenden Eindruck rerblaßten die Mängel seines Spiels, in dem die wilde Gebärde reichlich genug rerwendet wurde, ohne aber die notwendige Geschmeidig⸗ keit der Geste zu wahren. Hinter diesen beiden Leistungen traten alle übrigen mehr oder weniger zurück. Der Vasco des Herrn Recht be⸗ wegte sich gesanglich wie darstellerisch in oberflächlichen, äußeren Formen; Fräulein Heinze sang die Ines kühl und gleichmäßig mit kleiner ausdruckloser Stimme. Das Orchester leitete Herr Grimm mit anerkennenswerter Gewandtheit; und den Ansprüchen, welche die Oper an prunkvolle dekorative Ausstattung erhebt, wurde in hin⸗ reichendem Maße Genüge getan. 8 .
5 Mannigfaltiges. 8 118, den 19. Immi 199639..
Der Deutsche Verein für den Schutz des gewerblichen Eigentums bält am 21. d. M., Abends 8¼ Uhr, im Saale der Nichtigkeitsabteilung des Kaiserlichen Patentamtes, Berlin SW., Gitschinerstraße 97, eine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Justizrats Dr. Arnold Seligsohn, Berlin, über: Die Vorschläge der Internationalen Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz über die Revision des Art. 6 der Pariser Konvention. (Schutz der Ausländermarken, so wie sie im Ursprungslande vor⸗ schrifsmäßig hinterlegt worden sind.) Der Zutritt ist frei.
Ueber die Witterung im Monat Mai 1906 berichtet das Königliche Meteorologische Institut auf Grund der angestellten Beob⸗ achtungen folgendes: Ungewöhnlich hohe Temperatur im Osten und die allgemein große Zahl der Gewitter sind das Hauptmerkmal der Witterung im vergangenen Mai Allerdings beschränkte sich die außer⸗ ordentlich warme Periode auf die Tage vom 6. bis 19.; doch beein⸗ flußte sie die Monatsmittel so, daß diese im Osten meist um min⸗ destens 2 °, im Nordosten sogar bis zu 5 ° zu hoch waren. Im Westen dagegen, wo eine solche Periode nicht auftrat, betrug der Ueber⸗ schuß vielfach nur 10 und ging an der belgischen Grenze bis auf 0 °% herab. Schadenbringender Maifrost wurde diesmal nicht gemeldet. Die Niederschläge sielen im größten Teile des Landes sowohl nach Menge wie nach Häufigkeit reichlich. Im westdeutschen Berglande, Schlesien und Hinterpommern wurde mehr als die doppelte Normal⸗ summe gemessen, wogegen das Pregel⸗ und Unterelbegebiet sowie die Berlin⸗Torgauer Gegend etwas zu trocken waren. Die ungleichmäßige Verteilung der Niederschläge wurde durch die zahlreichen Gewitter bedingt, die vielfach Blitzschäden anrichteten und Menschen töteten. — Die Bewölkung war im Osten geringer als im Westen und dementsprechend die Sonnenscheindauer dort größer als im Westen, wo sie kaum den vieljährigen Durchschnitt erreichte. Wenn auch zu Beginn des Monats noch trübes, Wetter herrschte, so klarte es doch bald auf, da vom 3. ab hoher Luftdruck über Mitteleuropa lag und im Verein mit niedrigem im Westen vorwiegend warme südliche Luftströmung veranlaßte. Auch als sich der Kern hohen Drucks nach Osten verschoben hatle, verursachten Südostwinde stetige Erwärmung, sodaß die anfangs etwas unternormale Temperatur einen Ueberschuß von 5° bis 10 ° aufwies; in Berlin war für den 7. noch nie ein so hohes Tagesmittel festgestellt worden. Flache Depressionen, die vom 9. ab über Deutschland hinwegzogen, brachten Gewitterregen, doch nur im Nordwesten vorübergehend starke Abkühlung. Vom 11. bis 14 wurde eine Antizvklone im Norden maßgebend, die in Wechselwirkung mit Zyklonen über Südeuropa östliche Winde und noch weiter hohe Temperatur brachte. Während dann bis zum 18. über Mittel. und Westeuropa eine nord⸗ füdlich sich erstreckende Furche niedrigen Drucks lag und Regen sowie beftige Gewitter veranlaßte, ging die Temperatur im Westen bei kühlen Westwinden rasch herab, während sie sich im Osten auf der bisherigen übernormalen Höhe hielt. Erst als jene Druckfurche vom 19. ab ostwärts wanderte und auf ihrer Rückseite Nordwinde ein⸗ setzten, trat auch im Osten sehr rasche Abkühlung ein, sodaß die Temperatur am 21. allenthalben unter der normalen lag. Vom 23. ab breitete sich von Südwesten her wieder hoher Druck über Mittel⸗ europa aus, wodurch Aufklaren und erneute Erwärmung eifolgte, die unter geringen Schwankungen bis zum Monatsschluß anhielt.
Szittkehmen bei Rominten, 16. Juni. (W. T. B) In Gegenwart Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich Heinrich von Preußen, des Fürsten zu Dohna, des Oberpräsidenten von Moltke, des Konvents des Johanniterordens und der Spitzen der Kreis⸗ und Ortsbehörden fand heute mittag die feierliche Weihe des hier er⸗ richteten neuen Johanniter⸗Krankenhauses statt.
Kattowitz, 18. Juni. (W. T. B.) Durch einen sechs⸗
stündigen wolkenbruchartigen Regen wurde gestern hier be⸗
deutender Schaden angerichtet. In den Straßen stand das Wasser teilweise 1 ½ Meter boch. Die niedrig gelegenen Wohnungen wurden vollständig überschwemmt. Der Verkehr 2 der Altstadt war unterbrochen und wurde später durch gen aufrecht er⸗
halten. Die Feuerwehr wurde unausgesetzt zur Hllfeleistung heran⸗
gezogen. In der Nikolaistraße stürzte ein Neubau von zuei Stock⸗ werken Höhe infolge von Unterspülung zusammen. In der Vorstadt Boguschütz stieg das Wasser so hoch, daß die Peter⸗Pauls. Kirche von den Besuchern nicht verlassen werden konnte. Die Mauern des Gefängnisses wurden unterspült und stürzten teil⸗ weise ein. Auf der Eisenbahnstrecke Kattowitz — Jdaweiche entstand ein Dammrutsch, wodurch ein Zug entgleiste, ohne daß jedoch Personen dabei verletzt wurden. Die Reisenden mußten ihren Weg zu Fuß fortsetzen. In den Abendstunden war die Strecke wieder frei. Der oberschlesische Kleinbahnverkehr ist teilweise unter⸗ brochen. — Auch in Beuthen O.⸗S. hat das Unwetter an ver⸗ schiedenen Stellen Schaden angerichtet. Während der Nacht stieg das Wasser so hoch, daß es in die Häuser eindrang. Die Bewohner mußten, nur notdürftig bekleidet, flüchten.
Altona, 17. Juni. (W. T. B.) Heute mittag fand der Appell der Gardisten von Nordwestdeutschland auf dem Kasernenhofe des 31. Infanterieregiments statt. Ueber 3000 Gardisten hatten in einem offenen Viereck, regimenterweise geordnet, Aufstellung
enommen. Die Fahnen der Vereine standen auf dem rechten lügel. Hinter den Gardisten wohnten Tausende ihrer Ange⸗ hörigen der patriotischen Feier bei. Am Eingange der Kaserne hatten sich der Generalleutnant Graf von der Goltz und die anderen
rren vom Ausschusse des Appells versammelt, ferner der vommandierende General von Bock und Polach, der Stadtkomman⸗ dant, Generalleutnant von Versen, der Oberbürgermeister Dr. Tetten⸗ born und Andere. Um 12 Uhr erschien Seine Majestät der Kaiser und König in der Uniform des 1. Garderegiments im Automobil mit den des Gefolges, stieg nach der Begrüßung der versammelten Herren zu Pferde und ritt die Fronten der Gardisten ab, ihnen „Guten Morgen“ bietend, ein Gruß, der bei den Gardisten brausenden Widerhall fand. Von drei Kapellen wurde der Präsentiermarsch gespielt. Der Kaiser hielt hierauf von der Mitte des Vierecks aus eine Ansprache. Der General⸗ leutnant Graf von der Goltz erneuerte hierauf das Gelübde un⸗ verbrüchlicher Treue und brachte ein dreifaches Hurra auf Seine Majestät den Kaiser aus, in das die Gardisten begeistert einstimmten. Die Kapellen spielten die Nationalhyvmne. Hierauf marschierten die Gardisten in Parademarsch an Seiner Majestät vorbei. Seine Majestät ließ Sich später eine Reihe der alten Kameraden vorstellen und begab Sich danach im Automobil zur „Hamburg“ zurück, wo Feibfeücka stattfand. Die Gardisten ordneten sich dann zum estzuge durch die Stadt nach der Elbchaussee, wo ein gemeinsames Festmahl stattfand. Seine Majestät der Kaiser fuhr um 2 ¼ Uhr zur Horner Rennbahn. 2
Neustadt a. d. Haardt, 17. Juni. (W. T. B.) Zur Feier des achtzigsten Geburtstages des —— und Polarforschers Dr. Georg von Neumayer wurde gestern abend ein Fackelzug veranstaltet. Heute vormittag fand ein Festakt statt, zu dem Gelehrte aus der ganzen Welt erschienen waren. Viele Korporationen haben Glückwunschtelegramme geschickt. Dem Jubilar wurde durch den Regierungspräsidenten eine Neumayer⸗Spende zur Unterstützung junger Gelehrter überreicht.
Aachen, 16. Juni (W. T. B.) Heute mittag fand die feierliche Grundsteinlegung des an der hiesigen Technischen Hochschule errichteten Institus für das gesamte Hüttenwesen statt. Der Rektor der Technischen Hochschule, Geheime Regierungsrat, Professor Dr. Borchers begrüßte die erschienenen Gäste und sprach den Spendern der sich auf eine halbe Million Mark belaufenden Baugrundsumme sowie den Förderern des Neubaues den Dank der Technischen Hoch⸗ schule und gleichzeitig auch den der Unterrichtsverwaltung aus. Der Generaldirektor Springorum überbrachte als Vorsitzender des Vereins deutscher Eisenhüttenleute die Glückwünsche dieses Vereins.
Melitopol (Gouv. Taurien), 16. Juni. (W. T. 82 Ein furchtbarer, mit Hagelschlag verbundener Orkan hat im Kreise gegen 100 000 Deßjatinen Saaten und Weinberge vernichtet. Es fielen Hagelstücke bis zu zwei Pfund schwer, durch die viel Vieh er⸗ schlagen wurde.
Hudiksvall (Schweden), 17. Juni. (W. T. B.) Die Vor⸗ stadt Avik ist heute nachmittag vollständig abgebrannt. Der Eisen⸗ bahnverkehr, die Telephon⸗ und Telegraphenverbindungen sind unter⸗ brochen, 1600 Personen obdachlos.
Johannisburg (Ostpr.), 16. Juni. (W. T. B.) Zwischen Trionken und Kessel entgleiste heute vormittag der von Jo⸗ hannisburg nach Arys abgehende Personenzug und stürzte die Böschung hinunter. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden verbrüht und tödlich verletzt in das Krankenhaus von Johannisburg gebracht, wo der Heizer inzwischen gestorben ist. Außerdem erlitten zwei mitreisende Reservisten leichte Verletzungen.
Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.
HIg2. 18. Juni. mit Seiner Majestät dem Kaiser an Bord ist mit den Begleitschiffen gegen 12 Uhr Nachts vor Helgoland angekommen und durch Salut begrüßt worden.
Helgoland, 18. Juni. (W. T. B.) Seine Majestät der Kaiser hat gegen 11 Uhr Vormittags an Bord des „Sleipner“ die hiesige Reede verlassen.
St. Petersburg, 18. Juni. (Meldung der „St. Peters⸗ burger Telegraphenagentur“.) Amtlicher Mitteilung zufolge ist in Bjelostok völlige Ruhe eingetreten; der Gouverneur
hat strenge Weisungen zur Aufrechterhaltung der Ordnung
erlassen.
(Fortsetzung des Nichtamtli in der Ersten und Zweiten dc.nae
(W. T. B.) Die „Hamburg“
Theater. 8
Deutsches Theater. Dienstag: Caesar un Cleopatra. Anfang 7 ½ Uhr.
Mitrwoch, Nachmittags 2 ½ Uhr: Bei ganz kleinen reisen: Minna von Barnhelm. — Abends ½ Uhr: Ein Sommernachtstraum.
Donnerstag: Der Kaufmann von Venedig.
Lessingtheater. Gastspiel des Neuen Operetlen⸗ theaters aus Hamburg (Direktor Marx Monti). Dienstag, Abends 8 Uhr: Die lustige Witwe.
Schillertheater. 0. (Wallnertheater.) Morwitz⸗Oper. Dienstag, Abends 8 Uhr: Zar und Zimmermann. Komische Oper in 3 Akten von Albert Lortzing.
Mittwoch, Abends 8 Uhr: RNRigoletto. (Herzog und Narr.)
Lonnerstag, Abends 8 Uhr: Der Trompeter von Säckingen.
4 1 8
der Unterwelt.
N. (Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Dienstag, Abends 8 Uhr: Heiratslustig. Schwank in 3 Akten von Maurice Champagne.
Mittwoch, Abends 8 Uhr: Heiratslustig.
Donnerstag, Abends 8 Uhr: Heiratslustig.
arten täglich: Großes Militärkonzert.
8 Dienstag:
5 Komische Oper. Hoffmanns Erzählungen. „Mittwoch und folgende Tage: Hoffmanns Er⸗ zählungen. —
Lusispielhaus. (Friedrichstraße 236.) Dienstag⸗ Abends 8 Uhr: Das Fest der Handwerker. Vorher: Die Verlobung bei der Laterne.
Mittwoch und folgende Tage: Das Fest der “ Vorher: Die Verlobung bei der
aterne.
Neues Theater. Dienstag: Orpheus in
Anfang 7 ½ Uhr.
“
Mittwoch und folgende Tage: Orpheus in der Unterwelt.
Thaliatheater. (Dresdener Straße 72,73.) Direktion: Kren und Schönfeld. Dienstag, Abends 8 Uhr: Hochparterre liuks.
Mittwoch und folgende Tage: Hochparterre links.
Bentraltheater. Dienstag, Abends 8 Uhr: Nanon. vree in 3 Akten. (Mit Mia Werber und Oeskar Braun.)
Mittwoch: Bei halben Preisen: Nanon.
Donnerstag: Neueinstudiert: Der lustige Krieg.
Familiennachrichten.
Verlobt: Frl. Thea Heckert mit Hrn. Ober⸗ leutnant Otto Lange (Charlottenburg — Marien⸗ werder). — 8 Toni Engelbrecht mit Hrn. — 8 FeFrabenfen (Hambur
reslau). — Frl. Lotte Schubert mit Ober⸗ leutnant Kurt Struben (Stade). he
8 8 38 8
Verehelicht: Hr. Wolfgang von Klot⸗Heypdenfeldt mit Laura Fretin von Plettenberg (Düsseldorf). — Emil von Oppenfeld mit Frl. Margarete senmann (Berlin). — Hr. Professor Dr. Peabe Reißner mit Frl. Fina Reichenberger erlin).
Geboren: Ein Sohn: Hrn. Hellmuth von Prollius⸗ Stubbendorf (Stubbendorf). — Eine Tochter: Hrn. Pastor Kühn (Berlin). 8
Gestorben: Hr. Oberstleutnant a. D. Sebhastian von der Mülbe (Braunschweig). — Hr. Pfarrer emer. Dr. Karl chter (Bad Nauheim). — 8 25 Valeska Maschke, geb. von Witowski
Breslau).
Verantwortlicher Redakteur: Dr. Tyrol in Charlottenburg.
Verlag der Expedition (J. V.: Koye) in eenee Druck der Nord B i und V 2,ls Terin gch. Blbelmfseate Re. 2 Neun Beilagen chließlich Börsen⸗Beilage).
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Kernen (enthülster Spelz, Dinkel, Fesen
19,70 19,00
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