lehrer des Kadettenkorps ernannt.
Abschiedsbewilligungen. Homburg v. d. H., 24. April. Riedel, Lt. im 6. Westpreuß. Inf. Regt. Nr. 149, der Abschied mit der gesetzlichen Pension und der Aussicht auf Anstellung im Zivildienst bewilligt. Erich, Oberstlt a. D., zuletzt Major und Bats.⸗Kom⸗ mandeur im Füs. Regt. General⸗Feldmarschall Graf Blumenthal (Magdeburg.) Nr. 36, die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Inf. Regts. Graf Dönhoff (7. Ostpreuß) Nr. 44 erteilt.
Nachweisung der beim Sanitätskorps im Monat März 1906 eingetretenen Veränderungen. Durch Verfügung des Generalstabsarztes der Armee. Mit Wahrnehmung offener Assist. Arztstellen sind beauftragt worden:
am 15. März: Siebert, Unterarzt beim Inf. Regt. Prinz Louis Ferdinand von Preußen (2. Magdeburg.) Nr. 27,
am 22. März: Dr. Sorge, Unterarzt beim 3. Thüring. Inf. Regt. Nr. 71, Dr. Dehmel, Unterarzt beim 2. Bad. Gren. Regt. Kaiser Wilhelm I. Nr. 110,
am 24. März: Hauch, Unterarzt beim Feldart. Regt. Prinz⸗ Regent Luitpold von Bayern (Magdeburg.) Nr. 4, Dr. Brogsitter, Unterarzt beim 4. Thüring. Inf. Regt. Nr. 72,
am 29. März: Dr. Dietrich, Unterarzt beim 2. Kurhess. Inf. Se 88 82, Stechele, Unterarzt beim Königsinf. Regt. (6. Lothring.)
r. .
Versetzt: am 9. März: Müller, Unterarzt beim Füs. Regt. Fürst Karl Anton von Hohenzollern (Hohenzollern.) Nr. 40 zum 7. Rhein. Inf. Regt. Nr. 69,
am 19. März: Dr. Koehler, Unterarzt beim Feldart. Regt. von Podbielskit (1. Niederschles.) Nr. 5, zum Gren. Regt. König Friedrich Wilhelm IV. (1. Pomm.) Nr. 2.
21. März: Schoemann, Unterarzt beim 5. Westpreuß. Inf. Regt. Nr. 148, scheidet behufs Uebertritts zur Marine aus der Armee mit dem 20. März 1906 aus.
Beamte der Militärverwaltung.
Durch Verfügung des Kriegsministeriums. 24. März. Hammer, Stabsveterinär der Landw. 1. Aufgebots — Pflanz, Oberveterinär der Gardelandw. 2. Aufgebots (Kreuzburg), Petersen (Flensburg), Beckhard (Kiel), Oberveterinäre der Landw. 1. Aufgebots, — der Abschied bewilligt.
26. März. van Gülick, Feldintend. Sekretär von der Schutz⸗ truppe für Südwestafrika, in einer etatmäß. Intend. Sekretärstelle des Friedensstandes bei der Intend. der 39. Div. wiederangestellt.
28. März. Holz, Scharnick, Lazarettinspektoren in Rawitsch bzw. Kolberg, zu Lazarettverwalt. Inspektoren ernannt. Felgen⸗ treu, Kaserneninsp. in Berlin, zur Heeeerpp⸗ für Südwestafrika übergetreten. Unverdruß, Rendant der Vereinigten Art. und Ingen. Schule, auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand versetzt.
29. März. Stach, Intend. Rat von der Intend. des XIV. Armeekorps, zu der des XVII. Armeekorps, Lenz, Intend. Rat von der Intend. des I. Armeekorps, zu der des XIV. Armeekorps, — zum 1. Juni 1966 versetzt.
30. März. Schmitz, Intend. Rat von der Intend. des III. Armeekorps, zum 1. Juni 1906 zu der Intend. des I. Armee⸗ korps versetzt. 1
3. April. Bock (Emil), Intend. Sekretär von der Intend. des XVIII. Armeekorps, zum Geheimen expedierenden Sekretär und Kalkulator, Rastalsky, Intend. Registrator von der Intend. des XI. Armeekorps, zum Geheimen Registrator, — im Kriegs⸗ ministerium ernannt. Die Zahlmeisteraspiranten Wüst beim VIII.,, Biebach beim XV., Dicken beim I., Lamprecht beim XI., Jahme beim XVII., Binner beim I., Schneider beim VI. Armeekorps, zu Zahlmeistern ernannt. Guttmann, Intend. Sekretär, Hülsmann, Bureaudiätar, von den Intendanturen des XV. bzw. des X. Armeekorps, zu denen der 31. bzw. der 19. Div., letzterer zum 1. Juli 1906 versetzt.
4. April. Junge, Bureaudiätar von der Intend. des II. Armee⸗ korps, zu der der 4. Div. zum 1. Juli 1906 versetzt. Kruse, Pro⸗ viantamtsrendant in Wandsbek, bei seinem Ausscheiden aus dem Dienst der 8 als Proviantmeister beigelegt.
6. April. Gramberger, Intend. Registrator von der Intend. des XVII. Armeekorps, im Kriegs⸗ ministerium ernannt.
. 7. April. Sohr, Oberveterinär der Landw. 1. Aufgebots (Torgau), der Abschied bewilligt. wissenschaftlicher Hilfs⸗
zum Geheimen Registrator
10. April. Frhr. v. Danckelmann lehrer, unter Ueberweisung an das Kadettenhaus in Köslin zum Ober⸗ Weidermann, Rendant bei der Unteroff. Vorschule in Bartenstein, an die Unteroff. Vorschule in Annaburg, Schreiber, Rendant bei der Unteroff. Vorschule in Neu⸗ breisach, an die Militärknabenerziehungsanstalt in Annaburg, — zum 1. Juli 1906 versetzt.
Beamtenstellenbesetzung bei dem Ostasiatischen Detachement.
Genehmigt durch Allerhöchste Kabinettsorder vom 22. März 1906.
Die Stellenbeleihung tritt mit dem Zeitpunkt der Rückführung der Ostasiatischen Besatzungsbrigade in Kraft.
Detachementskommando: Oberveterinär: Günther, bisher Ober⸗ veterinär bei der Ostasiat. Eskadr. Jäger zu Pferde, Zahlmeister: Plötz, bisher Zahlmstr. beim 1. Ostasiat. Inf. Regt.
Proviantamt: Proviantmeister: Klingbeil, bisher Proviant⸗ meister, Assistent: Wagner, bisher Assist., — bei dem Proviantamt der Ostasiat. Besatzungsbrig.
Garnisonverwaltung: Garnisonverwaltungsoberinspektor: War⸗ wel, bisher Garn. Verwalt. Oberinsp. bei der Garn. Verwalt. der Ostasiat. Besa zungsbrig.
Bauverwaltung: Bauinspektor: Ludwig, bisher Bauinsp. bei der Bauverwalt., Bausekretär: Poetschkus, bisher technischer Sekretär bei der Intend., — der Ostasiat. Besatzungsbrig.
Stab der Gesandtschaftsschutzwache: Zahlmeister: Schlotter, bisher Zahlmstr. beim 2. Ostasiat. Inf. Regt.
Lazarett: Lazarettrendant: Hupe, bisher Lazarettrendant beim Ostasiat. Feldlazarett.
NMIII. (Königlich Württembergisches) Armeekorps.
Offitiere, Fähnriche usw. Ernennungen, Beförde⸗ rungen und Versetzungen. Im aktiven Heere. 14. April. v. Martin, Oberst beim Stabe des Inf. Regts. König Wilhelm I. Nr. 124, zur Dienstleistung beim Bekleidungsamt des Armeekorps kommandiert.
Mit dem 1. Mai 1906 werden Frhr. v. Gaisberg⸗Helfen⸗ berg, Oberlt. und persönlicher Adjutant Seiner Königlichen Hoheit des Herzogs Robert von Württemberg, unter Enthebung von dieser Stellung und Einteilung in das Drag. Regt. König Nr. 26, zur Dienstleistung als versönlicher Adjutant bei Seiner Königlichen Hoheit
dem Heizog Philipp von Württemberg kommandiert, Frhr. v.
Gemmingen⸗Guttenberg⸗Fürfeld, Lt. im Drag. Regt. König Nr. 26, zum persönlichen Adjutanten Seiner Königlichen Hoheit des Herzogs Robert von Württemberg ernannt, in welchem Verhältnis er die Uniform des genannten Regts. zu tragen hat.
Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. 21. April. Frhr. v. Gemmingen⸗Guttenberg, Major im Kriegsministerium, der Abschied mit Pension und der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Drag. Regts. König Nr. 26 bewilligt.
Beamte der Militärverwaltung.
8 vee. pfirh 2.2een ds202⸗ Hehfimer Gefeetär des Fün. zahlamts, auf seinen Antrag mit der gese en Pension zum 1. August 1906 in den Ruhestand versetzt. 8 guß
8 4 8 8
Statistik und Volkswirtschaft.
Von deutschen Fischern und von Mannschaften ch Schiffe gefangene und im März 1906 an Land gebrachte Fisch Robben, Wal⸗ und andere Seetiere, sowie davon gewonnene
Erzeugnisse.
Bearbeitet im Kaiserlichen Statistischen Amt.
r e,
Seetiere und davon gewonnene Erzeugnisse 1
Nordseegebiet
Stück ℳ
I. Fische.
49 311 56 545 — 43 831 —
35 270 34 826 22 434
groß.. mittel... Uin. . IV. bis V. Sorte u. Weiß⸗ linge ... Isländer. allgemein. Kabliau, I mittel u. klein... Isländer. allgemein. Rochen ... Seehecht.. Schollen, groß u. mittel.. Hlein... allgemein. Knurrhahn. Petermann. Köhler.....
885 608 1 011 629 396 270
72 340
60 330 1 761 859 230 912 148 230
41 792
148 194 256 875 109 016
26 027
19 561 220 308 50 169 25 323 12 054
1I
14 553 58 234 33 370 221 894 2 901 108 488 29 146 8 689 24 675 67 534 224
14 912
3 367
2 747 9 870
10 069 20 173 12 123 26 866 1 034 23 608 6 729 1 896 5 889 52 861 527
18 664
13 142
8 385 32 726
“
ö“ groß.. mittel u. klein.. allgemein. Steinbutt, groß und mittel klein allgemein. Tarbutt, groß und mittel.. “ “ 1“] Zander.. tint .... Barsch und Rotbarsch Kaulbarsch. Brassen (Blei) Scharben und kleine Rot⸗ zungen.. Schleie .. eringe .. Sprotten
2 894 2 119 5 128
7 872 4 560 10 445
1 387 3 333 11 156 633
2 348 4 334
2 144 2 992 11 180 3 324
779 1 486
EIEIWIWIIIn
Seegranat Seeteufel .. Makrelen ..
Vorsch... S 88 eerforellen v“ Goldbutt .. Platen (Art Butt)..
Verschiedene Fische (Ge⸗
4 529
mengfische) ]
Schellfisch, 8 8
IEtEkIIIIII
200 160 706
1 203
63 924 9 929 643 350
33 168
14 963
8 865
1IIEIIEEEH
1I
13 116 400 68 400 000
30 200
43 759
3 020 1 178
16 871 3 192 1 176 1 140 5 250
3 350
2 746
zusammen s5 521 105 II. Schaltiere. Garnelen “
(Granaten, Krabben). 2 818 ummer.. 20 Fees 888 8 Taschenkrebse 67 Austern... 4 109 Muscheln usw. 18
— 1312 069] 306 77681 676 160
82
11
98 074.
zusammen.. 10 064 45 886 7 040
Seehunde .. 125 10 300]
III. Andere Seetiere.
zusammen.. 125 10 300]
56 345 28 545
2 623
Fischlebern. 3 5 740
Fischrogen
IV. Erzeugnisse von Seetieren.
11 1
84 890
125 10 064 5 521 105
zusammen .. hierzu III.. 8 II..
2 12 1 312 069
306 776
81 676 160
98 074
zus. I — IV
Nord u. Ost⸗ seegebiet .. Gesamt⸗
5 . 184 1 327 772
4 “
durch die Referenten des Reichsamts für die Hausindustrie besonders den Provinzen Rheinland,
und im Herzogtum
anstaltet worden. In Verfol⸗ hat der Stlaatssekretär Graf anlassung genommen,
306 776
“ Zur Heimarbeitfrage.
Der Staatssekretär des Innern wendet der bald der Heimarbeitfrage dauernd seine Aufmerksamkelt zu. Frühjahre 1905 waren zur Vorbereitung der Einführung einer allgemeinen Krankenversicherungspflicht der des Innern hemerkenswerten Bezirken in - Westfalen bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken, im Königrei Sachsen⸗Meiningen
und
81 676 160
Bere
Sachsen
98 074
igen Regelung
its im
Hausgewerbetreibenden in einigen
„ im
Sachsen Erhebungen der Berliner Heimarbeitsausstellung von Posadowsky neuerdings Ver⸗ nach Vereinbarung mit den beeteiligten
ver⸗
Landesregierungen für weitere Gruppen der ausind örtliche Untersuchungen durch seine Referenten sehrheiadustee lassen. Die diesjährigen Erhebungen werden sich vorzugs⸗ weise auf hausindustrielle Betriebe in Mittel⸗ und Süddeutschland erstrecken, und zwar namentlich auf solche Erwerbszweige, die sich in besonders gedrückter wirtschaftlicher Lage befinden. Bei diesen Er⸗ hebungen sollen — wie auch im Vorjahr — mit den Hausgewerbe⸗ treibenden und deren Auftraggebern, mit den beteiligten Verwaltungs⸗ behörden und Gewerbeaufsichtsbeamten, mit Geistlichen, Aerzten, Lehrern und anderen geeigneten Auskunftspersonen Erörterungen über die Geschäfts, und Lohnverhältnisse der Hausindustriellen stattfinden. Außerdem wird auch den Wohnungsverhältnissen und der Beschaffen⸗ heit der Arbeitsräume der Hausgewerbetreibenden besondere Beachtung geschenkt werden.
Zur Arbeiterbewegung.
Bei den Einigungsverhandlungen im Berliner Bäcker⸗ gewerbe (vgl. Nr. 94 d. Bl.), die gestern zwischen Meistern und Gesellen fertgesigt wurden, kam es, wie hiesige Blätter melden, über die zwei ersten Punkte, Kost und Logis und die Lohnfrage, zu einer Der Vorschlag der Einigungskommission besagt: „Kost und Logis darf den Bäckergesellen nicht gewährt werden, nur ausnahmsweise werden sie auf ihren Wunsch im Hause des Meisters Kost und Logis erhalten. Der Mindest⸗ lohn beträgt 23 ℳ die Woche. Wo jetzt höhere Löhne gezahlt werden, bleiben diese bestehen. Für Gesellen, die Kost und Logis beim Meister erhalten, werden 12 ℳ in Abzug gebracht.“ Der Vorschlag der Einigungskommission ging weiter dahin, auch die anderen Punkte in einer engeren Kommission zu beraten, die am 2. Mai Vormittags zusammentritt und der am Rachmältat, ein⸗ berufenen Plenarversammlung hieraus Anträge unterbreitet. Diese Vorschläge wurden nach längerer Erörterung angenommen. — D Schiff⸗ und Bootsbauer von Stralau⸗Rummelsburg, Köpenick, Friedrichshagen, Rauchfangswerder, Zeuthen und Grünau, die neue Forderungen aufgestellt haben, hielten, der „Voss. Ztg.“ zufolge, am Donnerstag eine entscheidende Versammlung in Sachen der Lohnbewegung ab. Nachdem eine größere Zahl Werften auf die Forderungen der Schiff⸗ und Bootsbauer bereits eingegangen war, handelte es sich darum, gegenüber den sich ablehnend verhaltenden Werften Stellung zu nehmen. Am Schlusse einer längeren Debatte wurde eine Erklärung angenommen, in der ein Mindestlohn von 55 ₰ die Stunde, für Junggesellen im ersten Geschäftsjahr von 50 ₰ die Stunde, ein Ueberstundenzuschlag von 25 und ein Sonntagsarbeitszuschlag von 50 v. H. gefordert wird. Auf den ablehnenden Werften begann mit dem gestrigen Tage der Ausstand. Andererseits ist eine allgemeine Aussperrung der Bootsbauer von den Unternehmern in Aussicht genommen. Zur Gründung einer Unter⸗ nehmerorganisation ist eine 2 ersammlung der Werftbesitzer einberufen. Gesellen, die von Montag ab die Arbeit niedergelegt haben, dürfen bei keinem der Werftbesitzer vorläufig eingestellt werden. Für die Nichtbesolgung dieser Bestimmung ist eine Konventionalstrafe von 100 ℳ ausgefetzt.
In einer Sitzung der Metallindustriellen in Breslau vergl. Nr. 96 d. Bl.) wurde, wie die „Volkswacht“ berichtet, der orschlag der Vertrauensleute der Former und Gießereiarbeiter, eine
aus Unternehmern und Arbeitern bestehende Kommission zur Bei⸗ legung der Streitigkeiten zu bilden, abgelehnt und beschlossen, daß die Aufhebung der Aussperrung sämtlicher organisierten Metallarbeiter von der Wiederaufnahme der Arbeit durch die streikenden Former bei den Firmen Kemna und Maschinenbauanstalt Breslau abhängig sei, und daß Maßregelungen nach der Wiederaufnahme der Arbeit nicht stattfinden dürfen.
In einer gestern in Dortmund abgehaltenen Versammlung der Arbeitgeber des Maler⸗ und Anstreichergewerbes wurde, nach der „Rh.⸗Westf. Ztg.“, beschlossen, falls die streikenden Gehilfen bis zum 2. Mai die Arbeit nicht wieder aufgenommen haben, vom 3. Mai eine allgemeine 2 durchzuführen (vgl. Nr. 99 d. Bl.).
In Münden (Hannover) haben, nachdem die Zimmergesellen in den Ausstand getreten sind, der „Köln. Ztg.“ zufolge, auch die Maurer und Erdarbeiter die Arbeit niedergelegt, sich den Zimmercelellen angeschlossen und Lohnerhöhung verlangt (vgl. Nr. 97
Die Direktion der Siemens⸗Schuckertwerke in Nürnber drohte, nach demselben Blatte, allen am 1. Mai Feiernden bc sofortige Entlassung an. Daraufhin hat der Arbeiterausschuß den Beschluß, am 1. Mai Arbeitsruhe einzuhalten, aufgehoben.
In Mannheim sind, laut Meldung der „Köln. Ztg.“ die, Werfthallenarbeiter in eine Lohnbewegung eingetreten; ein Teil hat die Arbeit bereits niedergelegt. Auch unter den Kohlen⸗ arbeitern im Hafen gärt es.
In Heidelberg sind, wie die „Frkf. Ztg.“ erfährt, die Bäcker⸗ gehilfen in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie verlangen monat⸗ lich eine Freinacht, Abschaffung von Kost und Logis im Hause des Meisters sowie einen Lohn von 21 — 25 ℳ — Die dortigen Maler und Tüncher, deren Streikbewegung im vorigen Jahre ergebnislos verlaufen war, künden neuerdings den Ausstand an. Sie verlangen 9 ⅛ stündige Arbeitszeit und einen Mindeststundenlohn von 45 ₰ für alle Arbeiter, die über 20 Jahre alt sind.
In Lübeck hat, der „Köln. Ztg.“ zufolge, der Arbeitgeberverband des Baugewerbes beschlossen, sämtliche Maurer und Zimmerer auszusperren, wenn ein Teilausstand, der jetzt herrscht, heute, Sonn⸗ abend, nicht beendet wird. 8
In Paris beschlossen, wie „W. T. B.“ meldet, die Litho⸗ üspden, Schneider und Näharbeiter vom 1. Mai ab in den b 38 n vefen.
um Ausstande der französischen Bergarbeiter (vgl⸗
Nr. 99 d. Bl.) berichtet „W. T. B.*, daß der Minister Barthöu gestern den Bergwerksgesellschaften durch den als Unter⸗ händler fungierenden Bergwerksdirektor von Lens, Reumaurx, die Antwort des Syndikats der Bergarbeiter, betreffend die Regelung der Gehälter, übermittelt habe. Reumaux fetzte bet dieser Gelegenheit dem Minister auseinander, daß die Gesellschaften zwar jede für sich, aber nicht in ihrer Gesamtheit den Delegierten der Grubenarbeiter Erklärungen über die gemachten Zu⸗ geständnisse abgeben könnten. Der Präfekt des Pas de Calais wird in diesem Sinne bei den Bergwerksgesellschaften vermittelnde Schritte unternehmen. — Der Direktor der Grube von Anzin, rangois, empfing gestern nachmittag eine Abordnung des Bergarbeiter⸗
yndikats. Nach kurzer Beratung gaben die Delegierten die Erklärung ab, daß sie den Grubenarbeitern die Weisung erteilen würden, die Arbeit am Sonnabend wieder aufzunehmen. — Der Untersuchungs⸗ richter hat bei der Prüfung der in Lens während der Streik⸗ unruhen beschlagnahmten Schriftstücke die Gewißheit erlangt, daß die meisten der verhafteten Leute in direkten Be iehungen zu mehreren Anarchisten standen, was zu beweisen scheine⸗ daß die Unruhen in Lens von langer Hand vorbereitet waren.
In Toulon sind, wie „W. T. B.“ erfährt, die Arbeiter von dem unabhängigen Syndikat der Hafenarbeiter aufgefordert worden, am 1. Mai nicht zu feiern; hingegen tritt der Bund der Staatsbediensteten für Einstellung der Arbeit ein. — Die An⸗ v der Bekeuchtungsanstalten sind in den Ausstand
reten. In Cette beschlossen, dem „W. T. B.“ zufolge, alle Gewerk⸗ schaften am 1. Mai zu feiern. In Marseille traten, wie dasselbe Bureau mitteilt, gestern morgen 200 — 300 Angestellte der Cafés, Bierhäuser und Restaurants in den Ausstand und veranstalteten eine Kund⸗ gebang. um auch die übrigen Angestellten solcher Betriehbe zum
jederlegen der Arbeit zu veranlassen. Infolgedessen wurden gestern alle Föderea⸗ 52 2.cleffen
u ew York wird dem „W. T. B.“ von gestern telegraphiert: Die Hartkohlengrubenbesitzer geben bekannt, daß sie sferhint:
Einigung.
von den Bergleuten gemachten Vorschläge sämtli (vgl. Nr. 87 d. B).” 8 rschläge sämtlich verworfen haben
A. F. In der jüngsten Versammlung der „Brandenburgia“, Gesellschaft für Heimatkunde, wurde die Neuwahl des Vereinsaus⸗ schusses in der bisherigen Zusammensetzung vollzogen. Es berichtete hierauf der Professor Dr. Pniower über eine Erwerbung des Märkischen Provinzialmuseums bei Gelegenheit der vor einigen Wochen abgehaltenen Versteigerung der Meyver⸗Cohnschen Hand⸗ schriftensammlung. Die Erwerbung betrifft ein Stammbuch aus den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts, das ein Enkel
„alten Heim“, des ebenso durch seinen ärztlichen Scharf⸗ blick, als durch seine Originalität bekannten, bedeutenden Berliner Arztes, in überaus sorgsamer Weise geführt hat. Es scheint, daß der Besitzer des Stammbuchs nur hervorragende Namen Berlins der Eintragung in sein vor Profanierung durch geringere Namen wohl gehütetes Buch gewürdigt hat. Auf diese Art ist es eine Sammlung mehr oder weniger gewählter und geistreicher Eintragungen der Nota⸗ bilitäten des damaligen Berlins geworden. Nicht zum wenigsten haben Berliner Künstler zur Schmückung des Buchs durch wertvolle Bleistiftzeichuungen beigetragen. Angesichts dieser und ähn⸗ licher Erwerbungen des Provinzialmuseums aus älterer Zeit ist es fast zu bedauern, daß die Sitte, Bekannte und Freunde zur „Verewigung“ in einem Stammbuch einzuladen, durch die Photo⸗ graphiealbums, die einen doch wesentlich anders gearteten Ersatz bieten, verdrängt und anscheinend vollständig in Vergessenheit geraten ist. — Von anderen Erwerbungen des Museums legte Kustos Buchholtz eine vor kurzem erst erworbene bronzene Gewandnadel von besonders guter Arbeit vor, die nach ihrer Stärke und der An⸗ ordnung ihrer Verzierungen wahrscheinlich als Mantelverschluß gedient hat. Sie zeigt die sinnreiche Art, wie die Nadel mittels spiralförmiger Windung des Drahtes, aus dem sie gebildet, federnd gemacht worden war. Kustos Buchholtz wies dabet auf die sich zweifelsfrei ergebende merkwürdige Tatsache hin, daß die Herstellungsweise der von den Alten viel gebrauchten Sicherheits⸗ nadeln etwa 1000 Jahre lang bei den Deutschen ganz verloren und vergessen war, und daß erst seit 150 Jahren die antike Knips⸗ oder Sicherheitsnadel wieder hergestellt und im Gebrauche geschätzt wird. — Den Vortrag des Abends hielt Dr. Leopold Hirschberg, Dozent für Musikgeschichte an der Humboldt⸗Akademie, über Felix Mendels⸗
ohn⸗Bartholdy und seine Kompositionen in und für Hötin. Der Redner entrollte ein seselhndes Lebensbild des großen, in Berlin 1809 geborenen und durch Zelter und Ludwig Berger aus⸗ gebildeten Meisters, der schon als neunjähriger Knabe durch seine geniale musikalische Begabung Bewunderung erregte und im Alter von 13 Jahren Goethe, bei dem er durch Zelter eingeführt war, durch sein Klavierspiel entzückte. Der Vortragende gab Proben der ersten jugendlichen Komposition Mendelssohns, eines Quartetts in Cis⸗ Moll, und führte in ähnlicher Weise abwechselnd durch Klavierspiel und Gesang in die Kenntnis der hervorragendsten unter den Kompositionen des Tondichters ein, die in Berlin und, wie die prachtvollen Chöre zur „Antigone“ des Sophokles, auch für Berlin, nämlich auf Wunsch und Bestellung des Königs Friedrich Wilbelm IV., entstanden waren. Die Hörer empfingen so ein anmutendes Bild von der musikalischen Entwicklung Mendelssohns, von seiner Tonschöpfung der Ouvertüre zum „Sommernachtstraum“ bis zu der erhabenen Kom⸗ position der ersten „Walpurgisnacht“ von Goethe, die eins der letzten Werke Mendelssohns war. E“ K
A. F. Ja ihrer letzten Sitzung beschloß die Freie Photo⸗ graphische Vereinigung, ihren langjährigen Ersten Vorsitzenden, den Geheimen Regierungsrat, Professor Dr. Gustav Fritsch, zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Von Dr. R. Neuhauß wurden lebensgroße photographische Aufnahmen von elf Negerköpfen vorgelegt. Die Originale waren in Formelinalkohol konserviert dem physiolo⸗ gischen Institut als Studienmaterial aus Afrika übersandt worden, und die Aufgabe war gewesen, die Köpfe so scharf und lebenswahr als möglich zu photographieren. Warum die Aufnahmen erfolgen mußten, das erläuterte später Professor Dr. Hans Virchow ausführlich:t Nur im Vergleich mit der Photographie konnte an der Muskulatur der Köpfe bei deren Demonstration den Studierenden die Bedeutung der einzelnen Muskel für Ent⸗ stehung des Gesichtsausdrucks nachgewiesen werden. Für solche dem Studium der Rassenunterschiede sehr nützlichen physiognomischen Untersuchungen war es daher wichtig. den Gesichtsausdruck in der Photographie nach Möglichkeit festzuhalten. Die Aufgabe war schwierig, weil die Muskulatur der Köpfe während der etwa viertel⸗ stündigen Expositionsdauer durch Eintrocknung merklich zusammenfiel und deshalb die Aufnahme mehrfach unterbrochen werden mußte, um durch Befeuchtung der Objekte mit kaltem Wasser deren Verfall vorzubeugen. Abgesehen von der Besiegung dieser Hauptschwierigkeit, ist das Geschick aller Anerkennung wert, mit dem Fräulein Kuhn vom Lette⸗Verein, welche vorliegende Aufgabe gelöst hat, die Lebens⸗ wahrheit der Aufnahmen zu steigern verstand durch Anwendung eines rotbraunen Filters und gelblicher Platten. Die vorliegenden lebens⸗ großen Bilder sind Vergrößerungen von ursprünglich in halber Lebens⸗ 88 aufgenommenen Diapositiven. Auch über eine andere Ver⸗ wertung der Photographie für eine bisher als nicht ausführbar er⸗ achtete Aufgabe berichtete Professor Virchow unter Vorlegung einer Aufnahme des kindlichen Milchmundes. -
Von mehr als nur wissenschaftlichem Interesse war eine Mit⸗ teilung von Dr. R. Neubauß über einen Fortschritt in dem be⸗ kannten Lippmannschen Verfahren der Photographie in den natürlichen Farben, das auf den Erscheinungen der Lichtbrechung beruht, die z. B. eine dünne Oelschicht auf Wasser gefärbt zeigen, und farbenrichtige, aber sehr vergängliche, nicht kopierfähige Bilder liefert. Ein amerika⸗ nischer Erfinder — Wood — hat dies Diffraktionsverfahren weiter ent⸗ wickelt, allerdings auf einem so kostspieligen Wege, daß der Apparat kaum unter 2000 ℳ herzustellen ist, ohne daß es doch möglich wird, mehr als Einzelbilder zu liefern, die bei ihrer Kleinheit auch nur mit be⸗ waffnetem Auge angesehen werden können. An einem vom Vor⸗ tragenden gezeigten Vülde einer Fruchtschale waren allerdings Schön⸗ heit, Treue und Glanz der Farben ganz bewundernswert. Das Wesen des Woodschen Verfahrens wurde von Dr. Neuhauß eingehend er⸗ läutert. In Anschluß daran wurde noch von dem Verfahren der Gebrüder Lumière in Lyon zur Herstellung von Photographien in den natürlichen Farben berichtet, das schöne Erfolge liefert, wenn auch zunächst nur in Form von Diapositiven. — Weitere Mitteilungen galten den trefflichen Leistungen einer Tele⸗Kamera sowie eines neuen Tele⸗Objektivs, den sich vorzüglich bewährenden Hemera⸗ Zelluloidfilms und Neuheiten in Reisekameras; auch erfreute Dr. W Scheffer die lerneifrigen Amateurphotographen in der Versammlung noch durch einen von erklärenden Lichtbildern begleiteten Vortrag über „Schärfentiefe“, ein Thema, das stets besonderer Aufmerksamkeit be⸗
Wohlfahrtspflege.
Ddie auf Gegenseitigkeit gegründete Lebensversicherungs⸗ 8 gnf die und Marine hat ihren echenschafts⸗ bericht für das Jahr 1905 veröffentlicht. Diese im Jahre 1872 errichtete, die Rechte einer juristischen Pelon besitzende Anstalt mit dem Sitz in Berlin (Linkstraße 21), der durch Reichsgesetz vom 29. April 1878 drei Millionen Mark zur Bildung eines Garantie⸗ fonds überwiesen wurden und auch vertragsmäßi zu leistende größere Beiträge Sachsens und Württembergs für denselben zufließen, ver⸗ sichert Kapitalien sowohl sür den Todesfall allein als auch für den Lebens⸗ und Todesfall und nimmt ferner Gelder zur Verzinsung als Spareinlagen an. Zur Erwerbung der Mitglied⸗ schaft durch Abschluß einer Versicherung und zur Benutzung der Spar⸗ kasse sind berechtigt: 1) die Offiziere und Sanitätsoffiztere des aktiven und beurlaubten Standes, die oberen Militärbeamten und die etats⸗ mäßigen oberen Zivilbeamten, welche der Verwaltung der Königlichen Kriegsministerien von Preußen, Sachsen und Württemberg, der Verwaltung
getreten sind, 3) die Unteroffiziere und die unteren Beamten des aktiven Dienststandes. — Das Ergebnis des Berichtsjahres 1905 war wiederum günstig. Es stieg der Versicherungsbestand von 33 753 Personen mit 33 333 150 ℳ Versicherungssumme am 31. Dezember 1904 auf 35 168 Personen mit 35 926 950 ℳ am 31. Dezember 1905, mithin um 1415 Personen mit 2 593 800 ℳ Versicherungssumme, der Einlagebestand der Sparkasse von 1 906 789 ℳ auf 2 845 597, somit um 938 808 ℳ, der Ueberschuß der Gesamteinnahmen über die Gesamtausgaben trotz der durch die Kämpfe in Afrika vermehrten Sterblichkeit von 426 561 ℳ auf 454 525 ℳ, also um 27 964 ℳ, das Vermögen der Anstalt von 21 063 973 ℳ auf 22 741 839 ℳ, mithin im letzten Berichtsjahre um 1 677 866 ℳ 18 795 000 ℳ von diesem Vermögen bestanden in auf 96 Grundstücke der Stadt Berlin und ihrer Umgebung zur ersten Stelle eingetragenen Hypotheken, 2 738 250 ℳ in Wertpapieren (ausschließlich 3 % ige konsol. preußische Staats⸗ und deutsche Reichsanleihe), 615 645 ℳ in Darlehen auf Versicherungsscheine. Der für die angelegten Gelder erzielte Zinsfuß betrug im Durchschnitt 3,91 % gegen 3,89 % im Vorjahre. — Unter den Versicherten waren zwischen dem 18. und dem 90. Lebensjahre alle Jahrgänge vertreten. Das Durchschnittsalter betrug Ende 1905 für sämtliche Versicherten 38 Jahre 8 Monate, ftr die 407 im Jahre 1905 Gestorbenen 48 Jahre, die Durch⸗ chnittsversicherungssumme für sämtliche Versicherten 1022 ℳ, für die Versicherungen mit ärztlichen Zeugnissen 3299 ℳ, für diejenigen ohne diese Zeugnisse 496 ℳ, für die 407 i. J. 1905 Gestorbenen 1458 ℳ Die Sparkasse wurde von 2958 Personen mit durchschnittlich 962 ℳ Svrareinlagen benutzt.
1141“
8 b.
1
“ 8 11.
Bautätigkeit auf dem Gebiete des Wasserbaues in Preußen im Jahre 1903. Nach den Berichten der Provinzial⸗ behörden waren, wie das „Zentralblatt der Bauverwaltung“ mitteilt, im Jahre 1903 im ganzen 158 Wasserbauten mit der Anschlagsumme von 30 000 ℳ und darüber in der Ausführung begriffen gegenüber 154 Wasserbauten im Jahre 1902. Davon wurden neu begonnen 52, fortgesetzt 106 in den früheren Jahren begonnene Bauten und voll⸗ endet von den neu begonnenen 11, von den fortgesetzten 39.
In der nachstehenden, nach den verschiedenen Gattungen der Bauanlagen geordneten Uebersicht sind nur diejenigen Bauten namentlich aufgeführt, die einen Kostenaufwand von mindestens 300 000 ℳ erfordern und im Jahre 1903 neu begonnen wurden. Im übrigen wird auf die in den früheren Jahrgängen d. Bl. ent⸗ haltenen Mitteilungen verwiesen.
Auf die einzelnen Gattungen verteilen sich die 158 Bauten in folgender Weise: 1
19 Häfen und Hafenausbauten, darunter neu begonnen die Er⸗ weiterung des Ruhrorter Hafens mit 18 796 800 ℳ und der Fischerei⸗ hafen bei Neukuhren mit 657 000 ℳ;
70 Fluß⸗ und Fahrwasserregulierungen, darunter neu begonnen Baggerungen in der Ems zur Erhaltung der planmäßigen Tiefe mit 406 000 ℳ, die Regulierung des oberen Pregels mit 370 000 ℳ und die Verbesserung der Schiffbarkeit der Lahn von der Ems bis zur Mündung mit 483 000 ℳ;
2 Paenaer hes oder Ergänzungsbauten an solchen;
7 Schiffahrtskanäle oder Ergänzungsbauten an solchen,;
6 Seeschutzbauten;
2 herenegaten⸗ 8
8 Ulersbekeltigungeezz 1
12 Etraßenbrücken, darunter neu begonnen die Straßenbrücke über die Oder bei Krossen mit 368 000 ℳ;
2 Wehre;
5 Schleusen, darunter neu begonnen die zweiten Schleusen bei Fürstenberg a. d. O. mit 2 833 000 ℳ .
10 Seezeichen oder Leuchtfeuer;
1 Fähranlage; 1mup.“
1 Landungsanlage;
4 Fahrzeuge; 18
3 Bagger;
erwähnten
kalten Regengüsse und des nächtlichen Frostes im März sehr gelitten, ie stehen iche und sind in der Ccen Frof mehrere Wochen im Rück⸗ stante Der Klee hat den Winter gut überstanden und steht schön. Die Wiesen sind zurückgeblieben. Das schlechte Wetter hat die Be⸗ stellung der Aecker mit Sommergetreide erheblich verzögert. Der Hafer muß mit wenigen Ausnahmen erst gesät werden. Abschlüsse in Zuckerrüben erfolgen in diesem Jahre zu 22 Fr. für 1000 kg bei 14 % Zuckergehalt, mit einem Aufschlag von 2 Fr. für jedes darüber hinaus⸗ gehende und einen Abzug von 2,50 Fr. für jedes daran fehlende Prozent. — In der Provinz Hennegau ist der Stand des Winter⸗ getreides zufriedenstellend. Der Klee steht gut, nur stellenweise etwas licht. Hafer ist seit Februar auf einem Teile der Felder gesät worden und gut aufgegangen. Die Leinsaaten sind ein wenig im Rückstand. Die Spätfröste scheinen den Fruchtbäumen, mit Aus⸗ nahme der Aprikosen, nicht geschadet zu haben. — In der Provinz Namur hat der Regen im Maas⸗ und Sambre⸗Tal große Ueber⸗ schwemmungen verursacht. Der Pflanzenwuchs und die Obstbäume sind infolge der starken Spätfröste im Rückstand; Hafer ist bisher kaum esät worden. — In der Lüttich sind die Wintersaaten in⸗ 28 der Feuchtigkeit des Winters und der Fröste im März im Rück⸗ stand geblieben; sie haben aber sonst nicht gelitten. Erst in den letzten Wochen wurde das Wetter warm und trocken, sodaß der Landmann die Vorarbeiten der Frühjahrsbestellung aufnehmen konnte. Die Haferfelder werden seit Anfang April bestellt, während die Rübensamen erst zwischen dem 20. und 30. April eingesät werden können. Die Zuckerrüben werden in diesem Jahre mit 21 — 22 Fr. für 1000 kg bei 14 % Zuckergehalt gehandelt, während im vorigen Jahre 27—28 Fr. erzielt wurden. Der Preis⸗ ausfall erklärt sich dadurch, daß im letzten Jahre eine große Ueber⸗ produktion stattgefunden hat. — In der Provinz Luxemburg liegen die Verhältnisse recht ungünstig. Hier haben der anhaltende Regen und das Schneewetter die Frühjahrsarbeiten sehr beeinträchtigt. Ein Teil der Wintergetreidefelder muß umgepflügt und durch Sommersaat ersetzt werden. Die Zuckerrübenkultur kommt wenig in Betracht. Ueber die bedeutenden Obstanlagen läßt sich vorläufig noch nichts sagen. — In der Provinz Ostflandern sind die Wintersaaten — besonders Weizen, Gerste und Roggen — im Rückstand. Der Ertrag der beiden erstgenannten Getreidearten wird Srarsisee nur gering sein. Sommergerste und ‚weizen sind spät e ngesät worden. Kartoffeln waren Ende März noch wenig gevpflanzt. — Die Nachrichten über den Saatenstand in der Provinz Westflandern lauten im allgemeinen ungünstig. Bereits im Oktober gab die Witterung Anlaß zu Klagen. Eine glücklicherweise nur vorübergehende Frostperiode drohte bei der im Boden vorhandenen großen Feuchtigkeit den Saaten verderblich zu werden. Dann stellte sich wieder Regenwetter ein, das die Einbringung der teilweise 10 auf dem Felde lagernden Früchte erschwerte. Im weiteren Verlau des Winters herrschte Regen vor. Nur vorübergehend kam es zu leichtem Frost. Der März war, abgesehen von wenigen warmen Tagen, winterlich kalt und von zahlreichen Regengüssen begleitet. Dazu trat Mitte des Monats eine starke Sturmflut auf, die in den Polder⸗ distrikten die Bebauung der Aecker, die ohnedies schon im Rückstande
Saatenstand und Getreidehandel in Serbien.
Der Kaiserliche Konsul in Belgrad berichtet unterm 20. d. M.: Der Winter war in Serbien gelinde; die Wintersaaten stehen daher überall gut. Auch dem Anbau der Sommersaaten waren die Witte⸗ rungs verhältnisse förderlich, sodaß die Aussichten für die Getreideernte günstig sind. Ueber Insektenschaden sind Klagen bisher nicht laut geworden. Für den Anbau der Maisfelder ist noch mehr Feuchtigkeit erforderlich. 1“
Mit den Vorräten an altem Weizen und Mais ist in den Wintermonaten, namentlich durch die lebhafte Ausfuhr kurz vor dem Ablauf der letzten Handelsvertragsperiode, stark geräumt worden, so⸗ daß nur noch unbedeutende Getreidemengen vorhanden sind. Mehrere Schiffsladungen gingen donauabwärts über Braila nach Amsterdam;
der Hauptteil der Ausfuhr richtete sich zunächst nach Budapest und
6 sonstige Bauten und Arbeiten.
8 Land⸗ und Forstwirts aft. b Getreidemarkt in Genua und Savona.
Das Kaiserliche Generalkonsulat in Genua berichtet unterm 19, d. M.: Der im Monat Februar d. J. auf dem Getreidemarkt in Genua eingetretene Rückgang der Preise für Weichweizen hat sich im Laufe des Monats März wider Erwarten auch auf die Hart⸗
weizen übertragen. Dieser Preisrückgang ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß Süditalien im Berichtsmonate gar keine Kauf⸗ lust zeigte. Auch der Weichweizenmarkt war während des ganzen Monats März d. J. durchaus lustlos. Die Preise bröckelten weiter ab, aher auch die Verkäufer zeigten eine gewisse Zurückhaltung. Die Stimmung ist zur Zeit wesentlich fester.
Inlandweizen lagen unverändert. b 1
In Mais und Roggen fanden keine Umsätze statt. Die Preise für beide Getreidesorten blieben unperändert. 1
Am 31. März d. J. stellten sich die Getreidevorräte und die Preise für den Doppelzentner in Genua, wie folgt: 1b
Vorräte unverzollt
18 500 17,25 — 18,25 Fr. 7 000 19,00 — 20,00 „
12 800 1400—1425 afer 0 C9—= 14, „ . 1 500 14,00 — 14,25 „ In Savona stellten sich die Preise für den Doppelzentner Weizen verzollt auf 25,50 — 26,75 Fr. Eingeführt wurden nach Savona 1058 dz Weizen. Auf Lager befanden sich dort Ende März d. J. keine Vorräte.
“
Preise inländisch 26,50
- . Weichweizen 27,770
Hartweizen Mais..
Saatenstand in Belgien. 8 8
20. d. M.: Aus allen belgischen Provinzen wird gemeldet, daß der Winter zwar milde war, aber anhaltende Feuchtigkeit und im März Nachtfröste brachte, sodaß die Wintersaaten in der Entwicklung zurückgeblieben sind. Ende März trat trockenere Witterung ein, die dem Landmann die Aussaat der Frühjahrssaaten ermöglichte. Damit die Feldarbeiten weiter gefördert werden können, ist es erwünscht, daß das trockene Wetter anhält und dem Boden seine große Feuchtigkeit nimmt. 1 In der Provinz Antwerpen hat die Ackerbestellung infolge der euchtigkeit sehr gelitten. Viele Pflanzen sind vernichtet; die ecker ind zu licht gesät und die Saaten sehen wenig kräftig aus. Die Kleefelder, die Anfang des Winters viel versprachen, stehen Heichfone . Die Wiesen sind zum großen Teil infolge der Hochflut, die .März bei Nordweststurm an der Nordküste Fäftee⸗ noch heute überschwemmt. Große Strecken, die für die Herbstsaat in Aussicht genommen waren, aber vor Beginn des Winters nicht bearbeitet werden konnten, standen Ende Maͤrz noch unbebaut; in den Poldern sollen die Felder teilweise mit Frühjahrsgetreide bestellt werden. Hafer und Kartoffeln werden voraussichtlich in größerem Umfange angebaut werden. In der Gegend von Mecheln und im Süden des Bezirks Ant⸗ werpen sind die Frühkartoffeln und Früherbsen bereits gepflanzt. — In der Provinz Limburg haben Regen und Schnee die Acker⸗ bestellung aufgehalten. Die Hafersaaten sind bedeutend im Rückstand. Das Wetter war dem Wachstum der Pflanzen bis zum 15. März förderlich, dann aber bis Ende März ungünstig. Der Stand der Getreidesaat läßt teilweise zu wünschen übrig. Der Klee steht niedrig, ist aber kräftig entwickelt. Die Wiesen sind zurückgeblieben. Auch in
der Kaiserlichen Schutztruppen, sowie der Kaiserlich deutschen Marine
unterstellt sind, 2) diese Personen auch dann, wenn sie außer Dienst
der Provinz Brabant haben die Wintersaaten unter dem Einfluß der
20,252
Der Kaiserliche Generalkonsul in Antwerpen berichtet unterm
ing von dort nach Wien und Süddeutschland. 1 Die für nach Müen, Ausfuhr in Betracht kommenden Obst⸗
sorten haben bei günstiger Witterung geblüht und versprechen nach Ansicht der Landbevölkerung ein gutes Obstjahr.
.
maßregeln.
Verbreitung des Aussatzes im Deutschen Reiche Ende 1905.
Nach den amtlichen Ermittlungen belief sich die Zahl der Aussatz⸗ kranken im Deutschen Reich am Ende des Jahres 1905 auf 27 (gegenüber 24 am Schlusse des Vorjahres). Davon (ntfielen auf Preußen 20 (19), auf Hamburg 5 (3), auf Mecklenburg⸗Schwerin und auf Elsaß⸗Lothrigen je 1 (2).
In Preußen sind im Laufe des Jahres 1905 3 Aussatzkranke verstorben und 4 neu hinzugekommen; 3 davon, eine männliche und zwei weibliche Personen, alle im Kreise Memel wohnhaft, wurden dem Lepraheim daselbst überwiesen. Der vierte Fall betraf einen ehe⸗ maligen Soldaten der niederländisch⸗indischen Armee, der die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und sich auf Sumatra angesteckt hatte. Nachdem er vorläufig in die Isolierabteilung des Krankenhauses in Kaldenkirchen (Kreis Kempen a. Rh., Reg.⸗Bez. Düsseldorf) aufge⸗ nommen war, ist er inzwischen in das Lepraheim zu Memel über⸗ geführt worden. 1
In Hamburg wurde bei einem aus Memel gebürtigen Matrosen, in dessen Familie ein Leprafall vorgekommen war, sowie bei der Tochter einer im Jahre 1903 in Hamburg verstorbenen Leprösen Aussatz festgestellt. Diese letztere sowie eine aus New Orleans zu⸗ gereiste Pflanzersgattin und ein portugiesischer Student ließen sich in eine Privatanstalt für Leprakranke aufnehmen. Außerdem haben sich in Hamburg vorübergehend 3 aussätzige Brasilianer (Brüder) auf⸗ gehalten, um ärztliche Hilfe zu suchen. Ein in der gleichen Ab⸗ sicht zugereister Pflanzer aus Sumatra ist durch Selbstmord aus dem Leben geschieden. Ein weiterer Abgang efengte dadurch, daf ein im Vorjahre als aussatzkrank ermittelter russischer Matrose in seine Heimat befördert wurde und ein in demselben Jahre zugereister Brasilianer dos Reichsgebiet verlassen hat.
In Mecklenburg⸗Schwerin und in Elsaß⸗Lothringen hat sich, wie auch im Vorjahre, der Bestand an Kranken (je 1) nicht 14“ 8 “
Italien.
Die italienische Regierung hat durch seesanitätspolizeiliche Ver⸗ ordnung vom 21. d. M. die Herkünfte aus Fremantle (Australien) fü stfrei erklärt. (Vergl. „R.⸗Anz.“ vom 2. v. M Nr. 53.) 8 8
Argentinien.
Das nationale Hygienedepartement in Buenos Aires hat an⸗
geordnet, daß aus Asuncion (Peraguap) kommende Schiffe in e
die argentinischen Häfen nur b
terliegen. Niederländisch⸗Indien.
die Ouarantäne gegen Sydney (Australien) verhängt worden. Aegypten.
künfte von Moulmein das Pestreglement in den ä Hich en Häfen in Kast geseitkt.. 11.1“
war, unmöglich machte. 3 “
Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗
Tage einlaufen dürfen, woselbst sie einer sorgfältigen sanitätspolizeilichen Untersuchung und Ueberwachung
Nach einer Verordnung des Generalgouverneurs von Nieder⸗ ländisch⸗Indien vom 21. März d. J. ist wegen Ausbruchs der Pest
Der internationale Gesundheitsrat in Alexandrien hat für Her⸗
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